Malte, gib gerne (nochmal?) durch: wie häufig kommt es da zu Kupplungsstörungen, wie häufig sind solche Wartezeiten auf den anderen Flügelzug?
Das kann ich dir leider nicht so richtig sagen, ich bin im letzten Herbst nach Möglichkeit immer mit dem RE 70 gefahren, weil der RE 7 so unzuverlässig fährt. Im neuen Jahr nehme ich momentan immer den RE 7 um 8:02 Uhr von Kiel nach Hamburg und das läuft halt irgendwie so.
Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Problemen beim Kuppeln: Verspätungen oder Probleme mit dem Rollmaterial.
Verspätungen liegen quasi auf der Hand: Der RE 7 von Kiel nach Neumünster fährt 24 Minuten, der von Flensburg nach Neumünster über eine Stunde. Der kam im letzten Jahr regelmäßig zu spät und wenn er zu spät kommt, dann auch gleich zehn bis 15 Minuten.
Der andere Problemkomplex sind Probleme mit der BR 445. Ich weiß nicht genau, wie viele grüne Triebzüge die Regionalbahn Schleswig-Holstein insgesamt besitzt, aber es sind meistens zu wenige, um einen Betrieb von RE 7 und RE 70 damit zu gewährleisten. Beim RE 70, der ja von Kiel nach Hamburg ohne Flügelung fährt, kommen dann häufig rote Doppelstockwagen im Sandwich-Betrieb zum Einsatz, um den auf die schnelle BR 445 ausgelegten Fahrplan überhaupt einhalten zu können.
Sobald noch mehr kaputt geht, wird die Flügelung beim RE 7 aufgegeben. Dann fahren vier Wagen zwischen Kiel und Hamburg und vier Wagen von Flensburg über Neumünster nach Kiel und zurück, je nachdem, was man sich da in der Leitstelle überlegt hat. Das tolle ist aber auch dann: Wenn der Flensburger Zugteil mit Verspätung in Neumünster ankommt, wartet der Kieler Zugteil artig seine Viertelstunde am Bahnsteig auf seinen Kumpel, anstatt dass man die Flensburger Fahrgäste auf den zwanzig Minuten späteren RE 70 vertröstet, der dann ja insgesamt nur noch fünf Minuten später in Neumünster ankommt — oder uns beinahe überholt, so wie auf dem Foto oben.
Probleme beim Betrieb als Doppeltraktion gibt es bei der BR 445 nach wie vor. Die von dir angesprochenen technischen Probleme beim Kuppeln sind allerdings mittlerweile seltener geworden. Im letzten Herbst ist es mehrfach passiert, dass dann der hintere Zugteil in Neumünster geblieben ist, weil man die Sache einfach nicht in Gang bekommen hat, das klappt mittlerweile besser. Das habe ich ein paar Mal mitgemacht, danach bin ich wie gesagt auf den RE 70 umgestiegen. Genaue Zahlen kann ich dir da aber leider nicht nennen, obwohl ich mir das eigentlich alles notiert habe.
Was aber immer noch passiert: Direkt nach dem Kuppeln weiß der Zug nicht mehr, wer er ist und wohin er fahren möchte. Dann gehen draußen und drinnen die Anzeigen aus, manchmal sogar das Licht, dann funktioniert teilweise die Lautsprecheranlage nicht mehr ordentlich, so dass Ansagen aus dem vorderen Zugteil hinten nicht ankommen oder umgekehrt und so weiter und so fort. Oder, wie gerade eben: Wir kommen pünktlich an, die Züge sind beide da, aber das Kuppeln dauert nicht die veranschlagten drei Minuten, sondern fünf oder acht.
Gerade die Sache mit den Anzeigen am Zug ist immer lästig, sobald der RE 7 im Hamburger Hauptbahnhof steht und sich die Zugteile nicht zu erkennen geben. Der Fahrgast darf dann raten, wo im Hamburger Hauptbahnhof der „vordere Zugteil nach Kiel“ steht. Und gerade solche Lautsprecherdurchsagen wie „Wenn auf den Anzeigen Kiel steht, fahren Sie nach Kiel, wenn dort nichts oder Hamburg steht, fahren Sie nach Flensburg“ sind ja der Hit.
Naja. Und gerade gestern sind die beiden Zugteile überhaupt nicht miteinander klargekommen, so dass mein Triebwagen ständig Alarm ausgelöst hat. Wir sind dann irgendwie noch gerade so bis Elmshorn gerollt. Dort durften dann mehrere hundert Fahrgäste aus acht Doppelstockwagen des RE 7, der zuvor schon die Fahrgäste des ausgefallenen ICE 77 aufgenommen hat, in die vier Wagen des nachfolgenden, aber ebenfalls schon gut gefüllten RE 70 einsteigen.