7. Juni 2020: Fahrradsternfahrt Berlin

  • Die Hamburger Fahrradsternfahrt findet traditionell am dritten Sonntag im Juni statt — allerdings nicht dieses Jahr, dieses Jahr musste sie dem Ironman weichen und verzog sich auf den ersten Sonntag im Juni. Den Termin hat allerdings auch schon die Berliner Fahrradsternfahrt inne und die ist mir dieses Jahr ein bisschen wichtiger: Ich möchte am Sonntagmorgen mit dem Leipziger Strahl aufbrechen und nach knapp 195 Kilometern den Großen Stern erreichen.



    Ich frage mal ganz frech: Will jemand mitkommen? Los geht es vermutlich wieder gegen 1:20 Uhr am Leipziger Hauptbahnhof.

  • ich hatte nach deinem Beitrag überlegt. Aber dann sah ich, dass da zu nachtschlafender Zeit gefahren wird. Was letztendlich logisch ist - aber: uff.

    Und außerdem wohn ich doch in Jena. :/

    ab 23:14 -> 1x umsteigen -> 0:34 an


    und dann noch 195km.

    ich bin zu alt für sowas :rolleyes:

  • ich bin noch nie(!) 195km am Stück geradelt.

    150km mitm 28er Schnitt und Rückenwind - ja.

    120km mim 27er Schnitt im Windschatten - ja.


    Aber noch nie 195km.

    Andererseits ist ein Michael S. auch mit der letzten Gurke aus seiner damals neuen Heimat im Ruhrpott an die Nordsee gefahren. Nonstop in einer Nacht.


    hm. ich stell das mal wohnungsintern noch zur Diskussion... :D

  • Auch wenn es sich hier um einen Sternfahrt Zubringer handelt, ist es immer noch eine Sternfahrt und kein Radrennen. Leipzig - Werder sind ca. 145 km in 8 Stunden inkl. Pannen und Pausen. Bei etwa 6 Stunden reiner Fahrtzeit kommt man im Durchschnitt auf 24,x km/h. Man fährt aber nicht allein, sondern in einer Gruppe, wobei Windschatten und Gruppendynamik ihr übrigens tun. 2019 bin ich auf der Sternfahrt-Route Stettin-Eberswalde-Berlin mit einem 16 Zoll Faltrad ohne Gangschaltung mit einem Übersetzungverhältnis 48/15 gefahren. Das war gut zu schaffen. Die Strecke war etwa gleich lang, wir sind allerdings in Stettin schon um 21:30 los und nicht nur Asphalt gefahren, sondern auch Singletrack im Wald und am Kanal. Trotz mindestens drei Platten in der Gruppe und einer fast einstündigen zusätzlichen Pausen am Oderdeich waren wir um kurz vor 07:00 in Eberswalde. Abfahrt dort war dann um 07:30. Die jüngsten Radfahrenden waren übrigens ca 13-14 Jahre alt.Die Nacht durchzufahren war auch nicht so schlimm. Der Sekundenschlaf kam bei mir erst kurz vor Biesenthal. Nach dem Frühstück in Biesenthal fühlte ich mich dann auch wieder besser. Ich kann Nachtfahrten in größeren Gruppen in moderatem Tempo nur empfehlen. Macht einen Riesenspaß!

  • Naja — unter der heute verkündeten Maßgabe, bis Ende August keine Großveranstaltungen zuzulassen, hat sich die Fahrradsternfahrt Berlin Anfang Juni wohl schon erledigt. Das gilt wohl auch für eine Reihe anderer Sternfahrten und Fahrradveranstaltungen wie die Hamburger Cyclassics.


    Mal sehen, wie mit dem Ersatztermin für die Hamburger Fahrradsternfahrt am vorletzten Tag im August verfahren wird:


  • Mal sehen, wie mit dem Ersatztermin für die Hamburger Fahrradsternfahrt am vorletzten Tag im August verfahren wird:

    Der wurde nun auch abgesagt, obwohl der Termin nur einen Tag vor Ende des Veranstaltungsverbotes liegt. Ich hatte gedacht, bei einer Sternfahrt, bei der man ja durchaus noch ein bisschen Abstand halten kann, so ganz kurz vor Schluss hätte man noch etwas regeln können, aber vielleicht ist auch einfach das Risiko zu groß, dass das Veranstaltungsverbot noch weiter ausgedehnt wird: https://www.fahrradsternfahrt.info/

  • Ich gehe derzeit davon aus, dass Großveranstaltungen auch nach dem 31.08. nicht erlaubt sein werden. Solange die Bevölkerung nicht geimpft ist oder nachgewiesen ist, dass ein großer Teil aufgrund einer überstandenen Infektion immunisiert ist, werden Zusammentreffen größerer Gruppen vermieden werden müssen. Die Frage wird also eher sein, ob es 2021 wieder eine Sternfahrt geben wird. Das hängt davon ab, wann ein Impfstoff in ausreichender Menge vorhanden sein wird. Vielleicht sehe ich das zu pessimistisch, aber wenigstens kann man mich nur noch positiv überraschen ;)

  • Gerade eben wurde auch das Volksradfahren in Munster abgesagt:


    werden Zusammentreffen größerer Gruppen vermieden werden müssen

    Das ist sicherlich richtig und insofern auch nachvollziehbar, dass Konferenzen und Festivals abgesagt werden. Nun fehlt mir natürlich die fachliche Expertise, um solche Aspekte zu beurteilen, aber ich hätte gedacht, dass beispielsweise beim Volksradfahren relativ problemlos ein großzügiger Abstand eingehalten werden kann. Dort sind zwar insgesamt auch mehrere tausend Menschen mit ihrem Rad unterwegs, aber auf zwei riesige Truppenübungsplätze verteilt. Nach meinem Verständnis wäre da das Infektionsrisiko nicht sonderlich größer als in der Bahn oder beim Einkaufen, wobei man beim Einkaufen natürlich nur eine Viertelstunde im Supermarkt unterwegs ist und keine sechs Stunden auf dem Rad.

  • Derzeit wird Vieles einfach pauschal behandelt, weil die Entscheidungen unter Zeitdruck gefällt werden mussten. Ich hoffe sehr, dass die Beschränkungen zunehmend gelockert werden, wenn nachgewiesen wird, dass bestimmte Abstandsregeln eingehalten und Hygienemaßnahmen gewahrt bleiben. Das müsste dann allerdings im Einzelfall entschieden werden und anstatt alles pauschal zu verbieten müssten Leitlinien aufgestellt werden, anhand derer die Maßnahmen zu beurteilen sind. Da es das bislang noch nicht gibt, wird halt einfach alles abgesagt.

    Ich sehe auch einen Unterschied zwischen dem Volksradfahren und der Fahrradsternfahrt. Die Frage ist, ob es ein Veranstalter auf sich nehmen will, die Verantwortung zu übernehmen. Beim Volksradfahren läge es doch letztendlich eher in der Eigenverantwortung der Teilnehmer, ausreichenden Abstand zu anderen zu halten, während das bei der Sternfahrt kaum möglich ist. Da wir aber in Deutschland leben, würde sich sicherlich irgendein Anwalt finden, der dem Ausrichter einen Strick daraus drehen würde, wenn das nicht überall klappt. Vielleicht wäre auch einfach der Aufwand für den Ausrichter zu groß, auf dem riesigen Areal überall Vorkehrungen zu treffen, dass sich die Leute bloß nicht zu nahe kommen.