Beiträge von Ullie

    Wie schön, hier im Forum werden wenigstens unterschiedliche Positionen deutlich. Aber wen sollte ich denn nun Ernst nehmen, als überzeugter Unions-Anhänger, der das Kanzlerkandidaten-Duell in seiner Partei mit Interesse verfolgt?

    Kaum präsentiert sich Laschet als "Lockerer", zieht Söder nach und will ebenfalls gerne als Lockerer dastehen.

    Keine Ahnung, ob es bei den Unionsparteien noch irgendeine Urabstimmung oder dergleichen über den Kanzlerkandidaten geben wird. Aber wie sollten sie die Bewerber bewerten in Bezug auf die Corona-Gegenstrategie?

    Heute Hü, morgen Hott. Kriegt der Laschet Beifall (von wem? / Wieviel?) für die Forderung nach Lockerung, dann verlässt der Söder seinen "strengen" Kurs und will plötzlich ebenfalls Lockerungen.

    Wird sich im Fall einer 3. Welle überhaupt sagen lassen, das kommt davon, dass wir zu früh gelockert haben, wie Laschet das verlangt hat? Söder hat es doch jetzt auch verlangt, er weicht anscheinend gerade ab von seiner Strategie, sich als harter Hund in Sachen Corona-Regeln zu präsentieren.


    Und Scholz, sowie Baerbock/Habeck halten sich zurück. Dabei wäre es doch die Gelegenheit, auf die inneren Widersprüche im Unionslager hinzuweisen. Doch auch bei SPD und Grüne agieren zurückhaltend, anstatt eine klare Strategie zu formulieren und deutlich Stellung zu beziehen. Oder habe ich da was übersehen oder überlesen?


    Am ehesten positioniert sich nach meiner Beobachtung noch Die Linke auf der Seite derjenigen, die zur Vorsicht mahnen und das Risiko einer noch gewaltigeren 3. Welle gering möglichst gering halten wollen.

    Hmmm, ich habe da gerade jemand ganz anderes vor Augen, den, ich nenne den mal "Marktschreier der Pandemie", Markus Söder, siehe: https://web.de/magazine/politi…tregeln-aussicht-35548542

    Mein Eindruck: Der eine (Laschet) tut etwas, um sich von Merkel abzusetzen. Der andere (Söder) schaut sich das ein paar Stunden an, in denen er und sein Beraterteam sich überlegen, ob sie nun gegenhalten sollen oder nachziehen.

    Erscheint ihnen die "öffentliche Meinung" (woran immer die das auch festmachen?) so, dass Laschet mit seiner Öffnungsrethorik ankommt beim Wahlvolk, dann wird nachgezogen.


    Und dabei geht es hier ja erst mal "nur" um den gemeinsamen Kanzlerkandidaten der beiden Unionsparteien.

    Wenn das beim Kanzlerkandidatenduell der bei dieser Bundestagswahl erstmals drei großen Parteien so weiter geht, dann wird das ein fader Wahlkampf.

    Weil man es kann.

    Weil man dann nicht selber einkaufen gehen braucht.


    Ob das so erstrebenswert ist, sei mal dahingestellt.

    Ich halte es nicht für erstrebenswert. Aber wie bekommt man das hin, sich mit etwas durchzusetzen, das nicht auf noch mehr Technik basiert, verbunden mit noch mehr Bequemlichkeit?

    Wenn ich mir diese Architekten und sonstigen Planer der "Zukunfts-Stadt Neom" anhöre, dann wird mir schon vom Zuhören ganz schwindlig:

    Irgendwelche Fluggeräte surren durch die Luft, unter der Erde tummelt sich automatisierter motorisierter Indvidualverkehr und es rasen unterirdische Schnellzüge dahin.

    Das sind ganz gewiss keine erstrebenswerten Alternativen zur autogerechten Stadt. Es geht ja darum, so zu planen und zu bauen, dass die Wege kurz sind und ohne komplizierte und/oder energieintensive Systeme bewältigbar bleiben.


    Einkaufen gehen zum Beispiel hat eine immens wichtige soziale Funktion. Man trifft Bekannte, teilt sich direkt untereinander mit allen Sinnen die neuesten Neuigkeiten miteinander aus, den Klatsch, die Einschätzung des letzten Fußballspiels der Lieblingsmannschaft usw. , geht gemeinsam einen Kaffee trinken in aller Öffentlichkeit, für jeden sichtbar, von jedem ansprechbar ... oder eben nur von denen, die das selbe Café toll finden.


    Und man beschäftigt sich ganz automatisch mit den Menschen intensiver, die um einen herum sind. Das schließt ja nicht aus, dass man zum Beispiel in einem Internetforum mit anderen kommuniziert. Aber der direkte Kontakt ist immens wichtig. Mal schauen, ob es einen Weg zurück dahin gibt, nach Corona.

    Aber Du hast dort dann keine Querverbindungen. Gerade wenn Du Freunde oder ein anderes bestimmtes Ziel hast bist Du auf nur diese eine Linie angewiesen. Und die Nähe zum Stadtrand ist bei uns vielleicht erstrebenswert, wenn man gerne "raus in die Natur" möchte aber dort ist ja nichts anderes als Wüste. Einziger "Magnet" die Küste. Aber die muss dann irgendwie erreichbar sein. Und die wäre ja wohl nur an einzelnen Stellen tangiert.

    "Fliegende Taxis ersetzen Autos, Supermärkte werden durch Drohnenlieferungen überflüssig: Die saudi-arabische Retortenstadt Neom soll eine geplante Hightech- und Öko-Metropole werden – und ist ein Prestigeprojekt des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman."

    https://www.forbes.at/artikel/neom-neue-zukunft.html

    Nach dem was ich bisher darüber gelesen habe handelt es sich bei "Neom" und "The Line" um dasselbe Projekt. Wenn es zutrifft, was das Wirtschaftsmagazin Forbes darüber schreibt, dann stellt sich die Frage, wozu es in der Zukunftsstadt Neom "Flugtaxis" braucht und Drohnenlieferungen.

    Es gibt doch ein unterirdisches Verkehrsnetz inklusive Schnellbahnen. Wozu dann Flugtaxis?

    Und wozu sollen die Lebensmittel, die ich zu hause verzehre, mit einer Drohne angeliefert werden? Die nächsten Einkaufsmöglichkeiten sind doch nur wenige Gehminuten von meiner Wohnung entfernt.

    Sind die Grenzen des Wachstums im MIV (Motorisierten Individualverkehr) erreicht?

    "Saudi-Arabien plant eine Ökostadt »mit null Autos, null Straßen und null CO2-Emissionen«. Kronprinz Mohammed bin Salman präsentierte das Projekt namens »The Line« im staatlichen Fernsehen. Demnach sollen in der Stadt eine Million Menschen leben. »The Line« ist Teil des umstrittenen 500-Milliarden-Dollar-Projekts Neom am Rande des Roten Meeres, das der Kronprinz im Herbst 2017 vorgestellt hatte."


    Spiegel vom 11.1.2021

    https://www.spiegel.de/auto/sa…0a-4ab9-b1fc-d2961815384e


    Auch wenn dieses Projekt längst nicht alle seine ökologisch innovativen und nachhaltigen Versprechungen halten kann. Und auch wenn es vermutlich vor allem als PR-Aktion einer despotischen Regierung dient, auf jeden Fall bietet es Raum für reichlich Spekulationen. Dabei sollte jedoch immer der Hintergrund mitgedacht werden: "Im Demokratieindex 2019 der britischen Zeitschrift The Economist belegt Saudi-Arabien Platz 159 von 167 Ländern und gehört damit zu den autoritär regierten Staaten."


    Und um hier von vornherein keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Nein, das ist kein grünes Projekt. Aber es ist nicht zu übersehen, dass sich da wer mit "grünen Federn" schmücken will: "Das Projekt betont den einzigartigen Ansatz, den NEOM für die Städteplanung im 21. Jahrhundert mitbringt. Menschen und Natur erobern die Flächen zurück, die einst von Autos und vollgestopften Straßen eingenommen wurden, und zwar durch eine Infrastruktur, die im Einklang mit der Umwelt arbeitet und Momente der Schönheit und Ruhe schafft."

    Zitat aus der Internetseite des Projektes:

    https://www.neom.com/the-line.html


    Was ist also dran am Projekt "The Line", einer 170 km langen Stadt, die sich in viele kleine Zentren gliedert, die alle an einer 170 km langen Hauptverkehrsachse liegen? Besonders im Hinblick darauf, dass den Grünen gerne unterstellt wird, sie strebten eine Öko-Diktatur an, lohnt es sich, den wirklichen Diktatoren, genau auf die Finger zu schauen, wenn sie die immensen Einnahmen aus dem Erdöl-Geschäft für angeblich ökologische und nachhaltigen Innovationen investieren.

    Die erste meiner Fragen interessiert Sie nie, wenn es um den öffentlichen Nahverkehr in ländlichen Gebieten geht. Sie fordern regelmäßig einen ständig verfügbaren Bus, der alle Bewohner eines Ortes zur nächsten Bahnstation bringen kann. Nachfragen zum Bedarf Sonntag morgens um 4,30h und Freitag nachts um 22.45h ignorieren Sie, obwohl es auch auf dem Land Schichtarbeiter gibt.


    Daher: Warum sind Stehplätze ökologisch wichtig, ein permanenter öffentlicher Nahverkehr in ländlichen Regionen mit minimalem Bedarf aber ökologisch unbedenklich?

    Das stimmt nicht, dass mich diese Frage nicht interessiert, im Gegenteil, diese Frage interessiert mich brennend.


    Das "Verzwackte" an der Frage ist, wie sie beantwortet werden kann, ohne jemanden vor den Kopf zu stoßen. Vielleicht erinnern Sie sich an die heftigen kontroversen Diskussionen hier im Forum, in denen es um Stadtleben versus Landleben ging?


    Ich versuche mal eine Antwort zu geben, die nicht dazu führt dass Betroffene gleich an die Decke gehen, die aber trotzdem die Aspekte Kostengerechtigkeit, Verkehrswende und Nachhaltigkeit mit einbezieht.


    Ich denke, was die Notwendigkeit von Stehplätzen im ÖPNV angeht, um ein kostengünstiges Mobilitätsangebot für alle Menschen zu ermöglichen, ohne dass das im hohen Umfang subventioniert wird, sind wir uns einig: Sie schreiben ja selbst:

    Weil mehr Fahrzeuge weniger ökologisch sind als weniger Fahrzeuge?

    Und natürlich, das was Sie da als Frage formulieren ist der Grund. Wenn Sie in den Verkehrsspitzen mit Stehplätzen kalkulieren, dann können Sie die Fahrzeuge doppelt bis dreifach so gut auslasten, als wenn Sie ohne Stehplätze kalkulierten. Und dabei geht es nicht nur um die Anschaffungskosten für die Fahrzeuge, sondern auch um Unterhaltungskosten, Energiekosten, Kosten für das Säubern der Fahrzeuge und sehr teuer ist auch die Fahrerin oder der Fahrer!


    Unter den gegenwärtig gegebenen Siedlungsstrukturen ist es schwer, einen ÖPNV im ländlichen Raum aufzubauen, der einen möglichst hohen Abdeckungsgrad, sowohl zeitlich als auch räumlich erzielt.

    Ich sehe im wesentlichen zwei Faktoren, die für Abhilfe sorgen können:

    Eine Verstärken der Siedlungsdichte und eine Reduktion der generellen Höchstgeschwindigkeit auf Landstraßen, so dass der ÖPNV bessere Chancen bekommt sich gegenüber dem MIV zu behaupten.


    Beide Ansätze sind geeignet, durch billige Polemik zerredet zu werden:

    Das notwendige Verstärken der Siedlungsdichte wird mit der Polemik widersprochen:
    "Wollen Sie den Menschen verbieten, in Einfamilienhäusern zu wohnen?"

    Und die Forderung nach einer stärkeren generellen Geschwindigkeitsbegrenzung auf Landstraßen führt zu der Polemik: "Wollen Sie die Geschwindigkeit drosseln, dann ist das als würden Sie die Übertragungsrate von Datenleitungen künstlich reduzieren, um leistungsschwache alte Computermodelle künstlich am Leben zu erhalten."


    Klar ist: Der ÖPNV ist ökonomisch betrachtet eine Mischkalkulation. Und es wird im ländlichen Raum auch dann, wenn in der Fläche im großen Stil ein Umstieg auf den ÖPNV stattfindet, Linien geben, die zu wenig ausgelastet sind, als dass damit unmittelbar Gewinne erzielt werden könnten. Diese Defizite werden auf anderen Linien mit einer hohen Auslastung ausgeglichen.


    Und was die Einfamilienhäuser als ungeeignete Wohnform im Sinne von Nachhaltigkeit und einer echten Verkehrswende und was die Geschwindigkeiten auf Landstraßen angeht: Flächenzersiedelung und die damit einhergehenden negativen Auswirkungen auf Klima und Umwelt sind ein Fakt, der vielleicht in bestimmten Situationen wegpolemisiert werden kann, der dadurch aber nicht verschwindet.

    Genau diese Art der Verkehrsführung, keine Kreuzungen dafür aber gewaltige Überwerfungsbauwerke für Straßen auf denen möglichst hohe Geschwindigkeiten erzielt werden sollen, ist es, die eine immer umfangreichere Flächenversiegelung verursacht.

    Ich ignoriere einfach mal Ihre einzelne Quelle für eine hohe Geschwindigkeitsüberschreitung - ich bin mir nicht sicher welches Argument Sie damit verfolgen.

    Der Sprinter heißt Sprinter, weil er eine hohe Kapazität bei gleichzeitig höherer Geschwindigkeit als der 7,5t LKW bietet. Das ist für viele Transporte sinnvoll - mir fallen spontan verderbliche Waren, Bluttransporte, Medikamente, Rettungsassistenten, Rettungskräfte, Suchhunde und Schnittblumen ein. Geschwindigkeit alleine ist nicht verwerflich, auch wenn Sie das anders sehen.https://de.wikipedia.org/wiki/Mercedes-Benz_Sprinter )

    Geschwindigkeit alleine ist nicht verwerflich, aber es kommt auf das Verkehrsmittel an. Nehmen Sie die Diskussion um das generelle Tempolimit auf Autobahnen. In schönster Regelmäßigkeit kontert die Fraktion der Geschwindigkeits-Fetischisten damit, dass die Autobahn nicht der unfallträchtige Verkehrsweg sei, sondern die Unfälle vielmehr auf Landstraßen passierten.

    Die Intention dieses Gegenargumentes ist der autobahnmäßige Ausbau möglichst vieler Landstraßen. Das ist verbunden mit dem Einsatz erheblicher finanzieller Mittel und einer ständig zunehmenden Flächenversiegelung.

    Dabei liegt es auf der Hand, dass ein Tempolimit auf der Autobahn Unfallzahlen und Umweltbelastung reduziert und es darüber hinaus naheliegt, eine deutlich niedrigeres generelles Tempolimit auf Landstraßen auszusprechen.

    Den Sprinter und den Link zu dem Artikel hatte ich erwähnt, weil hier deutlich der Versuch unternommen wird, die geltenden generellen Tempolimits für Klein-LKW zu unterlaufen. Der Sprinter wird mit 2,8 - 6,0 t zul. Gesamtgewicht ( https://de.wikipedia.org/wiki/Mercedes-Benz_Sprinter ) angeboten.

    Und Mercedes versucht, die geltenden Tempolimits für Klein-LKW (ab 3,5-7,5t) zu knacken.

    Zum ÖPNV im ländlichen Raum später!

    Auch wenn ich Ihre Forderung nach Tempo 60 immer noch nicht akzeptiere - eine einfachere Lösung wären Sitzplätze - bitte akzeptieren Sie, dass die neue Generation von Mercedes' V-Klasse bei Tempo 140 km/h abgeregelt ist, der Smart seit Einführung bei Tempo 135 km/h und, der Citroen Jumpy bei 130 km/h, der Ducato bei 100 km/h, der Vivaro bei 130 km/h, der Kangoo Rapid bei 130 km/h, der Master bei 100 km/h.


    Die Automobilindustrie ist absolut bereit für ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen. Die Politik (und offenbar Sie) sind es nicht.

    Sie sind ja gerade damit beschäftigt, sich ein neues Fahrzeug zuzulegen.

    Vielleicht haben Sie sich in diesem Zusammenhang schon mal überlegt, warum Mercedes seine Transporter "Sprinter" genannt hat?

    Eigentlich sollte man doch annehmen, dass es bei einem Transporter darum geht, eine große Ladefläche, bzw. ein großes Ladevolumen zu haben und auch ein großes Zuladegewicht bewältigen zu können.

    Der alte, umgangssprachliche Begriff "Bulli" für den VW-Transporter brachte das ganz gut auf den Punkt.

    Die ganze Problematik, die dahinter steckt ist recht umfangreich und gäbe bestimmt Stoff für mehrere Seiten hier im Forum, aber auch die Antwort, warum sich Autoproduzenten relativ leicht tun damit, ihre Transporter-Fahrzeuge wie Jumpy, V-Klasse oder Ducato geschwindigkeitstechnisch abzuriegeln.

    Eine einfache Antwort: Mit Tempo 80 max. auf Autobahnen und Tempo 60 max. auf Landstraßen, gäbe es diese Probleme nicht.

    Die technische Lösung "Sitzplätze" für Omnibusse im ÖPNV ist auch mir bekannt, aber auch die Grenzen dieser Option:

    Sitzplätze für alle in der Rush Hour ist im ÖPNV nicht machbar. Nicht aus technischen Gründen, sondern aus ökonomisch-ökologischen Gründen. Es ist nicht machbar, wenn eine nachhaltige Form von Mobilität angestrebt wird.

    Da könnten Sie einwenden, das doch derzeit eine sehr hohe Anzahl Menschen mit dem Auto zur Arbeit fahren. Das ist jedoch nur deshalb möglich, weil dieses Verkehrsmodell hochgradig subventioniert wird. Zum Schaden für Mensch und Umwelt.


    Ich mache hier noch einen Spoiler auf. Es geht dabei um einen Mercedes Sprinter:

    "Der Fahrer, der für seinen Arbeitgeber unterwegs war, war mit einer Geschwindigkeit von 160 km/h gestoppt worden. Auf den Vorwurf, er habe eine Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 80km/h außerhalb geschlossener Ortschaften um 74 km/h (160 km/h abzüglich einer Toleranz von 6 km/h) begangen, berief er sich ..."

    https://www.ikz.de/ikz-archiv/2004/03/0403040.php

    Funktionieren tut beides aber dein Geiz oder Lernunwilligkeit ist doch kein Problem der Softwareschmieden, oder?

    Ich "muss" seit nun 27 Jahren mit immer neuen Grafik und Layoutpaketen umgehen um "kompatibel" mit anderen Grafikagenturen zu sein, ist halt so.

    Wenn die Software-Schmieden, wie du sie nennst, sich darauf beschränkten, alltagstaugliche Computertechnologie für alle anzubieten, die dazu leicht erlernbar und extrem anwenderfreundlich gestaltet wäre, dann würden sie nicht denselben Reibach machen wie heute. Aber es ist halt nicht nur ein von den Software-Produzenten verursachtes Problem. Es ist nicht einmal so sehr ein rein technisch verursachtes Problem.

    Wenn ich mich an meine weitgehend analoge Schulzeit zurückerinnere... Die ersten Digital-Armbanduhren, die damals aufkamen, hatten noch diese roten Leuchtdioden, die man nur sah, wenn man auf ein kleines Knöpfchen drückte.

    Aber damals ging es bereits los, dass die Frage Geha-Füller oder Pelikan nicht mehr das einzige Gesprächsthema war.

    Die einen Lehrer wollten Papphefter, die anderen welche aus Kunststoff. Bunte Farben spielten eine entscheidende Rolle. Ein ungeheurer Drang zur Individualisierung paarte sich mit einem großen Druck, der in diese Richtung aufgebaut wurde.

    Wenn es dein Beruf ist, sich mit unterschiedlichen Layout-Paketen auseinanderzusetzen, dann ist das für dich ja eine Herausforderung, die du im günstigsten Fall auch noch selbst ausgesucht hast.

    Für mich sind IT-Lösungen Mittel zum Zweck und kein Selbstzweck. Zumindest sollten sie das nicht sein. Ist aber leider nur selten zu finden.

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    Im Vergleich zu der Situation, in der es kein generelles Tempolimit außerorts gab, ist Tempo 100 durchaus berechtigt den Titel "Sicherheitstempo" zu tragen. Bis Anfang der 1970er Jahre gab es keine generellen Tempolimits außerorts in Westdeutschland.


    Wenn man dann noch bedenkt, dass Volvo damit vorgeprescht ist, seine PKW bei Tempo 180 abzuriegeln und das so begründet: "Nun gehen wir den nächsten großen Schritt zu mehr Sicherheit im Straßenverkehr." Und damit die Autolobby erschreckt.


    Aber nicht dass hier wer glaubt, der Ullie würde jetzt plötzlich mit Tempo 100 auf Landstraßen seinen Frieden geschlossen haben. Es ging hier um Leber-Schorsch.


    Tempo 60 max. auf Landstraßen und Tempo 80 auf Autobahnen für alle, nicht nur für LKW, ist eher etwas, dass in Richtung Sicherheitstempo tendiert. Und ein wichtiger Bestandteil einer Verkehrswende, die diesen Namen tatsächlich verdient.

    Welcher Partei gehörte denn wohl der Verkehrsminister an, der 1966 sagte: „kein Deutscher soll mehr als 20 Kilometer von einer Autobahnauffahrt entfernt leben“?

    Das war Leber-Schorsch von der SPD. 66 - 69 Bundesverkehrsminister in der Großen Koalition und dann noch mal 3 Jahre unter Brandt. Man muss allerdings dazu sagen, dass Leber die von ihm geplante Verlagerung des Transports von Massengütern von der Straße auf die Bahn nicht durchsetzen konnte, weil die CDU dagegen war.

    Und man muss dazu sagen, dass Leber Tempo 100 als Sicherheitstempo außerorts durchsetzte. Bis Anfang der 70er gab es außerorts keine Tempolimits in Westdeutschland.

    Beide Maßnahmen allerdings hatten nicht etwa den Sinn, den Autoverkehr irgendwie zu begrenzen oder einzudämmen. Vielmehr war das Kalkül, auf den Autobahnen Platz zu schaffen für den PKW-Verkehr und das Tempolimit sollte die Unfallzahlen senken, die sich "Systemschädigend" auswirkten auf den Autoverkehr.

    Andererseits hat nach ihm kein Verkehrsminister und schon gar kein Dobrindt oder Scheuer irgendwelche restriktive Maßnahmen ergriffen, die auch nur annähernd vergleichbar wären mit dem von Leber eingeführten Sicherheitstempo 100!

    Warum sollte ich das probieren wollen?

    Da werden technische Lösungen präsentiert, die aus Gründen, die nicht ich zu verantworten habe, inkompatibel sind und unnötig die Arbeit schwer machen. Da erlaube ich mir mal eben, das alles nicht gaaaaaanz so toll zu finden, während andere davon schwärmen, wie wunderbar diese Auswahl verschiedener Formate ist.

    Ich habe mich damit abgefunden, dass manches geht und vieles die Arbeit behindert. Und das was ich brauche, um irgendwie klar zu kommen ist ganz bestimmt nicht dadurch herauszubekommen, dass ich mit einem Programm versuche vier verschieden Dateiformate zu öffnen.

    Und das, was mir helfen könnte, einfacher mit der Computertechnologie klar zu kommen, werde ich nicht bekommen, weil zu viele Interessensvertreter am Start sind, deren Ansinnen es nicht ist, den Menschen die Arbeit zu erleichtern, sondern Kohle zu machen.

    Eine ganze Zeit lang habe ich auf Anraten eines Bekannten mit open office gearbeitet. Dann kam libre office dazu und ich war endgültig abgenervt. Warum mir mein Bekannter geraten hat, das Microsoft-Betriebssystem zu nutzen, aber nicht Microsoft office, habe ich bis heute nicht verstanden.


    Ganz zu schweigen von den tausenden möglichen Bildbearbeitungsprogrammen, Tonbearbeitungsprogrammen, Filmbearbeitungsprogrammen usw.

    Sowas spornt nicht an, sondern hemmt den Elan, sich damit auseinanderzusetzen.


    Wenn dir der Vergleich nicht zu profan ist: Warum gibt es gefühlt tausende verschiedene Pfandflaschen bzw. Pfand-Getränkebehälter, in denen Bier abgefüllt wird? Auch so was, das einfach nur nervt. Zumindest habe ich den Eindruck, dass der Pfandrücknahme-Automat beim Supermarkt "meines Vertrauens" inzwischen alles schluckt. Vielleicht ist das ja technischer Fortschritt? :)

    Oh mei, Linux :S


    Ich bin als selbständiger IT-Reisender schon immer autark, ein Windows-Native, meine Familiy entsprechend. Kids haben natürlich IOS-Handys ("anders kann man nicht leben"), aber jeder hat auch seinen Windows-10-Rechner, mit dem er seine Homeschooling bzw. Homeoffice-Sachen erledigen kann. DSL ist zum Glück auch stabil bei 90 MBs. Ich bin, weiß Gott, privilegiert.

    Es geht mir immer noch komplett gegen den Strich, dass unterschiedliche PC-Systeme auf dem Markt sind, die nicht miteinander harmonieren und nur wenig aufeinander abgestimmt sind. Mir ist das einmal mehr aufgefallen, als wir die Doko-Runde retteten indem wir auf einer Doko-Plattform zusammen spielen und gleichzeitig eine Videokonferenz machen.

    Was bei dem einen so geht, das geht bei dem anderen wieder ganz anders. Wir sind alle nicht mehr die Jüngsten und zum Teil nur am Rande berufsbedingt mit PC's vertraut. Sind aber trotzdem genügend fit in der Birne, dass irgendwie hinzukriegen. Aber es ist einfach ätzend, zum Beispiel festzustellen, dass das Öffnen eines zweiten eigenen Browserfensters am Apple-PC anders funktioniert als mit Windows. Oder dass bestimmte PC-Plattformen zum Dokospielen auf dem Tablet komplett anders aktiviert werden müssen (z.B. App runterladen) als am Laptop oder Standrechner.


    Ganz zu schweigen davon, dass dir einer eine Excell-Tabelle zuschickt, die du dann mit open office Calc (oder umgekehrt) öffnest und dich wunderst, dass alles durcheinander gewürfelt ist. Und ärgerlich sind auch die Überraschungen, wenn du ein Word-Dokument mit einer älteren Word-Version öffnest und dich dann darüber ärgerst, dass es Elemente der neuen Version nicht angezeigt werden. Möglicherweise muss das so sein, aber muss alle ein, zwei Jahre eine neuere Version kommen?

    In Hannover werden Fahrradwege von Schnee und Eis geräumt. Zumindest im Prinzip und es gibt Beispiele dafür, dass es klappt, wie hier an der Fössestraße:

    Es gibt aber auch Beispiele dafür, dass es nur im Prinzip klappt, wie hier an der Spinnereistraße, wo zwar der Radweg geräumt wurde,

    aber zum Teil auch wieder zugeschüttet wurde mit dem Schnee, der von der Fahrbahn geräumt wurde.


    "Der Räumdienst des kommunalen Unternehmens Aha gerät erneut in die Kritik. Grüne und der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) bemängeln, dass viele zentrale Radwege kaum vom Schnee befreit seien."

    HAZ vom 10.2.2021 https://www.haz.de/Hannover/Au…e-kaum-von-Schnee-befreit

    So gut wie auf dem ersten Foto in der Fössestraße hat es offensichtlich nicht immer geklappt.


    Zwei Seelen schlagen da in meiner Brust: Einerseits soll auch im Winter Fahrradfahren möglich sein auf gut geräumten Radwegen. Andererseits ist der dafür notwendige Streusalzeinsatz natürlich Gift für die Umwelt.

    Wenn ich mir jedoch die blank geputzten Autofahrspuren anschaue, dann ist klar, dass dort auch kräftig gesalzen wurde.


    Besonders ärgerlich finde ich, dass an den Bushaltestellen nur so eine Art "Schnee-Noträumung" stattfindet. Corona-bedingt ist es immer noch so, dass die vordere Tür ohnehin geschlossen ist. Aber die nur sehr gering freigeräumte Fläche führt dazu, dass trotzdem an den hinteren Türen nur über Schneeberge hinweg ausgestiegen werden kann:

    Nun ja, also dass es bei der Digitalisierung der Schulen Handlungsbedarf gibt, weiß man ja nun wohl nicht erst rückblickend besser. Dieses Thema wird doch nun bereits seit über 10 Jahren politisch diskutiert.

    Das stimmt, aber es wird eben immer nur in der Art und Weise fokussiert, dass nach mehr technischer Ausstattung gerufen wird, so dass sich Qualität nicht am pädagogischen Konzept festmacht, sondern an einer möglichst umfänglichen Geräteausstattung. Eigentlich müsste eine gute Ausstattung das Selbstverständliche sein und das, was man damit macht, Gegenstand der Pädagogik.

    Beispiel: In der Grundschule sagten einige Eltern, die Kinder müssten mit der Tastatur schreiben lernen, nicht mit Bleistift und Füller.

    Warum? Ich kann doch dem Computer ganz einfach sagen, was er aufschreiben soll. Das geht doch viel einfacher und ich brauche mich nicht abzumühen mit Tastaturen. Einige meiner Beiträge schreibe ich ebenfalls durch diktieren. Und zwar mit der Ausstattung, die heute an jedem Computer vorhanden ist. Mit einem besseren Diktat Programm könnte ich sicher noch problemloser schreiben. Aber dafür war ich bisher noch nicht bereit zu investieren. Schließlich geht es auch so ganz gut. Diesen Beitrag habe ich übrigens durch diktieren geschrieben. Geht doch!


    Aber so einfach ist es eben nicht. Welchen Stellenwert soll das handschriftliche Schreiben bekommen? Und ab wann ist es sinnvoll, dem Computer zu diktieren? Oder ist es besser beides gleichzeitig nebeneinander zu üben?

    Und in welchem Maße nutze ich die Vorlesefunktion?


    Drücke doch einfach mal die Windows-Taste zusammen mit der Strg-Taste und der Entertaste. Dann startet das Vorleseprogramm.


    Böse Frage (nicht ganz ernst gemeint - aber wer weiß?):

    Lohnt es sich noch lesen zu lernen?

    Ich frage mich halt, wo das enden soll mit den Reflektoren-Vorschriften. Winterjacke für draußen mit Reflektoren fände ich einerseits okay, andererseits werden doch Berufsgruppen wie Abfallentsorger oder Bauarbeiter etc., die sich berufsbedingt besonders exponieren müssen im Verkehrsgewimmel irgendwann verschluckt werden von den vielen "zivilen" Warnwestenträgern.


    Und dann frage ich mich: Was ist an einem lauen Spätherbstabend, wo mir ein leichtes Strickjäckchen reicht zum Radfahren, dass ich sonst normalerweise eher drinnen anziehe, um im Winter Heizkosten zu sparen und die Umwelt zu schonen. Da käm' ich mir schon ein bisschen komisch vor, wenn ich in der Wohnung mit Reflektorenbewehrten Strickjäckchen rumlaufen müsste, weil es solche ohne Reflektoren nicht mehr gäbe.

    Und wenn ich in einer lauen Sommernacht nur im T-Shirt mit braungebrannten Armen mit dem Fahrrad fahre? Müssen T-Shirts dann auch Reflektoren haben? Oder wird dann eine Reflektor-Schärpe zur Pflicht?

    Als ich den Fahrradfahrer auf dem Foto sah, wurde mir klar, wo das alles enden kann. Denn warum nur Reflektoren, wenn man die Kleidung selbst doch zum Leuchten bringen kann? Siehe unten!

    Und warum nur Kinder, wo Erwachsene doch manchmal noch viel unberechenbarere "Winkel" schlagen?

    Die Radfahrerei und das Zufußgehen, darf nicht an die Bedürfnisse der Autofahrer angepasst werden. Umgekehrt ist jedoch noch jede Menge Luft! Tempo 30 Regelgeschwindigkeit innerorts, Tempo 15 in Wohngebieten! Intelligenter Geschwindigkeitsassistent, der das zuverlässig überwacht. etc., etc.!

    Hier das irre Radfahrerleuchte-Teil:

    Ich muss mich korrigieren. Berlin hat doch noch etwas mehr gemacht: den Schulleitungen wurde untersagt, irgendeine Form von Druck auf die Lehrer auszuüben, Videokonferenzen durchzuführen. Wenn Lehrer diese Konferenzen ablehnen, darf die Schulleitung nichtmal nach dem Grund fragen.


    Ich bekomme immer schlechtere Laune!

    Warum bekommst du da schlechte Laune?


    Um das besser beurteilen zu können ist es nicht uninteressant die Frage zu stellen, was denn in der jüngeren und der weiter zurückliegenden Vergangenheit getan wurde, um die Ausstattung der Lehrer*innen mit entsprechender Hard- und Software sicher zu stellen.


    Ich vermute, dass die ganz überwiegende Mehrheit der Lehrerinnen und Lehrer, die jetzt mit Hilfe mehr oder weniger vertrauenswürdiger Anbieter Videokonferenzen mit ihren Schülern machen, das mit privat angeschafften Geräten machen. Und mit denen haben sich die meisten Lehrer*innen und Lehrer in ihrer Freizeit vertraut gemacht.


    Grund schlechte Laune zu bekommen, hattest du also schon seit deutlich längerer Zeit. Eine Zeit in der das Kaputtsparen von staatlichen Institutionen von allen Seiten beklatscht wurde. Und in der Lehrer vom damaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten und späteren Bundeskanzler als "Faule Säcke" beschimpft wurde. ich vermute, bei so was ist ein Lehrergedächtnis mit dem eines Elefanten vergleichbar!

    https://www.ndr.de/nachrichten…Saecke,schroeder1308.html