Fahrradparkhaus in der Kellinghusenstraße

  • z.B. in Amsterdam gibt es ja auch ein riesiges Fahrradparkhaus am Hauptbahnhof, obwohl der Bahnhof ringsrum auch gut mit der Straßenbahn angebunden ist. Also scheint bei sowas ja durchaus der Bedarf da zu sein.

    Beim Hauptbahnhof kann ich das ja auch verstehen. In Hamburg wäre ich früher gerne mit dem Rad zur Arbeit gefahren, dann nach Feierabend zum Bahnhof, hätte dort mein Fahrrad geparkt und wäre mit der Bahn zu Lischen-Radieschen nach Kiel gedüst. Ging aber in Ermangelung eines Fahrradparkhauses nunmal nicht.


    An einem großen Bahnhof stehen mir ja nicht nur Straßen- oder U-Bahnen zur Verfügung, sondern auch Regional- und Fernbahnen. Da kann ich mir schon vorstellen, dass hier in einer Stadt mit einem gewissen Radverkehrsanteil auch Leute mit dem Rad anreisen. Das klappt in Kiel und Lüneburg ja auch: Dort kann ich mit dem Rad zum Bahnhof fahren und in einem (oder zwei) mittlerweile viel zu kleinen Fahrradparkhäusern parken oder ich nehme halt den Bus, der einmal pro Stunde fährt.


    Warum nun aber ein riesiges Fahrradparkhaus an einer U-Bahn-Haltestelle steht, das mir dort ja tendenziell keinen riesigen Mehrwert bietet, weil sich im Umkreis weitere U-Bahn-Haltestellen befinden, die ja tendenziell das gleiche Angebot in Form der gleichen Linien anbieten. Will sagen: Ich sehe noch nicht so richtig, dass nennenswert viele Menschen mit dem Rad zur Kellinghusenstraße fahren, dabei schon eine Menge anderer U-Bahn-Stationen passieren, um dort in die U-Bahn umzusteigen.


    Das ist ein bisschen so wie bei innerstädtischen Bushaltestellen, die mit vielen Fahrradständern ausgestattet werden in der Annahme, dass jetzt viele Menschen von ihrer Wohnung mit dem Rad zur Bushaltestelle fahren, dort parken, um dann mit dem Bus zur Arbeit oder zum Bahnhof weiterzufahren. Aber entweder befindet sich der Fahrradständer samt Bushaltestelle in fußläufiger Entfernung, so dass ich das Radfahren gar nicht erst lohnt, oder die Strecke ist ohnehin so lang, dass man auch einfach noch den Rest der Strecke zum Ziel fahren könnte. Insofern stehen dort auch entweder nur Fahrradleichen oder die Räder derjenigen, die in unmittelbarer Nähe des Fahrradständers wohnen.

  • Ich hatte gestern noch einen Termin etwas weiter draußen. Normal wäre ich das mit dem Rad gefahren, hat aber den ganzen Abend geregnet.

    Also habe ich das Undenkbare getan... und mein Rad im Parkhaus Kellinghusenstraße abgestellt!

    Paar Stunden später stand's noch unvandaliert dort und ich konnte die letzten Kilometer nach Hause fahren.

    Solange Dummheit als plausible Erklärung ausreicht, sollte man keinen Vorsatz annehmen.

  • Genauso kenne ich das auch aus MEINER alten Heimat:

    klick

    Im LK FFB ist man immer noch am planen. https://www.lra-ffb.de/mobilit…rkehr/moblitaetsstationen

    Zitat

    Das Vorhaben, Mobilitätsstationen im Landkreis Fürstenfeldbruck aufzubauen, geht auf einen Kreistagsbeschluss von Juli 2017 zurück.

    [...]

    Zusammen sehen die elf beteiligten Kommunen und das Landratsamt die Einrichtung eines Netzes aus 63 Mobilitätsstationen sowie fünf ergänzenden Radstationen mit insgesamt 403 Leihrädern, 19 E-Leihlastenrädern und umfangreicher Infrastruktur für das eigene Fahrrad vor. Die Eröffnung der ersten Stationen ist derzeit für das zweite Halbjahr 2022 vorgesehen.


    Aber es gibt nicht den Hauch einer Anstrengung, den ubiquitären, alles erstickenden MIV aus der Stadt und den Gemeinden rauszukriegen. Da helfen m.E. auch Mobilitätsstationen nicht, weil du ohne Stress und Lebensgefahr gar nicht hinkommst. Die drastische Reduzierung des MIV ist m.E. nicht die Folge von solchen Maßnahmen, sondern die Voraussetzung für ihren Sinn.