Alles anzeigenWieso wird das Führen eines Kraftfahrzeugs immer komplexer. Eher im Gegenteil. In den 1930 musste der Zündzeitpunkt manuell verstellt werden. Die Straßen waren schlechter,ebenso die Bremsen und die Reifen. Es gab wohl deutlich mehr Radfahrer als heute.
Aber auch andere langsame Verkehrsteilnehmer, wie Leute mit Handwagen und Pferdefuhrwerke.
Jetzt wird dem Autofahrer doch mehr und mehr abgenommen.
Durch die fortschreitende elektrifizierung braucht es noch nicht einmal mehr kuppeln und schalten
Sensoren warnen vor das Verlassen der Spur, vor Annäheruung zum Vormann,ect.
Das Problem heute, ist die Leistung und Beschleunigung der Fahrzeuge und der Fahrer, der die Helfer ausschaltet, weil das Piepen nervt.
Die anfänglichen Hürden, ein Auto in Betrieb zu setzen waren vor allem "handwerkstechnischer" Natur. Weil Frauen damals traditionell handwerkliche Kompetenz nicht zugetraut wurde und sie von der Ausbildung in handwerklich-technischen Berufen ausgeschlossen wurden, ist das ein wichtiger Grund dafür, dass das Autofahren lange Zeit eine fast reine Männerdomäne war. Und auch unter den Männern traute sich längst nicht jeder zu, diese Aufgabe zu bewältigen.
So gesehen war der "Startassistent" (Anlassermotor) eine wichtige Voraussetzung dafür, das Autofahren für breite Bevölkerungsschichten zu erschließen. Denn eine frühe Hürde war das Ankurbeln des Motors. Gewissermaßen umgekehrt war der Bremskraftverstärker wichtig, dass die immer größeren und schweren Fahrzeuge auch ohne großen Kraftaufwand zum Halten gebracht werden konnten.
Ich reihe ISA da einfach mal mit ein in die Abfolge von zahlreichen Assistenzsystemen. Beim ISA wie vielen anderen modernen Assistenzsystemen geht es jedoch nicht darum menschliche Körper-Kräfte zu schonen, sondern das eigene Fahrverhalten so zu optimieren, dass die ungeheuerlich vielen KFZ, sich nicht dauernd gegenseitig zu Klump fahren.
Der Fahrer müsste das Piepen nicht ausschalten, wenn ISA so verbaut ist, dass ein größeres Beschleunigen als erlaubt, erst gar nicht möglich ist.
Kuppeln und Schalten muss man schon sehr lange Zeit nicht mehr, wenn man das nicht will. Ich erinnere mich da gerne an die Gemeindeschwester in den 70er-Jahren in einer Kommune im ländlichen Raum, die einen daf 66 mit Variomatic-Getriebe fuhr. Dass sich trotzdem PKW mit Schaltgetriebe so lange gehalten haben, hat vermutlich vor allem mit männlichem Imponiergehabe im Sinne von "ich beherrsche die Technik" zu tun.
Ich weiß nicht ob es seriös möglich ist, das zu untersuchen oder ob es vielleicht sogar schon mal wer versucht hat. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass es weniger Auto-Unfälle gäbe, wenn man Fahrzeuge mit Schaltgetriebe einfach verbieten würde. Immerhin ist es bereits so geregelt, dass ein Führerschein teurer kommt, wenn er die Berechtigung beinhalten soll, dass auch Wagen mit Schaltgetriebe gefahren werden dürfen.
Komisch, dass gerade dieser Aspekt bei dem Mimimi-Gejammer über angeblich zu teure Führerscheine geflissentlich übersehen wird.
Der Führerschein wird immer teurer? Du kannst ihn billiger kriegen, wenn du auf das lange schon überflüssige Extra, Fahren mit Schaltgetriebe, verzichtest!
Weil zahlreiche Assistenzsysteme aber beliebig zuschaltbar und abschaltbar sind, wäre es eigentlich nötig, das in der Fahrschule zum Inhalt zu machen und Führerscheininhaber*innen auch zu regelmäßige Nachschulungen zu verpflichten. Oder eben ähnlich wie beim Automatikgetriebe spezifische Regelungen zu treffen.
Für das "Führen eines Kraftfahrzeuges", das tatsächlich vollkommen selbstständig fährt, braucht es dagegen tatsächlich keinen Führerschein. Das ist dann autonomes Fahren auf Level 5 (der höchste Level). Wie müsste wohl die Fahrschul-Branche aufheulen, wenn tatsächlich ernsthaft dieses Ziel verfolgt werden würde?