Beiträge von Ullie

    Hallo Malte, habe gerade den von dir angegebenen Link angeklickt. ( https://www.eurotransport.de/artikel/dekra-…n-10308542.html ) Ganz oben in dem Artikel ein Foto bei dem man den Radfahrer sehr deutlich im Rückspiegel erkennen kann. Es handelt sich dabei vermutlich um den Weitwinkelspiegel rechts. Siehe auch: https://adfc-berlin.de/radverkehr/sic…ote-winkel.html

    Alleine dieses Bild ganz am Anfang des Artikels, den du verlinkt hast, zeigt, dass der Dekra-Sachverständige hier eiskalt und glatt Lügen verbreitet.

    In dem von mir verlinkten ADFC-Artikel heißt es dazu: "Es gibt keinen „Toten Winkel“ an schweren Lkw."

    Das hält natürlich weder die Dekra noch den ADAC davon ab weiterhin das Tote-Winkel-Märchen zum Besten zu geben. Stets verknüpft mit der "wohlmeinenden" Forderung, der schwächere Verkehrsteilnehmer solle sich gefälligst in Acht nehmen.

    Weil es hier so gut passt noch mal mein Foto von einer ADAC-Belehrungsveranstaltung über den toten Winkel. Der wurde an dem LKW künstlich dadurch erzeugt, dass mehrere Außenspiegel mit Tüchern verhängt wurden.

    Soooooo viele Kinder passen in den toten Winkel!

    Den gibt es an dem Vorführ-LKW aber nur deshalb, weil ein Teil der Spiegel mit schwarzen Tüchern verhängt wurde.

    Das ist keine Veranstaltung zur Verbesserung der Verkehrssicherheit, sondern ein Münchhausen-Stück. Hoffentlich haben's die Kinder und ihr Lehrer durchschaut und das noch mal gründlich nachgearbeitet.

    Der Rampenspiegel, der Frontspiegel und der Weitwinkelspiegel sind abgedeckt worden.

    Hier in München wurde mal mein Vorschlag, die Fahrradstraße an der Friedenspromenade mit Vorfahrt auszustatten (und aus der 30er-Zone rauszunehmen, weil dort auch sonst Tempo 30 ist) mit der Begründung abgelehnt, dass sonst die Autos dort schneller fahren würden. m(

    Wie genau sah denn dein Vorschlag aus? Denn die Begründung mit der dein Vorschlag abgelehnt wurde, die kann ich nur allzu gut nachvollziehen. Fahrradstraßen, die für den Autoverkehr freigegeben sind und bei denen der Verkehr auf der Fahrradstraße Vorfahrt hat, laden leider zur Autoraserei ein. Vermutlich müsste dann durch bauliche Maßnahmen in der Fahrradstraße die Autoraserei wieder eingedämmt werden. Das ist sicherlich machbar, aber selbst ein paar einfache Blumenkübel kosten ja schon einiges.

    Hallo Kacyc, das gelbe Schild vorne im Bild ist das Ortseingangsschild für den Karksruher Stadtteil Rintheim (man kann's immerhin noch erkennen). Aber was hat es mit dem ebenfalls krumm gefahrenen schwarzen Schild dahinter auf sich? Ein Grillunfall? Viele Grüße, Ullie.

    Heut abend um 21:45 Uhr im Ersten und jetzt schon im Internet:

    "Mit Vollgas in den Verkehrskollaps"

    https://www.ardmediathek.de/tv/Reportage-D…mentId=54628638

    Der Film entlarvt sehr eindrucksvoll die falschen Versprechungen der Autoindustrie, die mit shuttle-Diensten wie Moia dem ÖPNV Kunden abjagen und dazu beitragen die Straßen noch mehr zu verstopfen, als es die vielen Privat-PKW jetzt schon tun. Auch auf den mangelhaften Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur wird hingewiesen.

    "Uber führt Krieg gegen den Öffentlichen Personennahverkehr."

    Diese Aussage aus dem Film erinnert fatal an den Großen amerikanischen Straßenbahnskandal (General Motors streetcar conspiracy).

    https://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9F…9Fenbahnskandal
    Unbedingt Ansehen!

    Die Marienstraße in Hannover, jetzt schon verstopft mit Autos, in den nächsten Jahren sollen noch zahlreiche weitere Moia-Fahrzeuge dazukommen.

    Vielmehr sehe ich die ganze Helmdiskussion in erster Linie als Konsequenz des weinerlichen "mimimi, die Autofahrer wollen mich immer umnieten!"-Nörgelei, mit der die Radwege-Lobby (nicht: Fahrrad-Lobby!) versucht, Vater Staat das nötige Geld für mehr/schönere Radwegelchen aus dem Kreuz zu leiern.

    Sich selbst zum Opfer "hoch" zu stilisieren, ist eine durchaus gängige Praxis, die allerdings gewisse Gefahren beinhaltet. Mit dem Ruf nach "sicheren" Radwegen wird die Sekundär (oder Tertiär...) -Rolle des Radverkehrs vielerorts erst so richtig zementiert. Die Autos kriegt man nicht dadurch weg, dass man Radwege baut. Allerdings sehen viele Radfahrer die dringend notwendige Verkehrswende nicht in Sicht. Und manche halten sie nicht einmal für nötig, weil selbst viel zu oft und gerne Autofahrer. Gleichzeitig wird dem Autofahrer alles erdenklich Böse zugetraut, was ja auch einige Vertreter der Autofahrerschaft immer wieder bestätigen.

    Aber viele Radfahrer sind auch nicht davon zu überzeugen, dass es äußerst ungesund sein kann, zu dicht an parkenden Autos vorbeizufahren. Dass der Bürgersteig nicht unbedingt die sichere Alternative zum Fahren auf der Straße darstellt. Und überhaupt wollen sie am liebsten überhaupt ganz in Ruhe gelassen werden mit solchen Themen.

    Und jetzt heißt es aufgepasst: So Leuten kann man recht leicht die Notwendigkeit der Helmtragerei nahe bringen. Nicht jedoch, wenn man darauf hinweist, dass der wirklich "sichere" Fahrradhelm sich in einer Airbag-Halskrause versteckt, die ständig beim Radfahren zu tragen ist und bei der regelmäßig die Akkus aufgeladen werden müssen. Und die ganze Technik dann außerdem noch dreihundert Euronen kostet. Die HAZ beispielsweise in Hannover, nach meiner Beobachtung sehr daran interessiert, die Fahrradfahrer dadurch ins Unrecht zu setzen, dass ihnen mangelnde Helmtragedisziplin nachgesagt wird, wirbt jedenfalls immer wieder mit dem Preis-Argument, wenn es darum geht, den von Polizei und HAZ ausgesuchten "Hannover-Helm" unters Volk zu bringen. Siehe diesen Link zum HAZ-Shop: https://shop.haz.de/stoeberecke/hannoverhelm-6.html

    "Lasst mich fahrradfahren, wie ich das für richtig halte. Und nervt mich nicht mit Schnickschnack!" Wer so drauf ist, den kannste vielleicht noch für einen 45-Euro-Helm begeistern. Aber wenn ich mich beim nächsten HAZ-Fahrradhelme-Infostand daneben stelle und die Plastikschüssel schlecht rede, weil nur eine 300-Euro-Halskrause mit sich selbst aufblasender Fönhaube die totale Sicherheit bringt, dann bin ich mal auf die Reaktionen gespannt.

    Bei bestimmten Themen besteht durchaus die Chance so lange und heftig drauf rum zu reiten, dass sie dabei totgeritten werden. Anders kriegt man sie nicht aus dem Weg.

    Ein grundsätzliches Problem in der Radfahrer-Community besteht ja darin, dass völlig zu Recht und unbedingt notwendigerweise immer wieder auf die vielen Gefahrenpunkte hingewiesen wird, die durch eine schlechte Radverkehrsinfrastruktur hervorgerufen wird. Und je besser es gelingt, diese Gefahren öffentlichkeitswirksam zu erörtern, um so mehr steigt die Gefahr von Missverständnissen. Die aktuelle Debatte über Abbiegeunfälle bei LKW ist so ein Beispiel. Für vernünftige Forderungen halte ich die die Reduktion von LKW-Verkehr und weniger riskante und belastende Formen von Wirtschaftsverkehr (z. B. mehr Güter auf die Schiene) sowie technische Verbesserungen inklusive entsprechende Vorschriften, diese zu nutzen. (Der Abbiegeassistenz nutzt nichts, wenn er abgeschaltet werden darf.)

    Leider führt die Diskussion aber auch dazu, dass Forderungen erhoben und zum Teil auch mit viel Beifall bedacht werden, die sich absolut kontraproduktiv im Sinne von mehr Verkehrssicherheit für Radfahrer und Fußgänger auswirken. So hatte in einem Leserbrief ein Schreiber gefordert, die Radfurten an stark befahrenen Straßen sehr stark zu verschwenken und die Ecken der Kreuzungen mit hohen Geländern zu sichern, "so wie das früher üblich war". Andere fordern die Ampelschaltungen so zu verändern, dass kein Längsverkehr von Fußgängern und Radfahrern mehr möglich ist, so lange Autos abbiegen. Ich befürchte, wenn man das konkretisiert, dann entstehen daraus längere Wartezeiten für den Fuß und Radverkehr. Vielleicht auch für den Autoverkehr, das wär mir das nur Recht, aber deren Lobby ist nicht zu unterschätzen.

    Für viele, die die Diskussion nur oberflächlich verfolgen und die sich nicht so beinhart ins Detail verbeißen, bleibt aber bei der Diskussion dieser Themen oft nur eines hängen: Radfahren ist gefährlich und so lange selbst die Experten sich uneinig sind, was richtigerweise Abhilfe schaffen kann, treibe ich meine ganz "persönliche Aufrüstung" voran. (Heißt: Fahre mit Helm.)

    Und da finde ich die Halskrausen-Diskussion (Airbag-Fahrradhelm) interessant. Sollen sich die "Helmis" anstatt einfach nur den Fahrradhelm zu propagieren doch lieber sich gegenseitig darüber in die Haare kriegen, ob die Halskrause mit Airbag-Helm dreimal oder achtmal sicherer ist, aber nicht vor herabfallenden Ästen schützt... Oder ob dieser oder jene Helm der sicherere ist.

    Da werden sich dann viele, irgendwann überfordert von der Detailfülle des Themas, sagen: Was solls, fahre ich halt ohne Helm.

    Das Helmtragen ist dann nicht mehr die einfache Antwort auf die komplizierte Thematik zur richtigen Radverkehrsinfrastruktur. Und möglicherweise wächst sogar die Bereitschaft sich wieder mit anderen Maßnahmen zu beschäftigen, zum Beispiel wie eine Verkehrsinfrastruktur auszusehen hat und durchgesetzt werden kann, die den Autoanteil reduziert und Fußverkehr-, Radverkehr und ÖPNV in den Mittelpunkt stellt.

    Gelingt es eine Diskussion über den "richtigen" Helm zu entzetteln, dann ist die scheinbar einfache Antwort nicht mehr so einfach. Und die Diskussion über Radverkehrs-Infrastruktur-Schwachpunkte läuft nicht mehr so leicht Gefahr von vielen einfach nur mit "ich Kauf mir jetzt 'nen Helm" beantwortet zu werden. Stattdessen kann dann wieder Tempo 30 auch auf Hauptverkehrsstraßen auf's Tapet. Umbau von Parkplatzstreifen zu sicheren Radwegen usw..

    Nach meiner Beobachtung sind in 30er-Zonen keine Straßen mit Vorfahrtsschildern [Zeichen 301] an bestimmten Kreuzungen vorfahrtsberechtigt. Allerdings gibt es 30er-Zonen in denen Omnibus-Fahrtwege so eingerichtet sind, dass der Omnibus vorfahtsberechtigt durchfahren kann. Dazu stehen dann an bestimmten Kreuzungen [Zeichen 301]und [Zeichen 205]oder [Zeichen 206] für den Querverkehr.

    Eigentlich sollte dieses Prinzip, Vorrang für den ÖPNV, grundsätzlich genau so auch für den Radverkehr gelten und Fahrradstraßen entsprechend Vorfahrtsberechtigt ausgeschildert werden. Das erhönt jedoch auch den Aufwand die Fahrradstraße gleichzeitig so zu gestalten, dass das Tempo der Autofahrer reduziert wird. (Viele Fahrradstraßen in Hannover sind für den Autoverkehr und für Auto-Parken freigegeben.)

    Der erste Satz ist ein Allgemeinplatz, der Rest Topfen.

    Selbstverständlich gibt es wichtige Themen bezgl. Verkehrssicherheit zu diskutieren.

    Das Thema Helme ist nicht darunter, ein Großteil der notwendigen sicherheitsrelevanten Maßnahmen wird das Primat des KFZ beenden.

    Trotzdem lohnt es sich, das Thema Helme zu diskutieren. Nur eben unter anderen Vorzeichen. Zum Beispiel: Wer profitiert dabei?

    Natürlich die Radfahrer werden da viele rufen!

    Dabei wurde hier mehrfach darauf hingewiesen, dass es vor allem der Autoverkehr ist, der davon profitiert. Nicht zuletzt in Christoph S' Statement wird das deutlich: "...ein Großteil der notwendigen sicherheitsrelevanten Maßnahmen wird das Primat des KFZ beenden", da aber stattdessen über Helme diskutiert wird, kommen die eigentlichen sicherheitsrelevanten Maßnahmen, nicht zur Sprache. Die Unfallgefahr geht aus Sicht der Autofahrer eben nicht vom Auto aus, sondern von der fehlenden Bereitschaft der Radfahrer, einen Helm zu tragen.

    Also besser keinen Helm tragen, als Zeichen des Protestes gegen den Autofahrer-Standpunkt und um einer Helm-Tragepflicht nicht den Boden zu bereiten.

    Das geht insbesondere sehr sicherheitsbewussten Naturen dann vielleicht doch zu weit. Für die gibt es jetzt jedoch eine Lösung, die insbesondere für den Winter *) geeignet ist, wo die Temperaturen niedriger sind, die Dunkelphasen des Tages länger und die Unfallgefahr höher:

    Die Firma Hovding hat einen Airbag-Helm für Radfahrer entwickelt. Wie der funktioniert zeigt diese Internetseite von Hovding:

    https://hovding.de/

    Eine Feuerwehrfrau hatte mich darauf aufmerksam gemacht. Sie benutzt ihn gerade kostenlos probeweise. Und aufgrund ihres Berufsalltages auch recht motiviert. (Es leben im Rettungs- und Gesundheitswesen nicht alle so risikofreudig wie der kettenrauchende Lungen-Facharzt.)

    Der Airbag-Helm wird ähnlich wie ein Schal um den Hals getragen und ist äußerlich nicht von einem Schal oder dem Kragen eines Rollkragenpullovers zu unterascheiden. Er entfaltet sich - automatisch gesteuert - während des Sturzfluges und soll laut Hersteller eine achtmal größere Schutzwirkung besitzen als ein konventioneller Fahrradhelm.

    Dafür kostet er gar nicht achtmal so viel, sondern gerade mal schlappe 300,- Euro. Vielleicht ist aber auch der Preis ein Grund mal kritisch zu hinterfragen, wer noch so alles profitiert von der Helm-Mania.

    *) Ich befürchte für so warme Sommertage, wie wir sie gerade erleben, ist die Halskrause zu warm.

    Das mit dem Helm habe ich mal ein paar Tage ausprobiert, und fand es extrem nervig.

    Die Helmtragerei hat einen deutlichen Vorteil gegenüber einem Käppi, das ich sowieso immer trage, gerade auch im Sommer, wegen Sonnenbrandgefahr auf dem Scheitel: Der Helm schützt vor Sonnenbrand und wenn der Helm mit einem ausreichend breiten Schild vorne ausgestattet ist, dann schützt er auch vor Blendwirkung durch Sonne. Beim zu Fuß gehen komme ich nicht so leicht ins Schwitzen, da brauche ich keinen Helm, da reicht ein Käppi. Aber gerade beim Radfahren im Sommer ist mir der Helm sehr lieb, weil ich damit weniger ins Schwitzen komme als mit Käppi. ("Das kannste dann alle paar Kilometer auswringen." Die Helmpolster sind jedenfalls schneller trocken, bzw. werden gar nicht erst so nass.)

    Ich schlage vor wir schauen mal, was die Verwaltung noch so macht und ich mache bei Gelegenheit noch ein paar Fotos aus allen Richtungen. Dann sehen wir weiter.

    Dass die Fußgänger auf der Kleestraße Vorrang haben vor dem Radverkehr finde ich in Ordnung. Die sind zum einen ohnehin nur sehr selten und man sieht sie rechtzeitig. Kein Radler rast mit hohem Tempo über diese Radfurt hinweg, weil man ja nie weiß, ob die Autofahrer das Stoppschild beachten. Das wird sich ganz sicher auch nicht ändern, wenn auf dem Radweg das Schild Vorfahrt an der nächsten Kreuzung steht. [Zeichen 301] Hauptsache der Radverkehr hat Vorfahrt vor dem Autoverkehr auf der Kleestraße! Denn nur so kann auf der Kleestraße das Tempo rausgenommen werden.

    Mofa-/Mopedfahrer sind wegen der Pflicht/Erlaubnis zur Sonderwegbenutzung in NL stärker gefährdet

    Wie ist das eigentlich in Deutschland geregelt mit Pflicht/Erlaubnis?

    In den Niederlanden gilt, dass Mopeds mit blauem Kennzeichen außerhalb geschlossener Ortschaften auf dem Radweg fahren müssen. Innerhalb geschlossener Ortschaften dürfen sie das aber nicht. Da müssen sie die Straße benutzen. Mir ist allerdings auch ein solches Schild aufgefallen, dass ich aus Deutschland gar nicht kenne:

    Und wie ist das Schild in Deutschland zu verstehen, dass den Radweg für Mofas frei gibt. Entsteht daraus eine Plicht, den Radweg mit dem Mofa zu benutzen? So wie es früher ja mal eine Pflicht für Radfahrer gab, den Fußweg zu benutzen, wenn der mit dem Zusatz Radfahrer frei gekennzeichnet war?

    Könnte es sein, dass die Sonderwegbenutzungspflicht auch in Deutschland gilt, nämlich immer dann, wenn der Radweg außerorts mit dem Zusatz Mofas frei gekennzeichnet ist? Sind Radwege außerorts in Deutschland eigentlich sehr häufig so ausgeschildert wie auf dem zweiten Foto?

    Das sind keine absurden Forderungen, sondern Grundprinzipien beim Straßenbau.

    Der Radweg wird so auch garantiert kein Vorfahrtsschild erhalten. Denn er hat schlicht keine Vorfahrt/Vorrang. Da kommen noch Fußgänger auf einem durchgehenden Gehweg im Querverkehr. Was macht man mit diesen dann? Verkleinerte Stoppschilder (die völlig sinnlos wären)?

    Ich habe nicht von "absurden" Forderungen gesprochen.

    Wie würdest du denn, allen dir bekannten Regeln entsprechend, einen Radweg wie diesen entlang des Bahndamms über die Kleestraße hinweg ausweisen, um zu gewährleisten, dass der Radverkehr auf dem Radweg, der die Kleestraße kreuzt, Vorrang hat vor dem Autoverkehr der auf der Kleestraße fährt?

    Deine Einwände sind interessant. Da es sich um einen kombinierten Fuß- und Radweg handelt [Zeichen 240], müsste der Fußverkehr an dieser Stelle auch Vorrang haben vor dem Autoverkehr, auf der Querstraße. Aber wie ist das mit dem von dir beschriebenen Fußverkehr auf den Bürgersteigen der Kleestraße?

    Müssten auf einem kombinierten Fuß und Radweg nicht ohnehin Radverkehr und Fußverkehr aufeinander Rücksicht nehmen? Dann bräuchte es doch kein Extra-Stoppschild für den Fußverkehr. Gibt es das überhaupt? Stopp-Schilder die den Fußverkehr zum Stoppen bringen sollen und speziell für Fußgänger gelten?

    Ein Stoppschild, das den Autoverkehr nicht aufhält, aber dem Radverkehr zu einem gefährlichen Hindernis mit Sturzgefahr wird. Aufgenommen in der Herschelstraße/Ecke Nicolaistraße (Hannover) und ein Fall für 110. Die Polizei kam schnell, so dass ich nicht länger den Streckenwarnposten abgeben musste.

    Die Polizei verbog den geknickten Mast, dann so weit, dass der Radweg frei war und versprach umgehend die Stadtverwaltung zu alarmieren.

    Kurios: Das [Zeichen 241-30]-Schild "beugt" sich nach vorn, um sich das Malheur anzusehen.

    Hallo Christoph S,

    die Radfahrer-Rudel wurden (werden) deshalb vom Autoverkehr als störend empfunden, weil sie langsamer fahren. Den Radfahrern aber fallen die Mopedfahrer-Rudel auf niederländischen Radwegen) deshalb unangenehm auf, weil sie schnell und laut fahren.

    Für den niederländischen Autoverfahrer wiederum fahren die Mopedfahrer jedoch zu langsam, weshalb sie die "Moped-Rudel" aus dem Weg haben wollen.

    Jetzt aber mal langsam mit den Forderungen. Es ist schnell was gefordert, was dann möglicherweise die Situation verschlimmbessern würde, wenn man es umsetzte. Die weißen Querstriche zum Beispiel würde ich nicht wegmachen wollen. Die wurden ja extra dahin gemacht, damit sie den Autoverkehr dazu bringen langsamer zu fahren und anzuhalten. Und es hat die Situation gegenüber vorher (nur Szoplinie) verbessert.

    Aufpflasterung finde ich auch gut. Dabei sollte aber auch genau überlegt werden wie weit die aufgepflasterte Fläche reicht. Viele Radler, die auf dem ersten Bild gesehen von rechts kommen fahren nicht einfach über die vorfahrtberechtigte Furt, sondern biegen entweder vor der Furt auf den Bürgersteig ab, auf dem sie dann ein kleines Stückchen weiterfahren, um anschließend in einen beliebten Radelweg einzubiegen, der durch die Eilenriede führt (das ist Hannovers Stadtwald). Ich selbst und einige wenige andere fahren das kurze Stück lieber auf der Straße. Sollte dieses Stück dann mit aufgepflastert werden. Oder besser nicht, sondern nur die Furt?

    Parkplätze streichen ist ja ohnehin immer ein sehr delikates Thema. Dafür spricht die bereits erwähnte Verbesserung der Sichtachsen. Dagegen spricht aus Sicht der Autofahrer der Verlust von Parkplätzen. Aber das soll mir mal egal sein. Dagegen spricht möglicherweise aber auch, dass das Straßenstück ohne parkende Autos wesentlich breiter wirkt, was das Schnellfahren der Autofahrer wieder begünstigt.

    Hier ein älteres streetview-Bild. https://www.google.com/maps/@52.37368…!7i13312!8i6656 Als der Kamerawagen da lang fuhr, gab es dort noch keine Vorfahrt für den Radverkehr. Ganz rechts im Streetview-Bild ist die Einmündung des Wald-Radweges zu sehen. Ansonsten hat das streetview Bild dieselbe Perspektive wie das Foto. Nur das ich das Foto dichter an der Furt geschossen habe.

    Nicht dass ich alles gut fände, was aus den Niederlanden kommt. Ich hatte ja an anderer Stelle schon berichtet, dass die Niederlande für mich in Sachen vorbildliche Radverkehrsinfrastruktur einen Knacks bekommen haben.

    Aber es stimmt doch sehr nachdenklich, dass in Deutschland so vehement von Seiten der Ordnungskräfte und von verschiedenen anderen interessierten Seiten für den Fahrradhelm geworben wird, zum Teil sogar die Helmpflicht offen eingefordert wird. Und bei vielen, die sich für das Helmtragen beim Fahrrad fahren stark machen, kann man wohl davon ausgehen, dass sie nur aus taktischen Gründen nicht offen zugeben, dass es ihnen ganz recht wäre, wenn die Helmpflicht käme. Ebenso bei denen, die sich jetzt scheinheilig "erst mal" nur für die Helmpflicht bei bestimmten Gruppen stark machen. Zum Beispiel Kinder oder Pedelec-Radfahrer.

    In den Niederlanden dagegen gilt, dass auch Mopedfahrer bis 50 ccm und max. 45 km/h keinen Helm tragen müssen. Wenn das Radfahren tatsächlich so gefährlich ist, dann müsste das doch für das Mopedfahren erst recht gelten. Passieren denn in den Niederlanden deutlich mehr gefährliche Unfälle mit schweren Verletzungen bei den Mopedfahrern? Wird dort die Helmpflicht für Mopedfahrer diskutiert. Davon habe ich bisher noch nichts gehört.

    Um noch mal auf die Motorroller zurückzukommen:

    Auf dieser Internetseite, https://www.2rad.nrw/project/radfahren-in-holland/ steht geschrieben:

    "Insbesondere in den größeren Städten gilt für Radler höchste Aufmerksamkeit im Verkehr. Amsterdam ist zum üben für unsichere Urlaubs-Radler absolut ungeeignet. Hier muss man sein Rad wirklich beherrschen, sonst geht man besser zu Fuß. Roller-, Mofa- und Mopeds fahren übrigens ebenfalls auf dem Radweg. Sie sind natürlich schneller und überholen ohne Vorwarnung gern mit Beifahrer- aber ohne Helm. (...)
    Acht Meter breite Fahrradwege sind in Holland keine Seltenheit

    Die Mopedfahrer erwarten allein durch Ihr Motorgeräusch, dass Radfahrer in Holland freiwillig die “linke Spur” frei geben. Dies kann in ganz seltenen Fällen dann doch zu Verkehrsunfällen führen. Die Polizei kontrolliert diese sogenannten “Bromfiets” auf unerlaubte Leistungssteigerungen. Wie in Deutschland sind max. 45 km/h erlaubt. Jugendliche Fans mit Benzin im Blut sehen das natürlich oft anders."

    Obwohl ich "nur" in Feriengebieten unterwegs war, oder vielleicht gerade deswegen, habe ich das mit den Motorrollern als extrem unangenehm erlebt. Wenn mir heute jemand sagte: "Du ich mache Urlaub in Holland. Da kann man doch so richtig schön Fahrradfahren. oder?" Ich würde ihn wohl mit meiner Antwort maßlos enttäuschen.

    Ist das tatsächlich so, dass diese Motorroller mit blauen Kennzeichen, die in Holland ohne Helm gefahren werden dürfen, bis zu 45 km/h schnell sind? Bei der Polizei hatte ich nachgefragt, die erklärten mir, dass Motorroller (Scooters genannt) und Mopeds mit blauen Kennzeichen verpflichtet sind, die Radwege zu benutzen. Sie dürfen nicht auf der Straße fahren. Und die Fahrer müssen keinen Helm tragen. Leider hatte ich nicht nach der Höchstgeschwindigkeit gefragt.

    Solche Mopeds sind die Pest niederländischer Radwege.

    Blaues Kennzeichen = Radwegpflichtig.

    Gefahren wird in der Regel ohne Helm. (Für mich eigentlich ein Privileg des Radfahrers!)

    Besonders nerven die Rollerfahrer auf dem Radweg, wenn sie Rudelweise auftreten.

    Ich weiß es, denn ich habe es in der Ausbildung selbst erlebt. Es gibt viiiele Leute, die auch gegen sehr niedrige Bußgelder prozessieren (d.h. sie bezahlen das Verwarngeld nicht, bekommen einen Bußgeldbescheid, legen Einspruch ein, sie äußern sich nicht in schriftlichen Anhörungen und widersprechen einer Entscheidung durch Beschluss. Es wird also ein Termin für die Hauptverhandlung festgelegt). Teilweise werden an Amtsgerichten Richter nur für diese Verfahren eingeteilt. Die Erfolgsaussichten gehen in den meisten Fällen von Anfang an gegen null. Deshalb taucht in der Hälfte der Fälle auch der Betroffene (=Angeklagter im Ordnungswidrigkeitenverfahren) nicht auf. In der Ferienzeit steigt diese Quote auf locker über 90 Prozent. Da treffen sich dann schonmal Richter, Staatsanwalt und Rechtspfleger 7 mal am Tag in einem leeren Gerichtssaal, um den Bescheid zu tippen, mit dem der Einspruch verworfen wird.

    Der Betroffene zahlt dann 20 Euro Bußgeld, zuzüglich mindestens 50 Euro Gerichtskosten, sowie Auslagen für Porto und ggfs. für Zeugen. Er beschäftigt allerdings mindestens 2 Volljuristen und einen Beamten des höheren Dienstes mit der Sache. Ein Schnäppchen, um "es dem Staat mal richtig zu zeigen."

    Achja, mittlerweile gibts Geschäftmodelle von großen Firmen (keine Anwaltskanzleien, sondern Vertragsanwälte), die übernehmen jedes Knöllchen und legen grundsätzlich Einspruch für ihren "Mandanten" ein. Verrechnet wird das irgendwie über die Verkehrsrechtsschutz der Automobilclubs, ist also für den Falschparker oft so gut wie kostenlos.

    Das bestätigt meine Vermutung, das das Eintreiben von Bußgeldern z. B. bei Geschwindigkeitskontrollen bei weitem keinen Zuverdienst der Kommunen darstellt, sondern vielmehr ein Verlustgeschäft. Warum wird darüber nicht regelmäßig berichtet? Vielmehr wird immer wieder das Vorurteil geschürt, mit Bußgeldern würden die Autofahrer "abgezockt" damit die Kommunen sich "goldene Wasserhähne" im Rathaus einbauen könnten.

    Aber zurück zum konkreten Fall: Ich hatte dafür plädiert, dass ggf. Markierugen auf der Straße anzubringen sind, wenn zum Beispiel immer wieder Autofahrer trotzdem es nicht gestattet ist, zur Hälfte den Gehweg zuparken. Und ich bin mir sicher dass das eine wirksame Maßnahme darstellt, weil viele Autofahrer oft sehr unbedacht den Bürgersteig zuparken oder nur darauf achten, möglichst wenig Fahrbahnraum einzunehmen, und dabei denken für die Fußgänger ist doch immer noch genug Platz. Wenn Autofahrer aber eine Parkplatzmarkierung vorfinden, dann wird sie auch entsprechend benutzt.

    Zu dem dritten Beispiel: Ist es nur nicht zu sehen oder fehlt die positive Beschilderung für den Radverkehr? Wenn man mit dem Rad da ankommt fährt man eigentlich erst mal über einen abgesenkten Bordstein in die Fahrbahn ein....

    Ich hatte ja bereits weiter oben geschrieben, dass mir dein Hinweis auf die fehlende positive Beschilderung keine Ruhe gelassen hatte. Inzwischen hat die Verwaltung auf eine entsprechende Anfrage reagiert und angekündigt, auf dem Radweg Vorfahrtsschilder[Zeichen 301]aufzustellen. So sieht die Fahrradfurt aus, über die ein stark benutzter Radweg über die Kleestraße geführt wird. Aus Autofahrerperspektive.


    Hier die Fahrradfurt aus Sicht des Radlers. Hier fehlt bislang ein Vorfahrtsschild. [Zeichen 301]