Beiträge von Fahrbahnradler

    Da steht die Karre aber irgendwo in der Pampa, wo gerade ein Parkplatz frei ist. Und wenn nicht?

    Der Nachmieter muss dann anhand einer ständig wechselnden Ortsbeschreibung erstmal suchen.

    Da lobe ich mir das feste Stations-Sharing à la Greenwheels (Ex-Stattauto). Da weiß ich, wo ich das Auto finde - und manche stehen im Parkhaus, immer trocken, kein Schnee.

    Ich versuche immer, den Begriff »Fahrbahnampel« zu gebrauchen. Passt nicht ganz, weil diese Ampel auch den Radweg auf dem Hochbord regelt, wenn dieser keine eigene Ampel hat, aber zumindest steht die Ampel dort, wo mein Begriff es sagt. Und man kann kurz sagen: »Radfahrer richten sich nach der Fahrbahnampel, außer ...« oder »Die Fahrbahnampel gilt auch für den Radverkehr, wenn ...«

    Es ist ja schon peinlich, wenn die Polizei bei ihrer Aktion dann nicht darauf hinweist, dass Handynutzung unterlassen werden sollte, um solche Unfälle gar nicht erst entstehen zu lassen.

    Aber wäre es denkbar, bei unfallverursachenden Autofahrern statt »übersah« oder »von der Sonne geblendet« in Polizeimeldungen auch mal Folgendes zu lesen?

    »Als eine 44-jährige Bürokauffrau am Montagmittag mit dem Pkw nach Hause fahren wollte, hielt sie ihr Handy in der Hand. Dadurch war sie abgelenkt und achtete beim Einfädeln in den fließenden Verkehr nicht auf eine 11-jährige Radfahrerin. Sie stieß mit der Radfahrerin zusammen, die dadurch zu Boden stürzte und eine Platzwunde am Kopf erlitt.«

    Kannst Du ein Foto hiervon einstellen? Meine Vorstellungskraft verlässt mich gerade...

    Nebenbei: Fußgängerampeln haben seit 1. Januar 2017 für den Radverkehr keinerlei Relevanz mehr.

    Das von Gerhart verlinkte Foto - danke dafür! - zeigt es.

    Die Radfahrer haben dort eine eigene Ampel, die aber zur selben Zeit wie die Fußgängerampel auf Grün schaltet.

    Genau. Vorne, dort wo der Radfahrer steht/schwankt. Ich bin heute wieder mit dem Bus daran vorbeigekommen. Man hat eine in beiden Straßen vorhandene Radfahrinfrastruktur praktisch entsprechend der Schleppkurve einer Sattelschleppers / Lastzuges wegrasiert und - hoffentlich - rechtzeitig vorher eine Haltelinie eingebaut, so dass es kein gleichzeitiges Rechtsabbiegen von Autos und Radfahrern geben kann.

    Bei dieser Gelegenheit:

    Ich möchte bitte für Radfahrer vor dem Dammtorbahnhof getrennte Ampeln für geradeaus und rechts ab. Es ist doch bescheuert, dass rechtsabbiegende Radfahrer nicht gleichzeitig mit rechtsabbiegenden Autofahrern um die Ecke fahren dürfen, sondern warten müssen, bis die Fahrbahnampel auf »rechtsab-Rot« umschaltet und die Fußgängerampel grün wird.

    Ob es jemals eine Partei gibt, die sich das auf die Fahnen schreibt?

    Das wäre doch mal was:

    "Wir erhöhen die Steuern auf Kraftstoffe und in folgendem Dokument steht die wissenschaftlich fundierte Herleitung, warum genau diese Höhe richtig ist."

    Würde wohl eine Nischenpartei bleiben. Denn leider sind solche Dokumente sehr einfach populistisch angreifbar: Einfach das schwächste Argument rausgreifen. Und egal wie irrelevant es für das Gesamtergebnis ist so lange drauf rumreiten, bis die ganze Position diskreditiert ist. Sehr schade, dass solche Taktiken in der Praxis so gut funktionieren. Ich erinnere mich mit Grauen an die Bezeichnung "Professor aus Heidelberg", die Schröders Wiederwahl gesichert hat. Da genügte es schon, dass die gegnerische Position "wissenschaftlich" war und der Drops war gelutscht. Zur Diskussion über Inhalte kam es gar nicht mehr.

    Ich wiederum erinnere mich mit Grauen an die Formulierung "Buchhändler aus Würselen", mit der Martin Schulz plattgemacht wurde. Und "Dachdecker aus Wiebelskirchen" war auch mal eine Beschimpfung.

    Zum Thema Steuervorschläge des Herrn Sinn fange ich jetzt nicht an, sonst muss Malte drei weitere Foren aufmachen ...

    Aber was ich eigentlich schreiben wollte:

    Die von Dir visionierte Partei gibt es doch längst:

    »Die 10. ordentliche Bundesdelegiertenkonferenz von Bündnis 90/Die Grünen fand vom 6. bis 8. März 1998 in Magdeburg statt. Auf dieser Bundesdelegiertenkonferenz (BDK) wurde das Wahlprogramm von Bündnis 90/Die Grünen für die Bundestagswahl 1998 beschlossen. Für ein großes Medienecho sorgte der sogenannte „Fünf-Mark-Beschluss“. Mit diesem Beschluss forderten die Grünen, der Preis für einen Liter Benzin müsse schrittweise auf 5 DM angehoben werden.«

    Gerüchteweise kann sie derzeit vor Kraft kaum laufen ...

    Ich mache mit der Sprachkritik mal weiter.

    »Gegen 5.50 Uhr fuhr ein Nissan auf einem Verbindungsweg von Berkheim nach Unteropfingen. Vor ihm war ein Radfahrer unterwegs. Der Pkw stieß gegen das Zweirad.«

    Das ist Grundschul-Deutsch. Hauptsatz. Punkt. Hauptsatz. Punkt. Hauptsatz. Punkt. Das entspricht ungefähr dem, was Polizisten in ihre Notizblöcke schreiben, wenn sie in freier Wildbahn eine Anzeige notieren, es entspricht aber keiner Presseinformation.

    Dann war »ein Nissan« unterwegs. So ganz autonom? Und was für einer? Micra, Qashwai, Juke, X-Trail, Leaf, E370Z?

    Und der Pkw »stieß« gegen das Zweirad. Ein bisschen Anstupsen, wie beim Parkrempler?

    »Dessen Fahrer prallte gegen die Windschutzscheibe, rollte über das Dach und fiel in den Acker.«

    Klingt wie die letzte Ausgabe von »Wetten Dass« mit Thomas Gottschalk. Hier hat sich aber kein Stuntman auf ein Auto gestürzt, sondern ein Opfer wurde mit solcher Wucht gerammt, dass er hochgeschleudert und über das Auto katapultiert wurde. Bei einem »Anstoßen« wäre der Radfahrer unters Auto gekommen, aber nicht drüber.

    »Dabei erlitt der 55-Jährige schwerste Verletzungen. Er starb noch an der Unfallstelle.«

    Das ist in der Tat korrekt formuliert im Gegensatz zum üblichen »verletzte sich«. Ansonsten schweigt der Linguist. Und der Mitmensch ist wütend und traurig.

    »Den Sachschaden an dem Fahrzeug des 21-Jährige schätzt die Polizei auf ungefähr 1.000 Euro.«

    Das mit dem Sachschaden am Tötungswerkzeug muss offenbar in jede Pressemitteilung. Auch wenn es angesichts eines um Leben gebrachten Menschen mehr als peinlich ist. Aber wenn es schon mal da steht: Ich wurde gestern Zeuge eines Unfalls zwischen zwei PKW bei 10 bis 15 km/h. Frontpartie gegen hintere Seitentür an der C-Säule. Den Sachschaden schätze ich auf 5.000 bis 10.000 Euro. Für 1.000 Euro bekommt man doch nicht mal eine Frontpartie neu lackiert und eine Motorhaube ausgedellt. Was sind das für Fahrzeuge, die kaum eine Schramme abbekommen, wenn ein Mensch ihretwegen stirbt?

    Ach - und jetzt kommt quasi aus dem Nichts ein 21-jähriger ins Spiel. Der fehlte im ersten Satz, der eigentlich hätte lauten müssen »Gegen 5.50 Uhr fuhr ein 21-jähriger mit einem PKW Nissan [Modell] auf einem Verbindungsweg von Berkheim nach Unteropfingen. Vor ihm war ein 55-jähriger Radfahrer unterwegs. Der Fahrer rammte mit seinem Pkw das Zweirad.«

    »Ersten Erkenntnissen zufolge hatte der Radfahrer an seinem Fahrrad die Beleuchtung eingeschaltet.«

    Okay, das ist um 5:50 Uhr in der Tat ein erwähnenswertes Kriterium. Was aber war mit der Beleuchtung des Pkw?

    »Auch hatte er einen Helm getragen.«

    Der nichts genützt hat.

    Hatte die Polizei keine ersten Erkenntnisse gewonnen über die Geschwindigkeit des Pkw, über den Alkoholspiegel des Fahrers, über den Betriebszustand des Handys, über die Lautstärke des Radios? Und über den Zustand des »Verbindungsweges«, der offenbar eine Art Feldweg ist?

    https://www.google.de/maps/place/Unt…68!4d10.1280381

    edit: Autokorrektur korrigiert

    Der Touran basiert auf der gleichen Plattform, ist allerdings mind. 200kg schwerer

    Der Touran wiegt leer 1.436 bis 1.615 kg.

    Der Golf wiegt als Kombi 1.285 bis 1.574 kg.

    Der Laderaum ist beim Touran weit größer als beim Golf.

    Eigentlich müsste man den Touran daher mit dem Passat Kombi vergleichen: 1.367-1.776 kg.

    (Davon abgesehen scheint der Touran auch für Leute in Frage zu kommen, die sich vor seiner Existenz einen VW-Bus hätten zulegen müssen ...)

    Denn unser aller Wohlstand gründet sich auf dieser Wirtschaftsordnung. Keine andere auf der Welt war bisher auch nur ansatzweise in der Lage, den heutigen Wohlstand zu erzeugen.

    Den zweiten Satz würde ich sofort unterschreiben. (Fun Fact: Das steht ausführlicher und mit vielen Beispielen auch im »Kommunistischen Manifest«.)

    Zum ersten Satz frage ich mal zurück: Wer sind »wir alle«? Gehören die Leute, die in Berlin die Mall gebaut haben und um den Lohn betrogen wurden, auch dazu? Die wie Vieh gehaltenen Fremdarbeiter bei der Meyer-Werft in Papenburg? Die Leute, die Günter Wallraff in seinen Büchern porträtiert hat?

    Und was ist erst mit den Mittelamerikanern, die gerade Richtung gelobtes Land ziehen? Hatten die zuhause »Wohlstand«? Würdest Du den ersten Satz auch afrikanischen Bauern sagen, denen subventionierter US-Mais und EU-Textilien die Existenzgrundlage rauben? Soll ich mit Textilarbeitern in Bangladesh weitermachen, denen existenzsichernde Löhne verweigert werden, weil dadurch der Preis des Shirts bei kik oder Primark von 1,99 auf 2,07 Euro steigen würde?

    So, und nun kriege ich hoffentlich die Kurve zu Fahrrädern made in China statt made in Sangerhausen ...