Beiträge von Ullie

    Habe mir gerade den Anfang der Sendung angehört (Danke für den Link, Malte!). Und bin leider schon ziemlich bedient. Denn der Moderator stellt die Frage: Wie kriegen wir ein harmonisches Miteinander hin? (Minute 00:40) Und damit stellt er die Weichen in die falsche Richtung. Es kann kein harmonisches Miteinander geben. Denn die vorgegebenen Strukturen sind so auf den Autoverkehr zugeschnitten, dass diese Verkehrsart den allergrößten Anteil an Verkehrsfläche einnimmt. Ein harmonisches Miteinander kann aber nur dann entstehen, wenn eine gerechte Verkehrsflächenverteilung am Anfang stünde. Da die Verkehrsfläche in der Stadt begrenzt ist, müsste zunächst geklärt werden, welche Autoverkehre sind unabdingbar notwendig, z. B. Rettungsfahrzeuge oder Lieferverkehr oder Ver- und Entsorgung. Die Politik ist jedoch ganz überwiegend nicht bereit dazu Stellung zu nehmen, geschweige denn Entscheidungen dazu zu treffen. Denn damit würde ein weitverbreitetes Dogma fallen, dass nämlich jeder Bürger ganz selbstverständlich ein Anrecht darauf habe, mit seinem eigenen PKW mobil zu sein und einen kostenfreien Parkplatz vor der Haustür wie selbstverständlich beanspruchen dürfe. In den seltenen Fällen, in denen ein Politiker mal vorsichtig etwas in diese Richtung andeutet, darf er zuverlässig mit einem gewaltigen Shitstorm rechnen und wird darin von seinen Parteikolleginnen und -kollegen schutzlos stehen gelassen.

    Mal sehen, ob ich trotzdem noch weiter die Sendung höre, obwohl ich diesen Anfang schon sehr ätzend finde. Hat denn wer anders schon mal tiefer reingehört und was Interessantes rausgehört?

    Ansatzweise zumindest ein Beispiel für einen ganz niedrigschwelligen Hinweis darauf, dass es nicht so laufen kann, dass man jedem Autofahrer "seinen" Parkplatz in Aussicht stellt, sondern dass es wichtig ist, je nach Autonutzung zu differenzieren, habe ich kürzlich in Bingen am Rhein gesehen:

    In Bingen sind Stellplätze, die mit einem Verkehrsschild eingeschränktes Halteverbot gekennzeichnet sind, zusätzlich mit der Aufschrift "Ladezone" auf dem Stellplatz beschriftet. Nutzt natürlich auch nur dann was, wenn es entsprechend kontrolliert wird. Und wenn diese Kontrollen dann nicht als Abzocke einer angeblich "unfähigen" Verwaltung geschmäht werden, die nur den Autofahrern das Geld aus der Tasche ziehen wolle. An anderer Stelle im Forum hatte ich ein ähnliches Foto aus Lille in Nordfrankreich schon mal reingestellt.

    Selbst wenn. Das ist für eine heutige Betrachtung des Themas vollkommen irrelevant.

    Ich sehe einfach nicht, weshalb die Politik hier in den freien Markt eingreifen muss. Soll der Markt das Problem selbst regeln.

    Wenn die Politik tätig werden will, könnte sie die StVO für den ruhenden Verkehr durchgesetzen. Oder die Aufteilung des öffentlichen Raums gestalten. Oder überall Gebühren für die Sondernutzung "Parken von KFZ im öffentlichen Raum" einführen.

    Ich sehe da schon ein Problem drin, dass mit der Reichsgaragenverordnung eine Verordnung aus der Nazi-Zeit übernommen wurde, mit der die Nazis versuchten den automobilen Massenwahn zu verbreiten. Möglicherweise hätte eine Bundesregierung oder Landesregierungen in der Nachkriegszeit nicht so selbstverständlich eine solche Verordnung erlassen, weil es ja erst mal vor allem anderen darum ging Wohnraum zu schaffen. (Ich habe das inzwischen noch mal nachgeschlagen, die Reichsgaragenverordnung stammt tatsächlich vom 17.2.1939 https://www.stadtgrenze.de/s/p3r/rgao/rgao.htm )

    Was ich aber noch viel schlimmer finde ist die Antwort des Hamburger Senats auf die CDU-Anfrage:

    „Die Ergebnisse einer von der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen beauftragten Evaluierung haben ergeben, dass mehr als 80 Prozent der Kfz-Stellplätze freiwillig gebaut werden, die vor der Gesetzesänderung notwendig gewesen wären“, sagte Behördensprecherin Barbara Ketelhut am Donnerstag. „Eine Abfrage der Wohnungswirtschaft kommt zu einem ähnlichen Ergebnis und auch die Zahlen des Statistikamtes bestätigen das.“ Aus Senatssicht sei eine Wiedereinführung der Stellplatzpflicht in Hamburg nicht notwendig, da Pkw-Stellplätze auch ohne gesetzlichen Zwang in angemessenem Umfang hergestellt würden." (Maltes Link: https://www.abendblatt.de/article2156530…in-Hamburg.html ) Das heißt doch, dass die Abschaffung der Reichsgaragenverordnung gar nicht viel gebracht hat, im Sinne einer Stadt mit weniger Autoverkehr. Und es heißt, dass es an der Zeit ist, eine Verordnung zu erlassen, die für Neubauprojekte den guten Anschluss an den ÖPNV und die Radverkehrsinfrastruktur sicher stellt, und die wirkungsvoll vehindert, dass Garagen oder Stellplätze gebaut werden. Achja und statt einer Reichsgaragenverordnung für Autos ist eine für das Abstellen von Fahrrädern viel wichtiger.

    Und ich befürchte, dass der freie Markt das nicht vernünftig regeln kann. Wie soll denn der freie Markt regeln, dass für einen Neubau mit zahlreichen Autostellplätzen auch die Straßen alle gebaut werden, die diesen Autoverkehr aufnehmen könnten? So wie's jetzt offensichtlich läuft, werden Häuser mit Stellplätzen gebaut, obwohl die Straßen ohnehin schon vollgestopft sind mit Autos. Was dagegen Not tut, sind Maßnahmen, die Wohnungsbau fördern und zwar auf Basis einer Verkehrsinfrastruktur, die den Autoverkehr minimiert oder ganz ausschließt.

    Unfall trotz Rotmarkierung

    Dia HAZ berichtete heute über einen Radfahrunfall in der Brühlstraße, wo eine Radfahrerin auf einem Zweirichtungsradweg von einem PKW-Fahrer schwer verletzt wurde: http://www.haz.de/Hannover/Aus-d…hrlich-verletzt

    Auf dem Zeitungsbild kann man sehen, dass die Radwegfurt an dieser Stelle bereits mit einer Rotmarkierung und einer zusätzlichen dreidimensional wirkenden Strichmarkierung ausgestattet ist. Trotzdem halte ich das Rotmarkieren der Radstreifen, Schutzstreifen und Radfurten für sinnvoll!

    Das kam wohl nicht bei allen so gut an: Merkel will Diesel-Fahrverbote per Gesetz erschweren

    Die HAZ (sonst eher wenig autokritisch) schreibt heute einen erstaunlich kritischen Kommentar zu Merkels Versuch die Lufthoheit über den Stammtischen damit zu gewinnen, dass sie die Luftreinheit in den Städten dafür opfert. Ob Merkels Vorstoß wohl ein "Rohrkrepierer" wird?

    HAZ vom 23.10.2018: http://www.haz.de/Nachrichten/Po…mit-Grenzwerten

    Und hier ein aktuelles Bild aus Frankfurt vom Bahnhofsvorplatz, voll mit Diesel-Taxis, das ich auch an anderer Stelle im Forum bereits veröffentlichte (Schadstoffe und Macht der Autolobby ...)

    Schadstoffe und Macht der Autolobby

    Verzeih mir, aber was will man in Hannover noch verschandeln? ;)

    Das kann man sich wirklich fragen, denn Hannover ist eine so durch und durch autogerechte Stadt, dass sie ganz und gar mit Autos verschandelt ist. Bloß dass viele Hannoveranerinnen und Hannoveraner die Autoseuche anscheinend nicht als Verschandelung wahrnehmen. Na zum Glück gibt es auch ein paar schöne Ecken und Leute, die das mit den Autos auch eher kritisch sehen.

    Total spannend finde ich übrigens, dass bei der Einführung der Elektrischen vor rund 120 Jahren die Innenstadtbewohner keine Fahrdrähte wollten, weil sie das als eine Verschandelung ansahen, so dass die Straßenbahnen zunächst im Innenstadtbereich mit Batterien fahren musste. (sic!) Wenn man sich dagegen ansieht, dass Hannover später in den 1950er-Jahren stolz drauf war eine Autovorzeigestadt zu sein, dann kann man nur noch den Kopf schütteln.

    Aus aktuellem Anlass reaktiviere ich mal diesen alten Thread. Das Auto auf dem Foto hat gefährlich scharfkantige Gegenstände auf die Motorhaube montiert bekommen. Ist das ein Grund für eine Ordnungswidrigkeitenanzeige? Ich habe jetzt erst mal das Foto über das Beschwerdeformular an die Stadt Hannover gesendet. Mal schauen was bei rauskommt. Hier geht es zum Beschwerdeformular der Stadt Hannover:

    https://e-government.hannover-stadt.de/impulsweb.nsf

    Hallo Schlau Meier, da denkt man, dass man doch schon einiges gesehen habe und dann so was. Die H-Bahn, die in dem Wikipedia-Artikel genannt wird, kannte ich tatsächlich schon. (Bin allerdings leider noch nicht damit gefahren.) Aber das Cabinentaxi (in dem HAZ-Artikel zu Neuffer Autokabinensystem genannt, denn das muss es wohl sein, was gemeint ist) kannte ich tatsächlich noch nicht.

    Warum hat sich das Cabinentaxi oder Autokabinensystem anders als von Neuffer vermutet, nicht etabliert? Ich befürchte es sind die recht unansehnlichen geständerten Fahrbahnen, die erforderlich sind. Über Hannover hatte ich mal gelesen, dass alternativ zur Einführung der U-Bahn darüber diskutiert wurde, eine Alwegbahn, also eine Einschienenbahn auf Ständern zu bauen. Das wurde jedoch verworfen, weil man eine Verschandelung des Stadtbildes befürchtete. Stattdessen wurde angefangen, die deutlich teurere U-Bahn zu bauen. Herausgekommen ist dann ein Stadtbahn genanntes System mit Klapptrittstufen für die oberirdischen Stationen, die jetzt nach und nach mit Hochbahnsteigen ausgestattet werden, um Barrierefreiheit zu ermöglichen. In dem von dir verlinkten Film sieht man eine Station des Cabinentaxis, die mit einem Aufzug ausgestattet ist, denn die Eltern benutzen, während das Kind die Treppen runterflitzt. Die U-Bahn in Hannover plante man dagegen zunächst ohne Aufzüge. An manchen Untergrund-Stationen gab es bis vor wenigen Jahren nicht einmal Rolltreppen.

    Was mich ärgert ist, dass mit solchen Systemen nicht das Hauptverkehrsproblem gelöst wird. Der massenhafte Autoverkehr. Es wird versucht dem ein attraktives Angebot entgegenzusetzen, was aber nur mit unansehnlichen Stelzen-Bauten oder in Tunneln unter der Erde möglich ist.

    Ein anderer Versuch, alternative ÖPNV-Mobilität zu gewährleisten, wird aktuell an einigen Orten bereits erfolgreich umgesetzt ist: Die Seilbahn. Möglicherweise haben die dünneren Seile eine höhere Akzeptanz als geständerte Fahrbahnen. Nachteil. Es gibt natürlich keine individuell wählbaren Ziele wie beim Cabinentaxi. Hier ein Foto von der Koblenzer Seilbahn und zwei Fotos aus der Kabine heraus aufgenommen. Das erste Bild zeigt das Traggerüst für die Seile, das zweite die Überfahrt über den Bahnhof Koblenz-Ehrenbreitstein (rechtsrheinisch), das dritte die Ankunft an der Bergstation.

    Es ist übrigens möglich, das Fahrrad mitzunehmen, wie man auf dem dritten Bild sehen kann!

     


    Wer auf der Rheinstrecke unterwegs ist, der sollte sich eine Fahrt mit der Koblenzer Seilbahn gönnen. Die Talstation ist nur ca. 20 Minuten zu Fuß vom Hauptbahnhof (linksrheinisch) entfernt. Es gibt auch eine Busverbindung vom Bahnhof zur Talstation. Zeitbedarf ab Bahnhof ca. 1 bis 2 Stunden. Die einfache Fahrt selbst dauert ca. 5 Minuten.

    Das Bild zu dem verlinkten Artikel erweckt den Eindruck, dass der Bürgersteigbelag so gestaltet ist, dass ein hoher Aufforderungscharakter daraus abgelesen werden kann, halbseitig hochbord zu parken. (Unterschiedlich gepflasterte Streifen auf dem Bürgersteig.) So weit ich weiß, ist das halbseitig Hochbordparken aber nur dann erlaubt, wenn das entsprechende Verkehrsschild [Zeichen 315-55] das gestattet.

    In dem Artikel wird eine erforderliche Restfahrbahnbreite von 3,40 m erwähnt, die allerdings nicht überprüft wurde: "Ebenfalls unklar blieb, ob zu diesem Zeitpunkt zwischen dem Außenspiegel und der Bordsteinkante auf der linken Seite, die erforderliche Rest-Fahrbahnbreite von 3,40 Meter vorhanden war." Bedeutet das, dass ein Hochbordparken dann erlaubt ist, wenn anders die erforderliche Restfahrbahnbreite (zwischen Außenspiegel und Bordsteinkante gegenüber) nicht eingehalten werden kann?

    Und was ist die geeignete Gestaltung einer solchen Straße? Leider geht aus dem Artikel nicht hervor, ob es sich um eine reine Wohngebietsstraße handelt. Die sind ja manchmal als verkehrsberuhigte Zone gestaltet, in der es keine Trennung zwischen Bürgersteig und Straße gibt. Außerdem genießen Fußgänger Vorrang in der verkehrsberuhigten Zone, es gilt Schrittgeschwindigkeit und es darf nur geparkt werden, wo Parkplätze eindeutig markiert sind. Für mich die eindeutig bessere Lösung. Dann entfällt auf jeden Fall die Frage hochbordparken ja oder nein. (Aber leider sind Verkehrsberuhigte Zonen oft nicht genügend überwacht. Und/oder zu wenig vor Durchgangsverkehr geschützt.)

    Die Augsburger Allgemeine mischt auch noch mit: Sollte man auf dem Fahrrad eine Warnweste tragen?

    Habe den Artikel gelesen und ich vermisse zwei Gedanken darin: Wenn immer mehr Radfahrer und Fußgänger mit Warnwesten unterwegs sind, dann wird es für Straßenbauarbeiter oder Rettungsdienstmitarbeiter, die in besonderer Weise darauf angewiesen sind durch ihre Warnweste erkannt zu werden, nicht einfacher.

    Und der andere Gedanke: Es muss ja nicht gleich eine Warnweste sein. Es gibt ja auch noch die Möglichkeit, eine helle Jacke zu tragen. Oder eine dunkle mit ein paar Reflexstreifen.

    Bei der SPD hat man ja oft den Eindruck, dass das eine durch und durch von den Autoherstellern und den Arbeitnehmervertretern im Fahrzeugbau korrumpierte Partei ist. Ist sie wahrscheinlich auch. Aber um so interessanter ist es dann zu beobachten, dass dort auch durchaus Autokritiker mitwirken, bzw. in diesem speziellen Fall mitwirkte:

    "Der Sozialdemokrat setzte auf einen starken Staat. Was als schädlich erkannt war, musste verboten werden. Um giftige Abgase und Lärm zu reduzieren, sollte der Bundestag Bau und Verkauf von Verbrennungsmotoren untersagen, sobald wirtschaftliche Alternativen vorlagen. Dafür fasste er 1985 ins Auge. Neuffer schrieb: „Die Bundesregierung unterstützt aussichtsreiche Entwicklungen für emissions- und geräuschlose Antriebe mit Dringlichkeit.“ Ihm schwebte ein „Autokabinensystem“ vor, er hatte von recht weit entwickelten selbstfahrenden Systemen gehört. Ein europäisches „Schnellbahnnetz“ sollte entstehen und, war es einsatzfähig, wären Passagierflugzeuge über Deutschland nur noch für interkontinentale Strecken erlaubt. Das Verbot für innereuropäischen Luftverkehr sollte zu einer Zeit beginnen, „wo er noch kein Volksvergnügen geworden ist“. Grober Zeitpunkt: Anfang der 90er-Jahre."

    Dieses Zitat stammt aus der heutigen HAZ, die passend zur Diskussion um Dieselfahrverbote an den ehemaligen Oberstadtdirektor (1963 bis 1974) erinnerte. HAZ vom 20.10.2018

    http://www.haz.de/Hannover/Aus-d…ist-das-Problem

    Interessant ist auch ein Blick auf diese Grafik (aus dem HAZ-Artikel), die von Neuffer stammt und in der er einen verkehrspolitischen Entwurf macht: http://www.haz.de/var/storage/im…ser_article.jpg

    Weiß übrigens jemand hier, was es mit dem von Neuffer prognostizierten „Autokabinensystem“ auf sich hat. Und ist das möglicherweise gleichzusetzen mit selbstfahrenden Autos, oder geht es da um ganz was anderes? Wenn ich das Wort in die Suchmaschine eingebe, dann erscheint lediglich ein Hinweis auf den HAZ-Artikel über Neuffer.

    Ich meinte da mal einen Beitrag gesehen zu haben (im Netz?) über die Lieferketten von Waren inkl. Fisch direkt zu einem Großmarkt in der Nähe von Stuttgart. Da wurde auch erwähnt wie vollständig, abgestimmt und beeindruckend die Lieferketten waren und fast alles bis in jedes Kaff mit dem Zug gebracht wurde.

    Hannover hatte bis in die 50er-Jahre ein sehr ausgedehntes Güter-Straßenbahnnetz. Hier ein Link zu einem Bild vom Gemüsezug nach Limmer:

    https://i.pinimg.com/originals/b7/1…5c36e88ffe5.jpg

    Und wie lange haben die vor 67 Jahren gebraucht?

    Ich bin zwar noch keine 67+x, aber deine Frage erinnert mich dran, dass ich als kleines Kind mit der Oma (wohnte im ländlichen Bereich) zum nächst gelegenen Bahnhof gefahren bin (wenn ich mich recht erinnere mit dem Omnibus), um dort eine riesige Konservendose Heidelbeeren abzuholen. An ganz viele Details erinnere ich mich nicht. Ich bin übrigens keinesfalls ein "Früher war alles viel besser"-Romantiker oder Landleben-Verherrlicher oder Büllerbü-Verzückter. Trotzdem erinnert mich deine Frage an dieses Erlebnis.

    Es tut sich was in Hannover in Sachen Rotmarkierungen von Fahrradfurten. Alle frisch rot markierten Fahrradfurten zu zeigen, das wäre mir zu viel. Aber die eine oder andere neue Rotmarkierung stelle ich hier gerne vor. Zum Beispiel wurde an der Hamburger Allee/ Ecke Celler Straße eine Rotmarkierung angebracht:

    Der Link zum google-street-view-Bild zeigt, wie es dort vorher aussah: https://www.google.com/maps/@52.38180…!7i13312!8i6656

    In Hannover-Kleefeld ist diese in die Jahre gekommene Beschilderung eines kombinierten Rad- und Fußweges zu sehen. Das Schild Mopeds verboten ist doch eigentlich überflüssig. Oder kann man den kombinierten Rad- und Fußweg als einen außerhalb geschlossener Ortschaften betrachten, wo ja das Mopedfahren erlaubt ist, auch wenn kein Moped-frei-Schild angebracht ist? Tatsächlich liegt der Fußweg entlang einer Bahntrasse zwischen zwei Stadtteilen.

    Hier noch ein Link zu einer älteren google-street-view-Aufnahme. Da fehlt allerdings noch der Hinweis auf die Hundefreilauf-Fläche. Die halte ich übrigens für keine gute Idee. https://www.google.com/maps/@52.37458…6thumbfov%3D100

    Gilt zumindest für die Vorderpfalz, ansonsten trinkt man jenseits des Hardtrandes eher Bier.

    Zur Pfalzcard - an und für sich eine gute Sache. Die aber halt auch Nachteile hat; alles, was an und in dem Programm nicht beteiligt ist, gerät schnell außer Interesse. Das dürfte grade kleinere Gastronomiebetriebe, FeWo, Pensionen usw. sowie Freizeitanbieter betreffen. Außerdem ist der S- und ÖPNV in der Südwestpfalz meines Erachtens insgesamt ziemlich unterirdisch. Etwa vergleichbar mit dem Angebot an Fahrradständern. ;)

    Wenn ich das Prinzip der Pfalzcard richtig verstanden habe, dann darf sich jeder Betrieb daran beteiligen. Allerdings kenne ich nicht die genauen Konditionen. Ich vermute jedoch, dass ein kleiner Übernachtungsbetrieb deutlich weniger dazu beitragen muss, die Pfalzcard zu finanzieren als ein großes Hotel. Oder gilt die Anzahl der ausgegebenen Karten? Letztlich rechnet sich das Ganze doch nicht so, dass der Hotelier seinen Gästen den Eintritt in jedes Museum etc. finanziert, dass der Kartenbesitzer besuchen kann. Sehr viele Gäste nutzen doch ganz viele Möglichkeiten der Pfalzcard gar nicht. Dadurch wird die Pfalzcard doch erst erschwinglich für den Hotelier, der sie ausgibt. Diejenigen jedoch, die sie nutzen, um damit im ÖPNV mobil zu sein, anstatt mit dem Auto die schöne Pfalz zu vergiften, profitieren jedoch sehr von der Pfalzcard. Und das ist doch erfreulich.

    Ich habe mal überlegt, wofür ich überdurchschnittlich viel Geld ausgebe und das Ergebnis ist: Für's Wohnen und Essen. Lebensmittel kaufen wir überwiegend auf dem Wochenmarkt, sowie beim örtlichen Fleischer und wir besuchen gerne die örtliche Gastronomie. Würde ich das Geld stattdessen an der Tankstelle ausgeben, bliebe deutlich weniger davon vor Ort. Im Versandhandel bestelle ich nur äußerst selten Dinge, die ich vor Ort nicht kaufen kann.

    Ich benutze ja gerne auch den ÖPNV und fahre leidenschaftlich gerne Omnibus (als Fahrgast - nicht als Fahrer). Wenn ich mit einer durchschnittlichen Omnibusbelegung von 20 Fahrgästen rechne, dann beschäftige ich durch meine Busfahrerei mit 20 Stunden Omnibusfahren eine Stunde lang mindestens eine Arbeitskraft, nämlich den Busfahrer. Ich glaub nicht, dass bei 20 Stunden Autofahrt ebenfalls eine Stunde lang eine Arbeitskraft beschäftigt wird. Warum wird dann aber die Autoproduktion so hoch gepriesen als Beschäftigungsgarant? Und entsprechend forsch tritt die Autolobby auf, wenn es darum geht Sonderkondition für alles Mögliche zu fordern. Bis dahin ungestraft die Luft zu verschmutzen.

    Die "Heizspiralen" könnten gar eine pfälzische Erfindung sein, ich hab schon vor Urzeiten welche davon in Pirmasens stehen sehen. Und in Pirmasens gibt und gab es mangels Radfahrern seit eh und je kaum (auch nur annähernd brauchbaren) Fahrradständer.

    Biste grade auf Pfalz-Expedition? ;)

    Kurzurlaub. Aber vorsicht, bei den vielen Weinfesten hier besser nur den ÖPNV benutzen. Den Wein trinkt man hier wie andernorts Wasser - so scheint es mir. Aber es gibt ja für Feriengäste die Pfalzcard, d. h. freie Fahrt im ÖPNV im Verkehrsverbund Rhein-Neckar! Link zur Pfalzcard: https://www.pfalzcard.de/de

    Hier ist dann auch die "professionelle" Gegenposition:

    http://m.spiegel.de/auto/aktuell/v…-a-1233510.html

    In dem von dir verlinkten Text heißt es: "Neben strengeren Grenzwerten und der Umweltbilanz von E-Autos sieht VW-Chef Diess aber noch das Problem, "dass die Wertschöpfungstiefe bei E-Fahrzeugen geringer ist und somit weniger Personen benötigt werden, um die E-Autos herzustellen." Allen sei klar, "dass der Strukturwandel dazu führt, dass es weniger Arbeitsplätze in der Automobilindustrie in Deutschland geben wird", sagte Diess."

    Es ist mir einfach unbegreiflich, dass es anscheinend immer noch gelingt mit solchen Argumenten zu punkten. Im Klartext heißt das doch: Es gibt das einfach herzustellende Elektro-Auto und das äußerst kompliziert herzustellende Auto mit Verbrennungsmotor. Beide ermöglichen im vergleichbaren Umfang motorisierten Individualverkehr. Weil aber die "Wertschöpfungstiefe" beim Auto mit Verbrennermotor tiefer ist, sollten wir besser die Finger lassen vom Elektroauto und die Schadstoffe der Verbrennungsmotoren willig einatmen. Das erinnert an die Erfindung des mechanischen Webstuhls. Da gab es auch Leute die verteidigten den Handwebstuhl, weil der mehr Arbeit macht. Ja es gab in der Folge Massenverelendung, weil viele Weber arbeitslos wurden. Aber seitdem hat sich doch auch einiges an gesellschafts- und wirtschaftswissenschaftlichem Know-How angesammelt, wie man solche Transformationsvorgänge hinbekommt. Als der klassische Buch- und Zeitungsdruck abgelöst wurde, ging das ohne Massenverelendung.

    Und wie muss ich mir da erst vorkommen als Fahrrad-Benutzer? Bin ich jetzt ein "Volksschädling", weil ich diese Verkehrsart mit geringer "Wertschöpfungstiefe" nutze, anstatt mit einem 350-PS-Diesel-SUV die Luft zu verpesten und die Straßen zu verstopfen?