Ich bin durchaus dafür, dass man sinnvolle Infra anlegt, also z. B. Radschnellwege z. B. wo wirklich zu erwarten ist, dass dann auch jemand darauf fährt. Aber einfach überall überflüssige Radwege, die keinen Vorteil haben, das macht keinen Sinn.
Nur weil einige ADFC-Mitglieder sich das nicht vorstellen können, müssen Milliarden Euros in eine parallele Verkehrsinfra gesteckt werden, die dann auch noch a) meistens deutlich gefährlicher ist und b) langsamer und umständlicher zu befahren?
"ADFC-Position
Die Führung des Radverkehrs im Mischverkehr ohne Radverkehrsanlagen ist nur auf Straßen mit wenig
Kfz-Verkehr und Geschwindigkeiten bis 30 km/h sinnvoll. Dazu können verkehrsberuhigte Bereiche, Tempo-30-Zonen, ruhige Anwohnerstraßen mit wenig Pkw- und so gut wie keinem Lkw-Verkehr sowie Fahrradstraßen, auf denen Radfahrende Vorrang haben (...) zählen. Andere Straßen sind für die gemeinsame Fahrbahnnutzung von Auto- und Radverkehr nicht geeignet." *)
So geht Verkehrswende – Infrastrukturelemente für den Radverkehr, Version 1.0 abgerufen am 24.6.2026
https://www.adfc.de/fileadmin/user_upload/So_geht_Verkehrswende_ADFC-Booklet.pdf
Das hört sich ganz und gar nicht so an, als ob der ADFC forderte, dass "einfach überall überflüssige Radwege" gebaut werden sollten.
Der ADFC ist ein Verein mit 240.000 Mitgliedern. Der ADAC hat dagegen 22,7 Millionen Mitglieder. Das sind rund 100 x so viele Mitglieder.
Kein Wunder, dass der ADAC mit seinem Forderungen nach Autobahnausbau in der Politik mehr Gehör findet als der ADFC mit der Forderung nach Verbesserungen der Fahrradinfrastruktur. Und die Autobahnen sowie zahlreiche Autobahn-ähnlich ausgebaute Landstraßen würden wohl selbst 100%-überzeugte Fahrbahnradler*innen nicht als geeignete Radverkehrsinfrastruktur bezeichnen.
Radwege werden oft nicht deshalb gebaut, weil der ADFC danach verlangt, sondern weil die Autofahrer*innen die Fahrbahnen als Raserstrecke für sich haben wollen. So erfolgreich ist der ADFC gar nicht mit seiner Forderungen nach Radwegebau.
Wenn der ADFC bestimmte Straßen so bezeichnet, dass sie für eine gemeinsame Fahrbahnnutzung von Auto- und Radverkehr nicht geeignet sind, ist das lange noch kein Nutzungsverbot. Wenn du in diesen heißen Tagen eine Tasse Wasser zum Durststillen angeboten bekommst, dann wirst du vermutlich auch nicht sagen: Nein Danke, das nehme ich nicht, Wasser trinke ich nur aus Wassergläsern, aber niemals aus Tassen.