Beiträge von Ullie

    "Mit einer Inzidenz von 574 ist der Saale-Orla-Kreis derzeit Hotspot Nummer eins. Ein Teil der Bürger lässt die Regeln schleifen, sagt das Landratsamt. Auch, weil eine Protestbewegung großen Einfluss hat."

    Mehr dazu auf t-online vom 3.5.2021

    https://www.t-online.de/nachrichten/de…n-befeuern.html

    Gerade im Hinblick auf die sogenannte "Künstler-Initiative" gegen Corona-Maßnahmen, ist es interessant, solche Meldungen im Hinterkopf zu haben und bei Gelegenheit auch auf den Tisch zu packen.

    An der Wahl werden ca. 40 Parteien teilnehmen. Leider denken fast alle in meinem Umfeld, dass sie ihre Stimme "verschenken", wenn sie nicht eine der etablierten wählen. Wahlprogramm hin oder her.

    Würdest du es ernsthaft befürworten, dass vierzig Parteien in den Bundestag einziehen würden?

    Die Anzahl der politischen Grundüberzeugungen ist begrenzt. Und ich halte es für keine überzeugende Idee, wenn die Komplexität der politischen Entscheidungsfindung noch weiter zunähme. Nicht zuletzt das Wahlsytem und die 5%-Hürde trägt dazu bei ein einigermaßen überschaubares poltisches Angebot zu gewährleisten, weil diejenigen, die politische Verantwortung übernehmen wollen, sich organisieren müssen und gemeinsame und verständliche Ziele formulieren müssen, um bei Wahlen erfolgreich zu sein.

    Hüstel, jetzt ist die Kirche plötzlich progressiv und zukunftsgewand, weil es eine Kirche auf einer autofreien Insel gibt?

    (die wahrscheinlich zu einem Zeitpunkt gebaut wurde, als das Auto auch im Rest von Europa keine Rolle gespielt habt?)

    "progressiv" und zukunfsgewandt" das ist doch alles sehr relativ.

    Und diejenigen, die mit 200, 300, 400 und mehr "Pferdestärken" auf den Straßen dahinschießen, die halten sich doch selbst für außerordentlich "progressiv" und "zukunftsgewandt".

    "Wäre ganz Deutschland mit Ringelbahnen von einem Ende zum anderen belegt und flögen Dampfwagen zu Tausenden über Berg und Tal, würden alle Flüsse von den Dampfschiffen bis zum tiefsten Grunde durchfurcht, arbeiteten die Hebel sich müde in allen Winkeln, und wendeten sich um in allen Straßen die Räder der Maschinen - was hülfe das alles, hätte Deutschland in dem klappernden Mechanismus die innewohnende Seele verloren?"

    Joseph Görres, Katholischer Publizist, 1776-1848

    Zitiert bei:

    Michael Schüring, Bekennen gegen den Atomstaat, S. 268

    https://books.google.de/books?id=zFl4D…epage&q&f=false


    Vermutlich galt Joseph Görres zu seiner Zeit vielen Zeitgenossen als hoffnungslos rückständig und unmodern.

    Andererseits verlinkt der User Ullie einen Artikel, der in dramatischster Weise zeigt, dass ein automatisiertes System erhebliche Nachteile mit sich bringt (im von Ullie zitierten Beispiel: mehrere Tote), hält aber trotzdem ein automatisiertes ISA für unbedingt erforderlich.

    Warum meinen Sie, dass der Spurhalte-Assistent erhebliche Nachteile mit sich bringt?

    Es ist richtig, dass ich mit einem Unfallbericht zeigte, dass es durch einen Spurhaltesassistent zu einem wahren "Horrorunfall" kommen kann.

    Hier noch mal der Link:

    https://www.lto.de/recht/hintergr…hain-of-supply/

    "Ein mit Spurhalteassistent ausgerüstetes Fahrzeug fuhr infolge eines Schlaganfalls des Fahrzeugführers mit hoher Geschwindigkeit in den Ort. Dabei wurden eine Frau und ihr Kind getötet. Der Fahrer hatte zuvor das Steuer verrissen, so dass das Fahrzeug unter normalen Umständen in einem Gebüsch vor dem Ortseingang zum Stehen gekommen wäre. Der Spurhalteassistent aber führte das Fahrzeug wieder zurück auf die Straße - und dann hinein ins Dorf."

    Was der Bericht jedoch nicht erwähnt, nicht erwähnen kann, sind die Horrorunfälle, die dadurch verhindert werden, dass Fahrzeuge mit einem Spurhalteassistenten ausgerüstet sind.

    So oder so, der Spurhalteassistent ist für höhere Geschwindigkeiten bestimmt, als sie innerorts gefahren werden.

    In dem geschilderten Fall hatte der PKW ja die hohe Geschwindigkeit mit der das Fahrzeug von außen in das Dorf gefahren ist, beibehalten.

    ISA, der Intelligente Geschwindigkeitsassistent arbeitet auch innerorts.

    Möglicherweise kann der Spurhalte-Assistent verbessert werden?

    Das gilt allerdings auch für ISA!

    Von einem so dramatischen Unfall wie der geschilderte, an dem ein Spurhalteassisent beteiligt war, habe ich im Zusammenhang mit ISA noch nichts gelesen.

    Und hier leider noch eine schreckliche Nachricht. ISA-Technologie hätte möglicherweise die Folgen abmildern können:

    "MANN FÄHRT BEI STAMMWERK VON SKODA IN FUSSGÄNGERGRUPPE: MEHRERE VERLETZTE

    - Vor dem Stammwerk der tschechischen VW-Tochter Skoda hat es einen schweren Unfall gegeben.

    Ein Autofahrer fuhr am späten Dienstagabend an einem Werkstor in Mlada Boleslav in eine Gruppe von Fußgängern, wie eine Polizeisprecherin am Mittwoch mitteilte.

    Das Auto sei mit hoher Geschwindigkeit unterwegs gewesen."

    Tag 24 vom 28.4.2021

    https://www.tag24.de/nachrichten/un…rletzte-1940105

    "Katholik", es heißt "Katholik":

    "Beackert stur sein Thema, versteht keinen Humor und nimmt vieles überhaupt nicht wahr."

    Es gibt ja immer noch Leute, selbst hier im Radverkehrsforum, die glauben die Nutzung des Automobils sei sozusagen ein Grundbestandteil oder ein wesentlicher Eckstein des modernen Lebens. Viele Katholiken sind da schon weiter. So sagt die Leiterin, Michaela Wachendorfer, Leiterin der Katholischen Kirchengemeinde Zu den Heiligen Schutzengeln auf der Nordseeinsel Juist:

    "Wir wollen einen Ort der Gottesbegegnung hier auf der Insel sein. Die Kirche ist gastfreundlich und immer offen. Wirklich viele Leute gehen hier ein und aus, die einfach eine Kerze bei der Muttergottes aufstellen oder sagen: Ich möchte einfach ein bisschen zur Ruhe kommen.

    Die Insel Juist ist dafür natürlich besonders geeignet, weil es hier gar keinen Autoverkehr gibt und solche Sachen."

    https://www.domradio.de/themen/reforme…he-ortsgemeinde

    Und wenn es dann zurück auf's Festland geht mit dem ganzen Autoverkehr und solchen Sachen, wo oft viel zu schnell gefahren wird, dann kommt vielleicht dem einen oder anderen diese Redensart in den Sinn:

    :saint:https://www.shop-klinikum.de/media/image/53…161_600x600.jpg (Schutzengelbild) :saint:

    Und für die anderen gibt es den Intelligenten Geschwindigkeitsassistenten (ISA), der noch nicht voll seine Wirkung entfalten kann, weil die Pseudo-Modernisten des ADAC den technischen Fortschritt blockieren. Aber das wird hoffentlich noch, dem Heiligen Christopherus sei Dank!

    Toll Herr NbGradler, dass Sie so unterhaltsame Sendungen zum Diskussionsthema beisteuern. Da Sie nichts Essenzielles beizusteuern haben, können Sie dann ja auch gerne im Pippi-Langstrumpf-Format weitermachen:

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    ;)

    Naja, hier findest du die detaillierte Liste der Routen:

    Wie zu erwarten, die Liste der Routen zeigt, der ADAC betrachtet Angebotsradwege, kritisiert deren schlechten Zustand und vermerkt das auch dann auf seiner Negativ-Liste, wenn diese Radwege besser nicht benutzt werden und es stattdessen in vielen Fällen sicherer und bequemer ist, auf der Fahrbahn zu fahren.

    Folgende Beispielsätze klingen irgendwie gar nicht danach:

    Achten Sie auf Radfahrer auf der Straße – sie dürfen dort unterwegs sein, wenn der benutzungspflichtige Radweg zugeparkt oder vereist ist.

    Radfahrer mit ausreichendem Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Metern innerorts und mindestens 2 Metern außerorts überholen.

    Irgendwie scheint der ADAC mit diesen Hinweisen nicht richtig bis zu seinen Mitgliedern vorzudringen.

    Aber vieleicht sind das ja alles gar keine ADAC-Mitglieder, die mir mehrfach täglich mit Anhupen und Anpöbeln zu Verstehen geben wollen, dass ich gefälligst nicht auf "ihrer" Fahrbahn mit meinem Fahrrad fahren soll. Übrigens sogar in solchen Fällen in denen gar kein Radweg vorhanden ist.

    Wenn du Gelegenheit hast, Hannover zu besuchen, dann fahre doch mal die Göttinger Straße von Strousbergstraße bis Deisterkreisel mit dem Fahrrad.

    https://www.google.com/maps/@52.35657…!7i13312!8i6656

    Hupkonzert garantiert!

    Den Beleg, dass es sich nur um Horrorgeschichten handelt und die Systeme in der Realität viel besser funktionieren als in den "Pseudo-Tests" bist du bislang schuldig geblieben.

    Die ADAC-Propaganda gegen ein geschlossenes ISA sind erfundene Horrorgeschichten. Die Erfahrungen mit ISA zeigen, dass echte Horrorgeschichten verhindert werden. Anders bei einem Spurhalte-Assistenten: Im besten Fall verhindert auch der Spurhalte-Assistent schwere Unfälle. Aber es gibt auch problematische Vorfälle. Dieser hier verdient tatsächlich den Begriff Horrorgeschichte:

    "Ein mit Spurhalteassistent ausgerüstetes Fahrzeug fuhr infolge eines Schlaganfalls des Fahrzeugführers mit hoher Geschwindigkeit in den Ort. Dabei wurden eine Frau und ihr Kind getötet. Der Fahrer hatte zuvor das Steuer verrissen, so dass das Fahrzeug unter normalen Umständen in einem Gebüsch vor dem Ortseingang zum Stehen gekommen wäre. Der Spurhalteassistent aber führte das Fahrzeug wieder zurück auf die Straße - und dann hinein ins Dorf."

    LTO vom 4.9.2019: Automatisiertes Fahren und Strafrecht - Wenn Technik tötet

    Gastbeitrag von Carsten Staub

    https://www.lto.de/recht/hintergr…hain-of-supply/

    Erstaunlich was für Ergebnisse der Fischstäbchen-Vergleich zu Tage fördert.

    Ich verliere allmählich den Überblick und bin auch noch selbst mit dran schuld. :whistling:

    Vielleicht kommen wir so weiter (mit mehr Klartext):

    Mit dem Auto fahren ist Mist.

    Wie kriegen wir eine andere Verkehrsinfrastruktur hin? Eine ohne Autos?

    Wir fahren mit dem Fahrrad auf der Fahrbahn. Massenhaft, wie bei einer Critical-Mass.

    Nur:

    Als Protest-Veranstaltung mag das angehen. Bei vielen anderen Alltagssituation bist du da ziemlich allein.

    Und die Anzahl der Mitstreiter ist begrenzt.

    Und der massenhafte Autoverkehr nervt, schädigt Umwelt und Klima, ist unfallträchtig und verstopft die Fahrbahnen.

    Und so bleibt es nicht aus, dass für bestimmte Streckenabschnitte ausreichend breite Radwege eine geeignete Übergangslösung sind. Am Besten ohne Benutzungspflicht. Und vielleicht wird es nötig werden, besonders breite Transportfahrräder von der Radwegebenutzung auszuschließen, denn sonst könnten die eines Tages die Radverkehrsanlagen blockieren.

    Jenachdem wie's läuft.

    Dass der Autoverkehr von selbst weniger wird, halte ich jedenfalls für unwahrscheinlich. Und für drastische Maßnahmen zum Rückbau der Autoverkehrsinfrastruktur fehlen (noch?) die politischen Mehrheiten.

    Immerhin scheint Herr Ullie diesmal die Antwortmöglichkeiten gelesen zu haben, bevor er hier Verständnisfragen stellt, die sich eigentlich beim gründlichen Lesen der Aufgabe von selbst beantwortet hätten.

    Ach ja: Umfrage!

    Es ist stets sehr spannend zu beobachten, wie der ADAC agiert, um die Interessen der Autofahrer durchzusetzen.

    Hast du dir mal in der von dir angegebenen Quelle die Methodik durchgelesen, mit der der ADAC die Radwegbreiten getestet hat?

    Ich fand darin nirgends einen Hinweis darauf, welche Radwege genau getestet wurden.

    Dass Hannover so grottenschlecht abschneidet hat vermutlich vor allem den Grund, dass in Hannover schon in den 70er-Jahren sehr viele Radwege gebaut wurden, allerdings nach den damals geltenden Richtlinien, also meistens viel zu schmal.

    Seit den 90er Jahren werden in Hannover sehr viele Radwege in Angebotsradwege umgewandelt. Entweder weil von vornherein kein Schild ausfgestellt wurde, das einen alten Radweg zum Pflichtradweg macht oder indem Radwege "entpflichtet" werden und zwar in manchen Fällen auch dann, wenn sie eigentlich breit genug sind, um sie als verpflichtende Radwege auszuweisen.

    So was bleibt dem ADAC nicht verborgen. Und jedesmal wenn ein ehemals verpflichtender Radweg zu einem Angebotsradweg wird, dann meldet sich lautstark der ADAC zu Wort und versucht den Eindruck zu erwecken, dass die Stadt damit eine Aufforderung zur Radfahrerselbstgefährdung ausspricht, weil mit der Entpflichtung die Fahrbahnbenutzung ermöglicht wird, ohne eine Ordnungswidrigkeit zu begehen.

    Trotzdem viele Radwege zu schmal sind, verfolgt der ADAC die Strategie, den Radverkehr auf Hochbord-Fahrradwegen zu kanalisieren. Das fällt dann auch dem einen oder anderen Fahrradfahrer auf, dass das so nicht geht. Und die versucht der ADAC mit seiner Pseudo-Aktivität ruhig zu stellen: "Wir setzen uns für breite Fahrradwege ein." Bei genauerer Betrachtung ist jedoch stets der ADAC als erster an der Stelle, wenn es darum geht breitere Fahrradwege oder breitere Radfahrstreifen oder breitere Schutzstreifen zu verhindern, wenn dadurch Fahrstreifen für den Autoverkehr verengt werden oder Parkplätze zurückgebaut werden müssen.

    Aber vielleicht sehe ich ja auch Gespenster? Versuche du doch mal in dem von dir zitierten Test einen Hinweis darauf zu finden, ob vom ADAC zwischen benutzungspflichtigen Radwegen und Angebotsradwegen differenziert wird. Der ADAC unterstellt, die Radverkehrsstruktur in Hannover sei insgesamt unterridisch, aber es ist für den ADAC gleichzeitig klar, dass Radfahrer auf der Fahrbahn nichts verloren haben.

    Derweil habe ich mal dieses "ADAC-Pamphlet" des ADAC von 2019 ausgegraben:

    "Der ADAC empfiehlt den Kommunen, alle Radverkehrsanlagen gemäß den FGSV-Empfehlungen für Radverkehrsanlagen (ERA 2010) zu gestalten. Radverkehrsanlagen ohne Benutzungspflicht dürfen nicht zu Radwegen zweiter Klasse verkommen und sollten daher genauso behandelt werden wie ihre benutzungspflichtigen Pendants."

    Und wenn du mich jetzt bitte noch den Bogen schlagen lässt zur ADAC-ISA-Verhinderungsstrategie:

    Der ADAC blockiert ein geschlossenes ISA, das wirkungsvoll Tempolimit-Überschreitungen verhindern könnte, indem der ADAC Horrorgeschichten verbreitet über die angeblich horrende Fehleranfälligkeit von ISA. Und manche Autofahrer hören's gerne und verbreiten diese ADAC-Horror-Propaganda.

    Öha, jetzt war ich grade etwas verwirrt. Denn in meinem Lieblingspfarrdorf darf man 50 fahren, obwohl da tatsächlich direkt links und rechts neben der Straße Leute wohnen? So richtig direkt mit dem Schlafzimmerfenster an der Straße.

    Aber der "Lärmaktionsplan für das Umfeld der Bundesautobahnen" gilt halt eben nur für das Umfeld der Bundesautobahnen, nehm ich an, aber nicht für das "Umfeld in Pfarrdörfern?" Das wär ja auch irgendwie - vernünftig? :)

    "Hauptverkehrsstraßen erfüllen eine überaus wichtige Funktion im städtischen Straßennetz. Auf ihnen soll ein Großteil des Kfz-Verkehrs gebündelt werden. Dazu muss das Netz der Hauptverkehrsstraßen leistungsfähig und attraktiv sein, sodass Schleichverkehr durch Wohngebiete vermieden wird.

    Auf Hauptverkehrsstraßen ist Tempo 30 daher in der Regel nicht sinnvoll und im Einzelfall sorgfältig zu prüfen. Vor Schulen, Kindertagesstätten und Seniorenresidenzen kann nach Ansicht des ADAC Tempo 30 aber durchaus angebracht sein."

    https://www.adac.de/-/media/pdf/ve…ra-adac-bro.pdf

    Wer bestimmt noch gleich in Deutschland wie schnell gefahren werden darf?

    "ADAC Position zur General-Safety-Verordnung der EU

    Der ADAC sieht das Sicherheitspotenzial von ISA, hält die Systeme zum gegenwärtigen Zeitpunkt jedoch noch nicht für ausreichend erprobt und ausgereift. Er hatte sich deshalb gegen die Ausrüstungsvorschrift ausgesprochen."

    https://www.adac.de/rund-ums-fahrz…sassistent-isa/

    Wer verhindert, dass durch den verpflichtenden Einbau von einem geschlossenen ISA Tempolimits eingehalten werden?

    Wer freut sich über ein Tempolimit von 60 km/h auf bestimmten Münchner Stadtautobahnen?

    "München tritt auf die Bremse: Autobahn-Tempolimits geplant

    Anwohner werden sich freuen: An fünf Münchner Autobahn-Abschnitten soll es leiser werden - durch Tempolimits.

    (...)

    ADAC sieht Tempolimits kritisch

    vom Automobil Club heißt es, dass zuerst Maßnahmen wie Lärmschutzwände und Flüsterasphalt ausgeschöpft werden müssen ."

    https://www.radioarabella.de/arabella-aktue…auf-die-bremse/

    Und wer ist dagegen?

    Zumindest bei dem Stadtautobahn-Tempolimit hat sich der ADAC bislang (noch) nicht durchsetzen können.

    Und oh Wunder: dieses Prinzip funktioniert sogar so gut, dass bis auf eine überschaubare Handvoll Blackout-Unfälle, wo auf gerader, vollkommen übersichtlicher Strecke Autofahrer langsame Zweiräder rammen, praktisch schon stand heute "nichts" passiert, gemessen an all den anderen Dramen, die KFZ unter sich auf der Landstraße im Längsverkehr austragen.

    "praktisch schon stand heute"

    Das hört sich jetzt an wie die Aufdrucke auf manchen Packungen mit Tiefkühl-Fischstäbchen: "Praktisch grätenfrei".

    Hiermit eine Umfrage, im Umfrage-Strang

    Umfrage:

    Wo würden Sie gerne Fahrrad fahren?

    Antwortmöglichkkeit 10:

    Auf der Fahrbahn, weil schnell & sicher und man gleichberechtigter Verkehrsteilnehmer ist.

    Davon merke ich allerdings selten etwas, dass ich als Fahradfadfahrer auf der Fahrbahn als gleichberechtigter Verkehrsteilnehmer akzeptiert werde. (In welchem "Wunderland" ist das so?) Für die Antwortmöglichkeit 10 schlage ich deshalb eine geänderte Formulierung vor:

    O Auf der Fahrbahn, weil es mir meistens nichts ausmacht, dass ich dort schnell & sicher angehupt, angepöpelt und bedrängt werde von Autofahrern, die meinen die Fahrbahn sei dem Autoverkehr vorbehalten.

    Und ergänzen möchte ich die Antwortmöglichkeit 11 + 12:

    O In einem Land, dass sich vom massenhaften Autoverkehr befreit hat, indem es durch eine umfassenden Verkehrswende gelungen ist, im städtischen und ländlichen Lebens-Umfeld das Auto wegzubekommen, um Platz für etwas Neues zu schaffen.

    O In Deutschland, nachdem es durch ein "Bundeskraftfahrzeugbeseitigungsgesetz", das der Bundestag verabschiedet hat, und dem der Bundesrat zugestimmt hat, gelungen ist, den privaten und öffentlichen Verkehr so neu zu regeln, dass kein privater KFZ-Verkehr mehr stattfindet. KFZ werden nur noch für ganz wenige Aufgaben eingesetzt, wie zum Beispiel Rettungsdienste.

    Ist es möglich, Autogenix, dass du die Antwortmöglichkeit 10 entsprechend umformulierst und die Antwortmöglichkeiten 11 und 12 mit in den Antwortenkatalog aufnimmst?

    Danke! :saint:

    Und du wirst lieber mit 60km/h überholt als mit 100km/h?

    Richtig! :thumbup:

    Ganz besonders an solchen Stellen, wo eine Höchstgeschwindigkeit von Tempo 60 km/h angeordnet ist, werde ich lieber mit Tempo 60 km/h überholt als mit Tempo 100 km/h!

    Aber auch ganz grundsätzlich fahre ich mit dem Fahrrad lieber auf einer Landstraße auf der Temo 60 max. gilt und auch tatsächlich maximal Tempo 60 gefahren wird.

    Schließlich ist der Autoverkehr bei Tempo 60 auch deutlich leiser als bei Tempo 100!

    In München wurde letzten November sogar Tempo 60 auf einer Autobahn aus diesem Grund angeordnet:

    "Auf mehreren Autobahnen bei München müssen Autofahrer wegen des Lärmschutzes künftig langsamer fahren. Das teilte das bayerische Innenministerium am Mittwoch mit. Voraussichtlich von Ende dieses Jahres an gilt auf der A 9 zwischen Frankfurter Ring und Schwabing ein Tempolimit von 60 Kilometern pro Stunde."

    SZ vom 18. November 2020: https://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenc…limit-1.5119483

    Optimal wäre jetzt noch, wenn die Autos, die dort langfahren, möglichst alle ein geschlossenes ISA an Bord hätten. Aber das wird bislang noch nicht serienmäßig verbaut. Und vorgeschrieben ist es leider (noch) nicht.

    Sie möchten nicht mit hoher Geschwindigkeit überholt werden, es ist Ihnen aber egal, wenn sich mir mit hoher Geschwindigkeit ein Lastwagen nähert.

    Deshalb ist es ja so wichtig, dass ISA möglichst bei allen Fahrzeugen verbaut ist. Der Abstandsregeltempomat (ACC Adaptive Cruise Control) hat ja die Schwäche, dass er zulässt, dass eine höhere Geschwindigkeit gefahren wird, als erlaubt. Eine nicht unerhebliche Schwäche!

    Natürlich ist nicht völlig auszuschließen, dass auch bei einer weitgehend flächendeckenden Verwendung von einem geschlossenen ISA Falschinformationen zu Fehlsteuerungen bei einzelnen Fahrzeugen führen, die sich so auswirken, dass ein einzelner Autofahrer plötzlich nicht mehr schneller fahren kann als 60 und sich wundert, dass er von anderen mit Tempo 100 überholt wird.

    Das ist nicht schön, das sollte möglichst gar nicht vorkommen, kann aber trotzdem in Einzelfällen passieren.

    Bei der Verwendung eines Abstandregeltempomats ist die Gefahr hoch, dass sehr viele zu schnell fahren. Und wenn das dann jemandem zu unsicher wird und er deshalb ein niedrigeres Tempo einstellt, dann hat er auch das Problem, dass er dauernd überholt wird.

    Bei einem einfachen Abstandsregeltempomat müssen alle manuell das Tempo neu justieren, wenn sich die Geschwindigkeitsvorgaben ändern.

    Und es kann auch bei einem ganz normalen schon seit vielen Jahrzehnten verbauten Tempomat das Problem auftreten, dass das Fahrzeug schneller oder langsamer fährt als eingestellt.

    Wenn ich mit dem Fahrrad auf der Landstraße fahre, dann nützt es mir, wenn Autofahrer ein geschlossenes ISA benutzen, weil ich dann sicher sein kann, dass der Autoverkehr bei einer Tempo 60 -Vorgabe auch Tempo 60 fährt und nicht mit Tempo 100, weil der Fahrer das Tempo 60 Limit übersehen hat.

    Wenn ISA das Tempo 60 ebenfalls übersehen hat, dann sollte ISA so programmiert sein, dass das Fahrzeug nicht schneller als Tempo 100 auf der Landstraße fahren kann.

    Die Zusammenarbeit unterschiedlicher Assistenzsysteme ist übrigens ein weiteres wichtiges Thema. Vielleicht kommen wir noch dazu?

    Das war Ihr Beitrag, an dem sich die Diskussion über Fahrradverkehr-Infrastruktur entzündete.

    Der hatte vermutlich noch weniger mit "Umfragen" zu tun, als sie das meinen Beiträgen vorwerfen.

    Aber es ist ja trotzdem eine nette Diskussion draus geworden, bei der es dann letztlich zu einer "Umfrage" über ausreichende Radverkehrsinfrastruktur kam.

    Das Bild mit der Landstraße stammt übrigens auch von Ihnen!

    Wenn Sie nicht wollen, dass man ihre Beiträge missversteht, dann erschöpfen Sie die nicht mit einer einzigen Frage:

    Was hat das mit Umfragen zu tun?

    Und ich verspreche Ihnen, ich antworte dann auch nicht mehr mit nur einem Wort:

    Umfragen ?

    Tut mir leid für das Missverständnis. :saint:

    quod erat demonstradum

    Wenn Yeti kryptisch das Wort "Umfragen?" in den Raum wirft, dann soll er doch selbst erst mal eine Umfrage vorlegen. Mir ist keine bekannt, dass Radfahrer*innen scharf drauf sind auf der Fahrbahn zu fahren, wenn dort schneller Autoverkehr (größer/gleich 100 km/h) stattfindet. Aber vielleicht hat Yeti ja eine solche Umfrage in peto? Im übrigen spreche ich bei solchen Feststellungen von meinen Erfahrungen und von den Meinungen und Positionen, die ich mit anderen austausche.

    Eine Straße, auf der Tempo 100 gefahren werden darf, ist keine geeignete Infrastruktur für den Radverkehr auch dann nicht wenn es eine Bundesstraße ist. Und separat geführte Radwege machen die Situation sogar manchmal noch schlimmer, besonders im Kreuzungsbereich.

    Die wenigstens Radfahrer nutzen eine solche Straße, wenn Routen für den Radverkehr zur Verfügung stehen, die weniger unangenehm zu befahren sind.

    Meines Erachtens spielen das angeordnete Tempolimit und das tatsächlich gefahrene Tempo eine wesentliche Rolle dabei, ob eine Straße für Radfahrer*innen eine annehmbare Infrastruktur darstellt, die dann auch tatsächlich angenommen wird. Oder eben nicht. Viele Straßen werden aufgrund des hohen Tempos, das von vielen Autos gefahren wird, deshalb von vielen Radfahrer*innen nicht oder nur sehr ungern befahren. Und das gilt oft auch dann, wenn ein separater Radweg vorhanden ist.

    Kann ja sein, dass du einen ganz anderen Bekanntenkreis hast, vielleicht eine Diskussionsforum-Blase? Viele Radfahrer*innen, die ich kenne, sehen das so wie ich es beschrieben habe. Ob es dafür nun eine Umfrage gibt oder nicht. Und von einem gegenteiligen Umfrageergebnis habe ich bislang erst recht nichts gehört! Aber vielleicht hat Yeti das ja zur Hand?

    Interessante Sicht der Dinge. Dass ISA ab 2022 bzw. 2024 ein Plichtsystem wird, hat die EU lange vor deinem Eröffnungsbeitrag beschlossen, sodass dieser Fakt vor vornherein gemeinsames Verständnis war. Inwiefern Du daraus eine Zustimmung für Dich ableitest, ist mir schleierhaft.

    Blättere gerne nochmal zurück: Die Diskussion entzündete sich lediglich daran, dass Du von vornherein mit dem geschlossenen, unüberstimmbaren System die härteste Form der ISA-Implementation gefordert hast, ohne darüber Bescheid zu wissen, wie viele Fehler die Assistenzsysteme machen (können) und welche gefährlichen Konsequenzen sich daraus ergeben (können).

    Die EU und auch die von dir aufgeführten Fußgänger- und Radfahrerverbände haben diese Fehleranfälligkeit berücksichtigt und abweichend von dir entsprechend offene bzw. halb-offene Systeme gefordert.

    Du hingegen setzt noch einen drauf und forderst in einem deiner letzten Beiträge, dass ISA nicht nur genormte Zeichen erkennen und daraus die korrekte Höchstgeschwindigkeit ableiten soll, sondern gleich noch komplexe Szenen im Straßenverkehr interpretieren und das Fahrzeug situationsabhängig einbremsen(?) soll.

    Die Grenze zwischen Vision und Tagtraum ist da sicher fließend, ohne technische Lösungsvorschläge tendiert meine Einschätzung jedoch eher zu letzterem.

    Ein ISA, das nichts weiter ist als ein "Quatschkiste", die hin und wieder sogar falsch vorsagt, wird keine große Akzeptanz und Verbreitung finden. Genau darauf setzt die Autoindustrie und hat sehr erfolgreich in diese Richtung agitiert.

    Was dagegen notwendig ist, ist ein geschlossenes ISA, dass so aufgebaut ist, dass die Fehlerquote minimiert wird. Bzw. Auswirkungen von Falschentscheidungen nicht zu dramtischen Fahrfehlern führen. Dafür habe ich Vorschläge gemacht. Bzw. ich habe auf Vorschläge dafür verwiesen, die im Raum stehen.

    Einige davon wurden hier im Diskussionsfaden bislang "abgebürstet" mit dem Verweis auf Erfahrungen mit bestehenden Systemen, bei denen auf eine eine gewisse "Wurstigkeit" verwiesen wird. Oder mit Anekdoten aus der Fahrpraxis. Überzeugt hat mich das nicht.

    Beispielsweise Nbgrdalers Fahrbericht:

    Aus der persönlichen Fahrpraxis: für den gestressten Osteuropäischen Speditionsfahrer hinter mir spielt es praktisch keine Rolle, ob ich 5 km/h oder 60 km/h durch eine weiträumig gestaltete Autobahnbaustelle fahre. Dessen Tempomat steht auf 87 km/h oder 96 km/h - je nach Termindruck und Auftrag der Spedition. In jedem Fall wird praktisch jeder LKW versuchen zu überholen - und damit gefährlichere Situationen erzeugen als vielleicht sonst (sonst: wenn ich das Schild ignoriere und weiter 80 fahre) entstanden wären.

    Der "gestresste osteuropäische Speditionsfahrer" braucht natürlich genau auch so ein ISA, genau wie der gestresste westeuropäische Speditionsfahrer, so dass ausgeschlossen ist, dass ein langsamer fahrender, aber gerade noch innerhalb des vorgegebenen Tempolimits fahrender, mit ISA ausgestatteter PKW überholt werden kann. Denn wenn der LKW-Fahrer seinen Tempomat auf 96 stellt, dann wird er auch dann noch versuchen Nbgradler zu überholen, wenn der 80 km/h fährt.