Beiträge von Th(oma)s

    Ist das Fangnetz an den Haltestellen der Wuppertaler Schwebebahn möglicherweise die einzige Verkehrinfrastruktur-Sicherheitsmaßnahme, die du für akzeptabel und wirksam hältst?

    Ohne Fangnetz hätte ich mich ja gar nicht erst nach vorne gelehnt. 8o

    In den Anfangsjahren gab es in der Tat keine Sicherung über dem Fluss. Dafür waren aber Zäune auf dem Bahnsteig montiert, die nur an den Türstellen passiert werden konnten (z.B. Minute 2:10), so wie heute in manchen U-Bahnstationen. Das hat man aber schon sehr früh umgebaut als sich herausstellte, dass die Türchen den Fahrgastwechsel zu stark behinderten.

    Heute haben die im Zuge der Gerüsterneuerung ab 1995 ebenfalls grundlegend renovierten Bahnsteige AFAIK alle stabile engmaschige Gitter anstatt des früher gespannten Maschendrahts von der Rolle. Da sieht man eh nicht mehr viel.

    Bemerkenswert dieses Zitat bei Minute 6:25 "In 63 Jahren Betrieb hat sich nicht ein einziger tödlicher Ufall ereignet. Das ist einmalig in der Welt, die sich an sechsstellige Verkehrsopferzahlen hat gewöhnen müssen." 1964 gab es 16.432 Verkehrstote im Bundesgebiet und Westberlin.

    Anekdote: etwa 1973 wurde ich selber „angeschwebt“, als ich nachmittags auf dem Weg zum Querflötenunterricht auf die Bahn wartete. Durch das Maschendrahtnetz, was die Bahnsteige miteinander verbindet, hatte ich eine Entenfamilie unten in der Wupper entdeckt und mich vorgebeugt, als sie unter dem Bahnsteig außer Sicht schwammen. In dem Augenblick fuhr die Bahn ein, rumms, und der kleine Tommi saß mit einer Platzwunde an der Stirn auf dem Boden. Hätte ich damals einen Helm aufgehabt, wäre ich ohne Helm jetzt tot gewesen.

    Norwegen gehört bereits heute zu den Ländern mit den weltweit sichersten Straßen. Im Jahr 2024 gab es 16 Verkehrstote pro einer Million Einwohner.

    In 2025 gab es einen Anstieg der Toten um 28%, auf 20/Mio (von 87 auf 111 Toten bei 5,66 Mio Einwohnern). Was wohl in Deutschland bei "plus 28%" binnen Jahresfrist los wäre?

    In der Hauptstadt Oslo gilt bereits in vielen Vierteln vollständig Tempo 30, ein Großteil des Innenstadtbereichs ist autoarme Zone."

    Der letzte quantitative Wert, den ich für Oslo gefunden habe, war 2/3 Tempo-30 Straßen vor 5 Jahren. Das wäre erheblich weniger als in den deutschen Metropolen schon seit Jahrzehnten üblich. Der Fahrradmodalsplit von Oslo liegt im einstelligen Bereich. Was auch immer der Grund für die niedrige Mortalität des norwegischen Straßenverkehrs ist - es kann weder an Tempo 30 liegen noch an einem durch Tempo 30 und Infrastruktur induzierten Umstieg aufs Fahrrad.

    "...immer mehr manipulierte Fatbikes mit deutlich zu hoher Geschwindigkeit", sind meines Erachtens ein plausibler Grund dafür, dass die Bewegungsfreude für Fußgänger*innen und Fahrradfahrer*innen beeinträchtigt wird und vermutlich auch für steigende Unfallzahlen mit gravierenderen Folgen.

    Dass schnelle KFZ in NL auf dem Fietspad verkehren, ist ja nun nichts Neues. Oder umgekehrt, die Fatbikes verdanken ihre NL-spezifische steile Karriere ja erst dem Umstand, dass das langgewohnte Nebeneinander von Fiets, Snorfiets und Bromfiets auf den Radwegen in der jüngeren Vergangenheit durch Helmpflichten und Radwegeverbote für die Verbrenner-Motorzweiräder zunehmend eingeschränkt wurde. Da wurde also bestenfalls ein Risikofaktor gegen einen anderen ausgetauscht.

    Die offizielle "wissenschaftliche" Tempo-30-Auswertung gibt es übrigens hier:

    Onderzoeksrapport 30 km/u in de stad
    Effecten van de verlaging van de maximumsnelheid naar 30 km/uur,<br />In december 2023 is de maatregel 30 km/u in de stad ingevoerd. Op een groot aantal…
    openresearch.amsterdam

    Ergebnisse:

    • es wurden nur die neuen T30-Straßen für 1 Jahr vorher/nachher analysiert, einen Quervergleich zum übrigen Netz und zu außerhalb AMS gab es nicht, so dass insbesondere Witterungseinflüsse und andere global wirksame Faktoren nicht herausgekürzt werden
    • in die Unfallanalyse wurden nur Vorfälle mit Beteiligung von "Motorfahrzeugen" einbezogen und die Unfalldaten stammen aus der hinsichtlich Fahrradunfällen massiv untererfassenden Polizei-Datenbank "BRON". Etwaige %-Änderungen betreffen somit im Hinblick auf das Unfallrisiko der Aussassen auch nicht die Änderung des Gesamtrisikos, sondern lediglich den Teil des Unfallgeschehens, der sich im Hellfeld der Polizei abspielt.
    • den stärksten Rückgang gab es überraschenderweise bei reinen Sachschäden
    • Verletzte nahmen nur im einstelligen %-Bereich ab
    • die Anzahl der Todesfälle auf den neuen Tempo-30-Straßen blieb hingegen gleich
    • die Schadstoffbelastung der Luft blieb gleich
    • das KFZ-Aufkommen blieb gleich
    • der Lärmpegel sank um unhörbare Beträge

    "Die Gründe sind vielfältig: Mehr ältere Radfahrer, eine zunehmende Zahl schneller E-Bikes, kaum Helmnutzung und – speziell in Amsterdam – immer mehr manipulierte Fatbikes mit deutlich zu hoher Geschwindigkeit."

    Die aufgezählten Faktoren sind plausibel klingende Gemeinplätze ohne empirische Belege für die behauptete Risikoerhöhung. Risiko ist ein Bruch, und die isolierte Betrachtung des Nenners allein ist blanker Unsinn. Aber selbst dann, wenn man den Nenner tatsächlich kennen würde, wäre eine dann möglicherweise gefundene Korrelation immer noch kein Beweis für eine kausale Verknüpfung.

    "Schockierend!! E-Scooter-Unfälle seit den 1970er Jahren dramatisch angestiegen!":evil:

    Und es geht weder in dem Beitrag des Sauerlandkuriers noch in dem von mir verlinkten Polizeibericht aus Hannover zum selben Thema darum, dass Fahrradkuriere Mordopfer in Krimis werden.

    Die bevorzugte Auswahl gerade der Kuriere als Opfer läuft IMO so ab:

    1. Beobachtung, wie die Kuriere die StVO sehr frei auslegen
    2. Neid auf die Freiheit der Desparados trifft auf kleinbürgerliche Empörung über deren Gesetzlosigkeit
    3. die resultierende innere Anspannung daraus löst sich auf wohlfühlige Art, wenn man wenigstens im TV-Krimi vor Augen geführt bekommt, dass Karma eine Bitch ist

    Dem kann ich nur beipflichten. Insbesondere die Uber Essen Fahrer sind hier in Hamburg rücksichtslos.

    Jedes dritte radelnde Mordopfer ist ein Fahrradkurier. Woher Produzenten und Drehbuchautoren bloß immer die Inspiration für den Plot im TV-Krimi nehmen? :evil:

    Der Radfahrer-Tod im deutschen Fernsehkrimi
    Einleitung In den letzten Wochen fielen mir einige Hinweise auf deutsche Fernsehkrimis auf, in deren Handlung Radfahrer zu Tode kamen. Angeregt durch die…
    radunfaelle.wordpress.com

    [Liste mit Filmen, in denen Radfahrer im Straßenverkehr getötet werden.]

    Heute ganz frisch neue Folge von Polizeiruf 110. Mal wieder Radfahrer und Unfallflucht. Wie originell. Immerhin diesmal kein Fahrradkurier.

    Polizeiruf »Ablass« aus München: Schuld und Sühne und ein großer Jura-Abfuck
    Das Münchner »Polizeiruf«-Team nimmt zwei Fälle ins Visier, bei der sich Verbrecher möglicherweise von der Strafe freigekauft haben. Dostojewski to go, aber…
    www.spiegel.de

    [Liste mit Filmen, in denen Radfahrer im Straßenverkehr getötet werden.]

    nachmal drei, aus "K11"

    K11 - Die neuen Fälle Staffel 3 Folge 22: Geld stinkt doch
    Eine Frau wird splitternackt tot im Wald neben ihrem Rad aufgefunden. Die Ermittlungen führen zu einer Anwaltskanzlei und seltsamen Mountainbiketouren im…
    www.joyn.de
    K 11 - Kommissare im Einsatz Staffel 9 Folge 175: Tour de Mord
    Nach einem schweren Verkehrsunfall lässt ein Autofahrer einen Radfahrer halb tot im Straßengraben liegen. Der erst 20-jährige Rennrad-Profi stirbt noch am…
    www.joyn.de
    K 11 - Kommissare im Einsatz Staffel 9 Folge 1519: Tödliche Kurierfahrt
    Die erste Tour am Morgen endet für einen Fahrradkurier tödlich - der Mann überschlägt sich mehrmals und bricht sich das Genick. War das nur ein tragischer…
    www.joyn.de

    In die Untersuchung flossen Studienergebnisse aus 14 Städten ein, die Tempo-Limits in Innenstädten eigeführt haben. Dazu zählen Berlin, Belfast, Graz, Helsinki, London und Toronto in Kanada."

    Bei allen der in der BSS-Studie genannten Städten, wo ich mich darum bemüht habe, die wissenschaftliche Basis der städtischen Erfolgsmeldungen anhand von Primärquellen nachzuvollziehen, komme ich zu dem Schluss, dass keine davon wirklich den Anspruch erfüllt, die Hypothese „30 auf Magistralen erhöht nachweisbar die Verkehrssicherheit“ zu belegen. Da gibt es jede Menge statistisches Cherrypicking (selektive Vermarktung von einzelnen positiven Ausreißern, Helsinki!), unplausible Vermengung von Korrelation und Kausalität (Rückgänge aus den Corona-Jahren sind vermeintlich T30, Bologna steht dank Großbaustellen für die neu gebaute Tram im Dauerstau…), ins Leere laufende Zirkel-Zitate (u.a. T30-Effekte in Berlin, für die keine Primärquelle auffindbar ist, und wo bloß irgendwelche Stickoxid-Reduktionen behauptet werden, ohne wie von der BSS suggeriert Reisezeiten gemessen und Unfalldaten analysiert zu haben). Und zehnmal das gleiche Ergebnis macht die Angelegenheit auch dann nicht plausibler, wenn zehnmal durch politischen Druck aus dem Rathaus in die gleiche Richtung gelo^h^h^h geschönt wird. Das praktische für die NGO-Kampaigner ist natürlich jetzt, dass durch die Metastudie der BSS noch eine weitere intransparente Barriere-Ebene zwischen Rohdaten und behauptete Ergebnisse geschoben wird.

    Polizei NRW framt Radfahren unter tatkräftiger Mitwirkung der NRZ mal wieder halt- und sinnlos als lebensgefährlich. Diesmal: angebliche kindliche und jugendliche Pedelec-Raser. Als Beispiel für den angeblichen Trend, dass in 2025 jetzt auch zunehmend junge Menschen mit dem Pedelec überfordert gewesen sein sollen, wird exemplarisch ein tödlicher Pedelec-Unfall eines 17-Jährigen erwähnt, ohne dass dazu gesagt wird, dass das Ereignis schon 2024 war. Stattdessen heißt es dreist "kein Einzelfall" dazu im Text. Außerdem wird gesagt, dass der Jugendliche auf der Landstraße unterwegs gewesen sei, als der offenbar schuldige Autofahrer zu spät gebremst habe und in den Jugendlichen hinein-"gerast" sei. Da leuchtet doch sofort das Kopfkino vom engüberholenden Raser im Kleinhirn der Leserschaft auf, oder? Was aber war 2024 tatsächlich passiert? Der Jugendliche kam im rechten Winkel auf einem Feldweg an die Landstraße und wollte diese überqueren, entweder geradeaus auf der Fortsetzung des Feldweges, oder (wahrscheinlcher), um auf den jenseits der Fahrbahn gelegenen Zweirichtungsradweg entlang der Landstraße aufzufahren. Was aber hat dieses Drama wiederum mit der gleich im Anschluss daran gezogenen Schlussfolgerung, die Kinder und Jugendlichen seien offenbar mit der enormen Geschwindigkeit und Beschleunigung ihrer Pedelecs überfordert und müssten jetzt (genau wie die schon länger angeblich überforderten Senioren) extra Kurse fürs Pedelecfahren besuchen, zu tun? (der jüngste tödlich verunglückte Pedelecfahrer, den ich in 2025 erfasst habe, war übrigens 24)

    Immer mehr Kinder verunglücken mit Pedelec – „Hauptverantwortung bei Eltern“
    Die Zahl der Pedelec-Unfälle mit Kindern in NRW steigt rasant – wer trägt die Verantwortung und könnte spezielles Training Abhilfe schaffen?
    www.nrz.de

    [Liste mit Filmen, in denen Radfahrer im Straßenverkehr getötet werden.]

    Wenn man erstmal systematisch sucht. Mit dem vorsätzlich verursachten Radfahrertod im deutschen Fernsehen verhält es sich so wie mit dem Morden auf Island durch die isländischen Krimischriftsteller: erheblich mehr Tote in der Fiktion als tatsächlich im realen Leben.:evil:

    SOKO Stuttgart - Vater unser
    Dr. Heinrich Wiesenberger, der Leiter einer Stuttgarter Kinderwunschklinik, wird auf seinem Arbeitsweg vom Fahrrad gestoßen und stirbt wenig später.
    www.zdf.de
    Bikefoodys
    Eine Fahrradkurierin der "Bikefoodys" wird getötet.
    www.zdf.de
    SOKO Wismar – Der Tod fährt Pedelec
    Auf einer Landstraße fährt Michael Behrens mit seinem Pedelec in den Tod. Kurze Zeit später findet ein Jäger die Leiche des verstorbenen Mannes.
    www.zdf.de
    SOKO Köln – Straßenkatzen
    Das Fahrradrennen endet für den Teilnehmer Ole Segg tödlich. Er schafft es nicht lebend ins Ziel. Doch warum wird ein Ei neben seiner Leiche gefunden?
    www.zdf.de

    ZDF Soko Hamburg, Folge "Fahrradflitzer"

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    Dann war es also Zufall, dass die Fahrradfahrerin zuvor die Bremse nicht benutzt hat? Und es war Zufall, dass ausgerechnet in dem Moment die Bremse versagt, als die Fahrradfahrerin sich mit relativ hohem Tempo auf die rote Ampel zubewegt? Bisschen viel Zufälle, aber ist ja nur ein Film.

    Die gezeigte "Unfallstelle" kenn ich gut, denn sie liegt nur 300m von meinem Schreibtisch. Die Stelle, wo sie vorher das Rad aufschließt und losfährt, ist real davon wiederum knapp 2 km (und etliche wahrscheinliche Bremspunkte...) entfernt. Dass der Querverkehr an der Ampel schon 3 Sekunden nach dem Wechsel auf Rot (bei Minute 1:05) mit Reisegeschwindigkeit von rechts durchbrettert (Minute 1:08), ist auch sehr unrealistisch. Der Wanderung der Schattenlinie nach zu urteilen, müssen zudem zwischen Unfall und den Drohnen-Bildern aus der Vogelperspektive unmittelbar nach dem Crash mehrere Stunden vergangen sein. Aber ist ja nur ein Film.:evil:

    Apropos Film (sorry für radverkehrs-off-topic): als ich während meiner Doktorarbeit in HH war, wurde bei uns im Institut am Grindel eine Szene für einen Stöver&Brockmöller-Tatort gedreht. Wir waren natürlich neugierig, wollten unbedingt beim Drehen zugucken und sahen uns gar schon als Statisten entdeckt am Beginn einer vielversprechenden Schauspielerkarriere. Einige wollten auch gerne ihre authentisch fleckigen und ätzlöchrigen Kittel zur Verfügung stellen, aber es gab sowohl schon genügend Komparsen als auch ausreichend von der Produktion extra besorgte fabrikneue Kittel. Das Institut war dann volle drei Tage ebenso komplett gesperrt wie der dazugehörige Parkplatz davor, auf dem währenddessen die Wohnmobile für Schauspieler, Garderobe und Maske standen. Gedreht wurde nur im Keller, offenbar weil da Neonlicht, Kacheln und unverkleidete Rohre unter der Decke die für "Chemie" offenbar gewünschte düstere Atmosphäre lieferten. Der aufgenommene Dialog im fertigen Film dauerte dann gefühlt 15 Sekunden...

    Besonders eindrucksvoll sind diese in den Film eingearbeiteten sw-Filmsequenzen von 1971, in dem der Kampf um die Hemonystraat in Amsterdam dokumentiert wird.

    Doppelter Hoax. Die Verbesserung der Verkehrssicherheit in NL seit den 70ern verlief identisch zu Deutschland. Entweder haben die Proteste in AMS also auch Deutschland sicherer gemacht, oder es gibt den suggerierten Kausalzusammenhang zwischen Protest und Erfolg nicht. Es stimmt auch nicht, dass sich seither die Verkehrssicherheit speziell in AMS zu irgendeinem Zeitpunkt besser entwickelt hätte als in D. das gilt auch und gerade für den Radverkehr.

    Not so fun fact: erst vor kurzem gab es einen tödlichen LKW-Fahrrad-Unfall im „de Pijp“-Viertel, also gemau da, wo damals die Proteste waren:

    https://www.parool.nl/amsterdam/vrouw-25-overleden-na-aanrijding-met-vrachtwagen-in-amsterdam-zuid~b0a061cf/?referrer=https%3A%2F%2Fnl.roaddanger.org%2F

    Der Bericht zeigt, wo der wahre Unterschied zwischen D und NL liegt: keine berufsbetroffenen NGO-Vertreter, keine „Mimimi, Radfahren immer gefährlicher“-Texte, keine Angaben zum Hergang, keine Schuldsuche/-diskussion, keine Kopfkino-auslösende Bildberichterstattung, kein Sturm der Empörung über böse Autofahrer und versagende Politiker auf Social Media. Bloß Nase putzen, aufwischen, weitermachen.

    problematisch ist wie immer: Stand der Technik ändert sich - der bauliche Kram (Wanne) bleibt aber bis zur nächsten Sanierung bestehen...

    Gutes Beispiel dafür gleich 20m die Straße zurück. Die" Wanne" im Bürgersteig ist so alt, da wurde nicht nur ein fester Zaun zum Grundstück inzwischen eingebaut, sondern auch die Hecke dahinter ist richtig gut zugewachsen.

    Sehr pragmatisch fand ich letztes Jahr die Lösung der Grundstückseinfahrten in Dänemark:. Da wird einfach ein kleiner Keil zwischen Fahrbahn und unveränderter Bordsteinkante asphaltiert. Sieht bisschen improvisiert aus, erfüllt aber sehr gut seinen Zweck: kein runter-rauf für den Radverkehr, KFZ müssen behutsamer Ein- und Ausfahren, kostet nicht die Welt und kann wenn nicht mehr nötig auch sehr schnell wieder weggemacht oder ergänzt werden.

    [Liste mit Filmen, in denen Radfahrer im Straßenverkehr getötet werden.]

    Polizeiruf 110, Folge „Your Body, my Choice“. Radfahrermord durch angesägtes Bremskabel…

    Polizeiruf 110: Your Body My Choice - hier anschauen
    Ein tödlicher Fahrradunfall erschüttert Magdeburg: ein gezielter Anschlag, bei dem die Bremskabel durchgeschnitten wurden. Die Magdeburger Hauptkommissarin…
    www.ardmediathek.de

    Als Zweirichtungs-Radweg wäre aber eigentlich eine rote Furt-Markierung Stand der Technik.

    Stell dir vor, jede Garage hätte rote Farbe auf dem Bürgersteig…

    An Grundstücks-Einfahrten ist Stand der Technik, dass man gar nichts markiert. Die Bordsteinkante wird abgesenkt, um den zügigen Schwenk von und zur Fahrbahn nicht zu behindern. In vielen Fällen wird rotes Pflaster an der Einfahrt noch ausdrücklich unterbrochen, die Einfahrt verläuft in einer zum abgesenkten Bordstein niveaugleichen „Wanne“, und die Legerichtung der grauen Betonriemchen wird extra um 90 Grad gedreht, so dass dadurch der Radweg optisch Nachrang kriegt.