Wenn der ADFC wirklich ein Interesse daran hätte, die Sicherheit des Radverkehrs zu erhöhen, ergo die Zahl der getöteten Radfahrer zu senken, müsste er sich vor allem für die Abschaffung von Radwegen einsetzen.
Ich befürchte, dass würden nur sehr wenige ADFC-Mitglieder nachvollziehen könnten, dass die Abschaffung von Fahrradwegen eine Verbesserung für den Radverkehr darstellt. Es ist ohnehin schon schwer zu vermitteln, dass die Abschaffung bestimmter Fahrradwege aus dem Altbestand eine Verbesserung für den Radverkehr darstellt.
An der Stelle ist es gut, darauf hinweisen zu können, dass es Fahrradfahrer*innen gibt, die grundsätzlich Fahrradwege ablehnen, wegen der damit verbundenen besonderen Gefahren, wie zum Beispiel von Autofahrer*innen übersehen zu werden, die abbiegen wollen und dabei den Radweg kreuzen.
Stattdessen erzählt der ADFC immer wieder, dass man zum sicheren Radfahren auf jeden Fall ein durchgehendes Radwegenetz braucht und dass Radfahren ohne Radweg lebensgefährlich ist.
Das entspricht nicht meinen Erfahrungen mit dem ADFC, dass er "immer wieder" davon erzählt, dass das Radfahren ohne Radweg lebensgefährlich sei.
Dass sich der ADFC für ein durchgehendes Radwegenetz einsetzt, ist richtig, aber das wird nicht in dem Sinne propagiert, dass vor jeder Haustüre ein Radweg angelegt werden muss.
""Im Jahr 1966 sagte Leber, dass „kein Deutscher […] mehr als 20 Kilometer von einer Autobahnauffahrt entfernt leben“ solle." Georg Leber (Spitzname Leber-Schorsch) war damals Verkehrsminister in der ersten großen Koalition der Bundesrepublik.
Was hältst du davon, Lebers Satz so umzuformulieren: In Deutschland sollte kein Mensch weiter als zwei km von einem durchgehenden Radwegenetz entfernt leben. Das würde deutlich machen, dass nicht vor jeder Haustür ein Fahrradweg gebaut werden muss.