Beiträge von Fahrbahnradler

    Nun muss man mit Kritik an der Polizei natürlich immer vorsichtig sein, aber wenn die Rechtsauffassung der Münchner Beamten so solide ist wie die der Hamburger Beamten, dann sehe ich das ganz gelassen.

    Ich bin gerade knapp neben Pforzheim (Heilbronn, ähnliche Kriegsschäden, sehr ähnlicher Bahnhofsneubau) und wäre fast versucht, dem Präsidenten des Fünftligisten zünftige Vorschläge für die Stadionmusik zu machen, mit Textheft, damit alle mitsingen können:

    Georg Kreisler »Schützen wir die Polizei«

    Extrabreit »Polizisten«

    Wolfgang Ambros »Polizist«

    Ach ja: auf dem Weg von der Stadtbahnhaltestelle zum Hotel bin ich fast über einen quer auf dem Trottoir (gesprochen "Trottwa", Betonung auf dem o - so nennt man hier den Bürgersteig) geparkten Streifenwagen gestolpert.

    Sondereinsatz: eines der beiden Streifenhörnchen musste »nur mal kurz« zum Geldautomaten.

    Selbst wenn man Regionalzüge an der Sternschanze und der Holstenstraße halten lassen würde - die würden ja alle nach Diebsteich fahren. Ergebnis: Es gäbe keinen einzigen Zug mehr von Altona nach Holstenstraße, Sternschanze, Dammtor. Altona wäre nur noch über den City-S-Bahn-Tunnel mit der Innenstadt verbunden. Die S 11 müsste also auch durch den Tunnel.

    Und glaubt irgendjemand, die Leute aus Richtung Wedel, Rissen, Othmarschen usw. würden am Bahnhof Altona den Bahnsteig wechseln, um per S-Bahn zum Diebsteich fahren, dort erneut den Bahnsteig wechseln, um zur Holstenstraße zu kommen?

    Nee, nee, nee, diese Trassenführung eines S-Bahn-Tunnels sprengt das gesamte Verkehrsgefüge im Westen - wobei der Westen an der Uni beginnt ...

    Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Am Siemersplatz hat man einen vollständig durch Ampeln geregelten Verkehrsablauf und ausreichens Stellflächen. Die Aufstellflächen für linksabbiegende Radfahrer sind i.d.R. zu klein und nicht weiter durch Ampeln geregelt.

    Mein Punkt ist: Die Autofahrer und die ihnen angeflanschte Presse haben schon bei diesem vollständig ampelgeregelten und ausreichend dimensionierten Abbiegekonzept gejammert und getobt - alleine wegen der sie anscheinend überfordernden Tatsache, sich rechts einzuordnen, wenn man nach links will. (Haben die jemals das Horster Dreieck oder ein Autobahnkreuz befahren?)

    Angesichts dessen wundert es mich, dass ich in der Hamburger Presse noch nichts über "Skandal" oder "Pfusch" oder "Zumutung" in der Frohmestraße gelesen habe.

    Abgesehen von der lächerlichen Breite ist es sowieso Murks einen Linksabbiegerstreifen so anzulegen, dass man sich nach rechts einordnen muss. Das hab ich leider schon an mehreren Stellen gesehen.

    Das ist leider Standard.

    Übrigens kann ich mich erinnern, dass es einen Riesen-Aufschrei gab, als beim Umbau des Siemersplatzes den Autofahrern "indirektes Linksabbieger" zugemutet wurde ...

    https://www.google.de/maps/place/Sie…881!4d9.9645379

    Übrigens sind ja auch Straßen während vieler Stunden des Tages bei weitem nicht ausgelastet, also "überdimensioniert" - zwischen 22 und 6 Uhr. Gleiches gilt in vielen Städten für den Flughafen ;)

    Da sagt man ja auch nicht: "im Durchschnitt reichen 1,5 Fahrspuren pro Richtung, also bauen wir 3 Spuren und machen eine davon im Wechselbetrieb", sondern da baut man 6 bis 8 Spuren ...

    Es hat halt alles nichts geholfen: Gerade mal 11 Prozent für die Anti-Stau-Demokraten.

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    https://www.spiegel.de/fotostrecke/ca…2f-34da90b82030

    Ich wäre ja gerne bereit, mal zu diskutieren, welche Karriere der von Fritz Bauer in Bezug auf den deutschen Faschismus geprägte Begriff »Unrechtsstaat« hingelegt hat und inwieweit der Inhalt damit umgedeutet wurde, aber jemandem, dessen Partei bei der Wahl einige Prozente zugelegt hat und stärkste Kraft wurde, zu unterstellen, er ignoriere die Wahl der Thüringer, wenn er versucht, eine Regierung ohne Beteiligung der geistigen Brandstifter von Hanau hinzubekommen, lässt mich zweifeln, ob sich der Aufwand lohnt.

    Passend zum Thema: Wie kommt man eigentlich als gehbehinderter Mensch ins Wahllokal?

    Man kann Briefwahlunterlagen beantragen und den Wahlschein in den Briefkasten werfen (lassen).

    Man kann Briefwahlunterlagen beantragen und den Wahlschein in einem barrierefreien Wahllokal abgeben.

    Zitat

    Jap, stand drauf. Ich möchte aber - wie jeder andere Mensch selbstverständlich auch - mit meiner Partnerin am Wahlsonntag ohne Extraaufwand wählen gehen.

    Schon die Grundannahme ist falsch. Nicht jeder Mensch möchte am Sonntag in Wahllokal. Viele können nicht - wegen Arbeit. Und er wollte nicht - um gegen einen Missstand zu demonstrieren, gegen den die Stadt zwei von ihm nicht genutzte Abhilfemöglichkeiten anbietet. Wir reden hier nicht von »Das Wahllokal war bei der Stadt als barrierefrei bezeichnet worden, aber lag hinter drei Stufen«.

    Zuvor war etwas anderes gescheitert, und die Schlussfolgerung daraus liest sich so:

    Zitat

    Das kapitalistische Wirtschaftssystem ist den staatlichen und sozialen Lebensinteressen des deutschen Volkes nicht gerecht geworden. Nach dem furchtbaren politischen, wirtschaftlichen und sozialen Zusammenbruch als Folge einer verbrecherischen Machtpolitik kann nur eine Neuordnung von Grund aus erfolgen.

    Inhalt und Ziel dieser sozialen und wirtschaftlichen Neuordnung kann nicht mehr das kapitalistische Gewinn- und Machtstreben, sondern nur das Wohlergehen unseres Volkes sein. Durch eine gemeinwirtschaftliche Ordnung soll das deutsche Volk eine Wirtschafts- und Sozialverfassung erhalten, die dem Recht und der Würde des Menschen entspricht, dem geistigen und materiellen Aufbau unseres Volkes dient und den inneren und äußeren Frieden sichert.

    In der Inflation 1922/1923, bei der Einführung von Hartz IV und beim Abbau von Braunkohle im Tagebau waren mehr Einwohner von Enteignungen betroffen als beim Zugriff auf die Vermögen von Kriegsverbrechern und Großgrundbesitzern.

    Und das, was der Westen mit Hilfe der Treuhand gemacht hat, war ebenfalls massive Enteignung zwecks Systemwechsel.

    Bei der Linkspartei vermisst die Union eine klare Distanzierung von einigen Vorkommnissen in der DDR. Das könnte die Linkspartei jederzeit machen, ohne ihr Programm ändern zu müssen. Tut sie aber nicht. Vermutlich, weil es zu viele Mitglieder nicht wollen.

    Die Linke und vorher die PDS haben sich derart häufig mit diversen Vorkommnissen in der DDR kritisch auseinandergesetzt, dass wir Wessis die Augen gerollt haben. Was findest Du am folgenden Statement unzureichend?

    Zitat

    Die Gründung der Deutschen Demokratischen Republik war der legitime Versuch, nach dem alliierten Sieg über Nazi-Deutschland ein Wiedererstarken sozialer Antriebskräfte des Nationalsozialismus zu verhindern - Stichworte hierfür sind die Bodenreform und die Zerschlagung des Großkapitals - und einen sozialistischen Staat auf deutschem Boden aufzubauen. Dieser Versuch ist gescheitert. Dazu führten nicht nur die äußeren Bedingungen wie Blockkonfrontation und Kalter Krieg. Misslingen musste dieser Versuch vor allem aus inneren Gründen: wegen eines eklatanten Mangels an Demokratie und Missachtung elementarer Bürgerrechte, wegen des grundsätzlichen Misstrauens des Staatsapparates gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern und, schließlich, wegen der mangelhaften Fähigkeit des Wirtschaftssystems, den Konsumbedürfnissen der Bevölkerung gerecht zu werden.

    Mir ist kein Statement einer staatstragenden Partei der alten BRD bekannt, das sich mit diversen Vorkommnissen in der BRD ähnlich kritisch auseinandergesetzt hätte.

    2. Urlaubsplanung mit Bahn

    das ist in der Tat hier richtig kacke, wenn es mit dem Nachtzug losgehen soll. Denn Nachtzüge halten in den nächsten Bahnhöfen zu Unzeiten zwischen 1 und 4 Uhr. Hmpf!

    Demnächst dann um 2:15 in Paradies und 2:21 in Göschwitz. Allerdings keine Schlaf- und Liegewagen, sondern ein IC made in Switzerland bought from Austria auf dem Weg von Rostock nach Wien.

    Gegenrichtung kurz nach 3, Rostock an 8:39

    https://www.insuedthueringen.de/region/thuerin…rt83467,7108004

    Richtig ärgerlich ist das Ganze für die SPD, denn diese gründete sich im Jahr des Mauerfalls neu als SDP, als Sozialdemokratiche Partei der DDR. Erst mit der Wiedervereinigung, ein Jahr später, schloss sie sich der SPD an. Dass die SDP/später SPD nicht nahtlos an vorhandene Partei-Organisationen in der DDR anknüpfte, hat jedoch auch nicht überall dazu beigetragen, große Wahlerfolge einzuheimsen und die Blockpartei CDU (heute die CDU in den fünf neuen Bundesländern) und die SED (PDS>Die Linkspartei heute Die Linke) alt aussehen zu lassen.

    Ganz im Gegenteil. Die Sozialdemokraten waren ja praktisch alleine und landeten weit unter allen Erwartungen, während die Ost-CDU massenhaft mit Material aus dem Westen gesponsert wurde (pikanterweise musste sich die CDU eines SED/KoKo-Betriebes bedienen, um das Material über die Grenze zu bringen ...) und auch die Liberalen mit Westmaterial um sich warf - und eben zugleich an Traditionen der Ost-CDU/LDPD/NDPD anknüpfen konnte. Das hatte man genauso unterschätzt wie den Wohlfühlfaktor von "Helmut, nimm uns an die Hand / führ uns ins Wirtschaftswunderland".

    Bei dem Thema muss man darauf hinweisen, dass das massenhafte und flächendeckende "Pushen" von Pegida/NPD/AfD-Themen durch Talkshows überhaupt erst dazu beigetragen hat, diesen Themen eine entsprechende Aufmerksamkeit zu verschaffen und so zu tun, als hätten diese Parteien/Gruppen eine (akzeptable) Lösung für ernsthafte Probleme. In der BRD gab es einen ungefähr konstanten Bodensatz von rund 15 % Leuten mit faschistischen Ansichten (Sinus-Studien). Die meisten davon wählten CDU und CSU, schließlich wollte FJS "Freiheit, Gerechtigkeit und Wohlgefühl für das deutsche Volk, wenn es sein muß mit der Maschinenpistole, erreichen". Und nun, da sich Merkel geweigert hat, Maschinenpistolen an den deutschen Grenzen einzusetzen, soll man die, die MPs fordern, hofieren?

    Ich bin ja etwas älter. Ich kann mich nicht erinnern, dass Medien in der alten BRD RAF-Sympathisanten als "besorgte Bürger" hofiert hätten, die dem hohen Anteil an SS-Mitgliedern an der Spitze der Arbeitgeberverbände entgegenwirken wollten, um der Bevölkerung etwas Gutes zu tun.

    Wenn jetzt darauf abgehoben wird, es seien doch nicht alle AfD-Wähler Nazis ... sondern es gebe da auch Protestwähler, die früher vielleicht mal die PDS gewählt hätten - interessante Ansicht. Denn als die PDS noch Protestpartei war bzw. als solche wahrgenommen wurde, also in den 1990ern, wurde ja eine völlig andere mediale Strategie gefahren als mit Pegida und AfD. Da war nix mit "drei Talkshows pro Woche" mit PDS-Themen, an denen sich alle anderen abzuarbeiten hatten, sondern da galten PDS-Leute und PDS-Themen als igittigitt (also: soziale Gerechtigkeit, Deindustrialisierung im Osten, Rentenunrecht, NATO) und es beschränkte sich im Wesentlichen auf "Stasi, Gysi, Stasi".