Beiträge von Ullie

    Das ist schon wirklich ein Kuriosum und zunächst dachte ich daran das Bild im Thread "Lustige Schilder" zu veröffentlichen:

    Da endet der Radweg, es folgt ein Stück bei dem Radfahrer auf die Fahrbahn wechseln müssen, und dann beginnt der "Radweg" ca. 15 m weiter hinten wieder in Form eines Fußweges, der für Radler freigegeben ist. Oder wie ist das Schild [Zusatzzeichen 1022-10] zu verstehen wenn es nicht als Zusatzschild zu einem [Zeichen 239] angebracht ist?

    Ort: Marburg, siehe Karte:

    In Hannover führt ein stark benutzter Radweg am Leineufer entlang, bei dem jetzt der Belag erneuert wurde. Zumindest auf einigen Teilabschnitten wurde er auch verbreitert, sowei es die Bäume zuließen. Hierzu der HAZ-Bericht vom 23.4.18, in dem die Bauarbeiten angekündigt wurden: "Die Piste war mit den Jahren in Teilbereichen zu einer Rumpelstrecke geworden. Sie erhält deshalb eine durchgängige neue Asphaltdeckschicht, wodurch Schlaglöcher sowie Verwerfungen durch Baumwurzeln beseitigt werden. Außerdem lassen die Fachbereiche Tiefbau und Umwelt und Stadtgrün sie in Bereichen, in denen es der vorhandene Baumbestand zulässt, auf 3,50 Meter verbreitern." Quelle: http://www.haz.de/Hannover/Aus-d…Linden-sanieren

    Der Fußverkehr verläuft weitgehend separat auf einem Fußweg, der vom Radweg durch einen breiten Grünstreifen auf den meisten Streckenabschnitten abgetrennt ist. (Im Foto rechts)

    Tatsächlich kann sich das Ergebnis sehen lassen. Hier ein Foto von einem Abschnitt, bei dem im Vordergrund die alte Breite und weiter hinten die Verbeiterung zu sehen ist. Im zweiten Bild deutet eine rote Linie den alten Verlauf an. Die Aufnahme entstand Richtung stadtauswärts kurz vor der Unterführung unter dem Westschnellweg.

                          


    Ich lehne das ab, das wären zehntausende neue VZ 239 allein für Berlin. Zudem sollte ein Fußweg auch weiterhin grundsätzlich für Fahrzeugverkehr aller Art tabu sein. Wer ein Fahrzeug führt, soll die Fahrbahn benutzen, genau dafür ist sie da. Wer das nicht will, fährt Bahn, Bus oder läuft.

    Nein das sehe ich nicht so. Es gibt immer wieder mal Stellen, da ist nicht ganz klar, ob da mit dem Rad gefahren werden darf oder nicht, aber es hat sich aus verschiedenen Gründen der Mischverkehr problemlos bewährt ohne das Schilder aufgestellt sind. Problematisch wird das doch eigentlich nur, wenn der eine den anderen ausschalten will. Zum Beispiel weil die Fußgänger vom Radverkehr genervt sind, oder umgekehrt.

    Zu der Anweisung gegen Hundehalte hinterfrage ich, ober der Unterzeichnende überhaupt die Kompetenz hat, so etwas anzuordnen. Radler und Fußgänger gemischt geht klar, aber ein Hund geht gar nicht? Das soll er mal einem Verwaltungsrichter erklären, die hören bestimmt auch gerne Märchen.

    Na zumindest hatte da wohl jemand die Kompetenz das Schild aufzuhängen. Ich vermute allerdings, dass es dabei gar nicht darum ging, im sehr schmalen Löschels Gäßchen das Hundeverkehrsaufkommen zu reduzieren. In dem Gässchen sind ganz dicht an den Hauswänden sehr schmale Beete, vielleicht um Efeu ranken zu lassen, der die Wände zieren sollen. Und der Heger und Pfleger dieser Beete hat sich vielleicht daran gestört, dass dort Hunde hingeschissen haben und er hatte einen guten Draht zur Stadtverwaltung ... Aber das ist alles nur Spekulation.

    Beim Spaziergang durch's Viertel fiel mir kürzlich auf, dass eines dieser üblen Dickschiffe sich kackfresch auf der Busspur breit gemacht hat, auf der der Bus in einen Fußgängerzonenabschnitt mit ÖPNV-Freigabe einfährt. Anruf bei 110 und ein insgesamt freundliches Gespräch. Zunächst wollte der Polizist allerdings wissen, ob ich der Busfahrer sei. Ich verneinte und wies zugleich darauf hin, dass ich gerne als Busfahrgast unterwegs bin, und dieses falschparkende Fahrzeug die Freude am Busfahren trübt oder gar empfindlich stört, wenn es zu einem Zusammenstoß kommt. Als ich dem Polizisten dann noch den Fahrzeugtyp nannte, meinte er, die Fahrer von solchen Wagen seien besonders dreiste Falschparker und die Polizei ginge der Sache nach. (Das war nach 18:00 Uhr, dann übernimmt die Polizei diese Aufgabe, weil dann der Verkehrsaußendienst der Stadt Feierabend hat.)

    Ich hatte bei anderen, ähnlichen Gelegenheiten, wenn ich im Bus saß, auch schon den Busfahrer angesprochen. Mein Eindruck von dem Gespräch: Solche Verstöße von Autofahrern werden nicht immer konsequent weitergemeldet. Ein Busfahrer meinte, das seien einfach zu viele Anrufe, die er dann machen müsse.

    Die hier finde ich auch toll. Schön eckig damit das Rad hart an den winkel angelehnt werden kann. Und man kann auch sehr gut mit Rücksicht der anderen Radler rechnen wenn sie ihr eigene an die andere Seite des Ständers schließen. Wenn das eigen dann hin und her rutscht am tollen Ständer..sehr durchdacht.

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    KonsiKleine hat ja weiter oben schon darüber berichtet, dass diese massiven Rechteckprofile einem Raddieb mehr Widerstand entgegensetzen als Rohre. Und das mit der sehr eckigen Metall-Kante lässt sich auch entschärfen. So gesehen in Hannover:

                 

    Ah ja. Dann achtet die Polizei sicher auch immer und überall darauf, dass kein normaler Verkehrsteilnehmer verbotenerweise auf Geh- und Radweg parkt ...

    Klar die Rettungsgasse "Radweg" muss frei gehalten werden, weil mit der Rettungsgasse auf der Fahrbahn klappt das ja nicht immer so gut. Das sind ganz neue Perspektiven für ein Gespräch mit der Polizei darüber, warum es in ihrem ureigenen Interesse liegen muss, Radwegparker konsequent abzuschleppen.

    Ich bin eher der Meinung, man sollte die Regeln fürs Radfahren vereinfachen. Wir haben momentan schon 13 verschiedene Straßenteile, auf denen man unter gewissen Umständen mit dem Rad fahren kann, darf oder muss. Da muss nicht noch ein 14. oder 15. Straßenteil dazukommen.

    Dann lieber wieder [Zeichen 239][Zusatzzeichen 1022-10] so definieren, dass keine Schrittgeschwindigkeit notwendig ist und an allen Stellen, die für den Radverkehr zu schmal sind, ganz konsequent das [Zusatzzeichen 1022-10]abschrauben.

    Bevor man das Radfahrer frei abschraubt, kann man doch auch erst mal die Hunde aussperren:

    Im Ernst: Es gibt manchmal schmale Stellen auf Radwegen die für Radfahrer freigegeben sind. Da als Fußweg gekennzeichnet, sind Radfahrer ohnehin schon zu erhöhter Rücksichtnahme verpflichtet. Auch wenn keine Verpflichtung zu Schrittgeschwindigkeit bestünde, müsste ein Radfahrer an Engstellen besonders vorsichtig fahren. Streckenabschnittsweise Freigabe für den Radverkehr und dann wieder nicht, halte ich für keine gute Lösung.

    Dieses Hundeverbot halte ich auch für etwas übertrieben, aber das hat möglicherweise auch andere Gründe, als den schmalen Fuß- und Radweg vom vierbeinigen Fußgeher-Verkehr frei zu halten. (Kackmaschinen-Ausschluss?)

    Weil die Straßenverkehrsbehörde keine Ahnung hat. Ich zeige da immer gerne mit dem Finger auf Wedel, wo die Behörden dann irgendwann das Radfahren auf den Gehwegen unterbinden wollten und die Zeichen 240 entfernten, aber die Fahrradfurten nicht von der Fahrbahn kratzten:

    Dennoch darf man auf den Sonderwegen nicht mit dem Rad fahren.

    Anstatt die roten Fahrradfurten einfach wegzukratzen erscheint es mir sinnvoller, deutlich breitere Furten ohne Piktogramm zu markieren. Und zwar mindestens so breit wie der Bürgersteig. Damit wäre dann zwar immer noch nicht geklärt, ob man dort mit dem Rad hochbord fahren darf, aber auch Fußgänger können doch von einer markierten Furt profitieren. Und selbstverständlich gerne auch in Querrichtung. Denn Fahrradfurten, bzw. Fahrrad-Fußgängerfurten, die nur in Längsrichtung einer der beiden sich kreuzenden Straßen farbig markiert sind, meistens entlang der stärker befahrenen Straßen, beschleunigen dort das Tempo. Farbige Markierungen in Querrichtung degegen reduzieren das Tempo.

               

    Die Autos werden auch immer breiter. Die Polizei, dein Freund und Helfer, reagiert mit einem entsprechenden Hinweisschild:

    Und möglicherweise wird dann auch von den Ordnungskräften mal ein Auge zugedrückt, wenn aus purer "Kastrationsangst" des Autofahrers mal ein Stückchen auf den Rad-/Fußweg ausgewichen wird:

    Hier ein Relikt aus der Zeit, in der Fußgänger konsequent von der Straße verbannt wurden, damit sie nicht den "Verkehrsfluss" hindern. Fußgängerunterführung am Friederikenplatz in Hannover. Selbst heute gibt es dort noch keine direkte Fußgängerampel. Eines der krassesten Beispiele hannoverscher Autovernarrtheit der 60er Jahre. Ziemlich genau aus der Zeit dürften auch diese Schilder stammen, die auf den Fußgängertunnel hinweisen. Vermutlich wurden sie noch nie erneuert. Wäre aber auch echt peinlich, den Fußgängertunnel mit den aktuellen Schildern zu beschildern. So sieht jeder schon auf den ersten Blick, dass eine solche Fußgänger-Verkehrsführung aus der Zeit gefallen ist.

    Ein Scherzbold hat sich mit zwei Aufklebern an einem weiteren Schild, das auf die Fußgängerunterführung hinweist, zu schaffen gemacht:

    Ergänzung:

    Habe das Schild in der Bildtafel der Verkehrszeichen 1971 - 1992 gefunden:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Bildtafel…,_StVO_1970.svg

    Danach, ab 1992, sah es dann anders aus:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Bildtafel…,_StVO_1992.svg

    In der Bildtafel der Verkehrszeichen 1956-1971 habe ich das Schild nicht gefunden.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Bildtafel…n_1956_bis_1971

    ... um mal die eindrücklichsten Beispiele herauszugreifen. Das werden nicht nur ausschließlich Fahrradfahrer gewesen sein. Man muß parallel dazu natürlich den Kfz-, insbesondere den PKW-Verkehr einschränken.

    In Hannover wurde 1965 mit dem Bau einer U-Bahn begonnen. Das hat vor allem dazu geführt, dass der Autoverkehr sehr stark zugenommen hat. Vermutlich deutlich stärker als in anderen Städten, in denen weiterhin nur Straßenbahnen gefahren sind. (Obwohl es davon vermutlich nur wenige gibt im Gebiet der ehemaligen Bundesrepublik.)

    Es wurde versäumt, den Kfz-, insbesondere den PKW-Verkehr einzuschränken. Die 60er Jahre waren aber auch nicht die Zeit, in denen der PKW-Verkehr bereits so sehr in der Kritik stand wie heute. Und selbst heute gibt es noch genug Anhänger einer grenzenlosen Automobilität, so dass immer wieder fatale Fehlentscheidungen getroffen werden, mit denen der Autoverkehr noch weiter verstärkt wird, obwohl die Grenzen der Belastbarkeit längst überschritten sind.

    Bei der Frage des ÖPNV-Ausbaus steht auch heute noch an erster Stelle: Beeinträchtigt das den Autoverkehr? Dann verzichten wir lieber auf den ÖPNV-Ausbau. Siehe zum Beispiel Rückkehr der Straßenbahn in Hamburg unter dem Titel "Stadtbahn".

    Sohn von toter Radfahrerin schreibt rührenden Abschiedsbrief

    Man sollte die Kommentare darunter vielleicht lieber nicht lesen.

    Oder man nimmt sie als ungefähren Gradmesser, welchen Stellenwert das Auto im Kopf der Hamburger Verkehrsteilnehmer immer noch hat. „Tote Mutter, trauernder Sohn? Scheiß egal, ich habe heute jemanden fast angefahren und noch gehupt!“

    Hast du schon mal von dem Spruch gehört, "Einem bösen Hund wirft man schon mal einen Knochen mehr hin, damit er einen in Ruhe lässt." Eigentlich finde ich den Spruch blöde, weil er quasi ein Verhalten gegenüber einem Tyrannen einfordert, das auf Unterwürfigkeit hinausläuft.

    Was den Autoverkehr angeht, habe ich den Eindruck, dort werden nicht nur einzelne Knochen hingeworfen, sondern ganze Gerippe, in Form von immer schnelleren, immer breiteren Straßen und Verdrängung anderer Verkehrsteilnehmer.

    Und etwas Gutes kann ich dem Spruch auch abgewinnen, wenn man ihn auf den Autoverkehr anwendet: Er zeigt, um was es sich bei dem Autoverkehr handelt.

    Man sollte ihn auch entsprechend behandeln (Nicht wie in dem Spruch gefordert und nicht wie Peta sich das wünschen würde.)

    Der Güterverkehr ist doch nicht Alles. Unfälle mit Lkws sind ohne Frage besonders gefährlich aber sie machen nicht die Masse aus. Pkw-Fahren verursachen viel mehr Abbiege- und sonstige Unfälle. Wenn man jetzt über Abbiegeassistenzen oder Blinklichter redet, um den untoten Winkel zu kompensieren, fallen diese unter den Tisch.

    So wird das zugrundeliegende Problem aus der Schusslinie genommen.

    Und ich ertappe mich manchmal bei dem zynischen Gedanken, dass jetzt ein paar medienwirksame Abbiegeunfälle mit Pkws vielleicht ganz gut wären, um den ganzen Eisberg ins Blickfeld zu rücken.

    Ich hatte geschrieben: "Schöner wäre natürlich deutlich weniger bis fast gar keine autofahrenden VerkehrsteilnehmerInnen. Aber was tun bis dahin?"

    Medienwirksame Abbiegeunfälle mit PKW's helfen da auch nicht weiter. Denn die würden ja nur wieder von den LKW-Unfällen ablenken, bei denen Radfahrer getötet wurden.

    Und die Frage ist, was tun um den Kraftfahrzeugverkehr wirksam zu reduzieren? Auch wenn der Anlass sehr traurig ist, so ist es doch richtig, dass diese Unfälle ein Medienecho auslösen. Und da gehören nun mal auch Diskussionen über solche Maßnahmen wie Rotmarkierungen, Bike-Flash oder andere Ampelschaltungen.

    Ein Schmankerl für Fahrbahnradler:

    Mit dieser Regelung, "Fahrbahn benutzen", können sich sogar Fußgänger anfreunden:


    Allerdings muss ich leider einen kleinen Wehmutstropfen einschenken, weil eben das Fahrbahnradeln vielen immer noch zu unsicher erscheint:

           

    Ort: Hannover, Spinnereistraße Ecke Braunstraße.

    Vielen Dank für die Antworten zum "Bike-Flash". Das Kostenargument hatte ich noch gar nicht auf dem Schirm. Die springende Frage beim Lostenargument ist ja die, ob man die Kosten der MIV-Förderung zurechnet oder der Radverkehrsförderung. Wenn's blöd läuft kommt dann raus: Wir haben ja schon sooooo viel Geld ausgegeben um den Radverkehr attraktiv zu machen ... Und in Wirklichkeit müsste das Geld für die Bike-Flashs der MIV-Förderung zugerechnet werden.

    Ich nenne das Einfärben "Tarnfarbe auftragen" (Damit man das Blut nicht so sieht). Und Radwegen, die (wenigstens in Hamburg) gerne aus rotem Pflaster bestehen, bezeichne ich oft als Blutspuren. Ja, es könnten Spuren von Zynismus vorhanden sein.

    Wie und welche Furten eingefärbt werden sollten, kann ich nicht sagen. Ich bin einfach kein Freund dieses Farbenspiels. Ich kenn sie auch nur als rutschig, wenn sie feucht sind, oder als so rau, dass man es spürt.

    An der Kreuzung wurden die Fahrbahnmarkierungen erneuert. Auf einen kurzen Blick, den ich hatte, aber so wie sie vorher vorhanden waren.

    Deine Bedenken teile ich, dein Zynismus ist mit etwas zu krass. Aber da du dich damit in Hamburg vor Ort beschäftigst gleich noch eine weitere Frage aus Hannover: Eine weitere Maßnahme, die allerdings jetzt nicht von dem Bezirksrat des betroffenen Stadtbezirks eingefordert wird (Vahrenwald), sondern vom Bezirksrat Mitte sieht die Installation von so genannten Bike-Flashs vor: "Nähert sich ein Radfahrer einer Kreuzung, blinken LED-Lampen in unterschiedlichen Höhen. Sie sollen Lastwagen und Autos beim Abbiegen warnen. Bike-Flash heißt das System. Der Bezirksrat Mitte will es in Hannover testen. Hätte es den tödlichen Unfall an der Vahrenwalder Straße verhindern können?" http://www.neuepresse.de/Hannover/Meine…ellen-schuetzen

    Diese Bike-Flashs sind Lampen, die aufleuchten, wenn sich ein Radfahrer einer Kreuzung nähert und abbiegende KFZ-Lenker auf den herannahenden Radfahrer aufmerksam machen sollen. Gibt's so was auch in Hamburg, bzw. wird das dort diskutiert?

    Die Erfindung kommt von einem Flensburger und entstand aus einem schlimmen Unfallereignis in Flensburg heraus: Das Flensburger Tageblatt berichtete darüber Anfang des Jahres. https://www.shz.de/lokales/flensb…id19151981.html

    Aber macht das überhaupt Sinn? Meine Befürchtung ist, dass dann Radfahrer an Kreuzungen, die nicht mit den sog. Bike-Flashs ausgestattet sind möglicherweise noch stärker gefährdet sein werden. Und eine weitere Befürchtung ist, dass solche Maßnahmen, die ja möglicherweise nur "Show" - in diesem Fall "Light-Show" - sind, die notwendige Diskussion über Reduktion des Verkehrs und/oder einen sicheren Güterverkehr im Keim ersticken.

    Rutschige oder raue Rotmarkierungen sind natürlich wirklich Mist. Aber da sollte es dann doch möglich sein, die richtige Mixtur zu finden. Und Rotmarkierungen könnten flächendeckend angewendet werden, so dass jeder Autofahrer immer wieder daran erinnert wird: Achtung es gibt auch die radfahrenden VerkehrsteilnehmerInnen. Schöner wäre natürlich deutlich weniger bis fast gar keine autofahrenden VerkehrsteilnehmerInnen. Aber was tun bis dahin?

    Sicherer Warentransportverkehr - ein Beispiel:

    Habe das gegoogelt..hat es schon jemand live gesehen? Scheint ja ein Kiel exklusives Schild zu sein..

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    Habe ein Schild mit demselben Inhalt bei einem Bodenseeurlaub in Friedrichshafen gesehen. Ist jetzt schon ca. 10 Jahre her, deshalb weiß ich nicht, ob's immer noch da steht. Gesehen habe ich es auf dem Weg von der Jugendherberge in Richtung Innenstadt auf einem Weg, der dicht am See lang führte. Vielleicht erinnere ich mich deswegen daran, weil es mich geärgert hat, dass Friedrichshafen wie viele andere Kommunen auch, zwar sehr viel für Autofahrer tut, aber den Radverkehr darüber vernachlässigt. Wenn's dann mal eng wird, dann wird an die Radfahrer appelliert, sich doch bitte vernünftig zu verhalten. Wenn ich mich recht erinnere (hab grad openstreetmap zu Hilfe genommen) stand das Schild an der Ecke Eckenerstraße/Östliche Uferstraße gegenüber der Schreienöschstraße https://www.openstreetmap.de/karte.html

    Das Schild wurde dort wohl deshalb aufgestellt, weil die Östliche Uferstraße in dem Bereich für Autos verboten ist und an schönen Tagen und am Wochenende dort viele Fußgänger lang gingen. Da wollte man den Radverkehr wohl lieber aussperren. An weniger schönen Wochentagen aber ist das Radeln dort kein Problem. (So erinnere ich mich, vielleicht weiß es ja wer genauer?)

    Der gegnwärtige Untersuchungsstand (bin aber zu faul, das rauszusuchen) ist: Das Einfärben von Furten verringert die unnötige Gefährdung auf Radverkehrtanlagen, wenn sie gezielt eingesetzt wird. Wird die Farbe massenhaft genutzt, löst sich der Effekt (wohl durch Gewöhnung) in Wohlgefallen auf.

    Mir stellt sich dabei die Frage, ob bei gezieltem Einsatz die Gefärdung in anderen Stellen steigt. Wenn jemand eine Untersuchung dazu kennt, her mit der Info.

    Diese Problematik mit dem Gewöhnungseffekt sehe ich auch. Und ich habe den Verdacht, dass das Aufbringen roter Farbe auf den Radwegefurten an Kreuzungen, an denen einmal ein Radling schwer verunfallt wurde, vor allem als "Tranquilizer" für die beunruhigte Öffentlichkeit dienen soll.

    Allerdings hat die heutige HAZ-Berichterstattung über geplante Maßnahmen zur Verkehrssicherung an einer Kreuzung an der ein junger Radfahrer totgefahren wurde doch den Eindruck vermittelt, dass die verantwortlichen Entscheidungsträger die Sache ernst nehmen: "Sichtlich angefasst hat Stadtbaurat Uwe Bodemann am Mittwoch im Bauausschuss Vorwürfe zurückgewiesen, die Stadt handele nicht schnell und entschlossen genug bei der Umgestaltung der Kreuzung Vahrenwalder Straße/Industrieweg, an der am Abend des 18. April ein elfjähriger Radfahrer von einem abbiegenden Lkw überrollt und getötet wurde." HAZ, 16.5.2018 http://www.haz.de/Hannover/Aus-d…hnell-reagieren

    Und weiter unten heißt es in der HAZ-Berichterstattung:

    Sofort nach Vorliegen des Berichts der Unfallkommission habe die Verwaltung begonnen, die Überprüfung der Ampelschaltung auszuschreiben. Das dauert zwar, „aber dazu zwingt uns das Haushaltsrecht“, sagt Bodemann. Ziel der Überprüfung ist, zu schauen, ob möglicherweise Rechtsabbieger kein Grün mehr bekommen sollen, wenn Radfahrer und Fußgänger queren dürfen. Zudem solle der Radweg auf der Kreuzung „zeitnah“ rot angemalt werden, sagt Bodemann. ADFC-Mitglieder hatten der Stadt vorgeworfen, dass sie nicht alle entsprechenden Ampelschaltungen längst sicherer gemacht hat und die roten Markierungen nicht schon fertig sind.

    Das mit der Ampelschaltung kann sich allerdings zum Schuss ins Knie entwickeln, nämlich dann, wenn die Rechtsabbieger-Grünphase dazu führt, dass die Grünphase für den Fahrrad-Geradeausverkehr drastisch verkürzt wird.

    Das "rot anmalen", ich nenne das mal ein bisschen weniger despiktierlich "rot beschichten" oder "rot anlegen", beinhaltet aber möglicherweise, den von dir erwähnten Gewöhnungseffekt. Und es gibt noch zwei andere Probleme zu klären, die sich daraus ergeben:

    Soll denn die rote Farbe nur auf der Radwegefurt aufgebracht werden, die parallel zur Einfallsstraße (hier die Vahrenwalder Straße) verläuft?


    Oder soll auch die quer dazu verlaufende Radwegefurt (Industrieweg) rot beschichtet werden?

    Und wenn man sich dann noch anschaut, wie übel abgenutzt die alten weißen Markierungen der Furt ausschauen, dann stellt sich doch auch gleich die Frage, in welchem Rhythmus eine Rotmarkierung erneuert werden muss. Hier das Bild ohne die von mir mit dem Bildbearbeitungsprogramm eingezeichneten Rotmarkierungen. Die weißen Fahrbahnmarkierungen der Radwegefurt sind deutlich abgenutzt. Besonders in der Längsrichtung.

    Und wie sieht das nach dem schweren Unfall in Hamburg aus? Sehen die Verkehrsplaner den Ernst der Lage? Und welche Rolle spielen Fahrbahnmarkierungen?

    In der Hamburger Morgenpost vom 9.5.2018 ist zu lesen: "Die Stadt kann aber die Infrastruktur für den Radverkehr verbessern, Radler für Pkw- und Lkw-Fahrer sichtbarer machen – durch Radfahrstreifen und Einfärbungen im Kreuzungsbereich. „Das sind Einzelfall-Abwägungen, aber wir müssen uns das generell verstärkt anschauen“, heißt es im Senat. Beim tragischen Unfall in Eimsbüttel wird die Unfallkommission entscheiden, ob es dort bauliche Veränderungen geben muss – damit Radler dort künftig sicher sind." – Quelle: https://www.mopo.de/30140910 ©2018