Beiträge von Fahrbahnradler

    Tja, aber die rechnen das nicht. Auf Spiegel online wurde eine Dame vorgestellt, die noch ihren Golf II von 1989/1990 hat. Scheckheftgepflegt, der Chef vom Autohaus ist mit Blumenstrauß auf dem Foto - kein Wunder, der Golf hat nach 30 Jahren 105.000 km auf dem Tacho. Da fehlt keine 1 vorne, sondern das Auto ist tatsächlich nur 3.500 km pro Jahr gelaufen. (Und offenbar gab es alle 3.500 km eine große Inspektion samt Ölwechsel.)

    Die Dame hat durchaus vernünftige Ansichten ("Mit dem Auto in die Stadt? Niemals!"), aber sie hat sich das Auto eben für Ausflüge in die Pampa zugelegt. Irgendjemand schrieb: "Für das Geld hätte sie Taxi fahren können." Aber dann hätte sie immer erst jemanden rufen müssen. So wusste sie: "Mein Auto steht in der Tiefgarage, ich kann jederzeit losfahren."

    Google Earth zeigt, dass der Seitenstreifen ohne Sinn und Verstand bemalt wurde. Rund 900 Meter östlich ist ein Kreisverkehr ("Am Jostenhof"), wo der Radverkehr offensichtlich dazu animiert wird, rechts vom Breitstrich zu fahren. Dann kommt 130 Meter vor dem Beginn der Ausfädelung zur AB-AS eine Zufahrt zu einem Gehöft, wo laut Foto vom 26.3.2020 der Breitstrich des Seitenstreifens als durchgezogene Linie nach rechts in die Zufahrt einschwenkt. Klares Signal: nicht drüberfahren (und: "Hätte ich da bisher überhaupt fahren dürfen?"). Hinter der Einfahrt gibt es nichts dergleichen, sondern die rechte Fahrspurbegrenzung geht von 340 wieder in 295 über. Dann kommt die Ausfädelung an der AS. Die rechte Fahrspurbegrenzung ist unterbrochener Breitstrich, die am Ende des Seitenstreifens aufgemalte Linie ist schmal. Da könnte man auf die Idee kommen, dass dem von der Fahrbahn nach rechts ziehenden Auto Nachrang zugeordnet wird, denn selbst wenn für den Radverkehr § 10 greifen könnte, muss der Abbiegeverkehr erstens abbiegen, zweitens die Fahrspur wechseln und drittens einen Breitstrich überfahren.

    Die Zeitung mit den großen Buchstaben hat ein Foto mit der polizeilichen Unfallaufnahme veröffentlicht. Ein grenzwertiges, also bitte nur suchen, wer unbedingt will.

    Das Auto ("Geländewagen", "Land Rover") steht 48 Meter vom Beginn der Ausfädelung entfernt auf dem einzigen Rechtsabbiegepfeil, der sich neben dem breiten 340 befindet. Das Fahrrad liegt 24 Meter weiter voraus auf der Spitze des folgenden Rechtsabbiegepfeils, neben dem der Breitstrich schon wieder durchgezogen ist. Das Auto steht parallel zum Fahrbahnmarkierung, die linken Räder befinden sich noch auf der durchgehenden Fahrbahn, die Motorhaube ist eingedellt. Per Sachverständigengutachten wird wohl abgeschätzt werden können, wo der Aufprall erfolgte und wie schnell das Auto war. Aber vom Foto her spricht vieles dafür, dass die Radfahrerin den Vorgang des Wechsels vom Seitenstreifen auf die Abbiegespur schon hinter sich hatte, als das Auto die Spur wechselte.

    Die Fibigerstraße ist eine 1,7 km lange Straße in Langenhorn und wird umgebaut, damit die Radfahrer nicht die Langenhorner Chaussee verpesten, sondern sich in [Zeichen 274.1] Zonen, eng und schlecht beleuchtet, auf einer sogenannten Veloroute irgendwie Richtung Fuhlsbüttel durchkämpfen.

    Also wird sie gesperrt. Zwar immer nur auf einem kleinen Abschnitt, aber die Schilder kündigen Großes an:

    Solche Schilder stehen schon in weiter Entfernung an den Ausfallstraßen und sind im Grunde dämlich, da es ja eine "Wanderbaustelle" ist und immer nur kleine Abschnitte der Fibigerstraße undurchlässig sind, zur Zeit das Südende zwischen Weygandtstraße und Neubergerweg.

    Für Radfahrer hat man extra gelbe Umleitungsschilder aufgestellt. Zum Beispiel dieses hier:

    Ich grüble: warum soll der gemeine Radfahrer hier geradeaus, anstatt in die freigegebene Einbahnstraße einzubiegen und die Fibigerstraße mit minimalem Umweg wieder zu erreichen? Was möchte die Behörde den Velocipedistas gönnen?

    Das in Pfeilrichtung nächste Schild:

    Okay, wir biegen also in die Ochsenweberstraße ein. (Ich muss mal bei Gelegenheit das gelbe Schild am rechten Arm des Kreisverkehrs fotografieren. Da steht nämlich die Ausführung als Linksabbiegepfeil. Hoffentlich fährt da keiner im Kreisverkehr falschrum ...)

    Ja, und dann landet man in der Ochsenweberstraße an diesem Schild:

    Und nun?

    Ach, wir sind in Hamburg, also einfach durchfahren! Und siehe da, ein Stück weiter prangt dann in gelb "Umleitung Radfahrer Ende" ...

    Also, liebe Radfahrgemeinde, [Zeichen 250] gilt offenbar nicht für uns!

    Vielleicht stehende Peilung hinter der A-Säule. Ich habe es ja rechtzeitig kommen sehen...

    Tja, die passive Sicherheit mag ja bei Autos verbessert worden sein in den letzten Jahrzehnten, aber wenn ich mal den Faktor Rundumsicht betrachte ...

    https://de.wikipedia.org/wiki/BMW_02#/m…(1975-1977).jpg

    https://de.wikipedia.org/wiki/BMW_E3#/m…-Diest_2013.JPG

    https://de.wikipedia.org/wiki/NSU_Ro_80…1_(Foto_Sp).jpg

    https://de.wikipedia.org/wiki/Mercedes-…cht_2_v_sst.jpg

    Das Problem habe ich ja auch auf "normalen" Gehwegen, für die rechtsseitig [Zusatzzeichen 1022-10] drangehängt ist. Laufe ich linksseitig, sehe ich entweder gar kein Schild oder nur [Zeichen 239]. Woher soll ich also als Fußgänger wissen, dass der Typ, der mir da auf dem Gehweg entgegenradelt, dies legal tut?

    Moin "FahrradstadtHamburg"!

    Ich arbeite häufig im Albert-Schweitzer-Ring und komme daher in den Genuss der Baustelle Schimmelmannstraße/Kuehnstraße.

    Der letzte 11-er Bus, mit dem ich da hingefahren bin, hatte in der Baustelle statt 30 etwa 60 drauf, er wollte Verspätung reinholen.

    Die Markierung des Gehweges zwischen Jenfelder Straße und Holstenhofweg war mir bis zum Gucken Deiner Videos nie aufgefallen, obwohl ich da morgens kurz nach 6 schon mehrmals langgelaufen bin.

    Für die, die die Strecke nicht kennen: Wegen Baustelle gilt Einbahnstraße von West nach Ost und es ist nur das Hochbord auf der Südseite der Schimmelmannstraße benutzbar. In Fahrtrichtung von West nach Ost sollen nach dem Willen der Verantwortlichen Radfahrer die Fahrbahn in der Baustelle benutzen; in der Gegenrichtung sollen sie auf dem Hochbord fahren, also linksseitig. Dort hat man [Zeichen 240] aufgestellt. In der Gegenrichtung hat man [Zeichen 237] und [Zeichen 138-10] montiert. Man soll also auf die Idee kommen, dass das nicht etwa "Achtung Radfahrer kreuzen" bedeutet, sondern "es können/dürfen Radfahrer entgegenkommen, und die sind den Fußgängern gegenüber gleichberechtigt".

    Sehr kreativ. Aber auch legal?

    P.S.: Schöne Videos (auf die ich durch "Hamburgize" gestoßen bin)
    Zu dem Stromkasten auf dem Radweg würde ich als Betroffener fragen, warum der Radweg nicht in kompletter Breite nach rechts verschwenkt wurde und zusätzlich Warnreflektoren an die Schmalseiten des Kastens montiert wurden - wenn man denn schon meint, den Dinger nicht versetzen zu sollen/müssen.

    Und immer wieder überlegt man: würde es sowas auch auf der Fahrbahn geben? :/

    Möglicherweise bist Du da nicht zum ersten Mal langgefahren.

    Möglicherweise hast Du bei früheren Fahrten den Radweg benutzt - und festgestellt, dass das nicht legal möglich ist: zum Beispiel wegen zu geringer Breite des durch Linien markierten Streifens. Denn Deine Lenkerspitze darf nicht in den Luftraum über dem Gehwegteil ragen, und so weiter.

    Dann die ganze Gefahrensituation, die Du beschrieben hast.

    Und selbst wenn es einzelne Abschnitte geben sollte, an denen der "Radweg" okay ist, greift immer noch die Frage der "Stetigkeit" der Verkehrsführung. 30 Meter auf korrektem Radweg fahren, dann 50 Meter auf der Fahrbahn, dann wieder 60 Meter auf korrektem Radweg, dann wieder runter auf die Fahrbahn - das ist unzumutbar und gefährlicher als das durchgehende Fahren auf der Fahrbahn.

    Ja eben, des Rätsels Lösung ist doch ganz einfach: das [Zusatzzeichen 1022-10] hätte unter den Geradeauspfeil gemusst, da hat man wohl beim Aufstellen was verwechselt.

    Aber sag mal: Darf da wirklich kein Auto rein, auch kein Anlieger - ist das also eine echte Fahrradstraße?