Beiträge von Pirminator

    Ich empfinde es als höchst bedenklich, wenn diese gestellten Fotos mit gemieteten Sattelzügen der Hochbord-Fanatiker u. a. vom "Berliner Radentscheid" als Aufnahme aus dem echten Leben präsentiert werden. Leider lassen die selben Leute ja nicht mal ganze Straßenzüge sperren, um Fotos zu machen, wie Leute auf "sicheren und getrennten Radwegen" rechts von Rechtsabbiegern dann an der Kreuzung von eben solchen Sattelzügen zu Matsch gefahren werden...


    Die Studie scheint mir ja auch eine entsprechende Auftragsarbeit gewesen zu sein. Ganz spontan würde ich hier schon anzweifeln, dass die Datenbasis in irgendeiner Weise aussagekräftig wäre. Aber das kann der Thomas Schlüter sicher kompetenter zerreißen als ich! ;) :evil:

    Muss nix heißen. In Frankreich gibt es auch (runde) blaue Schilder in Tempo-30-Zonen:


    EOS_18-0610.jpg


    Die OD Weiler (D 334) bei Wissembourg (direkt an der deutschen Grenze) ist auch komplett Tempo-30-Zone. In der deutschen StVO sind ja vor allem die klassifizierten Straßen (als Kreisstraße aufwärts) ausdrücklich ausgenommen und 30er-Zonen dort nicht zulässig. In Hohenecken hat das die Stadtverwaltung Kaiserslautern aber auch nicht interessiert, als sie die durchgehend mit [Zeichen 301] beschilderte, immer noch als Kreisstraße 3 gewidmete OD zur [Zeichen 274.1] ausgewiesen hatte...


    IMG_3221n.jpg

    Motto der Polizei in Pressemeldungen über Unfälle mit Radfahrerbeteiligung:


    Stell'n wa uns mal janz dumm!

    Annweiler (ots). Bereits am Freitag, den 21.06.2019, überholte ein noch unbekannter PKW-Fahrer einen Radfahrer in der Landauer Straße in Höhe des dortigen „Libellenkreisels„. Aus noch ungeklärter Ursache kam der Zweiradfahrer zu Sturz, als der Geländewagen mit Anhänger an ihm vorbeifuhr. Hierbei verlor der Radfahrer kurzzeitig das Bewusstsein und verletzte sich nicht unerheblich. Nur durch Tragen des Fahrradhelmes wurde Schlimmeres vermieden. Die Polizei Annweiler bittet um Zeugenhinweise insbesondere zu dem noch unbekannten Geländewagenfahrer.

    "Aus ungeklärter Ursache"... Hier die Einfahrt in den Kreisel. Noch fragen, Kienzle...!? :rolleyes:


    Und ein überflüssiges Verkehrszeichen weiter südlich, was ggf. den Geländewagenfahrer dazu animierte, den den "Radweg" missachtenden Radfahrer zu maßregeln.


    Und zum Abschluss mal wieder ein wenig Fahrradhelm-Werbung. Zumindest da weiß die Polizei ja immer zu 100 % Bescheid... :rolleyes:

    Möglicherweise handelt es sich um eine Fahrradveranstaltung, bei der Fahrräder zum Einsatz kommen sollen, die für den Straßenverkehr nicht zugelassen sind?

    Viel zu kompliziert. Es handelte sich dabei um den "Radelspaß im Sickinger Land"! Also ein autofreier Sonntag.


    Ob die Absperrungen dann auch mit [Zeichen 250] ausgestattet waren, weiß ich nicht. An dem Tag konnte ich leider nicht hinfahren und die Polizei mit meinen Ketzereien nerven... Ich meine mich aber zumindest zu erinnern, dass ich in den Vorjahren, als ich da zufällig vorbeikam, immerhin [Zusatzzeichen 1022-10] gesehen habe. Außerdem hätte mich mal interessiert, ob die Radwegbenutzungspflicht im "Tal der blauen Schilder" per [Zeichen 240] streng genommen dennoch gegolten hätte...!? Eintüten tut man die anlässlich solcher Events sicher nicht.


    Für mich ist diese Informationstafel jedenfalls ein perfektes Sinnbild dafür, dass keiner das [Zeichen 250] von dem [Zeichen 260] unterscheiden kann.

    ... oder man ist ganz optimistisch und vermutet, das 250 ist derzeit beim Dorfkünstler, der es 260ifiziert ...

    ...wobei man dann ja allerdings nicht extra ein [Zusatzzeichen 1022-10] hätte bestellen müssen. Und hoffentlich verrät denen keiner, dass es auch sowas wie das hier [Zusatzzeichen 1020-12] gibt. ;) :rolleyes:


    Im Ernst: Es gibt offenkundig ein gewaltiges Problem mit der Ausbildung von Verwaltungsbeamten. Auch im gehobenen Dienst. Das Studium sollte man vielleicht auf Fachrichtungen aufsplitten, damit nicht irgendeiner "nebenher" noch "Straßenverkehrsbehörde" spielen muss, der ansonsten Asylanträge oder Baugenehmigungen bearbeitet. Ich wurde ja (allerdings im Bereich Finanzen) drei Jahre lang durch den Paragraphen-Fleischwolf gedreht - und stand am Ende mit leeren Händen (und ruinierten Nerven...) da. Und dann kucke ich mir an, was die zahlreichen Behörden in Sachen Straßen- und Straßenverkehrsrecht da permanent zusammenstümpern. Da blutet mir das Herz...! ||

    Reicht das als Begründung, warum eine Autobahn zusätzlichen Autoverkehr generiert? Hier aus dem Blickwinkel eines Kleinstadtbewohners in der Metropolregion Hamburg. Dass die Bedingungen in der Pfalz anders sein mögen, stelle ich nicht in Frage.

    Demnach induzieren auch Bahnhöfe mehr Autoverkehr... :evil:


    Ich lebe hier in einem Pirmasenser Vorort, durch den früher all die Lkw und Pkw gefahren sind, die heute über die westlich von Pirmasens gelegene Umgehung fahren. Ich kann daran nix Negatives finden. Die gleiche Menge an Verkehr würde sich auch heute noch durch die Vororte quälen, wenn es diese Straße nicht gäbe. Nur mit dem Unterschied, dass es dann halt wohl noch deutlich mehr Unfälle (auch mit Fußgängern und Kindern) gegeben hätte.

    Mir hat gestern jemand von einem Kollegen erzählt, der in Hamburg arbeitet und sich in Soltau ein Haus gekauft hat. Die Wahl fiel auf Soltau, weil er von dort auch genauso "schnell" in Bremen wäre, falls sein Arbeitgeber ihn dorthin versetzt. Wie wäre wohl seine Entscheidung gefallen, wenn es keine Autobahnen gäbe? Würde er dann auch täglich 80km einfache Strecke zur Arbeit fahren?

    Was hat modernes, genau in dieser Form von jedem Arbeitslosen gefordertes Jobnomadentum mit dem Vorhandensein von Autobahnen zu tun? Wenn der Typ so blöd ist und einen Großteil seiner Freizeit gerne mit dem Herumfahren auf Autobahnen vergeudet - ist das sein Bier. Vielleicht verdient er als gefragte Arbeitskraft ja scheinbar nur zu viel? Eine gewisse Ungewissheit scheint bei der Wahl seines neuen Domizils ja auch eine Rolle gespielt zu haben.


    Diese Autobahnen gäbe es so oder so. Oder wollt ihr das gesamte deutsche Autobahnnetz abreißen? In der Hoffnung, dass dann einfach keiner mehr Auto oder Lkw mehr fährt...!? :/ Und das alles nur wegen "dem Klimawandel"...!?

    Es geht auch überhaupt nicht darum, dass alle Menschen nur noch mit der Bahn oder nur noch mit dem Fahrrad fahren.

    Ach, nicht? Ich hab immer den Eindruck, dass genau DAS das Ziel sei...

    Gleichzeitig werden Pendler, die in Hamburg arbeiten, noch weiter weg auf's Land ziehen, weil sie in der selben Zeit noch größere Entfernungen zurücklegen können. Das von dir angesprochene Problem wird also auch dadurch noch größer: Mieten und Immobilienpreise steigen in einem immer größeren Umkreis, während die Versorgung vor Ort immer schlechter wird.

    Das betrifft auch nur ein paar Leute, die sich das überhaupt leisten können. Der Otto-Normal-Durchschnittsverdiener hat von solchen Luxusproblemen erst gar keine Vorstellung. Der wird im Gegenteil ja sogar nicht selten von die Vorzüge einer Großstadt genießen wollenden (grünen) Besserverdienern aus seinen alten Arbeitervierteln herausgentrifiziert...


    Wo die Mieten hoch sind, ist im Übrigen auch die Infrastruktur / Versorgung in den allermeisten Fällen gut. Auch in Speckgürteln von Großstädten findet man in der Regel alles, was man braucht. Auf dem Land fern ab jeglicher Metropolregionen allerdings nicht. Zumal man mittels sozialem Wohnungsbau auch das Mietproblem in den Griff kriegen könnte. Aber das wäre ja noch so eine Sache, die "man" nicht will...

    Vielleicht sollte Heiner Monheim mal einen Vortrag in Pirmasens halten, der kennt genug Studien, die den Nachweis für »mehr Straßen induzieren mehr Verkehr« erbracht haben.

    Die Stadtverwaltung wird so einen wie den Monheim garantiert niemalsnie einladen...!


    Aber okay, dann ist die Analogie "mehr Radwege induzieren mehr Radverkehr" ja scheinbar doch richtig...!? :rolleyes: :evil:


    Ich entgegne diesen scheinbar auf einen monokausalen Grund fixierten "Studien", dass Bevölkerungswachstum, mehr Kapitalismus, mehr Deregulierung, mehr Markt und weniger Staat, weniger Infrastruktur auf dem Land um Welten mehr Verkehr induzieren, als es der Bau einer neuen Straße jemals könnte. Diese ist nämlich nur Mittel zum Zweck.


    Wie gesagt: Keiner hockt sich in seinen Lkw oder Pkw und fährt damit aus Lust an der Freude durch die Gegend. Von Sonntagsfahrern mal abgesehen.


    Ach, und eine ICE-Fahrt gibt es ab 15 Euro.

    Und wie weit komm ich damit...? Von Berlin Ostbahnhof nach Berlin Hauptbahnhof...? :whistling: Bitte nicht mit Superduper-Einmal-Penny-Lidl-Toffifee-Sonder-Spezial-Preisen davon ablenken, dass der ICE-Standardpreis extrem teuer ist. Dieser ganze Tarifscheiß ist nämlich ein weiterer Grund, warum für mich die Bahn vollkommen unattraktiv ist. Wenn ich für die gleiche Leistung teils um Welten mehr bezahlen muss, nur weil mir mal wieder irgendeine Aktion nicht bekannt ist.

    Dir ist aber schon klar, dass das Schienennetz in den letzten Jahrzehnten massiv augedünnt wurde?

    Was genau hatte ich in einem der vorherigen Beiträge nochmal geschrieben...!? :/ Tatsache ist: Das Schienennetz IST bereits ausgedünnt und somit nicht mehr vorhanden. Es geht nicht drum, was früher war, sondern was jetzt ist.

    Und auch lange Taktabstände und häufiges umsteigen müßten kein Problem sein, wenn man es angehen wollte.

    Das mag für dich kein Problem sein - für mich als Radfahrer ist und bleibt der ÖPNV vollkommen unattraktiv. Ich hab es als Schüler gehasst, einen Großteil meiner Zeit mit Busfahren vergeuden zu müssen. Ich hab sogar nach nur einer Woche eine weiterführende Schule abgebrochen, weil ich keinen Bock hatte, für die 16 km entfernte Höhere Berufsfachschule 2 x täglich deutlich mehr als eine Stunde meiner Freizeit zu verschenken... Zur FH wäre ich mit Bus und Bahn morgens gar nicht erst gekommen.


    Der Anteil an Wegstrecken, auf denen ich die Bahn hin und wieder in Verbindung (mit dem Rad im Schlepptau) benutzt habe, ist gemessen am verfügbaren Straßennetz auch marginal.


    Und: Auch die Kapazitäten im S- und ÖPNV sind begrenzt. Wenn also rein hypothetisch von heut auf morgen alle Autofahrer auf Bus und Bahn umsteigen würden, würde jenes System kollabieren. Und es könnte diese Massen an Menschen auch selbst bei idealen Voraussetzungen ziemlich sicher gar nicht aufnehmen. Womit wir wieder beim Thema Bevölkerungswachstum und -dichten wären.

    Mimimi...

    Jaja, wer nicht deiner Meinung ist, begeht wieder Denkfehler. Komm mal von deinem hohen Ross runter.

    Du bist also ein Mensch, dem grundsätzlich keine Denkfehler unterlaufen...!:/ :rolleyes: Du hättest mein Argument, dass Schienenwege nur für diejenigen wirklich interessant sind, die direkt in der Nähe einer solchen Strecke leben, entkräften können. Das hieltest du aber auch nicht für nötig...

    Das Autobahnnetz entlastet nicht die sonstigen Straßen, sondern führt auch auf den sonstigen Straßen zu mehr Autoverkehr.

    Ursache und Wirkung...!? Aber okay, ich sehe, dass das wirklich keinen Sinn hat. Wie üblich: Verkehr kritisieren - aber die Ursachen dieses Verkehrs ausblenden. Er soll gefälligst einfach nur weggehen... Das ist mir persönlich zu kindisch.

    Und weiter...? ;) Der Verkehr ist aber doch bereits trotzdem da...!? Man kann ihn also weiterhin über dafür nicht ausreichend dimensionierte Landstraßen und durch die Dörfer zockeln lassen. Womit vor allem Fußgänger und Radfahrer, aber auch die Autofahrer selbst unnötig gefährdet werden. Oder man baut dafür eine Autobahn. Ja, mir ist klar, dass das auch den Naturschutz betrifft - aber auch hierzu gibt es durchaus Gesetze, die auch angewendet werden. Deshalb dauert so ein Autobahnbau durchaus halt auch mal eine Ewigkeit. Oder fand wie im Pfälzerwald mit dem Lückenschluss der A 8 gar nicht erst statt.


    Mir fehlt übrigens bis heute der Nachweis, dass die ständige Behauptung, der Bau von Straßen führe dazu, dass Leute sich ins Auto oder den Lkw hocken und aus Langeweile sinnlos hin- und herfahren, stimmt. Aber dieser Nachweis fehlt bekanntlich ja auch bei Radwegen... :evil:

    Zitat

    Das Geld wäre für den Ausbau oder die Reaktivierung des Schienennetzes deutlich besser investiert.

    Da liegt dein Denkfehler: Der Ausbau des Schienennetzes nützt nur denjenigen was, die genau an dieser Strecke von A nach B wollen. Weicht der Start- und Zielort nur marginal davon ab, wird das Ganze sehr schnell für sehr viele unattraktiv. Weil ein Schienennetz mangels Flexibilität des darauf verkehrenden Fahrzeugs NIE eine derartige Feinerschließung wie mittels Straßen ermöglichen wird. Und deshalb bleibt der Individualverkehr mittels Auto UND Rad weiterhin die bevorzugte Mobilitätsform der Mehrheit. Die haben keinen Bock auf ewig warten, Umwege fahren, 5 x umsteigen, Fahrten nur von Mo bis Fr. 7 bis 20 Uhr - und das auch noch zu unverschämt hohen Preisen. Eine ICE-Fahrt kann sich ein Niedriglöhner bspw. bestenfalls 1 x im Jahr leisten...

    In der Vergangenheit war man immer nur der Meinung, dass die Bahn wirtschaftlich arbeiten müsse, während Auto-Infrastruktur schon immer massiv subventioniert wurde.

    Nochmal: Der Großteil des Straßennetzes ist grade KEINE "Auto-Infrastruktur"! Denn das Autobahn-Netz entlastet dafür die sonstigen Straßen, also auch vom Durchgangsverkehr belästigte und auch gefährdete Anwohner. Seid doch froh, dass ein Großteil des nervigen Verkehrs dort stattfindet...?


    "Wirtschaftlichkeit" ist überwiegend eine Illusion, geschaffen von den Gläubigen der Ökonomie-Kirche. ;) Ich persönlich halte als Radfahrer das Straßennetz hier in der Pfalz auf jeden Fall für sehr "wirtschaftlich"! Denn die Alternative wäre, dass ohne Straßen niemand mehr von A nach B käme. Also wie das im Mittelalter mal der Fall war... :/

    Die Maut auf den m.W.n. privat betriebenen Autobahnen in Italien und Frankreich finanziert schon die eigene Strecke. Dito bei den kleineren Mautstraßen in den Alpen.

    Nun muss man aber die Frage stellen, ob Gewinninteressen privater "Investoren" (um das böse Wort "Kapitalisten" zu vermeiden) plötzlich knorke sind, nur weil Autofahrer dafür blechen müssen, von A nach B zu kommen. Früher nannte man das Wegelagerei...

    Recht hast Du bei den Mautsystemen für Pkws auf staatliche Straßen wie in Österreich.

    Ja eben. Wenn man sich allein die Finanzierungsseite betrachtet, zielt vor allem auch die österreichische Maut im Wesentlichen auf den Transitverkehr ab, also eben: Ausländer. Was die Ausländer an Maut bezahlen, muss man den eigenen Bürgern / Autofahrern nicht über andere Arten von Steuern aus der Tasche ziehen - wie z. B. einer Kfz-Steuer. Im Grunde finanziert damit der Niedriglöhner, der zum Camping an den Gardasee fährt, die Steuergeschenke für Österreichs Oberschicht...

    Bei der Lkw-Maut sieht's bissele anders aus, weil Lkws mit großen Tanks mit Billigsprit wohl schon mal ganze Länder durchfahren können, ohne was dazulassen, wenn man sinnigerweise versuchen täte, die Mauteinnahmen auf die Mineralölsteuer umzulegen ...

    Österreich macht ja absurderweise grade beides: Bemauten - und geringere Mineralölsteuern! Was je nach Kurs ein Anreiz auch für Fernverkehrs-Lkw mit größeren Tanks ist, nochmal vor der deutschen Grenze eine Menge zu tanken. Auch deshalb war die ganze Geschichte mit dieser Klage für mich ein vollkommen absurdes, vermutlich auch zw. Ö und D insgeheim abgekartetes Schauspiel, damit sich der deutsche Finanzminister dann die Absenkung der Kfz-Steuer sparen kann... Hat ja die EU so befohlen - und da kann man halt nix machen.


    Ich freu mich jedenfalls drauf, wenn ich auf blöde Autofahrersprüche der Marke "ich bezahle im Gegensatz zu dir dafür, dass ich die Straßen benutzen darf" sachlich nicht mehr viel entgegnen kann. Bisher reichte es ja, den Leutchen zu erklären, was der Unterschied zwischen Steuern und Gebühren ist.

    Tja, das isses eben. Die Infrastruktur für Autos wurde drastisch verbessert, bei der Bahn wurde so gut wie nix investiert, die Fahrpläne waren ein schlechter Witz - und dann werden mit großem Bedauern sinkende Fahrgastzahlen registriert und erklärt, die Bürger wollten nicht mehr Bahn fahren, weshalb noch mehr für das Auto getan werden müsse ...

    Nein, grade in der Pfalz bzw. besonders der Gegend rund um Pirmasens stimmt das eben nicht: dass die Infrastruktur für Autos "drastisch verbessert" worden wäre. Auch für Autofahrer fließt nicht überall Milch und Honig. Denn da besteht in einem leistungsfähigen Fernstraßennetz eben bis heute eine Lücke (in Form der B 10). Und die wird auch noch mindestens 20 bis 30 Jahre bestehen. Ich musste während meines ÖD-Studiums mit der Fahrgemeinschaft 21 Monate lang raus in die Vorderpfalz fahren. Das war definitiv kein Spaß...


    Ich sehe hier auch kein Entweder-Oder. Es kann gute Fernstraßen auch mit guten Schienenwegen geben bzw. sich beides gut ergänzen. Aber ich gehöre ja auch zu den wenigen Radfahrern, die das Auto nicht in Bausch und Bogen verdammen wollen. Ich bin halt kein Grüner, der meint, man könne die Welt retten, indem man (miese) "Radwege" baut, auf denen dann Autofahrer plötzlich mit Begeisterung Rad fahren würden. :rolleyes: Ich bin deshalb beim Fahrrad gelandet, weil ich mit ÖPNV oder SPNV nix anfangen kann, weil er mir eben viel zu starr (und zu teuer) ist... Von der Tatsache, dass man wegen der Tarifsysteme, Verkehrsverbünde und Sonderregelungen einzelner Verkehrsunternehmen mindestens 6 Semester studiert haben muss, mal ganz abgesehen...


    Die Ausdünnung des Schienennetzes und die Streichung von Zugleistungen war in der Tat volle Absicht. In erster Linie zur späteren Privatisierung der Bundesbahn (die ja heute auch streng betriebswirtschaftlich "Gewinn" machen muss). Gemeinwohl interessiert da keinen mehr. Und ja, natürlich auch zur Förderung der Kfz-Industrie - die ja wirklich (mit allem drum und dran - und auch den negativen Seiten...) einen ziemlich relevanten Teil zur "Wirtschaftskraft" beiträgt. Aber das war halt eine rein politische Entscheidung - eine, die auch voll und ganz zum Wirtschaftssystem und den Interessen des Kapitals passt. Und jenes System will ja kaum einer derer, die die Verkehrsprobleme vor allem in übervölkerten Großstädten beklagen (für mich nur Symptome), in Frage stellen. Lieber als Städter über Auto-Pendler herziehen, die vom Dorf in die Stadt fahren müssen, weil es halt im Dorf nix mehr gibt... Weil das der unfehlbare Markt so bestimmt. An den großen Privatisierungen der vergangenen Jahrzehnte hat ja auch keiner mehr was auszusetzen.

    Jeder Euro, der heute noch in neue Auto-Infrastruktur investiert wird, ist rausgeworfenes Geld, weil das den Teufelskreis nur noch weiter antreibt: Autofahren wird noch bequemer und die Distanzen, die sich die Leute zumuten (sich zumuten lassen), mit dem Auto zu fahren, immer größer.

    Was ist an (für Radfahrer nicht gesperrten oder zwangsberadwegten) Bundes-, Landes- und Kreisstraßen bitteschön "Autoinfrastruktur"?

    Zitat

    aber woanders gäbe es auch Alternativen (wenn man wollte).

    "Man" will aber offensichtlich nicht.

    Zitat

    (-Nord, nach Hbf muss man ja umsteigen)

    Muss man in den allermeisten Fällen eben nicht.

    Wie viele Gleise liegen zwischen Saarbrücken und Pirmasens?

    Eins. Wie auch in Richtung Landau und Kaiserslautern. Alle nicht unbedingt nötigen Kreuzungsbahnhöfe wurden zurückgebaut, weshalb es dauernd (unnötige und sich aufschaukelnde) Verspätungen gibt. Die Trassierung stammt aus dem 19. Jahrhundert und ist mit der Straße NULL Konkurrenzfähig. Außer der Bahnstrecke Saarbrücken - Kaiserslautern - Mannheim (KBS 670) gibt es hier nur nicht elektrifizierte Bahnen, überwiegend nur eingleisig. Die Glantalbahn existiert auch nicht mehr, auch nicht die Verbindung Landau - Germersheim.

    Warum ist da nicht alles zweigleisig elektrifiziert, während nebenan auf breiten Asphaltpisten gebrettert wird?

    Frag das das Bundes- und Landesverkehrsministerium. Es gibt südlich von Kaiserslautern auch überhaupt keinen Schienen-Güterverkehr mehr. Daher könnte auch niemand Gut auf die Schiene bringen, selbst wenn er es wollte. Würde auf der "Rennbahn" bei Kaiserslautern mal ein "Rastatt-Ereignis" stattfinden, hätte die Bahn auch wieder ein totales Problem, weil es keinerlei Alternativstrecke auf dieser Relation gibt. Nur die eingleisige Strecke Rohrbach - Pirmasens - Landau.

    Das was Hermann Knoflacher anspricht, ist doch gerade auch für den ländlichen Raum gedacht.

    Kann ich nicht erkennen. Dass ich die B 10 mit dem Rad nicht mehr benutzen darf, hat auch den Grund, dass hier autobahnübliche Verkehrsstärken unterwegs sind, weshalb diese Bundesstraße als Kompromiss zu einem um Welten schlimmeren Neubau der A 8 mitten durch den Wasgau vierstreifig ausgebaut wird. Und das halte ich persönlich auch vor allem für den Wirtschaftsraum Südwestpfalz für notwendig.

    Das was Hermann Knoflacher anspricht, ist doch gerade auch für den ländlichen Raum gedacht.

    Sehe ich (den zitierten Text betreffend) eher nicht so. Es geht ihm hier nach meiner Lesart in erster Linie um die Transitrouten zwischen den Großstädten. Was dazwischenliegt, interessiert auch einen Knoflacher eher weniger. Jedenfalls: Baut den Leuten erst mal eine brauchbare Alternative - und macht ihnen dann ein schlechtes Gewissen, weil sie trotzdem noch Auto fahren... Andersrum funktioniert das nämlich nicht.

    Du unterstellst in Deiner Replik, er hätte von »immer und überall« geredet.

    Mag sein. Auch deshalb hatte ich meinen Beitrag auch mit dem "großstädtisch verzerrten Elfenbeinturm" eingeleitet... :evil: Denn es ist Tatsache, dass in Deutschland nur ein relativ kleiner Teil der Bevölkerung in Großstädten lebt. Dort mögen die verkehrspolitischen Probleme besonders ausgeprägt sein (hohe Bevölkerungsdichten werden von Städtern ja grundsätzlich nie in Frage gestellt). Das heißt aber nicht, dass man die auf dem "Land" (wo die Mehrzahl der Deutschen lebt) ignorieren - und weiter so tun muss, als würden ALLE in Berlin oder Hamburg leben...


    Grade das permanente Gejammer in den Großstädten kann ich am Wenigsten nachvollziehen. Da hat man die beste Auswahl, von der man auf dem Land nur träumen kann...

    Achja, mal zum Thema "Ausländermaut" im Allgemeinen: JEDE Maut zielt im Kern einzig und allein in erster Linie nur auf Ausländer - denn anders kriegt man von denen kein Geld (vom Anreiz für Tanktourismus durch niedrigere Energiesteuern mal abgesehen). Das ist in jedem Land so. Auch im scheinheiligen Österreich...


    Die Deutschen waren nur zu blöd, dass halt frank und frei so zu formulieren. Aber das war ja auch Absicht - denn nun muss halt leider, leider, leider wegen der EU die Entlastung bei der Kfz-Steuer entfallen. :rolleyes:

    Oh, mal wieder etwas aus dem großstädtisch verzerrten Elfenbeinturm...

    Zitat

    Wo eine Autobahn chronisch überlastet ist, hilft es mancherorts vielleicht mehr, eine parallel verlaufende Bahnstrecke auszubauen, als eine weitere Fahrspur hinzuzufügen. Diese würde im Zweifel nur noch mehr Autos in die verstopften Städte leiten.

    Zeigt, dass der Mann wohl keine Ahnung hat, dass das bundesdeutsche Schienennetz grade auf dem Land schlicht nicht mehr vorhanden ist. Und sich damit der Transport auf der Schiene in jeder Hinsicht erledigt hat. Außerdem kann man grade die klassischen Schienenstrecken, die verkehrlich bedeutetenderen Autobahnen folgen, gar nicht mehr ausbauen. Die sind bereits zweigleisig und elektrifiziert. Was für ein Großteil des Schienennetzes abseits dieser Magistralen grade nicht gilt. Da wird auch in 50 Jahren noch auf eingleisigen Strecken rumgedieselt. Falls man sie nicht auch noch abbaut.

    Zitat

    "Außerdem sollte das Geld auch für den Rückbau von Straßen genutzt werden", sagt Knoflacher. "Hätten wir weniger Straßen, gäbe es auch viel weniger Autoverkehr." Stattdessen sollten etwa Fahrradwege ausgebaut werden.

    Das ist doch mantraartig wiederholter Blödsinn. Der Verkehr nimmt zu, weil wir in einem kranken Wirtschaftssystem leben, in welchem Menschen immer längere Wege aufgenötigt werden. Weil es beispielsweise auf dem Land kaum noch Infrastruktur (Arzt, Bank, Metzger, Bäcker, Supermarkt, Kneipe...) gibt, müssen die Leute halt von den Dörfern in die Städte fahren. Wenn diese "neuen Straßen" keine Kraftfahrstraßen sind und da keine [Zeichen 254] stehen, dürfen auch Radfahrer die benutzen. Ich begrüße als Außerorts-Radfahrer ausdrücklich jede Umgehungsstraße, die mir die Fahrten durch verstopfte (und gefährlichere) Ortskerne erspart. Außerdem wüsste ich auch nicht, was an Straßen, die z. B. durch Neubaugebiete führen, böse wäre...!?


    Der Mann scheint auch nicht zu verstehen, was der Unterschied zwischen einer zweckgebundenen Gebühr und einer Steuer ist? Eine Seine "Fahrradwege" kann er auch daher gerne behalten. Denn wenn ich die Wahl hab zwischen einer Straße und einem Wegelchen, weiß ich, was mir lieber ist.

    Zitat

    Hilfreich wäre eine Maut, die für alle gilt, also für Pkw und Lkw. "Insbesondere Lkw verursachen einen Großteil der Kosten, die für Straßenreparaturen entstehen, also sollten sie auch die Kosten dafür tragen", sagt Knoflacher.

    Gefährlicher und unnötiger Blödsinn. Das wäre eine zweckgebundene Nutzungsgebühr - die darf nicht für "Fahrradwege" verwendet werden. Außerdem hätten dann die Kfz-Nutzer gegenüber Radfahrern (endlich...) in der Tat ein gewichtiges Argument, dass sie ja (im Gegensatz zu den schmarotzenden Radfahrern) für die Nutzung der Straßen ja bezahlen würden - was sie heute mit dem Verweis auf Steuern grade eben nicht machen. Dann hagelt es zukünftig noch deutlich mehr Verkehrsverbote - und der Anreiz, Straßen gleich direkt als Kraftfahrstraßen zu projektieren, steigt weiter an. Radfahrer werden dann wie an der B 10 im Pfälzerwald auf minderwertige "Wirtschaftswege" verwiesen.

    Zitat

    Durch eine flächendeckende Lkw-Maut auf allen Straßen - also nicht nur Fernstraßen wie zurzeit - würde ein Teil des Güterverkehrs zudem auf die Schiene verlagert und Ballungsgebiete würden entlastet. Mancherorts würde Platz frei für Radwege oder Straßenbahnen.

    Ich beneide solche Leute um ihr einfaches, binäres Weltbild. :rolleyes: Landes-, Kreis- und Gemeindestraßen gehen den Bund schlicht nix an. Und er versteht auch die Kernprobleme nicht: Die LKW, die in Städten rumfahren, sind auch bei einem (rein hypothetisch) perfekten Schienennetz zumindest für "die letzte Meile" weiterhin notwendig.