Hamburg: Stadtbahn oder U5?

  • Das Abendblatt passend zur NDR
    Themenwoche: “Isch habe gar kein Fahrrad“ Seite 7
    Vielen Dank an Florian Heil für die wunderbare Satire...


    Interessanter finde ich da die mir als Empfehlung angezeigte Planung einer U5 als Verbindung zwischen Steilshoop und Lurup über den Hauptbahnhof. Sogar der Linienweg des Metrobus 5 soll abgefahren werden, wobei ja fraglich ist, ob die ganzen Pendler und Studenten aus den vollgestopften Doppelgelenkbussen tatsächlich Lust auf eine unterirdische Bahn haben. Und die Kosten von 3,5 Milliarden Euro werden sich wohl auch noch vervielfachen…

  • Nicht "Hamburg" plant die U-Bahnen, sondern die SPD! Die SPD ist (zum Glück!!!) nicht Hamburg. Die Stadtbahn soll auf keinen Fall kommen, sondern man will Menschen, die in Hamburg umweltfreundliche öffentliche Verkehrsmittel benutzen, unter der Erde im Dunkeln fahren lassen, damit die lärmenden, giftigen Umweltvernichtungsmaschinen draußen spielen können. Einen anderen Grund dürfte es kaum geben. Selbst die CDU möchte inzwischen die Stadtbahn. Kein normaler Mensch würde eine Fahrt unter der Erde einer unter freiem Himmel vorziehen. Warum auch? Schon gar nicht, wenn es die zehnfache Summe an Steuergeldern kostet!

    Die SPD zeigt ihr wahres Gesicht. Betonfraktion. Vorgestriges Denken. Diese Partei ist nicht in der Lage, zu erkennen, dass das Auto als Verkehrsmittel in der Stadt keine Zukunft hat. Meine Stimme gibt's weder bei der nächsten, noch bei irgendeiner Wahl überhaupt für die SPD.

    "Terrorismus ist der Krieg der Armen und der Krieg ist der Terrorismus der Reichen"
    Peter Ustinov

  • Nicht "Hamburg" plant die U-Bahnen, sondern die SPD! Die SPD ist (zum Glück!!!) nicht Hamburg. Die Stadtbahn soll auf keinen Fall kommen, sondern man will Menschen, die in Hamburg umweltfreundliche öffentliche Verkehrsmittel benutzen, unter der Erde im Dunkeln fahren lassen, damit die lärmenden, giftigen Umweltvernichtungsmaschinen draußen spielen können. Einen anderen Grund dürfte es kaum geben. Selbst die CDU möchte inzwischen die Stadtbahn. Kein normaler Mensch würde eine Fahrt unter der Erde einer unter freiem Himmel vorziehen. Warum auch? Schon gar nicht, wenn es die zehnfache Summe an Steuergeldern kostet!


    Ganz pragmatisch betrachtet ist eine U-Bahn aber nunmal leistungsfähiger als eine Stadtbahn. Da Kostenargument galt sicherlich auch schon vor 100 Jahren, als Hamburg ein dichtes Straßenbahnnetz hatte. Dennoch hat man damals die nicht gerade billige Ringlinie gebaut. Und das war gut so.


    Die S4 nach Ahrensburg ist dann auch doof? Weil - kostet viel. Wäre da nicht auch eine Straßenbahn sinnvoll?

  • Als ehemaliger Bremer mag ich einwerfen, dass Straßenbahnen aber immer noch deutlich leistungsfähiger und deutlich bequemer als Busse sind und ein dichteres Netz als U-Bahnen ermöglichen. Dort wo in Bremen die Straßenbahn eigene Schienen hat, werden die auch ganz schön schnell. Ich würde hier kein entweder oder sehen. Ein effektiver Nahverkehr in Hamburg braucht beides (und weniger Busse).

  • Panke : Dürfen die bei euch denn schneller als 50 km/h fahren?
    Unterirdisch fahren die in vielen Städten häufig (legal) mit 80 km/h. Oberirdisch zumindest hier in Köln häufig > 60 km/h, aber illegal.
    Ob das ein Grund ist, warum hier soviele tödliche Verkehrsunfälle mit Straßenbahnen passieren? Bei der U-Bahn liest man so gut wie nie von tödlichen Unfällen (Selbstmorde ausgenommen).


    Wiegt so eine U-Bahn nicht 72 Tonnen? Wenn dort zu den Randzeiten 10 Leute drin sitzen, macht das über 7 Tonnen pro Person. Aber da die Straßenbahn umweltfreundlicher ist, wird sie an den Kreuzungen gegenüber dem Individualverkehr (ja, auch gegenüber dem Fahrrad) bevorzugt.


    Ich will damit nur sagen: Insgesamt ist das Thema U-Bahn sehr komplex und es gibt viele Argumente dafür und dagegen.


  • Wiegt so eine U-Bahn nicht 72 Tonnen? Wenn dort zu den Randzeiten 10 Leute drin sitzen, macht das über 7 Tonnen pro Person. Aber da die Straßenbahn umweltfreundlicher ist, wird sie an den Kreuzungen gegenüber dem Individualverkehr (ja, auch gegenüber dem Fahrrad) bevorzugt.


    Das Ergebnis ist für den Bus nicht günstiger, wo "zu den Randzeiten" auch schon mal nur noch ein Fahrgast drin sitzt, desgleichen für die Straßenbahn.
    Dass ÖPNV bei Kreuzungsregelungen bevorzugt wird, finde ich auch als Radfahrer völlig richtig, da hier (außerhalb der von Dir angeführten Randzeiten, also weitaus meistens) viel mehr Personen einen Nutzen von der Verkehrsregelung haben und dies dem legitimen Ziel eines öffentlich geförderten Nahverkehrs entspricht, diese möglichst zügig zu transportieren.

  • Die S4 nach Ahrensburg ist dann auch doof? Weil - kostet viel. Wäre da nicht auch eine Straßenbahn sinnvoll?


    Ich würde die Frage umdrehen: Weshalb sollen sich Menschen überhaupt unter der Erde fortbewegen? Wir sind keine Maulwürfe, viele haben Platzangst und können deshalb niemals U-Bahn fahren. Eine Stadtbahn ist erheblich leistungsfähiger, als ein Bus. Das Gewicht pro Nase halte ich für nebensächlich, solange die Energie regenerativ erzeugt wird. Busse emittieren tödlichen Feinstaub.


    Auch als Tourist (Hamburg ist eine Touristen-Hochburg) möchte ich viel lieber etwas von der Stadt sehen, als unter der Erde von einem Stadtteil zum nächsten zu fahren. Und dann die Kostendifferenz: Faktor zehn! Das Geld kommt nicht aus einem Füllhorn. Die Steuereinnahmen werden an -zig anderen Stellen nötiger gebraucht, als für überflüssige Tunnelbauten.


    Das Problem sind die Autos! Werden diese drastisch reduziert, hat eine Stadtbahn weitgehend freie Fahrt. Sie sollte eine Führung bekommen, die unabhängig von Staus ist. An vielen Hauptstraßen kann dies eine der beiden Fahrstreifen sein. Solange sich die Politik nicht traut, gegen den überbordenden MIV vorzugehen, haben wir verkehrspolitischen Stillstand.

    "Terrorismus ist der Krieg der Armen und der Krieg ist der Terrorismus der Reichen"
    Peter Ustinov

  • Wenn Du die Stadt nicht auf einem freien Feld neu erstellst, sondern die Bahn in die vorhandene Stadt integrieren möchtest, ist es unter Umständen erheblich einfacher - und vielleicht nicht einmal so viel teurer - die Bahn unter der Stadt hindurch zu buddeln, also U- statt Stadtbahn. Selbst mit der schnellsten Straßenbahnverbindung und freien Trassen bin ich außerdem über größere Strecken nicht einmal halb so schnell wie mit der U-Bahn, weil Straßenbahnen ca. alle 500 m halten, U-Bahnen ca. alle 1000 bis 2000 m. Wenn viele Pendler große Strecken durch eine Stadt zurücklegen müssen, kann also die schnelle U-Bahn mit ihren großen Transportkapazitäten erhebliche Vorteile bieten.

  • Die SPD zeigt ihr wahres Gesicht. Betonfraktion. Vorgestriges Denken. Diese Partei ist nicht in der Lage, zu erkennen, dass das Auto als Verkehrsmittel in der Stadt keine Zukunft hat. Meine Stimme gibt's weder bei der nächsten, noch bei irgendeiner Wahl überhaupt für die SPD.


    Bei der letzten Wahl zog die SPD in die Landesregierung mit dem Argument "die Stadtbahn sei zu teuer für Hamburg und der Bus preiswerter und leistbar" (Elbluftschloss und U4 lassen grüssen) und DIE Alternative. Jetzt die Kehrtwende und das ALLERTEUERSTE was geht? Kann man diese Partei jemals wieder wählen?????


  • Ganz pragmatisch betrachtet ist eine U-Bahn aber nunmal leistungsfähiger als eine Stadtbahn. Da Kostenargument galt sicherlich auch schon vor 100 Jahren, als Hamburg ein dichtes Straßenbahnnetz hatte. Dennoch hat man damals die nicht gerade billige Ringlinie gebaut. Und das war gut so.


    Die S4 nach Ahrensburg ist dann auch doof? Weil - kostet viel. Wäre da nicht auch eine Straßenbahn sinnvoll?


    Wieso bauen selbst die Münchner, die seit 1972 ein komplett neues U-Bahn-Netz in den Boden gestampft haben und immer noch ergänzen, trotzdem weiterhin ganz neue Tramlinien?

  • Unterirdisch fahren die in vielen Städten häufig (legal) mit 80 km/h. Oberirdisch zumindest hier in Köln häufig > 60 km/h, aber illegal.


    Hamburg hat keine Stadtbahn wie Köln, Düsseldorf, Essen, Dortmund, Frankfurt usw., sondern eine echte U-Bahn wie auch München, Berlin, Nürnberg oder NYC. Übrigen soll der U-Bahn-Betrieb ähnlich wie in Paris oder Kopenhagen in den nächsten Jahren auf führerlosen Betrieb umgestellt werden. Das geht bei Stadtbahnstrecken im Mischbetrieb (Tunnel / Straße) wie in Köln wohl eher nicht.


    Die Fahrzeuge laufen im Betrieb 80 km/h. Wünschenswert wären ggf. auch 100 km/h auf den langen Außenästen in die Walddörfer und nach Norderstedt (in Hamburg fährt man von Norderstedt-Mitte zum Jungernstieg 36 min / Luftlinie 17 km). Die Hamburger S-Bahn darf im Citytunnel nur 60 km/h fahren.

  • Ob das ein Grund ist, warum hier soviele tödliche Verkehrsunfälle mit Straßenbahnen passieren?


    Das liegt daran, dass die Stadtbahn oder Straßenbahn in Köln auf eigenem Gleiskörpern mitten auf den Straßen fahren. Diese haben eine extreme Trennwirkung in den Straßenräumen. An den Übergängen haben es viele Menschen gern eilig und laufen halbwegs blind an den Querungsstellen über die Gleise, um zum Hochbahnsteig auf der anderen Seite zu kommen. Im U-Bahn-Tunnel hat es keine niveaugleichen Kreuzungen zwischen Bahn / Radler / Fußgänger.

  • Ich würde die Frage umdrehen: Weshalb sollen sich Menschen überhaupt unter der Erde fortbewegen? Wir sind keine Maulwürfe, viele haben Platzangst und können deshalb niemals U-Bahn fahren. Eine Stadtbahn ist erheblich leistungsfähiger, als ein Bus. Das Gewicht pro Nase halte ich für nebensächlich, solange die Energie regenerativ erzeugt wird. Busse emittieren tödlichen Feinstaub.


    Es ist auch eine Frage der Haltestellenabtände und der Haltestellendichte. Das Verkehrsmittel sollte in Abhängigkeit von der Distanz gemacht werden. Für drei Meterchen U-Bahn bis zur Hafencity mit zwei Statiönschen und einem extrem langen Tunnel ist gar nichts erreicht. In die Gesamtreisezeit muss bei iener U-Bahn immer der längere Anmarschweg zur Station einbezogen werden, wie auch der Abstieg in den Keller. Die Anmarschzeit muss bis zum Bahnsteig im Keller gezählt werden und nicht per Mausklick auf dem virtuellen Stadtplan. In der Hafencity liegen die Bahnsteige ja auch ein wenig tiefer wegen des Wassers . . .


    Unter Rotgrün sollte die Stadtbahn anfangs noch zum Flughafen gebaut werden. Damals war die Fahrzeit der geplanten Stadtbahn gleich lang wie die der heutigen S-Bahn!!!! Die Stadtbahn aber erschloss neue Stadtteile, die bislang nicht mit einem Schienenverkehrsmittel angebunden waren, und auf dieser Strecke hätte es mehr Haltestellen gegeben als mit einer U-Bahn. Nachteilig: Das viele Gepäck der Fluggäste in der Stadtbahn. Mit der ursprünglich in die Hafencity geplanten Stadtbahn hätte es eine absolut direkte Verkehrsführung gegeben über Bergstraße, Brandstwiete, St. Annen. Dort hätte es dann auch Haltestellen gegeben. Die Fahrzeit wäre sicherlich nicht länger gewesen, und wer heute beispielsweise von Norderstedt kommend mit der U1 umsteigen will am Jungfernstieg zur Hafencity-U4 oder mit der S-Bahn von Reeperbahn kommt, der muss irre lange Wege am Knoten Jungfernstieg zurücklegen, weil der Bahnsteig dort auf allertiefster Sohle liegt.


    Sicherlich ist eine Straßenbahn nicht das Verkehrsmittel erster Wahl um nach Ahrensburg (oder gar Bargteheide) zu fahren (Jungfernstieg - Ahrensburg sind 20,6 km per Luftlinie). Es hat auch nie eine Straßenbahn von Hamburg nach Ahrensburg gegeben. Dafür ist es zu weit.

  • Eine U-Bahn ist schneller, emittiert keinen Lärm (und bei guter Konstruktion auch wenig bis keine Erschütterungen, es sei denn wir sind in Köln), und lässt sich auch abseits der Straßen bauen.


    Teuer ist eine U-Bahn beim Bau. Die Betriebskosten sind akzeptabel. Ich finde dieses ideologische "is zu teuer" gebrabbel ziemlich nervig. Ein U-Bahn-Tunnel ist auch in 200 Jahren noch nützlich.

  • Eine U-Bahn ist schneller, emittiert keinen Lärm (und bei guter Konstruktion auch wenig bis keine Erschütterungen, es sei denn wir sind in Köln), und lässt sich auch abseits der Straßen bauen.


    Teuer ist eine U-Bahn beim Bau. Die Betriebskosten sind akzeptabel. Ich finde dieses ideologische "is zu teuer" gebrabbel ziemlich nervig. Ein U-Bahn-Tunnel ist auch in 200 Jahren noch nützlich.


    Die klammen Kommunen im Ruhrpott bedauern allerdings mittlerweile, das sie ihre Straßenbahnen in U-Stadtbahnen umgewandelt haben. Boch um hat die Umstellung der 302 und weiterer Linien eingestellt, auch in Gelsenkrichen ist nicht mehr daran zu denken das alte U-Stadtbahnkonzeot weiterzuführen. In Dortmund wurde die Ost-West-Durchmesserlinie zwar in den Innenstadt in den Tunnel verlegt, doch nun weiß niemand was mit dem breiten Straßenraum ohne Straßenbahn angestellt werden soll - ohne Autos und und Straßenbahn breit und öde.


    Der Unterhalt einer U-Station ist wesentlich teurer als bei einer Niederflur-Stadtbahn. Rolltreppen, Fahrstühle, die Tunnelanlagen. Für die Ruhrpottstädte schwappt nun eine Renovierungswelle an für die in den 70er Jahren begonnen Tunnelstrecken.


    "Is zu teuer" - jeder hat seine Meinung dazu, auch jeder will Radfahrer sein, auch wenn er nur 3x im Jahr am Sonntag um die Alster radelt, weiß er doch perfekt wo es hakt und wie dem Radverkehr geholfen werden könne - siehe Schipelius aus Berlin.