So schrecklich sie sind, sind Kriege irgendwie auch Bestandteil unserer erlösungsbedürftigen Welt. Die Grausamkeit steckt letztlich in uns allen. (Das ist als allgemeine anthropologische Aussage zu verstehen.) Deswegen hat Christus am Kreuz gelitten, ein milderes Mittel käme für unsere Erlösung nicht in Betracht, da es nicht wirksam wäre. - mal im Behördendeutsch formuliert. Das kann aber nur jeder für sich annehmen, so wie es ihm möglich ist. Eine politische Forderung, dass andere durch ihr Leiden zum Frieden beitragen sollen, kann man daraus nicht ableiten.
Der letzte Satz gibt zu denken: Durch die Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine steigere ich die Gefahr eines dritten Weltkriegs. Und darunter hätte auch ich zu leiden, also genau das, was du als politische Forderung ablehnst.
"Gegen die Lieferung von schweren Waffen an die Ukraine hat sich nun der ehemalige militärpolitische Berater von Altkanzlerin Angela Merkel ausgesprochen. Brigadegeneral a.D. Erich Vad, sagte der Deutschen Presse-Agentur, solche Lieferungen seien potenziell ein "Weg in den Dritten Weltkrieg"."
ZDF vom 12.4.2022
So schrecklich sie sind, sind Kriege irgendwie auch Bestandteil unserer erlösungsbedürftigen Welt.
Offensichtlich sind aber zumindest einige der derzeitigen Protagonisten leichtsinnigerweise bereit, hohe Risiken einzugehen. Und auch in deinem Text stecken Passagen, die an die Stimmungsmache mancher Intellektuellen in der Zeit unmittelbar vor dem ersten Weltkrieg erinnern.
Solche pathetischen Phrasen wie die von der reinigenden Kraft des bevorstehenden Krieges etwa: "Besonders intellektuelle Kreise, Schriftsteller, Künstler, Akademiker, Philosophen, Wissenschaftler usw. zeigten sich vom Kriegsausbruch begeistert. Sie betrachteten den Waffengang als Katharsis, als reinigende Kraft, als eine Chance zur Flucht aus einer geächteten und überdrüssig gewordenen Vorkriegswelt."
https://ww1.habsburger.net/de/kapitel/kri…20Vorkriegswelt.
"Danke, da kann ich gerne drauf verzichten.
Was ich als wirklich irritierend empfinde: Ausgerechnet die Grünen tun sich jetzt mit der Forderung nach Waffenlieferungen (auch schwere Waffen) an die Ukraine unnötig hervor. Haben die Angst, anders in die Bedeutungslosigkeit zu versinken? Oder als "Angsthasen" dazustehen? Oder intelektuell nicht auf der Höhe der Zeit zu sein?