1. Ich finde, Ullie bringt hier alles in allem valide Argumente.
2. Daß individueller, kfz-betriebener Pendlerverkehr ein unausweichliches, quasi mit der Erdrotation einhergehendes Schicksal sei, sehe ich nicht. In vielen Fällen ist das vielmehr selbst gewählt und änderbar. Ein Eigenheim in der Prärie zu errichten bzw. errichten zu lassen, um anschließend die schlechte Anbindung an den ÖPNV zu beklagen, ist wohlfeil und - sorry - auch dumm.
3. Der Zustand, daß ein jeder mit seinem eigenen Blecheimer ungebremst durch die Gegend rauschen kann, ist perspektivisch ohnehin nicht haltbar. Allein der Ressourcenverbrauch bei dessen Herstellung erzwingt auch für die elektrisch betriebenen eine Reduktion der Stückzahl und des Gewichts. Gewicht kann man reduzieren, wenn die physische Belastung gesenkt wird. Diese senkt man durch Geschwindigkeitsreduktion, womit man die Anforderungen an die physische Belastbarkeit senken kann.
4. Nachfrage schürt das Angebot. Werden Lebensmittel, Friseur, Arzt, ÖPNV wieder vor Ort nachgefragt, wird dies auch wieder angeboten werden, beginnend mit Lebensmittelautos und rollenden Arztpraxen. Alles kein Hexenwerk.
Die gegenwärtigen Zustände für unabänderlich zu halten und deshalb perpetuieren zu wollen (oder vielmehr glauben zu müssen), verschärft nur die gegenwärtigen Probleme, was die Lösungs- und vor allem Abfederungsmöglichkeiten beschneidet und den "Aufprall" der Anforderungen des Faktischen um so härter macht.