Beiträge von Th(oma)s
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"Radfahrerin (59) verstirbt nach Unfall mit einem Lkw"
Der in diesen Unfall verwickelte „LKW“ scheint ein weißer Handwerker-Transporter gewesen zu sein. Jedenfalls ist auf den Bildern vom Betriebsgelände, wo die Tragödie erst bemerkt wurde, kein einziges Fahrzeug über 7,5t zu erkennen, und die Unfallaufnahme ist offensichtlich noch in vollem Gange. Vielmehr steht eben der weiße Transporter ein Stück vor der Stelle, wo offenbar der mit Folie verdeckte Körper der Frau liegt.
Wenn das so wäre, wäre der Vorfall gleich in doppelter Hinsicht außergewöhnlich. Erstens, weil ein Transporter in so einen Todesfall verwickelt ist, was erst das zweite mal in den 10 Jahren passiert, seit ich Fahrradtodesfälle systematisch erfasse. Und zweitens, weil es mechanisch nur schwer erklärbar ist, wo an so einem kompakten Fahrzeug ein Menschen durch Kollision so fest „andocken“ kann, dass er über eine längere Strecke hängen bleibt (und das, ohne dass der Fahrer davon was mitbekommt).
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dass 45 km/h ein unpraktikables Bürokratiergebnis sind.
Da springt einen diese "Angst" förmlich an, die angeblich auch die Menschen immer davon abhält, mit dem Radeln anzufangen. Das Motiv für diese in Umfragen stets geäußerte Angst ist aber ganz offensichtlich nicht die reale Sorge, dass man konkret einem Unfall zum Opfer fallen könnte, sondern schlicht und ergreifend *Scham*. Scham darüber, dass man die anderen aufhält. Wer sich das traut, ist ein Kameradenschwein, und Kameradenschweine verdienen völlig zu Recht Klassenkeile, quasi.
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Ich lese diese Zahlen und kann mir kaum bis gar nicht vorstellen, dass sie richtig sind.
Das UBA behauptet laut dem Artikel, dass die Emissionen im Straßenverkehr durch ein Tempolimit um 4,2% sinken.
Also inklusive Lastwagen, Reisebussen, PKWs, etc.
Bei deiner Abschätzung fehlt noch, dass von 4,2% der Verkehrsemissionen pauschal gesprochen wird, woran der Straßenverkehr wiederum aber nur 72% Anteil hat.
Die Studienautoren behaupten aber ja auch gar nicht, dass der spezifische Verbrauch je 100km so heftig sinken würde, sondern dass durch verlängerte Reisezeiten weniger oft, weniger weit und dafür öfter mit anderen Verkehrsträgern gefahren werde. Das ist allerdings auch wenig plausibel, denn andererseits wird erwähnt, dass Langsamfahren und die Verstetigung des Verkehrs weniger Stau bedinge, wodurch die Reisezeit trotz langsamerer Spitzengeschwindigkeit netto verkürzt werde. Wenn das so wäre, würde der Effekt aber Autobahnfahrten wieder deutlich attraktiver machen. Ich schätze, dass eine spürbare Reduktion des Verkehrsaufkommens erst bei 100 oder gar 90 eintreten würde.
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Besser wäre es sogar, führe das S-Pedelec wenigstens 50 km/h.
Warum wäre das besser, und warum „mindestens“ 50?
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Das Problem ist doch, dass die Leute, die das bauen und anordnen, diese Verkehrsregeln selbst nicht verstehen
Welche Regeln die Menschen, die den Firlefanz veranstalten, wirklich nicht verstehen:: es gibt keine einzige rechtskonforme Art und Weise der Gefährdung von Fahrbahnradlern. Der gesamte Unfug basiert auf dem Irrtum, das wäre irgendwie doch möglich.
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Der Klassiker: dunkel (6:00 morgens), schmale, eher schwach befahrene Ortsverbindung. Wie üblich kein fahrlässiges/vorsätzliches Engüberholen, sondern schlichtweg "Nichtüberholen" mangels Wahrnehmung. Gegen sowas hülfe es auch nichts, wenn man den vorgeschriebenen Seitenabstand auf 5m erhöht und ihn durch die Polizei überwachen lässt.
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Wenn man die Delle sieht, die er beim Aufprall in die Heckklappe gedrückt hat, muss man wohl schon von Glück reden, dass ihm dabei nicht mehr passiert ist.
Er hat nicht nur mit dem Lenker eine Delle geformt, sondern auch mit dem Kopf die Heckscheibe zertrümmert. Wie ich bei Twitter schon schrieb: mit Helm wäre er ohne jetzt tot gewesen. Mindestens.
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Die Quelle für diese „Staustunden“ ist eine Firma, die Telemetriedaten von Navi-Anbietern kauft und auswertet. Die verwenden eine seltsame Definition von „Stau“ (nämlich als den Unterschied zwischen der möglichen Durchschnittsgeschwindigkeit mitten in der Nacht und der langsamsten Fortbewegung zur Rush Hour. Diese Differenz multiplizieren sie mit Anzahl und Wegstrecke der Fahrten zur Rush Hour.).„Stau“ bedeutet demnch nicht das, was man gemeinhin so darunter versteht, insbesondere bedeutet es eben auch nicht „im Stau _stehen_“. In München kann ich mir vorstellen, dass der gewaltige Unterschied v.a. auf dem Umstand beruht, dass Pendler meist über den „Ring“ verkehren, wo man dank Autobahncharakter nachts sehr zügig vorankommen kann.
Funfact: in der Fahrradstadt Nijmegen stehen Auto-Pendler nach Angaben des Unternehmens mit 41h/a um 3h länger im Stau als in Köln. Ja, die können Verkehrswende, diese Hölländer.😈
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Ich bin mir gerade unsicher, seit wann überhaupt auf der Fahrbahn geparkt werden darf, das war ja einige Jahre nach dem Krieg auch nicht gestattet — es gab schlichtweg so wenige Fahrzeuge, dass das überhaupt nicht notwendig war.
Parken auf der Fahrbahn war mindestens seit 1934 erlaubt. Die RStVO blieb auch nach dem Krieg in Kraft und wurde 1953 quasi (bis auf den Wegfall der „Führer“-Präambel) unverändert zur ersten BRD-StVO.
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Das Schild ändert also nur etwas für andere Verkehrsteilnehmer, wenn der Radweg ohne Schild nicht als solcher erkennbar ist.
Das Nich-von-alleine-Erkennen von Radwegen durch Nicht-Radfahrer kann nur in genau dem einen Fall eine Rolle spielen, wo ein einzelner Weg ohne zusätzliche Fahrbahn und ohne Bürgersteig für Andere gesperrt werden soll. Ansonsten besteht aufgrund der ohnehin obligatorisch ohne Schilder zu lösenden Erkennung von Fahrbahnen und Gehwegen zum Erfüllen der bestehenden Fahrbahn- bzw Gehwegbenutzungspflicht kein Bedarf.
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Ginge es nach der Intention der Verkehrsbehörde, die hier Betonwände zum Einpferchen der Verkehrsteilnehmer*innen auf dem Fußweg angeordnet hat, dann müssten die Betonwände vermutlich so hoch sein, wie es die Berliner Mauer einmal war.
Die Betonwände sind aber doch keine Verkehrszeichen; sie unterliegen daher nicht den Beschränkungen des §45 Abs. 9 StVO. Sie dürften deshalb nicht von der Straßen*verkehrs*behörde erwirkt worden sein, sondern auf die Tätigkeit der Straßen*bau*behörde zurückgehen. Das ist die Instanz, die zB auch weit vor jeder Blauschildanordnung und grundsätzlich unabhängig davon entscheidet, ob überhaupt irgendwo ein Radweg gebaut wird, und falls ja, welche der in Frage kommenden Varianten für die Radverkehrsführung dann gewählt wird.
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Daher kann es nicht um absolute Sicherheit gehen, sondern nur um eine höhere Sicherheit. Also um eine Abwägung, ob die größeren Unfallrisiken auf der Fahrbahn oder auf dem "Radweg" bestehen. Schaut man sich die Unfallstatistik an, wird sehr deutlich, welche Risiken allgemein überwiegen.
Die rationale Ermessensausübung müsste bereits bei der Frage beendet sein, ob Zweiräder mit Muskelantrieb überhaupt signifikant anders gefährdet werden, als vergleichbare Fahrzeuge mit Motorantrieb.
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Noch Kein Unfallforscher konnte in der Vergleichsuntersuchung zeigen, das ein Radfahrer auf einem fahrbahnbegleitenden Radweg ein geringeres Unfallrisiko hat als auf der Fahrbahn. Sondern die Ergebnisse haben ein deutlich höheres Unfallrisiko in Kreuzungsbereichen gezeigt.
Die vom Fahrrad ausgehende "Gefahrenlage" besteht allein im Risiko, dass der "richtige" (also KFZ-)Verkehr langsamer als gewollt fahren müssen könnte. Das Herbeikonstruieren einer Unfallgefahr ist lediglich der Überbau, der den zugrunde liegenden Egoismus gesellschaftlich akzeptabel verschleiern soll. Infolgedessen ist jede rationale Analyse dieser rein fiktiven (Unfall-)Gefahrenlage müßig.
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Wie kommst Du darauf, dass für beides die gleichen Anforderungen gelten sollten?
Das Gericht argumentiert in der PM oben im Wesentlichen über das Fehlen einer Verzögerung im Fahrplan ohne Busspur. Vermutlich meinen sie mit "Gefahrenlage" die "Gefahr von Verzögerungen im Betriebsablauf".
"Ordnung (vulgo: Leichtigkeit) des Verkehrs" ist kein Selbstzweck. Die aus dem Polizeirecht stammende Floskel "Sicherheit und Ordnung" zielt in beiden Partikeln immer und ausschließlich auf die Abwehr von Gefahren für Leib und Leben der Bevölkerung ab. "Verzögerungen im Betriebsablauf" müssten also erstens eine logisch nachvollziehbare Auswirkung auf die menschliche Gesundheit haben, und zweitens muss diese dann auch noch so dramatisch sein, dass sie ortsspezifisch über das Maß an Hintergrundrauschen, das verkehrsbedingte Verzögerungen im Betriebsablauf auf die menschliche Gesundheit ausüben könnten, "erheblich" hinausgeht.
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Komische Einstellung der Stadt:
"Der Bund kann Gesetze machen, wie er will. Denn der Bürger hat keinen Anspruch auf die Anwendung. Wenn uns die Gesetze nicht gefallen, ignorieren wir sie einfach."
Wäre ziemlich schockierend für mich, wenn die Stadt damit Recht bekäme.
Soo abwegig wäre das auch wieder nicht. Überleg mal, wie Radwegebau und Radwegebenutzungspflichten begründet werden, und ob die StVO überhaupt ein Verhalten erlaubt, das das spezifische Gefährden von Fahrbahnradlern ermöglicht. Da ist das „schockierende“ Nachgeben der Verwaltung gegenüber den StVO-Verletzern sogar Staatsdoktrin.
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[DK 23, D 33 Tote/Mio EW]
Was vielleicht daran liegen könnte, dass Deutschland ein Transitland ist?
Es liegt auch daran, dass es sich wohl bei dem genannten Wertepaar aus 2021 um einen Ausreißer handelt. Vor der Pandemie (2019) zB war die Spreizung lange nicht so riesig; da stand es erst 33:37.
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Dass in Dänemark und (bald) auch in Österreich das Auto leichter eingezogen werden kann als bei uns, finde ich gut.
Kennt jemand statistische Daten darüber, wie viele Kraftfahrer in D ohne gültigen Führerschein unterwegs sind?
Besonders gravierende Auswirkung auf die Unfallstatistik hat die plakative "Rübe ab"-Politik nicht. Grundsätzlich schneidet Deutschland mit seinem scheinbar langmütigen Modell "Punkte plus MPU" nicht schlechter ab, als das europäische Ausland mit seinen Tempolimits und den vergleichsweise drakonischeren Strafen.
Die Öffentliche Sicherheit wird AFAICS über das Einschreiten gegen Mikro-Delikte eingestellt. "Mord und Totschlag" etc. gehen dann von ganz alleine hinterher.
Die vier Kurven zeigen im Overlay mit Deutschland den historischen Gang der Verkehrstoten in
CH, DK
F, NL
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"Auf der anderen Seite sei die Radfahrerin aber auch sehr unbedarft auf der Brenkhäuser Straße in Höxter unterwegs gewesen."

Gefühlte Sicherheit, vermeintlich sooo wichtig, damit auch die "Interested but Concerned" endlich radfahren. Und dann machen die das wirklich und verhalten sich auch noch entsprechend. Facepalm, *das* konnte man aber nun wirklich nicht erwarten.

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Es gibt eine Weltgemeinschaft? Kann ich da austreten?
Genau wegen dieser Einstellung wird die Sache mit der menschengemachten Klimarettung leider nicht funktionieren.
