Beiträge von Ullie

    Ich ahnte es schon: Haste mal ne gute Idee, hat sie meistens schon jemand anders vor dir gehabt. Allerdings sieht das Beispiel so aus, als würde die Fläche nicht im selben Maß belastet wie eine Fahrbahn, wo auch schwere LKW (Müllabfuhr) drüber fahren und natürlich diese ganzen <XStadtpanzer. Und die Fläche sieht hubbelig aus ein reines "Printing" ist das nicht mehr.

    nur, weil Abschnitte noch existieren (weiter unterhalten werden), heißt das nicht, dass die Probleme der Haltbarkeit des Elastomers gelöst wären. Nach einem gewissen Zeitraum sind die Dinger hin. Und wenn der Zeitraum deutlich unterhalb der üblichen Eingriffserfordernisse liegt, sind das definitive Mehrkosten.

    Du hast auf der einen Seite mehr Kosten, nämlich auf der Seite, die die Straßenbahnschienen finanziert.

    Funktioniert jedoch das Velo-Gleis und die Testergebnisse deuten darauf hin, dann hast du auf der anderen Seite eine Kostenersparnis, nämlich bei Krankenkassen, Unfallversicherungen. Und du förderst ein umweltfreundliches und nachhaltiges Fortbewegungsmittel.

    bei Straßenbahnen werden üblicherweise Rillenschienen verbaut, wenn die Bahn im Straßenbereich fährt.

    Es gibt auch Konstruktionen, die mit Vignolschienen arbeiten um die herum eine Konstruktion gebaut wird, sodass sie wie Rillenschienen wirken.

    Das Velogleis basiert auf einer Vignolschiene, weil Rillenschienen keine genügend tiefe Rille haben.

    Mehrere Bilder dazu findest du hier: chrome-extension://efaidnbmnnnibpcajpcglclefindmkaj/https://storage.e.jimdo.com/file/9b845455-…_compressed.pdf

    Die von mir selbst gezeichnete Darstellung weiter oben muss ich wohl noch mal überarbeiten. Vermutlich kommt keine so große Menge Bitumenmasse zum Einsatz.

    Der Einbau des Velogleis ist wohl auch deshalb recht kostspielig, weil das klassische Rillengleis im Bereich des Velogleises in ein Vignolgleis überführt werden muss.

    das Velogleis ist ein Kostentreiber im ÖPNV, weil die Gummis nicht sehr lange halten. Gleichzeitig ist die schematische Zeichnung, wonach Oberkante Schiene quasi bündig mit Asphaltdecke ist, ein ... Wunschdenken. Zumindest hier in Jena ist das nicht der Fall. Ich würde auch beim Velogleis nicht auf die Idee kommen, Geisquerung in sehr spitzen Winkeln zu vollführen.

    Ich habe Mapillary Aufnahmen vom Mai 2026 von der neusser Straße in Köln entdeckt. An der Stelle in der Neusser Straße in Köln wurden 8 Teilstücke Velogleis verbaut. Die Kölner Verkehrsbetriebe bemängeln allerdings die mangelhafte Haltbarkeit der Elastomer-Streifen und die dadurch entstehenden hohen Unterhaltungskosten, und sie wollen den Einsatz nicht ausdehnen.

    KVB testet Gummischutz für Straßenbahnschienen
    (DS|DD|Symolbild) Immer wieder geraten Radfahrerinnen und Radfahrer mit ihren Reifen in die Straßenbahnschienen und stürzen. Schwere Verletzungen sind oft die…
    www.radiokoeln.de

    Die Mapillary-Aufnahmen sind von Mai 2026 und man kann sehen, die Velo-Gleis-Abschnitte existieren noch. So ganz schlecht kann das Velogleis dann doch nicht sein:

    Mapillary

    Wenn ein*e Fahrradfahrer*in in die Gleise gerät und sich verletzt, zahlt seine Krankenkasse oder bei Wegeunfällen die Unfallversicherung und die wird zu 100% von den Arbeitgeber*innen finanziert. Sollten da nicht alle Arbeitgeber*innen ein starkes Interesse haben, dass die relativ niedrigen Kosten für das Velogleis getätigt werden, um kostspielige Verletzungen zu vermeiden!:saint:

    https://www.zeit.de/mobilitaet/202…er-fraestechnik

    https://archive.ph/M1aeN

    Was ich sagen will: beim Kopfsteinpflaster ist "oooh, die Kosten!" ein Argument. Die gleichen Summen werden aber bei jeder Straßensanierung in Asphalt allein schon fürs Entfernen der Deckschicht aufgerufen. Da isses wie immer dann: muss so, geht ja nicht anders...

    Warum soll Kopfsteinpflaster erhalten werden? Weil es so schön authentisch nach alten Zeiten aussieht?

    Aber wenn es einer wagte, die fetten Autos, die überall rumstehen, zu verbannen, dann käme massiver Protest. Dabei sind diese Autos ganz und gar nicht "Gründerzeit-authentisch". X(

    Gibt es eigentlich irgendwo bereits Asphalt mit Dekor, sodass die asphaltierte Fläche nach Kopfsteinpflaster aussieht? Das ist möglicherweise deutlich preisgünstiger hinzubekommen.

    Ich befürchte außerdem, dass das "abrasierte" Kopfsteinpflaster nicht lange hält.

    Auch diese Haltestelle und einige weitere in der Stadtbahn-Stadt Stuttgart mit ihren zahlreichen Hochbahnsteigen ist eine Kandidatin für das Velogleis:

    Gelbe Markierung eingezeichnet.

    Die Besonderheit an der Strecke vom Olgaeck zum Fernsehturm ist die dritte Schiene, die Oldtimerfahrten ermöglicht. Vor der Umstellung auf Stadtbahnbetrieb auf Normalspur fuhren in Stuttgart meterspurige Straßenbahnen.

    Hier der streetview-Link zum Eugensplatz, wo das Foto oben entstand:

    Street View-Ansicht von „Eugensplatz“ · Google Maps
    Eugenstraße, 70182 Stuttgart
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    Auch die nächste Haltestelle Richtung Fernsehturm (Heidehofstraße) schreit geradezu nach einem Velogleis:

    Street View · Google Maps
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    An der Haltestelle Bubenbad wurde talwärts der Bürgersteig für die rückseitige Umfahrung der Haltestelle freigegeben:

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    Habe gerade noch diese Markierung vor der Haltestelle Bubenbad entdeckt. Das wäre dann ja wohl die richtige Stelle, um über ein Velogleis zwischen die Schienen zu gelangen.

    Street View · Google Maps
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    Was ich aus der Ferne nur schwer beurteilen kann: Wie steht es um die Dooring-Gefahr? Wenn die gegeben ist, dann wäre es Unsinn, nachdem Einfahren in die Schienen wieder herauszufahren, wenn man dann im Dooring-Bereich fahren muss. Und dass sind in jedem Fall mehr als knapp ein Meter Abstand zu parkenden Autos, den die Polizei empfiehlt.

    So gesehen macht es Sinn, dass nach der Haltestelle Bubenbad kein Piktogramm da ist, dass empfiehlt wieder nach rechts den Schienenbereich zu verlassen. Denn da lauert die Dooring-Gefahr!

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    In der Bruderholzstrasse in Basel wird das Velogleis getestet. Das Winterproblem, gefrierendes Wasser im Gummiprofil, wurde zunächst dadurch behoben, dass im Winter weniger hohe Gummis eingebaut wurden. Nachteil: Dann gibt es trotz Velogleis eine Rille.

    https://www.basel-unterwegs.ch/wp-content/uploads/2024/08/velofreundliches-tramgleis.jpg

    Das Bild zeigt die Einfädelstelle in das Schienenpaar (links von der Frau befahren) und die Ausfädelstelle aus dem Schienenpaar (rechts von dem Mann befahren).

    Und hier ein Bild mit zweispurigem Lastenrad. Wie das funktionieren kann, ist mir noch etwas rätselhaft. Mueck hatte dazu ja schon was geschrieben. In Basel ist ebenfalls Metergleis.

    https://www.basel-unterwegs.ch/wp-content/uploads/2024/08/velofreundliches-tramgleis-1.jpg

    Die Bilder sind aus diesem Artikel vom 20.8.2024 in Basel Unterwegs:

    Velofreundliches Tramgleis: erfolgreicher Test
    Der Test des velofreundlichen Tramgleises in Basel ist eine Runde weiter. Das Fazit der Teilnehmenden: zum allergrössten Teil positiv.
    www.basel-unterwegs.ch

    Zitat: "Das Fazit der Teilnehmenden: Perfekt ist der Ansatz noch nicht – aber er funktioniert und sorgt für mehr Sicherheit."

    Fahrradsurfen, der Weltrekord liegt bei 200 m!

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    Alarm! eMopped-Akkus können diese Extrem-Hitze nicht ab! Schatten, nicht laden!

    so der NDR 2 vor drei Stunden, ausnahmsweise nicht der ADFC. Wozu also hat man solchen Motor-Mist…

    ADFC heißt Allgemeiner Deutscher Fahrrad Club, nicht Allgemeiner Deutscher Moped-Club. Aber vermutlich meinst du ja auch gar keine "Moppeds" sondern Pedelecs. Hier der Link zum NDR-Bericht:

    Der Bericht vom 26.6.2026 beginnt mit: "Ob im E-Bike, Smartphone oder ..."

    Vorsicht bei praller Sonne: Wie man Akku-Brände bei E-Bikes oder E-Zigaretten verhindert
    Ob im E-Bike, Smartphone oder in der E-Zigarette: Lithium-Ionen-Akkus stecken in vielen Alltagsgeräten. Werden sie beschädigt oder überhitzt, können sie in…
    www.ndr.de

    Und es gibt einen Link zu einem älteren Bericht, nämlich vom 17.7.2024:

    Brandgefahr durch Akkus bei E-Bikes: Experten aus SH geben Tipps
    E-Bikes und Pedelecs machen vielen Menschen Spaß. Doch ab und zu geraten die Akkus in Brand. Experten von der Feuerwehr, der Verbraucherzentrale und der…
    www.ndr.de

    Der beginnt mit: "E-Bikes und Pedelecs machen vielen Menschen Spaß." (Ich finde es nicht gut, überflüssig oder gar ein Stück herabwürdigend, den Artikel so zu beginnen. Fahrradfahren macht nämlich auch "Spaß" und da gehen keine Akkus in Flammen auf. Abgesehen von solchen Geschichten wie Ansteck-Lampen oder elektronische Schaltung, die jedoch meines Erachtens absolut verzichtbar sind fürs Alltags-Fahrradfahren. Da tuts auch der klassische Dynamo.)

    Der ADFC heißt übrigens nicht "Allgemeiner Deutscher E-Bike Club" und auch nicht Allgemeiner Deutscher Pedelec Club

    Trotzdem fahren natürlich auch einige ADFC-Mitglieder Pedelecs. Auch auf Fahrradtouren.

    Hier ist eine Angebotsauswahl:

    Suche | ADFC Veranstaltungsportal

    Bei jeder Tour steht eine Tempoangabe und eine Entfernungsangabe. Ich wähle grundsätzlich nur solche Touren, bei denen "einfach" dabei steht und Tempo 15-18 km/h.

    Lieber wäre mir ein noch niedrigeres Tempo. Ist aber als Kategorie anscheinend nicht vorgesehen. Vielleicht bist du ja auch Mitglied und hast Lust, Touren zu etablieren, die ein besonderes Angebot für Freunde des langsamen Fahrradfahrens darstellen? So ähnlich wie Fast-Food versus Slow Food. Also Fast-Ride versus Slow-Ride! Mir fehlt die Kategorie 11-14 km/h.

    Die Frage, auf die du mit deiner erfrischend-ironischen "Mopped"-Bemerkung anspielst, ist meines Erachtens, wie sollte man ein Pedelec sinnvoll nutzen. Und da sehe ich das Pedelec in erster Linie als ein Fahrzeug für Menschen mit Handycaps, also mit angeborenen Behinderungen oder solchen, die Folgen einer Erkrankung sind, oder durch einen Unfall verursacht sind.

    Kann das mit den Velogleisen auch passieren, dass sich das auch bei Hitze verflüssigt?

    https://www.lvz.de/lokales/leipzi…UGWY2LPVUQ.html

    Vermutlich nicht. Aber es kann im Winter das Problem auftreten, dass sich in dem Hohlraum im Inneren des Elastomer-Profils Wasser sammelt und bei fallenden Temperaturen friert, so dass das Eleastomer nicht mehr von den Straßenbahnrädern weggedrückt werden würde. Das kann zu Entgleisungen führen.

    Das Velogleis ist an der Stelle eingesetzt worden, wo man sich auf dem (einspurigen) Fahrrad fahrend fragt: "Da vorne kommt eine Haltestelle, fahre ich jetzt zwischen Haltestellenkante und äußerer Schiene weiter oder fahre ich zwischen den Schienen oder fahre ich unerlaubterweise auf dem Bürgersteig weiter.

    In Kassel ist Normalspur, da ist zum Beispiel in der Wilhelmshöher Allee an der Haltestelle Kunoldstraße stadteinwärts der Bürgersteig mit [Zeichen 239]+[Zusatzzeichen 1022-10] ausgeschildert. Dort gibt es kein Velogleis, um zwischen die Schienen des Normalspur-Gleises einzufädeln. Dabei ist es komfortabler im Normalspurgleis zu fahren als im Meterspurgleis.

    Kassel sollte erwägen ebenfalls Velogleisabschnitte einzusetzen, um den Radverkehr im Haltestellenbereich zwischen die Schienen zu lenken und davon abzuhalten, von der Fahrbahn auf den Fußweg zu wechseln. Man könnte beobachten, wie das Ein- und Ausfädeln mit Velogleis-Hilfe angenommen wird und ggf. die Fußverkehr-Freigabe zurücknehmen.

    Wer käme denn auf die Idee, im stumpfen Winkel eine Schiene zu nehmen?

    Das hört sich jetzt ziemlich "von oben herab" gesprochen an. Aber aufgepasst: "Wer hoch hinaus will, fällt auch tief."

    Deine Antwort hört sich so an: "Wer ist denn so blöd, beim Überfahren eines Straßenbahngleises zu Sturz zu kommen?"

    Ist mir auch schon passiert, und dabei halte ich mich nicht für "zu blöd" zum Fahrradfahren.

    Dieser Artikel weist darauf hin, dass auch geübten Rennfahrerinnen Straßenbahnschienen zum Verhängnis werden können. Es wird in dem Artikel über einen Vorfall berichtet, der in Jena dazu beigetragen hat, dass Velogleis einzufordern:

    "Frauen-Radrennen in Jena
    Eigentlich sollte die Ladies-Tour gar nicht durch dieses Jenaer Nadelöhr
    Jena. Reaktionen auf den Doppel-Sturz am Kupferhütchen. Waltershäuser Firma würde ein Stück Velogleis gern nach Jena bringen."

    Eigentlich sollte die Ladies-Tour gar nicht durch dieses Jenaer Nadelöhr
    Reaktionen auf den Doppel-Sturz am Kupferhütchen. Waltershäuser Firma würde ein Stück Velogleis gern nach Jena bringen.
    www.otz.de

    Daraus dieses Zitat: "Eigentlich sollten die mehr als 100 Fahrerinnen von Süden kommend gleich beim Roten Turm auf die beiden westlichen Fahrspuren geleitet werden. Wie überhaupt die Strecke so ausgelegt war, dass Bahngleise gemieden oder möglichst rechtwinklig überfahren werden sollten.
    Als dann der Tross doch durch das Nadelöhr der Haltestelle fuhr, war es zu spät, um zu reagieren. Die Rennleitung meldete später, dass die beiden Fahrerinnen nur Schürfwunden von dem Sturz davontrugen. Sie waren im hinteren Teil des Feldes und seitlich unterwegs, so dass es in der Folge nicht zu weiteren Stürzen kam."

    Der Beschreibung zufolge könnte der Unfall hier geschehen sein:

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    Wer käme denn auf die Idee, in dem Beispiel oben, rechts der Gleise zu fahren?

    Du meinst doch dieses Beispiel, wovon ich weiter oben schon diese streetview-Aufnahme verlinkt hatte?:

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    Klick mal die streetview-Aufnahme an und "fahre" dann wenige Meter weiter, dann siehst du rechts auf dem Bürgersteig ein zweispuriges Lastenrad fahren:

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    Und dann noch einen Fahrrad zwischen der äußeren Schiene und der Bürgersteigkante:

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    Und das sind vermutlich keine Einzelfälle!

    ... das Velogleis ist ein Kostentreiber im ÖPNV, weil die Gummis nicht sehr lange halten.

    Im Gegenteil, durch das Velogleis werden immense Kosten eingespart.

    Zumindest, wenn es zutrifft, dass dadurch Unfälle vermieden werden. Vielleicht sogar dann, wenn das Velogleis nur den Eindruck erweckt, dass damit Straßenbahnschienen ihren Schrecken verloren haben und so die Bereitschaft gesteigert wird auf's Rad zu steigen anstatt ins Auto!

    Das kommt wahrscheinlich so oft vor wie ein 4er im Lotto, dass KFz über diese Strecke einen schmalen Radfahrer nicht überholen können.

    "Ein Fahrradfahrer ist ja nur so "schmal", da kann ich ja eben mal schnell vorbeihuschen, wird grad schon kein Gegenverkehr kommen? " :( Leider denken viele Autofahrer*innen so und das führt zu gefärlichen Situationen.

    Zum Beispiel hier in der Büttnerstraße in Hannover. Die Verkehrsbelastung ist nicht so wahnsinnig hoch. Der Fahrradverkehr auf dem Angebotsradweg wird eindeutig auf die Fahrbahn gelenkt. Dort gilt ein Überholverbot, ein Auto, dass dort einen Zweiradfahrer überholt, überfährt dabei die weiße durchgezogenen Linie. Dabei hätte der Autofahrer doch nur einen geringen Zeitverlust, wenn er das kurze Brückenstück hinter dem Fahrradfahrer bliebe.

    Um kein Missverständnis aufkommen zu lassen: Ich will hier keine Radweg-Verlängerung. Aber es fehlt eindeutig an Kontrollen und Berichterstattung, um gefährliche Situationen durch unerlaubtes Überholen zu vermeiden. Außerdem fehlt ein Tempo-30 max.

    Die Argumentation:

    und

    könnte direkt vom ADAC stammen.

    Also, weil Fahrradfahrer auf der Fahrbahn den Verkehr behindern "könnten", aber deswegen wahrscheinlich nicht weniger Fußgänger vom KFz -Verkehr gefährdet werden, ist es kein Problem, wenn zusätzlich zu den Fußgängern auch die Radfahrer gefährdet werden.
    Klingt für mich unglaublich schlüssig ;)

    Wenn du dieses Gefährdungspotenzial, dem Auch Fußgänger*innen ausgesetzt sind, ausschließen willst , dann benutze einfach die Fahrbahn. Ich hatte von Angebotsradwegen gesprochen.

    Und mit dem "Vorbeifahren", auch ein gern genutztes Argument von KFz-Lenkenden, deren Vertretern und StVB: Wir reden hier von einem Zeitraum, der in der Regel mit 2-3 Minuten benannt wird. Also von einer Strecke von 1 - 1,5km. Das kommt wahrscheinlich so oft vor wie ein 4er im Lotto, dass KFz über diese Strecke einen schmalen Radfahrer nicht überholen können.

    Im Gegensatz zum "normalen" Straßenverkehr, wo es überhaupt kein Problem ist, wenn KFz 15 Minuten hinter einem LKW fahren. Wenn ich mit dem Traktor unterwegs bin, fahre ich auch nicht ständig an der Straßenrand um jemanden vorbei zu lassen, und das ist ein ganz anderes Hindernis als ein Radler. Aber auch da kommen die Leute in der Regel in einer zumutbaren Zeit vorbei.

    Es kommt halt sehr auf die Verkehrsbelastung mit Autoverkehr an. Auf jeden Fall ist es so, dass das zur Seite fahren, um schnellere Fahrzeuge passieren zu lassen, für einen Fahrradfahrer einfacher zu verwirklichen ist als z.B. für ein Trekkergespann mit zwei Erntewagen.

    Entsprechend dürfte die Erwartung an den Fahrradfahrer höher sein, bei passender Gelegenheit anzuhalten, um den schnelleren Autoverkehr passieren zu lassen. Und selbst bei Tempo 30 max. und sogar auch dann, wenn Tempo 30 eingehalten wird vom Autoverkehr, ist das Tempo der Autos immer noch rund doppelt so hoch oder mindestens um ein Drittel höher als dass der meisetn Fahrradfahrer*innen. Auf jeden Fall ist es rund doppelt so hoch wie das Tempo einer nicht trainierten und routinierten Fahrradfahrerin. Und genau die Grupppe von Menschen gilt es durch attraktive Radverkehrsanlagen besonders anzusprechen, sodass die Anzahl der Fahrradfahrer*innen deutlich zunimmt.

    Und das bedeutet nicht, dass schnellere Fahrradfahrer*innen, die lieber auf der Fahrbahn fahren, abgeschreckt werden. Denn ich hatte von Angebotsradwegen gesprochen.

    Letztlich ist es ja auch eine Frage der Verkehrsdichte auf dem Radweg. Wenn dort sehr viele Fahrradfahrer*innen unterwegs sind, liegt es natürlich nahe, auf der Fahrbahn zu fahren.

    Schematische Zeichnung des Velogleises nach einem Artikel aus der Schweiz:

    Zitat aus dem Artikel: Basel testet verbessertes fahrradfreundliches Gleis vom 13.6.2020: "Die Rückmeldungen der Testpersonen zum fahrradfreundlichen Gleis sind durchwegs positiv – unabhängig vom eigenen Fahrkönnen und vom Zweirad, mit welchem sie auf der Teststrecke unterwegs waren. Das Gleissystem erwies sich auch bei Nässe und mit Laub auf der Fahrbahn als gut befahrbar und wurde beim Queren der Schienen als sicherer wahrgenommen als Gleise ohne Gummifüllung. Grundsätzlich fühlten sich die Testpersonen wohler, wenn sie bei der Kaphaltestelle zwischen den beiden Schienen fahren konnten anstatt zwischen äußerer Schiene und Haltekante."
    In dem Artikel steht außerdem, dass durch das Velogleis viele Fahrradfahrer*innen nicht mehr in dem engen Bereich zwischen Haltestellenkante und äußeren Gleis fahren. Dort sind Seitenbahnsteige.

    Basel testet verbessertes fahrradfreundliches Gleis
    (Kanton Basel-Stadt) Die Fahrt entlang der hohen Haltekanten bei Kaphaltestellen soll für Fahrradfahrende einfacher und sicherer werden. Deshalb testet der Kan
    velocityruhr.net

    So sieht es weiter hinten in der selben Straße aus. Die Fahrbahn wurde vor zwei Jahren neu asphaltiert. In dieser Straße passieren -vor allem an den zahlrichen Ausfahrten des Einzelhandels auf der gegenüberliegenden Straßenseite- in jedem Jahr mehrere Unfälle mit Personenschaden.

    Das ist dieselbe Stelle auf streetview?:

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    Die streetview-Bilder sehen so aus, als fände da relativ viel Autoverkehr statt. Wünschen würde ich mir natürlich ein Minimum an Autoverkehr, dafür mehr Busverkehr und der natürlich so, dass er dem Autoverkehr eindeutig übergeordnet ist. Zum Beispiel Haltestellenkaps statt Buchten wie diese:

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    Wo ist eigentlich die Haltestelle auf der gegenüberliegenden Seite? Oder fährt da gar kein Bus mehr? Die Haltebucht sieht doch recht neu gebaut aus.

    Die Einfahrten in die Parkplätze des Einzelhandels sind zu breit. Und dann außerdem noch von Falschparkern zugeparkt:

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    Oder sind da reguläre Stellplätze? In jedem Fall wird der Blick auf den Fußverkehr- und Radverkehr- Längsverkehr von parkenden Autos versperrt.

    Hier wurde immerhin ein Teil des Parkstreifens durch Zick-Zack-Markierung gesperrt, um freie Sicht für abbiegende Autofahrer*innen auf den Längsverkehr zu ermöglichen. Aber wird die leicht verblasste Zick-Zack-Markierung stets respektiert? Und warum wurde der Radfahrweg nicht an den Einfahrten zum Fahrbahnrand hin verbreitert?

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    Auf der gegenüberliegenden Seite verläuft der Radweg direkt am Fahrbahnrand. Aber der Radweg wird im Einfahrtbereich abgesenkt, Stattdessen wäre es besser, für den einbiegenden Fahrzeugverkehr eine steilere Rampe zu bauen. Das bremst auch die Lust am schnellen in das Grundstück einbiegen.

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    Das sind so ein paar Sachen, die mir aufgefallen sind. Aber reine "Ferndiagose" ohne jeden Anspruch auf Gültigkeit.

    Abbiegeunfälle mit Fußverkehrs-Opfern würde übrigens auch die Wegnahme des Fahrradweges nicht verhindern. Und wenn die Fahrradfahrerinnen auf der Fahrbahn fahren, dann müssten sie vermutlich bei dichtem Verkehr in beide Richtungen hin und wieder zur Seite fahren und anhalten um ein sicheres Vorbeifahren von Autoschlangen zu ermöglichen.

    Wofür braucht man dann diesen "Radweg", der dort ohne weiteren Hinweis endet? Bei der Stader Stadtverwaltung glaubt man übrigens, dass das [Zeichen 241-30] auch für die nächsten 150m gilt, wo es keine erkennbar getrennten Flächen gibt.

    Würde man das Schild[Zeichen 241-30]abschrauben, dann wäre es bis zu der Einfahrt zum Parkplatz mit dem Imbissstand ein Angebotsradweg. Es wäre dann aber nur ein kurzses Stück Angebotsradweg. Der Erhalt dieses Angebotsradweges würde meines Erachtens nur Sinn machen, wenn der Weg ohne Trennlinie, der hinter der Parkplatzeinfahrt beginnt, mit [Zeichen 239]+[Zusatzzeichen 1022-10] ausgeschildert werden würde.

    Vielleicht wäre es aber auch besser, das Radwegstück aufzugeben und wegzupflastern. Und den Bürgersteig nicht für den Radverkehr freizugeben, weder vor der Parkplatzeinfahrt noch dahinter.

    Dann sollte allerdings Tempo 30 max. auf der Fahrbahn gelten.

    Ist die Autoverkehrsbelastung hoch und es gibt keine Chancen diese zu reduzieren, dann kann auch ein richtiger Radweg Sinn machen, auch bei Tempo 30. ("Strecken 30") Der Radweg bräuchte aber nicht eine Benutzungspflicht. Allerdings muss er den baulichen Vorgaben entsprechen, die für benutzungspflichtige Radwege gelten. Und er muss dann auch dort gebaut werden, wo jetzt nur ein Fußweg ist.

    Schließlich ist es auch noch wichtig, die andere Straßenseite mit einzuplanen! Grundsätzlich halte ich eine Ausgestaltung für richtig bei der beide Seiten gleich gestaltet sind.

    Ob der ADFC Stade genau so denkt, weiß ich nicht. Man kann jedoch davon ausgehen, dass der mehr Ortskenntnis hat und besser weiß, wo Prioritäten zu setzen sind, letztlich muss der ADFC Stade das selber wissen, ob da Handlungsbedarf besteht und was zu machen ist. Die örtlichen Verkehrsbehörden und die Politik hast du ja vermutlich bereits auf den Missstand hingewiesen? Aber die setzen möglicherweise andere Prioritäten.

    So wie es jetzt gestaltet ist, werden Fahrradfahrende dazu verleitet, auf dem Fußweg mit dem Rad weiterzufahren. Das kann man auf dieser streetview-Aufnahme sehen:

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    "Der ADFC hat das Verkehrspolitische Programm einstimmig auf seiner Bundeshauptversammlung 2013 in Aachen verabschiedet." (Seite 7)

    Das verkehrspolitische Programm des ADFC ist von den Delegierten der Landesverbände verabschiedet worden.

    Darin steht unter anderem:

    "Geschwindigkeit reduzieren: Tempo 30 innerorts
    Die wirkungsvollste Maßnahme zur Verbesserung der Verkehrssicherheit ist die Einführung einer innerörtlichen Regelgeschwindigkeit von 30 km/h.
    Nur für Hauptverkehrsstraßen kann in begründeten Fällen eine höhere zulässige Höchstgeschwindigkeit festgelegt werden. Jedoch nur, wenn die Radverkehrsführung sicher und komfortabel ist.
    Außerorts plädieren wir für eine Reduzierung der zulässigen Geschwindigkeit auf 70 km/h, wenn keine separate Radverkehrsführung nach den Empfehlungen für Radverkehrsanlagen (ERA) besteht." (Seite 21)

    Mir ist das bei weitem nicht ausreichend, so halte ich es für innerorts nicht richtig, Ausnahmen (nach oben) von Tempo 30 max. zuzulassen.

    Und außerorts sollte Tempo 60 max. gelten. Nur auf Autobahnen soll schneller gefahren werden dürfen: Tempo 80 km/h max.

    Aber so ist das bei Vereinen, man ist nicht immer mit allem 100prozentig einverstanden, was der Verein für richtig hält und macht trotzdem mit.

    Zitate auf Seite 7 und Seite 21 in:

    https://www.adfc.de/fileadmin/user_upload/Ueber-den-ADFC/Das_verkehrspolitische_Programm_des_ADFC.pdf

    Ich bin durchaus dafür, dass man sinnvolle Infra anlegt, also z. B. Radschnellwege z. B. wo wirklich zu erwarten ist, dass dann auch jemand darauf fährt. Aber einfach überall überflüssige Radwege, die keinen Vorteil haben, das macht keinen Sinn.

    Nur weil einige ADFC-Mitglieder sich das nicht vorstellen können, müssen Milliarden Euros in eine parallele Verkehrsinfra gesteckt werden, die dann auch noch a) meistens deutlich gefährlicher ist und b) langsamer und umständlicher zu befahren?

    "ADFC-Position

    Die Führung des Radverkehrs im Mischverkehr ohne Radverkehrsanlagen ist nur auf Straßen mit wenig
    Kfz-Verkehr und Geschwindigkeiten bis 30 km/h sinnvoll. Dazu können verkehrsberuhigte Bereiche, Tempo-30-Zonen, ruhige Anwohnerstraßen mit wenig Pkw- und so gut wie keinem Lkw-Verkehr sowie Fahrradstraßen, auf denen Radfahrende Vorrang haben (...) zählen. Andere Straßen sind für die gemeinsame Fahrbahnnutzung von Auto- und Radverkehr nicht geeignet." *)

    So geht Verkehrswende – Infrastrukturelemente für den Radverkehr, Version 1.0 abgerufen am 24.6.2026

    https://www.adfc.de/fileadmin/user_upload/So_geht_Verkehrswende_ADFC-Booklet.pdf

    Das hört sich ganz und gar nicht so an, als ob der ADFC forderte, dass "einfach überall überflüssige Radwege" gebaut werden sollten.

    Der ADFC ist ein Verein mit 240.000 Mitgliedern. Der ADAC hat dagegen 22,7 Millionen Mitglieder. Das sind rund 100 x so viele Mitglieder.

    Kein Wunder, dass der ADAC mit seinem Forderungen nach Autobahnausbau in der Politik mehr Gehör findet als der ADFC mit der Forderung nach Verbesserungen der Fahrradinfrastruktur. Und die Autobahnen sowie zahlreiche Autobahn-ähnlich ausgebaute Landstraßen würden wohl selbst 100%-überzeugte Fahrbahnradler*innen nicht als geeignete Radverkehrsinfrastruktur bezeichnen.

    Radwege werden oft nicht deshalb gebaut, weil der ADFC danach verlangt, sondern weil die Autofahrer*innen die Fahrbahnen als Raserstrecke für sich haben wollen. So erfolgreich ist der ADFC gar nicht mit seiner Forderungen nach Radwegebau.

    Wenn der ADFC bestimmte Straßen so bezeichnet, dass sie für eine gemeinsame Fahrbahnnutzung von Auto- und Radverkehr nicht geeignet sind, ist das lange noch kein Nutzungsverbot. Wenn du in diesen heißen Tagen eine Tasse Wasser zum Durststillen angeboten bekommst, dann wirst du vermutlich auch nicht sagen: Nein Danke, das nehme ich nicht, Wasser trinke ich nur aus Wassergläsern, aber niemals aus Tassen.