Wie höhere Geschwindigkeiten das Fahrradfahren verändern.

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    Wie höhere Geschwindigkeiten das Fahrradfahren verändern.

    Mir ist 2023 in Hannover erstmals eine solche Fahrradweg-Ampelanlage aufgefallen. Und ich habe den Eindruck, dass sie ein Merkmal dafür ist, dass höhere Fahrrad-, bzw. Pedelec-Geschwindigkeiten das Fahrradfahren verändern:

    Es gab dazu einen HAZ-Bericht, in dem diese Ampelanlage "Superquerung" genannt wird.

    Hier der Link zu dem HAZ-Artikel vom 20.5.23:

    https://www.haz.de/lokales/hannover/hannover-cityring-mit-fahrrad-superquerung-fuer-veloroute-kestnerstrasse-4JXLI7OUMVGHRKDC2DPI5GLUYU.html

    Hier der Link zu dem Luftbild aus dem HAZ-Artikel vom 20.5.2023:

    https://www.haz.de/resizer/v2/4GJ7NZUCJFB7JKUDY4K3P5HTOE.jpg?auth=4eb4cc4b8823c993a54976fc642b2912f3b754af953ea83c7278436737a50e08&quality=70&width=1856&height=1044&smart=true

    Es gibt dazu auch einen ganze HAZ-Fotoserie mit 19 Bildern: https://www.haz.de/lokales/hannov%E2%80%A6WLYLLQX35U.html

    Leider wird in dem HAZ-Artikel vor allem darauf eingegangen, dass der Autoverkehr möglicherweise in seiner "Flüssigkeit" ausgebremst werden könne. Was allerdings so stellt der HAZ-Autor fest, nicht der Fall ist. Im Gegenteil: "Wer allerdings glaubt, dass Radfahrende künftig Dauergrün haben auf den Velorouten oder dass die aufwendig in den Boden gearbeiteten Induktionsschleifen ihnen schnelle Freifahrt schalten, der irrt. Handgestoppt beträgt die Wartezeit immer eine Minute – das dürfte an der Koordination mit der benachbarten Ampel Lavesstraße liegen. Die Schleifen haben einen anderen Sinn: Wenn kein Fahrrad wartet und kein Auto aus der Kestnerstraße abbiegen will, bleibt es auf dem Cityring dauergrün. Da hat sich also jemand Gedanken gemacht beim Planen und Programmieren."

    Hauptsache die Radfahrer haben kein Dauergrün und der Autoverkehr wird nicht behindert, so könnte man das zusammenfassen, was die HAZ schreibt.

    Worauf der Artikel nicht eingeht. An der Stelle verläuft auf beiden Seiten die Veloroute über einen durchgezogenen Fußweg. Dort hat der Fußverkehr eigentlich Vorrang vor dem Fahrzeugverkehr, und damit auch vor dem Fahrradverkehr, der den Fußweg kreuzt. Zeigt die Ampel aber Grün für den Radverkehr, dann haben die Fußgänger*innen Rot und können ihren Weg auf dem Fußweg erstmal nicht fortsetzen.

    Vermutlich werden weitere Ampelanlagen in dieser Form in den nächsten Jahren in Betrieb gehen. Ich werte das als eine Veränderung, die der Tatsache geschuldet ist, dass der Radverkehr an Tempo zunimmt.

    Einmal editiert, zuletzt von Ullie (8. September 2026 um 08:27)

  • ""Das gibt mir Motorrad-Vibes. Bei der neuen Generation ist es echt angekommen. In den nächsten drei bis fünf Jahren werden wir nur noch diese Dinger sehen", ...

    ... sagt ein Fahrer, der anonym bleiben will. Fatbikes gibt es schon ab rund 1.000 Euro, kostengünstig im Vergleich zu einigen E-Bikes. Viele der Fatbikes werden aus Asien importiert und sind für die manipulierten Geschwindigkeiten nicht ausgelegt, etwa was die Bremsen betrifft, so der Verkehrssicherheitsberater der Polizei."

    Quelle: NDR: Manipulierte Fatbikes: Polizei kontrolliert in Nordhorn, vom 17.08.2026

    Manipulierte Fatbikes: Polizei kontrolliert in Nordhorn
    Immer öfter fallen manipulierte Fatbikes im Grenzgebiet zu den Niederlanden auf - die bis zu 90 Stundenkilometer erreichen können. Eine Schwerpunktkontrolle…
    www.ndr.de

    Eine echte Pest auf Fahrradwegen sind manipulierte Fatbikes, die man auch als Speed-Pedelec ohne Nummernschild bezeichnen könnte. Und dessen Fahrer zwar die "Motorrad-Vibes" lieben, den diese Fahrzeuge hervorrufen, die aber ihre Leidenschaft auf Fahrradwegen ausleben, wo sie Angst und Schrecken verbreiten und das echte Fahrrad-Erlebnis, für das es keinen Motor braucht, ungemütlich machen.X(

    Das von mir fotografierte "Bike" hat anscheinend einen Sozius-Sitz montiert, der nicht so sehr nach einem Kindersitz aussieht.

    "Laut Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) dürfen nur mindestens 16 Jahre alte Personen Kinder bis zum Alter von maximal sieben Jahren mit dem Fahrrad transportieren. Diese Altersgrenze gilt für Kinder auf einem einsitzigen Fahrrad ebenso wie im Anhänger. Wer ältere Kinder mitnimmt, riskiert ein Bußgeld."

    Welche rechtlichen Bestimmungen gibt es für den Transport von Kindern mit dem Fahrrad?
    Die Straßenverkehrsordnung schreibt vor, wer ein Kind auf dem Rad transportieren kann, wie alt das transportierte Kind sein darf und worauf bei der Begleitung…
    www.adfc.de
  • Warum soll man bei einem E-Bike (egal welche Art) überhaupt treten ? Wenn ich sehe, wie oft gerade im ländlichen Bereich (wo es keine Leihsysteme gibt) auch immer mehr die privaten e-Scooter zunehmen, und die 20km/h Grenze bei den Privatfahrzeugen auch eher ein Witz ist, 30-35km/h sind nicht selten.
    Man möchte mit dem Fahrzeug einfach nur von A nach B fahren. Beim Fahrrad ist das notwendige Übel das Treten, mittlerweile geht wie beim eScooter ja ohne, warum dann auch nicht beim Fahrrad und dieses als leichtes E-Motorrad nutzen?

  • Man möchte mit dem Fahrzeug einfach nur von A nach B fahren. Beim Fahrrad ist das notwendige Übel das Treten, mittlerweile geht wie beim eScooter ja ohne, warum dann auch nicht beim Fahrrad und dieses als leichtes E-Motorrad nutzen?

    Tja, warum auch treten? Auch wenn es nur das bisschen "Treten" ist, dass beim Pedelec übrig bleibt, wenn man auf maximale Unterstützung stellt. Warum nur?
    Warum überhaupt sich auf einen wackligen Elektro-Tretroller stellen? Warum nicht gleich einen richtigen Motorroller?

    Oder ein Moped:

    Warum nicht gleich ein kleines Auto wie den Opel Rocks?

    Oder lieber doch ein "richtiges Auto"? ...

  • Ja , das ist doch die logische Konsequenz. So ein Kleinst-E-Auto ist auch bei Regen noch trocken. Ok irgendwann stellt sich dann die Frage , wie man es mit den Stau hält.

    Für die wenigsten ist das Fahrrad ein Sportgerät, sondern nur die Möglichkeit kostengünstig von A nach B zu kommen. Ob dann der Motor einen Teil der Arbeit oder gleich die ganze erledigt, ist dann auch egal.

  • Offensichtlich ist das nicht egal, sondern 3000 € Wert + Die Entscheidung, sich und seine Umgebung fortlaufend zu belügen. Selbst jenen, die Zeit ihres Lebens nur auf dem Rad gesessen haben.

    Die Moral von der Geschicht': Spiel' nach den Regeln des Gegners nicht.

  • Ja , das ist doch die logische Konsequenz. So ein Kleinst-E-Auto ist auch bei Regen noch trocken. Ok irgendwann stellt sich dann die Frage , wie man es mit den Stau hält.

    Für die wenigsten ist das Fahrrad ein Sportgerät, sondern nur die Möglichkeit kostengünstig von A nach B zu kommen. Ob dann der Motor einen Teil der Arbeit oder gleich die ganze erledigt, ist dann auch egal.

    Auf der Mobilitäts-Seite der heutigen HAZ-Printausgabe wird unter dem Titel, "Hoffnungsträger der Verkehrswende" der 11.900 Euro teure Hopper vorgestellt, ein Auto auf drei Rädern mit 1350 Watt Spitzenleistung, wie es in der Beschreibung heißt. Insgesamt (Nenndauerleistung) ist das Fahrzeug allerdings so abgeregelt, dass es als "Fahrrad" (genauer Pedelec) durchgeht.

    "Zielgruppe seien in erster Linie Menschen, die in der Stadt wohnen und dort ungern Auto fahren, weil sie oft im Stau stehen, ..."

    :rolleyes:Dann sollen sie es doch einfach lassen, das Autofahren!:rolleyes:

    Begründet wird das so: "Obwohl der Hopper aussieht wie ein Mini-Pkw, handelt es sich rechtlich um ein Fahrrad, das auf Radwegen gefahren werden darf."

    :*Wer mit dem Fahrrad fährt, der steht auch nicht im Stau!":*

    Dass viele Radwege, insbesondere viele Angebotsradwege bei weitem nicht breit genug sind für den Hopper, wird allenfalls indirekt angedeutet:

    "Geeignet sei er vor allem für gut ausgebaute Radwege,..."

    Dass der Hopper für die Verkehrswende taugt, wie es die Überschrift andeutet, halte ich für eine glatte Lüge. In dem Zeitungstext heißt es:

    "Einige Käuferinnen und Käufer des Hoppers schafften ihr Auto ab, ..." Wieviel "einige" sind wird nicht erwähnt.

    Solche Fahrzeuge haben das Potenzial, dass Fahrradfahren für viele Menschen unattraktiv zu machen, die keine 11.900 Euro dafür locker machen können.

  • https://insideevs.de/news/689020/hopper-elektrodreirad-preis-daten-marktstart/

    Hier ein Link zu einem Bild von dem Hopper auf INSIDE EVs:

    https://cdn.motor1.com/images/mgl/MkvO9X/s3/der-hopper-ein-elektro-dreirad-mit-zwei-sitzen-hintereinander.webp

    Und ein Video vom Spiegel:

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    Leider konzentriert sich die Kritik am Hopper einseitig auf Fahrzeugmängel, wie zum Beispiel erhöhte Kippgefahr beim Lenken mit der ungewohnten Hinterradlenkung... z.B. die Kritik von heise online

    Dass Fahrzeug an sich wird gerne gemessen am Auto geringerer Platzverbrauch, geringere Energieverbrauch usw.

    Die Überlegung, dass das Fahrzeugkonzept grundsätzlich problematisch ist, fehlt.

    Es ist meines Erachtens kein Fahrrad, es ist nicht nur wegen der Form kein Fahrrad. Es ist aber auch kein Velociped, aus dem Grund, weil das Fahrzeug nicht durch Pedalieren vorangetrieben wird, sondern das Pedalieren mehr eine unkonventionelle Art des "Gasgebens" darstellt. Es gibt auch keinen direkten kraftschlüssigen Antrieb des Hinterrades durch das Pedalieren. Vielmehr ist dort ein Radbnabenmotor verbaut, der elektronisch gesteuert wird über das Pedalieren, wodurch elektronischen Signale ausgesendet werden für die Motorsteuerung.

    Einmal editiert, zuletzt von Ullie (13. September 2026 um 15:56)

  • Solche Kfz haben auf Radwegen nichts verloren. Wie auch die ganzen großen Lieferräder, die vorgeben den CO2-Fußabdruck der Firmen zu reduzieren, am Ende aber dann doch nur noch freie Radweginfrastruktur für das eigene Geschäft, weil die großen Transporter sonst im Stau stehen.

  • Ja , das ist doch die logische Konsequenz. So ein Kleinst-E-Auto ist auch bei Regen noch trocken. Ok irgendwann stellt sich dann die Frage , wie man es mit den Stau hält.

    Für die wenigsten ist das Fahrrad ein Sportgerät, sondern nur die Möglichkeit kostengünstig von A nach B zu kommen. Ob dann der Motor einen Teil der Arbeit oder gleich die ganze erledigt, ist dann auch egal.

    Ich vermute, für die meisten ist das Fahrradfahren ein "Bewegungs-Ding".

  • Für 12-16 jährige ist glaube ich das Fahrrad heutzutage wohl grundsätzlich eher ein Fortbewegungsmittel der kleinen Kinder oder der alten Leute: da ist heutzutage wohl eher der E-Roller das Fahrzeug der Wahl…

    Auf die Schnelle finde ich keine gescheite Statistik. Ich fürchte im ländlichen Raum, wo es wenig ÖPNV gibt, ist das Elterntaxi das Fortbewegungsmittel Nr. 1 für die 12-16-Jährigen.

    Und der Elektro-Tretroller, so meine weitere Befürchtung, ist so sehr ein KFZ, dass es eher eine Autofahrer*in-Karriere anbahnt als Mobilität im Umweltverbund aus ÖPNV, Fahrrad und zu Fuß. Aber dazu gehen die Meinungen auseinander. Andere sagen, der E-Tretroller zögert bei jungen Leuten die Anschaffung eines Autos hinaus. Es soll sogar Fälle geben, bei denen sich Menschen ein Elektro-Tretroller angeschafft und das Auto abgeschafft haben.

  • "Was sind die Ursachen für Unfälle mit dem E-Scooter?
    «Was wir bei den E-Scooter-Fahrern beobachten, ist, dass sie gemessen an der Fahrleistung mehr Fehler machen als Radfahrende», sagt Unfallforscherin Zeidler. Der häufigste sei, dass diese die Fahrbahn falsch benutzten oder verbotenerweise auf dem Gehweg fahren würden. Außerdem komme es häufiger vor, dass der Fahrer oder die Fahrerin Alkohol getrunken habe.

    Gefährlich wird es auch, wenn zwei - oder sogar drei - Leute gleichzeitig mit dem E-Scooter fahren. Das Problem: Diese haben laut Zeidler eine ganz andere Fahrdynamik, als man es von Fahrrädern gewohnt ist. Diese haben kleinere Räder, die Stabilität ist schlechter. Dazu kommt ein vergleichsweise hohes Gewicht.

    Dadurch kann es schneller wackelig werden, wenn man Bordsteinkanten überfährt, Hindernissen ausweichen oder plötzlich bremsen muss. Und noch wackeliger wird es mit mehreren Fahrgästen.

    Seitlich abspringen? «Bei einer Geschwindigkeit von 20 km/h, die man ja mit einem Scooter fahren kann, kommt es dann im Zweifel erst recht zum Sturz», sagt Zeidler. Entsprechend hoch sei der Anteil der Alleinunfälle. 16 der 33 Menschen, die 2025 in der Folge von E-Scooter-Unfällen starben, verunglückten der Statistik zufolge ohne Beteiligung anderer."

    Quelle: Die zeit vom 10.8.26:

    https://www.zeit.de/news/2026-08/07/risiko-e-scooter-jugendtrend-mit-folgen

    Der Artikel bestätigt meine Beobachtung, dass die Geschwindigkeit auf den Radwegen zugenommen hat. Nicht nur wegen der Zunahme von Pedelecs, sondern auch wegen der Zunahme von Elektro-Tretrollern. Die fahren zwar nur 20 km/h Spitzengeschwindigkeit, aber das ist halt immer noch schneller als die Mehrheit der Radfahrenden, die ein klassisches Fahrrad benutzen. Es geht aber nicht nur um die Fahrradfahrenden, die (noch?) mit einem klassischen Fahrrad unterwegs sind. Wer wenig trainiert ist, bisher kaum das Fahrrad benutzt hat und mit sich ringt, verstärkt aufs klassische Fahrrad aufzusteigen, wird auch von den schnell fahrenden Elektro-Tretrollern abgeschreckt, deren Fahrer*innen wahllos rechts und links an Fahrradfahrenden Vorbeischießen, die mit einem üblichen Fahrradtempo von ca. 15 km/h unterwegs sind.

    Beim Fahrradfahren kommt man übrtigens eher nicht auf die Idee, in einer Gefahrensituation bei 20 km/h abzuspringen. Viele Fahrradfahrende auf einem klassischen Fahrrad fahren erst gar nicht so schnell.