Woche 21 vom 18. bis 24. Mai 2026

  • Das würde deutlich machen, dass nicht vor jeder Haustür ein Fahrradweg gebaut werden muss.

    Vor meiner Haustür muss sowieso niemand einen Fahrradweg bauen, weil ich in einem vbB wohne. Und der nächstgelegene "Fahrradweg" kann von mir aus auch weg. Den Platz können Fußgänger dort besser gebrauchen.

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  • Vor meiner Haustür muss sowieso niemand einen Fahrradweg bauen, weil ich in einem vbB wohne. Und der nächstgelegene "Fahrradweg" kann von mir aus auch weg. Den Platz können Fußgänger dort besser gebrauchen.

    https://maps.app.goo.gl/VYNi98tBeYdLhyFZA

    Wohnst du im Fischwagen-Imbissstand? Wenn ich den streetview-Link anklicke, den du angegeben hast, dann erscheint da ein blaues Schild mit dem Hinweis: "Ein Leben ohne Fischbrötchen ist möglich, aber sinnlos." Und im Hintergrund sind Biertisch-Garnituren und ein Imbisswagen zu sehen.

    Und wenn ich dann in die Richtung schaue, in die das rote Auto fährt, dann endet da der rot gepflasterte Radweg. Und es kommt nach der Parkplatzeinfahrt nur noch ein asphaltierter Bürgersteig. Und der ist gar nicht irgendwie ausgeschildert. Da auch der Asphaltbelag keinen Hinweis auf einen sogenannten "Angebotsfahrradweg" liefert, darf da nur noch zu Fuß weiter gegangen werden.

    Der Fahrradfahrer auf der streetview-Aufnahme, der rund 25 m vor dem roten Auto fährt, benutzt trotzdem den Fußweg als Radweg.

    Und so was ist natürlich kein Teil von einem durchgehenden Radwegenetz. Allenfalls ist der rot gepflasterte "Radweg" ein Angebotsradweg-Altbestand, der aber an der Kreuzung davor noch mit [Zeichen 241-30] ausgeschildert ist. Der Radweg ist übrigens 1,80 m breit, der Fußweg dagegen nur 1,20 m. Vielleicht geht dort sowieso fast nie jemand lang, weswegen das auch fast niemanden stört. Aber gute Fußverkehr-Infrastruktur ist das nicht.

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    Man kann hier sehen, dass der Radweg, der mit [Zeichen 241-30] ausgeschildert ist, spätestens in der Höhe endet, in der der silberfarbene PKW parkt.

  • Mal abgesehen von sehr wenigen Ausnahmen, also Leuten die auf Berghütten leben z. B., dürfte das heute schon so sein.

    Die meisten in diesem Land wohnen in Häusern die "erschlossen" sind, haben also in der Regel einen kurzen Weg zu einer Straße, und damit zu Radinfrastruktur.

    Deshalb ja der Hinweis auf das Leber-Zitat:

    ""Im Jahr 1966 sagte Leber, dass „kein Deutscher […] mehr als 20 Kilometer von einer Autobahnauffahrt entfernt leben“ solle." Georg Leber (Spitzname Leber-Schorsch) war damals Verkehrsminister in der ersten großen Koalition der Bundesrepublik.

    Was hältst du davon, Lebers Satz so umzuformulieren: In Deutschland sollte kein Mensch weiter als zwei km von einem durchgehenden Radwegenetz entfernt leben. Das würde deutlich machen, dass nicht vor jeder Haustür ein Fahrradweg gebaut werden muss.

    Leber sprach ja von Autobahnen. Und nicht von irgendwelchen buckeligen Landstraßen. (Obwohl man ja heutzutage immer mehr autobahnmäßig ausgebaute Landstraßen sieht.)

    Um im Bild zu bleiben.

    Maximal 2 km zu einem gut ausgebauten durchgehenden Radwegenetz.

    Das bedeutet nicht maximal 2 km bis zum nächsten durchwurzelten, untermaßigen Altbestandsradweg, wie zum Beispiel in der Straße Büntheweg in Hannover:

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    30559 Hannover-Kirchrode-Bemerode-Wülferode
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    Natürlich kann man da auch auf der Fahrbahn fahren, aber auf dieser Fahrbahn, ganz in der Nähe kann ich nicht mit dem Fahrrad fahren:

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    30559 Hannover-Kirchrode-Bemerode-Wülferode
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    Und zum Beispiel in der Straße finde ich es gut, dass es Radwege gibt. Und ich finde es gut, dass sie nicht benutzungspflichtig ausgeschildert sind:

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  • Warum soll diese Land eine komplett neue Infrastruktur schaffen, wenn es "das Radwegnetz" schon gibt?

    Laut StVZO §63a ist ein Fahrrad ein Fahrzeug, dass, siehe StVO §2, im Regelfall auf der Fahrbahn fährt. Die Fahrspuren sind normal mind. 2,5 m breit, als absolut ausreichend für ein Fahrrad, sogar zum sicheren überholen von Fahrrad zu Fahrrad reicht das.

    Ich bin durchaus dafür, dass man sinnvolle Infra anlegt, also z. B. Radschnellwege z. B. wo wirklich zu erwarten ist, dass dann auch jemand darauf fährt. Aber einfach überall überflüssige Radwege, die keinen Vorteil haben, das macht keinen Sinn.

    Nur weil einige ADFC-Mitglieder sich das nicht vorstellen können, müssen Milliarden Euros in eine parallele Verkehrsinfra gesteckt werden, die dann auch noch a) meistens deutlich gefährlicher ist und b) langsamer und umständlicher zu befahren?

    Mal abgesehen vom Umweltschutz, den Kosten, bis das verwirklicht ist, da sprechen wir über Dinge die werden viele, viele Jahrzehnte dauern.

  • Man kann hier sehen, dass der Radweg, der mit [Zeichen 241-30] ausgeschildert ist, spätestens in der Höhe endet, in der der silberfarbene PKW parkt.

    Wofür braucht man dann diesen "Radweg", der dort ohne weiteren Hinweis endet? Bei der Stader Stadtverwaltung glaubt man übrigens, dass das [Zeichen 241-30] auch für die nächsten 150m gilt, wo es keine erkennbar getrennten Flächen gibt.

  • Ich bin durchaus dafür, dass man sinnvolle Infra anlegt, also z. B. Radschnellwege z. B. wo wirklich zu erwarten ist, dass dann auch jemand darauf fährt. Aber einfach überall überflüssige Radwege, die keinen Vorteil haben, das macht keinen Sinn.

    Nur weil einige ADFC-Mitglieder sich das nicht vorstellen können, müssen Milliarden Euros in eine parallele Verkehrsinfra gesteckt werden, die dann auch noch a) meistens deutlich gefährlicher ist und b) langsamer und umständlicher zu befahren?

    "ADFC-Position

    Die Führung des Radverkehrs im Mischverkehr ohne Radverkehrsanlagen ist nur auf Straßen mit wenig
    Kfz-Verkehr und Geschwindigkeiten bis 30 km/h sinnvoll. Dazu können verkehrsberuhigte Bereiche, Tempo-30-Zonen, ruhige Anwohnerstraßen mit wenig Pkw- und so gut wie keinem Lkw-Verkehr sowie Fahrradstraßen, auf denen Radfahrende Vorrang haben (...) zählen. Andere Straßen sind für die gemeinsame Fahrbahnnutzung von Auto- und Radverkehr nicht geeignet." *)

    So geht Verkehrswende – Infrastrukturelemente für den Radverkehr, Version 1.0 abgerufen am 24.6.2026

    https://www.adfc.de/fileadmin/user_upload/So_geht_Verkehrswende_ADFC-Booklet.pdf

    Das hört sich ganz und gar nicht so an, als ob der ADFC forderte, dass "einfach überall überflüssige Radwege" gebaut werden sollten.

    Der ADFC ist ein Verein mit 240.000 Mitgliedern. Der ADAC hat dagegen 22,7 Millionen Mitglieder. Das sind rund 100 x so viele Mitglieder.

    Kein Wunder, dass der ADAC mit seinem Forderungen nach Autobahnausbau in der Politik mehr Gehör findet als der ADFC mit der Forderung nach Verbesserungen der Fahrradinfrastruktur. Und die Autobahnen sowie zahlreiche Autobahn-ähnlich ausgebaute Landstraßen würden wohl selbst 100%-überzeugte Fahrbahnradler*innen nicht als geeignete Radverkehrsinfrastruktur bezeichnen.

    Radwege werden oft nicht deshalb gebaut, weil der ADFC danach verlangt, sondern weil die Autofahrer*innen die Fahrbahnen als Raserstrecke für sich haben wollen. So erfolgreich ist der ADFC gar nicht mit seiner Forderungen nach Radwegebau.

    Wenn der ADFC bestimmte Straßen so bezeichnet, dass sie für eine gemeinsame Fahrbahnnutzung von Auto- und Radverkehr nicht geeignet sind, ist das lange noch kein Nutzungsverbot. Wenn du in diesen heißen Tagen eine Tasse Wasser zum Durststillen angeboten bekommst, dann wirst du vermutlich auch nicht sagen: Nein Danke, das nehme ich nicht, Wasser trinke ich nur aus Wassergläsern, aber niemals aus Tassen.

  • Man kann aber auch prima im Mischverkehr mit zHg 50 km/h fahren. Sogar prima im Mischverkehr mit zHg vom 100 km/h. Das stört sicher die Autofahrerenden, aber mir als Radler geht das völlig am Hintern vorbei.

    Die Frage ist, wie kommt der ADFC auf diese Aussage? Kann er das belegen, ist es gefühlt, wurden die Mitglieder befragt und haben demokratisch über die richtige Geschwindigkeit abgestimmt?

    Gerade innerorts an den 50er Strecken ist oft das Problem, dass der Radverkehr schon vor Jahrzehnten beiseite geräumt wurde, damit der KFz-Verkehr ungestört ist, mit entsprechenden unzumutbaren und gefährlichen Führungen.