13 Indikatoren für eine Radverkehrsfreundliche Stadt:
"1. Interessenvertretung - Wie viel Einfluss haben NGOs auf die Verkehrspolitik der Stadt?
2. Fahrrad-Kultur - Wird das Stadtbild von Fahrrädern geprägt?
3. Fahrrad-Einrichtungen - Gibt es Fahrradständer, Parkmöglichkeiten, (Treppen-)Rampen, Transportmöglichkeiten im ÖPNV?
4. Fahrrad-Infrastruktur - Gibt es vom Auto-Verkehr getrennte Radwege und Rad-Schnellwege?
5. Leihräder - Gibt es Leihfahrrad-Systeme?
6. Geschlechterverteilung - Fahren auch viele Frauen mit dem Rad?
7. Anteil Radverkehr - Welchen Anteil hat das Fahrrad am Gesamtverkehr?
8. Entwicklung des Anteils - Wie hat sich der Anteil am Gesamtverkehr seit 2006 entwickelt?
9. Subjektives Sicherheitsgefühl auf Seiten der Radfahrer - Wird das Fahrradfahren als sicher wahrgenommen?
10. Politik - Wie ist das politische Klima?
11. Gesellschaftliche Akzeptanz - Wie wird das Fahrrad von Nicht-Radfahrern akzeptiert?
12. Stadtplanung - Gibt es innerhalb der Stadtplanung genügend Fahrrad-Experten?
13. Verkehrsberuhigung - Werden Tempo-30 Zonen ausgewiesen?"
Diese 13 Indikatoren nennt Wikipedia in Bezug auf den Copenhagenize-Index.
Wenn Paris mit immer noch nur dem halben Radverkehrsanteil von Berlin oder etlichen anderen deutschen Großstädten urplötzlich unter den angeblichen Top5 der weltweiten Fahrradstädte auftaucht, während deutsche Städte im Ranking ganz hinten landen oder gleich ganz ignoriert werden, dann hat das mit den Realitäten auf den Straßen nichts und mit proaktivem Marketing in den Medien alles zu tun.
In Punkt 7 geht es um den Anteil von Radverkehr. Das ist nur ein Indikator von 13.
Da ist es nicht weiter verwunderlich, dass auch Städte mit relativ niedrigem Radverkehrsanteil im Rankig auf den vorderen Plätzen landen können. Setzt sich eine Stadt engagiert für den Radverkehr ein, dann verbessert das die Position im Ranking. Und zwar auch dann, wenn viele Vorhaben noch nicht konkret beschlossen und umgesetzt sind. (Indikator 10 z. B. dürfte vermutlich sehr schwer eindeutig zu bewerten sein: "Wie ist das politische Klima."
Manche regelmäßige ForumsbesucherInnen sehen vermutlich die Abwesenheit von Radverkehrinfrastruktur als Kriterium für eine gute Radverkehrsförderung.