Beiträge von Ullie

    Nicht nur im ÖPNV. Ich kenne auch Leute, die trauen sich nicht ihr Fahrrad auf der Straße abzustellen und wollen es auch nicht täglich durchs Treppenhaus schleppen. Den Roller tragen sie jeden Tag rauf und runter.

    Mit Roller meinst du Elektro-Tretroller? Ich frage so speziell nach, weil ich Leute kenne, die mit einem Klapp-Tretroller unterwegs sind, die sind tatsächlich recht leicht, haben aber oft sehr kleine Rollen, was die Unfallgefahr erhöht. Die Tretroller ohne "E" haben aber den Vorteil, dass sie auf dem Gehweg oder in der Fußgängerzone benutzt werden dürfen, wobei allerdings besonders Rücksicht zu nehmen ist auf den übrigen Fußverkehr. Nachteil: Auf der Fahrbahn darf man nicht damit fahren, wenn ein Gehweg vorhanden ist. So schnell wie mit einem Elektro-Tretroller ist man damit in der Regel nicht. Die Klapp-Tretroller (ohne "Elektro-") dürfen wie Falträder auch zusammengeklappt in Bus und Straßenbahn mitgenommen werden. Elektro-Tretroller oder Elektro-Klapptretroller nicht.

    "Ein Klapprad (auch Faltrad genannt) wiegt im Durchschnitt zwischen 9 und 15 Kilogramm. Das exakte Gewicht hängt dabei vor allem vom Rahmenmaterial, der Radgröße und der Ausstattung ab."

    Quelle: https://faltrad.org/was-wiegt-ein-klapprad/

    "Was gilt als „leichter“ E‑Scooter? [In dem Artikel wird der begriff "E-Scooter" anstatt "Elektro-Tretroller" benutzt.]
    Das Gewicht eines E-Scooters hängt stark von der Ausstattung (Akku, Federsysteme, Reifengröße etc) ab. Die meisten Modelle wiegen zwischen 13 – 20 kg."

    Quelle: https://emobility-insider.de/e-scooter-leic…e-fuer-pendler/

    Was soll diese philosophische Verkehrswertdiskussion? Ein Fahrzeug deckt Transportbedürfnisse. Welche Verkehrswert hat denn so betrachtet ein Gelenkbis, in dem 10 Leute sitzen, der in der Regel eher leer ist und nur auf Teilstrecken und zu bestimmten Zeiten wirklich voll ist? Das ist der eScooter dann vielleicht einfach effektiver!

    (...)

    Und die Suchtfrage ist ja wohl auch bei den Zweirädern gegeben: das Höher-Schneller-Größer-Teurer-Prinzip greift hier genauso.

    Das mit den riesigen Busflotten, die angeblich immer nur im Leerzustand durch die Gegend fahren, ist unzutreffend.

    Aber natürlich kommt es vor, dass Linienbusse auf bestimmten Strecken fast leer sind. Zum Beispiel ein Linienbus, der bestimmte Strecken mit Schulen abfährt. Auf der Linie 200 würde ich als Fahrgast es vermeiden zwischen 7:35 und 7:55 am Küchengarten einzusteigen. Der ist dann vollgestopft mit Schulkindern.

    Nach der Haltestelle Martinskirche fährt der Bus dann erst mal drei bis vier Haltestellen mit nur sehr wenigen Fahrgästen.

    Selbst bei einem hochwertigem Rennrad mit ausgefeilter Gangschaltungstechnik ist es immer noch so, dass zum Erreichen einer hohen Geschwindigkeit ein gehöriger Kraftaufwand nötig ist.

    Bei Pedelecs, und deshalb sind sie meines Erachtens problematisch, ist es für manche Menschen so, dass sie beim Kauf sehr darauf achten, dass ein Motor mit einem möglichst großen Drehmoment eingebaut ist, der eigentlich vor allem bei Transport-Pedelecs Sinn macht. Aber wenn ich hier schreibe "dass der Pedelec-Motor mit dem starken Drehmoment eigentlich nur bei einem Transport-Pedelec Sinn macht", dann wirst du mir erneut die Frage stellen:

    Was soll diese philosophische Verkehrswertdiskussion?

    Pedelecs sehe ich als eine Möglichkeit, die Menschen mit einem Handicap es ermöglicht Fahrrad zu fahren. Auch für Menschen in Gegenden mit häufigem Gegenwind oder vielen Steigungen sehe ich das Pedelec als geeignetes Verkehrsmittel.

    Leider meinen manche Menschen, dass es beim Pedelec vor allem darum ginge, schneller Fahrrad zu fahren, als das mit einem "Bio-Bike" möglich ist. Das sehe ich problematisch. Und von Gesetzgeberseite aus solche philosophischen Fragen einzufangen ist schwierig.

    Das gilt um so mehr für den Elektro-Tretroller. Tretroller ohne Motor gibt es auch. Es ist sogar erlaubt damit auf dem Bürgersteig oder in der Fußgängerzone zu fahren. Vielleicht ist das der Grund, warum viele mit dem Elektro-Tretroller auf dem Bürgersteig oder in der Fußgängerzone fahren?

    Ein Elektro-Tretroller mit Sitzgelegenheit ist dagegen eine andere Fahrzeugklasse und es gelten andere Nutzungsbestimmungen. (Philosophische Frage?)

    Ich sehe sehr wohl einen Mehrwert eines E-Rollers im Vergleich zu einem Fahrrad. Kannst gerne abgleichen mit dem Velo und Bahn Thread: Die deutlich einfachere Mitnahme im ÖPNV.

    "Der Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (VBN) folgt, wie zahlreiche andere Verbünde und Verkehrsunternehmen in Deutschland, der Sicherheitsempfehlung des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) und untersagt ab dem 1. Juni 2024 vorerst die Mitnahme von E-Tretrollern in allen Bussen und Straßenbahnen innerhalb des Verbundes." Begründet wird das Mitnahmeverbot mit Brandschutzgründen aufgrund einer fehlenden EU-weite Zertifizierung der Akkus von Elektro-Tretrollern.

    Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen vom 28.5.2024: E-Tretroller-Mitnahme in Bussen und Trams ab dem 1. Juni ausgeschlossen

    Ich habe gezielt auf den Internetseiten von Üstra und HVV nachgelesen: In Hannover ist der Elektrotretroller in den Stadtbahnen, in Hamburg in den U-Bahnen verboten. In den Bussen ohnehin.

    Ein Faltrad, das in der dazugehörigen Tasche verstaut ist, kannst du dagegen mitnehmen, kostenfrei!

    Übrigens die bekannten Auto-Kritiker*innen Heiner Monheim und Katja Diehl sind beim Besuch von Veranstaltungen oft mit ihrem Faltrad zu sehen. Das ist schon fast ein Markenzeichen. Und oft fragt die Moderatorin oder der Moderator bei Diskussionsveranstaltungen (manchmal auch jemand aus dem Plenum), wie die Fahrt mit dem Fahrrad vom Bahnhof zum Veranstaltungsort denn gewesen sei. Hier ein Bild von Katja Diehl mit ihrem Faltrad in einer Ankündigung für den 12. Klimadialog zur Radmobilität am 21. November 2025 in Magedburg mit Katja Diehl:

    Magdeburg: 12. Klimadialog zur Radmobilität am 21. November mit Katja Diehl - WE RIDE NEWS
    Die Stadt Magedeburg lädt alle Interessierten zum 12. Klimadialog am 21. November. Mit dabei Verkehrsexpertin Katja Diehl.
    www.weride.bike

    Das scheint eine sehr subjektive Einschätzung zu sein. Warum soll sich der Verkehrswert von einem kleinen E-Roller von einem Pedelc unterscheiden?

    Darüber hatte ich an anderer Stelle schon mal geschrieben. Ein Elektrotretroller ist ein KFZ, genau wie ein Auto. Eine zentraler Kritikpunkt des bekannten Verkehrswissenschaftlers Hermann Knoflacher ist die Suchtgefahr, die von Kraftfahrzahrzeugen ausgeht, weil sie sich mit einem minimalen Kraftaufwand ein sehr schnelles Fortbewegen ermöglichen. Knoflacher stellt die Verbindung zu urmenschlichen Trieben und Belohnungsstrukturen im menschlichen Gehirn her: "Das heißt, der Zugriff auf das Auto findet ja ganz tief im Unterbewusstsein auf der ältesten Schicht des Menschseins oder überhaupt der Lebewesen statt. Dort sitzt das Auto und dreht alles in Richtung Auto."

    Auto und Mensch - "Autofahren ist schlimmer als eine Sucht"
    "Der Autofahrer unterscheidet sich vom Menschen wesentlich mehr als jedes Insekt", behauptet der Verkehrsexperte Hermann Knoflacher. Denn: Kein Insekt ruiniere…
    www.deutschlandfunkkultur.de

    Die Krankheitsgefahr ist beim E-Tretroller nur scheinbar vergleichsweise gering im Vergleich zu einem "SUV" mit über 200 PS. Aber der E-Tretroller ist sehr viel einfacher verfügbar und darf auch schon von Jugendlichen gelenkt werden. Und das unheilvolle, krankmachende Prinzip mit geringem Kraftaufwand (beim E-Roller ein ganz leichter Daumendruck auf den Temposchalter/beim Auto Gaspedal mit dem Fuß drücken) ist von vergleichbarer Wirkung und meines Erachtens ein wichtiger Grund dafür, dass Elektro-Tretroller sehr beliebt sind, obwohl sie nüchtern betrachtet keine Vorteile gegenüber einem Fahrrad bieten.

    Ein Pedelec bewegt sich, die krankmachende Suchtgefahr betreffend, irgendwo zwischen klassichem Fahrrad und Elektrotretroller, bzw. KFZ allgemein. In einem anderen Thread hier im Forum hatte Autostadt_MS einmal diesbezüglich geschrieben. "Motorisierung tendiert halt zu immer höheren Geschwindigkeiten und permanenter Leistungssteigerung (siehe Knoflachers Ausführungen zu Evolutionsbedingtheit der Lust an Geschwindigkeit in 'Virus Auto')"

    Autostadt_MS
    11. November 2024 um 14:09

    Aber immerhin bei einem Pedelec musst du noch mittreten, um vorwärts zu kommen, beim E-Tretroller nur einmal antreten und dann genügt der minimale Daumendruck. Das ist das Auto-Prinzip. Das entwertet jeden Verkehrswert, den ein solches Fahrzeug haben könnte. Und der Verkehrswert ist im Vergleich zum Fahrrad bei einem E-Tretroller ohnehin schon nicht höher, selbst wenn man es nur nach diesen Gesichtspunkten betrachtet: Ich will von A nach B. Ressourcenverbrauch, Kosten, Kraftaufwand, Zeitbudget. Das eigentlich fatale am Elektro-Tretroller ist die dem Auto vergleichbare Suchtgefahr. Und diese krankmachende Suchtgefahr ist nicht eine "subjektive Einschätzung", sondern eine wissenschaftlich festgestellte Tatsache.

    Dafür, dass die Tretroller keinen Verkehrswert haben, sieht man aber viele rumfahren. Insofern halte ich das für eine steile These

    Verkehrswert macht sich nicht an Häufigkeit des Auftretens fest. Autos zum Beispiel haben überwiegend keinerlei relevanten Verkehrswert, sind aber leider eine Massenerscheinung. Autofahrer*innen bewegen überwiegend riesige Fahrzeuge mit hohem Gewicht und großer Flächen-Inanspruchnahme und einem vergleichsweise extrem geringen Besetzungsgrad.

    Ein Linienbus, eine Straßenbahn oder gar eine S-Bahn sind zwar deutlich größer und schwerer als ein großes SUV. Aber durch den hohen Besetzungsgrad haben sie ein deutlich höheren Verkehrswert.

    Im Vergleich zum Auto ist ein E-Tretroller im Stadtverkehr die weniger schlechte Lösung. Aber ÖPNV-Nutzung, zu Fuß gehen oder ein konventionelles Fahrrad ist deutlich besser!

    So "steil" ist meine These, dass die Elektro-Tretroller "keinen echten Verkehrswert" haben also nicht, wie du es vermutest.

    Du schreibst es so:

    Dafür, dass die Tretroller keinen Verkehrswert haben, sieht man aber viele rumfahren. Insofern halte ich das für eine steile These

    Ich habe von Elektro-Tretrollern geschrieben. Tretroller haben ähnlich wie Fahrräder einen echten Verkehrswert im Vergleich zu Elektrotretrollern. Mit "echten" Verkehrswert ist gemeint, dass diese Fortbewegungsmittel nachhaltig sind und eine Verkehrswende begünsitigen, die zu einem deutlich geringerem Ressourcenverbrauch führt und ein sehr viel menschlicheres Lebensumfeld ermöglicht.

    Modal Split sind mal mehr mal weniger gut erfasste Zahlen, wer und wie viel ein Verkehrsmittel genutzt wird.

    Es kann also durchaus sein, dass in Paris alle Radler glücklich und zufrieden und glücklich sind, dafür aber in Deutschland in einer kleinen Studentenstadt mit schlechten, und im Verhältnis teuren ÖPNV, der Anteil an dann meist unzufriedenen Radfahrern 5 x so hoch ist wie in Paris.

    Dachtest du an Münster?

    "Copenhagenize Index 2025: Münster auf Platz sieben

    Die Stadt Münster gehört laut „Copenhagenize Index“ zu den fahrradfreundlichsten Städten der Welt. Bei ihrer ersten Teilnahme an dem weltweiten Ranking erreichte Münster Platz sieben."

    Copenhagenize Index 2025: Münster auf Platz sieben
    Die Stadt Münster gehört laut „Copenhagenize Index“ zu den fahrradfreundlichsten Städten der Welt. Bei ihrer ersten Teilnahme an dem weltweiten Ranking…
    www.stadt-muenster.de

    Ich weiß allerdings nicht, wie gut der ÖPNV in Münster aufgestellt ist. Und ob das tatsächlich das Ranking-Ergebnis beeinflusst hat, wie du vermutest. Der ÖPNV-Preis für Studenten ist überall in NRW gleich: "Das Ticket kostet 34,80 Euro pro Monat und somit 208,80 Euro pro Semester."

    Quelle: https://www.vrr.de/tickets-tarife…semesterticket/

    Welche verhaltensrechtlichen Änderungen gelten für Elektrokleinstfahrzeuge (E-Scooter, bzw. Elektro-Tretroller oder E-Tretroller) ab 1. März 2027?
    "Gleiche Rechte, gleiche Pflichten: (...) Außerdem wird dann die Freigabe von Gehwegen, Fußgängerzonen oder Bussonderfahrstreifen mit dem Zusatzzeichen „Radverkehr frei“ auch für Elektrokleinstfahrzeuge gelten.

    Damit werden Fußgängerzonen und Fußwege, die für den Fahrradverkehr freigegeben sind, von noch mehr Zweirädern heimgesucht als ohnehin schon. Andererseits wird es nach meiner Beobachtung bedauerlicherweise in Hannover ohnehin nicht kontrolliert. Man muss also nicht erwarten, dass sich durch die Änderung dieser Regelung die Situation für den Fußverkehr massiv verschlechtert, denn dort, wo Fußwege und Fußgängerzonen für den Radverkehr freigegeben sind, sind leider auch heute schon massenhaft E-Tretroller unterwegs. Das ist schlimm und und unnötig. Schlimm, weil nach meiner Beobachtung diese Fahrzeuge so gebaut sind, dass die Nutzer mit "Vollgas" fahren. Es ist deutlich schwerer als beim Fahrrad mit einem E-Tretroller Schrittgeschwindigkeit im Bereich 5-10 km/h zu fahren.

    Unnötig, weil diese E-Tretroller ohnehin nur eine Art Trend-Spielzeug sind und keinen echten Verkehrswert haben im Sinne einer Verbesserung des Mobilitätsgeschehens hin zu mehr Klimaneutralität und Umweltschutz.

    Quelle mit weiteren Hinweisen:

    Bundesministerium für Verkehr: Novelle der Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung, Fragen und Antworten, vom 1.4.2026

    13 Indikatoren für eine Radverkehrsfreundliche Stadt:

    "1. Interessenvertretung - Wie viel Einfluss haben NGOs auf die Verkehrspolitik der Stadt?
    2. Fahrrad-Kultur - Wird das Stadtbild von Fahrrädern geprägt?
    3. Fahrrad-Einrichtungen - Gibt es Fahrradständer, Parkmöglichkeiten, (Treppen-)Rampen, Transportmöglichkeiten im ÖPNV?
    4. Fahrrad-Infrastruktur - Gibt es vom Auto-Verkehr getrennte Radwege und Rad-Schnellwege?
    5. Leihräder - Gibt es Leihfahrrad-Systeme?
    6. Geschlechterverteilung - Fahren auch viele Frauen mit dem Rad?
    7. Anteil Radverkehr - Welchen Anteil hat das Fahrrad am Gesamtverkehr?
    8. Entwicklung des Anteils - Wie hat sich der Anteil am Gesamtverkehr seit 2006 entwickelt?
    9. Subjektives Sicherheitsgefühl auf Seiten der Radfahrer - Wird das Fahrradfahren als sicher wahrgenommen?
    10. Politik - Wie ist das politische Klima?
    11. Gesellschaftliche Akzeptanz - Wie wird das Fahrrad von Nicht-Radfahrern akzeptiert?
    12. Stadtplanung - Gibt es innerhalb der Stadtplanung genügend Fahrrad-Experten?
    13. Verkehrsberuhigung - Werden Tempo-30 Zonen ausgewiesen?"

    Diese 13 Indikatoren nennt Wikipedia in Bezug auf den Copenhagenize-Index.

    Wenn Paris mit immer noch nur dem halben Radverkehrsanteil von Berlin oder etlichen anderen deutschen Großstädten urplötzlich unter den angeblichen Top5 der weltweiten Fahrradstädte auftaucht, während deutsche Städte im Ranking ganz hinten landen oder gleich ganz ignoriert werden, dann hat das mit den Realitäten auf den Straßen nichts und mit proaktivem Marketing in den Medien alles zu tun.

    In Punkt 7 geht es um den Anteil von Radverkehr. Das ist nur ein Indikator von 13.

    Da ist es nicht weiter verwunderlich, dass auch Städte mit relativ niedrigem Radverkehrsanteil im Rankig auf den vorderen Plätzen landen können. Setzt sich eine Stadt engagiert für den Radverkehr ein, dann verbessert das die Position im Ranking. Und zwar auch dann, wenn viele Vorhaben noch nicht konkret beschlossen und umgesetzt sind. (Indikator 10 z. B. dürfte vermutlich sehr schwer eindeutig zu bewerten sein: "Wie ist das politische Klima."

    Manche regelmäßige ForumsbesucherInnen sehen vermutlich die Abwesenheit von Radverkehrinfrastruktur als Kriterium für eine gute Radverkehrsförderung.

    "Es gibt ja diesen Spruch: "Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast." Wem er letztlich zugeschrieben wird ist nicht so ganz klar.

    Liste geflügelter Worte/T – Wikipedia

    Die Zeitschrift "Geo" zählt in einem Artikel vom 5.8.25 Paris zu den 10 fahrradfreundlichsten Städten Europas. Als Begründung wird auf das Fahrradverleihsystem Velib hingewiesen: "Zwar war die französische Hauptstadt nicht die erste Stadt in Frankreich, die das Fahrradverleihsystem einführte – das war 1998 Rennes – doch mittlerweile gehören die "Vélib" schon fest zum Stadtbild. 1700 Leihstationen stehen in Paris bereit. Damit zählt es zu den größten Leihradsystemen der Welt. Über 250.000 Pariser haben sich für die Nutzung des Stadtrads registriert und legen Tag täglich an die 140.000 Touren zurück. Zwar sind die Wege nicht immer die besten und sichersten, doch in Sachen Leihrad fahren gilt als Paris als Vorreiter.

    Paris, Frankreich
    Wir verraten Ihnen die beste Städte für Erkunden mit dem Fahrrad - empfohlen von der GEO Redaktion!
    www.geo.de

    Anscheinend gibt es keine klaren Eckdaten dazu, was die Fahrradfreundlichkeit einer Stadt ausmacht. Wo hast du gelesen, dass Paris zu den Top 5 der fahrradfreundlichsten Städte weltweit gehört?

    Solange dieser Asssistent nur sagt „dadada du böser Autofahrer“ ist das System Quatsch.

    Bezeichnenderweise sprichst du von den "Autofahrern". Denn die sind es mit denen man tatsächlich schimpfen muss. Bei den Autofahrerinnen ist es so, dass die Hinweise des Intelligenten Geschwindigkeitsassistenten nicht als "dadada du böse Autofahrerin" wahrgenommen werden, sondern als ernstzunehmende Hinweise, das Tempo zu drosseln.

    Kein Wunder, dass in Frankreich eine Kampagne gestartet wurde, die mit dem Slogan "Fahr wie eine Frau" zu mehr Verkehrssicherheit beitragen soll: Der Slogan "Fahr wie eine Frau" soll Unfälle verhindern, DLF vom 15.5.24

    Der Slogan "Fahr wie eine Frau" soll Unfälle verhindern
    In Frankreich soll der Slogan "Fahr wie eine Frau" zu weniger Unfällen im Autoverkehr führen. Der Spruch bedient Stereotype - und schafft Aufmerksamkeit.
    www.deutschlandfunknova.de

    französische Website: https://www.victimes.org/prevention/con…e-une-femme.htm

    Brügge? Wie kommst du ausgerechnet auf diese belgische Stadt als internationales Vorbild?

    In dem Film Cicling Cities wird Brügge als vorbildhafte Fahrradstadt genannt, in der in den zurückliegenden Jahren sehr viel für den Fahrradverkehr getan wurde, so hatte ich den Film in Erinnerung. Tatsächlich wird in dem Film nicht Brügge, sondern die Nachbarstadt Gent vorgestellt.

    Kopenhagen wird in dem Film ebenfalls vorgestellt. Außerdem Paris, Freiburg, Amsterdam, Utrecht, Groningen, Hamburg und Kopenhagen.

    Du weißt aber schon, was "to copenhagenize" ursprünglich bedeutet, oder? :cursing:

    Wir leben im 21. Jahrhundert, da wird der Begriff anders verwendet:

    "Der Copenhagenize Index wird von der dänischen Copenhagenize Design Company durchgeführt und vergibt Noten an Städte für ihre Bemühungen, das Fahrrad als Verkehrsform zu etablieren."

    Bei dieser Quelle gehört das kompromisslose Miesmachen des deutschen Radverkehrs als (psychologisch äußerst fragwürdige) Kampaigning-Strategie ja bekanntermaßen zur DNA des Vereins.

    Die ADFC-Pressemitteilung ist kein "kompromissloses Miesmachen". Es wird auch auf zahlreiche positve Entwicklungen hingewiesen. Beispiel: "Die gute Nachricht ist: Dort, wo der Radverkehr seit Jahren erstgenommen und kräftig ins Radwegenetz und die Anbindung an den Nahverkehr investiert wird, dort wächst er auch. Das sieht man sehr gut im Norden Deutschlands, aber auch im Südwesten."

    Der Artikel ist ein gutes Beispiel für schlechten Journalismus.

    Es ist überdeutlich, dass hier polemisiert wird gegen Menschen, die sich für Umwelt und Klima einsetzen, für eine bessere Radverkehrsinfrastruktur und mehr umweltfreundliche Mobilität. Ein verbreitetes Vorbild, das dafür gerne angeführt wird, sind Städte mit einer guten Radverkehrsinfrastruktur, wie zum Beispiel Kopenhagen oder Brügge. Dänemark wurde und wird deshalb gerne als Beispiel für vorbildhafte Fahrradverkehrsinfrastruktur genannt. Allerdings heißt der Spruch "Copenhagenize it", nicht "Dänemarknize it"!

    Siehe auch dieser Film von Ingwar Perowanowitsch: https://www.google.com/search?q=cicli…5jQc1jXLAU,st:0

    Und dort in den Städten findet auch nach wie vor sehr viel Fahrradverkehr statt, worauf der Artikel ausdrücklich hinweist. "Dänemark ist mehr als nur Kopenhagen. Und außerhalb der Hauptstadt sowie großen Städten wie Aarhus, Odense oder Aalborg verliert das Fahrrad in Dänemark an Bedeutung." Zitat aus dem verlinkten Artikel.

    Vermutlich ist diese Entwicklung auch in anderen Ländern zu beobachten, dass außerhalb großer Städte die Fahrradnutzung zurückgeht. Und die Gründe dafür sind wesentlich in einer Zunahme an Wohlstand zunehmender Zersiedelung der Landschaft und Verfügbarkeit von Autos, aber auch durch Verbesserungen des ÖPNV zu sehen.

    Zum Beispiel auch in Deutschland: "Der Radverkehr ist seit 2017 kaum gewachsen, im ländlichen Raum geht er sogar zurück. Trotz einiger Positiventwicklungen werden die Ziele des Nationalen Radverkehrsplans perspektivisch weit verfehlt. Das zeigt die heute veröffentlichte Erhebung „Mobilität in Deutschland 2023“ des Bundesverkehrsministeriums." ADFC-Pressemeldung von März 2025: https://www.adfc.de/pressemitteilu…e-investitionen

    Die anfänglichen Hürden, ein Auto in Betrieb zu setzen waren vor allem "handwerkstechnischer" Natur. Weil Frauen damals traditionell handwerkliche Kompetenz nicht zugetraut wurde und sie von der Ausbildung in handwerklich-technischen Berufen ausgeschlossen wurden, ist das ein wichtiger Grund dafür, dass das Autofahren lange Zeit eine fast reine Männerdomäne war. Und auch unter den Männern traute sich längst nicht jeder zu, diese Aufgabe zu bewältigen.

    So gesehen war der "Startassistent" (Anlassermotor) eine wichtige Voraussetzung dafür, das Autofahren für breite Bevölkerungsschichten zu erschließen. Denn eine frühe Hürde war das Ankurbeln des Motors. Gewissermaßen umgekehrt war der Bremskraftverstärker wichtig, dass die immer größeren und schweren Fahrzeuge auch ohne großen Kraftaufwand zum Halten gebracht werden konnten.

    Ich reihe ISA da einfach mal mit ein in die Abfolge von zahlreichen Assistenzsystemen. Beim ISA wie vielen anderen modernen Assistenzsystemen geht es jedoch nicht darum menschliche Körper-Kräfte zu schonen, sondern das eigene Fahrverhalten so zu optimieren, dass die ungeheuerlich vielen KFZ, sich nicht dauernd gegenseitig zu Klump fahren.

    Der Fahrer müsste das Piepen nicht ausschalten, wenn ISA so verbaut ist, dass ein größeres Beschleunigen als erlaubt, erst gar nicht möglich ist.

    Kuppeln und Schalten muss man schon sehr lange Zeit nicht mehr, wenn man das nicht will. Ich erinnere mich da gerne an die Gemeindeschwester in den 70er-Jahren in einer Kommune im ländlichen Raum, die einen daf 66 mit Variomatic-Getriebe fuhr. Dass sich trotzdem PKW mit Schaltgetriebe so lange gehalten haben, hat vermutlich vor allem mit männlichem Imponiergehabe im Sinne von "ich beherrsche die Technik" zu tun.

    Ich weiß nicht ob es seriös möglich ist, das zu untersuchen oder ob es vielleicht sogar schon mal wer versucht hat. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass es weniger Auto-Unfälle gäbe, wenn man Fahrzeuge mit Schaltgetriebe einfach verbieten würde. Immerhin ist es bereits so geregelt, dass ein Führerschein teurer kommt, wenn er die Berechtigung beinhalten soll, dass auch Wagen mit Schaltgetriebe gefahren werden dürfen.

    Komisch, dass gerade dieser Aspekt bei dem Mimimi-Gejammer über angeblich zu teure Führerscheine geflissentlich übersehen wird.

    Der Führerschein wird immer teurer? Du kannst ihn billiger kriegen, wenn du auf das lange schon überflüssige Extra, Fahren mit Schaltgetriebe, verzichtest!

    Weil zahlreiche Assistenzsysteme aber beliebig zuschaltbar und abschaltbar sind, wäre es eigentlich nötig, das in der Fahrschule zum Inhalt zu machen und Führerscheininhaber*innen auch zu regelmäßige Nachschulungen zu verpflichten. Oder eben ähnlich wie beim Automatikgetriebe spezifische Regelungen zu treffen.

    Für das "Führen eines Kraftfahrzeuges", das tatsächlich vollkommen selbstständig fährt, braucht es dagegen tatsächlich keinen Führerschein. Das ist dann autonomes Fahren auf Level 5 (der höchste Level). Wie müsste wohl die Fahrschul-Branche aufheulen, wenn tatsächlich ernsthaft dieses Ziel verfolgt werden würde?

    Kürzlich hatte ich das "Vergnügen" bei einem Bekannten in seinem neuen Auto mitzufahren.

    Es bestätigte sich einmal mehr: Im Auto sitzend verändert sich der Mensch, und das nicht zum Guten.

    Das Fahrzeug war mit einem ISA ausgestattet, das mit einem Symbol in der Geschwindigkeitsanzeige darauf hinweist, ob das vorgegebene Tempolimit eingehalten wird oder nicht.

    Gilt zum Beispiel Tempo 60 max., dann sieht man dieses Zeichen:[Zeichen 274-56]

    Wird Tempo 60 überschritten klingelt es zunächst zweimal sehr dezent. Und dann mit etwas zeitlichem Abstand noch einmal.

    Die schwarze Zahl in dem Verkehrszeichensymbol leuchtet dann rot statt schwarz.

    Das alles hat den Fahrer nicht beeindruckt. Als ich ihn fragte, warum er denn die Tempoempfehlung seines Geschwindigkeitsassistenten nicht beachte, wurde die Stimmung ein wenig frostig.

    Eigentlich ist er sonst ein eher korrekter Mensch, der zum Beispiel nicht bei Rot über eine Fußgänger-Ampel gehen würde.

    Zu seinem Fahrverhalten, das nicht mit den Empfehlungen seines Geschwindigkeitsassistenten übereinstimmt, meinte er nur: "Das ständige Klingeln sei einfach nur nervig und er wisse schon, wie er zu fahren habe."

    Ich bin ja eher selten im Auto unterwegs. Ist das eine übliche Standardaussage, wenn man die Fahrerin oder den Fahrer darauf anspricht? Oder gibt es auch andere Reaktionen?

    Gibt es Verkehrszählungen, wie stark die Strecke bisher vom Radverkehr benutzt wurde und sind Vergleichszählungen geplant für die zukünftige Nutzung durch den Fahrradverkehr?

    JFTR:In diesem Jahr bisher drei Kandidaten für Alkohol-Tote an Himmelfahrt (3x Alleinsturz außerorts und aus „ungeklärter Ursache“ vom Weg abgekommen, teils in Radler-Gruppe), aber ohne Erwähnung einer Alkoholisierung als Ursache. Keine Vorfälle mit KFZ am 14.5., ergo auch nichts mit betrunkenen KFZ-Führern.

    Dieser Statistik zufolge ist Christi Himmelfahrt allerdings tatsächlich ein Tag, der prädestiniert ist für Unfälle, bei denen Alkoholmissbrauch mit im Spiel ist:

    Verkehrsunfallkalender

    Und der dvr (Deutscher Verkehrssicherheitsrat) schreibt:

    2025 waren es bundesweit 284 Unfälle unter Alkoholeinfluss: "Christi Himmelfahrt markiert regelmäßig einen negativen Rekord in der deutschen Unfallstatistik. Neue vorläufige Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis), die dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) vorliegen, belegen die Gefahr: Am sogenannten Vatertag ereigneten sich im Jahr 2025 bundesweit 284 Unfälle unter Alkoholeinfluss. Der DVR warnt eindringlich, dass das Risiko für Alkoholunfälle an Himmelfahrt damit etwa dreimal so hoch wie an einem durchschnittlichen Tag ist – und damit höher als an jedem anderen Tag des Jahres." https://www.dvr.de/presse/284-alkoholunfaelle-an-himmelfahrt

    Möglicherweise lassen immer mehr "trinkfreudige" Autofahrer*innen an Christi Himmelfahrt das Auto stehen und benutzen stattdessen das Fahrrad, um sich vermeintlich "Folgenfrei" betrinken zu können?

    Entsprechend dieser Strophe aus dem Lied "Joh, mir sein mit'm Radl da": "Zum Zechen fährt der kluge Mann seit neuestem mit'm Radl an..."

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