Beiträge von Nabendynamo

    Ullie, noch mal der Versuch, das Problem der für Radfahrer freigegebenen Gehwege aus einer anderen Perspektive zu beleuchten:


    Neulich stritt ich mich mit einem Kollegen (also einem Polizisten) und guten Freund über die Rechte der Fahrradfahrer.


    Er führte folgendes Beispiel ins Feld, mit dem er sich ein herrliches argumentatives Eigentor schoss:


    "Ich verstehe nicht, warum die Radfahrer auf der Strecke xy auf der Fahrbahn fahren. Dort gibt es doch einen 1a-Radweg. Warum fahren die dort auf der Fahrbahn?"


    Die verkehrsrechtliche Situation sieht so aus, dass die Straßenverkehrsbehörde den Radweg mittels Warnbake quer über den Radweg gesperrt und den Gehweg mit deinem liebsten Verkehrszeichen für Radfahrer frei gegeben hat! Der Grund liegt in teilweise gefährlichen Wurzelaufbrüchen des Radweges.


    Ich fragte ihn also, ob er den Radweg nur aus der Perspektive hinter seiner Windschutzscheibe kenne und nicht wisse, dass dieser 1a-Radweg für Radfahrer gesperrt ist und man auf dem Radweg nur Schrittgeschwindigkeit fahren dürfe.


    Beides war ihm leider nicht bekannt.


    Ich habe ihm empfohlen, sich mal auf ein Fahrrad zu setzen und diesen aus seiner Sicht "1a-Radweg" mit selbigem zu befahren.


    Ich wiederhole mich gerne: diese für Radfahrer freigebenen Gehwege sind die Pest. Eine reine Bequemlichkeit der Straßenverkehrsbehörde(n), die Probleme der Radfahrer mal wirklich zufriedenstellend zu lösen.


    Und wie auch schon gesagt: Der Kfz-Führer wird den ein oder anderen Radfahrer, der an solchen Stellen lieber die Fahrbahn benutzt, gerne disziplinieren, weil ja aus seiner Sicht ein Radweg vorhanden ist.


    Die Pest eben!

    Ich habe noch einmal darüber nachgedacht. Ticken die Uhren in Thüringen wirklich derartig anders als in Berlin?


    Wenn du mit den notwendigen Daten (die du ja hast) auf einer Polizeidienststelle erscheinst, um eine Verkehrsordnungswidrigkeitenanzeige zu erstatten, werden die dich ja wohl kaum ans Ordnungsamt verweisen (können).


    Die Polizei ist verpflichtet, derartige Anzeigen an-/aufzunehmen. Auch und natürlich durch Privatpersonen.


    Würde ich also an deiner Stelle mal probieren und im Notfall eine Dienstaufsichtsbeschwerde erstatten.

    Sehr gut, dass du für das Thema Radfahrer auf Gehwegen einen neuen Thread aufgemacht hast!


    Das hat in deinem Stade-Thread wirklich nichts verloren.


    Liebe/lieber Ullie, einen verspäteten Dank für deine sehr ausführliche Antwort vom 30.06.20 nebenan im Stade-Thread. Leider hast du mir die Antwort auf meine Kernfrage vorenthalten.


    Bist du schon einmal auf einem für Radfahrer freigegebenen Gehweg mit dem Rad gefahren?


    Wenn ja, bist du wirklich die vorgeschriebene Schrittgeschwindigkeit von 3 - 7 km/h gefahren?


    Dieses vorgeschriebene Tempo wird selbst eine einigermaßen rüstige Seniorin, die sich noch per Rad fortbewegt, locker überschreiten.


    Daher bleibe ich bei meiner These, dass für Radfahrer freigegebene Gehwege der absolut falsche Weg sind. Eher die Pest.


    Btw. Eine kurze und knappe Antwort auf diese Frage würde mir genügen.

    Ok, ich muss meine Erfahrungen mit diesen Warnhinweisen ein wenig präzisieren. Bei meinen Fällen handelte es sich um Eichen, deren Äste auch die gesamte Fahrbahn der Landstraße überspannten. Mit dem Fahren auf der Fahrbahn wäre ich der Gefahr also nicht entwichen.

    Das von mir gezeigte Beispiel aus Hannover zeigt, dass es durchaus möglich ist, Hochbordradwege als Angebotsradwege bestehen zu lassen. Deshalb stimme ich nicht zu, wenn du pauschal behauptest, dass Radfahrer auf Gehwegen nichts zu suchen haben. Zumal die Straßenverkehrsordnung verschiedene Möglichkeiten eröffnet. Zum Beispiel: [Zeichen 239] + [Zusatzzeichen 1022-10]

    Oder: [Zeichen 240]

    Oder: [Zeichen 241-30]

    Ja, leider sieht die StVO derartigen Unfug tatsächlich (immer noch) vor.


    Hast du einen für Radfahrer freigegebenen Gehweg tatsächlich schon einmal befahren? Wenn ja, dann sicherlich nicht in der vorgeschriebenen Schrittgeschwindigkeit, denn dann wärst du mit deinem Rad umgefallen.

    Diese Ausschilderung ist eine ganz fiese Mogelpackung, denn sie suggeriert dem Radfahrer, dass er hier fahren dürfe und ich kenne/habe noch nie einen Radfahrer gesehen, der hier Schrittgeschwindigkeit fährt. Dem Kfz-Führer suggeriert sie hingegen, dass der Radfahrer da fahren soll und er wird eventuell Radfahrer auf der Fahrbahn disziplinieren/erziehen wollen, diesen Weg dann gefälligst auch zu benutzen.

    Das alles wurde in all seinen negativen Aspekten hier schon mehrfach beleuchtet (alleine auf dieser Seite mehrfach).


    Ein gemeinsamer Geh-/Radweg ist die Hölle für jeden Radfahrer, da hier dann auch noch der Benutzungszwang hinzu kommt. Ein adäquates Vorrankommen ist hier wegen der ständigen verpflichtenden Rücksichtnahme auf die Fußgänger kaum möglich.


    Mit einem getrennten Rad- und Gehweg auf dem Hochbord kann ich im Ausnahmefall leben.


    Ich verstehe nicht, warum du diesen drei Regelungen hier immer wieder das Wort redest. Es zementiert die Wahrnehmung des Radfahrers als Verkehrsteilnehmer zweiter Klasse. Das ist aber nicht das Ziel der meisten hier.


    Über eine etwas ausführlichere Antwort deines persönlichen Verhaltes in Alternative 1 würde ich mich freuen.

    Vielleicht musst du am Anfang einfach einen anderen Weg beschreiten:


    Du notierst alles, was du, wie du oben ja beschrieben hast, für eine VkOWi benötigst und besuchst mal den örtlich zuständigen Polizeiabschnitt. Dort erstattest du persönlich Anzeige. Die Annahme werden sie wohl kaum verweigern können. Sollten sich die Beamten querstellen, verlange einfach ihr "Dienstnummernkärtchen" und erstatte eine Dienstaufsichtsbeschwerde.


    Oder du rufst einfach mal die 110 an. Könnte wegen dem/deinem Fall ein wenig länger dauern, wenn die EWA ausgelastet sind. Dann kannst du den Beamten vor Ort gleich mal zeigen, um was es dir geht. Auch hier dürfte eine Verweigerung der Anzeigenaufnahme ausgeschlossen sein. Wenn nicht, s.o. letzter Satz.

    Ich habe mein Rad in Brandenburg mal eine halben Kilometer über einen (unbepflanzten) Acker geschoben. Muss aber wohl jeder für sich selbst entscheiden.


    Seit ich bei einem Kollegen die Auswirkungen der "Fäden", dem diese von der Eiche vor seinem Büro in selbiges geweht sind, gesehen habe, habe ich größten Respekt.

    Der Pop-Up Radweg in der Kantstraße findet vor allem nachmittags stadteinwärts meine vollste Zustimmung. Ich hoffe, dass das eine dauerhafte Lösung wird.


    Bisherige Situation:


    Rechter Fahrstreifen für parkende Kfz, mittlerer Fahrstreifen durch "Ist-wirklich-nur-gaanz-kurz-Zweite Reihe-Parker" oft (alle paar Meter) blockiert, linker Fahrstreifen dient zum Fortkommen aller anderen.


    Momentane Situation:


    Rechter oder mittlerer Fahrstreifen für parkende Kfz, rechter oder mittlerer Fahrstreifen reserviert für Radfahrer, linker Fahrstreifen für Kfz und Busse.


    Für die Kfz-Führer ändert sich also im Prinzip nichts, da sie sich in der Vergangenheit ständig selbst im Weg herumstanden. Auf dem Radstreifen stehen erstaunlich wenige Kfz (vielleicht auch wegen des geänderten Bußgeldkatalogs) und ich finde die Lösung prima.


    Sehen natürlich einige ganz anders:


    https://www.motor-talk.de/forum/pop-up-radwege-t6885213.html


    PS. Sollte da jemand was posten wollen, bitte ich um Zurückhaltung, da die Moderatoren bei Radfahrerthemen sehr empfindlich sind und den Thread sehr schnell dichtmachen.


    PS2. Ja, ich bin immer noch so naiv, auch dort den ein oder anderen reinen Kfz-Führer wenigstens mal nachdenklich zu stimmen oder im besten Fall überzeugen zu können.

    Ullie, ich bin da voll und ganz beim Yeti:


    Radfahrer haben auf Gehwegen nichts zu suchen. Obelix hat etwas weiter oben eine wunderbar einfache praktikable Lösung vorgeschlagen!

    Stimme dir da mal voll und ganz zu. In der "gefährlichen" Brutzeit des Eichenprozessionsspinners ist man als Radfahrer i.d.R. eher schon etwas leichter/ganz leicht bekleidet unterwegs und dem Risiko recht offen ausgesetzt. Daher empfinde auch ich den Warnhinweis eher als ernsthaft und sinnvoll.

    Ein "Lustiges Verkehrsschild/-zeichen" ist es in meinem Augen daher keinesfalls.

    Entschuldigung, dass ich nach meiner euphorischen Anmeldung hier so lange nichts mehr von mir hören lies.


    Es gab aber außer einem Engüberholer auf der Kantstraße neulich um 05:40 Uhr auch nichts außergewöhnliches zu berichten.


    Nach reiflicher Überlegung und der Feststellung, dass mich krumme Verkehrszeichen, unsinnige Verkehrszeichen und lustige "Fahrradständer" nicht wirklich weiterbringen, habe ich mich entschlossen, wieder im einigen wahrscheinlich verhassten "Motortalk"-Forum mitzumischen.


    Jeder Kfz-Führer, und es gibt dort durchaus schon einige, der vom (all)täglichen Radfahren überzeugt ist, ist einer auf unserer Seite.

    Da die Verwaltungsgebühren von gut 28 € bei der Nichtermittlung des Fahrers auf den Halter umgeschlagen werden, ist in den meisten Fällen damit das fällige Verwarnungsgeld eh überschritten.

    Ich würde also an deiner Stelle künftig davon Abstand nehmen, ein Bild des Fahrers dem Ordnungsamt/der Polizei direkt mit der Anzeige der Ordnungswidrigkeit zu übermitteln.


    Für Fälle, in denen die "Grundgebühr" von 28 € durch ein höheres vorgesehenes Verwarnungs-/Bußgeld überschritten wird, habe ich mir folgendes rechtliches Konstrukt überlegt:


    Foto vom Fahrzeugführer machen. Anzeige erstatten. Das Foto aber nicht mitsenden, sondern die entsprechende Behörde mit der Anzeigenerstattung nur darüber informieren, dass ein solches Foto existiert und das Angebot unterbreiten, dass, falls der Fahrzeugführer nicht zu ermitteln ist, dieses zur Verfügung zu stellen.


    Sollte die Behörde dieses Foto als Beweismittel anfordern, kann m.E. kein Verstoß gegen das KUG vorliegen, denn man hat ja dann quasi auf Begehren einer Behörde das Foto als Beweismittel veröffentlicht.


    Eventuelle Post eines Anwalts würde ich dann direkt an die begehrende Behörde weiterleiten, denn die haben ja den "Veröffentlichkeitwillen" geäußert und hoffentlich vorher ausgiebig geprüft.

    Tja. Gestern wurde der Nahverkehr auf der Linie RE 7 in Schleswig-Holstein quasi zum Erliegen gebracht. Aufgrund von Bauarbeiten fuhr ohnehin nur jede zweite Verbindung, die dann in der einen Richtung von HSV-Fans nach Hamburg und in der Gegenrichtung von Holstein-Kiel-Fans genutzt wurde. Im Laufe des Tages fielen dann noch einige Züge aufgrund polizeilicher Ermittlungen oder Vandalismus aus.

    Tja, Fußballfans und ÖPNV. Eine spezielle Gattung Mensch in einem speziellen und dafür sehr anfälligen Transportmittel.


    Ich erinnere mich auf Grund deiner Geschichte noch lebhaft an die erste Radtour mit meiner Freundin. Damals (Frühling/Frühsommer 2011) spielte Hertha noch in der 2. Liga. Da ich von Fußball keine Ahnung habe, stieg ich mit ihr in Spandau in die S-Bahn Richtung Westkreuz, von wo aus wir dann nach Potsdam wollten. Die Bahn war knüppeldicke voll mit Fans, da in der 2. Liga ja auch (was ich damals nicht wusste) sonntags gespielt wird.

    Die Alkoholfahnen wahren jedenfalls schon zu dieser Tageszeit "umwerfend" und ich hatte die Befürchtung, dass meine "neue Flamme" nie wieder eine Radtour mit mir unternehmen würde ;-)

    Ich bin jetzt mal einfach so mutig, hier einen/meinen ersten Thread zu eröffnen, in dem ich regelmäßig/unregelmäßig über meine Erlebnisse als Radfahrer im Berliner Straßenverkehr berichten werde.


    28.08.2019

    An die "Zweite-Reihe-Parker" in der Kantstraße habe ich mich inzwischen gewöhnt. Wenn ich dadurch auf den linken Fahrstreifen wechseln muss, wurde ich noch nie "angehupt", da scheint also Verständnis vorhanden zu sein.


    Der "(Zu)Dichtüberholer", dem ich kurze Zeit später aufs Autodach hätte klopfen können, pfiff fröhlich vor sich hin und hat mich wohl nicht wirklich wahrgenommen.


    29.08.2019


    Um 05:30 Uhr auf dem Weg vom Theodor-Heuss Platz vor dem Bäcker in der Reichsstraße hielt ein Kfz auf dem Schutzstreifen. Und parkte dann tatsächlich für das nur kurze Brötchenholen in eine recht enge Parklücke ein. Wunder gibt es immer wieder ;-)


    Spandauer Damm/Wiesendamm wie immer: Komme ich als Radfahrer mit gutem Tempo die Reichsstraße herunter, muss ich mir keine Sorgen machen, wenn ein Lkw in der Pool-Position steht. Die sind alle schon seit längerer Zeit übervorsichtig. Ich bedanke mich immer mit einem netten Gruß dafür, dass sie aufpassen und mich wahrnehmen.

    Gefährlich wird es, wenn in der Pool ein Pkw steht.

    Lieber Pankowitz, ich drücke mal kräftig die Daumen, dass sich da endlich etwas bewegt und statt Weggucken oder Relativieren handfeste Maßnahmen des tatsächlichen Umsetzens folgen.


    Ein Kfz-Führer, der bisher nichts oder max. 35 € als Verwarnungsgeld zahlen musste, wird wohl einsichtiger werden, wenn er das knapp 10fache an Umsetzkosten bezahlen muss. Ich denke, das hat Signalwirkung, wird sich herumsprechen und das elende Falschparken wird sich zumindest reduzieren.


    Schon die Suche nach dem Auto, welches doch gestern Abend wohnungsnah auf einem Radweg abgestellt wurde, wird hoffentlich zu ein bisschen Nachdenklichkeit führen.


    Noch besser würde mir allerdings gefallen, wenn dem Kfz-Führer der neue Standort seines umgesetzten Fahrzeuges erst nach Bezahlung aller Gebühren mittgeteilt wird.

    Wenn die Polizei mit dem Fahrrad kommt, ist der Tatbestand ja automatisch immer erfüllt, wie praktisch.


    Was ich mich frage: gibt es echt Leute, die mit GdP Aufklebern rumfahren, obwohl sie gar keine Polizisten sind, oder haben die da einen Kollegen am Haken und tun alles, um das nicht zur Sprache zu bringen?

    Lieber Quineloe,


    ich habe, als ich mich hier angemeldet habe, gleich mein Vesier heruntergelassen, da ich mich eher als leidender Radfahrer als preveligierter Autofahrer sehe.


    Ich habe auch alle deine Fragen (hoffentlich) zufriedenstellend beantwortet.


    Zu deinen erneuten zwei Fragen:


    1. Finde ich sehr begrüßenswert! Du doch wohl auch, oder?


    2. Aufkleber, Polizeiklamotten, etc. kannst du heute in diversen Shops kaufen oder auch via der Bucht als Originaluniformteile kaufen.

    Am Samstag, 24.08., um 08:32 mit dem RE 3 von Berlin (HBF) nach Lutherstadt Wittenberg.


    Auf dem Bahnhof für unseren Zug nur wirre Meldungen. Der Zug würde nur bis Ludwigsfelde fahren. Notarzteinsatz am Gleis usw.


    Sah zunächst schlecht aus für unsere Wochenendradtour. Das Problem löste sich aber schnell, denn schon beim Einsteigen in den Zug kam die Mitteilung, dass der Einsatz des Notarztes beendet sei und der Zug planmäßig fahren würde.


    So weit so gut. Jetzt kam aber der für mich positive Überraschungsmoment:


    Von uns vier Radfahrern war ein 88-jähriger netter alter Herr dabei, der Hilfe benötigte, da er nicht wusste, ob seine Gruppe sich planmäßig in Jüterbog treffen würde. Der (vermutlich türkischstämmige) Zugbegleiter strahlte eine Zugewandtheit und Empathie aus, die ich mir von Mitarbeitern der DB öfter wünschen würde. Er kümmerte sich rührend um den alten Herren und wir halfen ihm in Jüterbog dann gemeinsam mit seinem Rad aus dem Zug.


    Den Namen des jungen Zugbegleiters habe ich mir leider nicht gemerkt. Ich werde aber trotzdem statt einer Beschwerde mal ein Lob an die DB schreiben. Die DB braucht mehr Personal diesen Kalibers!