Beiträge von Ullie

    Kurze Verständnisfrage: Ich verstehe, dass eine Infrastruktur, auf der man schnell fahren kann, erhöhte Anforderungen an die Oberfläche, Kurvenradien, etc. erfüllen muss. Aber welche besonderen Anforderungen werden denn an eine Verkehrsinfrastruktur gestellt, um darauf langsam zu fahren?

    Fahre mit dem Fahrrad auf der Autobahn!* Dann weißt du, dass es für Fahradfahrer*innen wichtigere Dinge gibt als großzügig ausgelegte Kurvenradien von 200 buis 400 Meter.;)

    *Warnhinweis: Diese Empfehlung nicht unsetzen!=O<3 Der Satz ist eine rhetorisch gemeint.

    1) Superblocks brauchen riesige Wohnviertel mit Schachbrett-Grundriss. Das ist in Deutschland nirgendwo der Fall. Dieser verkehrsplanerische Drops ist damit von vorneherein gelutscht.

    Komisch nur, dass zum Beispiel die CDU in Leipzig gegen Superblocks mobil gemacht hat. Auf Wahlplakaten Plakaten schrieb die CDU: "Wir stoppen den Superblock" https://encrypted-tbn0.gstatic.com/images?q=tbn:A…TWVUz0MSfQ&s=10

    Warum nur will die CDU in Deutschland Superblocks stoppen, wenn du doch meinst feststellen zu können, dass der Drop von vornherein gelutscht sei.

    Kurios ist übrigens, dass die CDU überregional mit ihren Anti-Superblock-Plakaten Aufsehen erregte, weil die CDU sie auch auf arabisch drucken ließ. Die CDU hatte nämlich unter den Migranten einzelne Geschäftstreibende ausfindig gemacht, die die Superblock-Idee nicht so super fanden, weil sie um Autoparkplätze fürchteten. (Das erinnert jetzt wieder irgendwie an die Vorwürfe der CDU an die Linke in Berlin, sie würden sich zu sehr mit Geschäftsleuten aus dem Umfeld arabischer Migranten gemein machen.)

    Mehr dazu im Nordkurier vom 30.4.2024: https://www.nordkurier.de/panorama/arabi…esident-2488667

    2) Ghetto bezeichnet ein Areal, das nach willkürlichen Kriterien ausgewählte Gruppen nicht verlassen dürfen.

    "Deine Beschreibung ist zutreffend auf den ursprünglichen Wortsinn von Ghetto. "Der Begriff „Ghetto“ wurde und wird auch in einem teilweise etwas prekär übertragenen Sinn auf Stadtviertel mit einer ausgeprägt abweichenden sozialen oder ethnischen Struktur angewandt. Damit wird ein gleichermaßen territoriales wie soziales Phänomen beschrieben. Der Begriff wird heute auch für freiwillige und selbst gewählte Separation verwendet." https://de.wikipedia.org/wiki/Ghetto Tatsächlich weiß ich nicht, ob Udoline einen Superblock als "Ghetto" bezeichnen würde, deshalb schrieb ich vermutlich. Ich wäre tatsächlich daran interessiert, wie Udoline einen Superblock bezeichnen würde. An anderer Stelle jedenfalls bezeichnet sie Radverkehrsinfrastruktur als Ghetto. Wichtige Gestaltungselemente in einem Superblock sind den Autoverkehr ausgrenzende und reduzierende Radverkehrs und Fußverkehrs-Anlagen. Wenn Udoline das als Ghetto bezeichnet, weil der Autoverkehr nur sehr stark limitierte bis gar keine Zufahrtsrechte hat, dann kann ich für mich nur sagen: Da lässt es sich vermutlich sehr gut leben.

    So oder so wird der ADFC nun hinschreiben lassen, das auch Kinder Ghettos wollen, natürlich nur besonderes sichere Ghettos.

    Das Deutsche Institut für Urbanistik (difu) schreibt zu dem Begriff Superblock: "Die Idee der Superblocks (auf Katalanisch „Superilles“) kommt aus Barcelona und basiert auf dem dort typischen schachbrettartigen Straßenmuster. Enorm hohe Bevölkerungsdichten, wenig Grün sowie gesundheitsgefährdende Lärm- und Luftschadstoffbelastungen durch den Straßenverkehr zwangen die Stadtverwaltung zum Handeln. Als Superblock wird ein Straßenblock von etwa 400 mal 400 Meter beziehungsweise drei mal drei Häuserblocks definiert, in dem der Kfz-Verkehr neu organisiert wird. Ein ausgeklügeltes System von Diagonalsperren und Einbahnstraßen führt dazu, dass Kfz-Verkehr das Wohnviertel nicht mehr durchqueren kann. Zu Fuß Gehende und Radfahrende haben Vorrang, die verbleibenden Autos dürfen nur mit 10 bis 20 km/h ein- oder ausfahren."*

    Udoline würde es vermutlich Ghetto nennen?;)

    *https://difu.de/nachrichten/wa…-ein-superblock

    In den 70er und 80er-Jahren gab es das Phänomen der Stadtflucht. Wer sich jedoch heute im ländlichen Raum umschaut entdeckt schnell, dass diejenigen, die wegen des vielen Autoverkehrs aus der Stadt flüchteten, nicht nur ihre Autos mitgenommen hatten, sondern noch viele neue dazu kauften. Und als die Kinder dann älter wurden, haben die natürlich auch alle ein Auto gekriegt und das ländliche Idyll hat längst an Attraktivität eingebüßt.

    Da ist der Superblock eine sehr viel erfreulichere Entwicklung und ein geeignetes Gegenmodell, auch wenn udoline abfällig von "Ghettos" spricht.:*

    Möglicherweise wäre es mehr im Sinne von udoline , wenn der ADFC in seinem Fahrradklimatest z. B. eine solches Antwort-Paar anbietet:

    "A) In meiner Stadt kann man schnell und problemlos mit dem Fahrrad fahren, weil der Radverkehr auf mehrspurigen Hauptverkehrsstraßen ohne eigene Radverkehrs-Infrastruktur geführt wird."

    versus

    "B) In meiner Stadt werden für den Radverkehr breite Fahrradwege angeboten, die nicht benutzungspflichtig sind, aber die Fahrradfahrenden dazu verführen, eine eigene Radverkehrsinfrastruktur zu bevorzugen, weil sie es als angenhem empfinden, dort zu fahren."

    ;)Wenn udoline dann den Test auswertet, bekommen die Städte, bei denen die Radfahrer*innen A) ankreuzen die maximal positive Punktzahl. Und die Städte, bei denen die Radfahrer*innen B) ankreuzen, gehen leer aus und werden zur Radfahrer*innen-feindlichsten Stadt Deutschlands erklärt.;)

    In meinem Bekanntenkreis und in der Presse ist der ADFC durch diesen Test alle zwei Jahre Gesprächsthema! Man könnte also auch unterstellen das Ziel ist Aufmerksamkeit, z.B. um Mitglieder zu generieren.
    Haben Radfahrer keinen Feind und keine Probleme, brauchen sie auch keinen Verband. Handlungsbedarf bei Radfahrern zu erzeugen, könnte(!) also gewollt sein.

    Dann gelingt es dem ADFC offensichtlich auffallend gut, den Fahrradklimatest alle zwei Jahre wieder so zu gestalten, dass es gelingt Aufsehen zu erregen und den verband zum Gesprächsthema zu machen. Das finde ich abseits von den eigentlichen Testfragen und Ergebnissen sehr erfreulich!

    Haben Radfahrer "keinen Feind und keine Probleme"?

    Ich denke doch. Vielleicht ist es ein bisschen übertrieben von "Feind" zu reden. Ein bisschen "schöner gesprochen" müsste man wohl vom Mitbenutzer bzw. vom Mitbewerber um die vorhandene Verkehrsfläche sprechen.

    Ein bisschen derber gesprochen ist es jedoch nach meinem Empfinden der Motorisierte Individualverkehr, der dem Fahrradverkehr (und dem Fußverkehr und dem ÖPNV) das Leben schwer macht. Und mal deutlich auf den Punkt gebracht: Der Autoverkehr muss weg! Aber das ist auch vielen ADFC-Mitgliedern zu brachial formuliert.

    Bei einigen Zuschriften hier im Forum habe ich allerdings den Eindruck, herrscht der Gedanke vor: "Der Radfahrer ist dem Radfahrer ein Autofahrer." (Um das mal ein wenig abgewandelt von der Redewendung, "Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf", zu formulieren.)

    Das mit den Wölfen im "Menschenpelz" überlass ich gerne den Philosophen. Aber ein wenig krass (deshalb meine Abwandklung von dem bekannten Sprichwort) ist es schon, wenn hier wer schreibt:

    Denn die Sichtweise unterscheidet sich deutlich zwischen Gehwegradelnden Bewegungsmuffeln auf Gehhilfen und Fahrzeugbenutzern die ernsthaft zeitnah irgendwo ankommen wollen.

    Da unterscheidet also Quiddje die Gruppe der Radfahrenden zwischen "gehwegradelnden Bewegungsmuffeln", die "Gehhilfen" benutzen und "Fahrzeugbenutzern", also Menschen, die das Fahrrad als "Fahrzeug" benutzen und nicht als "Gehhilfe". Wobei die zuerst genannte Gruppe erkennbar diffamiert wird.

    Es ist gut, dass der ADFC diese Unterscheidung nicht trifft. Und es ist gut, dass der ADFC aus dem Selbstverständnis heraus agiert, dass gerade auch langsam fahrende Fahrradfahrer*innen willkommen sind und besonders für diese Gruppe unter den Fahrradfahrer*innen die Verkehrsinfrastruktur zu verbessern ist. Es ist nicht nur deshalb gut, weil es ein edler Gedanke ist, den Schwachen und Benachteiligten zu helfen. Es ist auch deshalb gut und folgerichtig, weil diese Gruppe, die mit Abstand größte Gruppe unter den Fahrradfahrenden ist und darüber hinaus auch das größte Potenzial darstellt unter denjenigen, die noch kein Fahrrad nutzen oder es nur sehr sporadisch in wenigen Ausnahmefällen tun, bei denen es aber für gewöhnlich im Keller steht und Spinnweben ansetzt. Deutschland hat immerhin einen Fahrradbestand von über 90.000.000 Fahrrädern! https://www.mtb-news.de/news/ziv-marktdaten-2025/

    Eigentlich gibt es nur eine Gruppe von Verkehrsteilnehmer*innen, die ein noch größeres Potenzial darstellt und die insbesondere unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit und einer wirklich gelungenen Verkehrswende eine nochmals deutlich höhere Beachtung verdient, nämlich die Gruppe der Fußgänger*innen!

    ich glaub, du hast einen link zu einem konrekten Fragebogen mit deiner SessionID geteilt ;)

    Danke für den Hinweis, ist jetzt hoffentlich korrigiert.

    Davon ab: die Fragen sind so grandios schwammig und schwurbelig, dass es einzig und allein um das Bauchgefühl der Befragten geht.

    Ich denke es ist sehr schwer einerseits einen leicht verständlichen und sowohl (von den angeschnittenen Themen her) umfangreichen, als auch schnell bearbeitbaren Fragebogen zu erstellen.

    Mir ist das bei diesen Antwortgegensätzen unter Nummer 20 aufgefallen:

    "Bei uns kann man Fahrräder einfach und preiswert in öffentlichen Verkehrsmitteln mitnehmen.

    < versus >

    Bei uns ist es schwierig und/oder teuer, Fahrräder in öffentlichen Verkehrsmitteln mitzunehmen."

    In Hannover ist es so geregelt: In den Verkehrsspitzen ist es nicht möglich, das Fahrrad in Bus oder Stadtbahn mitzunehmen. Es gibt Sperrzeiten zwischen 6:30 und 8:30 Uhr und zwischen 15:00 Uhr – 19:00 Uhr. Samstag und Sonntag ist ganztags die kostenlose Mitnahme möglich.

    Trotzdem hab ich im Fragenbogen geantwortet, dass ich 100% zufrieden bin mit dieser Mitnahmeregelung, trotz der Sperrzeiten. Andere Fahrradfahrer*innen sehen das vermutlich nicht so rosig. Aber haben die auch daran gedacht, dass es technisch kaum umsetzbar ist, zu jeder Tageszeit die Fahrradmitnahme zu erlauben? In den Verkehrsspitzen sind Busse und Bahnen rappelvoll, das ist ÖPNV. So funktioniert ÖPNV. Würde man ganztags mehr und größere Busse und Stadtbahnen mit mehr Platz für Fahrräder einsetzen, dann wäre das finanziell und personell ab einem bestimmten Punkt nicht mehr darstellbar.

    Der neue ADFC-Fahrradklimatest ist da!

    Hier geht's zur Umfrage:

    Fahrradklima-Test 2026

    Ich bin mir grad nicht sicher, ob es das letztes mal (vor 2 Jahren) auch schon gab: Ein Fahrradklima-Test für Jugendliche. Hier der Link:

    Umfrage

    Man kann ja zu den Aktivitäten des ADFC stehen wie man will. Zahlreiche Teilnehmer*innen am Fahrradklimatest dokumentieren jedenfalls das Interesse am Fahrradfahren. Und es gibt nicht nur Ankreuz-Fragen. Man kann auch eigene Vorstellungen und Vorschläge einbringen!

    Mitmachen können alle, nicht nur die ADFC-Mitglieder sind eingeladen!8)

    Ich hätte ja einen anderen Vorschlag: Ausweitung der Kontrollen und ERhöhung der Bußgelder. Dann wäre das Ziel, dass sich zukünftig Teilmenge (A) an die Regeln hält. Bei A>B>C. :whistling:

    Da bin ich ganz bei dir, was die zusätzlichen Kontrollen angeht. Und nein es geht mir nicht darum, die Regeln zu verschärfen, weil das möglicherweise die Chance erhöhen könnte, die jetzt geltenden Regeln einzuhalten. Tempo 30 (gefahren 30!) ist wirklich schnell genug für innerorts und Tempo 60 (gefahren 60!) für außerhalb geschlossener Ortschaften. Wer schneller unterwegs sein will, der fährt Regionalexpress.

    Was das Einhalten von Regeln angeht: Für Linienbusse sind Event Data Recorder (EDR) oder Unfalldatenspeicher vorgeschrieben. Für Autos (noch) nicht. Ich vermute der Event-Data-Recorder registriert auch das gefahrene Tempo. Das könnte Autofahrer*innen möglicherweise zusätzlich zu Kontrollen dazu ermuntern, Tempovorgaben einzuhalten, wenn ein Unfalldatenspeicher Vorschrift ist für Autos wie bereits jetzt für Busse.

    Außerdem sieht der Typ so aus, als ob er pendelt.

    Und zwar mit einem Pedelec.

    Ich fordere ein Pedelec und Elektrotretrollerverbot für den Ohlsdorfer Friedhof! Mal schauen ob der Herr Krause mitzieht.

    Pedelecs und Elektrotretroller halte ich für problematischer als schnelle Biobike-Rennräder. Sind Speed-Pedelecs und Krafträder denn erlaubt auf dem Ohlsdorfer Friedhof?

    Fairerweise müsste die Abschätzung der Sterblichkeit durchs Fliegen auch berücksichtigen, dass wesentlich mehr Passagiere durch Komplikationen von Reisethrombosen versterben als durch Abstürze, und da sieht es wiederum beim Langstreckenflug düster aus.

    Mir fällt da auch noch ein vergleichbarer Faktor für's Fahrradfahren ein:

    Sonnenbrand ist eine häufige Begleiterscheinung bei Fahrradtouren, besonders deshalb, weil die Sonnenbrandgefahr* unterschätzt wird. Allerdings gilt für die Thrombosegefahr wie für den Sonnenbrsand: Es gibt geeignete Vorbeugemaßnahmen, in dem Spiegelartikel werden z. B. spezielle Massagestrümpfe genannt. Und gegen Sonnenbrand hilft Sonnencreme.

    Aber wie kann man das in Zahlen fassen, wenn das Risiko steuerbar ist? Das hatte ich weiter oben schon angesprochen: Wer z. B. nur auf einer autofreien Insel Fahrrad fährt, der hat ein niedrigeres Risiko von einem Auto angefahren zu werden. Vermutlich senkt es die Mikromort-Maßangabe für das Fahrradfahren, wenn man auf einer autofreien Insel fährt. Ist das vergleichbar mit Fahrradfahren mit Sonnencreme oder Langstreckenflug mit Massagestrümpfe gegen Thrombosegefahr? Die Steigerung wäre Spazierengehen auf Spiekeroog, wo auch das Fahrradfahren stark eingeschränkt ist, um den Fußverkehr zu schützen. Andererseits besteht bei Inselspaziergängen im Watt die Gefahr vom "Blanken Hans" erwischt zu werden. Und wie hoch ist die Gefahr beim Fahrradfahren oder beim Spaziergang auf der Pferdeinsel Juist von einem Pferdegespann überfahren zu werden? (Vermutlich höher als in Hannover!)

    Das mit dem tödlichen Unfall, verursacht durch ein Pferdegespann, ist in diesem kleinen Ort im Taunus tatsächlich einmal passiert. Zur Erinnerung wurde ein weißes Marmorkreuz im Bürgersteig eingebaut:

    Langstraße · Schloßborn, 61479 Glashütten
    Schloßborn, 61479 Glashütten
    www.google.com

    Erinnert so ein bisschen an ein Ghostbike.

    *Die KI spricht übrigens von ca. 1-10 Mikromort bei einem schweren Sonnenbrand.

    Ein Buskap funktioniert auch bei Tempo 50. Aber Tempo 30 begünstigt ein richtiges Verhalten der Autofahrenden: Bei einem Bus auf einer Tempo 50-Strecke, der an den meisten Haltestellen hält, ist es so, dass er die meiste Zeit in einem Tempo unter 50 km/h fährt, weil die Beschleunigungs- und Bremsstrecken sehr lang sind. Autofahrende fühlen sich noch stärker als auf einer Temp-30-Strecke dazu herausgefordert, an dem Bus vorbeizufahren. Und das kann zu gefährlichen Überholmanövern führen.

    Außerdem ist es so: Fährt ein Auto an dem haltenden Bus vorbei, dann muss das Auto das mit deutlich reduzierter Geschwindigkeit tun. Auf Tempo-30-Strecken ist das wahrscheinlicher, dass Autofahrer*innen das hinkriegen als auf Tempo-50-Strecken.

    In dem Film ist die Haltestelle mit Kap so gebaut, dass der Autoverkehr hinter dem Bus stehen bleiben muss und nicht an dem stehenden Bus vorbeifahren kann, wegen der Mittelinsel. Ich habe es selbst beobachtet und von Busfahrern mehrfach berichtet bekommen, das Autofahrer*innen die Mittelinsel auf der Gegenspur unerlaubt umfahren. Ein solches Fehlverhalten kommt in Tempo-30-Abschnitten seltener vor.

    Beispiel aus Hannover:

    Google Maps
    Find local businesses, view maps and get driving directions in Google Maps.
    www.google.com

    Mal so nebenbei: Auf diese "Mikromort"-Einheit kam ich beim Blättern in einer Zeitschrift, die auf den ersten Blick so aussieht wie eine typische NGO-Zeitschrift:

    Übersicht Magazine

    Tatsächlich ist der Herausgeber die Bundesgesellschaft für Endlagerung, also eine staatliche Stelle.

    Zum Vergleich diese Intenetseite einer NGO-Organsation:

    Das .ausgestrahlt-Magazin
    Unser Magazin bietet mehrmals pro Jahr Hintergrundinfos zur Atompolitik, Atomkraft in Deutschland und der Anti-Atom-Bewegung. Kostenlos abonnieren.
    www.ausgestrahlt.de

    "Auch die Nutzung von Verkehrsmitteln wird bei der Berechnung des Sterberisikos mit einbezogen. Fliegen gilt dabei als besonders sicher. Wer fliegt, kann 12.000 Kilometer bis zu einem weiteren Mikromort zurücklegen. Wer Auto fährt braucht dagegen nur 500 Kilometer zurücklegen. Und wer Rad fährt hat schon nach 30 Kilometern ein weiteres Mikromort gesammelt."

    aus: Mikromort: Wie wir unser eigenes Sterberisiko errechnen können, dlf vom 17.12.2020

    Mikromort: Wie wir unser eigenes Sterberisiko errechnen können
    Wann wir sterben, das wollen die wenigsten von uns wissen. Die Wissenschaft will es aber sehr genau wissen und hat deshalb die Einheit Mikromort erfunden.
    www.deutschlandfunknova.de

    Dass das Fahrradfahren im Vergleich zum Autofahren so schlecht abschneidet, halte ich für einen Rechenfehler.

    In einem Spiegel-Artikel vom 6.7.2027 heißt es: "Man kann 10 Kilometer mit dem Motorrad fahren oder 40 Kilometer auf dem Rad oder 43 Kilometer zu Fuß gehen, und schon erreicht man ein Micromort."

    Risikoforscher David Spiegelhalter über Alltagsrisiken und Micromorts
    Der Forscher David Spiegelhalter berechnet Alltagsgefahren. Wie groß ist unser Risiko, in der Badewanne zu ertrinken - im Vergleich zu einem möglichen…
    www.spiegel.de

    Was fehlt? Wer im Auto sitzt bewegt sich kaum, wer dagegen Fahrrad fährt oder zu Fuß geht, der tut was für seine Gesundheit. In den beiden Artikeln habe ich keine Hinweise darauf gefunden, wie stark das zu Buche schlägt und den Mikromort möglicherweise relativiert.

    Ebenfalls erfolgt kein Hinweis darauf, ob das Fahrradfahren oder zu Fuß gehen an und für sich gefährlich ist, oder wie stark Autoverkehr das Risiko steigert, beim Zufußgehen oder Radfahren, ein Opfer des Autoverkehrs zu werden. Es müsste eigentlich ein Vergleich erfolgen zwischen Spazierengehen in einem Park mit guter Luftqualität oder auf einer autofreien Nordseeinsel und in einem Stadtteil mit stark vom Autoverkehr durch Abgase, bzw. durch Reifenabrieb belasteter Luft. Und der Gefahr Auto-Unfallopfer zu werden, die in einer autofreien Umgebung nicht besteht.

    Um den Unfalltyp "Frontalcrash" zu reduzieren, helfen eigentlich nur Tempolimits und Überholverbote. Dabei gilt dort laut GoogleMaps (wegen der Bäume) Tempo 70, was selbst Ullie außerorts okay findet. Vielleicht hat es den Überholenden gestört, dass sich die anderen daran gehalten haben? Wer weiß.

    Gib mir doch bitte einen Hinweis darauf, dass ich Tempo 70 außerorts okay fände.

    Ich kann mich sehr gut daran erinnern, dass ich mehrfach geschrieben habe, dass ich als Tempolimit außerorts 60 km/h okay fände, aber nicht Tempo 70.

    Die 60 km/h deshalb, weil dass das Tempolimit für Omnibusse außerorts ist. (Wenn Fahrgäste Stehplätze einnehmen.)

    Ein wirtschaftlich betriebener ÖPNV ist auf Stehplätze in den Verkehrssspitzen angewiesen. Es kann nicht im Sinne einer echten Verkehrswende sein, dass der Omnibusverkehr dadurch gegenüber dem MIV ausgebremst wird, dass Autos grundsätzlich schneller fahren dürfen als Omnibusse.

    "schuldig gemacht" ??? In welchem Sinne? Religiös, zivilrechtlich, strafrechtlich???

    Abschreckender "Defätismus" gegenüber was? Der "Motorisierte Individualverkehr" ist verantwortlich für zahlreiche Unfalltote und Verletzte, die meisten davon - und darauf hinzuweisen ist wohl Defätismus in einer autozentrierten Gesellschaft - sind: PKW-Insassen.

    Getötete bei Verkehrsunfällen nach Art der Verkehrsbeteiligung
    Diese Tabelle enthält: Getötete bei Verkehrsunfällen nach Art der Verkehrsbeteiligung für die Jahre 2022 bis 2025.
    www.destatis.de

    Und wer sind diese "arglosen Interessenten"? Wo sind diese Millionen Interessierte, die da in ihren Stuben (und Autos) hocken, sehnsüchtig darauf wartend, dass ihnen jeglicher Lebens- und Umwelterfahrung widersprechend, verbindlich erklärt wird, dass das Fahrradfahren auf mehrspurigen Hauptverkehrsstraßen am besten dann funktioniere , wenn dort keinerlei Radverkehrsinfrastruktur vorhanden sei?

    Ja, das Signal kann einerseits durch T30 kommen - was dann aber den ÖPNV ausbremst und weniger attraktiv macht.

    Der ÖPNV wird nicht durch Tempo 30 ausgebremst, im Gegenteil, es wird dadurch der Tempo-Vorteil des MIV ein Stück weit aufgehoben.

    Bei einem fllächendeckenden Tempo 30 innerorts, hat der Busverkehr größere Vorteile gegenüber dem MIV als bei Tempo 50 km/h, weil die Phasen negativer Beschleunigung und positiver Beschleunigung beim Anfahren an die Haltestelle und beim Abfahren von der Haltestelle, deutlich kürzer sind und deshalb weniger stark ins Gewicht fallen, als bei Tempo 50.

    Ein weitere Verbesserung des ÖPNV ist der Verzicht auf Haltebuchten für den Omnibus, die von der Autolobby durchgesetzt wurden und leider immer noch werden, damit der MIV am haltenden Bus vorbeirauschen kann. Bushaltestelle sind so zu bauen, dass der Bus auf der Fahrbahn an einem Kap hält und ein Vorbeifahren an dem haltenden Bus nicht möglich ist. Immerhin gibt es auch die Kap-Bauform an zunehmend mehr Haltestellen.

    Dieser Trickfilm zeigt die Vorteile der Kap-Haltestelle:

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    Um den Unfalltyp "Frontalcrash" zu reduzieren, helfen eigentlich nur Tempolimits und Überholverbote. Dabei gilt dort laut GoogleMaps (wegen der Bäume) Tempo 70, was selbst Ullie außerorts okay findet. Vielleicht hat es den Überholenden gestört, dass sich die anderen daran gehalten haben? Wer weiß.

    Willst du damit sagen, dass der Überholer nur deshalb überholt hat, weil es ihn gestört hat, dass andere sich an Tempolimits halten?

    Der Unfall ist halt nur passiert, weil es keine Mopedwege gibt.

    Und Motorradwege (für die schnelleren)

    Mopedfahren und Motorradfahren ist so eine Art Hochrisiko-Fortbewegungs-Option.

    Noch insicherer als Autofahren.

    Fahrradfahren dagegen mit einem niedrigen Tempo (mit einem hohen Tempo ist das ohnehin für viele Menschen nicht möglich, es sei denn bergab oder mit viel Rückenwind) ist vergleichbar mit Fußverkehr. Und deutlich nachhaltiger als KFZ-Verkehr.

    Gibt es sowas auch für den Kraftverkehr?

    In Frankreich schon: https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/p…r-11665685.html

    Die Kampagne stellt heraus, dass Frauen deutlich sicherer Auto fahren als Männer. Zum Beispiel wird auf Plakaten herausgestellt: "Der Rat auf sämtlichen Plakaten lautet am Schluss: „Wie eine Frau zu fahren bedeutet nur eines, am Leben zu bleiben.“"

    Die Kampagne propagiert über den Weg Frauen als Autofahrervorbild sichere Verhaltensweisen bei der Autonutzung. Ruhiges Fahren, Einhalten von Tempolimits, Verzicht auf riskante Fahrman(n)över usw.

    https://www.focus.de/panorama/welt/…71a742fa32.html

    Angenommen, es wären vier Radfahrer gewesen. Was wäre dann in Presse und Drunterkommentaren los?

    Verkehrssicherheit ist unseparierbar.

    In der Wahrnehmung vieler Menschen sind Mopeds eher geduldet als erwünscht. Fahrradfahrer*innen mögen oft auch keine Mopeds, wegen des Lärms, dem oft zur Schau getragenen Imponiergehabe und weil Fahrradfahrer*innen auf sich selbst stolz sind, sich mit eigener Körperkraft fortzubewegen, anstatt am Gasgriff zu drehen. Mag sein, dass in der Presse mehr los gewesen wäre, wenn vier Fahrradfahrer*innen bei dem Unfall gestorben wären. Ich vermute das Mitleid für Mopedfahrer*innen ist weniger ausgeprägt als für Fahrradfahrer*innen.

    Vermutlich wäre auch der Ruf nach Fahrradwegen gekommen. Außerorts dürfen Mofas bis 25 km/h (bauartbedingtes Höchsttempo) den Radweg benutzen. ich vermute auch wenn die Mopeds aus dem Artikel den Radweg hätten benutzen können, wenn es einen gegeben hätte, würde das nicht dazu beitragen, dass jetzt Radwege gefordert werden an der Unfallstrecke.

    Warum meinst du im Zusammenhang mit dem Unfall, Verkehrssicherheit sei "unseperierbar"? Es ist doch schon auffällig, dass der Autofahrer, (wenn auch schwer verletzt) überlebte, drei der vier Mopedfahrer*innen aber bei dem Unfall getötet wurden.