Erinnert mich gerade an Gurtverweigerer, weil irgendwann mal jemand im See gestorben ist, weil er durch den Gurt nicht schnell genug aus dem Auto kam.
Ein neues System muss nicht zu 100% fehlerfrei sein. Es ist schon dann sinnvoll, wenn es signifikant weniger Unfälle/Verletzte/Tote gibt.
Die aktuellen Bestimmungen schreiben nicht zwingend vor, dass ISA auf zwei Quellen zugreifen muss. (Kamera UND Navidaten) Aber es gibt Vorschriften für die Genauigkeit, die es nahelegen, ein ISA mit beiden Informationsquellen zu benutzen. Im Zweifel ist die Schildererkennung priorisiert. Deshalb ist nicht ausgeschlossen, dass das passiert, was Schlau Meier beschreibt:
Wenn aber nun am Verzögerungsstreifen für die ausfädelnden Fahrzeuge wegen einer engen Kurve ein "40" hängt und daher das Fahrzeug auf der Überholspur plötzlich auf 40 abbremst, dann wird es gefährlich.
Andererseits bringt ISA nicht den voll möglichen Sicherheitsvorteil, wenn es zu leicht überstimmt werden kann. Und ISA und die Umgebung werden schneller optimiert, wenn ISA verbindlich ist.
Was die "Gurtverweigerer" mit Angst vor Fahrzeugbränden angeht, hat man übrigens dieses Gerät erfunden, um sie zu besänftigen:
Vergleichbar ist ein ISA mit Kickdown-Mechanismus, bei dem das Gaspedal einen deutlich hohen Widerstand leistet. Der Mechanismus ermöglicht aber ein Überstimmen der ISA-Tempolimitierung.
Aber es sind auch Systeme zulässig, die lediglich mit Warnlampe und Warnton auf die Geschwindigkeitsübertretung hinweisen. Und ISA kann abgeschaltet werden. Es muss sich aber bei einem Neustart wieder einschalten.
Seit ISA hat sich meine Empathie-Fähigkeit für Autofahrer*innen, die an einer Tempokontrollstation zu schnell fuhren, noch einmal deutlich vermindert. Ob ISA insgesamt dazu beiträgt, dass mehr Menschen Tempolimits respektieren? Zumindest habe ich kein Mitleid für einen "Temposünder", der sagt: "ISA schalte ich sowieso sofort immer aus, wenn ich losfahre, das nervt nur."