Beförderung von Falträdern in der Bahn Neu

  • Kurze Übersicht über die Mitnahme von Falträdern

    Die Beförderungsbedingungen regeln die Mitnahme von Fahrrädern im Abschnitt 8.

    1 Häufige Irrtümer zur Fahrradmitnahme und Falträdern

    In der Reiseradler- und Fahrradkurier-Szene hält sich hartnäckig die Behauptung, man müsse einfach das Vorderrad ausbauen, um Fahrräder kostenlos in der Bahn transportieren zu können, weil es sich bei einem Fahrrad ohne Vorderrad nicht mehr um ein Fahrrad handeln könne, sondern lediglich um ein kostenlos zu beförderndes Gepäckstück. Tatsächlich mag dieses Vorgehen hin und wieder funktioniert haben, grundsätzlich ist das Bahnpersonal aber durch die Beförderungsbedingungen in der Lage, Fahrräder jeglicher Bauart in jedem Zustand zuverlässig zu erkennen. Das gilt theoretisch selbst dann, wenn das Fahrrad in Koffer verpackten Einzelteilen in verschiedenen Wagen transportiert wird.

    2 Kosten für die Mitnahme von Falträdern

    Abschnitt 8.4.1 der Beförderungsbedingungen legt fest, dass Falträder, die wie Handgepäck untergebracht werden können, kostenlos transportiert werden:

    Zitat

    Der Reisende hat durch den Erwerb von Fahrradkarten vor Fahrtantritt den für die Beförderung von verpackten oder unverpackten/demontierten Fahrrädern festgesetzten Beförderungspreis zu zahlen, ausgenommen hiervon sind zusammengeklappte Fahrräder, die wie Handgepäck in den Zügen untergebracht werden können.

    Die kostenlose Mitnahme von Fahr- oder Falträdern bezieht sich also explizit nicht auf Fahrräder ohne Vorderrad („demontierte Fahrräder“) oder in Fahrradtransportkoffern untergebrachte Räder („verpackte Fahrräder“). Ebenso dürfte die Mitnahme von Falträdern, die bauartbedingt nicht als Handgepäck durchgehen, problematisch werden; etwa Fahrräder mit 28-Zoll-Rädern, die sich an einem Gelenk in der Mitte umklappen lassen.


    Ob das Zugpersonal Lust und Zeit hat, sich in solchen Fällen zu streiten, steht wiederum auf einem anderen Blatt.

    3 Unterbringung von Falträdern während der Fahrt

    Abschnitt 8.3 regelt wie Unterbringung von Fahrrädern und sollte ebenfalls für zusammengeklappte Falträder einschlägig sein:

    Zitat

    In Zügen, die mit Fahrradpiktogramm gekennzeichnet sind und in Zügen der Produktklasse C ohne besondere Kennzeichnung, dürfen Fahrräder nur in Mehrzweckabteilen, in Einstiegsräumen, in Traglastbereichen mit Klappsitzen, Fahrradabteilen und Gepäckwagen untergebracht werden.

    Grundsätzlich ist auch für zusammengeklappte Falträder das Mehrzweck- oder Fahrradabteil, der Einstiegsraum zwischen den Türen oder so genannte Traglastenbereiche mit Klappsitzen vorgesehen. Ebenso grundsätzlich ist es im Regelfall unproblematisch, das Faltrad an anderen Stellen im Zug zu verstauen, etwa hinter den Sitzen oder sogar in der Gepäckablage, sofern es nicht herunterfällt oder den Weg versperrt. Auch hier gilt: Ob das Zugpersonal Lust und Zeit hat, sich in solchen Fällen zu streiten, steht wiederum auf einem anderen Blatt.

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