Beiträge von Ullie

    Mit Blick in die einschlägigen Facebook-Gruppen vermute ich mal, dass die Teile ebenso schnell abgestellt werden wie der Abstandswarner für Lastkraftwagen, der schon mal den Alarm anwirft, wenn auf der Autobahn ein Kleinwagen schnell auf den rechten Fahrstreifen wechselt.

    Gerade bei noch nicht ausgereifter Technik wird der Fahrer schnell abgestumpft sein, wenn bei jedem Abbiegevorgang das Gebimmel losgeht, weil das Radar die Abwärme einer Bio-Mülltonne als Radfahrer erkannt haben will.

    Die Erwartung an Abbiegeassistenten scheint zu sein, dass sie den Fahrer rechtzeitig auf vorfahrtsberechtigte Verkehrsteilnehmer aufmerksam macht, aber ich fürchte, diese Erwartung wird nicht erfüllt werden können.

    Es wird ja gerne behauptet, die Technik sei noch nicht ausgereift, deshalb dürfe sie nicht zum Einsatz kommen. Aber gilt das nicht grundsätzlich für alle technischen Errungenschaften. (Mal abgesehen vom Fahrrad, das ist natürlich technisch durch und durch ausgereift ;) und darf deshalb gerne noch sehr viel verstärkter zum Einsatz kommen)

    Spaß bei Seite: Ein LKW ist natürlich technisch ganz und gar nicht ausgereift, trotzdem kommt er ja täglich millionenfach zum Einsatz, mal ganz abgesehen von den vielen technisch ganz und gar nicht ausgereiften Autos. <X

    Aber es ist doch so, wenn ich das richtig mitverfolgt habe, dass in einigen Ländern bereits autonom fahrende Fahrzeuge auf den Straßen unterwegs sind. Wie ausgereift ist denn deren Technik hinsichtlich des Abbiegens? Und es ist ja bislang noch gestattet, dass zum Beispiel Abstandswarner abgeschaltet werden können. Aber es gibt diese Abstandswarner auch schon mit automatischen Notbremssystemen und dass diese abgeschaltet werden dürfen, muss ja nicht für immer so bleiben!

    Auch die Bikeflash-Anlage ist vermutlich technisch noch nicht hundertprozentig ausgereift. (Ab wann wäre sie das eigentlich? Fehlerquote unter 0,001 Promille? Wegen der vielen Bio-Mülltonnen im Erfassungsbereich nicht erreichbar?) Aber die Bikeflash-Anlage ist ganz sicher ein wichtiger Entwicklungs-Schritt hin zu mehr Sicherheit, wie der Abbiegeassistent mit Notbrems-System, der sich nicht abschalten lässt.

    Oder um mal auf die Fahrradtechnik zurückzukommen: Heute ist zumindest beim Rücklicht eine Standlicht-Funktion recht üblich und wird - obwohl keine Vorschrift - (was ich übrigens nicht weiter schlimm fände) relativ oft gekauft.

    Da fehlt eigentlich noch der Pfeil, dann wäre es ein 'Sharrow'.

    Vielen Dank für den Link mit den Sharrow-Fotos. In dem Text dazu steht, dass auf vielen Strecken die Sharrow-Pfeile den Fahrradstreifen oder Schutzstreifen nicht ersetzen können. In Hannover fallen mir allerdings gleich zwei Anwendungs-Fälle ein: Engelbosteler Damm. Da wurde das Foto weiter oben aufgenommen auf dem ein grünes Fahrradpiktogramm zu sehen ist. Und die Königstraße mit ihren viel zu schmalen Schutzstreifen, die die Verwaltung nicht breiter machen möchte, weil sie argumentiert, dass die Gesamtbreite der Straße das nicht hergibt. Zwar ist absehbar, dass sofort aus der Autoecke wieder wild herum polemisiert würde, "dadurch würde der Verkehr noch viel unübersichtlicher und die armen, armen Radfahrer, die wüssten ja nun gar nicht mehr, wo sie fahren sollten". Aber das "Gemeckere" muss eine Verkehrsbehörde aushalten können.

    Dieser Sharrow (zusammengsetzt aus share und arrow (=teilen und Pfeil) ) gefällt mir so gut, dass ich ihn mal in mein Foto vom Engelbosteler Damm eingezeichnet habe:


    So isses etwas besser:

    Geht sicher noch besser, weil hier besteht doch Verwechslungsgefahr mit einem Piktogramm, das den Weg zum Fahrradparkhaus zeigt. Trotzdem: Der "Sharrow" gefällt mir! Da kann ich nur DMHHs Bitte wiederholen: Noch mehr Fotos davon bitte!

    Das sagt der Erfinder. Damit ist es nichts anderes als eine Werbeaussage. Und diese Aussagen gehören objektiv überprüft, bevor man sie an unschuldigen Verkehrsteilnehmern testet. Nur wie will man das machen? Wenn es an der Ecke einen Toten gab ist im nächsten Jahr alles unter zwei Toten ein Erfolg, weils immerhin nicht schlimmer wird durch die Blinkestange?

    Die Formulierung "an unschuldigen Verkehrsteilnehmern testen" legt ja den Verdacht nahe, dass da was ganz Schlimmes ausprobiert wird, dass zwangsläufig dazu führt, dass "unschuldige Verkehrsteilnehmer" geschädigt werden. Selbst wenn man eine positive Wirkung der Bikeflash-Anlage im Sinne von mehr Verkehrssicherheit anzweifelt, heißt das noch lange nicht, dass sie die Situation zusätzlich gefährlicher macht, als sie wäre, wenn die Bikeflash-Anlage nicht dort stünde. Dann müsste man schon noch eine Stufe grundlegender argumentieren und zum Beispiel alternative Kreuzungs-Gestaltungen erörtern. Zum Beispiel dieses niederländische Kreuzungs-Design, bei dem der Radweg sehr stark von der Kreuzung weg verschwenkt wird und abbiegende Fahrzeuge nach dem Abbiegen schon wieder auf einer Geraden fahren und dann der eigentlich parallel verlaufende Radweg diese Gerade kreuzt.

    https://bicycledutch.wordpress.com/2014/02/23/jun…he-netherlands/ Diesen Link hatte schon mal jemand zur niederländischen Kreuzung angegeben.

    Oder man müsste ganz grundsätzlich Verbesserungen der Fahrerhaus-Gestaltung diskutieren. Eine deutlich tiefere Sitzposition mit tiefen Fenstern an der rechten Tür, würde ebenfalls mehr Sicherheit für Radfahrer und Fußgänger bedeuten.

    Aber abgesehen davon, dass es vielleicht noch bessere Möglichkeiten zum Schutz von Fußgängern und Radfahrern gibt: Die Bikeflash-Anlage gefährdet die Fußgänger und Radfahrer nicht zusätzlich, deshalb halte ich die Formulierung "an unschuldigen Verkehrsteilnehmern testen" für übertrieben.

    Die Wahl ist doch das netteste an dieser Geschichte. Mein Rennrad hat den schweren Nabendynamo und die fest installierten Leuchten (und die müssen auch nicht mehr zittrig sein) - weil ich damit eben auch längere Strecken fahre und auch mal eine ganze Nacht unterwegs bin.

    Das MTB hat ein Akku-Dings. Das ist auch nicht immer superfest installiert, weil ich im Wald den Lichtkegel so einstellen kann, dass ich auch Äste auf Gesichtshöhe sehe. Das ist mir wichtig. Am Lenker kann ich es dann aber im Straßenverkehr so weit absenken, dass der Gegenverkehr nicht geblendet wird (hoffe ich zumindest.. habe noch keine Rückmeldung bekommen). Da ist mir auch eine Beleuchtung nach vorne viel wichtiger als ein Rücklicht - auf kleinen Waldwegen kommt kein Auto von hinten.

    Ich bin da keineswegs ein Nabendynamo-Sektierer. Wenn es möglich ist, zum Beispiel einen Akku mit Solarzellen zum Aufladen einzubauen, dann wäre das auch schon eine ganz gute Lösung. Aber die haut natürlich nicht hin, wenn das Rad in der Regel im Dunklen geparkt wird. Persönlich fahre ich Seitenläufer, das haut in der Regel hin. Ist der Gummi auf dem Antriebsrädchen abgerubbelt, dann kann man einen neuen auf das Antriebsrädchen ziehen. Aber obwohl das nur so alle ein bis zwei Jahre vorkommt, ist mir das schon etwas lästig. Vor allem sehe ich die Gefahr, dass das anderen Radfahrern erst recht zu lästig und umständlich ist. In Hannover gibt es ja neuerdings diese Leihfahrräder mit blauem Vorderrad-Reifen. Die haben anscheinend fest installiertes Batterielicht vorne und hinten. So können zumindest keine Drähte durchreißen. Aber wie das mit einer Ladestand-Anzeige der Batterien geregelt ist, das habe ich noch nicht rausgefunden. Auch nicht wie das mit dem Ein- und Ausschalten funktioniert.

    "Sharrows" auf die Fahrbahn malen. Die zeigen auch: Fahrrad gehört auf Fahrbahn.

    vielleicht kann KAcyc mal ein paar Fotos von den Sharrows machen, die in Karlsruhe in grün im Bereich .. äh.. na ..da hinten, wo man von der einen Straße durch so einen Torbogen in die andere Straße fährt.. X/

    da jedenfalls gibts grüne Sinnbilder "Fahrrad" auf der Fahrbahn. die schaden keinem und nutzen auch nichts - stellen aber auch keine Aufteilung der Fahrbahn in "mein" und "dein" dar, die so nicht existiert.

    Ist das ein "Sharrow"? Und was bedeutet dieser Ausdruck Sharrow?

    Fotografiert auf dem Engelbosteler Damm in Hannover:

    Warum überrascht dich diese Aussage so? Wenn der Radweg ein Meter vor/neben den Reifen verläuft, muss man früher als einen Meter zum Stehen kommen, wenn der Abbiegeassistent plötzlich Feuer macht. Bei allem darüber ist er nicht geeignet, Unfälle zu verhindern.


    Was hast du für einen Bremsweg mit dem Rad?

    Möglicherweise. Blöderweise steht der Bike-Flash im "toten Winkel".

    Die Geschwindigkeit von 1m/Sek ergab sich daraus, dass du sagtest, der Anhalteweg dürfe nicht länger als 1m sein. Und außerdem aus der angenommenen Reaktionswegzeit von 1 Sekunde. Die Bremswegzeit habe ich außer Acht gelassen. Bei einem Abbiegeassistenten, der ggf. eine Notfallbremsung auslöst, nehme ich eine deutlich niedrigere Reaktionszeit an.

    Den Bremsweg, den ich bei meinem Rad habe, habe ich noch nicht gemessen. Die Bremsbeschleunigung bei Straßenbahnen beträgt 3m/Sek² im Notfallbrems-Modus. Bei Autos ist sie etwas höher. Eine Faustregel besagt: Bremsweg = Tachoanzeige ohne die Null und das zum Quadrat. Das würde bedeuten bei 10 km/h ist der Bremsweg 1 Meter.

    Den toten Winkel gibt es ja gar nicht, das hatten wir an anderer Stelle bereits erörtert. Die Blinklichter an der Bike-Flash-Anlage sind in drei verschiedenen Höhen angebracht, sodass ein LKW-Fahrer das Blinklicht anders als einen Radler auch durchs Seitenfenster sehen kann. Den Radler würde er nur dann neben seiner Tür entdecken, wenn der LKW-Fahrer aufmerksam den Rampenspiegel beobachtet. Aber selbst wenn die Blinklichter der Bike-Flash-Anlage so ungünstig stehen, dass sie beim Abbiegevorgang selbst nicht so gut gesehen werden, spielt das keine Rolle. Denn entscheidend ist, bis zu welcher Nähe zum Blinklicht-Mast der Radfahrer sich angenähert haben muss, sodass die Anlage anfängt zu blinken. Die Anlage fängt ja schon dann an zu blinken, wenn der Radfahrer noch viele Meter vom Blinklicht-Mast entfernt ist. Vermutlich werden viele Radler und insbesondere Fußgänger noch von dem abbiegenden Fahrzeug überholt, bevor dieses dazu ansetzt abzubiegen.

    Schreib doch einen Leserbrief. :)

    Drüben in der Gemeinde Schenefeld bei Hamburg schreibt regelmäßig(!) ein alter Fahrschullehrer das Ende der Zivilisation herbei, weil Radwege keine Radwege mehr sind und Radfahrer auf der total gefährlichen Straße (sic!) fahren müssen. Der Herr hat einen Vorteil: er sitzt als CDU-Politiker in diversen Gemeindeausschüssen und bekommt so bereits Planungen mit, während der Normalbürger erst bei der Umsetzung davon Wind bekommt.

    Und in Schenefeld eben eine Umsetzung mit entsprechender Empörungswelle.

    Daher: sauberen Leserbrief schreiben und die Umsetzung der Verwaltungsvorschriften und der StVO loben, hervorheben, dass Fußgänger nun sicherer unterwegs sind, Radfahrer an Einmündungen nicht mehr umgefahren werden und auch Autofahrer durch die klare Aufteilung des Verkehrsraums in "Fahrzeuge" und "Fußgänger" einen Gewinn in punkto Sicherheit und Komfort genießen können.

    Weiterhin schreibst du, dass du die Prüfung der Beschilderung auch im übrigen Gemeindebereich begrüßt.

    Das hört sich jetzt aber so an, als würde dieser Leserbriefschreiber auch einen Untergang der Zivilisation befürchten, wenn innerorts ein generelles Tempolimit von 30 km/h angeordnet würde.

    Schutzstreifen können, besonders wenn sie zusätzlich rot markiert sind, und andere bekannte Gefahren ausgeschlossen sind, dazu beitragen, den Radverkehr auf die Straße zu locken. Und ich bin mir sicher, dass ein Radler, der sich durch Schutzstreifen dazu ermuntert fühlt, den Bürgersteig zu verlassen, auch in Straßen ohne Schutzstreifen selbstbewusster fahren wird.

    Ich denke du solltest erst einmal darlegen, warum eine zuverlässige Beleuchtung unbedingt fest installiert sein muss. Die ganzen zusätzlichen Teile einer solchen sind erstmal nur zusätzliche Fehlerquellen.

    Aber das liegt doch auf der Hand. Eine fest installierte Beleuchtung kann ich nicht zu Hause vergessen oder irgendwo liegen lassen, die ist immer dabei und bei Bedarf schaltet sie sich auch noch selbstständig ein. Selbstverständlich ist diese Beleuchtung so zu bauen, dass sie was aushält. Das sollte doch eigentlich möglich sein.

    Ist Dir bewusst, dass Fahrräder keine Zulassung brauchen?

    Es gibt für alle möglichen Produkte, die verkauft werden, alle möglichen Vorschriften. Welchen Status diese Vorschriften im einzelnen auch haben mögen. Ich kann zum Beispiel auch keinen Kühlschrank kaufen, der nicht mit einem Stecker mit Schutzleiter-Kontakt (Schutzkontakt-Stecker) ausgestattet ist.

    Ganz im Gegenteil: Zum Glück gibt es solche Vorschriften nicht. Zuverlässige Beleuchtung für alle meine Räder gibt es in Form von LED-Akkuleuchten mit Ladestandsanzeige, wählbarer Beleuchtungsstärke und das Ganze wasserdicht und über USB ladbar. Ohne weitere Teile die kaputt gehen können.

    Und sportliche Betätigung nur noch mit Zwangsmitgliedschaft im Verein? Abstruser geht es kaum.

    Das hört sich jetzt ja fast so an, als sei es nicht möglich, sich mit einem Fahrrad mit einer fest installierten Beleuchtungsanlage sportlich zu betätigen?

    Ich hab bei meinem (ursprünglich 2k€) Trekkingbike die Kontakte nachgelötet. Besonders jetzt im Winter korrodieren die Steckkontakte, und dann wird es dunkel.

    Ich habe das Originalkabel durch ein Lautsprecherkabel ersetzt. Dazu ein zweites für den Massekontakt. An denen halten auch die Steckschuhe viel besser, die an dem Kabelende befestigt werden müssen.

    Das Pflaster beidseits der Fahrbahn, war schon immer ein Gehweg, allerdings ohne klarstellendes [Zeichen 239]

    Bei dem letzten Bild sieht es aber doch so aus, als sei da Platz zumindest für Schutzstreifen, zumal da nicht geparkt wird, also keine Gefahr durch Doring-Zone. So umstritten Schutzstreifen auch sein mögen. In dem Fall auf dem Foto sieht es so aus, als würden sie dazu beitragen können, dass Radfahrer statt den rotgepflasterten Bürgersteig die Fahrbahn benutzen würden.

    Aber seit ich mit Nabendynamo und LED-Beleuchtung fahre, will ich darauf nicht mehr verzichten (auch wenn ich ab und zu am Stecker wackeln muss, damit das Rücklicht wieder geht).

    Das ist auch so'n Ding, was ich nicht verstehe. So ein Nabendynamo ist doch an und für sich schon ein technisch relativ hochwertiges und aufwendig hergestelltes Bauteil. Warum wird dann ausgerechnet bei der Verkabelung gespart??? Das ist mir auch schon bei Seitenläuferdynamos aufgefallen, dass die Anschlüsse nicht so recht hinhauen. Gewindestange mit Bohrung, durch die man das Kabel steckt, dickes Kabel (Lautsprecherkabel) und Rändelschraube, die das festhält und die so angebracht ist, dass sie sich nur losschrauben aber nicht ganz abschrauben lässt und so verloren geht. Sieht vielleicht plump aus, aber

    das müsste doch eine überschaubare Konstruktion mit hoher Lebensdauer sein.

    Wo und in welcher Preisklasse kaufst du denn ein? :/

    Falsche Frage. Du unterstellst, für die Güte der Beleuchtung sei der Kunde selbst verantwortlich. Und wenn er beim Billiganbieter kauft, dann sei ihm ohnehin nicht mehr zu helfen. Ich will aber, dass auch diejenigen Radfahrer auf "Billigfahrrädern", denen ich manchmal in der Dämmerung begegne, mit eingeschaltetem funktionstüchtigem Licht fahren. Und die Wahrscheinlichkeit dafür ist höher, wenn Mindeststandards von allen Verkäufern von Fahrrädern erfüllt sein müssen. Dann wird's immer noch genug geben, die sich nicht kümmern, wenn z. B. mal was kaputtgeht. Aber das ist immer noch besser als der Verkauf von nagelneuen Fahrrädern ohne Beleuchtung oder mit nur einer ganz notdürftigen Beleuchtung.

    Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.

    Könnte man diesen ersten Satz der StVO mal wieder mehr in den Fokus rücken? Die Diskussion über technische Hilfsmittel führt leider von dieser wichtigen Grundregel weg: Anstatt vorsichtig zu sein und aufzupassen, verlässt man sich auf die Technik oder rechtfertigt seine Unachtsamkeit mit Toten Winkeln oder technischem Versagen. Meinetwegen können wir dann auch weiter darüber diskutieren, wie technische Hilfsmittel die Fahrer dabei unterstützen können, vorsichtig und rücksichtsvoll zu fahren.

    Eigentlich ist das Ganze noch grundsätzlicher zu betrachten. Dieser Appell "Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.", ist ja in der Praxis leider oft irrelevant. Denn biegt ein LKW-Fahrer vorsichtig ab, dann drängeln bereits die nächsten hinter ihm, die auch gerne noch dieselbe Grünphase erwischen wollen. Wenn man das Problem grundlegender anpackte, dann müssen solche Projekte auf den Tisch wie Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene. Und innerstädtisch mit Güterstraßenbahnen und modernen Handkarren. In Straßen in denen keine Autos mehr fahren. Aber bis dahin muss auch mit dem vorhandenen Verkehr irgendwie umgegangen werden. Ich stimme dir allerdings zu: Technische Hilfsmittel dürfen nicht dazu verführen, noch rücksichtsloser zu fahren!

    Nicht jeder fährt mit guter Beleuchtung rum. Gibt ja leider noch immer Glimmlampen und Seitenläuferdynamos. Das kann schonmal sehr dunkel sein.

    Gerade solche Beleuchtung kann auch komplett ausfallen. Helle oder besser reflektierende Kleidung kann dann durchaus helfen, besser gesehen zu werden.

    Ich würde fordern, dass Radfahrer gut sichtbar sein müssen. Wie, das sollen sie selbst entscheiden.

    PS: Ich reg mich auch über Autofahrer auf, die nachts ihre Beleuchtung auslassen.

    Das sehe ich anders. Ein Fahrrad sollte nur dann verkauft werden dürfen, wenn es mit einer exzellenten robusten Beleuchtungsanlage ausgestattet ist, die hohen Prüfkriterien genügen muss. Meines Erachtens ist das ein guter Radnabendynamo und Lampen mit LED-Beleuchtung. Getrennte robuste Verkabelung, automatisches Einschalten des Lichts bei Dunkelheit, Standlichtfunktion. Und das alles in einer Qualität, die eine lange Lebenszeit garantiert. Leider gibt es keine entsprechende Vorschriften und so kommen immer wieder Räder in den Handel, die keine oder nur eine schlechte Beleuchtung haben.

    Wer ein spezielles Sportrad kaufen möchte, der muss dafür nachweisen, dass er diesen Sport im Verein betreibt.

    Es hilft nur: immer wieder darauf hinweisen und Aufklärungsarbeit leisten.

    Mit "Aufklärungsarbeit" alleine ist es ganz sicher nicht getan. Ich bin bestimmt kein ungetrübter Fortschritts-Positivist. Aber warum werden die technischen Möglichkeiten, die es gibt, nicht genutzt? Es wird doch mit großem Ernst davon gesprochen, dass selbstfahrende Autos im Straßenverkehr zugelassen werden sollen. In manchen US-Staaten ist das längst der Fall. Warum also nicht Bausteine dieser Technik, die in selbstfahrenden Autos Anwendung finden, verpflichtend machen für alle LKWs UND PKWs? Dazu gehört m. E. nicht nur der Abbiege-Assistent mit Notbremssystem. Auch Tempolimits können automatisch gesteuert eingehalten werden. GPS-Daten und Kamerasysteme erkennen die maximal erlaubte Geschwindigkeit und limitieren das Fahrzeug so, dass es nicht schneller fahren kann als erlaubt. Das ist ja heute in ähnlicher Form schon bei pedelecs der Fall bei denen die Motorunterstützung bei 25 km/h abbricht. Nur trainierte Radler können dann mit einem Pedelec noch schneller fahren. (Oder auf Bergabstrecken.)

    Und auch die Bike-Flash-Anlage ist ja eine technische Neuerung, die es so bislang nicht gab. Aber die wird aus mir nicht immer verständlichen Gründen abgelehnt. Okay, die Bike-Flash-Anlage kann kein Allheilmittel sein. Es kann trotzdem zu Unfällen kommen. Man kann sie vermutlich nicht flächendeckend installieren. Es besteht die Gefahr, dass dafür Geld ausgegeben wird, das dann an anderer Stelle fehlt. Aber ganz ähnlich wie der bereits weiter oben erwähnte "Trixie-Spiegel" schadet die Bike-Flash-Anlage niemandem, während viel dafür spricht, dass die Sicherheit damit gesteigert werden kann.

    Meinetwegen... Ich überlege schon, wie man den Empörten zuvor kommen kann.

    Durch eine kluge Informationskampagne. Die ist jedoch von denen, die dafür naturgemäß in Frage kämen häufig nicht gewollt, weil die Tageszeitungen nun mal an der Autoreklame verdienen. Und der Autofahrer wiederum reklamiert ja die Straße für sich. Trotzdem: Steter Tropfen höhlt den Stein.

    Gibt es denn an den betroffenen Stellen keine Möglichkeit, Fahrradstreifen auf der Fahrbahn anzubringen?

    Beispiel aus Hannover, Goethestraße, Blickrichtung Goetheplatz

    Ich glaube, ich wäre ausgeflippt, wenn mir der ADAC-Scherge das geantwortet hätte. Die Antwort hätte er mir schriftlich geben sollen mit Unterschrift und das hätte ich auch auf eigene Kosten notariell bestätigen lassen, was er da für einen menschenverachtenden Blödsinn redet.

    Vielleicht könnte man den Speditionen gleich auch noch einen Kubikmeter Trostteddys für jeden LKW schenken, die man dann auf die überfahrenen Kinder wirft und Peter Maffay singt dazu Tabaluga, damit wir alle weiterhin Verständnis dafür haben können, dass die armen LKW-Fahrer keine Zeit haben, in ihre Rückspiegel zu schauen.

    Sorry für den Zynismus. :cursing:

    Dieser Zynismus, den du da an den Tag legst ist doch eingebettet in deinem Beitrag, in dem der Zynismus als solcher deutlich wird. Viel grausamer ist doch der Zynismus der Artikelschreiber, ADAC-Menschen usw. die bei jeder entsprechenden Gelegenheit darauf hinweisen, dass es den "Toten Winkel" gibt. Alleine der Begriff "Toter Winkel" ist in seiner Doppeldeutigkeit schon ein grausamer Zynismus!

    Beispiel: "Der schwere Lastwagen will nach rechts abbiegen, doch an diesem Aprilabend macht der Fahrer auf einer Hauptstraße in Hannover einen folgenschweren Fehler: Er übersieht beim Abbiegen einen jungen Radfahrer im toten Winkel. Es kommt zur Kollision,..." HAZ vom 18.1.2019 http://www.haz.de/Nachrichten/Pa…henleben-retten

    Deine Wut auf den "ADAC-Schergen" musst du schon zügeln, oder besser gar nicht erst mit einem ADAC-Verteter sprechen. Aber dann erreichst du je erst recht nichts. Schließlich ist das Zubinden der Außenspiegel (bis auf den Hauptspiegel) bei solchen "Verkehrssicherheitsaktionen von der ADAC-Chef-Etage genau so gewollt! Sieht man übrigens auch daran, dass da so richtig professionelle schwarze Säckchen mit Zugkordeln zum Einsatz kommen.

    In Sachen Auto-Vernarrtheit können sich höchste Würdenträger den grausamsten Zynismus ungestraft in aller Öffentlichkeit erlauben. Jüngstes Beispiel: "Minister Scheuer nennt Vorschläge etwa für eine Tempobeschränkung "gegen jeden Menschenverstand gerichtet". Quelle: Tagesspiegel vom 21.1.2019 https://www.tagesspiegel.de/politik/debatt…t/23888716.html

    Das ist ungefähr so, als würde ein Lungenfacharzt in aller Öffentlichkeit das Rauchen empfehlen. "Ein bis zwei Päckchen täglich und deine Lunge bleibt gesund!"