Der Brompton-Thread!

  • Kein Faltpedal finde ich doof, vieles andere ist verzichtbar.

    „Zeigen wir dem staunenden Ausländer einen neuen Beweis für ein aufstrebendes Deutschland, in dem der Kraftfahrer nicht nur auf den Autobahnen, sondern auf allen Straßen durch den Radfahrer freie, sichere Bahn findet.“ (Reichsverkehrsministerium, 1934)

  • Kein Faltpedal finde ich doof

    Ich fürchte, ohne Faltpedal verdirbt man sich relativ schnell den Spaß am gesamten Faltrad. In der Bahn ist beispielsweise ohne eingeklapptes Pedal an vielen Stellen kein Platz für das Brommie, es passt außer im Mehrzweckabteil an so gut wie keinen der bevorzugten Plätze, beim Schieben oder Tragen wiederum stößt man sich vermutlich schnell den Unterschenkel oder das Knie blutig.


    Immerhin ist das aber ein behebbarer Mangel: Altes Pedal abschrauben, Faltpedal anschrauben. Mich wundert ja, dass es für die linke Seite überhaupt ein normales Pedal gibt, das muss ja mit dem entsprechenden Gewinde extra produziert werden?

  • Das B75 hat den originalen, "alten" M Lenker, der in den Rädern vor 2017 verbaut wurde, sowie die Schalt- und Bremshebel der vorigen Generation - die wir persönlich übrigens sehr schätzen. Es verzichtet auf Schutzbleche und Faltpedal, Pentaclip und Licht. Es kommt serienmässig mit 3 Gängen und 44Z Kettenblatt - und ist ausschließlich in der (wunderschönen) Farbe Water Blue erhältlich.

    Moin zusammen!


    Habe mich gerade erst angemeldet. Bin seit 6 Jahren zwischen dem Ruhrpott und Köln mit Bahn und Brompton unterwegs und liebäugel mit einem neuen Exemplar. Daher hier die Frage, wie sich genau der neue M-Lenker und die Schalter von den alten unterscheiden.


    Chris

  • Daher hier die Frage, wie sich genau der neue M-Lenker und die Schalter von den alten unterscheiden.

    Die alten Schalthebel sitzen oben auf dem Lenker, siehe hier auf den Fotos weiter unten. Die neuen Schalthebel bilden mit dem Bremshebel eine integrierte Einheit und sitzen unterhalb des Lenkers. Ich finde die integrierten Hebel deutlich besser, aber das ist letztlich vermutlich auch Geschmackssache.


    Beim M-Lenker hat sich nach meiner Kenntnis nur der Winkel ein bisschen geändert. Der alte M-Lenker bildete quasi rechte Winkel, der neue ist ein ganz kleines bisschen gebogen, so dass die Außenseiten der Griffe ein bisschen nach oben zeigen.

  • Die alten Schalthebel sitzen oben auf dem Lenker, siehe hier auf den Fotos weiter unten. Die neuen Schalthebel bilden mit dem Bremshebel eine integrierte Einheit und sitzen unterhalb des Lenkers. Ich finde die integrierten Hebel deutlich besser, aber das ist letztlich vermutlich auch Geschmackssache.


    Beim M-Lenker hat sich nach meiner Kenntnis nur der Winkel ein bisschen geändert. Der alte M-Lenker bildete quasi rechte Winkel, der neue ist ein ganz kleines bisschen gebogen, so dass die Außenseiten der Griffe ein bisschen nach oben zeigen.

    Wunderbar. Vielen Dank!

  • Ich fürchte, ohne Faltpedal verdirbt man sich relativ schnell den Spaß am gesamten Faltrad. In der Bahn ist beispielsweise ohne eingeklapptes Pedal an vielen Stellen kein Platz für das Brommie, es passt außer im Mehrzweckabteil an so gut wie keinen der bevorzugten Plätze, beim Schieben oder Tragen wiederum stößt man sich vermutlich schnell den Unterschenkel oder das Knie blutig.

    Ich habe das B75 beim Fahrradladen um die Ecke im Fenster gesehen und es macht auf mich irgendwie einen, ich sag mal vorsichtig, ausgesprochen günstigen Eindruck. Mein erster Gedanke war: Das klappert bestimmt wie so ein Baumarkt-Faltrad, mein zweiter Gedanke war: So viel zum Klappern ist da ja gar nicht dran.


    Ich weiß nicht — die Komponenten sind zwar alle nicht besonders alt und wurden bis 2017 an jedem normalen Brompton verbaut, aber in Gegenwart der anderen Brommies kommt das B75 doch etwas, naja, „billig“ daher. Und ausgerechnet die Sache mit dem nicht einklappbaren linken Pedal kapiere ich nicht so ganz, weil dort meines Erachtens das Verhältnis zwischen finanzieller Einsparung und dem praktischen Nutzen sehr weit auseinander klafft.

  • Hat jemand irgendeine Idee zu diesem Orchester, das ich zu gerne entlassen möchte?

    Nun klingelt es nach knapp dreimonatiger Pause schon wieder. Die Fahrt zum Bahnhof hat das Rad mit stoischer Ruhe ertragen, aber vom Bahnhof nach Hause wurde wieder tüchtig gebimmelt. Entweder ist dem Faltrad die Zugfahrt oder die lange Standzeit nicht bekommen.


    Und obwohl es quasi im Moment nur ein akustisches Problem ist, nervt mich die Sache ungemein. Nur müsste ich das Rad zur Inanspruchnahme meiner Gewährleistungsansprüche wieder in den Laden nach Hamburg schleppen, der von meiner Haustür ungefähr zwei Stunden mit Faltrad, Bus und Bahn entfernt ist. Dafür muss ich dann einen halben Tag Urlaub nehmen, denn pandemiebedingt hat der Laden am Wochenende geschlossen.


    Weil sich jegliche Geräusche am Fahrrad immer ausgesprochen schlecht erkennen und abstellen lassen, kenne ich das Ergebnis schon jetzt: Man wird keinen Fehler reproduzieren können und mir das Rad wieder in die Hand drücken, den nächsten halben Urlaubstag inklusive. Das mag ich der Werkstatt auch gar nicht vorwerfen wollen, denn wie es der Vorführeffekt verlangt, treten solche Probleme ja tatsächlich immer nur in ungünstigen Fällen und niemals in Gegenwart fachkundiger Personen auf.


    Das Spielchen kann ich dann entweder ein paar Mal treiben und meine Urlaubstage verbraten oder ich warte einfach noch mal acht- bis zwölftausend Kilometer ab, bis dann die nächste Felge fällig wird.


    Ich neige ja momentan, Option 2 zu bevorzugen, obwohl mich dieses ständige Gebimmel echt wahnsinnig macht.

  • Drück die Speichen doch mal richtig, dass sich das entspannt. Eigentlich ist es genau umgekehrt, man hat manchmal am Anfang ein Singen, dass nach kurzem fahren vorbei sein sollte, bzw. durch drücken der Speichen gibt sich das dann. Vielleicht hat sich ja im Kampf um Platz bei deinem Radl im Zug einige Speichen verschoben, die jetzt gerne wieder an Ihrem angestammten Platz wären.

  • Drück die Speichen doch mal richtig, dass sich das entspannt. Eigentlich ist es genau umgekehrt, man hat manchmal am Anfang ein Singen, dass nach kurzem fahren vorbei sein sollte, bzw. durch drücken der Speichen gibt sich das dann. Vielleicht hat sich ja im Kampf um Platz bei deinem Radl im Zug einige Speichen verschoben, die jetzt gerne wieder an Ihrem angestammten Platz wären.

    Die Speichen sind es leider nicht, an denen habe ich schon herumgerissen wie blöde. Ich tippe mittlerweile eher darauf, dass die Schaltung aufgrund unsachgemäßer Handhabung einen abbekommen hat und nun während der Fahrt ihr Leid klagt. Das mag dann aufgrund der entstehenden Vibrationen so klingen, als ob die Speichen aneinander reiben.


    Das ist allerdings auch keine befriedigende Erkenntnis, denn einerseits ist die Schaltung dann kaputt, andererseits erklärt es noch nicht, warum das Problem relativ termingenau mit dem Tausch der Felge aufgetreten ist.

  • Am Sonnabend war ich mit dem Rad noch mal in der Gärtnerstraße, aber da schlug natürlich gleich der Vorführeffekt zu und das Rad hielt schön die Klappe. Am Sonntag und Montag fuhr ich die alten Strecken der Schleswiger Kreisbahn ab und ich war zwischendurch dermaßen angepisst, dass ich das Rad am liebsten in den Graben geschmissen hätte: Es klingelte nicht nur unablässig in einer Lautstärke, als ob eine Marschkapelle hinter mir her wäre, sondern begann auch noch merklich beim Treten zu ruckeln, als ob die Schaltung tatsächlich so langsam den Geist aufgäbe.


    Weil ich die Befürchtung habe, mit dem Rad über kurz oder lang liegenzubleiben, habe ich mir jetzt für lockere 235 Euro ein neues Laufrad mit 6-Gang-Schaltung bestellt. Ich bin es dermaßen leid, das Ding verdirbt mir den ganzen Spaß am Radfahren. Und ich kann ja nun nicht ewig mit jeweils einem halben Urlaubstag nach Hamburg gurken, wenn sich das Problem weder reproduzieren noch lokalisieren lässt.

  • In den letzten zwei Monaten habe ich mal wieder ein paar Verschleißteile gewechselt, beziehungsweise wechseln lassen:

    • Das Hinterrad mit der defekten Gangschaltung habe ich jetzt einfach ausgetauscht für flockige 230 Euro. Ich hatte aus das komische Gebimmel keine Lust mehr, zumal auch das Schalten so langsam nicht mehr ganz so flüssig lief und offenkundig etwas defekt war. Seitdem ist immerhin Ruhe. Das ist aber kein Verschleißteil im eigentlichen Sinne, für eine defekte Gangschaltung nach so wenigen Kilometern muss man sich schon dumm anstellen.
    • Mitte Juli legte ich mir während einer längeren Radtour einen ordentlichen Platten zurecht, wonach sich herausstellte, dass die Mäntel mittlerweile einem Schweizer Käse glichen. Klar, 16"-Reifen haben einen Umfang von rechnerisch 1,28 Metern und verschleißen damit schneller als die sonst üblichen 28"-Reifen mit einem Umfang von 2,23 Metern. Ein neues Paar Schwalbe Marathon Racer hat 60 Euro gekostet.
    • Pünktlich bei Kilometer 9.500 begann das Tretlager Mätzchen zu machen, knarzte und knackte und war wohl schon einigermaßen verschlissen.
    • Bei der Gelegenheit habe ich auch gleich das Steuerlager tauschen lassen, das bereits ganz leicht in der Geradeaus-Position einrastete, weil dort im Kugellager der Verschleiß am größten ist. Mit dem Steuerlager haben die Leute in der Werkstatt wohl ganz ordentlich gekämpft, und das sieht man dem Rad leider auch an, das von diesem Kampf einige Spuren davongetragen hat. Und das blödeste ist: So verschlissen war das Lager wohl noch gar nicht, das hätte vielleicht auch noch ein paar tausend Kilometer geschafft, hätte man es noch mal ordentlich eingestellt. Die beiden Lager wurden für insgesamt 120 Euro getauscht.

    Die nächste Baustelle wartet schon: Nachdem ich das Rad gestern aus der Werkstatt abgeholt habe, bin ich heute mit einem platten Vorderreifen zum Bahnhof gefahren. Wird zum Austausch des Steuerlagers zufällig das Vorderrad ausgebaut und die Leute haben lieber die Luft abgelassen als die Felgenbremsen zu lösen? Oder ist da schon wieder etwas defekt?

  • Wird zum Austausch des Steuerlagers zufällig das Vorderrad ausgebaut und die Leute haben lieber die Luft abgelassen als die Felgenbremsen zu lösen? Oder ist da schon wieder etwas defekt?

    Es wird natürlich die komplette Gabel ausgebaut, das schließt dann die Felgenbremse mit ein. Vermutlich ist es also der nächste Platten. Schwalbe Marathon Racer haben halt in Sachen Pannenschutz noch Luft nach oben. Wie Du schon selber schreibst, ist der Radumfang fast nur halb so groß im Vergleich zu einem 622er, was mich erst recht zu einem maximalen Pannenschutz greifen ließe. Aber ok, ich bin da mit meinem Robustheitsanspruch nur bedingt ein tauglicher Maßstab.

  • Vermutlich ist es also der nächste Platten.

    Es war im Endeffekt eine Kombination aus einem nicht ganz aufgepumpten Reifen und einem zu fest eingebauten Steuerlager.


    Mir war ja bewusst, dass man nicht nur mit dem Lenker lenkt, sondern auch mit Gewichtsverlagerungen, aber mir war nicht klar, wie anstrengend die Fahrt ist, wenn das Steuerlager zu fest sitzt. Weil das Vorderrad nicht „frei schwingt“, muss ich ständig gegenlenken und kam anfangs kaum vernünftig um die Kurve. Ich habe immer noch nicht die richtige Einstellung gefunden, ab der das Steuerlager dann fluffig genug läuft — ich teste das immer, indem ich zaghaft versuche freihändig zu fahren, denn dann müsste sich das Rad ja mittels Balancierbewegungen geradeaus lenken lassen.


    Den Lackschaden haben wir gestern Abend auch behoben: Erst mit Isopropanolalkohol das ganze Fett abwischen, das dort noch vom Einbau des neuen Steuerlages klebte, dann mit Touch-up-Paint aus diesem Shop die Stelle ausgebessert. Der Lack passt farblich auch nicht hundertprozentig, aber deutlich besser als der vorige Versuch. Hauptsache ich gucke da im ICE nicht ständig drauf, dort hatte ich den Lackschaden ja quasi permanent im Blick.


  • Weil das Vorderrad nicht „frei schwingt“, muss ich ständig gegenlenken und kam anfangs kaum vernünftig um die Kurve. Ich habe immer noch nicht die richtige Einstellung gefunden, ab der das Steuerlager dann fluffig genug läuft — ich teste das immer, indem ich zaghaft versuche freihändig zu fahren, denn dann müsste sich das Rad ja mittels Balancierbewegungen geradeaus lenken lassen.

    Ich habe (natürlich ;)) einen Gewindesteuersatz, da ist die Einstellung recht einfach und auch einfach zu korrigieren. Bei einem Aheadsteuersatz ist es wohl etwas schwieriger, aber auch kein Hexenwerk. Die Gabel muß leicht und frei beweglich sein, ohne bei Belastung "auszuschlagen", der Spielraum dafür ist bei beiden gängigen Steuersatztypen sehr klein, aber man bekommt es auch ohne Werkstatt mit etwas Feingefühl selber hin (siehe Video). Noch als wichtiger Hinweis: Zu lange sollte der Steuersatz nicht zu fest sitzen, sonst kann man gleich einen neuen einbauen!


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  • Ich weiß mittlerweile, wie das funktioniert ;-) Ich habe im Brommie auch einen Gewindesteuersatz und mir gleich die passenden Maulschlüssel besorgt. Ich scheue mich allerdings davor, den Steuersatz allzu lose zu drehen, weil der alte Steuersatz im Juli bei einer längeren Radtour schließlich derart locker saß, dass es bei kleinen Unebenheiten auf der Fahrbahn schon ordentlich knallte.

  • Ich scheue mich allerdings davor, den Steuersatz allzu lose zu drehen, weil der alte Steuersatz im Juli bei einer längeren Radtour schließlich derart locker saß, dass es bei kleinen Unebenheiten auf der Fahrbahn schon ordentlich knallte.

    Ich wiederhole mich, mach' es bald, sonst brauchst Du einen neuen. Gewindesteuersätze haben leider die Neigung, sich im Laufe der Zeit zu lockern. Dem kann man aber abhelfen, indem man die Kontermutter kurz vor Befestigung mit Schraubensicherung behandelt, notfalls tut es sogar Sekundenkleber (kein Witz, funktioniert auch).

  • Ich wiederhole mich, mach' es bald, sonst brauchst Du einen neuen.

    Nun hast du mich wieder unruhig gemacht :saint: Ich bin drei Kilometer gefahren, als der noch viel zu fest war, und etwa zwanzig weitere, als der Steuersatz in der Werkstatt schon deutlich gelockert wurde. Ich werde ihn aber nachher noch mal ein bisschen weiter aufdrehen.

  • Malte

    Ich habe ja die gleiche Farbe an meinem Brommi. Magst du mir die genaue Bezeichnung oder einen Link mitteilen?

    Merci!

    „Zeigen wir dem staunenden Ausländer einen neuen Beweis für ein aufstrebendes Deutschland, in dem der Kraftfahrer nicht nur auf den Autobahnen, sondern auf allen Straßen durch den Radfahrer freie, sichere Bahn findet.“ (Reichsverkehrsministerium, 1934)

  • Ich habe gestern mal wieder ein paar Elektrobrommies bestaunt. Offenbar haben die Elektroräder gar keinen Dynamo im eigentlichen Sinne mehr und speisen die Beleuchtung lediglich aus dem Akku für den Motor? Das heißt, wenn ich dann nach 60 oder 80 Kilometern den Akku leergefahren habe (oder ohne die schwere Akkutasche unterwegs bin), geht auch irgendwann das Licht aus? Das ist ja ungünstig.