Straßenverkehr wird auf Sicht durchgeführt.Deswegen gibt es das Sichtfahrgebot, das fordert innerhalb der Sichtweite bremsen zu können.
Bahnverkehr wird aufgrund der Physik (längere Bremswege da geringere Reibung) nicht auf Sicht durchgeführt. Wenn man ihn auf Sicht durchführen wollte ,könnte man ihn gleich einstellen, da nicht konkurrenzfähig. Deswegen sind die Vorfahrtsregeln zugunsten der Bahn. Und in vielen Fällen gibt es zusätzliche technische Sicherungen bei ebenerdigen Kreuzungen. Mit dem Ergebnis das der Bahnverkehr deutlich näher an der Vision Zero liegt wie der Straßenverkehr.
Es ist nicht nur das physikalische Bremsweglänge-Problem "(längere Bremswege da geringere Reibung)". Selbst wenn es technisch möglich wäre, könnte man Bahnen nicht so fahren lassen, dass sie beim Bremsen einen so kurzen Bremsweg haben, wie bei einem Auto. Der Grund ist, dass in einem ÖPNV-Fahrzeug die Menschen nicht an einem Sitz festgeschnallt sind. Bei einer starken Auslastung des Fahrzeuges stehen sogar viele Menschen im Fahrzeug. Eine sehr starke negative Beschleunigung führt unweigerlich zu Verletzungen. Selbst eine Straßenbahn-Notfallbremsung ist so kontrolliert, dass eine negative Beschleunigung von 3 m/Sek² nicht überschritten wird.
Der Vorteil: Fahrgäste können auch stehend mitfahren, viele halten sich dabei leider nicht oder nur unzureichend fest, weil sie die Gefahr nicht kennen, denn es kommt nur selten zu einer Notfall-Bremsung.