Beiträge von Ullie

    Fußgänger-Alleinunfälle sind per gesetzlicher Definition keine "Verkehrsunfälle". Sie tauchen in der amtlichen Todesursachenstatistik gemeinsam und undifferenziert mit anderen Stürzen (zu Hause, im Garten, bei der Arbeit) mit auf. Wie viele davon im Verkehr auf der Straße passiert sind, weiß wahrscheinlich nur die Fritz-Wunderlich-Stiftung. :evil:

    Ernsthaft: aufgrund der enormen Anzahl der Todesursache "Stürze" (ICD-10 W00-W19) darf man plausibel annehmen, dass der Anteil davon, der auf öffentlichen Verkehrsflächen geschieht, die "Fußgänger"-Werte aus der Verkehrsunfallstatistik (ICD-10 V01-V09) um ein Mehrfaches übersteigen dürfte. Für diese Annahme spricht u.a., dass die gelistete Ursache "Treppensturz" (ICD-10 W10) nur 1/10 der tödlichen Stürze umfasst - zumal diese durchaus auch nicht nur im häuslichen Umfeld, sondern auch auf öffentlichen Verkehrsflächen passieren werden.

    Auch so eine "Mission-Impossible": Versuche deine Mitmenschen darauf aufmerksam zumachen, dass ihre Schuhbänder nicht ordentlich geschnürt sind, sondern so weit herunterhängen, dass eine Sturzgefährdung besteht. (Auf diese Art starb laut wikipedia der Tenor-Sänger Fritz Wunderlich). Ich vermute jedoch, dass es eine sehr viel höhere Erfolgsquote bei dieser "Mission-Impossible" gibt, als bei dem Versuch, Fahrradfahrer*innen davon zu überzeugen, die Fahrbahn anstatt den Fahrradweg zu benutzen. :saint:

    Bei wie vielen Treppenstürzen wohl ähnlich wie bei Fritz Wunderlich herabhängende Schnürsenkel eine Rolle spielen?

    Dringender Appell: :!:

    Jeder sollte rechtzeitig sich damit anfreunden, statt Schnürsenkel-Schuhen solche mit Klett-Verschlüssen zu tragen!;)

    Grund : Bei einem Alleinunfall eines Fußgängers ist kein Fahrzeug beteiligt und somit erscheint so ein Unfall auch nicht in der Verkehrsunfallstatistik .

    Die Thematik Unfälle ist vermutlich noch unendlich komplexer, was diese Nachricht zeigt:

    "Deutschland: Mehr Todesopfer bei Treppenstürzen als bei Verkehrsunfällen!
    Schwer vorstellbar: Derzeit kommen mehr Menschen bei Treppenunfällen ums Leben als im Straßenverkehr: 2013 starben auf deutschen Treppen ca. 4000 Menschen, 17 % mehr als bei Verkehrsunfällen!"

    nullbarriere.de "Treppentote" - weiter ansteigend https://nullbarriere.de/treppenstuerze.htm

    Leider gibt der Artikel keine Auskunft, wie viele "Treppentote" im öffentlichen Straßenraum zu beklagen waren. Es stellt sich die Frage, ob Treppenabstürze gleichzusetzen sind mit Fußverkehrstoten. Denn eines ist klar: Wer zum Beispiel in einem Haus stürzt, der ist vorher mit Bus, Bahn, oder zu Fuß dorthin gekommen. Alle Treppenabstürze zusammenzurechnen, um damit zu belegen, dass Fußverkehr deutlich gefährlicher ist als zum Beispiel Autoverkehr, trifft es also nicht so richtig. Wer den ÖPNV benutzt, der muss genau wie zum Beispiel der Autonutzer die letzten Meter als Fußgänger auf einer Treppe zurücklegen, wenn sein Ziel nicht im Erdgeschoss liegt.

    Oder es gibt einen Aufzug. Der ist dann vermutlich deutlich sicherer als die Treppennutzung.

    Ist das Geld für (mehr oder weniger) sichere Radwege vielleicht besser investiert, wenn wir in Aufzüge investieren?

    Ich halte nichts von dieser Engführung der Diskussion über Verkehrswege auf den Aspekt "Sicherheit".

    Th(oma)s hat mehrfach darauf aufmerksam gemacht, dass auch auf Radwegen, weitab von jedem Autoverkehr tödliche Fahrradunfälle passieren. Na und? Das bedeutet noch lange nicht, dass Fahrradwege überflüssig oder grundsätzlich gefährlich sind.

    Es ist außerdem meines Erachtens fast komplett aussichtslos, Menschen dafür zu gewinnen, die Fahrbahn zu benutzen anstatt einen vorhandenen Fahrradweg, indem du auf mögliche Gefahrenquellen von Radwegen aufmerksam machst.

    Ich versuche seit einiger Zeit, Menschen dafür zu sensibilisieren, dass sie beim Begehen einer Treppe unbedingt das Treppengeländer benutzen. Obwohl diese einfache und wirksame Unfall-Verhütungsmaßnahem sehr einleuchtend ist, sind meine Erfolge bei dieser Mission überschaubar.

    Um wieviel aussichtsloser ist es wohl, Fahrradfahrer*innen dazu zu bewegen, Fahrradwege zu vermeiden und die Fahrbahn zu benutzen, weil das sicherer sei?

    Wenn ich verhindern will, dass meine Mitmenschen von einem tödlichen Unfall getroffen werden, dann ist es vermutlich konsequenter und erfolgreicher, sie dazu zu bewegen, beim Begehen einer Treppe das Treppengeländer zu benutzen oder gleich mit dem Aufzug zu fahren.

    Ganz vornedran gehört Irrtum Nr. Null: „Fahrradunfall gleich Kollision mit Autos“. Im vergangenen Jahr war der Alleinsturz mit 44% die alles dominierende Todesursache von Radfahrern innerorts (123 von 280). Weit abgeschlagen PKW mit nur 31% (87 von 280) darunter durch Auffahren/Überholen innerorts: einer (0,3%).

    Bei den tödlichen Fahrradünfällen sind 123 Alleinunfälle in 2025 zu verzeichnet.

    Wenn es zutrifft, dass die Unfallgefahr für Menschen ein Kritrium ist, eine bestimmte Mobilitätsart zu bevorzugen, und wenn es zutrifft, dass die Unfallgefahr durch Alleinunfälle bisher zu wenig im Fokus der Berichterstattung stand, dann müssten bei einer besseren Aufklärungsarbeit über die Alleinunfälle-Gefahren viele Menschen zu dem Schluss kommen, dass sie zukünftig zu Fuß gehen!

    Denn im Fußverkehr gibt es laut Statistik keinen einzigen tödlichen Alleinunfall in 2025.

    Ich kann dem Fußverkehr sehr viele gute Seiten abgewinnen. Als einen wichtigen Grund für die geringe Unfallgefahr in Bezug auf Allein-Unfälle im Fußverkehr, sehe ich eindeutig die niedrige Geschwindigkeit der Fußgänger*innen. Fußverkehr ist die Mobilitätsform, die mit Abstand mit den niedrigsten Geschwindigkeiten auftrumpfen kann! 8)

    Leider sind vielerorts die Siedlungsstrukturen wenig geiegnet, den Fußverkehr zu fördern! Hier müsste Verkehrspolitik eigentlich ansetzen! Nämlich eine Siedlungsstruktur zu schaffen, die aufgrund einer hohen Bewohnerdichte und zugleich einer guten wohnortnahen Versorgung mit Arbeits- und Freizeitstätten, sowie Ärzt*innen, Lebensmittelversorgung usw. einen Autokauf überflüssig macht und die Menschen dazu bringt z. B. auch beim Fahrradkauf erst gar nicht ein E-Bike in Erwägungung zu ziehen.

    Ganz vornedran gehört Irrtum Nr. Null: „Fahrradunfall gleich Kollision mit Autos“. Im vergangenen Jahr war der Alleinsturz mit 44% die alles dominierende Todesursache von Radfahrern innerorts (123 von 280). Weit abgeschlagen PKW mit nur 31% (87 von 280) darunter durch Auffahren/Überholen innerorts: einer (0,3%).

    In der Statistik wird nicht unterschieden zwischen Fahrrädern und Pedelecs. Pedelecs aber sind hauptsächlich dafür verantwortlich, dass die Anzahl der tödlichen "Fahrrad-Alleinunfälle" gestiegen sind.

    Das will ich nicht dramatisieren, denn es ist zu berücksichtigen, dass erfreulicherweise die Fahrradnutzung zugenommen hat. (Wenn man die Pedelecs zu den Fahrrädern dazu rechnet.)

    Konzentriert man sich auf die Unfälle mit mehreren Beteiligten, ist allerdings die Zahl der Fahrradunfälle mit Autobeteilgung am höchsten. 38 von 79 tödlichen Fahrrad-Unfällen mit mehreren Beteiligten sind solche mit Autos als Unfall-Beteiligte. Das sind rund 50 %!

    Die Betonung der Rolle der Radfahrer-Schuld erklärt eben nicht pauschal alle Radfahrer für zu doof, sondern nur die konkret verunfallte Kohorte. Subjekte der Gefährdung sind damit gerade nicht mehr ausnahmslos alle Radfahrer gleichermaßen.

    "Die Radfahrer-Schuld" besteht doch angeblich darin, wenn ich deine Ausführungen richtig verstanden habe, dass viele, sehr sehr viele Fahradfahrer*innen Fahrradwege benutzen.

    Nein, du erklärst nicht alle Fahrradfahrer*innen für zu doof, sondern "nur" diejenigen, die Fahrradwege benutzen und das nicht nur notgedrungen, weil sie der Anordnung einer Benutzungspflicht folgen, sondern gerne, weil sie sich darauf wohlfühlen. Ich vermnute mal, das sind rund 80% der regelmäßig Radfahrenden und rund 100% derjenigen, die kaum oder gar nicht Fahrrad fahren, obwohl sie dazu körperlich in der Lage wären.

    Allerdings war ich nie ein Bewegungsmuffel und hab Fahrräder als Fahrzeuge gesehen und nicht als Gehilfe. Und Fahrzeuge gehören auf die Fahrbahn.

    Da stimme ich mit dir überein, jemand, der sein Fahrrad nicht als "Gehhilfe" benutzt, wie du es schreibst, sondern der damit über eine längere Strecke 40 km/h fährt, gehört auf die Fahrbahn. Nicht zuletzt deshalb, weil er da keine Rücksicht nehmen muss, auf die vielen deutlich langsameren Fahrradfahrer*innen, von denen viele gerne den Fahrradweg benutzen.

    Mhmm, ich bin kürzlich mit meinem Liegedreirad (Pedelec) eine längere Strecke mit 40kmh ohne Unterstützung gefahren, einfach nur weil ich gute Laune hatte. Das war fast so wie früher als ich noch gesund war und Fahrräder ohne Motor gewohnheitsmäßig mit 40kmh fuhr, ohne mich groß anzustrengen. Allerdings wqr ich nie ein Bewegungsmuffel und hab Fahrräder als Fahrzeuge gesehen und nicht als Gehilfe. Und Fahrzeuge gehören auf die Fahrbahn.

    Wer mit einem Fahrrad nicht eine längere Strecke mit 40 km/h fahren kann, oder es nicht tut, obwohl er dazu in der Lage wäre, der hat also deiner Meinung nach gar kein Fahrrad, sondern benutzt eine Gehhilfe? In deinen Augen sind diese Menschen also gar keine Fahrradfahrer*innen sondern stattdessen "Gehhilfe-Benutzer*innen"?

    Damit grenzt du mehr als 90% der Menschen vom Fahrradfahren aus, bzw. sprichst ihnen ab, dass sie Fahrrad fahren. Warum?

    Ich persönlich halte die Betonung, dass Fahrradunfälle (auch mit KFZ oder als Alleinsturz) weitestgehend eigene Doofheit sind, für einen Faktor, der durchaus würdig ist, breiter kommuniziert zu werden. Die meisten Menschen halten sich selber für unfehlbare Superhelden. Wenn man ihnen vermittelt, dass sie dem Straßenverkehr gar nicht machtlos ausgeliefert sind, dann könnte das dazubeitragen, dass mehr Menschen öfter Rad fahren, und das ist doch unser aller Ziel hier, oder?

    Es ist ein lohnenswertes und schönes Ziel, mehr Menschen für das Fahrradfahren zu begeistern. Aber du erreichst das nicht daurch, dass du sie für "zu doof" erklärst!

    Ich denke auch nicht, dass sich die meisten Menschen für "unfehlbare Superhelden" halten. Insbesondere nicht beim Fahrradfahren und zwar auf keinen Fall, bei denen, die noch gar nicht oder erst sehr wenig Fahrrad fahren.

    Die haben absolut zu Recht den Wunsch nach einer für sie sicheren Umgebung. Dass dieser Wunsch auch von einem separaten Fahrradweg nicht immer erfüllt wird, oder die Erkenntnis, dass der separate Fahrradweg mit besonderen Gefahren verbunden ist, wächst mit zunehmender Routine beim Fahrradfahren.

    Aber wer weiß, vielleicht ist es ja auch gar nicht nötig, alle Menschen für das Fahrradfahren zu begeistern. In einer Siedlungsstruktur der "kurzen Wege", in der die meisten täglich aufzusuchenden Orte (Einkaufen, medizinische Versorgung, Arbeitsstätten, kulturelle Angebote und Sportstätten) nicht weiter als 10 bis 15 Minuten Fußweg entfernt sind, entfällt die Notwendigkeit, mit einem Fahrzeug mobil zu sein.

    Solche Siedlungsstrukturen gilt es zu schaffen und bereitzustellen! Autos kommen darin gar nicht mehr vor. Und auch Fahrradverkehr spielt nur eine untergeordnete Rolle gegenüber dem Fußverkehr!

    Straßenverkehr wird auf Sicht durchgeführt.Deswegen gibt es das Sichtfahrgebot, das fordert innerhalb der Sichtweite bremsen zu können.

    Bahnverkehr wird aufgrund der Physik (längere Bremswege da geringere Reibung) nicht auf Sicht durchgeführt. Wenn man ihn auf Sicht durchführen wollte ,könnte man ihn gleich einstellen, da nicht konkurrenzfähig. Deswegen sind die Vorfahrtsregeln zugunsten der Bahn. Und in vielen Fällen gibt es zusätzliche technische Sicherungen bei ebenerdigen Kreuzungen. Mit dem Ergebnis das der Bahnverkehr deutlich näher an der Vision Zero liegt wie der Straßenverkehr.

    Es ist nicht nur das physikalische Bremsweglänge-Problem "(längere Bremswege da geringere Reibung)". Selbst wenn es technisch möglich wäre, könnte man Bahnen nicht so fahren lassen, dass sie beim Bremsen einen so kurzen Bremsweg haben, wie bei einem Auto. Der Grund ist, dass in einem ÖPNV-Fahrzeug die Menschen nicht an einem Sitz festgeschnallt sind. Bei einer starken Auslastung des Fahrzeuges stehen sogar viele Menschen im Fahrzeug. Eine sehr starke negative Beschleunigung führt unweigerlich zu Verletzungen. Selbst eine Straßenbahn-Notfallbremsung ist so kontrolliert, dass eine negative Beschleunigung von 3 m/Sek² nicht überschritten wird.

    Der Vorteil: Fahrgäste können auch stehend mitfahren, viele halten sich dabei leider nicht oder nur unzureichend fest, weil sie die Gefahr nicht kennen, denn es kommt nur selten zu einer Notfall-Bremsung.

    Man kann auch ohne Tretunterstützung mit einem FAHRrad auf der FAHRbahn FAHRen.

    Oder suchen Sie wieder Vorwände, warum man Ihnen überall erlauben sollte, auf dem Gehweg zu fahren? Wäre dann das hier nicht die bessere Wahl als ein Fahrrad?

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    Natürlich kann man auch ohne Tretunterstützung überall auf der Fahrbahn fahren und wenn dort kein benutzungspflichtiger und intakter Fahrradweg vorhanden ist, sogar legal. Das habe ich nie bestritten. Noch besser wäre es, die Benutzungspflicht auch in den Fällen aufzuheben, in denen blaue Schilder, die so ausgeschilderten Radwege benutzungspflichtig machen.

    Nach meiner Beobachtung verhält es sich so, dass Fahrradwege besonders dann von Fahrradfahrer*innen benutzt werden, wenn auf der Fahrbahn starker und dichter Autoverkehr herrscht. Leider sind viele Fahrradwege nicht dazu geeignet dort mit hohem Tempo zu fahren. Zu schnell gefahren wird trotzdem.

    Dass immer mehr Fahrradfahrer*innen mit Pedelecs, darüber hinaus bisweilen mit manipulierten Pedelecs mit nicht angepassten Geschwindigkeiten auf den Radwegen fahren, ist ein Problem, dass viele Menschen zunehmend davon abschreckt, das Fahrrad zu nutzen. Schade.

    Kann man vermuten, Sippenhaft kommt recht, wenn einem grad was nicht paßt.

    Ich wähne mich nicht in einer Sippe mit Elektro-Tretroller-Fahrer*innen oder den vielen Pedelec-Nutzern, die ihr Fahrzeug nur dazu benutzen, um damit möglichst schnell durch die Gegend zu rasen. Und ganz besonders will ich nichts mit den Tempo-Junkies zu tun haben, die ihr Pedelec "frisieren" um damit Tretunterstützung bis 35 km/h, 45 km/h oder noch mehr km/h herauszukitzeln.

    Und gerne darf die Tretunterstützung bei Pedelecs auf Tempo 15 max. begrenzt werden. Wer schneller fahren will, der fährt in der Klasse S-Pedelec und muss die Fahrbahn benutzen.

    Das wäre doch die beste Strategie, um möglichst viel Zweiradverkehr auf die Fahrbahn zu bringen. Tretunterstützung bis max. Tempo 15 ist vielen zu wenig, also greifen sie zum schnelleren S-Pedelec und erweitern den Kreis der Fahrbahnradelnden.

    und ohne Motorkraft 50km/h? Auch pro Helmpflicht dann?

    Nee, warum? Mag sein, dass es da auch ein paar schräge Vögel gibt, aber es sind deutlich weniger Menschen, die ohne Motorkraft 50 km/h fahren, als diejenigen, die mit Motorkraft 20 km/h fahren. Heute sah ich ein Kind von vielleicht vier, höchstens 5 Jahren, das auf einem Gehweg mit einem "Spielzeug-Motorrad" mit E-Motor so um die 7-8 km/h fuhr. Keine Ahnung, ob das erlaubt ist, aber es ist grober Unfug. Und ich hätte da nichts gegen, wenn so was nicht erlaubt ist, grundsätzlich nicht erlaubt ist. Motorfahrzeuge für KInder, was soll der Quatsch?

    Überschrift des von littlet verlinkten tagessschau-Beitrages: "Paris führt Helmpflicht für E-Roller-Fahrer ein"

    Gut so! Wer ein Zweirad fährt, das mit Motorkraft ohne Tretunterstützung auf eine Geschwindigkeit von 20km/h beschleunigt, der soll bitteschön sich auch komplett zum Affen machen müssen und gefälligst einen Helm und eine Warnweste tragen!

    Im Mittelalter hatte man den Boten, der Münzer und Goldschmiede mit einem sehr auffälligen Narrengewand gekleidet. Inklusive Schellenkappe. Dadurch hat er alle auf sich aufmerksam gemacht, und das hat ihn beschützt, denn jeder hat darauf geachtet, dass er nicht überfallen wird. (Aber auch, dass er sich nicht klammheimlich aus dem Staub macht.)

    Die/der "moderne" Elekrotretroller-Fahrer*in überbringt zwar kein Geld, aber die leider weit verbreitete Fahrweise sollte Anlass sein, nicht nur weit sichtbare Warnwesten anzuordnen, sondern auch ein Helm mit Glöckchen, so wie die mittelalterliche Schellenkappe.

    Viel Spaß nach einem Unfall, wenn vor Gericht geklärt wird, ob die rote Ampel gegolten hat. Dann wird sich zeigen, ob eher die StVO oder ein Artikel in der hanno-Rad gilt.

    Du tust so, als gäbe es im Straßenverkehr in jeder Situation ganz klare Regeln. Es gibt aber auch Situationen, in denen gilt, das "Zauberwort": Erhöhte Aufmerksamkeit und gegenseitige Rücksichtnahme! Und natürlich, landet ein solcher Fall vor Gericht, dann kann das sehr unterschiedlich ausgehen. Aber es geht ja auch darum, dass möglichst selten Fälle vor Gericht landen, und da hilft Aufmerksamkeit und gegenseitige Rücksichtnahme.

    In ihrem Blog empfiehlt die Verkehrswende-Aktivistin Katja Diehl die Initiative "Taktisch wählen" und erläutert, warum sie als Verkehrswende-Aktivistin diese Empehlung ausspricht!

    Sachsen-Anhalt braucht euren Support für Haustürgespräche vor der Wahl! — Katja Diehl
    Bitte teilen für die Reichweite, dieses Projekt ist SO wichtig! Ich würde herzlich gern jede wache Minute für gerechte, inklusive, intersektionale, soziale ...
    katja-diehl.de

    Es ist gut, dass es "Taktisch Wählen" gibt, und man kann der Initiative einfach nur sehr viel Erfolg wünschen!

    Diese Parteien werden von "Taktisch Wählen" empfohlen:

    Diese Parteien werden von "Taktisch Wählen" nicht empfohlen:

    Aktuelle Fotos von Wahlplakaten in Magdeburg und Umgebung.

    https://taktisch-waehlen.de/ ist eine Initiative, die dazu aufruft, genau zu überlegen, wen man mit Erst- und Zweitstimme wählt bei der bevorstehenden Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.

    "Taktisch Wählen" will dazu beitragen, eine "Huch, wie konnte das passieren Mehrheit" der Abgeordnetensitze für die AfD im Landtag von Sachsen-Anhalt zu verhindern.

    Wie das geht, kann man unter dem angegebenen Link nachlesen.

    https://www.spiegel.de/mobilitaet/e-s…cd-d0fec8e7fc91

    ... geschützte Infrastruktur wird gefordert :S

    Es wird einmal mehr komplett außer Acht gelassen, dass Elektro-Tretroller KFZ sind. Jeder noch so ungelenke und unsportliche Mensch kann darauf ein Tempo fahren, dass er ohne Motorunterstützung auf einer längeren Strecke nicht hinbekommt. Ein wenig trainierter unsportlicher Mensch, kann sich bei einem Unfall weniger gut abfangen oder so darauf reagieren, dass er sich möglichst wenig verletzt. Dazu kommt: Es werden keine Angaben in dem Artikel gemacht, wieviele der Fahrzeuge zu schnell unterwegs sind, weil sie manipuliert sind. Und wie sich das das unfalltechnisch auswirkt, wenn darauf zu zweit gefahren wird. Nach meiner Beobachtung nicht unüblich und durchaus unfallrisiko-steigernd. Einen konkreten Sturz mit Elektro-Tretroller, den ich beobachten "durfte", war auf einem zu zweit besetzten Fahrzeug. Zum Glück gabs keine gravierende Verletzungen.

    Vom 5. bis 9. August finden verstärkt Radarkontrollen zur Geschwindigkeitsüberwachung statt.

    Der SWR nennt 5 Ausreden, auf die niemand Bock hat:

    "Beim Blitzermarathon geblitzt? Auf diese 5 Ausreden hat wohl NIEMAND Bock
    Und trotzdem hört die ein oder andere Person unter euch ganz sicher immer wieder mal eine Ausrede von jammernden Freundinnen und Freunden oder Familienangehörigen, die geblitzt wurden. Hier sind unsere Top 5:

    „Die Straße war komplett leer.“

    Das mag sein. Und dennoch kann es immer wieder mal vorkommen, dass ein unvorhergesehenes Hindernis erscheint. Sicherheit geht vor!

    „Ich musste dringend aufs Klo.“

    Da gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Entweder, du hältst an und gehst dein Geschäft verrichten. Oder du lässt es einfach laufen. Welche Option dir besser gefällt, entscheidest du.

    „Ich habe das Schild nicht gesehen.“

    Ein absoluter Klassiker. Das Problem ist nur: Verkehrsschilder gelten auch dann, wenn man sie übersieht.

    „Ich dachte, hier wäre noch 50.“

    Der kleine Bruder von der Ausrede darüber. Leider wird aus einem Irrtum keine erlaubte Geschwindigkeit.

    „Mein Navi hat was anderes gesagt.“

    Das gute alte Navigationsgerät ... ähh, die App! Doch auch das Smartphone kann mal falsch liegen. Entscheidend ist am Ende das Verkehrsschild, nicht die Anzeige in der App."

    Blitzermarathon in dieser Woche! Diese Ausreden gelten hier nicht
    Blitzermarathon und Speed-Week laufen. Seit dem 3. bis zum 9. August wird verstärkt geblitzt. Hier sind Ausreden, die du dir sparen kannst.
    www.swr3.de

    Besonders die letzte "Ausrede" macht allerdings nachdenklich. Es kann sein, dass ein Navigationsgerät oder eine App auf dem Smart-Phone falsch liegt. Das sollte aber keinesfalls bedeuten, dass man grundsätzlich ISA abschaltet, den intelligenten Geschwindigkeitsassistenten, der in modernen Fahrzeugen verbaut ist. Es ist es sehr wohl zielführend, das Fahrzeugassistenzsystem ISA zu benutzen und es nicht abzuschalten.

    (S+) Fahrassistenzsysteme: Welche verhindern wirklich Unfälle? Analyse der Versicherungen
    In Neuwagen piepen immer mehr Fahrassistenten. Viele Autofahrer fühlen sich gegängelt und schalten sie ab. Eine neue Studie zeigt: Das ist ein teurer und…
    www.spiegel.de

    Vom 5. bis 9. August finden verstärkt Radarkontrollen zur Geschwindigkeitsüberwachung statt.

    Der ADAC schreibt:

    "Mitten in der Hauptreisezeit macht die Polizei in Deutschland groß angelegt Jagd auf Raser ...

    (...)

    Autofahrern wird geraten, sich in der Woche vom 3. bis 9. August und kurz davor verstärkt in der Lokalpresse und über die Internetseiten der lokalen Behörden zu informieren, ob dort die Blitzer-Standorte bekannt gegeben werden."

    https://www.adac.de/news/verkehr-blitzermarathon-august-2026/

    Kein Wort davon, dass in vielen modernen Fahrzeugen der Intelligente Geschwindigkeitsassistent verbaut ist. In Deutschland und der EU seit 2022 bei neuen Fahrzeugtypen und seit 2024 für alle neu zugelassenen Fahrzeuge. Und viele Geschwindigkeitsassistenten sind in der Lager das Tempo zu drosseln, wenn eine Tempobegrenzung das gebietet.

    Statt aber auf den hilfreichen Geschwindigkeitsassistenten hinzuweisen und den Autofahrer*innen zu raten, den Geschwindigkeitsassistenten nicht abzuschalten (was leider möglich ist), wird so getan, als würde zum Hallali gebalasen werden, um Autofahrer*innen zur Strecke zu bringen. X/

    Wie ist das eigentlich mit Wohnwagen, die einen offensichtlichen Unfallschaden haben?

    Die Polizei war jedenfalls offensichtlich schon bei dem Wohnwagen. Man sieht's an den rotweißen Flatterbändern, die an den Ecken befestigt sind.

    Die ersetzen aber keine Rückstrahler. Die gesamte fahrbahnseitige Beleuchtungseinheit scheint unfallbedingt vernichtet worden zu sein.

    Damit wird der Wohnwagen zur Gefahrenquelle für den Fahrbahnverkehr.

    Und überhaupt: Ein Anhänger darf nicht länger als 14 Tage an derselben Stelle am Fahrbahnrand stehen.

    Wer weiß vielleicht hatte der da schon vor dem Unfall 14 Tage und länger gestanden? Jetzt ist der Wohnwagen kaputt, kann der einfach weggezogen werden, ohne vollständig funktionstüchtige Beleuchtung am Heck? Gibt es eine Ausnahmegenehmigung: "Kaputte Anhänger dürfen länger als 14 Tage am Fahrbahnrand stehen."?

    Sollte der Unfall passiert sein, als der Wohnwagen dort bereits parkte, dann könnte das möglicherweise beim Besitzer ein Nachdenken:/ darüber auslösen, den Wohnwagenanhänger das nächste Mal an einem sichereren Ort abzustellen.