Beiträge von Malte
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Was ist eigentlich der Tatzeitpunkt bei Verstößen, die über einen längeren Zeitraum gehen? Der Zeitpunkt, bei dem ich beispielsweise von einem Falschparker auf dem Gehweg behindert wurde oder der Zeitpunkt, bei dem ich bei meiner Rückkehr vom Einkaufen, Joggen oder Briefkasten feststelle, dass er dann seit einer Viertelstunde oder gar noch länger dort steht?
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Am Mittwoch fand eine Bürgerschaftsdebatte über den Radentscheid statt. Das ganze Video geht über eine Dreiviertelstunde, ich habe allerdings noch nicht reingehört:
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Richter werden es den Fahrern, die das anders sehen, hoffentlich schnell erklären.
Es hat gerade mal eine Woche seit Inkrafttreten der Schrittgeschwindigkeit-Regelung bis zu den ersten Lkw-Unfällen gedauert: Zwei Radler bei Abbiegeunfällen schwer verletzt
Wenigstens bei dem Vorfall in Hannover-Anderten möchte ich ja angesichts der Strecke, die der Lkw nach der Kollision noch zurückgelegt hat, beinahe wetten, dass dort keine Schrittgeschwindigkeit gefahren wurde. Die tollen Regelungen helfen nichts, wenn sie nicht angewendet werden.
Was eher helfen könnte, wären vielleicht konfliktfreie Ampelschaltungen. Aber die wurden in Hannover just zwei Tage vorher im Hannoveraner Rat abgelehnt; man will sich stattdessen um Einzelfälle kümmern. Ich glaube, allzu viel Hoffnung muss man sich da nicht machen: Neue Ampelschaltung für mehr Sicherheit an Hannovers Ampeln? Rat lehnt Petition ab
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Ich entführe das einmal aus dem Corona-Nachbarthread:
Wobei mir so viel eigentlich gar nicht fehlt
Vielleicht ist „Fehlen“ der falsche Ausdruck, aber es wird ja langsam lästig. Wir wollten eigentlich am 22. Mai heiraten, das steht auch weiterhin nicht zur Disposition, aber wir sind uns überhaupt nicht im Klaren, ob wir nun eigentlich Gäste mitbringen dürften oder nicht.
Um Ostern herum war plötzlich die Rede davon, dass Feiern mit bis zu 100 Gästen möglich wären und Hochzeiten sowieso, dann waren Hochzeiten nur im engsten Familienkreis mit den absolut notwendigen Gästen möglich, dann galt die Regelung plötzlich nicht mehr für Hochzeiten, sondern für Eheschließungen, und wenn man beim Amt anruft oder eine Mail schreibt, bekommt man jedes Mal eine andere Antwort.
Momentan lautet die Regelung:
(2) Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist nur allein, in Begleitung von im selben Haushalt lebenden Personen und einer weiteren Person gestattet. Kontakte zu anderen als den in Satz 1 genannten Personen sind auf ein absolut notwendiges Minimum zu reduzieren und es ist, wo immer möglich, ein Mindestabstand von mindestens 1,5 Metern einzuhalten.
(3) Öffentliche und private Veranstaltungen sowie öffentliche Zusammenkünfte und Ansammlungen jeglicher Art mit mehr als den in Absatz 2 genannten Personen sind untersagt.
(…)
(7) Ausgenommen von den Verboten nach Absatz 2 und 3 sind ferner Bestattungen und Eheschließungen. Diese sind jedoch auf das unbedingt notwendige Maß an Teilnehmern zu beschränken.
Mit Eheschließung ist aber keine Hochzeit im umgangssprachlichen Sinne mit allem drum und dran gemeint, sondern nur die eigentlich 20-minütige, momentan offenbar auf fünf Minuten zusammengekürzte Zeremonie im Standesamt. Das letzte Wort hat aber natürlich die Standesbeamtin oder der Standesbeamte, nach meiner Kenntnis durften in der Vergangenheit noch nicht mal Trauzeugen mit rein. Wie das am 22. Mai aussieht, lässt sich 14 Tage vorher noch nicht mal ansatzweise vermuten: Findet die Trauung überhaupt statt oder stecken wir schon im nächsten Lockdown? Dürfen Trauzeugen, Eltern, sogar ein Fotograf mit rein? Dürfen wir die Trauung als Video aufzeichnen?
Danach ist die Eheschließung aber in jedem Fall vorbei, aus dem Trauzimmer die Treppe hinunter raus auf den Rathausmarkt gelten dann wieder die einschlägigen Regeln: Anderthalb Meter Abstand. Ab dem 18. Mai dürfen sich dann sogar Angehörige zweier Haushalte treffen, was bei einer Hochzeit im Regelfall aber nichts ändert, denn da sind wir ja insgesamt drei Haushalte, ihre Eltern, meine Eltern, wir.
Bei der gestrigen Pressekonferenz über die Konktaktverbote nach dem 18. Mai hieß es dann:
Ein Regierungssprecher erläuterte auf Nachfrage nach der Rede, welche Veranstaltungen damit unter anderem gemeint seien: Gemeindevertretersitzungen, Seminare, Unterricht, kulturelle Lesungen und Talkrunden. Eine Hochzeit, bei der gefeiert, getanzt wird, man eng zusammenkommt – das ginge dann nicht und wäre auch unverantwortlich, so der Regierungssprecher.
Der Plan war bislang, sich mit den direkten Angehörigen im Garten aufzuhalten und jedenfalls noch gemeinsam Mittag zu essen. Natürlich alles mit gebührendem Abstand, wohl aber unter der Prämisse der aktuellen Kenntnisse, dass der Aufenthalt im Freien dem Virus die Übertragung verleidet. Wenn es regnet, wären wir nicht ins trockene Wohnzimmer gegangen, sondern nach Hause gefahren.
Aber gut, es klappt nicht, es ist verboten, es ist unvernünftig, also lassen wir es im Zweifelsfall sein. Die Hochzeit zu verschieben ist ein bisschen witzlos, denn obwohl es vom Gefühl her beinahe ein bisschen egal ist, ob man nun verheiratet ist oder „nur“ zusammen, es führt uns ja auch nicht so richtig weiter. Momentan gibt es zwar Ausweichtermine ohne Ende, weil viele Hochzeiten tatsächlich auf das nächste Jahr verschoben wurden, aber so sieht es im Kalender des Standesamtes für das nächste Jahr eben auch aus: Voll. Dann bekommt man mit Glück irgendeinen 8-Uhr-Termin zu irgendeinem Datum, das man womöglich erst zwei Wochen vorher erfährt, weil aus gesundheitlichen Gründen eine Trauung ausfällt oder einer der Partner kalte Füße bekommen hat. Zwei Wochen sind allerdings ein sehr ambitionierter Zeitraum für die Planung einer Hochzeit.
Also heiraten wir im Zweifelsfall allein, falls sich nichts gegenteiliges ergibt. Wir leben nunmal in Interessanten Zeiten, die Großeltern würden sicherlich wieder behaupten, „im Kriech hamm wa auch allein geheirat, da war nicht mal der Pfaff dabei“, aber ich sehe noch ein paar Unterschiede zwischen einer Corona-Pandemie und dem Krieg.
Alles soweit okay: Wir verzichten auf den ganzen Kram drumherum und unsere Familien werden sich immerhin nicht bei unserer Hochzeit anstecken, falls jemand den Virus aus der Bahn mitbringen sollte.
Ich hoffe nur, dass es nicht allzu komisch wird, wenn wir dann nach der eigentlichen Trauung alle wieder brav nach Hause gehen, während die Innenstadt gerammelt voll ist, die ersten Restaurants wieder Außengastronomie betreiben und IKEA schier endlose Schlangen auf dem Parkplatz flechtet.
Das sind dann diese Momente, in denen ich mich sehr zusammenreißen muss, diese ganzen Lockerungen nicht für allzu seltsam zu halten. Einen Tag vor unserer Hochzeit ist übrigens Vatertag — SARS-CoV-2 freut sich bestimmt schon mega.
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Das Thema hat sich übrigens mit der Zeit in Wohlgefallen aufgelöst: Während der Benutzung reibt man mit dem Hosenbein rüber und das Rad wird ohnehin wieder schmutzig, insofern fällt es mir schwer, selbst unter Einsatz einer Taschenlampe die Kalkflecken irgendwo auszumachen.
Schade um den erhöhten Blutdruck, den mir diese Thematik für ein paar Stunden beschert hat.
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Mir war ja überhaupt nicht klar, dass der Bahnhof Soltau in der Lüneburger Heide mal ein sehr zentraler und stark frequentierter Eisenbahnknoten war. In sieben Richtungen zweigten dort Bahnschienen ab, dort wurden nicht nur Wochenendtouristen durch die Lüneburger Heide gefahren, sondern auch Auswanderer auf der so genannten Amerikalinie von Berlin nach Bremerhaven. Ich bin erheblich fasziniert.
Von den sieben Richtungen werden mittlerweile nur noch vier befahren, nämlich Uelzen–Soltau–Bremen und Buchholz–Soltau–Hannover. Die nur zwölf Kilometer lange Strecke ins benachbarte Neuenkirchen wurde abgebaut und lässt sich teilweise mit dem Rad oder einer Draisine befahren, die Strecken Lüneburg–Soltau und Celle–Soltau liegen auch noch und werden teilweise sogar noch im Güterverkehr bedient.
Das wäre auch mal ein schönes Ziel für ein paar längere Ausflüge mit dem Rad.
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Nun ja. Ich bin mal gespannt, wie es weitergeht. Wie ergeht es euch denn bislang so?
Nach knapp zwei Monaten stelle ich fest: So richtig fehlen tut mir nichts, auch wenn sich jede weitere Einschränkung zur Eindämmung des Coronavirus erst einmal unvorstellbar anfühlte. Aber es ist wohl wie mit dem Frosch im Kochtopf: Man gewöhnt sich dran.
Wobei mir so viel eigentlich gar nicht fehlt: Ich arbeite von zu Hause und fahre zweieinhalb Stunden weniger pro Tag mit der Bahn. Stattdessen habe ich jetzt zweieinhalb Stunden mehr Zeit zum Radfahren und Schlafen. Ich kann jetzt mit meiner Freundin einkaufen gehen und sogar hin und wieder auch mal in der Eisdiele vorbeischauen. Auf Partys war ich vorher eher selten, insofern…
Tjoa. Das einzige, was dieses Jahr nicht stattfinden wird und mir schon fehlt, ist das Volksradfahren in Munster. Nicht dass ich der Bundeswehr besonders viel abgewinnen könnte, aber das verlängerte Wochenende im dem kleinen entlegenen Städtchen zwischen zwei Truppenübungsplätzen, in dem es außer sehr viel Ruhe kaum etwas gibt war eine willkommene Abwechslung zum eigentlichen Alltag.
Und eigentlich hätte ich gar keine besonders große Sorge, mit dem Rad oder gar mit dem Zug von Kiel über Lüneburg nach Munster zu fahren, aber ich denke mir: Es gibt Menschen, die mehr von Viren und deren Verbreitungswegen verstehen als ich und insofern sehe ich von diesen Kurzurlaub lieber ab.
Das ist halt so wie mit dem Auto: Ich verzichte zugunsten der Umwelt, des Klimas und unserer Städte aufs eigene Auto und bin jetzt der Dumme: Während alle anderen in diesen Tagen mit dem Auto aus der Stadt an den Strand, an den See oder in den Wald fahren, bleibt mir nur der nahe Umkreis, den ich mit dem Rad erfahren kann. Und während ein nicht unbeachtlicher Teil der Menschen in riesigen Schlangen vor IKEA wartet, bleibe ich zu Hause. Während eine Menge Menschen in diesem Jahr dann doch noch ihren Urlaub antreten werden, bleibe ich zu Hause. Es fühlt sich langsam ein bisschen blöd an, immerzu den Kürzeren zu ziehen.
Aber ich habe ja immer noch die Idee für mich, irgendwie das Richtige zu tun. Tja.
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Wenn das Rechtssystem funktioniert, wird sowas mangels Beweisen gleich wieder eingestellt.
Naja, nach meiner Erfahrung kümmert sich beispielsweise die Staatsanwaltschaft sehr gern um solche Gegenanzeigen, während die eigentliche Anzeige relativ schnell wegen „es ist ja nichts passiert“ eingestellt wird.
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Das wird ja schon allein deshalb nicht passieren, weil ja momentan beide Technologien für einen wesentlichen Teil der Leute nicht nutzbar sind. Wasserstofftankstellen finde ich weder in meinem Umfeld noch auf meinen üblichen Routen, eine Elektroladesäule gibt's hier drüben am Blücherplatz. Jetzt rate mal, warum die online immer als „frei“ angezeigt wird: Sie wird von Verbrennungsmaschinen zugeparkt.
Dieser besagte Parkplatz am Blücherplatz, der zwei Stellplätze und eine Ladesäule vorhält und regelmäßig von Verbrennungsmaschinen frequentiert wird, ist übrigens so beschildert:
Angenommen, dass sich weiterhin alle Zusatzzeichen auf das Hauptzeichen beziehen, handelt es sich also hier um einen Parkplatz, auf dem zwischen 8 und 20 Uhr Elektrofahrzeuge für zwei Stunden mit Parkscheibe parken dürfen. Zwischen 20 und 8 Uhr darf hier jeder parken.
In Hamburg sieht man das ein bisschen anders. Dort versucht man seit seit mindestens 2016 Elektroparkplätze auszuweisen, was natürlich sehr lobenswert im Sinne einer Verkehrsende ist, aber damals rechtlich gar nicht möglich war. Die Ladesäulen im Hamburger Beispiel sind auf der Seite der Polizei allerdings anders beschildert, dort gilt meines Erachtens relativ klar: Ein Parkplatz für Elektrofahrzeuge, auf dem im Zeitraum von 9 bis 20 Uhr werktags nur eine Stunde mit Parkscheibe geparkt werden darf. Zwischen 20 und 9 Uhr dürfen dort dennoch nur Elektrofahrzeuge parken, weil die zeitliche Einschränkung auf dem gleichen Zusatzschild aufgebracht ist wie die Regelung der Parkscheibe. Da ist klar, was gemeint ist.
Das heißt, wenn ich jetzt irgendwie auf die abwegige Idee kommen sollte, mir ein Elektrofahrzeug anzuschaffen, dann müsste ich eigentlich erstmal bei der jeweiligen Straßenverkehrsbehörde nachfragen, ob man die Beschilderung tatsächlich so beabsichtigt hat oder anders, also ob nachts auch Verbrennungsmaschinen parken dürften oder nicht, weil ich ansonsten in Ermangelung einer eigenen Garage oder eines geeigneten Stellplatzes bei meinem Arbeitgeber nur sporadisch die Möglichkeit hätte, mein Fahrzeug zu laden?
Was es natürlich nicht weniger abwegig macht, drauf angewiesen zu sein, dass es in der Gegend nicht mehr als zwei Elektrofahrzeuge gibt, die dort nachts parken könnten.
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Ich bin auch ein Jahr später noch immer unschlüssig, ob die Benutzung einer Kamera auf dem Rad oder hinter dem Lenkrad nun verboten ist oder nicht. Der neue Bußgeldkatalog ruft für (TBNR 123172)
ZitatSie benutzten als Radfahrer ein elektronisches Gerät, das der Kommunikation, Information oder Organisation dient oder zu dienen bestimmt ist, in vorschriftswidriger Weise *).
§ 23 Abs. 1a, § 49 StVO; § 24 StVG; 246.4 BKat
lockere 55 Euro auf, mit Gefährdung (TBNR 123630) 75, mit Unfall (TBNR 123631) 100.
Im Auto ist das übrigens gleich ein A-Verstoß, der direkt mit einem Punkt bewehrt wird, bei Gefährdung oder Unfall sogar mit zwei Punkten und einem Monat Fahrverbot.
Es wäre aber interessant zu wissen, ob normale Kameras nun mitzählen oder nicht. Für den Fall, dass ich mal wieder einen renitenten Falschparker verpetzen möchte, habe ich wenig Lust auf eine so genannte Gegenanzeige von wegen „der Radfahrer hat das Foto während der Fahrt geschossen“ oder „der Radfahrer stand während des Fotos nicht mit beiden Füßen auf dem Boden“. Gerade die deutlich höheren Bußgelder könnten ja so manchen Falschparker zu einem Gang zum Anwalt motivieren, während ebenjene deutlich höheren Bußgelder im Zweifelsfall auch dem Anzeigenden weh tun.
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Obwohl es in einer Großstadt praktisch unmöglich ist, ohne Behinderung anderer falsch zu parken.
Naja, drüben am Westring ist der Gehweg 4,5 bis 5 Meter breit, da kann man schon einen Kleinwagen abstellen, ohne einzelne Fußgänger zu behindern. Hier in meinem Wohngebiet stört mich auch gar nicht mal unbedingt der eingeengte Gehweg, sondern eher die abschnittenen Sichtachsen. Teilweise sind das hier Tempo-30-Zonen mit üblem Kopfsteinpflaster, aber die Leute gurken trotzdem
Außerdem: Scheinbar fehlende Digitalisierung. Oder haben die Ordnungskräfte ein Gerät zur Erfassung der Owis dabei und nur der Drucker fehlt?
Das passiert mit einer Art Smartphone, siehe hier auf dem zweiten Bild und da. Warum es keinen Drucker gibt, sondern noch Post nach Hause geschickt wird, weiß ich leider nicht.
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Hast Du mal geschaut, ob da wenigstens der korrekte Tatbestand draufsteht? Also "mit Behinderung"?
Das sind diese Zettel hier:
Den Zettel hat übrigens ein Nachbar verloren, der an einer anderen Stelle gerne auf dem Gehweg direkt vor der Haustür parkt und sein Knöllchen so lange mit einer extrem stolz geschwellten Brust, für die er wahrscheinlich erstmal den Fahrersitz zurückschieben muss, durch die Gegend fährt, bis es irgendwann im lauen Frühlingswind davonflattert.
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Also wenn sich die neuen Strafen herumsprechen, könnte das im Alltag wirklich zu mehr Vorsicht führen.
140€, 1 Punkt und 1 Monat möchten die meisten dann doch nicht zu häufig haben.
Auch der Falschparker überlegt sich das hoffentlich nochmal. Über 30€ hätte er vermutlich gelacht.Bei uns in der Gegend werden ja ab dem späteren Nachmittag die Gehwege und Kreuzungsbereiche teilweise dreifach zugeparkt (einer auf dem Gehweg, zwei entlang der Fahrbahnrundung). Vor ein paar Tagen war das Ordnungsamt da und hat rote Zettel mit der Ankündigung hinterlassen, dass bald ein Bußgeldbescheid ins Haus trudeln werde. Der eine hat den roten Zettel vom Wischer entfernt, der nächste parkt am nächsten Abend wieder dort. Entweder rechnen sich die Leute aus, dass statistisch gesehen der eine Punkt schon verjährt ist, bevor das Ordnungsamt ein zweites Mal vorbeikommt, oder die neuen Tarife haben sich einfach noch nicht herumgesprochen.
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Hoffen wir mal, dass die Kaufanreize nur für zukunftsfähige Autos gelten. Also im Wesentlichen Wasserstoff- und Elektroautos.
Das wird ja schon allein deshalb nicht passieren, weil ja momentan beide Technologien für einen wesentlichen Teil der Leute nicht nutzbar sind. Wasserstofftankstellen finde ich weder in meinem Umfeld noch auf meinen üblichen Routen, eine Elektroladesäule gibt's hier drüben am Blücherplatz. Jetzt rate mal, warum die online immer als „frei“ angezeigt wird: Sie wird von Verbrennungsmaschinen zugeparkt.
Drüben im Tesla-Parkhaus gibt es auch noch drei (?) Ladesäulen, aber wenn ich mir ansehe, mit wie viel Improvisationstalent meine Nachbarn Geh- und Radwege dichtparken, statt noch mal hundert Meter zu laufen, kommen diese Säulen auch nicht in Frage. Ich kenne hier im Umfeld nur einen einzigen Elektrofahrer, über ein Stromkabel aus seiner Wohnung seinen Wagen lädt — das klappt aber auch nur in den Nächten, in denen er einen Parkplatz im Umkreis von 30 Metern von seiner Wohnung findet.
Und selbst wenn ich zugrunde lege, dass Elektroautos auch zwischendurch vor dem Supermarkt und in der Tiefgarage des Arbeitgebers geladen werden können, wird es für viele Anwendungsprofile noch immer nicht reichen.
Und so wenig wie die Bundesregierung eine Art Mobilitätsprämie für alle Bürger möchte, so wenig möchte sie eine Autoprämie nur für eine Minderheit der interessierten Kraftfahrer.
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Laut dem Handelsblatt haben sich die so genannten Autobosse durchgesetzt. Wie hoch die Förderung tatsächlich ausfallen wird, steht aber noch nicht fest: Bundesregierung stellt Kaufanreize für Autobranche in Aussicht – Entscheidung bis Juni
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Am Dienstag treffen sich dann die so genannten Autobosse zu einem weiteren Autogipfel mit der Bundesregierung. Ich denke, es handelt sich um keine bösartige Unterstellung, wenn ich behaupte, dass die geplanten 10.000 Euro schwere Coronaprämie kommen wird. Nun fehlen mir sicherlich die notwendigen Fachkenntnisse zur Beurteilung der wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronakrise auf die deutsche Automobilindustrie, aber ich habe den Eindruck dass wir insgesamt mit dem geplanten Maßnahmenpaket sowohl wie Verkehrswende als auch unsere Klimaschutzmaßnahmen ein weiteres Mal an die Wand fahren.
Tjoa: Taz oder Faz, wer hat’s geschrieben?
Eine Kaufprämie haben sich die deutschen Autokonzerne für den heutigen „Autogipfel“ bei Angela Merkel ausgedacht, nicht nur für die schon bedachten Elektroautos, sondern auch für moderne Benziner. Dabei hat VW 25 Milliarden Euro, Daimler mehr als 18 Milliarden und BMW mindestens zwölf Milliarden flüssig. „Wer auf so viel Geld sitzt, sollte den Markt eigentlich selbst anschieben können“, kommentiert mein Kollege Markus Fasse. Oder zumindest auf die Ausschüttung stattlicher Dividenden verzichten.
Oh: Das war das Handelsblatt. Und ebenjener Markus Fasse legt noch mal nach: BMW, Daimler und VW müssen sich entscheiden
Aber eigentlich mag ich nicht glauben, dass sich die Bundesregierung für einen umwelt- und gesellschaftsfreundlichen Ansatz entscheidet und gegen die Interessen der so genannten Autobosse entscheidet. Frau Merkel redet zwar beim Petersberger Dialog in blumigen Worten von noch strikteren Klimaschutzzielen, aber wir wissen ja mittlerweile aus Erfahrung, dass am Ende von den schönen Klimaschutzzielen nichts mehr übrig bleiben wird. Wie sollen wir denn etwa die strengeren Abgasvorschriften der Europäischen Union wenigstens im Ansatz erfüllen, wenn wir den Leuten jetzt noch Geld für eine Verbrennungsmaschine hinterherwerfen?
Ich habe ohnehin das Gefühl, dass hier mit Steuergeldern jene Käuferschichten gefördert werden, die sich ohnehin ein neues Auto leisten könnten. Wer einen ordentlichen Elektroflitzer kaufen möchte, wird das bei den aufgerufenen Preisen von mehreren zehntausend Euro und 6.000 Euro Elektrobonus sicherlich nicht von einer weiteren Prämie von 4.000 Euro abhängig machen. Wenn man den Menschen in ihrer Mobilität helfen möchte, wäre vielleicht gerade in Zeiten wie diesen etwas wie eine Mobilitätsprämie sinnvoll, selbst wenn die dann nur in der Fahrradwerkstatt nebenan eingelöst wird.
Aber was soll’s. Der Zug mit der umwelt- und klima- und lebensraumfreundlichen Mobilität ist wohl schon lange
abgefahrenverschrottet.Externer Inhalt twitter.comInhalte von externen Seiten werden ohne Ihre Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklären Sie sich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt. -
Ich bin gerade über diesen italienischen Artikel gestolpert: Addio al trasporto pubblico, dopo il Coronavirus tutti in auto privata (deutsche Übersetzung)
Aufgrund der Pandemie stieg der Anteil des Autos in China (???) von 34 auf 66 Prozent, der Bus und „Metro“ fielen von 56 auf 24 Prozent. Das Fahrrad blieb unverändert bei 45 Prozent. Zahlen aus Deutschland habe ich bislang nicht gefunden, wobei wir ja auch erst vor zwei Wochen aus dem Shutdown gestolpert sind. Es dürfte aber ähnlich aussehen, die Straßen sind wieder voller Kraftfahrzeuge, während die Bahn nach wie vor leer durch die Gegend schnauft.
Und ich bin ja tatsächlich gespannt, was uns die Bundesregierung am Dienstag bezüglich einer #Coronaprämie präsentieren wird. Der VDA freut sich jedenfalls schon mega:
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Für den öffentlichen Nahverkehr gehe ich hingegen immer noch davon aus, dass wir auf einen Impfstoff warten werden, bis sich alles wieder einigermaßen normalisieren kann. Nur gibt es ausgerechnet zum Impfstoff quasi jeden Tag eine andere Aussage. Heute heißt es, die Suche nach Corona-Impfstoff könnte noch Jahre dauern — vor zwei Wochen war plötzlich von einem Impfstoff im Herbst die Rede, während als Eilmeldung aufploppte, dass Deutschland die erste klinische Prüfung von Impfstoffen starte:
Und so geht es die ganze Zeit weiter: Helfen Masken? Sind Masken eher schädlich? Kann man getrost die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen, wenn man sich nicht zu einer Risikogruppe zugehörig fühlt? Kommt nun ein Impfstoff? Oder doch nicht? Oder doch?
Ich habe keine Ahnung, wie ich aufgrund dieser Informationslage künftig meinen Weg zur Arbeit planen soll. Ehrlich gesagt sehe ich aber noch nicht, dass ich mich wie früher zweieinhalb Stunden pro Tag in die Bahn setze und dementsprechend zweieinhalb Stunden pro Tag eine Maske trage, schon gar nicht bei ausfallender Klimaanlage oder zeitraubenden Verspätungen.
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Uff. Der Autoclub „Mobil in Deutschland“ hat bei OpenPetition eine Petition eröffnet, die mittlerweile über 100.000 Mitzeichner hat: FÜHRERSCHEIN-FALLE DER #STVO-NOVELLE RÜCKGÄNGIG MACHEN
Nun muss sich der Petitionsausschuss des Bundestages nicht mit OpenPetitionen auseinandersetzen, aber eine gewisse Öffentlichkeitswirkung hat „Mobil in Deutschland“ wohl schon erreicht: “Führerscheinfalle”: Tausende schließen sich Petition gegen neuen Bußgeldkatalog an
Dass es in den Kommentaren dazu von Argumentationen wimmelt, die meiner eigenen aus dem Eingangsbeitrag ganz ähnlich klingen, finde ich dann doch ein bisschen gruselig.
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In Hamburg gibt es jetzt während einer angemeldeten Demonstration des örtlichen ADFC eine Art „Protected Bike Lane“ entlang der Straße „An der Alster“: „Pop-up-Bikelane“: Radler „klauen“ sich Autospur, Hamburg hat einen ersten Popup-Radweg – aber nur bis heute Abend
Drüben in Berlin hat man mittlerweile auch ganz gute Erfahrungen mit den an einer Vielzahl von Straßen aufgeploppten Bike-Lanes gesammelt.
Hier in Kiel reicht es zwar „nur“ für die autofreie Kiellinie zur Steigerung der Aufenthaltsqualität, aber spätestens seit der Kraftverkehr in den letzten beiden Wochen wieder ganz erheblich zugenommen hat, während die Radwege teilweise wieder der üblichen Überfüllung anheim fallen, obwohl der ganze Radverkehr zur Universität momentan gar nicht stattfindet, fände ich es durchaus als angemessen, hier und da einen Fahrstreifen für den Radverkehr umzuwandeln. Kann ja nun nicht sein, dass wir aufs Rad anstatt in den Bus steigen sollen, aber mit dem Rad teilweise keinen ordentlichen Platz finden.
Edit: Hier noch ein Tweet von gestern.
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