"Der Einzelhandel dicht, die Innenstädte verwaist, Cafés und Kneipen verrammelt, nur nicht in Tübingen. Seit dem 16. März darf die Universitätsstadt mit Genehmigung der Landesregierung für alle öffnen, die einen tagesaktuellen Schnelltest vorweisen können. Das wollen wir auch, heißt es nun in vielen Rathäusern in Baden-Württemberg. Gemeindetagspräsident Steffen Jäger sagte der Deutschen Presseagentur: "Allein in den letzten drei Tagen hat sich eine dreistellige Zahl an Städten und Gemeinden bei mir gemeldet, die solche Modelle umsetzen wollen. Dem Sozialministerium liegen zahlreiche Anträge nach dem Vorbild von Tübingen vor."
Südwestdeutscher Rundfunk vom 25.3.2021
https://www.swr.de/swraktuell/bad…mmunen-100.html
Und auf der offiziellen Internetseite des Landratamtes des Landkreises Tübingen vom 20. März 2021 heißt es:
"Das Gesundheitsamt Tübingen hat festgestellt, dass im Landkreis laut Landesgesundheitsamt (LGA) die 7-Tages-Inzidenz an drei Tagen in Folge den Wert von 50 überschritten hat. (18. März: 52,9, 19.März 62,1, am heutigen 20. März liegt der Wert bei 68,4.)
Damit müssen Lockerungen im Bereich Einzelhandel, Kultur, Kunst und Sport ab Dienstag, 23. März 2021 wieder zurückgenommen werden. Das als Modellprojekt vom Sozialministerium mit Schreiben vom 15.3.2021 bewilligte lokale Öffnungskonzept der Stadt Tübingen bleibt bis zur Beendigung des Projekts durch das Landesgesundheitsamt hiervon unberührt."
Hervorhebung von mir, Quelle:
https://www.kreis-tuebingen.de/18283027.html
Allerdings kann ich keine Daten für Tübingen-Stadt finden.
Die Daten für den Landkreis Tübingen habe ich hier gefunden:
Demnach liegt der Inzidenzwert für den Landkreis Tübingen bei 73,9
https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/pre…n-wuerttemberg/
Abgerufen am 27.3.2021
Vermutlich sind die Werte der Stadt in die des Landkreises eingeflossen. Aber das agt natürlich noch nichts darüber aus, wie hoch die Werte in der Stadt Tübingen sind.
Am 25.3.2021 hieß es im Reutlinger Generalanzeiger:
"Das Landesmodellprojekt »Öffnen mit Sicherheit« entwickelt sich erfreulich. Auch 16 Tage nach der Wiederöffnung der Geschäfte in Tübingen liegt die Inzidenz in der Stadt bei 30. Für den kommenden Samstag erwarten Oberbürgermeister Boris Palmer und die Pandemiebeauftragte Dr. Lisa Federle einen großen Besucheransturm. Aus diesem Grund wird die Zahl der Tagestickets (Tagesticket = Corona-Negativ-Nachweis), die für auswärtige Gäste zur Verfügung stehen, am kommenden Samstag auf maximal 3.000 begrenzt."
https://www.gea.de/dossiers/co…%A4ste-_arid,6413956.html
Auf der Internetseite des Landes Baden-Württemberg heißt es:
"Beginnend am 16. März 2021 wird die Landesregierung gemeinsam mit der Universitätsstadt Tübingen das Modellprojekt „Öffnen mit Sicherheit“ auf den Weg bringen."
aus: "Modellprojekt „Öffnen mit Sicherheit“ startet in Tübingen" vom 15.3.2021
https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/pre…20Weg%20bringen.
Vom 16.3.2021 (Start des Tübinger Modellprojektes) bis zum 25.3.2021 (Artikel im Generalanzeiger) sind es allerdings nur 9 Tage und nicht 16 Tage. Und wo man sich über die aktuellen Inzidenzwerte für Tübingen Stadt informieren kann, wird nirgends erwähnt.
Gleichzeitig wird Tübingen immer wieder als Vorbild genannt in der aktuellen Diskussion um Corona-Schutzmaßnahmen. Besonders nach der Absage der sogenannten Osterruhe.
Siehe zum Beispiel "Tübingen ist überall", faz.net vom 26.3.2021:
"Bouffier möchte Hessen nach Tübinger Vorbild aus der Pandemie „Frei-Testen“."
https://www.faz.net/aktuell/rhein-…l-17263406.html
Aber wie soll man das Tübinger Modell beurteilen, wenn keine entsprechende Inzidenzzahlen für die Stadt Tübingen veröffentlicht werden, sondern nur die für den ganzen Landkreis?
Oder anders gefragt: Woher hat der oben zitierte Reutlinger Generalanzeiger vom 25.3.2021 den Wert 30 als Inzidenzzahl für die Stadt Tübingen? Und wie sehen die aktuellen Zahlen aus?