In anderen europäischen Ländern hängen simpel Kameras an den Einfahrten zu solchen Gebieten, die Nummerschilder der Anwohner sind registriert, Besucher kann man einfach anmelden. Und Leute, die dann so einfahren, bekommen den Strafzettel dann mit der Post.
In Italien heißt das zum Beispiel recht eindeutig "Zona a Traffico Limitato", und die Listen an deutschen Urlaubern, die sich ein halbes Jahr später darüber beschweren, dass es Geld kostet wenn man mit seinem Fahrmöbel überall hinfahren will, ist recht lang.
So ein System halte ich nur für bedingt tauglich. Was fehlt ist die klare Festlegung, an welchen Stellen geparkt werden darf und wo nicht. Und eine Kontrolle, die Falschparken verhindert. Und zwar das Falschparken der Anwohner, die einen Berechtigungsschein haben, mit dem sie in ihre Anwohnerparksone hineinkommen. Und es muss klar geregelt sein, dass das System darauf ausgerichtet ist, die Anzahl der PKW zu reduzieren, indem das Parken zunehmend stärker limitiert wird.
Andernfalls geschieht das, was jetzt bereits vielerorts geschieht, es werden mehr und mehr Autos angeschafft und abgestellt und wenn die erlaubten Parkmöglichkeiten nicht ausreichen, werden die unerlaubten voll gestellt, mit den Wagen der Anwohner*innen, die in der "Zona a Traffico Limitato" wohnen.
Und an der Stelle kommt die Fahrradzone ins Spiel, weil damit aufgezeigt wird, dass es ein intelligenteres und flächensparendes Mobilitätssystem gibt als den MIV, nämlich das Fahrrad! Und das hat es verdient privilegiert zu werden gegenüber Autos. Zugegeben, in Fahrradstraßen und Fahrradzonen mit Autoverkehrsfreigabe sind diese Fahrradprivilegien nicht gerade überbordend. Aber es ist ein klares Signal damit gesetzt.
Deshalb hat die Stadt Kassel einen guten Weg eingeschlagen mit der Einrichtung von Fahrradzonen, auch wenn die Vorteile naturgemäß nicht jedem sofort einleuchten. Manche Fahrradfahrende fragen sich, was soll das denn, hier fahren ja immer noch überall Autos rum. Andererseits wird Autofahrenden, die mit einer Fahrradzone konfrontiert werden, immerhin der Gedanke nahegelegt, dass das Auto nicht der Mittelpunkt allen Mobilitätsgeschehen sein sollte.