Beiträge von Th(oma)s

    In vielen Ballungsräumen geht der Fahrradanteil auf über 20 bis 30 %. Ist halt die Frage, wo da ein Ballungsraum anfängt.

    Aber schöne Grafiken.

    Dass der Zeit-Artikel sich nur mit "Pendlern" befasst, und daher auch nur der Arbeitswege-Modal-Split wiedergegeben wird, habt ihr aber gesehen? Nach dem Kurzreport Mobilität in Deutschland 2017 (Grafik S.19) stellt dieses Segment lediglich 1/6 der Gesamtwege dar.

    Nach einem tödlichen Unfall zwischen LKW und Fahrrad vor ein paar Tagen gibt es die üblichen Handreichungen für Radfahrer, doch bitteschön auf die eingebaute Vorfahrt zu verzichten: Nach Unfall in Gießen: Als Radfahrer neben Lkw lieber mal auf Vorfahrt verzichten

    Irritierend, dass dem „Gutachter“ nicht ein einziges Mal das Wort Radweg als Risikofaktor für den ToteWinkel-Crash über die Lippen kommt. Was macht der Mann eigentlich beruflich so?

    Der Anlass für den Beitrag gebende Unfall war übrigens glücklicherweise nicht tödlich.

    Mehr Geld würde aber halt auch mehr Separation bzw. die Festigung dieser Verhältnisse bedeuten. Oder nicht?

    "Mehr Geld *für* den Radverkehr" bedeutet gleichzeitig auch, dass alle anderen Verkehrs-Ausgaben, die nicht explizit das Label "Radverkehr" tragen, in der Konsequenz exklusiv für den Kraftverkehr bestimmt seien. IOW: diese dämliche Aufrechnerei ermuntert nicht nur neben Radverkehrsanlagen, sondern auch und gerade da, wo es noch keine Radverkehrsanlage gibt, die autofahrende Rasselbande zum Fahren der Kampflinie gegen vermeintlich schmarotzende Fahrbahnradler.

    Die Diskussion über die Aufteilung der Verkehrsfläche führt in die falsche Richtung, denn ich brauche mit dem Fahrrad keine andere Fläche als ein VW Golf, sondern ich beanspruche sie mit dem Fahrrad nur weniger. Trotzdem bin ich Sanktionen der Polizei und Verkehrsbehörden und Aggressionen der anderen Verkehrsteilnehmer ausgesetzt, wenn ich das tue.

    Da die Fläche allerdings für die Mitbenutzung durch KFZ-Führer gesperrt wird, wenn ein Sonderweg eingeführt wird, beanspruchst "du" die Fläche allerdings nicht nur dann, wenn du da bist, sondern auch wenn du nicht da bist. Diese rund-um-die-Uhr-Blockade halte ich für das genaue Gegenteil des Weniger-Beanspruchens (gilt umgekehrt natürlich genau so, also für den Fall, dass die Fahrbahn wegen des Radweges auch in Abwesenheit von KFZ für Radfahrer gesperrt bleibt...).

    [Unfallberichte]

    Macht mich irgendwie schon nachdenklich.

    [noch mehr Links]

    Liegt das an der Jahreszeit?

    Es ist sicher reiner Zufall, wenn sich in einem kürzeren Zeitraum mal ein paar schwere Unfälle auf engerem Raum häufen. Keine Sorge, das geht jetzt nicht so weiter.

    Insgesamt liegt die Statistik der Todesfälle in Deutschland im Vergleich der letzten Jahre bislang heuer auf einem eher hohen Niveau, aber ich finde die Bilanz bis jetzt angesichts der außergewöhnlich günstigen Radfahrbedinungen (ausgefallener Winter, gleich anschließend bis heute anhaltende Rekord-Dürre) noch überraschend niedrig.

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    Aus der folgenden Zwischenstand-Tabelle für die Monate Januar bis Oktober geht hervor, dass unter dem Strich rekordverdächtig vielen Todesfällen außerorts eine überraschend günstige Entwicklung innerorts gegenübersteht:

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    Es gibt durchaus Situationen, in denen ich die RWBP und andere Verbote/Einschränkungen für Radfahrer (oder andere Verkehrsteilnehmer) für angebracht halte.

    Es gibt derzeit keine einzige Sondervorschrift für den Radverkehr, deren Notwendigkeit sich rational aus dem Umstand heraus ergibt, dass Fahrräder keinen Motor-Antrieb besitzen. Die Scheidung in vermeintliche "Löwen" und "Lämmchen" anhand des Antriebsprinzips ist Willkür pur.

    Das Problem für Radfahrer ist doch aber, dass der Ermessensspielraum (oder auch weit darüber hinaus) meistens zu deren Ungunsten ausgeschöpft wird.

    Ich sehe das Problem darin, dass die real existierenden Radwege nur von idealen Verkehrsteilnehmern, die niemals Fehler machen, unfallfrei benutzt werden können. Gleichzeitig wird die Notwendigkeit der Wegelchen nach außen hin aber stets genau damit begründet, dass der Fahrbahnmischverkehr ja viel zu gefährlich wäre, weil bekanntlich die Menschen leider, leider gelegentlich Fehler machen würden.

    Das ist so unlogisch, dass ich jedesmal laut schreien könnte, wenn ich über diese Zwickmühle nachdenke.

    Wie lange dauert sowas bei dir und inwieweit lässt es sich automatisieren?

    Hat schon ein paar Stunden gedauert. Ich hoffe, dass es, wenn die 2018er-Daten online gehen, wesentlich zügiger gehen wird, weil der Weg jetzt einmal etabliert ist.

    Im Endeffekt habe ich die opendata-csv-Dateien in Excel gefiltert auf [(Rad=1)+(mit Getöteten=1)] und die resultierenden je knapp 200 Fälle als einzelne Layer in QGIS importiert. Dann konnte ich durch Überlagerung mit dem entsprechenden Jahres-Layer meiner eigenen Sammlung erkennen, wo keine Übereinstimmung bestand. Am längsten hat es dann gedauert, einen Weg zu finden, die UTM-Koordinaten der Rohdaten in Dezimalgrad zu konvertieren, um aus diesen per Excel-"verketten" einen anklickbaren gmaps-URL zu erzeugen.

    Die Zeilen der fehlenden Einträge habe ich dann aus den Rohdaten herauskopiert, und in Excel sortiert nach weiteren Beteiligten, Unfallart und Unfalltyp. Bei [(IstRad=1) + (IstFuß/IstKrad/IstPKW/IstSonstige=0) + (Unfalltyp=1 oder 7; also Fahrunfall oder sonstiger Unfall)] wurde darauf geschlossen, dass es sich um einen Alleinunfall handelte.

    Bei allen anderen Fällen habe ich in Gmaps Orts- und Straßennamen herausgesucht und per Suchmaschine nach passenden Pressemeldungen im angegebenen Monat des betreffenden Jahres gesucht. Wo möglich habe ich dann die fehlenden Parameter für meine Datenbank ergänzt. Ansonsten habe ich nur die Angaben zu Unfalltyp und -art aus den Rohdaten so gut es ging in meine Kriterien "übersetzt". Letztere Fälle sind daran zu erkennen, dass die Quelle "statistikportal" im Kommentar genannt wird.

    Danke für den Hinweis, insbesondere auf die Downloadmöglichkeit.

    So, ich habe jetzt durch Abgleich meiner eigenen Sammlung mit den angebotenen Files für die beiden bislang erfassten Jahre noch 78 neue Fälle auftreiben können, die ich noch nicht hatte, weil seinerzeit keine Todesmeldung publiziert wurde. In den Fällen, wo destatis Fremdbeteiligung angibt, konnte ich aber bis auf wenige Ausnahmen entsprechend örtlich und zeitlich passende Presse-Meldungen über Unfallhergänge mit lebensgefährliche Verletzungen eines Radlers auftreiben. Die Solounfälle habe ich der Einfachheit halber ohne weitere Quellenrecherche übernommen. Je zweimal waren nicht die beteiligten Radfahrer, sondern die zu Fuß gehenden bzw. Kraftrad fahrenden Gegner verstorben. Einmal war der vermeintlich beteiligte „Radfahrer“ lediglich ein vom außer Kontrolle geratenen PKW beschädigtes geparktes Rad.

    Hierdurch hat sich die Gesamtzahl aller erfassten verstorbenen Radler mit dem letzten Update entsprechend sprunghaft auf jetzt 2400 erhöht. Bis auf einen überdurchschnittlichen Anteil von Alleinunfällen (knapp die Hälfte) hat sich durch die neuen Einträge hinsichtlich der Verteilung auf die diversen Basis-Szenarios aber nichts gravierend geändert. Dies betrifft insbesondere auch die Quote und das quasi ausschließlich außerörtliche Auftreten der tödlichen Auffahr- und Streifunfälle auf der Fahrbahn.

    Langsam wird mir doch Angst - gefühlt passiert das echt häufig in diesem Jahr...

    Lass dich vom Kesseltreiben der Radentscheid-Aktivisten nicht ins Bockshorn jagen. Berlin ist erstens verdammt groß, die Zahl der Radfahrer nimmt zweitens von Jahr zu Jahr zu, es gab drittens im Winter keinen nennenswerten Schnee, und viertens herrschte seit April auch für Weicheier andauernd bestes Radfahrwetter.

    Auch ganz interessant: https://unfallatlas.statistikportal.de

    [...]

    Also Unfalljahr, Unfallmonat, Unfallstunde, Unfallwochentag. Was mag Licht sein? Ob der Radling mit Licht gefahren ist? Und Straßenzustand?

    Danke für den Hinweis, insbesondere auf die Downloadmöglichkeit.

    UKATEGORIE = 1 mit Getöteten, 2 mit Schwerverletzten, 3 mit Leichtverletzten

    UART = Bewegungsrichtung der Unfallgegner zueinander, 10 Möglichkeiten entsprechend amtlicher Vorgabe (Quelle, S.17)

    UTYP = Unfalltyp, 7 Möglichkeiten entsprechend erster Stelle des 3-stelligen amtlichen Schlüssels

    LICHT = Lichtverhältnisse (Tageslicht/dunkel/Zwielicht...)

    Falls IstRad + IstPKW beide =1, dann handelt es sich also um einen Unfall zwischen PKW und Radfahrer

    Tageszeit, Wochentag, Monat ist nur was für Erbsenzähler, weil IMO ohne jede Aussagekraft für das Unfallrisiko bzw. Bedeutung für Präventionsarbeit...

    Schade, dass es die statistikportal-Karte nicht zulässt, nach den o.g. differenzierten Kriterien zu filtern. Insbesondere, dass man Details nur zusammen mit allen Unfallschweren und allen Verkehrsteilnahme-Arten zu sehen bekommt, macht die Sache doch sehr unübersichtlich. Auch nicht besonders schlau ist, dass man die Daten nur jahresweise (entweder 2016 oder 2017) sieht. Unfallschwerpunkte sind je nach Defnition auch über mehrere Jahre hinweg ermittelte Größen.

    Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass insbesondere außerorts, das blaue Schild einen Unterschied macht. Der Radfahrende wird gemaßregelt, sobald links oder rechts neben der Straße irgendetwas ist, dass nur entfernt nach Radweg aussieht. Gefühlte Wahrheiten sind in dem Fall leider wichtiger, als irgendeine rechtliche Grundlage.

    Henne, Ei bzw. selbsterfüllende Prophezeihung

    10 Solange, wie die Doktrin [Fahrbahn=lebensgefährlich für Radfahrer] fortbesteht,

    20 kann Benutzungspflicht weiterhin fälschlich mit Verkehrssicherheit begründet werden

    30 und ebenso werden vorsätzliche Attacken auf Radwegignorierer nicht als Todsünde, sondern als Vollstreckung eines selbst-heraufbeschworenen Schicksals (wer sich mutwillig in Gefahr begibt, kommt darin um...) betrachtet

    40 goto 10