Beiträge von Ullie

    Danke, Mueck!

    Leider sind es keine Beispiele aus dem VW-Autoland Niedersachsen. Aber immerhin aus dem Mercedes- und Porsche-Autoland Baden-Württemberg.

    Mal schauen ob's hilft.

    Halten ist dort erlaubt. Parken jedoch nicht. Und spätestens wenn der Paketbote irgendwo im Treppenhaus verschwindet ist das kein Halten mehr, sondern Parken.

    Fakt ist aber auch, dass in den engen Straßen meines Stadtteils jeder froh ist, wenn der Paketbote in einer Einfahrt parkt und nicht komplett die Durchfahrt durch die enge Straße blockiert. Deshalb kann ich mir vorstellen, dass der Paketbote keinen Ärger bekommt, wenn er in einer selten benutzten Einfahrt mal fünf bis sechs Minuten länger hält. Und ein Punkt in Flensburg wird dafür vermutlich auch nicht fällig.

    Ich glaube nicht, dass es alleine damit getan ist. Es muss klar werden, dass öffentlicher Raum wertvoll ist und dass es etwas kosten muss, wenn man ihn für nicht-öffentliche Zwecke nutzt. Für mich heißt das, dass das Parken privater Kfz im öffentlichen Raum grundsätzlich kostenpflichtig sein muss. Wo genug Platz vorhanden ist, können die Kosten niedriger angesetzt werden und ggf. auch ganz entfallen, wenn der Aufwand zur Bewirtschaftung des Parkraumes in keinem Verhältnis zu dessen Nutzen steht. Aber je enger es wird, desto kostbarer ist der Platz und umso weniger kann man hinnehmen, dass dieser Platz einfach nur kostenlos mit Autos vollgestellt wird.

    Im Grunde genommen gefällt mir dein Beitrag, aber siehst du nicht die Gefahr, dass das zur Flächenzersiedlung beiträgt? Wo wäre denn genug Platz vorhanden, um billige Parkplätze oder kostenlose anzubieten?

    In der Fläche. Und dann kommen die Flächenbesiedler und wollen breite und schnelle Straßen am besten direkt und ohne Geschwindigkeitsbegrenzung bis ins nächste größere Stadtzentrum.

    Und dort sitzen die Einzelhändler und setzen die Politik unter Druck, dass der Autoverkehr nicht ausgesperrt werden dürfe, dass es billige Stellplätze geben müsse usw., usw..
    Wie lässt sich dieser gordische Knoten zerschlagen? Hast du die Axt dafür?

    Für mich ist der Patz 1 (und 2 und 3 und …) der größten Irrtümer in der Radverkehrswelt: "Radwege sind sicher."

    Dann kommt lange Zeit Nichts.

    Dann kommen: "Sie fördern den Radverkehr," und: "Sie sind notwendig."

    Dann kommt wieder lange Zeit Nichts.

    Und nun reden wir über Sachen wie Fahrradstraßen und Geisterfahren.

    Diesen Thesen möchte ich widersprechen. Es gibt verschiedene Ansatzpunkte dafür. Aber was nach meinen Erfahrungen der gravierendste Ansatzpunkt ist:

    Deine Thesen schrecken dermaßen viele Menschen ab, das nur wenige bereit sind, sich ernsthaft damit auseinanderzusetzen. Aber was soll's das trifft auf einige der Thesen, die ich so verteidige ebenfalls zu. ;)

    Deshalb will ich auch keineswegs deine Thesen ganz einfach auf den Müll schmeißen. Im Gegenteil. Aber was ich davon für brauchbar halte, müsste ich im Gespräch mit vielen Menschen mühsam herleiten.

    Zum Beispiel halte ich auch nichts von Fahrradstraßen. Denn im Grunde genommen sind Fahrradstraßen ein Kompromiss, der getroffen wurde, weil die Forderung im Raum stand, für alle Straßen die Regeln umzusetzen, die in Fahrradstraßen gelten, in denen Autoverkehr zugelassen ist.

    Wie siehst du das, woher genau kommt deine Kritik an Fahrradstraßen. Ich finde es im Grunde genommen gut, dass es Fahrradstraßen gibt. (Bin ich da zu blauäugig?) Meines Erachtens gilt es jetzt, diese Errungenschaft Fahrradstraße auszubauen und stärker zu etablieren. Und meines Erachtens wäre es ein Rückschritt, wenn man zum Beispiel einfach herginge und alle Fahrradstraßen-Ausschilderungen einfach abschraubt.

    Tatsächlich erlebe ich immer wieder, dass Menschen ganz ungläubig reagieren, wenn ich die Idee ausspreche, dass im Grunde genommen auf allen Straßen die Regeln für Fahrradstraßen gelten müssten.

    In dem bereits weiter oben zitierten NDR-Beitrag ist ein Video zu sehen, ein Interview mit Claudia Kemfert. Sie ist eine deutsche Wirtschaftswissenschaftlerin. Sie ist Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr und Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). https://de.wikipedia.org/wiki/Claudia_Kemfert

    In Minute 4:17 des Interviews lobt sie die breiten Fahrradstraßen, die auf Kosten des MIV unter anderem in New York und Mexiko City eröffnet wurden.

    Das DIW hat bereits 2009 die damalige Abwrackprämie kritisiert.

    Süddeutsche Zeitung, 7. Mai 2010, DIW-Chef zur Abwrackprämie

    "Das war ein Strohfeuer"

    Die Autobranche hat trotz Staatshilfe ihre eigentlichen Probleme nicht gelöst, sagt DIW-Chef Zimmermann - einer der größten Kritiker der Abwrackprämie.

    https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/diw…hfeuer-1.174221

    Ebenso 2020:

    Handelsblatt vom 13.5.2020: Ökonomen lehnen Autokaufprämie ab

    Die Regierung sollte in einem Konjunkturpaket keine Extras für einzelne Branchen schaffen, fordern Wirtschaftsforscher. Sie sollten die Lage für alle Unternehmen verbessern.

    https://www.handelsblatt.com/politik/deutsc…hYnr9NlUFGv-ap4

    Auch in dem NDR Interview spricht sich Claudia Kemfert gegen die "Corona-Abwrackprämie" aus und zwar in Minute 8:10.

    Allerdings und das nehme ich ihr, bzw. dem NDR übel:

    Kemfert fordert statt der Abwrackprämie Investitionen in zukunftsfähige Technologien. Unter anderem nennt sie Elektromobilität. Und an dieser Stelle blendet der NDR ein Foto ein, dass ein Schild "Elektrotankstelle" zeigt.

    Siehe Minute 8:18. In einer Elektromobilität, die dem Klima und der Umwelt hilft, können KFZ jedoch nur für ganz wenige Anwendungszwecke in frage kommen, keinesfalls kann an der Massenmotorisierung festgehalten werden. Schon überhaupt gar nicht dann, wenn es eine Massenmotorisierung mit E-Autos ist, die immer größer, schwerer, und schneller gebaut werden und die immer mehr PS haben.

    Außerdem fordert Kemfert staatliche Investitionen in den Flugbetrieb mit dem Ziel klimafreundliche Treibstoffe zu fördern. So weit ich das erkennen kann und ich mich damit beschäftigt habe gibt es keine wirklich klimafreundlichen Treibstoffe für Flugzeuge.

    Elektromobilität in Form von Oberleitungsbussen, Straßenbahnen und anderen Fahrzeugen, die mit Strom aus einem Fahrdraht versorgt werden okay. Massenmotorisierung mit Elektroautos - Nein Danke!

    Sowas hilft nicht weiter (auf jeden Fall dann nicht, wenn es wieder ein Massenphänomen wird):

    So was dagegen schon:

    Heute, Freitag, 29.5.2020, 16:30 Uhr

    fridays for future Fahrraddemo

    ab Opernplatz Hannover

    Ich sehe darin einen wichtigen und richtigen Ansatzpunkt, dem Lieferverkehr Stellplätze zuzuweisen, um die Anzahl der Parkplätze im öffentlichen Verkehrsraum für privat genutzte PKW zu reduzieren. Das läuft nach meiner Beobachtung ohne das übliche Lamento der Auto-Lobbyisten. Und genau deshalb kann es die Situation problemlos verbessern.

    Zwei Formen habe ich beobachtet:

    Breite Einfahrten zu Grundstücken. Wo es die nicht gibt, da müsste man sie künstlich erweitern, so dass in der Grundstückszufahrt genug Platz zum Halten ist. Praktisch funktioniert das bei Grundstückszufahrten wie die im Foto, die nur selten genutzt werden. Autofahrer nutzen die Grundstückszufahrten so gut wie nie zum Parken. Und die Paketboten freuen sich, weil sie dort problemlos für ein paar Minuten halten können, wie dieses Elektro-Fahrzeug.

    Ob das Halten in Grundstückszufahrten erlaubt ist, weiß ich allerdings nicht.

    Die andere Form sind speziell ausgewiesene Halteplätze, die dort markiert werden, wo vorher Parkplätze waren:

    krapotke

    Kommt drauf an.

    Deine Beobachtung habe ich jetzt noch nicht gemacht. Aber wenn ich mir vorstelle, dass der Transporter auf dem Foto links vom dem Radfahrstreifen stünde, dann müsste ich zwischen entgegenkommender Stadtbahntrasse und Transporter durchfahren,um links an ihm vorbei zu fahren. Dann würde ich vermutlich den anderen "Tunnel" bevorzugen, mit entsprechender Vorsicht und sehr langsam.

    Das ist übrigens eine typische Situation auf dem Foto, die sehr vielen Radfahrer*innen so sehr stinkt, dass sie die Goethestraße in Hannovers Innenstadt komplett meiden, obwohl es die breiten neuen Radfahrstreifen dort gibt. Und leider leider kommt dann gleich wieder die Forderung nach den angeblich so sicheren Hochbordradwegen. Dann müssten aber die Parkplätze auf dem Parkstreifen (rechts im Bild) weg und dann haben viele Radler*innen plötzlich wieder "Schiss", ob diese Forderung nicht doch etwas überzogen sei.

    Das Parken am Fahrbahnrand der Fahrbahn ist m.E. eine Art der lästigen Fahrbahnbenutzung ...

    Parken auf dem Seitenstreifen dagegen ... Hmmm ... :/

    Für viele Fahrradfahrer*innen, die davon betroffen sind, ist es ein Grund, solche Straßen nicht mehr zu benutzen. Parkt ein PKW am Fahrbahnrand musst du als Radfahrer*in unter Beachtung des rückwärtigen Verkehrs Handzeichen geben, ausscheren und um das Hindernis herum fahren.

    Da die Autos oft schneller oder deutlich schneller unterwegs sind, bremst du sie aus, wenn du so verfährst wie beschrieben.

    Das trauen sich viele Radfahrer*innen nicht. Die halten stattdessen hinter dem Fahrzeug, das am Fahrbahnrand steht, an und warten, bis kein Auto mehr von hinten kommt.

    Und das nächste mal fahren sie dort gar nicht mehr erst mit dem Fahrrad lang oder verzichten gleich ganz darauf, das Fahrrad zu benutzen.

    Das kann man bescheuert finden, oder "Angsthase" schimpfen, aber genau so ist es sehr oft! Leider.:(

    Genauer: ... zur Tempo-30-Zone?

    Es ist kaum einer da. Der Effekt ist eigentlich nur rein psychologisch, durch die beschilderung entsteht der Eindruck, der Autofahrer ist nur geduldeter Gast bei Radfahrern und nicht umgekehrt. Scheint aber halbwegs zu funktionieren.

    Ähnlich ist es mit dem "Sharrows", die eigentlich auch nur eine psychologischer Wirkung haben, keine rechtliche, aber auch die scheinen zu funktionieren und führen zu einem besseren Klima, wie die Fahrradstr., jedenfalls in unserer Gegend ...

    Welche Farbe haben die "Sharrows" bei euch? Kannst du bitte mal ein Foto veröffentlichen? Der Engelbosteler Damm in Hannover hat auch so was wie "Sharrows". Aber die sind grün und schon deshalb schwer erkennbar. Und sie haben keine Pfeile, sondern bestehen nur aus einem Fahrradpiktogramm. Außerdem sind sie reichlich abgerieben:

    Ich würde gerne der Verwaltung vorschlagen, dass sie richtig schön große breite und weiße Sharrows dorthin machen soll. Dort wurde mir jedoch einmal gesagt, das widerspräche den einschlägigen Vorschriften.

    Hallo Reipe, du hattest doch geschrieben:

    Auch in Fahrradstraßen ist das Halten und Parken für Kfz nur auf extra dafür ausgewiesenen Flächen erlaubt. Dies ist leider den meisten PKs, Ordnungsämtern usw. und schon gar nicht den Führerscheinbesitzern bekannt.

    Aber wo genau steht das? Es ist echt nervig, dass in Hannover in der Fahrradstraße Lange Laube immer wieder Autos in zweiter Reihe halten, manchmal so lang, dass es bereits ein Parken ist. Und ich bin bisher davon ausgegangen, dass die das sogar dürfen, so wie bis vor kurzem ja auch auf Radverkehr-Schutzstreifen gehalten werden durfte.

    In der von dir angegebenen Quelle habe ich folgenden Hinweis gefunden: "Dürfen Kraftfahrer diese Straße (Fahrradstraße) befahren, müssen sie sich dem Radverkehr anpassen, denn dieser hat in einer Fahrradstraße Vorfahrt. Eine Behinderung oder gar eine Gefährdung soll so verhindert werden." https://www.bussgeld-info.de/fahrradstrasse/

    Das interpretiere ich jetzt mal in Bezug auf die Fragestellung so: Wenn in einer Fahrradstraße ein Auto außerhalb einer Parkmarkierung hält oder parkt, dann stellt das eine Gefährdung des Radverkehrs da und deshalb darf niemand mit seinem Auto außerhalb von dafür markierten Flächen halten oder parken.

    Aber jede Wette: Ein "ADAC-Anwalt" sähe das anders.

    Diese Ansage für die Kleefelder Straße in Hannover stellt offensichtlich eine Erlaubnis dar, dass in dieser Fahrradstraße auch außerhalb der markierten Fläche gehalten werden darf. (Aber nicht geparkt werden darf.)

    Fahrrad-Protest gegen die Autokaufprämie in Hannover

    "Nach der Corona-Zwangspause wollen am Freitag Schüler in mehreren niedersächsischen Städte wieder für den Klimaschutz demonstrieren. In Hannover ist eine Fahrrad-Demo geplant, die auf dem Opernplatz beginnt, teilte die Bewegung "Fridays for Future Hannover" mit."

    (...)

    "Schüler fordern autofreie Innenstadt

    Die Teilnehmer der Demonstration wollen gemeinsam mit dem Rad durch die Stadt fahren, um ihre Forderung nach mehr nachhaltiger Mobilität zu unterstreichen. "Die Entscheidungen, die wir jetzt treffen, wirken lange nach", sagte Mitinitiatorin Lou Töllner. Eine Kaufprämie für Verbrenner sei daher eindeutig der falsche Weg. Die Jugendlichen riefen zudem Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne) dazu auf, erste Schritte in Richtung einer autofreien Innenstadt zu gehen."

    Quelle: NDR.de https://www.ndr.de/nachrichten/ni…aschutz304.html

    In ihrer heutigen Print-Ausgabe berichtet die HAZ, dass die Fahrrad-Demo um 16:30 Uhr auf dem Opernplatz beginnt und sich über den City-Ring bewegen wird. Die Polizei rät allen Verkehrsteilnehmer*innen, ebenfalls auf das Rad umzusteigen oder den ÖPNV zu benutzen.

    Ich habe zwar keine Hinweise darauf gefunden, aber ich vermute, dass eine der Demoauflagen sein wird, dass die Teilnehmer*innen einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Bitte dran denken und zahlreich kommen!

    Als "Appetit-Anreger" zwei Demo-Plakate von zurückliegenden Demonstrationen:

    Auch in Fahrradstraßen ist das Halten und Parken für Kfz nur auf extra dafür ausgewiesenen Flächen erlaubt. Dies ist leider den meisten PKs, Ordnungsämtern usw. und schon gar nicht den Führerscheinbesitzern bekannt.

    ADFC Hamburg Fahrradstraßen

    Dort das Erklär-Video vom LSGB (Landesbetrieb Straßen, Gewässer, Brücken Hamburg).

    Du meinst Minute 1:05?

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    Es wird tatsächlich in dem ganzen Video nichts zum Thema Halten gesagt und auch in Hannover in der Langen Laube gibt es dieses Problem, dass immer wieder Autos in der Fahrradstraße halten. Folge: Die Radfahrer sind restlos angenervt, und sagen sich dann: Hier fahre ich nicht mehr lang und schimpfen darüber, was es für eine "bescheuerte Idee" der Verwaltung war, hier eine Fahrradstraße einzurichten. Aber konsequent den nächsten Schritt zu gehen und zu fordern, dass der Autoverkehr ausgesperrt wird, das ist dann vielen wieder zu radikal. Zum Heulen. ;(

    Was der von Yeti zitierte "Auto-Berliner" da verbreitet ist einmal mehr stumpfe Stimmungsmache gegen Verkehrsmittel, die anders als Autos in der Lage sind, Mobilität für alle Menschen zu ermöglichen, anstatt alle Menschen im Stau stehen zu lassen.

    Das Schlimme ist, "stumpf" ist mitunter "trumpf" oder besser "Trump" und leider mitunter erfolgreich.

    Da passt diese Karikatur zu http://www.busandcoach.travel/images/safe/76…0_7371195_n.jpg

    Das hat einen ganz einfachen Grund: Ich habe das Brompton-Faltrad damals in Hamburg gekauft, weil ich in Hamburg gewohnt habe. Mit Gewährleistungsansprüchen, die ich hier in diesem Fall wahrnehmen möchte, muss ich mich aber weiterhin an den Händler in Hamburg wenden.

    Deine Schilderung hat mich an etwas erinnert, aus der Zeit, als ich auf dem Land groß geworden bin. Dort gab es mal eine Tankstelle in dem kleinen Ort, in dem ich lebte. Die war dann irgenwann zu, aber es gab immer noch ein kleines Geschäft, wo man unter anderem auch Fahrradflickzeug und gängige Ersatzteile kaufen konnte. (Und früher gab es nach meiner Erinnerung sehr viel weniger verschiedene Produkte.)

    Irgendwann war auch der Laden zu, und man musste in das nächste "Unterzentrum" fahren. Mit dem Bus, wenn es um was ging, dass man für's Rad brauchte, um es wieder zum Laufen zu bringen. Oder halt mit einem geliehenen Rad.

    Mögen nicht, aber es muss eben erledigt werden. Ein Hinterrad vom Brompton muss in die Werkstatt, ein paar Überbleipsel der Hochzeit zurück zu meinen Eltern. Und in der Bahn kann ich immerhin die Zeit noch soweit nutzen und arbeiten oder dösen.

    Bitte missverstehe mich nicht, ich will dir keinesfalls irgendeinen Vorwurf daraus machen, dass du eine weite Strecke für ein bestimmtes Fahrrad-Hinterrad zurücklegst. Und so was wird es immer geben und das hat von Fall zu Fall auch gute Gründe und da will ich auch gar nicht dran rütteln und ich will auch nicht jedem Radfahrer das genau baugleiche Hinterrad vorschreiben.

    Aber es ist eben auch ein Stück weit Geschäftsidee, um sich im Konkurrenzkampf unterscheiden zu können, mitunter werden Produkte so konstruiert, dass es nicht so leicht möglich ist ggf. Ersatz zu besorgen.

    In einer ähnlich gelagerten Frage komme ich immer wieder mal mit dem Verkaufspersonal meines Lieblingsgetränkeladens ins Gespräch. Das verläuft ungefähr so: Wäre es nicht einfacher, preiswerter und effizienter, wenn Bier oder Limonade nicht in 20, 30 und noch mehr verschiedenen Flaschensorten angeboten würde, sondern wenn es nur ganz wenige Standard-Flaschenformen gäbe. Einer der Verkäufer ist in der ehemaligen DDR aufgewachsen und berichtete mit dann, dass es dort zu DDR-Zeiten so war, dass es nur ganz wenige Flaschensorten gab und zum Beispiel Milch wie Bier in den selben Flaschen angeboten wurden. Er kann auch nicht verstehen, warum es so viele verschiedene Flaschensorten gäbe.

    Meines Erachtens hat das nicht zuletzt etwas damit zu tun, dass das Transportieren von Produkten sehr preiswert ist. Und es ist auch für viele Kunden kein Problem ein ungewöhnliches Produkt zu haben, für das es keine Ersatzteile um die Ecke gibt. Im Notfall kann man ja eben mal mit dem Auto dahin fahren, wo es das gibt. Und weil das geht, werden viele Produkte auch so gebaut, dass ein leicht und schnell erreichbares weit verbreitetes Standard-Ersatzteil nicht funktioniert oder gar nicht erst hergestellt wird.

    Und diesen ganzen Faktor kann ich eben rausdividieren, wenn ich anstelle der öffentlichen Verkehrsmittel aufs Fahrrad oder ins Auto steige. Wobei das Fahrrad eben den üblichen Limitierungen unterliegt — ich müsste zum Beispiel in den nächsten Tagen mal zu meinen Eltern (30 Kilometer) und nach Hamburg fahren (99 Kilometer). Beides ist auch mit dem Fahrrad machbar, nur… ausgesprochen umständlich. Für eine Erledigung von nicht einmal einer Viertelstunde will man vielleicht nicht gleich 60 oder 198 Kilometer mit dem Rad zurücklegen, wobei ich erst beim Tippen dieser Worte merke, dass das für einen Großteil der Menschen auch gar nicht mal ansatzweise überhaupt in Frage kommt.

    An dieser Stelle möchte ich meinem Ärger Luft machen: Es gibt nicht wenige Menschen für die es die "Alternative Auto" schlicht nicht gibt. Diese Menschen haben, aus verschiedenen Gründen, oft aus mehreren Gründen gleichzeitig, keine Chance auf's Auto umzusteigen. Das unkritische und geradezu gebetsmühlenartige Wiederholen, wie Corona-sicher doch angeblich das Auto sei, das zur Zeit in manchen Medien angestimmt wird, missachtet komplett diese vielen Menschen, die es auch gibt und die keine Chance haben ein eigenes Auto zu benutzen.

    Viele diese Menschen fühlen sich dadurch doppelt und dreifach ausgegrenzt. Und aus Angst verlassen manche immer seltener überhaupt noch ihre Wohnung.

    Was wir brauchen ist keine Lobhudelei auf das angeblich "Viren-sichere Auto", sondern Verbesserungen für den ÖPNV. Warum kann eigentlich der TUI-Sprecher-Deutschland davon sprechen, die Luft im Flugzeug sei so sauber wie in einem Operationssaal? Wenn das ein Vertreter der Nahverkehrsunternehmen in Bezug auf ÖPNV-Fahrzeuge sagte, dann müsste er sich vermutlich warm anziehen, um den Gegenwind auszuhalten. Und die ihm dann widersprächen hätten vermutlich in vielen Fällen auch gute Gründe dafür. Weil es nämlich in den zurückliegenden Jahren vielfach versäumt wurde, ÖPNV-Fahrzeuge mit wirklich guten Klimaanlagen auszustatten.

    Wenn ich aber den Weg dorthin mit öffentlichen Verkehrsmitteln bestreite, sitze ich quasi direkt in der Brutkammer für Viren: Es ist eng und voll, alle möglichen Leute fassen alles an und an jeder Haltestelle findet eine erneute Durchmischung statt. Es gibt zwar von den unterschiedlichen Bus- und Bahngesellschaften vornehme Regelungen, dass man doch bitte nur am Fenster sitzen und jeweils eine Reihe frei lassen sollte, aber wer in den letzten Wochen schon mal die Erfahrungen mit öffentlichen Verkehrsmitteln machen durfte, wird verstehen: Das funktioniert nicht ansatzweise.

    Dem "es funktioniert nicht ansatzweise" muss ich widersprechen, denn ich habe in der Region Hannover aus verschiedenen dringenden Anlässen in den letzten Tagen und Wochen sowohl Bus und Straßenbahn als auch Regionalbahn und S-Bahn schon benutzt und da hat die Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen funktioniert. Mit der bereits weiter oben beschriebenen Einschränkung, dass es beim Aneinandervorbeigehen zu einem kurzfristigen Unterschreiten des Sicherheitsabstandes kommt. Zugegebenermaßen waren das in der Regel keine Verkehrsspitzen, die habe ich so gut es ging bewusst vermieden.

    Ein wichtige Maßnahme habe ich in diesem Zusammenhang beim Kundencenter angeregt: Fenster in Bus und Bahn öffnen. In den Stadtbussen und den Straßenbahnen in Hannover gibt es keine Klimaanlagen für den Fahrgastraum. Aber es gibt Klappfenster. Leider achtet fast niemand darauf, dass die geöffnet werden, auch die Fahrgäste nicht, obwohl das doch ein wesentlicher Beitrag zum Selbstschutz ist. Im Kundencenter versprach man mir, an dieser Stelle nachzubessern. Aber man schränkte zugleich ein, dass es morgens in der Frühe noch sehr kalt draußen sei, so dass man die Fenster leider nicht in geöffneter Stellung arretieren könne.

    Geöffnetes Klappfenster in einem TW 3000-Fahrzeug.

    Das größere Problem sehe ich nicht darin, dass der ÖPNV grundsätzlich nicht "Corona-tauglich" zu gestalten sei. Vielmehr besteht das alte Problem fort, dass verkehrspolitisch die falschen Prioritäten gesetzt werden. Grob vereinfacht gesagt: Statt ÖPNV-Ausbau findet ÖPNV-Rückbau statt, bzw. es wird Mangelverwaltung betrieben.

    Und in dieser Situation fällt es den "Auto-Strategen" leicht, den Eindruck vom "Viren-sicheren" Privat-PKW zu vermitteln.

    Und natürlich wie so oft, wenn die Vorzüge des Autos gelobt werden, kommen dann die Erfahrungsberichte, wie toll einfach es sei (und garantiert virenfrei) von A nach B mit dem Auto zu fahren. Was nicht beachtet wird, die Begegnungsfälle nehmen zu, besonders die auf größere Distanzen. Manchmal sind das wichtige Anlässe, vermutlich sind es manchmal auch weniger wichtige. Aber wer so was laut ausspricht, der sieht sich schnell dem Vorwurf ausgesetzt, dass er die Freiheitsrechte der Menschen missachte.

    Und dabei gehen einige ganz unverblümt so weit, dass sie ein Recht auf Corona-Partys und Ansteckung einklagen: "Sie wollen sich anstecken dürfen, Demos, Mahnwachen, eine neue Partei: Der Corona-Protest verstetigt sich, Rechtsextreme und Verschwörungstheoretiker mischen mit. Sie fordern ein Recht auf Infektion." Zeit vom 9.5.2020 https://www.zeit.de/gesellschaft/z…inschraenkungen

    Meine bisherigen Erfahrungen in Bus und Bahn in Corona-Zeiten sind:

    Es ist möglich den Sicherheitsabstand einzuhalten, allerdings nicht durchgehend konsequent zu jedem Zeitpunkt, weil du beim Ein- und Aussteigen zwangsläufig den Sicherheitsabstand für einen kurzen Zeitraum unterschreitest.

    Die Busse, Straßenbahnen, S-Bahnen und Nahverkehrszüge, die ich jetzt in der Corona-Phase genutzt habe, waren so leer, dass es kein Problem war einen Sitzplatz zu finden, der genügend Abstand gewährleistet hat. Allerdings war das stets außerhalb der Hauptverkehrszeit. Und du hast das Problem, diesen leeren Sitzplatz anzusteuern, weil du dann zwangsläufig an anderen besetzten Sitzplätzen vorbeigehen musst, bei dem du zwangsläufig jeweils für kurze Zeit den Sicherheitsabstand unterschreitest.

    Der stets wiederholte Hinweis von verschiedenen Seiten, das Auto biete doch ganz eindeutig ein Sicherheitsplus gegen die Ansteckungsgefahr, beinhaltet eine meines Erachtens unterschätzte andere Gefahr.

    Wenn es kein Problem ist, mit dem Auto irgendwohin zu fahren, dann kann ich das jetzt ja auch wieder problemlos machen. So lange das Fahrten sind, bei denen die Fahrer und Mitfahrer nirgends aussteigen, ist das rein ansteckunstechnisch sicher auch kein Problem. Allenfalls könnte man Ressourcen-Verschwendung kritisieren.

    Zwar fahren viele Leute mit dem Auto einfach nur irgendwo rum, aber es gibt auch viele Leute, die mit dem Auto irgendwohin fahren, wo sie andere Menschen treffen, besonders auch solche, die sie länger nicht mehr gesehen haben. Und da möchte man es dann nicht bei einem Fuß-Berühren belassen. Und es finden längere Gespräche statt, die insbesondere bei geringen Distanzen zueinander ein hohes Ansteckungspotenzial haben.

    Ich will jetzt gar nicht unterstellen, dass die alle mit ihren Autos zu Après Ski Partys im Ischgl-Style fahren. Aber es hat sich gezeigt, dass es so was in diese Richtung gibt: "Der Corona-Ausbruch in Leer ist offenbar auf eine private Feier in einer Gaststätte zurückzuführen – mit möglichen Verstößen gegen die Hygienevorschriften. Elf Personen sind bisher infiziert, die Zahl könnte noch steigen." FAZ vom 23.5.2020 https://www.faz.net/aktuell/gesell…t-16782930.html

    In diesem und anderen Artikeln wird zwar sehr viel darüber spekuliert, ob Abstandsregeln oder andere Hygieneregeln nicht eingehalten wurden, aber, wie ich finde, bezeichnenderweise, wird an keiner Stelle darüber berichtet oder auch nur spekuliert, wie die Gäste dorthin gekommen sind.

    Ich vermute, dass die Mehrzahl der Gäste, die an der "privaten Feier" mit anschließendem Corona-Ausbruch teilnahmen, mit dem Auto dorthin gefahren sind, denn das Auto ist ja ein "Corona-sicheres" Verkehrsmittel.;) :evil:

    Übrigens auch in der von dir verlinkten Studie, Malte, daraufhin hast du ja selbst schon hingewiesen, geht es nicht um die Frage der Verkehrsmittelwahl der Pendler. Deshalb ist es besonders perfide, den Artikel mit einem Bahn-Foto zu schmücken, weil das den Eindruck erweckt, als seien primär ÖPNV-Nutzer für die Virus-Verbreitung zuständig.

    Spannend finde ich auf dem Hintergrund der aktuellen Diskussion über einen Neustart des Flugtourismus, dass diese Ansteckungsquelle nur sehr verhalten in der Kritik steht.

    Da steht weitgehend unwidersprochen die Behauptung von Tui-Deutschland-Sprecher Dünhaupt im Raum: "„Die Luft an Bord entspricht im Grunde der eines Operationssaals“. Aber selbst wenn das zutrifft. Was die Flugtouristen nach dem Aussteigen bis zum Wiedereinstieg machen, kann Dünhaupt nicht wissen und auch nicht beeinflussen, auch nicht mit der von ihm hochgelobten Flugzeug-Klimaanlage.

    Hier fand die "private Feier" in der Alten Scheune statt:

    https://www.google.com/maps/@53.3160185,7.5120207,16.5z

    Und hier ist der Fahrplan der Linie 481, der die in der Nähe des Lokals gelegene Haltestelle Jheringsfehn, Neuebeek anfährt. Immerhin es gibt eine Busverbindung. Letzte Abfahrt ist um 18:52 h bzw. um 19:58 h in Gegenrichtung. Deshalb vermute ich, dass die Gäste überwiegend mit dem Auto angereist sind.

    Link zum Fahrplan: https://www.weser-ems-bus.de/weseremsbus/vi…lg_20190815.pdf

    Mir ist echt schleierhaft, welchen narren Sie an mir gefressen haben.

    Aber bitteschön, hier die gewünschten Auskünfte:

    Sie wollten einen Beleg dafür, wie ich zu der Annahme komme, dass die SPD nach wie vor eine sehr autoaffine Partei darstellt. Als Kronzeugen benenne ich da Ex-(Auto)-Kanzler Helmut Schmidt: "Jeder Arbeitnehmer, der es sich wünscht, soll finanziell in die Lage kommen, sich ein Automobil zu leisten! Das sagte Helmut Schmidt (1918-2015) vor 20.000 VW-Mitarbeitern." aus: "Vor 40 Jahren: Helmut Schmidt im VW-Werk" in Wolfsburger Allgemeine vom 4.3.2016 https://www.waz-online.de/Wolfsburg/Stad…midt-im-VW-Werk

    Und meines Erachtens der beste Beweis dafür, dass sich an der hohen Auto-Affinität der SPD aber auch anderer linker Politiker sich bis heute nicht viel geändert hat, ist die Aussage von SPD-Jung-Star Kevin Kühnert, der nach Aussage seiner Kritiker BMW verstaatlichen wollte. Stimmte so nicht ganz, es verhielt sich mehr so: "Kevin Kühnert hat seine Idee eines "demokratischen Sozialismus" erklärt. Dazu gehöre, Großkonzerne wie BMW zu kollektivieren." aus: Kühnert will Kollektivierung von BMW, Spiegel vom 1.5.2019 https://www.spiegel.de/politik/deutsc…-a-1265315.html

    Die ganze folgende Diskussion erschöpfte sich darin, dass die einen sagten, Kühnert wolle Unternehmer enteignen, während sich Kühnert damit verteidigte, dass Kollektivieren nicht zwangsläufig voraussetzt, dass ein Enteignung stattfindet.

    Warum das ein Beleg für die Autovernarrtheit der SPD bis in die jüngsten und linkesten Ecken der Partei darstellt?

    Es fehlte die Diskussion darüber, was denn Kühnert mit seiner kollektivierten Autofabrik vorgehabt hätte. Warum fehlte die Diskussion? Weil so ziemlich jeder in der autovernarrten SPD sich an dieser Stelle vorstellt, dass das eigentlich eine "geile Idee" ist, sich eine Autofabrik "unter den Nagel zu reißen" und damit vielen Menschen Lohn und Brot und natürlich auch "Kohle" für ein Auto garantieren zu können.

    Die wenigen innerparteilichen Dissidenten in der Partei, mit denen ich darüber gesprochen habe, verteidigten Kühnert damit, dass es doch immerhin auch möglich sei, dass der Kevin sich das so vorgestellt hat:

    "Haben wir erst mal das BMW-Werk in "unserer Hand", dann stellen wir die Autoproduktion um auf die Herstellung von Straßenbahnen und Omnibussen.

    Nun entscheiden Sie selbst Nbgradler: Wie viele in der SPD sind wohl so drauf, dass sie Kühnerts Griff nach der Autoindustrie als einen Einstieg in den Ausstieg aus der automobilen Gesellschaft verstanden haben? Es sollte mich wundern, wenn es mehr sind, als man an einer Hand abzählen kann.

    Die Kritik an der Auswahl des von mir verlinkten Fotos ist einerseits richtig, denn ich habe nichts dazu geschrieben, in welchem Zusammenhang es aufgenommen wurde. Das hole ich hier gerne nach, indem ich die Bildunterschrift zitiere: "Einflussreiches Trio: Die Ministerpräsidenten der Autoländer Niedersachsen, Bayern und Baden-Württemberg, Stephan Weil (SPD), Markus Söder (CSU) und Winfried Kretschmann (Grüne). © Quelle: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/ " Und hier der Link zum RND wo am 27.5.2020 darüber berichtet wurde:

    "Mit dem Auto aus der Krise – wie nach dem Zweiten Weltkrieg?"

    https://www.rnd.de/politik/mit-de…NC5YONWHEM.html

    Das sind markige Worte, aber auf den Zweiten Weltkrieg haben Sie ja auch irgendwie Bezug genommen.

    Nachdem das geklärt ist werden Sie mir sicher zustimmen, dass das Bild ganz gut das Dilemma aufzeigt, das Hane mit seinem ursprünglichen Beitrag angedeutet hatte. Nämlich dass die Parteien egal welcher Coleur nicht zur Aufklärung beitragen. Tun sie tatsächlich nicht, zumindest neige ich um so mehr zu Hanes Sicht der Dinge, je länger ich das Bild der drei Krisenmanager aus ganz unterschiedlichen Parteien anschaue.

    Kommen wir zu Punkt drei: Sie stören sich daran, dass ich darauf hingewiesen habe, dass politische Parteien unter anderem die Aufgabe haben, politische Fragestellungen zu vereinfachen. Sie zählen aber selbst unter anderem zu den Aufgabe der Parteien:

    "Parteien nehmen Einfluss auf die Gestaltung der öffentlichen Meinung." Und: "Sie beteiligen sich an Wahlen ..."

    Aber genau in diesen Bereichen erfüllen doch die Parteien die wichtige Aufgabe, komplexe politische Fragestellungen so zu vereinfachen, dass für die Wähler eine überschaubare Auswahl an wählbaren Alternativen zur Verfügung steht, um politisch mitbestimmen zu können. Und da sage ich mir dann wieder: Ja es ist schwierig einerseits unter dem Druck zu stehen, vereinfachen zu müssen, andererseits aber sich damit dem Vorwurf auszusetzen, man trage nicht zur Aufklärung bei. Tun sie halt eben doch die Parteien aber eben "auch" und nicht "nur" und "immer".

    Nimm das bitte nicht persönlich, Yeti, du beklagst ja den selben Missstand wie ich. Wenn es um das Thema Mobilität geht, dann findet ganz schnell eine Engführung auf schneller und weiter statt, während wichtige Rahmenbedingungen außen vor gelassen werden. Zum Beispiel die Kosten für den Bau und Unterhalt von Autobahnen. Gerade im Hinblick auf die auch von dir beschriebenen Corona-bedingten Naherholungs-Fahrten stellt sich doch die Frage, ob es gelingt, diese starre Fixierung auf schneller und weiter zu entzaubern.

    Zumindest versucht die Region Hannover augenscheinlich die Aufenthaltsqualitäten der Naherholungsmöglichkeiten heraus zu stellen.

    Und das ist doch schon mal ein guter Anfang: