Beiträge von Ullie

    Der Omnibusfahrer drückt nichts, es wird permanennt und rundum aufgezeichnet.

    "Die Kameras befinden sich hinter der Windschutzscheibe. Blockiert ein Falschparker den Fahrweg, etwa auf einer Busspur, oder kann der Bus wegen eines falsch geparkten Wagens eine Haltestelle nicht richtig anfahren, können Busfahrerinnen und Busfahrer per Knopfdruck eine kurze Serie von Einzelfotos auslösen."

    So steht es in dem bereits weiter oben verlinkten Spiegel-Artikel.

    Frankfurt weitet Projekt aus: Linienbusse fotografieren Hunderte Falschparker
    Zehn mit Kameras ausgestattete Linienbusse haben in Frankfurt 421 Falschparker aufgenommen. Nun werden weitere Fahrzeuge mit der Technik ausgestattet. Das…
    www.spiegel.de

    Wo tatsächlich durchgängig gefilmt wird, das ist im Inneren des Linienbusses. Allerdings werden diese Aufnahmen nach Ablauf von wenigen Tagen gelöscht. Und es geschieht auf mehrheitlichen Wunsch der Fahrgäste.

    "Aktuell finden es 93 Prozent der Fahrgäste in Niedersachsen grundsätzlich richtig, zur Aufklärung und Abschreckung von Straftaten Videoüberwachung im Zug einzusetzen. "

    Allianz Pro Schiene vom 30.6.2016

    Pendler für mehr Videoüberwachung im Zug | Pendler für mehr Videoüberwachung im Zug
    Forsa-Umfrage zeigt: Zugpendler im Nahverkehr fühlen sich mit Videoüberwachung sicherer. Allianz pro Schiene mahnt zu einheitlichen Standards im Datenschutz
    www.allianz-pro-schiene.de

    Schon komisch: In Bussen und Bahnen wird die Video-Überwachung gewünscht. Aber beim Falschparken, das ja auch oft genug mit Gefahren verbunden ist, setzten sich bislang eher die Bedenkenträger*innen durch.

    Falschparker auf Radfahrstreifen in der Braunstraße: Radverkehr wird gezwungen den Radfahrstreifen zu verlassen, Linienbusse werden ausgebremst, weil Fahrradfahrer das Hindernis auf dem Radfahrstreifen umfahren müssen:

    Vor allem, wenn man bedenkt, dass man ja weniger MIV haben will ......

    aber das will man ja gar nicht wirklich.

    Und das trifft nicht nur auf den Fahrradverkehr zu.

    Die "Zauberformel" ist "push and pull".

    "Die Kommunalpolitik konzentriert sich meist auf die sogenannten »Pull«-Maßnahmen, mit denen Menschen zur Nutzung bestimmter Angebote durch deren Verbesserung bewegt werden sollen. »Push«-Maßnahmen, die den Autoverkehr unattraktiv machen, werden dagegen selten geplant. Forschungen haben gezeigt, dass eine Angebotsausweitung des Öffentlichen Verkehrs nicht automatisch zu einer Reduktion des motorisierten Individualverkehrs führt."

    Mit Klimamobilitätsplänen die Paris-Ziele im Verkehr erreichen
    Nur die Kombination Push und Pull führt zur Nachhaltigkeit
    www.isi.fraunhofer.de

    Mit Radwegebau lässt es sich leichter Wahlen gewinnen, als mit dem Fahrbahnrückbau oder Parkplatzrückbau für den Autoverkehr.

    Neue ÖPNV-Linien anbieten ist einfacher als Erfolg verkaufen, als zum Beispiel vorhandene Buslinien dadurch zu ertüchtigen, dass Haltebuchten in Kaps umgebaut werden, und der MIV gezwungen ist, hinter dem Bus zu warten, bis der wieder von der Haltestelle abfährt.

    "Bei Fahrbahnhaltestellen [=Bauform Haltestellenkap] braucht sich der Bus nicht in einen fließenden Verkehrsstrom einzufädeln. Daher kann der Bus jederzeit aus der Haltestelle abfahren, Fahrzeitverluste und Gefährdungen werden vermieden. An Bushaltebuchten wird hingegen von verschiedenen Kraftfahrern der in der StVO seit Jahren enthaltene Vorrang des Busses immer wieder missachtet, so dass es regelmäßig zu Fahrzeitverzögerungen bzw. Verkehrsgefährdungen kommt."

    https://www.braunschweig.de/leben/stadtplan_verkehr/verkehrsplanung/Bauform-von-Bushaltestellen-2019.pdf

    Schnelle ICE Linien zu bauen, die durch ihr hohes Tempo gegenüber dem Flugverkehr Konkurrenz machen sollen, ist weniger anstößig, als Fluggebühren zu erhöhen, Nachtflugverbote zu erteilen und Flüge zu streichen.

    So wird das nichts mit der "Zauberformel" "push and pull". Es wird zwar kräftig durch Angebotsverbesserungen oder scheinbare Angebotsverbesserungen "gepullt", aber es wird nicht "gepusht", zum Beispiel durch die Einrichtung von Bewohner*innen-Parkzonen und gleichzeitiger Verknappung und ständiger Verteuerung der Auto-Abstellflächen.

    Das ist die Stelle an der der viele Fahrradfahrende vom Sterzer Stich (ein Parkweg) kommen und dann in der Küchengartenstraße weiterfahren:

    Es gibt nach meiner Beobachtung zwei bauliche Verbesserungsmöglichkeiten, die verhindern, dass immer wieder Fahrradfahrende auf dem Fußweg weiterfahren:

    1. Das Pflaster in diesem Teilstück der Küchengartenstraße ist sehr uneben, hat an mehreren Stellen mit Asphalt geflickte Stellen und fällt zur rechten Gosse hin sehr steil ab. Eine asphaltierte Küchengartenstraße wäre einladender für den Radverkehr.

    2. Das vorhandene gepflasterte Wegstück vor der Mündung auf die Fahrbahn (erstes Bild) ist schmal und lenkt den Fahrradverkehr in Richtung Fußweg.

    Ist der 2. Verbesserungsvorschlag (zweites Bild) eine Möglichkeit, mehr Fahrradfahrende auf die Fahrbahn der Küchengartenstraße zu lenken? Was gibt es bei dem Vorschlag im zweiten Foto zu bedenken oder müsste anders gemacht werden, um die Situation zu verbessern? Oder sollte besser alles bleiben wie es ist?

    … und so wird der öffentliche Raum ganz selbstverständlich immer dichter überwacht — während hier debattiert wird, ob man eine Kamera am Lenker haben darf und Kennzeichen schwärzen muß.

    Ich sehe da keinen Widerspruch. Schließlich werden die Bilder der Linienbus-Frontkameras nicht in einem Internetforum veröffentlicht.

    Dass der öffentliche Raum überwacht wird, ist von vielen ÖPNV-Fahrgästen gewollt, die eine Kamera-Überwachung in den Bussen und an Haltestellen ausdrücklich befürworten. Dabei werden Menschen mit Gesicht fotografiert. Und jeder weiß, was moderne Gesichtserkennung-Software leisten kann.

    Liegt es da nicht nahe, Kennszeichen von Falschparkern zu erfassen um so die Verkehrsbehörden und Polizei dazu zu bewegen, ein Ordnungsgeld zu verhängen und/oder gezielt durch verstärkte Vor-Ort-Kontrollen gegenzusteuern?

    Wenn ein Falschparker Krokodilstränen vergießt, weil seine Blockade von Fuß-und Radwegen, Busspuren und Bushaltestellen mit Fotos dokumentiert wird, dann hält sich mein Mitleid in Grenzen. Schließlich drückt der/die Omnibusfahrer*in nur dann den Auslöser, wenn eine konkrete Behinderung durch einen Falschparker stattfindet.

    Leider auch in Hannover trauriger Alltag. Falsch geparkte Autos blockieren den Haltestellenbereich:

    Wiesbaden und Frankfurt statten Linienbusse mit Frontkameras aus. Bald auch Hannover?

    Falsch geparkte Autos blockieren auch in Hannover Bushaltestellen, so dass der Bus nicht an den Haltebord heranfahren kann und die Fahrgäste nur über eine hohe Stufe einsteigen können. Wie im Foto oben an der Bushaltestelle Schwarzen Bär.

    "Autos, die auf Radwegen oder Busspuren parken, gehören in vielen Städten zum Straßenbild – und behindern den Verkehr. Versperren sie Bussen den Weg, kommt es mitunter zu heftigen Verspätungen für Fahrgäste.

    In Frankfurt am Main haben Linienbusse schon mehr als 400 Falschparker mit speziellen Kameras erfasst – und so dafür gesorgt, dass die Fahrzeughalter ein Knöllchen erhalten haben."

    So heißt es in dem von DMHH verlinkten Spiegelartikel vom 11.6.2026: "Stadt weitet ungewöhnliches Projekt aus - Linienbusse fotografieren in Frankfurt Hunderte Falschparker"

    Eine klare Kampfansage gegen Rüpel-Parker, die auch in Hannover übernommen wurde, nämlich in das Wahlprogramm der Grünen für die Kommunalwahl in der Region Hannover. Die Region Hannover ist die Stadt Hannover und 20 Umlandgemeinden mit zusammen mehr als eine Millionen Einwohner*innen. Entscheidungen zum ÖPNV werden von der Regionsversammlung beschlossen.

    Im Kapitel, 9 mit dem Titel, "EINE MOBILE GESELLSCHAFT - FÜR EINE ZUVERLÄSSIGE, GÜNSTIGE UND KOMFORTABLE MÖGLICHKEIT VON A NACH B ZU KOMMEN" heißt es unter anderem:

    "Frontkameras in Bussen und Stadtbahnen
    Immer wieder blockieren Autofahrer*innen Bushaltestellen und behindern durch Falschparken den ÖPNV. Nach positiven Erfahrungen in anderen Städten wollen wir durch den datenschutzkonformen Einsatz von Frontkameras in Bussen und Bahnen die Ahndung solcher Parkverstöße erleichtern und damit den ÖPNV beschleunigen." :thumbup:

    https://regionsverband-gruene-hannover.de/wp-content/uploads/sites/2/2026/04/Fuer-eine-starke-gerechte-und-klimaneutrale-Region-Hannover.pdf

    Zum Heidelberger Scan-Car Versuch dieses Zutat aus einem SWR-Kommentar vom 20.9.2025:

    "Das Ministerium überzieht
    Das Thema Verkehrssicherheit wird allerdings vom Ministerium und der Stadt Heidelberg so überhöht, dass der Eindruck aufkommt, parkende Autos seien an allen Übeln dieser Welt schuld. Wenn eine grüne Staatssekretärin die Moralkeule auspackt und davon spricht, nicht korrektes Parken sei "kein Kavaliersdelikt", müssen sich automatisch alle Menschen angesprochen fühlen, die aus wirtschaftlicher Notwendigkeit zwei Autos brauchen, zum Beispiel, um mit zwei Jobs teure Wohnungen in der Bahnstadt zu bezahlen.

    Viele wissen nicht, wo sie denn ihr Auto überhaupt parken sollen und drehen abends Runden um die Blocks. Es gibt zurzeit nur zwei Parkhäuser in der Bahnstadt und die sind für Anwohner wohl zu teuer. [Bahnstadt ist ein großer neu gebauter Stadtteil von Heidelberg, Anm. v. Ullie]

    Meinung: Scan-Autos in Heidelberg allein sind keine Verkehrspolitik
    In Heidelberg kommen jetzt Scan-Autos im normalen Straßenverkehr zu Einsatz. Sie erfassen vollautomatisiert Parksünder. Das ersetzt keine kluge Verkehrspolitik.
    www.swr.de

    Welche Vorstellung von "Menschen" hat der Kommentator? Da soll ein Mensch zwei Autos besitzen müssen, damit er zwei Jobs nachgehen kann? Das eine Auto braucht er für den einen Job und das andere für den anderen Job???

    Und dass ein Mensch ganz ohne Auto einen Beruf ausüben kann, kommt in der Gedankenwelt des Kommentators gar nicht vor?

    Oder meint er mit "Menschen" eigentlich Familien? Und sein Familienideal sieht so aus: "Das Ernährermodell (Die Frau darf nur mit Zustimmung ihres Ehegatten einer Erwerbsarbeit nachgehen Alleinverdienermodell, Einverdienermodell, Familienernährermodell genannt, im Fall einer Ehe auch Einverdienerehe oder Versorgerehe) ist ein Modell der familialen Arbeitsteilung, bei der der Lebensunterhalt für eine Kernfamilie ganz oder vorwiegend durch die Erwerbstätigkeit einer Person gesichert wird und im Gegenzug der Ehe- oder Lebenspartner die Haus- und Familienarbeit übernimmt." https://de.wikipedia.org/wiki/Ern%C3%A4hrermodell

    Was wird er als nächstes fordern? Die Rückkehr zur "guten alten Zeit", als der Ehemann noch zustimmen musste, wenn die Ehefrau eine Erwerbsarbeit aufnehmen wollte? Wurde in Westdeutschland vor rund 50 Jahren abgeschafft.

    Dazu dieses Zitat aus der Zeitschrift Eltern vom 23.2.2025. Unter dem Titel, Rückwärtsgang - Was das Wahlprogramm der AfD über Frauen, Familien, Schule und Alleinerziehende sagt, schreibt Eltern:

    "Laut Website der AfD sollen Eltern ihre Kinder die ersten drei Jahre möglichst innerhalb der Familie betreuen, statt auf Fremdbetreuung zurückzugreifen. "Innerhalb der Familie betreut" bedeutet übersetzt "von der Mutter betreut". Denn wer nimmt die Elternzeit in der Regel? Bekommt die Frau also drei Kinder, bleibt sie laut AfD-Leitbild bis zu neun Jahre zu Hause, während der Mann der Alleinverdiener ist. Abhängigkeiten werden so geschaffen und die klassische Hausfrauen-Ehe der 50er-Jahre wird gefördert."

    Rückwärtsgang: Was das Wahlprogramm der AfD über Frauen, Familien und Alleinerziehende sagt
    Am 23.2. wird gewählt. Was für Frauen, Familien, Kinder und Alleinerziehende im Wahlprogramm der AfD steht, haben wir hier kurz zusammengefasst.
    www.eltern.de

    Es ist schon erstaunlich, was durch so eine Scan-Car Diskussion alles ans Licht kommt.

    "§ 9 Abbiegen, Wenden und Rückwärtsfahren
    (1) Wer abbiegen will, muss dies rechtzeitig und deutlich ankündigen; dabei sind die Fahrtrichtungsanzeiger zu benutzen."

    Also: Ja.

    Dann wurde das schlicht vergessen in dem Spiegel-Artikel zu erwähnen?

    Und was ist, wenn die Blinker nicht zugelassen sind?

    Hier ist ein Mofa-Bastler-Film zu sehen in dem Selbstbau-Blinker aus dem Drei-D-Drucker vorgestellt werden, die auch fürs Fahrrad taugen. Immerhin erfolgt in dem Film der Hinweis, das entsprechend ausgerüstete Fahrzeuge nur auf Privatgrund genutzt werden dürfen.

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    Müssen auch nicht zulassungsfähige Blinker genutzt werden, wenn sie montiert sind? Oder ist der Film eine umständliche Botschaft, solche Basteleien grundsätzlich zu unterlassen, wenn das Fahrzeug für die Teilnahme am Straßenverkehr bestimmt ist?

    Möglicherweise hat den Film schon jemand hier verlinkt, wenn ja wäre das auch nicht weiter schlimm, denn es ist einfach zu "köstlich" (Achtung Ironie!;)) ihn zu sehen:

    Der 7. Sinn "Mofafahren einfach gemacht" (1/4)

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    Zentrale Aussage in dem Film, in einen Satz gepackt bei Minute 2:50 "In solchen Situationen ist es unerheblich, ob man Vorfahrt hat oder nicht. Im Falle einer Kollision ist man immer schlechter dran als ein Autofahrer."

    Ok, die einzigen Blinker, die zugelassen sind und wahrscheinlich etwas bringen könnten, da man sie auch von hinten sicher erkennen kann, wurden nicht getestet.
    Getestet wurden stattdessen Blinker, bei denen das nicht sicher ist oder die nicht zugelassen sind.

    Ich sehe vier Faktoren, die ich für problematisch erachte:

    Noch ist der Blinker am Fahrrad ein "Kann". Da man mit so was Geld verdienen kann, besteht die Gefahr, dass daraus ein Muss wird. Wenn's blöd läuft, läuft's wie beim Fahrradhelm. Da haben die Hersteller es geschafft, ihn so stark zu etablieren, dass du von manchen Fahrradfahrenden schon schief angeguckt wirst oder gar als "Selbstmordkandidat" giltst, wenn du ohne Fahrradhelm Fahrrad fährst. Und in einigen Staaten ist der Fahrradhelm bereits ein gesetzlich vorgeschriebenes "Muss".

    Ich kann mich erinnern, dass in der Gruppe der Kinder, mit denen ich befreundet war als 13 oder 14-Jähriger jemand ein Nachrüst-Set mit Blinkern für sein Fahrrad geschenkt bekam. Das fanden wir anderen vor allem deshalb toll, weil wir damit das Gefühl hatten, wie mit einem Auto unterwegs zu sein, denn das Blinklicht wurde gleichgesetzt mit schnelleren Fahrzeugen, die einen Motor hatten. Das Fahrrad mit Blinker als Einfallstor für den Virus Auto. (Hermann Knoflacher: Virus Auto: Die Geschichte einer Zerstörung, Wien, Frankfurt, 2009, erweiterte, aktualisierte und vollständig überarbeitete Neuausgabe, Berlin 2024) Muss doch mal an den Autor schreiben, dass mit den Blinkern hat er noch nicht thematisiert, wenn ich mich richtig erinnere.

    https://www.alexander-verlag.com/images/verlag/medien/527-9783895816024-lp.pdf

    Ein dritter Faktor ist die Frage der Haltbarkeit. In dem Spiegelartikel erfährt man zwar etwas über die Probleme mit der Stromversorgung, aber nichts darüber, wie robust die Blinklichter sind gegenüber mechanischer Beanspruchung. Schaut man sich die Ende normaler Lenkergriffe an Fahrrädern an, dann sind dort oft Kratzspuren zu finden. Ich vermute, dass die gezeigten Blinklichter nicht besonders robust sind und leicht kaputt gehen.

    Und damit kommt ein vierter Faktor ins Spiel: Muss das Blinklicht stets funktionstüchtig sein, wenn eines verbaut ist? Und muss es benutzt werden, wenn ein Blinklicht verbaut ist? Das kann z. B. im Falle eines Unfalles von Bedeutung werden, wenn unterschiedliche Zeugenaussagen aufeinandertreffen.

    komisch - wollen die Stadtteilbewohner dann auch nicht, dass ihr geh- und auch Radwege von Autos weggenommen werden? :rolleyes:

    Es heißt ja, dass manche liebenswerte Mitbürger zu einer Art Monster mutieren, wenn sie am Lenkrad eines Autos sitzen.

    Ich beobachte, dass bereits der Besitz des Autos den Menschen verändert hinsichtlich seiner Prioritätensetzung.;)

    In Hannover wurde sehr erfolgreich in der Calenberger Neustadt die Bewohner*innen-Parkzone erweitert.

    Die ansässigen Stadtteilbewohner*innen freuen sich, weil viele Besucher*innen des Stadtteils ihnen die Parkplätze wegnahmen, um Bezahlparkplätze zu umgehen.

    Selbst die tendenziös Auto-freundliche HAZ findet plötzlich Bewohner*innen-Parkzonen ganz toll. Gestern war in der HAZ-Printausgabe ein Artikel abgedruckt mit der Überschrift: Parkplatznot in Hannover: Fünf Lösungen, wie es besser werden könnte

    Darin versteckt die tendenziös Auto-freundliche HAZ diesen Satz: "Eine bessere Auslastung vorhandener Parkplätze verspricht auch die Nutzung digitaler Möglichkeiten." Das ist noch kein Bekenntnis zum Scancar, aber klar wird auch: Mehr Bewohner*innen-Parkzonen bedeutet auch mehr Notwendigkeit zur Parkraumüberwachung. Die Stadtteil-Bewohner*innen wollen nicht, dass "ihre" Parkplätze von Auswärtigen weggenommen werden.

    Radverkehr frei?

    Hannover, Falkenstraße 29 vor der Rathaus-Apotheke ist nur ein schmaler Altbestand-Angebots-Radweg, der trotzdem viel benutzt wird, weil auf der Fahrbahn viel Autoverkehr herrscht und die Stadtbahn fährt, also Schienen-Sturzgefahr. Sperrt dieses Gitter nur den Fußverkehr?

    Gegenüber der Eleonorenstraßeneinmündung ist eine Absenkung für den Fahrradverkehr. Ab hier sollte Fußverkehr ausgeschildert sein, damit der Radverkehr auf die Fahrbahn wechselt.

    Das Fußverkehr-Schild kommt aber erst später kurz nach dem Achtung Fahrradverkehr-Schild. Im Prinzip ist die Reihenfolge richtig, hier ist aber keine Absenkung für den Radverkehr, um auf die Fahrbahn zu wechseln.

    Folge: Viele Fahrradfahrer*innen fahren einfach weiter auf dem Hochbord.

    Diese Neuerung im StVG § 63g Datenverarbeitung zur Kontrolle des ruhenden Verkehrs kann man hier nachlesen:

    Artikel 1 5. StVGuaÄndG Änderung des Straßenverkehrsgesetzes Fünftes Gesetz zur Änderung des

    "(3) Die zuständigen Behörden dürfen im Rahmen einer stichprobenartigen Überwachung des ruhenden Verkehrs zur automatisierten Ermittlung von Fahrzeugen, die unzulässig an einem Ort oder in einer Weise halten oder parken, die unabhängig von einer Parkberechtigung regelwidrig ist, Videokontrolle einsetzen. Ergibt die Videokontrolle hinreichend sicher einen Verstoß nach Satz 1, so dürfen folgende Daten zum Zweck der Verfolgung entsprechender Verkehrsordnungswidrigkeiten automatisiert verarbeitet werden:

    1.
    Bilder des Fahrzeugs, seines amtlichen Kennzeichens und seiner unmittelbaren Umgebung, sofern bei Erstellung der Aufnahmen alle anderen personenbezogenen Daten, insbesondere erkennbare Personen und weitere amtliche Kennzeichen, nach dem Stand der Technik automatisiert unkenntlich gemacht werden,

    2.
    der Standort des Fahrzeugs,

    3.
    das Datum und die Uhrzeit der Kontrolle."

    Die Änderungen wurden am 12.5.26 vom Bundestag beschlossen und haben es in sich. Videokontrolle bei der Parkraumüberwachung war bisher nur auf Supermarktparkplätzen u. ä. möglich. Jetzt ist es möglich auch Parkplätze im Öffentlichen Straßenraum automatisiert zu überwachen.

    Du unterschätzt das Diskussionspotenzial.

    Eine der häufigsten Begründungen für behördliches Nichthandeln bei der Parkraumkontrolle ist fehlendes Personal. Das vorhandene Personal kann mit Scancars seine Arbeit effizienter gestalten.

    Die mangelnde Bereitschaft von Seiten verschiedener politischer Parteien, sich für den Einsatz von Scancars einzusetzen, hat den Hintergrund, dass mit ihrem Einsatz auf ein zentrales Problem des MIV hingewiesen wird: Die sogenannten "Fahrzeuge" sind vor allem "Stehzeuge", für die es im öffentlichen Straßenraum nicht genug Platz gibt.

    Nach meiner Beobachtung wird das Falschparken an vielen Stellen behördlich geduldet. Scancars im Wahlprogramm birgt die Gefahr, dass Autofahrer*innen, die bisher ordnungswidrig parkten und sich darauf verlassen haben, dass die Verkehrsbehörden großzügig darüber hinwegsahen, dann häufiger zu Kasse gebeten werden und mit den üblichen Floskeln reagieren, z. B. "freies Parken für freie Bürger" oder "der Autofahrer ist die Melkkuh der Nation". Leider haben solche Kampagnen schon häufiger notwendige Korrekturen der Verkehrsinfrastruktur verhindert. Und einige Parteien haben daraus den Schluss gezogen, solch ein "heißes Eisen" wie Verbesserungen bei der Parkraumüberwachung erst gar nicht anzupacken.

    Aktuell wird in Hannover der Einsatz eines Scan-Cars diskutiert. Auch diesbezüglich frage ich gerne nach und bewundere gebührlich, dass der Verkehrsaußendienst am technischen Fortschritt teilhaben darf. Die einen befürchten allerdings Arbeitsblatt-Abbau, andere dagegen erkennen die Chance, dort zukünftig genauer hinschauen zu können, wo im jetzigen Alltagsgeschäft die Zeit für fehlt.

    Mein Beitrag, den ich hier selbst zitiere war vom Herbst 2025. Am 4.11.25 schrieb die Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ) unter dem Titel, 1000 Kontrollen pro Stunde: "Hannover will Scan-Auto gegen Falschparker einsetzen - Für Falschparker in Hannover könnte es künftig deutlich ungemütlicher werden. Bisher ist vor allem in Wohnvierteln die Wahrscheinlichkeit gering, erwischt zu werden. Das könnte sich durch den Einsatz spezieller Scan-Autos ändern, die deutlich schneller und effizienter Parkverstöße entdecken sollen."

    https://www.haz.de/lokales/hannover/1000-falschparker-kontrollen-pro-stunde-hannover-will-scan-auto-einsetzen-AWI2OP4OIFC2FLVY76MERQIRHQ.html

    Dazu diese Information aus einer Pressemeldung von Agora Verkehrswende vom 12.5.2026:

    "Agora Verkehrswende begrüßt, dass mit der Reform des Straßenverkehrsrechts eine einheitliche, bundesweite Rechtsgrundlage geschaffen wurde und Kommunen nun den Handlungsspielraum haben, Scan-Fahrzeuge zur Kontrolle des Parkraums einzusetzen."

    Neue Rechtsgrundlage für Scan-Fahrzeuge ermöglicht effizientere Parkraumkontrollen, mehr Fairness und mehr Verkehrssicherheit
    Leitfaden von Agora Verkehrswende erklärt, wie Kommunen digitale Parkberechtigungen bündeln und Scan-Fahrzeuge einführen können / Erfolgreiche Erfahrungen aus…
    www.agora-verkehrswende.de

    In einem Leitfaden zur Umsetzung digitaler Parkraumüberwachung schreibt Agora Verkehrswende:

    "Digital unterstützte Parkraumkontrollen sind möglich, wenn drei zentrale Voraussetzungen erfüllt sind. Erstens braucht es die vollständige Digitalisierung und weitgehende Automatisierung der Bewohnerparkverfahren, zweitens den Aufbau oder Anschluss an ein (idealerweise zentrales) Parkregister für möglichst alle Parkberechtigungen, und drittens eine aktuelle digitale Kartengrundlage für Stellplätze im öffentlichen Straßenraum."

    Digital unterstützte Parkraumkontrolle: Von der Vorbereitung zum Regelbetrieb
    Leitfaden für Länder und Kommunen
    www.agora-verkehrswende.de

    In Hannover (und ganz Niedersachsen) beginnt demnächst die heiße Phase des Kommunalwahlkampfes. In diesen Wochen verabschieden die Parteien ihre Kommunalwahlprogramme. Ich bin neugierig, welche Parteien sich für den Einsatz von Scancars in ihren Wahlprogrammen aussprechen werden. Und ob es nach der Wahl gelingen wird, Mehrheiten dafür zu organisieren, dass Scanfahrzeuge in Hannover zum Einsatz kommen.

    Nur wenn das autonom fahrende Fahrzeug keine Möglichkeit sieht, einen Überholvorgang zu starten, dann ist es für die darin sitzenden Passagiere doch wieder interessant, wie schnell der Radfahrer denn fährt.

    Das gibt's ja in den ICE-Zügen, dass über ein Display hin und wieder die aktuell gefahrene Geschwindigkeit angezeigt wird. Warum eigentlich?

    Und wird bei einem autonom fahrenden "Robottaxi" ebenfalls das aktuelle Tempo angezeigt, mit der das Fahrzeug unterwegs ist? Ist doch eigentlich eine überflüssige Information, da die Fahrgäste ohnehin keinen Einfluss auf das Fahrzeug nehmen können. Genauso wenig wie beim ICE. Wenn überhaupt wäre beim "Robottaxi" eine Anzeige interessant, aus der hervorgeht, in welcher Zeit das Ziel erreicht ist, wenn nichts dazwischen kommt, ähnlich wie beim ICE oder verschiedenen Nahverkehrszügen.

    Gibt es im ICE eigentlich Fahrgäste, die sich bei den Zugbegleiter*innen ausheulen, wenn z. B. das Tempo unter 100 km/h sinkt? Oder die gegenüber den Zugbegleiter*innen Anerkennung ausdrücken, wenn die 250 km/h überschritten werden?

    "Eine mögliche Maßnahme - nämlich mehr Platz für den Radverkehr, auch wenn dafür Platz für Autos wegfällt - wünschen sich zwei Drittel der Befragten. 32 Prozent lehnen das ab." (Zitat aus der von Fahrbahnradler verlinten NDR-Befragung) Das ist so wenig verwunderlich, wie es langfristig nicht durchdacht ist. Eigentlich müssten es die Fahradfahrenden ganz toll finden, wenn der Autoverkehr deutlich reduziert wird und die dadurch frei werdenden Verkehrsflächen vom Radverkehr (und Fußverkehr und ÖPNV) genutzt werden können. Aber solche Antwortoptionen fehlen oft bei den entsprechenden Umfragen.

    Was ebenfalls oft nicht hinterfragt wird: Am Fahrbahnrand parkende Autos machen die Fahrbahn schmaler. Wird das Parken aufgehoben, dann droht eine Temposteigerung des Autoverkehrs. Dem ist durch entsprechende bauliche Maßnahmen vorzubeugen. Einfach nur markieren reicht oft nicht.

    Ich bin gespannt, was passiert, wenn beim autonomen Fahren ein automatisch geführtes Fahrzeug über Kilometer hinter einem Schleichradler herfährt, weil der Überholabstand nicht ausreichen würde. Hupt das Auto dann auch automatisch?

    Albus in Burgdorf fährt bereits heute automatisch:

    Automatisches Fahren kannst du vielleicht bald häufiger in München bestaunen:

    "Auf den Straßen Münchens sollen künftig autonom fahrende Taxis eingesetzt werden. Die strategische Zusammenarbeit gaben der Fahrdienst Uber und das israelische Start-up Autobrains am Montag auf der Nvidia-Veranstaltung GTC in Taipeh bekannt. Genau soll ein Programm für Robotertaxis eingeführt werden, das die Fahrdienstplattform mit den Fahrintelligenzsystemen von Autobrains sowie der Nvidia-Plattform für völlig autonomes Fahren (Level 4) kombiniert. Unter dem Vorbehalt der behördlichen Genehmigungen wird München als erste Einsatzstadt für das Robotaxi-Programm dienen."

    Projekt mit Uber: München wird Testgebiet für Robotertaxis
    In München starten Uber und Nvidia mit einem israelischen Start-up ein Projekt für völlig selbständig fahrende Taxis. Doch Unfälle in den USA und China heizen…
    www.faz.net

    In der Region Hannover habe ich es selbst ausprobiert. Dort fährt albus, der erste große selbstfahrende Linienbus in Deutschland:

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    Leider kam es zur keinen Begegnung mit einem langsam fahrenden Fahrrad. Auch im Film gibt es keine entsprechende Szene.

    Da ich selbst langsam mit dem Fahrrad fahre, bin ich gerne bereit an den Fahrbahnrand zu fahren, um ggf. einem Linienbus die gefahrlose Vorbeifahrt zu ermöglichen. Den "Schleichradler" kannst du dir übrigens gerne sparen.:*

    Bei einem Robottaxi oder Privat-PKW sehe ich keinen Grund allzu eifrig Platz zu machen. Die können dann auch einmal eine kurze zeitlang hinter mir herfahren. Wie schnell fährst du eigentlich Fahrrad? Wo beginnt bei dir der Schleichradler? Für Autofahrer*innen, so bisweilen mein Eindruck, sind alle Fahrradfahrer*innen "Schleichradler".

    Rudel-Rasen auf Elektro-Tretrollern mit lautem Geklingel:

    Das Rudolf-von-Bennigsen-Ufer am Maschsee ist eine beliebte Fahrradstrecke für Ausflugsradler*innen (und Fahrrad-Berufspendler*innen) und hat eine breiten Fahrradweg. Hier fand vergangenen Sonntag die Auftaktveranstaltung zum Stadtradeln statt mit zahlreichen Info-Ständen.

    Und ausgerechnet auf dieser beliebten Ausflug-Fahrradstrecke tobte sich eine wildgewordene Horde Jugendlicher beim Rudelfahren auf Elektro-Tretrollern aus.

    Jetzt bin ich ja selbst schon bei einigen Critical-Mass-Fahrten mitgefahren, auch bei organisierten Großgruppen-Fahrradausfahrten wie der Velo-City-Night. Aber das war auf der Fahrbahn und dabei ging es höchst gesittet zu. Was der durchweg männliche Nachwuchs hier auf dem Fahrradweg trieb, das war ein wildes "Rudel-Rasen" von rund 30 Akteuren (auf dem Foto ist nur ein Teil davon abgelichtet) mit dem maximalen Tempo, das der Elektro-Tretroller hergibt und mit lautem Geklingel und Gejohle, so dass alle anderen auf dem Fahrradweg zur Seite fuhren, um nicht mit der wilden Horde zu kollidieren.

    Kein schöner "Beitrag" zum Stadtradeln-Auftakt.

    Gibt es solches wildes "Rudel-Rasen" auf Elektro-Tretrollern auch in anderen Städten? Wer hat so was schon mal erlebt?

    Dieses kurze Video aus Österreich berichtet darüber, dass Frauen deutlich seltener an Verkehrsunfällen beteiligt sind, bei denen überhöhte Geschwindigkeit und/oder Alkohol im Spiel waren:

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    Deine Aussage,

    Ich kann mir im Moment kaum einen deutschen Durchschnittsautofahrer vorstellen, der sich im eigenen Auto kutschieren lassen würde, wenn der Computer nicht bereit ist, 10 km/h über dem Limit zu fahren.

    möchte ich deshalb gerne so ergänzen: Bei Autofahrerinnen kann ich mehr sehr gut vorstellen, dass sie die Empfehlung des Computers, ein vorgegebenes Tempolimit einzuhalten, exakt umsetzen würden.

    Und was die Alkoholfahrten angeht, die in dem Video als typisch männliches Fehlverhalten im Autoverkehr identifiziert werden: Die können durch einen Alcolock verhindert werden. Moderne Fahrzeuge müssen mit einer Anschluss-Stelle für einen Alcolock ausgestattet sein!

    Schön wäre zusätzlich ein Nullpromille-Gesetzgebung, wie sie zum Beispiel der niedersächsische Gesundheitsminister Phillipi wiederholt gefordert hat. Darüber berichtet zum Beispiel diese Welt-Video vom 3.8.2024.

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    Oder dieses RTL-Video mit einem Interview mit Phillipi vom 22.4.2026:

    Kommt jetzt eine 0,0-Promille-Grenze für Autofahrer?
    Was sagt ihr: Sinnvoll oder unnötig?
    www.rtl.de