Beiträge von Fahrbahnradler

    Und hier ist die persönliche Kriegserklärung der Verwaltung an mich: Der Kuhweidenweg ist seit heute auch in der Gegenrichtung benutzungspflichtig. Das heißt, um sicher zur Arbeit und nach hause zu kommen, muss ich nun 2 OWIs am Tag begehen statt nur einer. Dabei hatte die Verwaltung vor einer Woche erklärt, man wolle an den bestehenden Regelungen erst mal gar nichts ändern, bevor der Verkehrsplaner eingestellt ist und seine Arbeit aufgenommen hat.

    Ist sowas ein Thema für die Presse?

    Ich persönlich würde da auf der Fahrbahn fahren und darauf spekulieren, dass man mir ein Knöllchen verpassen will. Eventuell auch in dem Moment, in dem ich einen Huper anzeige.

    Schönes Zitat:

    »Er sei nicht per se gegen mehr Platz für Radler, so der CDU-Politiker. "Wenn sich das ohne Probleme für Fußgänger und Autos machen lässt, sind Fahrradstraßen völlig in Ordnung."«

    Wohlgemerkt: Fußgänger und Autos. Nicht: Fußgänger und Autofahrer.

    Das dürfte einen Grund haben: stehende Fahrzeuge, ob legal oder illegal ...

    Kann man diesen CDU-Politiker nicht mal fragen, wie es sich das vorstellt: Raum für Fahrradstraßen, ohne anderen etwas wegzunehmen?

    Naja, das sehe ich als umstritten. Die allgemeine Ausffassung ist wohl, dass Radfahrstreifen Sonderwege sind und nicht Teil der Fahrbahn.

    Gut, das ist juristische Feinarbeit. Die Grobeinstellung - und mehr darf man wohl von normalen Verkehrsteilnehmern nicht erwarten - ist doch: zwischen den Bordsteinen oder jenseits des Bordsteins (auf dem Hochbord). Und da fährt der Radler vorher niveaugleich mit dem Auto ebenfalls zwischen den Bordsteinen.

    Ich habe noch drei Fotos »von dahoim« gefunden. Was sehen wir auf dem ersten? Eines der ersten bedeutenden Renaissancebauwerke nördlich der Alpen, auf dessen Turmspitze zwei Turnweltmeister schon mal einen Handstand gemacht haben, sowie einen Zug der Karlsruher Stadtbahn. Okay, was noch? Wer den Hamburger Jungfernstieg kennt, ahnt Böses.


    Richtig: Der Fotograf stand auf einem Radweg! Nun aber schnell runter und auf die andere Straßenseite!



    Uuups - wohin führt denn die Radspur? Auf einen [Zeichen 239][Zusatzzeichen 1022-10] mit einem aufs Pflaster gepinselten Fahrrad. Und was machen die, die weiter auf der Fahrbahn radeln wollen? Provozieren ein Hupkonzert.

    So ähnlich habe ich mcih gerade im TSP-Forum geäußert. Aber ich teile den Verdacht eines Foristen aus dem DRF:

    »Alles klar, UdV-Meinungsmanipulatoren, in einigen Wochen ist das Thema msmedial durch und die Politiker haben sich eine Meinung "gebildet". Und die UdVanten wissen das, sonst haetten sie nicht die Dschurnos vorab selektiv mit den zu verbreiteten Haeppchen aus den Daten gefuettert.«

    Ich könnte mir das Überholen über das Gegengleis an den Bahnhöfen vorstellen. Erfordert ggf. den Einbau von zusätzlichen Gleiswechseln und entsprechende Planung der Fahrten und Zugbegegnungen. Bei einem geschlossenen System wie der Hochbahn ist jeder Zug metergenau im Netz ortbar. So, wie deren Computer heute schon die Geschwindigkeiten entsprechend beeinflusst, könnte er auch die Abstände dynamisch anpassen. D.h. der reguläre Zug bleibt eine Minute länger im Bahnhof stehen, fährt aber dann schneller, wenn sein Gleis wieder frei ist. Der Sprinter würde also Zickzack fahren und statt auf freier Strecke zu warten vielleicht auch den einen oder anderen Zwischenbahnhof mitnehmen.

    Ich habe über 20 Jahre im Fahrdienst der DB gearbeitet.

    Wechsel ins Gegengleis bei einem System, das alle zwei bis fünf Minuten je Richtung einen Zug hat, möchte ich mir nicht vorstellen.

    Zickzack fahrende Sprinter auch nicht.

    Es gibt zwar schöne Videos auf Youtube, wie auf Schnellfahrstrecken überholt wird, aber das sind Strecken mit teilweise 20 bis 40 Minuten Abstand zwischen zwei Zügen.

    Für Sprinter bräuchte man eigene Strecken (interpretier mal die Pariser Metro 14 als Sprinter: »Auf einer Gesamtlänge von 8 km bedient sie in einer Gesamtfahrzeit von sieben Minuten neun Stationen, deren durchschnittlicher Abstand 1,1 Kilometer beträgt. Das ist mehr als das Doppelte der sonst üblichen 500 Meter.« (Sagt Wikipedia)

    Also beispielsweise: P+R bei Ahrensburg - S-Ahrensburg - U-Volksdorf - S-Poppenbüttel - U-Langenhorn Markt - S-Airport - mitten unter der City Nord - U-Borgweg - U-Mundsburg - Hbf...

    Wird teuer, so was ...

    Wenn man wie in Hamburg alle Bahnlinien über einen Knotenpunkt führt, wäre es doch eigentlich sinnvoll, wenn es "Sprinter" geben würde. D.H. Linien, die von außerhalb auf mehr oder weniger direktem Weg zu den Umsteigepunkten fahren. In Kombination mit entsprechendend großzügigen P+R- Anlagen wäre das eine echte Entlastung, sowohl für Straßen, als auch für die Bahnlinien selbst.

    Wenn ich aktuell morgens in HH-Schnelsen in die (volle) Bahn steige, muss ich in HH-Eidelstedt in zwei völlig bereits überfüllte S-Bahn-Linien mit Speckgürtel-Pendlern umsteigen. Für eine der beiden Bahnen ist das sogar erst die erste Haltestelle nach dem Startpunkt. Auf der U2 dasselbe. In Niendorf Nord lohnt sich die U-Bahn selbst im Berufsverkehr kaum, ab Niendorf Markt ist der Langzug dann voll. Trotz Abfahrt alle 3 Minuten dort. Und er wird voller... Nördlich von Niendorf Nord ist grüne Wiese. Eine Station mehr, dazu ein großer Parkplatz an der Oldesloer Straße/A7 und Direktzug in die Innenstadt, wären meine Vision.

    Die Frage ist, wo die Sprinter an den normalen Bahnen vorbeiziehen sollen. Denn die würden weit mehr als 5 Minuten gutmachen.

    Ja, Ullie, bei der Investitionsstrategie bin ich ganz bei Dir:

    Wenn man für den Betrag X entweder 10 km U-Bahn bauen und die Fahrspur für die Autos »freimachen« kann oder aber 200 km Straßenbahn in den Straßenquerschnitt setzen kann, dann nimmt der typische deutsche Behördenmichel die 10 km U-Bahn. Aber das muss ja nicht so bleiben (zumal Stadtbahn/Tram schneller zu bauen ist als U-Bahn).

    So, und jetzt stellen wir uns mal die sechsspurigen Asphaltschluchten neu sortiert vor: pro Richtung ein, zwei Spuren weniger für die Autos und dafür Tram und Radfahrspuren. Das verändert die Entscheidungsfindung, welches Verkehrsmittel man nutzt.

    Anders formuliert: Wenn die öffentliche Hand nicht genügend ÖPNV anbietet, um Abwanderer aus den Autos aufnehmen zu können, dann werden die Argumente »die Busse und Bahnen sind doch jetzt schon voll« oder »ich kann nicht 60 Minuten auf den nächsten Bus warten« Totschlagsargumente bleiben.