Beiträge von Ullie

    Der Bundestag besteht in erster Linie aus 299 von den Bürgern direkt gewählten Persönlichkeiten, die dort jeweils einen spezifischen Wahlkreis vertreten. Theoretisch muss kein einziger davon einer Partei angehören.


    Aber was solls? Shit happens :)

    Shit happens, das kann man wohl wirklich von vielen Direktbewerbern sagen. Zum Beispiel hier: "Dabei kann der 58-jährige Brinkumer Erfahrungen mit diversen Parteien vorweisen. Nach eigenen Angaben war er bereits Mitglied der CDU, der SPD, der Grünen, der Schill-Partei und der FDP. Allerdings jeweils immer nur für maximal drei Monate, so Gums. Lediglich bei den Piraten war er von 2010 bis 2012 länger Mitglied." Das schreibt der Weserkurier über einen parteilosen Direktkandidaten der 2017 zur Landtagswahl in Niedersachsen im Wahlkreis 41 antrat. https://www.weser-kurier.de/ni…41-doc7e43hnmz1g5pxgmv9ga

    Vermutlich gibt es auch seriösere Direktkandidaten, die keiner Partei angehören. Aber auf keinen Fall sollte es Prinzip werden, dass sich ein Parlament aus beliebigen Direktkandidaten zusammensetzt, die jeweils ihre ganz eigenen Interessen und Vorstellungen umsetzen wollen.

    Nur Mofas dürfen/müssen außerorts Radwege benutzen. Also alles bis 25 ccm. Bei mehr Hubraum ist auch außerorte nur die Fahrbahn erlaubt. Ich denke doch richtig, oder?

    Mofas müssen meines Wissens nicht den Radweg benutzen. Auch dann nicht, wenn der Radweg freigegeben ist für Mofas.

    Foto: Radweg am Stadtrand, aber noch innerorts. Hier gibt es keinen Benutzungszwang für Mofas. Meine persönliche Einschätzung: Mofa-Fahrer*innen werden von Autofahrer*innen als Gleichgesinnte betrachtet - die mit dem "Benzin im Blut" - deshalb "dürfen" sie die Fahrbahn mitbenutzen, von der viele Autofahrer denken, dass sie für Fahrzeuge mit Verbrennermotoren reserviert ist.


    Und auch außerorts gilt, dass Mofas den Radweg nicht benutzen müssen.

    Außerorts aber muss der Radweg nicht speziell mit Mofas frei gekennzeichnet sein. Trotzdem dürfen Mofas den Radweg benutzen. (Mit Mofas meine ich solche Motor-Zweiräder, die max. 25 km/h schnell sind.)

    In dem bereits weiter oben verlinkten Artikel scheinen der Autorin Katharina Garus auch Bedenken zu kommen hinsichtlich der Radwegfreigabe für S-Pedelecs, denn sie berichtet über die folgende Idee einer S-Pedelec-Fahrerin aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck: "Weil es nicht abzustreiten ist, dass 45 km/h schnelle Fahrräder auf Radwegen und erst recht auf gemischten Fuß- und Radwegen auch Gefahren mit sich bringen, fordert die VCD-Aktive Anja Herz ein eige­nes Verkehrszeichen für schnelle E-Bikes: Mit dem Schild „S-Pedelecs frei“ könnten Wege ausgewiesen werden, auf denen S-Pedelecs zwar nachrangig, aber eben erlaubt sind – analog zum Zeichen „Radfahrer frei“ auf Fußwegen und in Fußgängerzonen. Wie man einem Porschefahrer zutraue, in einer 30er-Zone maximal 30 km/h zu fahren, so könne man doch einem S-Pedelec-Fahrer auch zutrauen, mit angepasster Geschwindigkeit auf Radwegen unterwegs zu sein, argumentiert Herz. Bei den Politiker*innen in ihrem Heimatort Fürstenfeldbruck stößt sie damit allerdings auf taube Ohren."

    Hier noch mal der Link:

    Pendeln mit S-Pedelec
    S-Pedelecs könnten eine echte Bereicherung für die Mobilitätswende sein. Doch die Straßenverkehrsordnung legt dem Steine in den Weg.
    www.fairkehr-magazin.de

    Wie schwierig das mit der "angepassten Geschwindigkeit" von Fahrradfahrer*innen auf Fußwegen ist, die für den Radverkehr freigegeben sind, darüber wird ja hier im Forum an vielen Stellen diskutiert. Dabei ist rechtlich einwandfrei festgelegt, dass Fahrradfahrer*innen max. Schrittgeschwindigkeit fahren dürfen. Aber welches Tempo meint die S-Pedelec-Aktivistin aus Fürstenfeldbruck? Sie macht es sich ein bisschen zu einfach, wenn sie lediglich von angepasster Geschwindigkeit redet, ohne konkreten Zahlen zu nennen. Sollen die 15 km/h zugrunde gelegt werden, die der ADFC als Durchschnittsgeschwindigkeit auf Fahrradwegen nennt?

    Auf den ersten Blick außer am Nummernschild kaum zu unterscheiden von einem normalen Pedelec:


    "„Da ist der Radweg!“ Es dauert keine zehn Minuten, bis ich bei meinem Selbstversuch „Pendeln mit dem S-Pedelec“ von einem Autofahrer auf den Radweg verwiesen werde. „Das ist ein S-Pedelec“, kläre ich ihn in aller Kürze auf, „ich habe ein Nummernschild. Damit darf ich gar nicht auf dem Radweg fahren.“ Verwunderte Blicke sind seine Antwort und das Geständnis: „Das wusste ich nicht.“" Der Absatz ist ein Zitat aus der VCD-Zeitung fairkehr https://www.fairkehr-magazin.d…ce/pendeln-mit-s-pedelec/


    Mir war gar nicht klar, dass sich der VCD so vehement dafür einsetzt, den S-Pedelec-Verkehr auf den Radwegen zu etablieren. In dem zitierten fairkehr -Artikel von Katharina Garus wird sogar offen zum Rechtsbruch aufgefordert: "Und so bleibt mir beim Pendeln mit dem S-Pedelec vorerst nur, mich weiterhin entweder über Verkehrsregeln hinwegzusetzen..."


    Der ADFC dagegen warnt davor, auf Fahrradwegen den S-Pedelec-Verkehr zuzulassen:

    "Wenn auf Radwegen neben Radlern, die im Durchschnitt rund 15 Stundenkilometer fahren, in Zukunft auch hochmotorisierte S-Pedelecs mit der dreifachen Geschwindigkeit unterwegs sind, wird das Unfallrisiko deutlich steigen." aus RP vom 2.7.2015

    Schnelle S-Pedelecs: ADFC warnt vor schnellen E-Bikes auf Radwegen
    Die Regierung will die Verkehrsordnung demnächst ändern. ADFC und Mediziner sind gegen eine Zulassung schneller S-Pedelecs. Für die einen ist das E-Bike
    rp-online.de

    FFF-Demo in Hannover gegen MIV-Infrastrukturvermehrung


    In der bekannten Radiosendung Redezeit hat die Sprecherin von Fridays For Future Hamburg die Position von Fridays For Future deutlich gemacht. Sie sieht den Protest nicht als einen lediglich symbolischen Protest gegen die Braunkohleverstromung, wie es der Titel der Redezeit-Sendung nahelegt:

    "Kampf um Lützerath - Worum geht es wirklich?"

    Für Annika Kruse aus Hamburg ist klar, dass das Abbaggern der Kohle unter Lützerath die im Pariser Klimaabkommen getroffenen CO2-Grenzen sprengt, weshalb es sich um mehr als einen rein symbolischen Protest handelt.

    Minute 9:45

    Kampf um Lützerath: Worum geht es wirklich?
    Lützerath - der Ortsname steht für die "letzte Schlacht" um die Braunkohle in Deutschland. Wie entscheidend ist der Konflikt für das Klima? Darüber wurde in…
    www.ndr.de

    Für Annika Kruse ist Lützerath noch nicht verloren. Minute 1h12:23


    Dagegen warnt der Politikwissenschaftler, Autor und Historiker der deutschen Protestbewegung, Dr. Wolfgang Kraushaar vor einer Versteifung des Protestes auf das nicht mehr zu rettende Örtchen Lützerath und fordert stattdessen, dass die Klima-Protestbewegung sich auf andere Betätigungsfelder konzentriert, insbesondere den Verkehrssektor, wo in Deutschland durch den nach wie vor weitgehend ungebremsten und ungehemmten Autoverkehr die Klimaziele in einem weit höheren Maße verfehlt werden als bei der Stromproduktion. Minute 52:24.


    Da frage ich mich dann schon, ob Wolfgang Kraushaar gar nichts davon mitbekommen hat, dass die Fridays For Future Protestbewegung und ihre Mitstreiter es 2019 geschafft haben, die IAA aus Frankfurt zu vertreiben. Es ist ja nun beileibe nicht so, als bliebe der Verkehrssektor von FFF unbeackert. (Siehe auch Foto oben!)


    Schön ist auch zu hören, dass die ganz überwiegende Zahl der Anruferinnen bei der Sendung den Protest gegen das Abbaggern von Lützerath sehr positiv bewertet!

    Inkompetente Politiker bekommen regelmäßig das Verkehrsministerium zugewiesen; man sieht ja die Auswirkungen davon.

    Aus Radfahrersicht magst du Recht haben.

    Aber aus Autofahrersicht stellt sich das ganz anders dar. Ramsauers üble Schmutzkampagne gegen Fahrradfahrer*innen (*Kampfradler-Kampagne) kommt bis heute gut an bei vielen Autofahrer*innen und auch besonders bei Fußgänger*innen, insbesondere solchen im höheren Alter (eine immer breiter werdende Wählerschicht.)

    Ramsauer war ein widerlich autoritär agierender Politiker, wenn es darum ging, die Rechte von Fahrradfahrenden zu beschneiden. Und dafür bekommen er und seine Nachfolger, die ihm in dieser Hinsicht nicht nachstehen, kräftig Beifall.

    Und er war im Sinne der Autolobby ein äußerst erfolgreicher Politiker. Sein Nachfolger Dobrindt ebenfalls. Und Scheuer machte zwar vor allem durch seinen missglückten Maut-Deal die Rede. Aber wirklich zu Rechenschaft gezogen wurde er dafür nicht. Warum auch. Er hat es damit geschafft, sämtliche PKW-Mautpläne auf lange Zeit hinaus vom Tisch zu fegen.

    Oder nimm Wissmann: Der hat es erneut geschafft, dass der Löwenanteil der Infrastrukturausgaben in den MIV gesteckt werden.


    Ich stimme dir zu:

    Autorität ist auch zweckmäßig, aber nicht alles. Für mich ist Organisationstalent in den Positionen noch wichtiger.

    Nur warum tut der Spiegel so, als sei damit für die Position des Verteidigungsministers quasi automatisch das männliche Geschlecht Voraussetzung für den Posten?

    "Die Frage ist auch, ob Scholz wirklich an seiner Paritätsvorgabe festhält. Längst gibt es Sozialdemokraten, die sagen, in Zeiten des Krieges und des massiven Vertrauensverlusts innerhalb des Ministeriums müsse es nun zuallererst auf Kompetenz und Autorität ankommen."

    Spiegel vom 14.1.23

    Und was ist dran an dem Spiegel-Geschwätz? Welcher Sozialdemokrat hat denn gefordert, der nächste Verteidigungsminister müsse ein Mann sein?

    Wir führen in der Ukraine einen Stellvertreterkrieg gegen Russland & Co.

    Wir führen zum Glück keinen Krieg. Die Ukraine verteidigt sich gegen einen Angriffskrieg, der von Russland gestartet worden ist. Es ist richtig, die Ukraine in dieser Notsituation zu unterstützen.

    Ich bezeichne das nicht als Stellvertreterkrieg. Weder einen Stellvertreterkrieg den die Ukraine für wen auch immer führt.

    Und erst recht nicht einen Stellvertreterkrieg, den wir führen, denn die Bundesrepublik Deutschland ist nicht im Krieg! Und die allermeisten Menschen (nicht nur in Deutschland) wollen auch keinen Krieg.

    Man möchte ja fast meinen: Gott sei Dank.


    https://www.spiegel.de/politik…0d-4ee9-b76d-743afe8312a8

    "Die Frage ist auch, ob Scholz wirklich an seiner Paritätsvorgabe festhält. Längst gibt es Sozialdemokraten, die sagen, in Zeiten des Krieges und des massiven Vertrauensverlusts innerhalb des Ministeriums müsse es nun zuallererst auf Kompetenz und Autorität ankommen."

    Dieser Satz ist aus dem von Malte verlinkten Spiegelartikel zitiert.

    Ist natürlich letztlich nur haltloses Spiegel-Geschwätz.


    Trotzdem: Warum hält es der Spiegel anscheinend für nötig so zu tun, bzw. zu behaupten, es gäbe sogar entsprechende Stimmen in der SPD, als müsse jetzt ein Mann Verteidigungsminister werden, weil nur ein Mann die notwendige Autorität mit sich bringt, in Kriegszeiten die militärische Führung zu übernehmen?


    Das ist diese Form von Pro-Kriegspropaganda in einer längst überwunden geglaubten Form, die ich als zunehmend abschreckend und gefährlich empfinde.


    Denn erstens befinden wir uns nicht im Krieg. Gott sei Dank nicht!

    Und zweitens gibt es einen breiten gesellschaftlichen Konsens, dass das so bleiben möge. Gott sei Dank!

    Außerdem ist Autorität keine Frage, die vom Geschlecht abhängt.

    Ganz egal ob in Kriegszeiten oder in Friedenszeiten.

    Schon richtig. Und gerade dieses Hin und Her mit FFP2 im Fernverkehr, OP-Masken im Nahverkehr, aber nicht in allen Bundesländern und nicht in privat betriebenen Reisebussen und so weiter und so fort, kapiert ja auch kein Mensch mehr.


    Mittlerweile seh ich’s auch so: Mir egal. Aber ich will nicht angequakt werden, wenn ich mich trotzdem für eine Maske entscheide.

    Ich denke Corona und die zeitweise erlassenen Gebote zum Maskentragen, macht es Menschen einfacher, zum Beispiel im ÖPNV eine Maske zu tragen, ohne deshalb für einen Asiaten gehalten zu werden. In Hannover weiß ich von vor Corona, dass zu Messezeiten die Anzahl der Maskenträger anstieg. In fast allen Fällen waren es Asiaten, so weit ich das durch Augenschein und Nachfragen feststellen konnte.


    Absurd wurde das Maskengebot nach meiner Erinnerung zu dem Zeitpunkt, als zunächst medizinische Maske in Fernzügen galt und FFP-2-Maske im ÖPNV und dann innerhalb weniger Tage sich diese Regelung umdrehte. Plötzlich galt für Fernzüge FFP 2 und für den ÖPNV galt medizinische Maske reicht aus.

    Tempolimit 80 km/h auf der Autobahn - geht doch:

    "Auf allen freigegebenen Streckenabschnitten gilt vorerst Tempo 80. "Wie lange das so sein wird, können wir im Moment noch nicht sagen", sagte der Direktor der Niederlassung Nordwest der Autobahn GmbH, Cord Lüesse. Eine derartige Verunreinigung auf einer so langen Strecke habe er noch nie zuvor erlebt. Den entstandenen Schaden schätzte er auf einen Betrag "im oberen sechsstelligen Bereich"."

    Der betroffene Autobahnabschnitt ist laut NDR-Bericht vom 13.1.2023 immerhin 60 km lang.

    A7 bei Göttingen: Weiterer Abschnitt nach Sperrung freigegeben
    Die Arbeiten auf der mit Kokosfett verschmutzen A7 bei Göttingen kommen weiter voran. Am frühen Freitagmorgen wurde ein zweiter Abschnitt zwischen dem Dreieck…
    www.ndr.de

    Ob Verkehrsforscher in der Zeit des Tempolimits untersuchen werden, wie sich das Tempolimit auf den betroffenen Autobahnverkehr auswirkt? Bekannt ist, dass ein niedrigeres Tempo zu einem gleichmäßigeren Verkehrsfluss beiträgt. Wäre doch schön, wenn ein Praxistest in diesem Umfang demonstriert, dass nicht die ganze Republik in Dauerstau und Stillstand verfällt, wenn auf der Autobahn Tempo 80 max. gilt.

    Sollte nach Abschluss der Reinigungsarbeiten noch eine längere Phase mit Tempo-80-Reduktion sich anschließen, dann wäre das eine gute Möglichkeit den Verkehrsfluss auf der Autobahn bei Tempo 80 max. zu untersuchen.

    Leider wird in dem Artikel nicht erwähnt, ob die Tempo 80-Reduktion auf den betroffenen Autobahnabschnitten gleichermaßen für den PKW- und LKW-Verkehr gilt.

    Ich bin völlig geplättet. Darf der sowas sagen? Ich würde ihn ja wegen Häresie rausschmeissen, sonst kommt evtl. noch jemand auf die Idee nachzurechnen, dass man mit Leichtfahrzeugen locker 50% des heutigen Energiebedarfs einsparen könnte. Einfach so, völlig problemlos. Das muss verhindert werden...

    Ja, der darf so was sagen. Darüber freut sich die Autoindustrie sogar. In dem von dir verlinkten Artikel wird die automobile Mobilität, so wie wir sie jetzt kennen, mit all ihren Schattenseiten, an keiner Stelle ernsthaft infrage gestellt. https://www.n-tv.de/politik/Wi…utos-article23834865.html

    Schon der Titel, "Wir brauchen schlicht andere Autos", lässt doch sofort jeden Autoindustriellen und Gewerkschafter aus der Autobranche erleichtert aufatmen und ausrufen: "Machen wir, haben wir schon immer so gemacht, fährt doch auch heute kaum noch einer in einem VW-Käfer herum." Außer vielleicht der Lindner.

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    Der Autor in dem von dir verlinkten Artikel, tut so, als würde er Lindner die Stirn bieten. Aber schau mal genau hin und sage mir: An welcher Stelle widerspricht der Autor tatsächlich grundsätzlich dem, was Lindner in seinem Käfer-Interview an heillosen Versprechungen den Autofahrern macht?

    Dass Lindner nichts von einem Tempolimit hält und Weert Canzler, der Autor des von dir verlinkten Artikels ein Tempolimit fordert, ist der einzige klar erkennbare Unterschied. Aber da bleibt Canzler völlig unkonkret, was denn nun für ein Tempolimit gelten soll.


    In dem Käfer-Interview behauptet Lindner in Minute 6:20, die Autofahrer in Deutschland hätten offensichtlich keine Lobby mehr in Deutschland. Der Artikel von Canzler dokumentiert das genaue Gegenteil. Die Autolobby ist nach wie vor quicklebendig, und sie agiert geschickter als je zuvor.

    Extra breiter Radfahrstreifen im Bereich der Bushaltestelle, hier in Wiesbaden:


    Dieser sehr breite Radfahrstreifen im Bereich einer Bushaltestelle in Wiesbaden zeigt eine weitere Möglichkeit, wie der Radverkehr im Bereich einer Bushaltestelle geführt werden kann.

    Interessant ist ein Blick auf Google-Satellit:

    Google Maps
    Find local businesses, view maps and get driving directions in Google Maps.
    www.google.com


    Ursprünglich war der Radfahrstreifen links vom Halteplatz für den Bus markiert. Die trennende Linie zwischen Bushalteplatz und Radfahrstreifen wurde aufgehoben. Der Radfahrstreifen ist nicht erst im Bereich der Bushaltestelle mit dem Zusatz Omnibusse frei ausgeschildert.


    Schon vorher ist die Ausschilderung für die Fahrspur, auf dem Bus- und Radverkehr gemeinsam stattfinden, ein Radwegschild [Zeichen 237] mit dem Zusatz Omnibusse frei. Entsprechend ist das Piktogramm auf dem Radfahrstreifen gestaltet:


    Mit dem Rad würde ich hinter dem Bus halten, bis er wieder anfährt. Ich bin allerdings auch ein eher langsamer Fahrradfahrer. Wer schneller fährt, der hat die Möglichkeit, am haltenden Bus vorbeizufahren.

    Falls es Ihnen entgangen ist: Russland führt den Krieg bereits. Einen Angriffs- und Vernichtungskrieg. Aber das hatten wir schon. Es gibt keine friedliche Option mehr, außer der Unterwerfung unter Gewalt und Vernichtung.

    Genau das ist die große Gefahr, die durch einen Krieg herbeigeführt werden kann.

    Es gibt keine Option mehr außer der Unterwerfung unter Gewalt und Vernichtung.

    Sie beziehen das jetzt auf die Gewalttaten der russischen Armee, von denen schon viel zu viele stattfanden. Aber umgekehrt ist diese Gefahr ebenfalls latent vorhanden.


    Eines der schrecklichsten Ereignisse von Gewalt und Vernichtung im Krieg ist der Atombombeneinsatz der USA gegen Japan 1945. Man kann das rückblickend betrachtet als richtig bezeichnen. Man kann es mit den zahllosen Kriegsverbrechen der faschistischen Diktatur Japans erklären und rechtfertigen. Aber das ändert nichts daran, dass der Atombombeneinsatz gegen Japan ein Kriegsverbrechen war.


    Wird die Gefahr einer Eskalation im Ukrainekrieg, die bis zu einem Atomwaffeneinsatz führen könnte, unterschätzt?

    Der Unterschied ist entscheidend: Spanien hat unter Franco zu keinem Zeitpunkt einen Angriffs- und Vernichtungskrieg gegen ein anderes Land geführt. Womit eine Gesprächsbasis gegeben war.

    Das ist einerseits formal richtig, andererseits aber auch nicht ganz vollständig. So beteiligte sich zum Beispiel die "Blaue Division" an Hitlers Russlandfeldzug. Immerhin rund 15.000 Mann, die von Offizieren befehligt wurden, die der spanischen Armee angehörten.

    Und nicht vergessen werden dürfen die Kriegsverbrechen Francos gegen die spanische Bevölkerung. So legten deutsche und italienische "Freiwilligenverbände" 1937 die spanische Stadt Guernica in Schutt und Asche und töteten dabei bis zu 2000 Zivilisten. Franco beging mit Hilfe aus Deutschland und Italien dieses Kriegsverbrechen gegen gegen die eigene Bevölkerung.


    Sie wiederholen sich, das macht es nicht richtiger, sondern nur menschenverachtender.

    Menschenverachternd ist vor allem Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine. Das wird schnell relativiert, wenn man versuchte, diejenigen Menschen, die diesen Angriffskrieg verurteilen, aber dennoch Alternativen zum militärischen Widerstand erwägen, einfach ebenfalls als "menschenverachtend" zu bezeichnen.


    Dazu kommt, dass innerhalb der russischen Angreifer nicht alle gleichermaßen diesen Angriffskrieg gutheißen. Viele junge Männer sind aus Russland geflohen, um sich dem Militärdienst zu entziehen. Und vermutlich sind viele russische Soldaten, denen es nicht gelang sich dem Militärdienst zu entziehen, nicht freiwillig in die Ukraine einmarschiert. Und es ist sehr wahrscheinlich, dass russische Soldaten ihre Haltung zu diesem Krieg im Kriegsverlauf geändert haben.


    Und es gibt ukrainische Bürger, die geflohen sind, um dem Kriegsdienst in der ukrainischen Armee zu entgehen. Das wäre ein bisschen zu einfach, das einfach alles gleichermaßen als "menschenverachtend" zu bezeichnen.

    Da kann man nichts machen. Die Argumente - sowohl historisch als auch aktuell begründet - wurden ja alle mehrfach genannt. Mit Faschisten auf Kriegszug kann man nicht verhandeln, Punkt.

    Solche Punktum-Basta Ausrufe sind nicht immer hilfreich. Selbst dann, wenn man eine knallharte Konfrontationspolitik verfolgt, weil man sich sicher ist, dass es keine Alternative zur militärischen Antwort gibt, ist es nicht unbedingt hilfreich.

    Eines der gravierendsten Beispiele dafür, dass es nicht möglich sei, mit Faschisten zu verhandeln, ist das Münchner Abkommen von 1938.

    In seinem Buch "München" stellt der Autor Robert Harris die Ereignisse so dar, dass der später von vielen als Appeasement-Politiker geschmähte britische Premier Chamberlain in Wirklichkeit von Hitlers Kriegsabsichten überzeugt war und das Friedens-Abkommen dennoch getroffen habe, und zwar um Zeit zu gewinnen für die Aufrüstung in Großbritannien.

    "Hitler wollte den Krieg bereits 1938 und hat sein Leben lang geglaubt, dass, hätte er den Krieg 1938 bereits begonnen, dass er dann diesen Krieg auch gewonnen hätte. Und Chamberlain glaubte das auch. Insofern war das Münchner Abkommen ein notwendiges Übel und man muss das eben auch so sehen, dass es Großbritannien die Möglichkeit gegeben hat, sich neu zu bewaffnen. Und als der Krieg dann zwischen Deutschland und Großbritannien 1940 ausbrach, konnte Großbritannien dagegenhalten."

    Robert Harris in einem dlf-Interview von 2017

    Robert Harris über seinen Thriller "München" - "Hitler hat nicht geblufft, er wollte den Krieg"
    In seinem Roman "München" begibt sich der britische Schriftsteller Robert Harris ins Jahr 1938, als Deutschland im Münchner Abkommen das Sudetenland…
    www.deutschlandfunkkultur.de

    Harris' Darstellung zur Folge hat also Chamberlain mit Hitler verhandelt, um ihn zu täuschen.


    Aber es gab auch andere Verhandlungen (ohne Täuschungsabsicht) von demokratischen Staaten mit Diktatoren. Der spanische Diktator Franco beispielsweise hatte in Spanien die Demokratie in einem blutigen Bürgerkrieg beseitigt und trotzdem wurde von den Alliierten mit ihm verhandelt. Wie groß der Anteil erfolgreicher Verhandlungen war und wie groß der Anteil der realistischen Einschätzung Francos war, als Kriegspartei nicht bestehen zu können, sei mal dahingestellt. Fest steht, Spanien verhielt sich im 2. Weltkrieg weitgehend neutral. Verhandlungen mit Faschisten in einem Kriegszug auf einem Nebenkriegsschauplatz gab es also auch.


    Wollte die Bevölkerung der Ukraine tatsächlich versuchen, sich ausschließlich mit gewaltfreien Mitteln Russlands Angriffskrieg zu widersetzen, dann würde das sehr wahrscheinlich ebenfalls große Opferzahlen hervorrufen und viel Leid und Elend über die Menschen bringen, schlimmer noch als das, was ja auch jetzt schon in Russland selbst viele Menschen erleben. Trotzdem ist es wichtig, die Option ziviler Widerstand nicht in Bausch und Bogen zu verdammen, sondern als Alternative zur jetzigen Kriegsführung zu behandeln.


    Etwas anderes bleibt denjenigen Menschen, die derzeit in den von Russland besetzten Gebieten leben, auch gar nicht übrig, sofern sie nicht fliehen können oder nicht fliehen wollen. Oder sich nicht an einem Partisanenkampf beteiligen können oder wollen.

    In der Spiegel-Ausgabe 1/23 ist ein Artikel über die Erfolge und die gegenwärtige Haltung des Pazifisten Jürgen Grässlin.

    Achtung: Hinter Bezahlschranke:

    (S+) Pazifist Jürgen Grässlin: Ein bisschen Frieden
    Jürgen Grässlin ist einer der bekanntesten Pazifisten Deutschlands, er reiste jahrelang in Kriegsgebiete und verklagte den Waffenhersteller Heckler & Koch.…
    www.spiegel.de

    Jürgen Grässlin ist Sprecher der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK)

    Die Deutsche Friedensgesellschaft hat aktuell diesen Aufruf gestartet, aus dem ich hier zitiere:

    "Ja zur Hilfe für die Menschen in der Ukraine! Nein zur Lieferung von Panzer!

    Die „Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen“ (DFG-VK) kritisiert die geplante Lieferung von Panzer an die Ukraine: „Statt endlich die zivile Hilfe auszuweiten, werden immer mehr und immer größere Waffensysteme in den Krieg geliefert. Damit wird die Eskalationsspirale angeheizt und der Krieg ausgeweitet“, kritisiert der DFG-VK-Bundessprecher Jürgen Grässlin, Experte für Waffenexporte, und erklärt weiter: „Deutschland muss mit aller Kraft zivil helfen!“"

    Der ganze Aufruf kann hier nachgelesen werden:

    Ja zur Hilfe für die Menschen in der Ukraine! Nein zur Panzerlieferungen!
    Die DFG-VK kritisiert in der aktuellen Pressemitteilung die geplante Lieferung von Panzern an die Ukraine. Damit werde der Krieg ausgeweitet.
    dfg-vk.de


    Ich bin nach wie vor nicht überzeugt davon, dass tatsächlich alle Möglichkeiten erschöpft sind, Russland mit nicht militärischen Mitteln dazu zu bringen, seinen Angriffskrieg zu stoppen. Leider ist es keine Option, sich die Welt ganz einfach schön zu wünschen. Trotzdem halte ich das zunehmend stärkere Anpreisen von militärischen Optionen in der gegenwärtigen Situation für gefährlich, und ich bin einmal mehr unangenehm überrascht von der Rhetorik grüner Spitzenpolitiker*innen:

    "Derzeit will die Bundesregierung nach Aussage von Regierungssprecher Stefan Hebestreit der Ukraine keine Kampfpanzer zur Verfügung stellen. Zuvor hatten mehrere Politiker von FDP und Grünen die Lieferung von Leopard-2-Panzern befürwortet. Auch der grüne Vizekanzler Robert Habeck wollte eine Ausstattung der Ukraine mit dem von der Bundeswehr eingesetzten Panzermodell nicht ausschließen."

    SZ vom 9.1.2023

    https://www.sueddeutsche.de/po…achmut-beschuss-1.5722237
    Und über Anton Hofreiter berichtet das ARD und ZDF Morgenmagazin:

    "Die angekündigte Lieferung von Marder-Schützenpanzern an die Ukraine geht dem Grünen-Politiker Anton Hofreiter nicht weit genug. Er fordert, der Ukraine auch den schlagkräftigeren Kampfpanzer Leopard 2 zur Verfügung zu stellen."

    MOMA vom 6.1.23:

    Hofreiter: Müssen auch Kampfpanzer Leopard 2 liefern | Morgenmagazin
    Die angekündigte Lieferung von Marder-Schützenpanzern an die Ukraine geht dem Grünen-Politiker Anton Hofreiter nicht weit genug. Er fordert, der Ukraine auch…
    www.daserste.de

    Noch ein "Problem" (mir fällt kein passenderes Wort ein) sind Kurztripps. Gerne würden wir uns z.B. mal ein paar Tage Rom anschauen. Aber die Anreise per Bahn steht zeitlich und finanziell in keinem vernünftigen Verhältnis im Vergleich zur Anreise per Flug.

    Mir ist noch eingefallen, dass ich einmal mit dem Reisebus zu einer organisierten Gruppen-Rundreise durch Griechenland gefahren bin. Mit Übernachtung am Gardasee bei Hin- und Rückreise und jeweils einer weiteren auf der Fähre.


    Nur, weil es bisher noch nicht zur Sprache kam: Flixbus zum Beispiel bietet eine elfeinhalb stündige Direktfahrt ab München durch die Nacht für Preise ab ca. 60 Euro. Wäre absolut nichts für mich, weil eine Nacht im Reisebus durchfahren, verbinde ich nicht mit Urlaub.


    Die Reise nach Griechenland dagegen habe ich angenehm in Erinnerung. Aber da fuhren wir tagsüber und es gab Zwischenaufenthalte und Übernachtungen. Und das ist schon so lange her, dass vermutlich nur die angenehmen Erinnerungen haften geblieben sind.


    Vielleicht gibt es ja auch ähnliche Angebote für die Fahrt von München nach Rom mit mehreren Zwischenstopps? Motto: "Der Weg ist das Ziel."

    In Hannover hat der Umbau der Schmiedestraße begonnen.


    2 Fotos vom aufgestellten Baustellenschild:


    Fahrradwege hat es dort nie gegeben und soll es auch in Zukunft nicht geben. Aber einen deutlich schmaleren Fahrbahnquerschnitt, dafür breitere Bürgersteige, Maßnahmen zur Auto-Verkehrsreduktion und zur Temporeduktion. (Derzeit gilt dort Tempo 50)

    Hier ein Vergleich Gestern-Morgen auf hannover.de:

    Gestern: https://www.hannover.de/var/st…hmiedestra%C3%9Fe%201.jpg

    Morgen:

    https://www.hannover.de/var/storage/images/_aliases/full/4/4/3/5/23265344-1-ger-DE/02t-21_12_09_Perspektive%20Schmiedestra%C3%9Fe%201%20WillnerVisualisierung.jpg


    Besonders "spannend" ist dieser Satz zu den Umbauplänen, zitiert bei hannover.de:

    "Durchgangsverkehre sollen mittelfristig unterbunden werden."

    Schmiedestraße - Hannover.de