Beiträge von Ullie

    Am Straßenrand von diesem Schrebergarten-Gebiet wird gerne geparkt. Was es manchmal schwer macht, den Garten zu betreten oder wieder zu verlassen.

    Alles kein Problem, hat man den "passenden blauen" ;) Teller zur Hand:

    Ich erlebe häufig bei Diskussionen über die Verkehrswende, bei der Frage, Verkehrswende auf dem Land, ein sehr starkes Festhalten am Status quo.

    Wenn ich an der Stelle nachhake, dann werden durchaus unterschiedliche Motivationen für dieses Beharren auf den Status quo deutlich:

    Die einen halten es ohnehin für Spinnerei sich über Umweltverschmutzung oder Klimawandel und Gegenmaßnahmen Gedanken zu machen. Das sind alles technische Detailfragen, "eine Sache für die Profis", die dafür schon beizeiten Lösungen finden werden.

    Andere sehen in der "Abrüstung" der Autos die Lösung, die sie oft schon selbst in verschiedenen Formen praktizieren. PKW mit Erdgasantrieb oder Flüssiggasantrieb oder E90-Benzinantrieb oder Kleinst-PKW mit Elektroantrieb oder pedalunterstützten Elektroantrieb. Eher selten. Oder noch seltener, halt einfach ohne Auto auf dem Land leben.

    An der Stelle drohen Diskussionen über eine Verkehrswende schnell zu versanden. Oder sie eskalieren unter Verschiebung des Diskussionsgegenstands. Aus der Frage Verkehrswende wird dann eine Frage von Leben in der Stadt contra Leben auf dem Land. Dann sind es die ahnungslosen Städter, die der Landbevölkerung diktatorisch irgendwelche absurden Vorschriften machen wollen, obwohl die aus der Stadt doch angeblich keine Ahnung vom Landleben hätten.


    Was dann "der Städter" gerne damit quittiert, dass er zumindest aus eigner leidvoller Erfahrung wisse, dass die Autoinvasion der Landbevölkerung in die Stadt nicht nur ein "Terrorakt" gegen die Stadtbevölkerung darstelle, sondern auch völlig überflüssig sei, in Anbetracht der guten ÖPNV-Möglichkeiten in der Stadt.

    Schade, wenn die Diskussion so endet, aber es kommt leider häufig vor.


    Dass eine Klimawende sich nicht darin erschöpfen darf, eine Verkehrswende einzuleiten, an deren Ende der private Autoverkehr ersetzt wird durch fast leer fahrende Omnibusse, ist natürlich richtig. Allerdings sehe ich diese Gefahr nicht.


    Derzeit wird das Leben auf dem Land im hohen Maße subventioniert. Es existiert ein komfortabel ausgebautes Straßennetz, das immer weiter und schneller ausgebaut wird, vielfach mit schnellen Landesstraßen und Bundesstraßen auf denen Tempo 100 und manchmal noch schneller gefahren werden darf, und auf denen ein noch schnelleres Fahren häufig nicht geahndet wird. Und es existieren kaum Sonderfahrrechte für den Linienbusverkehr. Im Gegenteil. In vielen Ortschaften ist immer noch die Haltebucht Standard, die so angelegt ist, dass der Omnibus die Fahrbahn verlässt und in eine Bucht fährt, die oft zu Ungunsten der Bürgersteigbreite angelegt wurde.

    https://kampagne.sozial-muss-d…01222-OPNV_Layout.mp4?_=2

    (Dieser Werbefilm von der Partei Die Linke für ÖPNV auf dem Land zeigt eine solche Haltestelle)

    Ampelvorrangschaltungen, zumindest in manchen Städten Standard, sind in ländlichen Gegenden eine absolute Ausnahme-Erscheinung.


    Dafür wurden besonders im ländlichen Raum in den vergangenen Jahrzehnten zahlreiche sogenannte "Ortsumgehungen" angelegt, die für den Autoverkehr die Fahrt beschleunigt haben, von denen aber der Linienbusverkehr nicht profitiert. Einerseits deshalb, weil er aufgrund der geringen Dichte, in zahlreiche Ortschaften reinfährt und dort mehrere Haltestellen anfährt, andererseits, weil der Linienbusverkehr nur maximal 60 km/h schnell fahren darf. Und nicht zuletzt deshalb, weil der Linienbusverkehr, dann, wenn er auf die regionalen Zentren zufährt, dort wo der Verkehr dann dichter wird, im Autostau stecken bleibt, der von den zahlreichen Autos verursacht wird.


    Vieles davon ließe sich in einer extremen Ausnahmesituation technisch und logistisch innerhalb von zwei drei Jahren ändern (Provisorisch innerhalb von wenigen Tagen). Aber das wäre vermutlich eine rein fiktive Ausnahmesituation. Zum Beispiel alle Motoren privat benutzter KFZ würden von heute auf Morgen nicht mehr anspringen und es gäbe keine andere Möglichkeiten als zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem ÖPNV mobil zu sein.


    Längerfristige Veränderungsprozesse sind erst recht erfolgsversprechend. Aber es müssten viele Stellschrauben neu justiert werden. So lange der Straßenausbau für den Privat-KFZ-Verkehr als verkehrspolitischer Erfolg verkauft wird, geht die Entwicklung in eine falsche Richtung.

    Sollte der "Plakatwahlkampf" nicht denen vorbehalten werden, die nicht im Parlament sind? Die anderen hatten ja inzwischend genügend Zeit und Ressourcen, den Standpunkt derer, die sie offiziell vertreten, klar und deutlich darzustellen.


    Wozu Schlußverkaufs-Waschmittelwerbung ein paar Wochen vor der Wahl starten, wenn man 4 oder 5 Jahre Zeit hatte, seine Position klarzumachen?

    "Zwar sei auch die Wirkung von Plakaten in der Corona-Krise eingeschränkt, weil deutlich weniger Menschen auf den Straßen unterwegs seien, erklärt der Mainzer Publizistikwissenschaftler Marcus Maurer. Aber der direkte Kontakt mit den Wählern, etwa an Infoständen, bei Kundgebungen oder an der Haustür, entfalle am Ende vielleicht vollständig, „sodass den Parteien gar nicht mehr viel an Werbeformen übrig bleibt“. Die Reichweite sozialer Medien sei ebenfalls eingeschränkt."

    Die Rheinpfalz vom 25.1.2021

    https://www.rheinpfalz.de/poli…lkampf-_arid,5160429.html

    Es ist einerseits richtig, dass die in den Parlamenten vertretenen Parteien während einer Legislaturperiode Möglichkeiten haben, ihre Standpunkte darzustellen, aber auch Parteien, die nicht in den Parlamenten vertreten sind, haben zahlreiche Möglichkeiten, ihre Standpunkte darzustellen.

    Deshalb sollte der Plakatwahlkampf nicht den Parteien vorbehalten bleiben, die nicht im Parlament vertreten sind. Zumal das in manchen Fällen auch kaum umsetzbar wäre. Zum Beispiel ist in Niedersachsen zwei Wochen vor der Bundestagswahl im Herbst dieses Jahres Kommunalwahl. Jetzt sind aber in vielen Kommunalparlamenten zum Beispiel Vertreter*innen der Partei "Die Partei" vertreten.

    Dürfte die Partei "Die Partei" dann erst in den letzten 14 Tagen vor der Bundestagswahl ihre Plakate aufhängen? Zumal auf vielen Plakaten der Satire-Partei keine klaren Aussagen getroffen werden, die sich auf eine bestimmte politische Ebene beziehen.

    Die Partei "Die Partei" wirbt in der Regel sehr satirisch auf ihren Wahl-Plakaten:

    Beispiel aus 2019 (Wahl des Europa-Parlamentes)


    Mir ist aufgefallen, dass man mit Menschen, die sich normalerweise nicht sehr stark für Politik interessieren, leichter ist Gespräch kommt, wenn die Wahlplakate erst mal hängen. Und ich hoffe sehr darauf, dass dieses Jahr aufgrund der Pandemie-Situation der Startschuss für das Aufhängen der Plakate deutlich früher fällt als sonst.

    Üblicherweise wird ab 6 Wochen vor dem Wahltermin plakatiert. Ich halte eine Verdoppelung der Frist in Anbetracht der Pandemie-Situation für angemessen. denn ich befürchte, auch im Spätsommer dieses Jahres wird trotz der bis dahin vorgenommenen Impfungen noch kein normaler Straßenwahlkampf mit Wahlkampfständen wieder möglich sein. Entscheiden müssen vermutlich die Kommunen, ob sie einen früheren Zeitpunkt für den Start des Plakatwahlkampfes zulassen. Aber vielleicht gibt es da auch eine bundesweit einheitliche Regelungsmöglichkeit.

    Am 26.9.2021 ist Bundestagswahl. Warum nicht schon Mitte Juli mit dem Plakatwahlkampf beginnen?

    Meine Hoffnung, dass dem ganzen Gerede um eine Verkehrswende etwas Spürbares folgt, ist inzwischen bei Null angelangt. Außer dem irrationalen Verlangen, autofreundlichen Städten das Siegel "fahrradfreundlich" zukommen zu lassen, merk ich gar nix.

    Da gilt es ja auch ziemlich dicke Bretter zu bohren. Das Modell "autogerechte Stadt" ist jedoch nicht mehr in dem Maße unumstritten das leuchtende Vorbild, wie es einmal in den 50er und 60er Jahren der Fall war.

    Aber natürlich wird es schwierig, wenn es konkret darum geht, Forderungen umzusetzen und Maßnahmen zu ergreifen, die tatsächlich nachhaltig eine Abkehr vom Modell autogerechte Stadt beinhalten.

    Ich würde es auch nicht einfach als "Gerede um eine Verkehrswende" bezeichnen, wenn über Verkehrsinfrastruktur gesprochen wird.

    Dass eine Verkehrswende erstrebenswert ist, ist eine inzwischen recht weit verbreitete Einsicht. Wie die konkret ausgestaltet gehört, jedoch nach wie vor ein umstritten. In einer Demokratie kommt es in der Auseinandersetzung um solche Fragen idealerweise dazu, dass sich wirklich gute Ideen langfristig durchsetzen.

    Und zu dieser Auseinandersetzung gehört es natürlich auch, dass unterschiedliche Interessengruppen versuchen, den Begriff in ihrem Sinne zu besetzen.

    Die Autoproduzenten, leider auch die Gewerkschaften, der Mitarbeiter haben lange Zeit versucht, den Diesel-Motor als Kernstück einer erfolgreichen Verkehrswende anzupreisen. Dann hieß es, die Dieseltechnik sei eine wichtige "Brückentechnologie" zur E-Mobilität, jetzt versucht die Autoindustrie den E-Antrieb medial in den Vordergrund zu rücken, während weiter vor allem Autos mit Verbrenner-Motoren verkauft werden.

    Aus meiner Sicht alles keine Bemühungen eine echte Verkehrswende voranzutreiben. Aber selbst in diesem Radverkehrsforum musste ich vielfach feststellen, dass weitergehende Forderungen bei manchen Diskussionsteilnehmern energische Gegenreaktionen auslösen.

    Der Plakatwahlkampf verspricht in diesem Jahr besonders spannend zu werden. Hier ein Plakat, der CDU im Landtagswahlkampf in Baden-Württemberg:

    https://cdn1.stuttgarter-zeitu…2b792620.original1024.jpg

    aus der Stuttgarter Zeitung vom 25.2.2021:

    https://www.stuttgarter-zeitun…80-a3d0-9ec80d010efa.html


    Und hier ein Plakat, das den Stil der CDU-Wahlplakate kopiert, aber mit einem Text versehen ist, der letztlich auch den versäumten Ausstieg aus der "Auto-Gesellschaft" anprangert:

    https://bnn.de/nachrichten/bad…-wahlplakate#&gid=1&pid=1

    Quelle: Badische Neue Nachrichten vom 25.2.2021:

    https://bnn.de/nachrichten/bad…faelschen-cdu-wahlplakate


    In dem Artikel wird erläutert, dass es sich um eine Plakatierungsaktion der Gruppe Extinction Rebellion handelt:

    "Klimaaktivisten haben im ganzen Land gefälschte CDU-Wahlplakate aufgehängt. Man habe je mehrere Dutzend Plakate in Stuttgart, Freiburg, Heidelberg, Ulm, Karlsruhe und Konstanz verteilt, um die Klimapolitik der Partei zu kritisieren, teilte am Donnerstag die Organisation „Extinction Rebellion“ mit." :thumbup:  :saint:<3:saint::thumbup:

    Dieses Plakat-Foto von einem Bekannten aus Wiesbaden hatte hatte mich zunächst etwas verwirrt:



    In Wiesbaden ist wie in ganz Hessen derzeit Kommunalwahlkampf angesagt.

    Und da der traditionelle Wahlkampf-Auftritt an Ständen aufgrund der Corona-Infektionslage derzeit nicht die selbe Bedeutung zukommt wie in früheren Wahlkämpfen, verstärken die Parteien unter anderem ihren Plakat-Wahlkampf.

    Bei der Bildersuche wurde ich dann fündig. Das Plakat hat einen ganz bestimmten Bezug nämlich zu diesem Plakat:

    https://i0.wp.com/wiesbaden-le…g?resize=1140%2C640&ssl=1

    Das ist von der Internetseite "Wiesbaden lebt"

    https://wiesbaden-lebt.de/fdp-…t-wahlprogramm-fuer-maerz

    Am 14. März 2021 sind Kommunalwahlen in Hessen. Parallel zu den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und in Baden-Württemberg.

    Die Straßenbahn-Planungen in Hamburg wurden zunächst erst mal wieder auf Eis gelegt, weil sich diejenigen durchsetzten, die die noch ältere Planungen verfolgten, nämlich die Straßenbahn komplett zurückzubauen. Und da darf man sehr wohl drüber meckern, weil das Eliminieren der Straßenbahn ein zentraler Baustein für die Verwirklichung einer autozentrierten Verkehrsinfrastruktur darstellt. Die Straßenbahn ist ein zentrales Element einer nachhaltigen Verkehrsinfrastruktur, die jahrzehntelang den Menschen ein hohes Maß an Mobilität ermöglichten, bevor sie in vielen Städten mit dem Ziel eine autogerechte Stadt zu schaffen, eliminiert wurde.

    Besonders perfide wurde in den USA die Straßenbahnen aus dem Verkehrsgeschehen verdrängt: "Als Großer Amerikanischer Straßenbahnskandal (englisch General Motors streetcar conspiracy) wird die systematische Zerstörung des auf der Straßenbahn basierenden öffentlichen Personennahverkehrs in 45 Städten der Vereinigten Staaten unter Führung des größten Automobilherstellers der USA, General Motors (GM), ab den 1930er bis in die 1960er Jahre bezeichnet. Die Verkehrsunternehmen wurden aufgekauft, um anschließend eine Stilllegung der Straßenbahnstrecken zu Gunsten des Automobilverkehrs zu erreichen, damit Fahrzeuge und Betriebsstoffe aus eigener Produktion abgesetzt werden konnten."

    https://de.wikipedia.org/wiki/…r_Stra%C3%9Fenbahnskandal

    Es ist gut das Onay das zusätzliche Zubetonieren der Naturflächen in der Leinemasch für das Aufrüsten des alten Schnellweges auf eine Hochgeschwindigkeits-Rennstrecke in Frage stellt.

    Nicht zuletzt deshalb weil der Bau der Schnellwege schon sehr früh Kritiker auf den Plan rief: "Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand ein Netz von Stadtautobahnen, unter anderem um die Verkehrsströme zur bedeutenden

    Messe zu kanalisieren. Der Bau des Messeschnellweges allerdings brachte die Bewohner Hannovers auf die Barrikaden: Denn dafür musste eine breite Schneise in die Eilenriede, in den Wald der Hannoveraner, geschlagen werden. Der Bau dieser Schnellstraße konnte nicht verhindert werden, aber fortan war man sensibilisiert: Man musste Schaden von der Eilenriede abwenden. Aus

    diesem Grund wurde der Eilenriedebeirat ins Leben gerufen, ein vom Rat gewähltes Gremium unabhängiger Bürgerinnen und Bürger, das sich für die Bewahrung dieses einmaligen Stadtwaldes einsetzen."

    http://www.kleefeld-online.de/…iedebeirat-Broschuere.pdf

    Wer heute früh in die Hannoversche Lokalpresse geschaut hat, erkennt schnell, dass Onay den Nerv getroffen hat. Als geradezu ungehörig bis staatsfeindlich wird von SPD, CDU und FDP kritisiert, dass Onay eine umweltverträglichere Lösung für die Erneuerung des Schnellweges vorschlägt, bei der auch die Belange des Radverkehrs berücksichtigt werden. Dabei hat Onay nichts anderes getan, als die wohlfeilen Sonntagsreden in denen unisono die Verkehrswende angekündigt und gepriesen wird, auf das herunterzubrechen, was an alltäglichen Tätlichkeiten gegen Natur, Umwelt und Klima in Form von Straßenausbau durchgeführt wird.

    CDU profiliert sich als Autofahrerpartei

    Das Schreiben des hannoverschen Oberbürgermeisters an den Bundesverkehrsminister wird von der CDU-Ratsfraktion kritisiert:

    "Onay missachte Beschlüsse der Gremien, denn: Der Radweg sei bereits vor Jahren von der Verwaltung abgelehnt worden."

    Quelle:

    NDR vom 26.02.2021:

    Mahnwache gegen Südschnellweg in Hannover

    https://www.ndr.de/nachrichten…,aktuellhannover7896.html

    Tatsächlich hatte die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung es vor Jahren versäumt, einen gute Radwegeverbindung parallel zum Südschnellweg auf den Weg zu bringen.

    Nur war damals

    1. Belit Onay noch gar nicht Bürgermeister und

    2. hat in den letzten Jahren die Kritik am völlig einseitigen Ausbau der MIV-Infrastruktur erheblich zugenommen. Höchste Zeit also für eine Neubewertung!

    Hannovers Oberbürgermeister protestiert bei Scheuer gegen "Autobahnbau"

    Erneut berichtet die HAZ heute früh über die Demonstration heute Nachmittag: "An diesem Freitag wird es ab 15 Uhr eine Kundgebung vor dem Opernhaus gegen die Verbreiterung des Schnellwegs geben. Ein Bündnis aus Allgemeinem Deutschen Fahrrad-Club (ADFC), Fridays for Future und anderen lädt dazu ein. Die Corona-Bedingungen sollen mit großen Abständen eingehalten werden."

    Quelle: HAZ-Printausgabe vom 26.2.2021:

    "Onay schreibt Scheuer: Schnellweg neu planen"

    Bereits die Überschrift verrät:

    Schon die Ankündigung des Protestes hat Wirkung gezeigt.

    Und das ist doch in jedem Fall erst einmal eine gute Nachricht!

    Es ist gut, dass Hannovers Oberbürgermeister sich nicht beteiligt am großen Schweigen der Verantwortungsträger in Politik und Verwaltung, sondern Scheuer die richtigen Fragen stellt!

    Warum die vorhandene Südschnellweg-Trasse ausbauen, wenn der Motorisierte Individualverkehr (MIV) doch ohnehin im Rahmen einer Verkehrswende abnehmen soll?

    Und zwar nicht nur der private KFZ-Verkehr. Auch der Güterverkehr soll von der Straße auf die Schiene verlagert werden, wie es Scheuer gerade erst Anfang Februar erneut angekündigt hat.

    "Scheuer: Güterverkehr soll von der Straße auf die Schiene"

    Next Mobility vom 05.02.2021, Autor / Redakteur: dpa / Tanja Schmitt

    https://www.next-mobility.de/s…auf-die-schiene-a-997990/

    Die Behauptung, die vom Bund beschlossene Ausbauvariante mit einer Verdoppelung der Trassen-Breite diene der Verkehrssicherheit ist eine Schimäre. Denn die Verbreiterung des Mittelstreifens und die breiten Seitenstreifen werden nur deshalb vorgenommen, um das Tempo auf dem Südschnellweg von 70 auf 100 bis 120 km/h zu erhöhen. Damit wird die Sicherheit nicht erhöht. Im Gegenteil, es wird auch weiterhin Unfälle geben. Und bei denen wird es dann richtig "krachen".

    Genau so der Lärm! Als Lärmschutzmaßnahme sind Schallschutzwände geplant. Doch bereits die scheinbar nur "geringe" Tempozunahme um Tempo 30 würden die Lärm-Emissionen mehr als verdoppeln und die Wirkung der Schallschutzwände würde gegen Null tendieren. Zumal durch die größere Trassenbreite sich ohnehin der Schall weit nach rechts und links der Trasse über die Schallschutzwände hinaus ausbreiten würde.

    Scheuer versucht seinen Autobahnbau als Renovierung einer Bundesstraße zu verkaufen. Onay macht ihm einen Strich durch diese fiese Rechnung!

    Der Protest von Fridays for Future und ADFC gemeinsam im Bündnis gegen die Autobahn durch die Leinemasch zeigt Wirkung! Einfach immer nur die MIV-Infrastruktur weiter ausbauen und dabei so zu tun, als müsse das alles so sein, ist jetzt nicht mehr möglich!

    Das kenne ich: Erst der Weg zur Bushaltestelle, dann Warten auf den Bus, dann die Busfahrt und dann wieder der Weg von der Bushaltestelle zum Zielort. Da ist es je nach Entfernung schneller, gleich ganz zu Fuß zu gehen. Und dann gab es auch noch Bushaltestellen, bei denen sich die Fahrgäste über Schneeberge quälen mussten, um einsteigen zu können:


    Man merkt manchmal auch: Trotzdem sich manche Wege ganz gut zu Fuß bewältigen lassen und das Rad zu benutzen ja auch immer Abschließen, Anschließen bedeutet, nimmt man gerne aus Bequemlichkeit das Rad (oder den ÖPNV) auch wenn manche Strecken zu Fuß gar nicht so viel länger dauern.

    Das Thema hatten wir hier neulich auch: " 'Fahrradsaison', wie jetzt? Verstehe ich nicht."

    Ja,ja, "Nur die Harten kommen in den Garten."

    Ich stelle nach einer Woche Frühling fest, dass ich jetzt wieder häufiger Fahrrad fahre, vor allem sehr viel häufiger als in der Winterwoche, die dieses Jahr recht heftig ausgefallen ist.

    Dafür bin ich in den letzten Wochen verstärkt auf den ÖPNV ausgewichen. Und bin froh, dass es den ÖPNV gibt!

    Scharffenberg kritisiert wiederholt in seinem Buch das verbissene Festhalten am autogerechten Ausbau der Mobilitätswege.

    Trotzdem die schädlichen Auswirkungen des MIV immer wieder thematisiert werden und hinreichend bekannt sind, verweigern die Verantwortungsträger*innen in Politik und Verwaltung den konsequenten Rückbau der Autoverkehrsinfrastruktur. Stattdessen wird am Autobahnausbau und am Parkplätze-Ausbau ebenso festgehalten wie an der Flächenversiegelung durch den Ausbau von Einfamilienhaus-Siedlungen, die besonders schwer an den ÖPNV anzubinden sind.

    In Hannover ist der Ausbau des Schnellweges zu einer Kraftfahrstraße mit Autobahncharakter in Planung. Derzeit zweispurig, ohne Standstreifen mit einem Tempo-70-Limit, soll eine Aufweitung um mehrere Meter stattfinden, um einen breiten Mittelstreifen zu schaffen und breite Standspuren einzurichten. Von den Verantwortungsträgern in Politik und Verwaltung wird das gerne damit verteidigt, dass der Autoverkehr so sicherer gestaltet werden könne.

    Wer genau hinsieht entdeckt schnell, dass es den Verkehrsplanern, die diesen Schnellwegausbau vorantreiben, in Wirklichkeit darum geht, das Tempo auf 100 km/h oder gar 120 km/h zu erhöhen. Dass das höhere Tempo einen möglichen Sicherheitsgewinn wieder auffrisst, wird verschwiegen.

    Gegen den Ausbau zur Stadtautobahn protestiert FFF-Hannover gemeinsam im Bündnis gegen den Ausbau des Südschnellwegs: ADFC Region Hannover, ADFC Stadt Hannover, BUND Region Hannover, Extinction Rebellion Hannover, FridaysForFuture Hannover, HannovAIR Connection, ParentsForFuture Hannover und Region, PlatzDa!, Transition Town Hannover, VCD Hannover, VeloCityNight

    https://adfc-hannover.de/keine…ahn-durch-die-leinemasch/

    Link zum HAZ-Bericht (Leider Bezahlschranke):

    https://www.haz.de/Hannover/Au…edschnellwegs-in-Hannover

    "Am Freitag, den 26. Februar wird es um 15 Uhr eine Mahnwache auf dem Opernplatz in Hannover geben. An einem toten Baum werden Kerzen und Plakate niedergelegt. Damit sagt das Bündnis: Nein zum Südschnellweg. Nein zum Ausbau von Straßen für den Autoverkehr. Nein zur Zerstörung der Leinemasch. Die Demonstration findet im Rahmen einer Soli-Reihe zu den Protesten gegen die A49 im Dannenröder Forst statt.

    Natürlich passiert die Demonstration unter Corona-Auflagen, also bitte einen Mund-Nasen-Schutz tragen und Abstand halten."

    https://www.hannover-entdecken…riert-auf-dem-opernplatz/


    FFF beteiligt sich mit seinen Ortsgruppen auch an Veranstaltungen in anderen Städten, in denen weiter dem Auto-Kult gehuldigt wird:

    Beispiel Wuppertal:

    https://www.wuppertaler-rundsc…ler-nordpark_aid-56256657

    oder Beispiel Hameln:

    https://www.gew-nds.de/bezirke…for-future-am-09-12-2020/

    Hier ein Bild von Januar 21, das die prekäre Radweg-Situation in Hameln zeigt:

    "Man schämt sich, Auto zu fahren, wie man sich ja mittlerweile schämt zu fliegen, was als »Flugscham« betitelt wird oder, weil es wie Greta Thunberg aus Schweden kommt, »flygskam«. Die Organisation erdölexportierender Staaten OPEC sieht die Klimaaktivisten als ernste Bedrohung an."

    Zitat aus:

    Salomon Scharffenberg, No car, oekom-Verlag, 2020, S. 27


    "Dieses Buch ist ein provokanter Beitrag zu der Frage, wie eine zukunftsfähige und verantwortliche Mobilität aussehen kann.", heißt es in der Ankündigung des oekom-Verlags.


    Bin gerade dabei, das Buch zu lesen. Die Vision des Autors, Salomon Scharffenberg, ist die Fahrrad-Eisenbahn-Straßenbahn-Mobilität. Eine Verkehrswende, die diesen Namen tatsächlich verdient und möglicherweise sogar einigen Fridays for Future Aktivist*innen ungewohnt radikal erscheinen mag.

    Obwohl Scharffenberg genau auf ihre Identifikations-Figur anspielt. Kommt mit der Flug-Scham auch die Auto-Scham?


    Mehr Infos zu dem Buch auf der oekom-Verlagsseite:

    https://www.oekom.de/buch/no-car-9783962381707

    Und hier ein kleiner Appetithappen, S. 1-40 von 232 Seiten im pdf-Format:

    https://www.oekom.de/_files_me…eproben/9783962381707.pdf

    "Bei Inzidenz unter 35: Lindner fordert sofort regionale Öffnungen", Internetseite nordbayern vom 20.2.2021

    https://www.nordbayern.de/poli…nale-offnungen-1.10858999

    Das kann ja "lustig" werden, wenn zum Beispiel Ludwigshafen im Falle eines niedrigen Inzidenzwertes Lindners Vorstellungen entsprechend eine Öffnung aller Einzelhandelsgeschäfte beschließt, aber im benachbarten Mannheim (andere Rheinseite, anderes Bundesland) alle Geschäfte geschlossen sind, weil dort die Inzidenzwerte noch zu hoch sind.

    Dann bekommen wir eine kleine "Völkerwanderung" inklusive Wiedereinschleppung des Corona-Virus und seiner Mutanten und in Ludwigshafen würde binnen Zwei-Wochen-Frist der nächste Lockdown fällig.


    Selbst hier in Hannover merkt man deutlich, dass am Fronleichnamstag, wenn die NRW'ler frei haben, kauflustige Menschenmengen von jenseits der immerhin rund 50 km entfernten Bundesland-Grenze in die Stadt einfallen, um hier alles ratzfatz leerzukaufen.


    So laut Lindner tönt, so wenig scheint mir das durchdacht, was er da fordert.

    Die Berufsschulen ebenfalls, zunächst für die Abschluss- und Prüfungsklassen mit 50 % der Schüler.

    Die werden in Niedersachsen schon seit zwei Wochen im Szenario B (Geteilte Klassen) wieder beschult. Allerdings hatte das Winterwetter zunächst für Unterrichtsausfälle gesorgt.