"Technik gegen Terror: ISA bremst Todesfahrer aus
Amok- und Terrorfahrer, Kranke mit Blackout am Steuer, Poser und Alltags-Hektiker – scheinbar sind wir Rasern im Auto hilflos ausgeliefert. Es gibt aber ein technisches Gegenmittel: den Geschwindigkeitsassistenten ISA (Intelligent Speed Adaptor). ISA erfasst im Auto, welches Tempolimit gerade gilt – und dämpft den Motor so, dass der Wagen nicht schneller fährt. In Fußgängerzonen oder auf Weihnachtsmärkten bedeutet das Schritttempo, in fast allen Stadt- und Dorfstraßen höchstens 30 oder 50 Stundenkilometer.
Seit Juli 2024 brauchen alle Neuwagen in der Europäischen Union ISA. Allerdings haben der frühere Bundes-Verkehrsminister Scheuer und andere Befürworter der „freien Fahrt“ durchgesetzt, dass das System wirkungslos ist: Fahrer können es mit einem starken Druck auf das Gas- oder Strompedal einfach ausschalten.
Die Fußgängerlobby FUSS e.V. fordert: „ISA muss in alle Autos, so rasch es geht – und es muss mindestens innerorts immer eingeschaltet bleiben.“ Der European Transport Safety Council schätzt, dass es bei Einhalten aller Tempolimits 30 Prozent weniger tödliche Unfälle gibt. Auch die jüngsten Horrorfahrten in Magdeburg, München und Mannheim hätte es mit adäquat gedämpften Motoren nicht gegeben."
Alleine in Hannover geschehen im Wochentakt tödliche Autofahrten oder solche mit Schwerverletzten, die durch ein verbindliches ISA, wie unter anderem Fuss e.V. es fordert, hätten verhindert werden können. Schlimmstes Beispiel diese Woche:
"Nach bisherigen Erkenntnissen des Verkehrsunfalldienstes Hannover wollte eine Polizeistreife gegen 01:15 Uhr im Bereich der Fröbelstraße in Linden-Nord einen silbernen BMW 3er kontrollieren. Der Fahrer kam der Halteaufforderung zunächst nach und stieg aus dem Fahrzeug aus, um sich überprüfen zu lassen. Währenddessen setzte sich jedoch der Beifahrer auf den Fahrersitz und beschleunigte plötzlich stark. Er entzog sich damit der Kontrolle und flüchtete mit dem Fahrzeug. (...) Im Bereich des Deisterplatz-Kreisels verlor der jugendliche Fahrzeugführer schließlich die Kontrolle über den Wagen. Das Fahrzeug schleuderte von der Fahrbahn und prallte gegen einen Ampelmasten. Durch die Wucht des Aufpralls entzündete sich der BMW und geriet in Vollbrand."
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