Beiträge von Malte

    Das wird ja schon allein deshalb nicht passieren, weil ja momentan beide Technologien für einen wesentlichen Teil der Leute nicht nutzbar sind. Wasserstofftankstellen finde ich weder in meinem Umfeld noch auf meinen üblichen Routen, eine Elektroladesäule gibt's hier drüben am Blücherplatz. Jetzt rate mal, warum die online immer als „frei“ angezeigt wird: Sie wird von Verbrennungsmaschinen zugeparkt.

    Dieser besagte Parkplatz am Blücherplatz, der zwei Stellplätze und eine Ladesäule vorhält und regelmäßig von Verbrennungsmaschinen frequentiert wird, ist übrigens so beschildert:

    Angenommen, dass sich weiterhin alle Zusatzzeichen auf das Hauptzeichen beziehen, handelt es sich also hier um einen Parkplatz, auf dem zwischen 8 und 20 Uhr Elektrofahrzeuge für zwei Stunden mit Parkscheibe parken dürfen. Zwischen 20 und 8 Uhr darf hier jeder parken.

    In Hamburg sieht man das ein bisschen anders. Dort versucht man seit seit mindestens 2016 Elektroparkplätze auszuweisen, was natürlich sehr lobenswert im Sinne einer Verkehrsende ist, aber damals rechtlich gar nicht möglich war. Die Ladesäulen im Hamburger Beispiel sind auf der Seite der Polizei allerdings anders beschildert, dort gilt meines Erachtens relativ klar: Ein Parkplatz für Elektrofahrzeuge, auf dem im Zeitraum von 9 bis 20 Uhr werktags nur eine Stunde mit Parkscheibe geparkt werden darf. Zwischen 20 und 9 Uhr dürfen dort dennoch nur Elektrofahrzeuge parken, weil die zeitliche Einschränkung auf dem gleichen Zusatzschild aufgebracht ist wie die Regelung der Parkscheibe. Da ist klar, was gemeint ist.

    Das heißt, wenn ich jetzt irgendwie auf die abwegige Idee kommen sollte, mir ein Elektrofahrzeug anzuschaffen, dann müsste ich eigentlich erstmal bei der jeweiligen Straßenverkehrsbehörde nachfragen, ob man die Beschilderung tatsächlich so beabsichtigt hat oder anders, also ob nachts auch Verbrennungsmaschinen parken dürften oder nicht, weil ich ansonsten in Ermangelung einer eigenen Garage oder eines geeigneten Stellplatzes bei meinem Arbeitgeber nur sporadisch die Möglichkeit hätte, mein Fahrzeug zu laden?

    Was es natürlich nicht weniger abwegig macht, drauf angewiesen zu sein, dass es in der Gegend nicht mehr als zwei Elektrofahrzeuge gibt, die dort nachts parken könnten.

    Ich bin auch ein Jahr später noch immer unschlüssig, ob die Benutzung einer Kamera auf dem Rad oder hinter dem Lenkrad nun verboten ist oder nicht. Der neue Bußgeldkatalog ruft für (TBNR 123172)

    Zitat

    Sie benutzten als Radfahrer ein elektronisches Gerät, das der Kommunikation, Information oder Organisation dient oder zu dienen bestimmt ist, in vorschriftswidriger Weise *).

    § 23 Abs. 1a, § 49 StVO; § 24 StVG; 246.4 BKat

    lockere 55 Euro auf, mit Gefährdung (TBNR 123630) 75, mit Unfall (TBNR 123631) 100.

    Im Auto ist das übrigens gleich ein A-Verstoß, der direkt mit einem Punkt bewehrt wird, bei Gefährdung oder Unfall sogar mit zwei Punkten und einem Monat Fahrverbot.

    Es wäre aber interessant zu wissen, ob normale Kameras nun mitzählen oder nicht. Für den Fall, dass ich mal wieder einen renitenten Falschparker verpetzen möchte, habe ich wenig Lust auf eine so genannte Gegenanzeige von wegen „der Radfahrer hat das Foto während der Fahrt geschossen“ oder „der Radfahrer stand während des Fotos nicht mit beiden Füßen auf dem Boden“. Gerade die deutlich höheren Bußgelder könnten ja so manchen Falschparker zu einem Gang zum Anwalt motivieren, während ebenjene deutlich höheren Bußgelder im Zweifelsfall auch dem Anzeigenden weh tun.

    Obwohl es in einer Großstadt praktisch unmöglich ist, ohne Behinderung anderer falsch zu parken.

    Naja, drüben am Westring ist der Gehweg 4,5 bis 5 Meter breit, da kann man schon einen Kleinwagen abstellen, ohne einzelne Fußgänger zu behindern. Hier in meinem Wohngebiet stört mich auch gar nicht mal unbedingt der eingeengte Gehweg, sondern eher die abschnittenen Sichtachsen. Teilweise sind das hier Tempo-30-Zonen mit üblem Kopfsteinpflaster, aber die Leute gurken trotzdem

    Außerdem: Scheinbar fehlende Digitalisierung. Oder haben die Ordnungskräfte ein Gerät zur Erfassung der Owis dabei und nur der Drucker fehlt?

    Das passiert mit einer Art Smartphone, siehe hier auf dem zweiten Bild und da. Warum es keinen Drucker gibt, sondern noch Post nach Hause geschickt wird, weiß ich leider nicht.

    Hast Du mal geschaut, ob da wenigstens der korrekte Tatbestand draufsteht? Also "mit Behinderung"?

    Das sind diese Zettel hier:

    Den Zettel hat übrigens ein Nachbar verloren, der an einer anderen Stelle gerne auf dem Gehweg direkt vor der Haustür parkt und sein Knöllchen so lange mit einer extrem stolz geschwellten Brust, für die er wahrscheinlich erstmal den Fahrersitz zurückschieben muss, durch die Gegend fährt, bis es irgendwann im lauen Frühlingswind davonflattert.

    Also wenn sich die neuen Strafen herumsprechen, könnte das im Alltag wirklich zu mehr Vorsicht führen.

    140€, 1 Punkt und 1 Monat möchten die meisten dann doch nicht zu häufig haben.


    Auch der Falschparker überlegt sich das hoffentlich nochmal. Über 30€ hätte er vermutlich gelacht.

    Bei uns in der Gegend werden ja ab dem späteren Nachmittag die Gehwege und Kreuzungsbereiche teilweise dreifach zugeparkt (einer auf dem Gehweg, zwei entlang der Fahrbahnrundung). Vor ein paar Tagen war das Ordnungsamt da und hat rote Zettel mit der Ankündigung hinterlassen, dass bald ein Bußgeldbescheid ins Haus trudeln werde. Der eine hat den roten Zettel vom Wischer entfernt, der nächste parkt am nächsten Abend wieder dort. Entweder rechnen sich die Leute aus, dass statistisch gesehen der eine Punkt schon verjährt ist, bevor das Ordnungsamt ein zweites Mal vorbeikommt, oder die neuen Tarife haben sich einfach noch nicht herumgesprochen.

    Hoffen wir mal, dass die Kaufanreize nur für zukunftsfähige Autos gelten. Also im Wesentlichen Wasserstoff- und Elektroautos.

    Das wird ja schon allein deshalb nicht passieren, weil ja momentan beide Technologien für einen wesentlichen Teil der Leute nicht nutzbar sind. Wasserstofftankstellen finde ich weder in meinem Umfeld noch auf meinen üblichen Routen, eine Elektroladesäule gibt's hier drüben am Blücherplatz. Jetzt rate mal, warum die online immer als „frei“ angezeigt wird: Sie wird von Verbrennungsmaschinen zugeparkt.

    Drüben im Tesla-Parkhaus gibt es auch noch drei (?) Ladesäulen, aber wenn ich mir ansehe, mit wie viel Improvisationstalent meine Nachbarn Geh- und Radwege dichtparken, statt noch mal hundert Meter zu laufen, kommen diese Säulen auch nicht in Frage. Ich kenne hier im Umfeld nur einen einzigen Elektrofahrer, über ein Stromkabel aus seiner Wohnung seinen Wagen lädt — das klappt aber auch nur in den Nächten, in denen er einen Parkplatz im Umkreis von 30 Metern von seiner Wohnung findet.

    Und selbst wenn ich zugrunde lege, dass Elektroautos auch zwischendurch vor dem Supermarkt und in der Tiefgarage des Arbeitgebers geladen werden können, wird es für viele Anwendungsprofile noch immer nicht reichen.

    Und so wenig wie die Bundesregierung eine Art Mobilitätsprämie für alle Bürger möchte, so wenig möchte sie eine Autoprämie nur für eine Minderheit der interessierten Kraftfahrer.

    Am Dienstag treffen sich dann die so genannten Autobosse zu einem weiteren Autogipfel mit der Bundesregierung. Ich denke, es handelt sich um keine bösartige Unterstellung, wenn ich behaupte, dass die geplanten 10.000 Euro schwere Coronaprämie kommen wird. Nun fehlen mir sicherlich die notwendigen Fachkenntnisse zur Beurteilung der wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronakrise auf die deutsche Automobilindustrie, aber ich habe den Eindruck dass wir insgesamt mit dem geplanten Maßnahmenpaket sowohl wie Verkehrswende als auch unsere Klimaschutzmaßnahmen ein weiteres Mal an die Wand fahren.

    Tjoa: Taz oder Faz, wer hat’s geschrieben?

    Eine Kaufprämie haben sich die deutschen Autokonzerne für den heutigen „Autogipfel“ bei Angela Merkel ausgedacht, nicht nur für die schon bedachten Elektroautos, sondern auch für moderne Benziner. Dabei hat VW 25 Milliarden Euro, Daimler mehr als 18 Milliarden und BMW mindestens zwölf Milliarden flüssig. „Wer auf so viel Geld sitzt, sollte den Markt eigentlich selbst anschieben können“, kommentiert mein Kollege Markus Fasse. Oder zumindest auf die Ausschüttung stattlicher Dividenden verzichten.

    Oh: Das war das Handelsblatt. Und ebenjener Markus Fasse legt noch mal nach: BMW, Daimler und VW müssen sich entscheiden

    Aber eigentlich mag ich nicht glauben, dass sich die Bundesregierung für einen umwelt- und gesellschaftsfreundlichen Ansatz entscheidet und gegen die Interessen der so genannten Autobosse entscheidet. Frau Merkel redet zwar beim Petersberger Dialog in blumigen Worten von noch strikteren Klimaschutzzielen, aber wir wissen ja mittlerweile aus Erfahrung, dass am Ende von den schönen Klimaschutzzielen nichts mehr übrig bleiben wird. Wie sollen wir denn etwa die strengeren Abgasvorschriften der Europäischen Union wenigstens im Ansatz erfüllen, wenn wir den Leuten jetzt noch Geld für eine Verbrennungsmaschine hinterherwerfen?

    Ich habe ohnehin das Gefühl, dass hier mit Steuergeldern jene Käuferschichten gefördert werden, die sich ohnehin ein neues Auto leisten könnten. Wer einen ordentlichen Elektroflitzer kaufen möchte, wird das bei den aufgerufenen Preisen von mehreren zehntausend Euro und 6.000 Euro Elektrobonus sicherlich nicht von einer weiteren Prämie von 4.000 Euro abhängig machen. Wenn man den Menschen in ihrer Mobilität helfen möchte, wäre vielleicht gerade in Zeiten wie diesen etwas wie eine Mobilitätsprämie sinnvoll, selbst wenn die dann nur in der Fahrradwerkstatt nebenan eingelöst wird.

    Aber was soll’s. Der Zug mit der umwelt- und klima- und lebensraumfreundlichen Mobilität ist wohl schon lange abgefahren verschrottet.

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    Ich bin gerade über diesen italienischen Artikel gestolpert: Addio al trasporto pubblico, dopo il Coronavirus tutti in auto privata (deutsche Übersetzung)

    Aufgrund der Pandemie stieg der Anteil des Autos in China (???) von 34 auf 66 Prozent, der Bus und „Metro“ fielen von 56 auf 24 Prozent. Das Fahrrad blieb unverändert bei 45 Prozent. Zahlen aus Deutschland habe ich bislang nicht gefunden, wobei wir ja auch erst vor zwei Wochen aus dem Shutdown gestolpert sind. Es dürfte aber ähnlich aussehen, die Straßen sind wieder voller Kraftfahrzeuge, während die Bahn nach wie vor leer durch die Gegend schnauft.

    Und ich bin ja tatsächlich gespannt, was uns die Bundesregierung am Dienstag bezüglich einer #Coronaprämie präsentieren wird. Der VDA freut sich jedenfalls schon mega:

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    Die Linke schlägt derweil eine Fahrradprämie vor, analog zum französischen Beispiel, wo eine Reparaturprämie von fünfzig Euro für Fahrräder geplant ist, oder Italien, wo sogar der Kauf von Fahrrädern unterstützt werden soll. Tja.

    Für den öffentlichen Nahverkehr gehe ich hingegen immer noch davon aus, dass wir auf einen Impfstoff warten werden, bis sich alles wieder einigermaßen normalisieren kann. Nur gibt es ausgerechnet zum Impfstoff quasi jeden Tag eine andere Aussage. Heute heißt es, die Suche nach Corona-Impfstoff könnte noch Jahre dauern — vor zwei Wochen war plötzlich von einem Impfstoff im Herbst die Rede, während als Eilmeldung aufploppte, dass Deutschland die erste klinische Prüfung von Impfstoffen starte:

    Und so geht es die ganze Zeit weiter: Helfen Masken? Sind Masken eher schädlich? Kann man getrost die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen, wenn man sich nicht zu einer Risikogruppe zugehörig fühlt? Kommt nun ein Impfstoff? Oder doch nicht? Oder doch?

    Ich habe keine Ahnung, wie ich aufgrund dieser Informationslage künftig meinen Weg zur Arbeit planen soll. Ehrlich gesagt sehe ich aber noch nicht, dass ich mich wie früher zweieinhalb Stunden pro Tag in die Bahn setze und dementsprechend zweieinhalb Stunden pro Tag eine Maske trage, schon gar nicht bei ausfallender Klimaanlage oder zeitraubenden Verspätungen.

    Uff. Der Autoclub „Mobil in Deutschland“ hat bei OpenPetition eine Petition eröffnet, die mittlerweile über 100.000 Mitzeichner hat: FÜHRERSCHEIN-FALLE DER #STVO-NOVELLE RÜCKGÄNGIG MACHEN

    Nun muss sich der Petitionsausschuss des Bundestages nicht mit OpenPetitionen auseinandersetzen, aber eine gewisse Öffentlichkeitswirkung hat „Mobil in Deutschland“ wohl schon erreicht: “Führerscheinfalle”: Tausende schließen sich Petition gegen neuen Bußgeldkatalog an

    Dass es in den Kommentaren dazu von Argumentationen wimmelt, die meiner eigenen aus dem Eingangsbeitrag ganz ähnlich klingen, finde ich dann doch ein bisschen gruselig.

    In Hamburg gibt es jetzt während einer angemeldeten Demonstration des örtlichen ADFC eine Art „Protected Bike Lane“ entlang der Straße „An der Alster“: „Pop-up-Bikelane“: Radler „klauen“ sich Autospur, Hamburg hat einen ersten Popup-Radweg – aber nur bis heute Abend

    Drüben in Berlin hat man mittlerweile auch ganz gute Erfahrungen mit den an einer Vielzahl von Straßen aufgeploppten Bike-Lanes gesammelt.

    Hier in Kiel reicht es zwar „nur“ für die autofreie Kiellinie zur Steigerung der Aufenthaltsqualität, aber spätestens seit der Kraftverkehr in den letzten beiden Wochen wieder ganz erheblich zugenommen hat, während die Radwege teilweise wieder der üblichen Überfüllung anheim fallen, obwohl der ganze Radverkehr zur Universität momentan gar nicht stattfindet, fände ich es durchaus als angemessen, hier und da einen Fahrstreifen für den Radverkehr umzuwandeln. Kann ja nun nicht sein, dass wir aufs Rad anstatt in den Bus steigen sollen, aber mit dem Rad teilweise keinen ordentlichen Platz finden.

    Edit: Hier noch ein Tweet von gestern.

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    Ich staune ja gerade, wie viele verschiedene Anbieter zu diesen Unfallkarten im Netz herumschwirren. Greenpeace hat eine Karte, Fixmyberlin zeigt auch noch Planungen mit an, dann gibt es noch die Meldeplattform Radverkehr. Der Mängelmelder wird unter anderem vom ADFC Bremen genutzt, während NahverkehrHamburg vor einigen Jahren Radwegmängel auf Basis von Mark-A-Spot sammelte.

    Ganz sicher hat jedes dieser Werkzeuge seine Berechtigung, jedes seine Vor- und jedes seine Nachteile. Aber ich habe den Eindruck, dass diese Karten momentan nur zum Einsatz kommen, um, ich formuliere es mal bösartig, etwas Aktionismus vorzutäuschen und beispielsweise Mängel zu sammeln, die man dann als Medium in einem oder mehreren Artikeln zu publizieren. So wie es NahverkehrHamburg damals in sorgfältig aufbereiteten Artikeln vorgemacht hat ist das natürlich legitim und bietet einen echten Mehrwert, aber irgendwie denke ich mir: Schade um die ganzen Daten, die in sich abgeschlossen in jeder dieser einzelnen Karten-Installationen herumliegen und nicht genutzt werden.

    Es gibt einen relativ etablierten Standard namens Open311, mit der sich genau diese Art von Daten austauschen lassen. Damit ließen sich die ganzen Daten — theoretisch — sammeln, aggregieren und zu einer echten Prioritätenliste ausarbeiten, mit der man dann gegenüber den Kommunen oder Straßenverkehrsbehörden argumentieren könnte.

    Aber ich habe das Gefühl, dass die Daten momentan mehr oder weniger fleißig gesammelt, aber nicht für wesentliche Verbesserungen im Straßenverkehr genutzt werden. Und das ist eigentlich sehr schade.

    Tatsächlich ist die Reaktivierung der Bahnlinie zwischen Stade und Bremervörde inzwischen auch in der Politik angekommen und findet dort breite Unterstützung (jedenfalls so lange nicht darüber geredet wird, wie die Kosten zwischen den Gemeinden und Landkreisen verteilt werden).

    https://www.kreiszeitung-wochenblatt.de/stade/c-politi…hrt-auf_a164999

    Ah, der Weser-Kurier hat letzte Woche auch darüber berichtet: Die Idee: Vom Auto in die Bahn

    Es geht um

    Herstellung von Mineralwasser aus Leitungswasser am Hahn durch Einsatz von Filterungs- und Mineralstoffzugabesystemen (gibt es schon lange von verschiedenen Herstellern)

    Diese Wassersprudler scheinen mir grundsätzlich die einzig sinnvolle Alternative zum Wasserkistenschleppen für die meisten Haushalte zu sein. Wenn ich das aber in den üblichen Debatten zum Vorschlag bringe, ist die Begeisterung eher gering, weil diese Systeme als unhygienisch gelten oder man sich einfach nicht umgewöhnen möchte. Dass die Leute aber selbst stilles Wasser kistenweise in Plastikflaschen kaufen, was in nicht unbedingt schlechterer Qualität direkt aus dem Wasserhahn kommt, verstehe ich tatsächlich nicht.

    Ist halt alles eine Frage der Priorisierung, technisch können wir mit Sicherheit da einiges davon umsetzen. Wenn wir jetzt mit drastischen Corona Massnahmen nur so wenig Reduzierung haben, bin ich der Meinung, wir sollten stattdessen lieber in solche Entwicklungen Geld stecken.

    Einerseits schrieb Yeti schon, dass wir eine ganze Menge brauchbarer Lösungen haben, die wir aber nicht einsetzen wollen, sei es weil der Widerstand gegen Windkraftanlagen besonders medienwirksam geführt wird oder weil aus politischen Gründen keine Änderung gewollt ist, weil die Kumpel im Bergwerk zu der stimmberechtigten Wählerschaft zählen. Ich finde es insofern sehr bedenklich, wenn aus der Ecke der Freidemokraten immer wieder smarte und technische Lösungen zur Bewältigung der Krimakrise gefordert werden, bestehende smarte und technische Lösungen (Windkraft! Teleheimarbeit! Solarzellen!) hingegen keinerlei Akzeptanz finden.

    Eine Anpassung unserer Lebensumstände und unserer Umwelt an die Klimakrise wird zwangsläufig erfolgen müssen, da wir ganz erheblich viele so genannter Kipppunkte bereits überschritten haben. Das Eis der Arktis und Grönlands sind nicht mehr zu retten, unsere Regenwälder holzen wir in einem nie dagewesenen Tempo ab, so dass wohl ab 2025 herum die ersten Regenwälder großflächig veröden werden, einen Großteil unserer Insekten und Vögel und Kleinstlebewesen, die überlebenswichtig für unser Ökosystem sind, können wir gar nicht mehr retten.

    Und es ist schier unmöglich, bei all diesen Themen technische Lösungen zu suchen, denn die Prozesse, die wir in den letzten Jahrzehnten in Gang gesetzt haben, ließen sich selbst mit einer Maschine, die überschüssiges CO2 aus der Luft entfernt, nicht wieder rückgängig machen. Man mag vielleicht noch in der Lage sein, die Bestäuberfunktion von Bienen mit Flugrobotern nachzubilden, aber wie will man Regenwürmer ersetzen?

    Es gibt in unserer Umwelt quasi keinen einzigen Bereich, den wir mit unseren Eingriffen nicht zerstört oder wenigstens deutlich negativ beeinflusst haben, das kriegen wir nicht einmal mit Technik wieder in den Griff, da helfen nur noch radikale Maßnahmen, um das allerschlimmste abzuwenden.

    Ich habe an meinem schneeweißen Fahrrad einen Lowrider, den ich unter anderem aufgrund des zweiten Fahrradständers sehr schätze, weil das Rad dann auch bei voller Beladung und Seitenwind sicher steht und das Vorderrad nicht umschlägt.

    Nun habe ich trotz Physik-Leistungskurs im Abitur vor zwölf Jahren meine Probleme mit der Einschätzung der Hebelkräfte, die auf einen Lowrider wirken.

    In Fahrradhalterungen in Zügen werden im Nahverkehr, sofern es überhaupt Halterungen gibt, die Räder meistens einigermaßen horizontal eingehängt, im Fernverkehr gibt es vereinzelt ein paar vertikale Halterungen, die unproblematischer sind. Mit einem Lowrider stößt man in den Halterungen schnell an die Grenzen und muss ein bisschen tricksen, so dass die Fahrradhalterung schlussendlich zwischen Lowrider und Reifen klemmt. Weil sich das Rad während der Fahrt beispielsweise beim Beschleunigen und Bremsen des Fahrzeuges zur Seite bewegt, reißt die Halterung entsprechend stark am Lowrider herum. Besteht eurer Ansicht nach das ernsthafte Risiko, dass der Lowrider, die Schrauben oder die Gabel auf Dauer Schäden davontragen? Mir kommt das nicht so ganz gesund vor, wobei andere Radfahrer, beispielsweise Patrick, ihr Rad einfach so dort reinstellen und offenbar bislang keine großen Probleme beobachten konnten.

    Und an der Gabel habe ich ein paar Abstandshalter am Lowrider angebracht. Ich bekomme es leider nicht hin, dass der Lowrider einigermaßen zentriert am Vorderrad sitzt. Die Halterung des Ständers ist acht Millimeter breit, meine übrigen Distanzringe leider einen Zentimeter. Das heißt, ich habe auf der Seite des Ständers 1,8 Zentimeter Abstand, auf der anderen Seite zwei Zentimeter. Das ist, wie ich finde, schon ganz schön viel — meint ihr, ich bewege mich damit bereits im ungesunden Bereich?

    Wenn ich auf jeder Seite einen breiten Distanzring entferne, drücke ich den Lowrider direkt in den Lack der Gabel, weil ich einen Mindestabstand von einem Zentimeter brauche. Die beste Idee wäre wohl, einen entsprechenden Distanzring anzuschaffen? Die Dinger haben einen Außendurchmesser von 1,2 Zentimetern und einen Innendurchmesser von 0,5 Zentimetern. Wenn ich an meinen letzten Besuch im Baumarkt denke, war ich vor dem Regal mit Schrauben und Unterlegscheiben ziemlich aufgeschmissen.

    Ich fürchte, ohne Faltpedal verdirbt man sich relativ schnell den Spaß am gesamten Faltrad. In der Bahn ist beispielsweise ohne eingeklapptes Pedal an vielen Stellen kein Platz für das Brommie, es passt außer im Mehrzweckabteil an so gut wie keinen der bevorzugten Plätze, beim Schieben oder Tragen wiederum stößt man sich vermutlich schnell den Unterschenkel oder das Knie blutig.

    Ich habe das B75 beim Fahrradladen um die Ecke im Fenster gesehen und es macht auf mich irgendwie einen, ich sag mal vorsichtig, ausgesprochen günstigen Eindruck. Mein erster Gedanke war: Das klappert bestimmt wie so ein Baumarkt-Faltrad, mein zweiter Gedanke war: So viel zum Klappern ist da ja gar nicht dran.

    Ich weiß nicht — die Komponenten sind zwar alle nicht besonders alt und wurden bis 2017 an jedem normalen Brompton verbaut, aber in Gegenwart der anderen Brommies kommt das B75 doch etwas, naja, „billig“ daher. Und ausgerechnet die Sache mit dem nicht einklappbaren linken Pedal kapiere ich nicht so ganz, weil dort meines Erachtens das Verhältnis zwischen finanzieller Einsparung und dem praktischen Nutzen sehr weit auseinander klafft.

    Kiel schafft zwar nach meiner Kenntnis nur an der Kiellinie Platz für nichtmotorisierte Verkehrsteilnehmer, dafür dort allerdings ernsthaft: Die Sperrung wurde noch mal um eine Woche verlängert:

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    Vielleicht könnten wir das ja auf unbestimmte Zeit so beibehalten.

    Wieso ungünstiger Weise? Ich hab eine BC25, die Punkte verfallen nicht. Du meinst, weil Du Dir dann jeden Tag eine neue Fahrkarte kaufen musst?

    Nein, ungünstigerweise meinte ich in dem Kontext, dass ich mich zeitnah entscheiden muss, ob ich mir eine weitere BahnCard 100 anschaffe, die ich womöglich weder ab Juli noch im Herbst oder im Jahr 2021 vernünftig nutzen kann. Falls die Reisebeschränkungen aufrecht erhalten werden oder eine zweite Welle heranrollt oder öffentliche Verkehrsmittel mit ebenjenen 25 Prozent Kapazität fahren werden, kann ich mir auch alles schenken. Ich gehe ohnehin nicht davon aus, dass ich in diesem Jahr noch besonders viele Bahnfahrten abseits meiner Pendlerstrecke Kiel–Hamburg unternehmen werde, schon gar nicht außerhalb Schleswig-Holsteins, und sich die ganze Sache überhaupt nicht rentiert.

    Womöglich reicht dann eben wieder die bereits bekannte Netzkarte für Schleswig-Holstein oder ein ICE-Abo Kiel–Hamburg, wobei beides gewisse Nachteile mit sich bringt: Mit der Netzkarte kann ich nicht in den ICE steigen und muss stattdessen mit dem Nahverkehrsrüttler fahren, dem ich ja eigentlich abgeschworen hatte, mit dem ICE-Abo muss ich für jede Strecke abseits Kiel–Hamburg eine neue Fahrkarte kaufen.

    Unter der Berücksichtigung, dass ich einen erheblichen Batzen meiner BahnBonus-Punkte verlieren werde, wenn ich nicht durchgängig eine BahnCard mit Kreditkartenfunktion habe, bringt mich das in Zugzwang, weil ich eigentlich meine BahnBonus-Punkte für unsere Hochzeitsreise aufsparen wollte.

    Wer da alles zusammen so drin sitzt in so einem Wagen? Wagt die Polizei da Kontrollen durchzuführen? Oder gilt das Auto wie die Wohnung als geschützter Privatraum, der nur in begründeten Ausnahmefällen durchsucht werden darf?

    Steht doch im Artikel drin: Maximal zwei Personen pro Fahrzeug und die Polizei hat keine Verstöße festgestellt.