Beiträge von Ullie

    Okok... ist halt wie beim Angeln ;)
    Die ca. 15km sind 14,5. Es gibt so gut wie keine Ampeln oder sonstigen Stellen an denen ich anhalten müsste, und die Betrachtung bezieht sich eher auf den Hinweg wo es leicht bergab geht. Profisport bei mir ganz sicher nicht - aber schon Hobbysport in gelegentlich auch mal ernsthaft.

    Das ändert aber nichts an der grundsätzlichen Aussage, dass der ÖPNV gegen alle anderen Verkehrsarten ganz deutlich verliert.

    Entschuldige, dass ich so frei war und deine Strecken und Zeitangaben einfach mal so hochgerechnet habe zu Geschwindigkeiten.

    Dass der ÖPNV gegen alle anderen Verkehrsarten ganz deutlich verliert, lasse ich so nicht stehen, denn es ist eine grob verallgemeinernde Aussage, die möglicherweise aus deiner Perspektive für bestimmte Fälle Gültigkeit hat, aber eben nicht allgemeingültig ist, obwohl von vielen, besonders gerne von Autofahrern genau so getan wird, als sei es der ÖPNV, der gegen alle anderen Verkehrsarten ganz deutlich verliert.

    Aus der Perspektive von Menschen, die nicht Fahrrad fahren können (die Menschen gibt es auch, obwohl ich weiter oben geschrieben habe, dass fast jeder Fahrrad fahren kann) oder die nur sehr langsam Fahrrad fahren können oder die bei ungünstigen Wetterlagen lieber nicht Fahrrad fahren, und die kein Geld für ein Taxi haben, oder in deren Gegend Taxis besonders hohe Anfahrtskosten berechnen, ist der ÖPNV selbst dann außerordentlich attraktiv, wenn die Taktzeiten sehr ungünstig sind und aufgrund der Linienführung Umwege in Kauf genommen werden müssen.

    Besonders für Menschen mit wenig Geld, ist der ÖPNV eine attraktive (oft die einzige) Möglichkeit über längere Strecken mobil zu sein, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad nicht so einfach zu bewältigen sind.

    Besonders zu beachten ist auch, dass die Aussage, das der ÖPNV gegen alle anderen Verkehrsarten ganz deutlich verliert, nur an bestimmte Fälle und an die jetzige Situation gekoppelt ist. Es wurde in den vergangenen Jahrzehnten und wird vielfach immer noch eine einseitig auf den MIV hin ausgerichtete Verkehrs-Infrastruktur aufgebaut. Das ist ein entscheidender Grund dafür, dass der ÖPNV manchmal als eine Verkehrsart erscheint, die gegenüber allen anderen verliert. Es gibt keine irgendwie "natürlichen Gründe" dafür oder gar Gott gegebene Vorherbestimmungen.

    Und das wirkt sich aus auf die Pedelec-Diskussion. Wer das Pedelec als Alternative für einen unzureichenden ÖPNV nutzt, der möchte natürlich am liebsten ein Speed-Pedelec ganz ohne irgendwelche Einschränkungen wie Helmpflicht, Versicherungspflicht, Fahrerlaubnispflicht usw. nutzen können. Und am liebsten soll es auch noch schneller als 45 km/h Unterstützungskraft beim Treten liefern. Für jemandem, dem für längere Strecken ein attraktiver ÖPNV zur Verfügung steht, gestaltet sich das anders. Und mit attraktivem ÖPNV meine ich jetzt nicht kostenlosen ÖPNV! Auch ÖPNV sollte den Nutzer*innen etwas kosten. Fahrradfahren ist schließlich auch nicht umsonst.

    Vorsicht! Klischees, Zuspitzung, Übertreibung:

    Es gibt Menschen, die können Rad fahren und solche, die es nicht können. Während Oma Gertrud bis heute nach der äußerst ineffizienten und gefährlichen Rücktrittbremsung bei 10 km/h vom Rad springt, um anzuhalten, traue ich mir durchaus zu, als Motorradfahrer mit Erfahrung mit viel höheren Geschwindigkeiten ein Fahrrad mit guten Scheibenbremsen bei gutem Reaktionsvermögen sehr schnell zum Stehen zu bringen.

    Diese Aussage halte ich für kompletten Unfug und äußerst kontraproduktiv in dem Sinne, dass Fahrrad-Mobilität ein wesentlicher Beitrag zu einer Verkehrswende ist.

    Richtig ist, es können Menschen mehr und weniger gut Fahrrad fahren. Und durch regelmäßiges Fahren und Fahrtraining, kann die Fähigkeit Fahrrad zu fahren, verbessert werden. Hier ist ausdrücklich der ADFC dafür zu loben, dass er zum Beispiel Fahrradkurse für Erwachsene anbietet. Übrigens auch Pedelec-Kurse!

    Selbst Menschen mit Behinderungen ist es in vielen Fällen möglich, Fahrrad zu fahren. Und genau für diese Menschen ist das Pedelec oft eine sehr gute Möglichkeit, am Fahrradverkehr teilnehmen zu können, zum Beispiel mit einem "Handbike" oder "Adaptivbike", wie auf diesem Foto aus wikipedia:

    Handbike – Wikipedia
    de.wikipedia.org

    Gibt's auch als Pedelec:

    Umbaubeispiel: Handbike wird mit Senglarantrieb zum Pedelec | Senglar - e-power on wheels! Leichte Pedelecs - Bewährte Umrüstsätze

    In welchen Fällen damit wo gefahren werden darf, ist anscheinend noch nicht eindeutig geklärt:

    "Für Rollstuhlfahrer gelten wie für jeden anderen Verkehrsteilnehmer die Regeln der Straßenverkehrsordnung. Rollstuhlfahrer mit einem manuellen Rollstuhl sind Fußgängern gleichgestellt.
    Adaptiv- oder Liegebikes sind in der aktuellen StVO (Stand 03/2013) nicht explizit erwähnt. Inwieweit
    für sie die Regelungen für Radfahrer bei der Benutzung von Radwegen und Straßen gelten, ist unklar. In jedem Fall sollte das Verhalten den individuellen Gegebenheiten und dem Sicherheitsbedürfnis des einzelnen Teilnehmers vor Ort und der anderen Verkehrsteilnehmer angepasst werden."

    Die von mir zitierte Quelle ist von 2014, das Zitat aus dem Kapitel: Einleitung für die Fachkraft zu E2 (Teil 1)

    https://kompetent-mobil.de/Handbuch/07-Adaptiv-und-Handbike.pdf

    Natürlich gelten physikalische Gesetze für alle, aber ich habe wenig Lust, mich komplett ausbremsen zu lassen wegen einiger Heizer und Rücksichtsloser und andererseits Leuten, die alles jenseits der 20 km/h als Weg in die Speed-Drogensucht sehen.

    Niemand will dich komplett ausbremsen und ich schon gar nicht. Der von mir gemachte Vorschlag, Pedelecs so zu bauen, dass sie schon bei 20 km/h die Motorunterstützung deutlich abregeln und bei 25 km/h ganz Schluss ist damit, bedeutet doch nicht, dass du damit "komplett ausgebremst" wirst.

    Für jemand, der fit genug dafür ist, gibt es ja auch die Möglichkeit, mit dem Pedelec deutlich schneller unterwegs zu sein, dann halt wie beim Bio-Bike mit Muskelkraft. Oder eben mit einem Speed-Pedelec, das darf bis zu 400 % das Treten unterstützen. Dann darf halt nicht mehr auf Fahrradwegen gefahren werden. Manche halten Fahrradwege sowieso grundsätzlich für sehr gefährlich, besonders wenn hohe Tempi mit dem Fahrrad gefahren werden, trifft das in vielen Fällen sicher zu.

    Das kann ich nur unterstreichen. Speckgürtel Düsseldorf, Entfernung zur Arbeit ca. 15km

    - Auto nachts: 20 Minuten
    - Auto Rushhour: 30-50 Minuten
    - Rennrad: 25-30 Minuten, Treckingrad 35-40

    Pedelecs in der Geschwindigkeit reduzieren macht keinen Sinn. Auch mit 20km/h gibt es genügend fehlgeleitete Menschen, die auf ungenügender "Radinfra" zu schnell fahren und mit Fahrrad, e-Roller oder Pedelec an einem Hauseingang oder einer sonstigen Engstelle vorbeiballern. Die 5km/h sind da nicht relevant.

    Mit dem langsameren Trekkingrad fährst du einen Schnitt von 22,5 bis 25,7 km/h.

    Mit einem Pedelec, das bei 25 km/h abregelt, wärst du vermutlich nicht deutlich früher da.

    Ein Pedelec könnte allerdings dazu beitragen, dass du bei Ampelstopps und dergleichen schneller wieder auf Höchstgeschwindigkeit beschleunigst. So könntest du ein paar Minuten einsparen. Aber das würde auch für ein Pedelec gelten, dass bei 20 km/h abregelt.

    Bei den Geschwindigkeiten zwischen 20 und 25 km/h allerdings würde dir die Unterstützung fehlen, wenn das Pedelec schon bei 20 km/h die Motorunterstützung einstellt. Allerdings bin ich mir nicht sicher, wie sich das bei verschiedenen Pedelec-Typen dann auswirkt. Bremst dann der Motor deine Tretkraft ab, weil du zusätzlich den Motor drehen musst? Oder läuft der einfach leer mit, ohne nennenswerten Widerstand zu leisten? Ist das bei Pedelecs mit Mittelmotor anders als bei solchen mit Nabenmotor?

    Beim Vergleich zwischen deinem Rennrad und einem Pedelec, das bei 25 km/h abregelt, hättest du das Problem noch häufiger, denn mit dem Rennrad fährst du bis zu 36 km/h. Alle Achtung, das ist deutlich schneller als die meisten Fahrradfahrenden fahren.:thumbup:

    Ja, aber warum eigentlich? Ich glaube, dass das auch damit zusammenhängt, dass die Aktivisten zwar „gegen“ den Autoverkehr aber nicht genug „für“ den ÖPNV, Radverkehr usw. unternommen haben. Es bringt eben wenig, eine Stadt autofrei machen zu wollen, solange der ÖPNV nicht richtig funktioniert. Und das ist eine Schuld des „Wahlvolkes“, weil sie seit Jahren die Falschen gewählt haben. Aber da uns „unsere Welt“ mit Wetter und Klima beweist, das wir was falsch machen und dabei sehr wenig verhandlungsbereit sein wird…

    Der Beitrag gefällt mir. Erfreulich finde ich in diesem Zusammenhang, dass seit einigen Jahren Fridays for Future mit Verdi in "Wir fahren zusammen" gemeinsam für eine Verkehrswende kämpfen:

    Bilder aus Hannover vom 24.3.24

    Jedenfalls hat der Film und das damit von dir angesprochene Thema mal wieder nichts mit der Ausgangsfrage und der Umfrage zu tun. Also mal wieder eine zwar vertrauenswürdige Quelle, die aber etwas zeigt, was zur Beantwortung der Frage nichts beiträgt. Schade.

    In der Umfrage geht es darum, bei welcher Geschwindigkeit ein Pedelec abregeln soll. Ich habe deine Position schon verstanden, für dich sind die 25 km/h Unterstützung wichtig, weil weniger Unterstützung deinen Arbeitsweg zeitlich verlängern würde. Besonders in Fällen, in denen jemand besonders auf die Motorunterstützung angewiesen ist und auch ein vorausschauender und rücksichtsvoller Fahrer ist, und deshalb auch umsichtig von den 25 km/h Gebrauch macht, ist das voll okay.

    Leider erlebe ich häufig Pedelec-Fahrer*innen auf engen Radwegen, die andere mit hohem Tempo und sehr eng überholen. Oder auch mit deutlich zu hoher Geschwindigkeit durch Fußgängerzonen fahren, in denen ja selbst bei Radverkehrsfreigabe nicht schneller als Schrittgeschwindigkeit gefahren werden darf. Und da erlaube ich mir schon die Anmerkung, dass bei 20 km/h die Motorunterstützung enden darf.

    Von dem im Film thematisierten Pedelec-Tuning habe ich schon gehört. Dass aber jedes 6. Pedelec getunt ist, wie es Experten annehmen, ist für mich eine überraschend hohe Zahl und bestärkt mich darin für 20 km/h zu plädieren. Deshalb hat der Film und das damit von mir angesprochene Thema sehr wohl etwas mit der Ausgangsfrage und der Umfrage zu tun, denn die Frage lautet:

    "Bitte beteiligt Euch doch mal an einer Umfrage, ob Ihr 20km/h (wäre eine neue Regelung) oder 25km/h (heutige Regelung) oder 30km/h (Wunsch aus der Runde hier) als die maximal erlaubte Geschwindigkeit anseht, bis zu der die elektrische Unterstützung erlaubt sein sollte bei einem normalen Pedelec?" Mir wäre eine Regelung bis 20 km/h lieber. Und dafür habe ich mehrere Gründe genannt. Ein wichtiger Grund ist: Getunte Pedelecs würden stärker auffallen.

    Das mag sicherlich zutreffen. Aber leider hat man das nicht getan. Deshalb hilft es mir bei meiner Mobilität nicht.

    Und bis es soweit ist, werde ich wahrscheinlich keine Mobilität mehr brauchen. :evil::saint: :/

    Knoflacher hat das nicht ausschließlich in dem Sinne gesagt, dass es da ein Versäumnis gab und es jetzt zu spät sei, das zu korrigieren. Ich befürchte allerdings, dass viele so denken und das deshalb die Bereitschaft, die notwendigen Änderungen zu ergreifen eher gering ausgeprägt ist. Im Übrigen finde ich das höchst anerkennenswert, wie du versuchst, trotz widriger Umstände den Alltag so autofrei wie möglich zu meistern. :thumbup:

    Es ist auf jeden Fall wichtig, dass es solche positiven Beispiele gibt. Trotzdem halte ich es für wichtig, das Ziel einer komplett autofreien Gesellschaft im Auge zu behalten. Denn mit der Begründung, es laufe ja zurzeit nicht gerade so optimal mit Fahrrad und ÖPNV, deshalb könne man vorläufig nicht aufs Auto verzichten, wird ja ohnehin schon inflationär hausieren gegangen. Und zwar auch von vielen Leuten, die sich nicht ansatzweise so sehr in Richtung Verkehrswende engagieren, wie du es beschreibst.

    Ob das Pedelec nun bei 20 oder 25 km/h abgeregelt wird, ist in diesem Zusammenhang nicht so entscheidend wichtig. Ich halte es für erwähnenswert und nach wie vor für richtig, weil ein Fahrrad, das eine Motorunterstützung bis 25 km/h bereithält, weniger geeignet für eine Verkehrswende ist als ein Fahrrad, das bereits bei 20 km/h abregelt. Für optimal halte ich nach wie vor ein Fahrrad im klassischen Sinn. Aber es wird Ausnahmen geben. S-Pedelec und das E-Bike dagegen sind schlussendlich kontraproduktiv für das Ziel Verkehrswende. Bei beiden ist die Unterstützung der Muskelkraft keine Unterstützung mehr, sondern es dominiert die Motorkraft. Und je stärker die Motorkraft dominiert, desto schneller landet man dann wieder beim Auto, von dem wir doch eigentlich weg wollen.

    Und die Polizei darf weiterhin mit bis zu 25km/h Unterstützung fahren? Dann erkennt er nur das Tuning nicht mehr. Oder soll er auch ein 20‘er bekommen und dann zwar leider den Verstoß gegen die dann neue Regel erkennen, aber Pedelectuner:innen laufen lassen, weil sie dann zu langsam sind? Oder sollte er einfach auf den Tacho gucken?

    Das Problem besteht ja jetzt auch, dass die Polizei Fahrer*innen getunter Pedelecs davonziehen lassen muss, weil sie ihnen nicht schnell genug hinterherfahren kann. In Minute 1:52 erläutert die interviewte Polizistin: "Dann muss ich mit ganz viel Muskelkraft versuchen hinterherzukommen." Dass Polizist*innen im Team arbeiten, erläutert sie nicht weiter. Ich könnte mir gut vorstellen, dass das zum Fahndungserfolg führt und bewusst nicht gesagt wird.

    Bei der Frage, bis zu welcher Geschwindigkeit eine elektrische Unterstützung beim Pedelec möglich sein soll, sollte mit überlegt werden, ob möglicherweise eine niedrigere Geschwindigkeit als 25 km/h dazu beitragen könnte, dass Pedelecs weniger oft gefährlich manipuliert werden, weil es dann schneller auffällt.

    Laut einem NDR-Beitrag glauben Experten, dass in Deutschland jedes 6. E-Bike schneller ist als erlaubt.

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    Minute 0:15 in dem Film.

    Zwar ist an der Stelle in dem Film von manipulierten E-Bikes die Rede, im weiteren Filmverlauf wird aber deutlich, dass es um manipulierte Pedelecs geht. Bei Minute 1:40 erläutert die Polizistin von der Fahrradstaffel Hannover, die unter anderem auf manipulierte Pedelecs ihr Augenmerk hat: "Der normale Streifenwagen, der vorbeifährt hat keine Chance, das zu erkennen. Der erste Hinweis ist meistens die gefahrene Geschwindigkeit. Wir haben ja selber Pedelecs, die bis 25 km/h unterstützt werden, wenn jemand schneller unterwegs ist und sichtlich sehr entspannt tritt, dann ist das für uns schon ein Hinweis das da irgendwas manipuliert worden ist und nicht rechtens ist."

    Dann lass uns doch mal den „perfekten und intelligenten öffentlichen Verkehr“ fordern. Das ist doch eine sehr sinnvolle Forderung. Und solang wir den noch nicht haben, darf man dann auch ein Pedelec wie heute nutzen, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben.


    P.S.: Ich nutze übrigens kein Auto und habe neben meinem (sonnengeladenes) E-Brompton auch noch ein Muskel-Muli. Und das obwohl ich auf dem Dorf wohne. An die Arbeit (ca. 37km von mir in Hannover) komme ich mit Brompton, BUS und Bahn.

    Meinst du das jetzt ernst: "Dann lass uns doch mal den „perfekten und intelligenten öffentlichen Verkehr“ fordern. ", oder ironisch, weil du meinst, da wird ohnehin nichts draus, weil diese Forderung auf taube Ohren stößt oder du sie für unrealistisch hältst usw.?

    Zu deiner Nutzung des Brompton-Pedelecs folgende Frage: Ich hatte ja an anderer Stelle schon davon geschrieben, dass ich es für optimal halte, wenn die Unterstützerkraft beim Pedelec ab 20 km/h deutlich nachlässt und dann beim Erreichen von 25 km/h komplett abschaltet.

    Um wieviel Minuten würde sich dein Arbeitsweg schätzungsweise verlängern, wenn dein Pedelec so gebaut sein würde? Es gäbe dann ja Phasen, in denen du statt 25 km/h mit voller Unterstützungskraft etwas langsamer fahren würdest, weil die maximale Unterstützungskraft dann bei 20 km/h endete.

    Beispiele:

    1. Nächstes WE fahre ich mit einem Mietwagen nach Berlin. Der Mietwagen von Freitag Mittag bis Sonntag Abend kostet halb so viel wie die Bahntickets. Desweiteren möchte ich mir die Bahnfahrt (und dann mit ÖPNV durch Berlin) mit Baby + Kinderwagen + Gepäck (und auf dem Rückweg noch mehr Gepäck) nicht antun.

    2. Am Pfingstwochenende fahre ich, wieder mit einem Mietwagen, für eine Woche nach Meck-Pomm. Meinen Teil der Verwandschaft besuchen (unser Baby kenn bis jetzt nur meine Eltern), und das Wochenende danach fahre ich die Mecklenburger Seen Runde mit. Im Mietwagen sind also neben meiner Frau und dem Baby noch der Kinderwagen, mein Rennrad und weiteres Gepäck. So einen Trip tue ich mir mit der Bahn nicht an.

    3. Im Juni fahren wir mit dem Mietwagen für eine Woche in den Urlaub nach Usedom. Die Zugverbindungen dorthin sind echt grausam und der ÖPNV auf der Insel ist ebenfalls unter aller Sau.

    Und komm mir jetzt nicht mit Sätzen wie "Das Auto hat eben begünstigt, dass du jetzt so weit weg von deiner Familie wohnst." <X

    Das Leben kann man nicht immer optimal gestalten in einer in vielfacher Hinsicht wenig optimalen Welt. Deswegen will ich dir auch gar nicht mit irgendwelchen Sätzen kommen um deine persönlichen Entscheidungen zu kritisieren. In einem Interview des Standard wird Knoflacher gefragt: "Was wäre, wenn die Allgemeinheit das gesamte Geld, das in das System Auto geflossen ist, in den Auf- und Ausbau des öffentlichen Verkehrs gesteckt hätte?" Das trifft ja jetzt ziemlich genau dein Problem, dass in den drei von dir genannten Beispielen deutlich wird:

    "1. Der Mietwagen ... kostet halb so viel wie die Bahntickets.

    2. So einen Trip tue ich mir mit der Bahn nicht an.

    3. Die Zugverbindungen dorthin sind echt grausam und der ÖPNV auf der Insel ist ebenfalls unter aller Sau.

    Knoflacher antwortet in dem Interview des Standard: "Mit einem Bruchteil hätte jedes Dorf und jede Stadt einen perfekten und intelligenten öffentlichen Verkehr."

    Fahrbahnradler: Bezogen auf die Pedelec-Diskussion nennt Knoflacher Beispiele für einen sinnvollen Einsatz: "Sie sind okay, wenn man das Auto ersetzen will, und auch für ältere oder weniger sportliche Menschen, die Höhenunterschiede überwinden wollen." Allerdings warnt er auch: "Als allgemeines Verkehrsmittel sind diese Räder aber nicht besser als alle anderen Verkehrsmittel, die durch zusätzliche Energie angetrieben werden. Alles, was unserer Bequemlichkeit dient im Verkehr, belastet meistens die Umwelt oder andere Menschen." ich denke, diese Warnung sollte ernst genommen werden! Tretunterstützung bis Tempo 20 reicht aus beim Pedelec. Fahrradverkehr findet ohnehin bei einem niedrigeren Tempo statt: "Das Gehen erhält oberste Priorität, das Rad mit seinen 12 bis 13 km/h Reisegeschwindigkeit steht an zweiter Stelle. Für höhere Geschwindigkeiten gibt es den öffentlichen Verkehr. Aber meistens brauchen wir keine höheren Geschwindigkeiten." (Knoflacher im Manager-Magazin)

    Link zum Standard-Interview:

    Verkehrsplaner Hermann Knoflacher: "Das ist eine Folge des Autovirus"
    Wer Hermann Knoflacher den Geburtshelfer der Fußgängerzone in Wien nennt, übertreibt nicht. Er sieht den Lebensraum für die Menschen und die Natur vom Auto…
    www.derstandard.de

    Link zum Manager Magazin Interview:

    Hermann Knoflacher: Warum das Auto die Welt furchtbar macht
    Hermann Knoflacher (78) ist der geistige Vater der weitgehend autofreien Wiener Innenstadt. Der Professor für Verkehrswissenschaften bezeichnet das Auto als…
    www.manager-magazin.de

    Moderne Technik ist Teufelszeug, aber in Autos ist sie unfehlbar und sollte deshalb die Steuerung übernehmen.

    Ich finde das ja irgendwie auch lustig, ausgerechnet in einem Fahrrad-Diskussionsforum so viel Beiträge zu lesen, in dem mit populistischen Argumenten über einen namhaften Autoverkehrs-Kritiker hergezogen wird. Andererseits ist das aber auch ein bisschen traurig, weil ich bei Einigen gerade den Eindruck gewinne, dass ihnen das Autofahren sehr viel wichtiger ist, als es in vielen Beiträgen hier den Anschein macht.

    Noch mal zur Aufklärung:

    Im Manager-Magazin vom 26.2.2019 erscheint ein Interview mit "Hermann Knoflacher (78). Er ist der geistige Vater der weitgehend autofreien Wiener Innenstadt. Der Professor für Verkehrswissenschaften bezeichnet das Auto als Virus, dessen Geschwindigkeit dem Menschen keinerlei Nutzen bringt."

    Die Überschrift über das Interview lautet:

    Verkehrsexperte Hermann Knoflacher: "Der Autofahrer ist absolut asozial"

    Wenn das zutrifft, dann ist es gerechtfertigt, ja geradezu geboten, sich Gedanken darüber zu machen, wie es gelingen kann, das Auto als Verkehrsmittel, so wie wir es heute kennen und nutzen, endgültig zu entsorgen.

    Eine andere Auto-Kritikerin, Katja Diehl wurde von der FAZ am 16.5.22 unter dem Titel, "NEUE MOBILITÄTSFORMEN: Autos aus dem Verkehr ziehen", einmal so beschrieben:

    "Die Provokation von Katja Diehls Buch besteht darin, sich eine Welt vorzustellen, in der das Auto eine seiner Funktionalität angemessene Rolle spielt. Sie besteht darin, sich Eltern vorzustellen, die ihre Kinder ohne Sorge allein mit dem Fahrrad zu einer Nachmittagsaktivität schicken können, oder Menschen, die sich auch mit Beeinträchtigungen oder im ländlichen Raum individuell und sicher ohne fossiles Fahrzeug fortbewegen können. Kurz: Diehls Ausführungen sind ein Schlag ins Gesicht der Bewahrer des verkehrspolitischen Status quo."

    Es gibt einen interessanten Online-Dialog den Katja Diehl mit dem von ihr sehr wertgeschätzten Herrmann Knoflacher führt. Dieser Online-Dialog trägt dazu bei, Knoflachers Ansatz zu verstehen.

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    Weil Knoflacher für eine fundierte und tiefgehende Autokritik steht, ist es interessant zu lesen, was Knoflacher über Pedelecs in dem bereits oben erwähnten Manager-Interview sagt: "Als allgemeines Verkehrsmittel sind diese Räder aber nicht besser als alle anderen Verkehrsmittel, die durch zusätzliche Energie angetrieben werden. Alles, was unserer Bequemlichkeit dient im Verkehr, belastet meistens die Umwelt oder andere Menschen. Ich weiß, das wird die Pedelec- und E-Bike-Freunde nicht gerade begeistern." Dass einige dieser Pedelec- und E-Bike-Freunde hier deswegen aber sich dermaßen auf den Schlips getreten fühlen, weil ich es gewagt habe, auf Knoflachers Kritik hinzuweisen, insbesondere auf die von ihm festgestellte Wesensähnlichkeit von Pedelec, E-Bike und Auto, ist schon erstaunlich.

    Knoflacher Interview im Manager-Magazin:

    Links: https://www.manager-magazin.de/lifestyle/auto…-a-1254305.html

    Katja Diehl, vorgestellt in der FAZ:

    Autos aus dem Verkehr ziehen: Katja Diehls Buch „Autokorrrektur“
    Gegen die Privilegierung des motorisierten Individualverkehrs, die einer wirklichen Verkehrswende im Weg steht: Katja Diehl denkt ganz grundsätzlich über neue…
    www.faz.net

    Wegen des Geschwindigkeitsrausches von 20-45 km/h – auf einem Fahrrad!2drölf!

    "Das Auto: Ein Virus im Stammhirn
    „Knoflacher kritisiert seit gut 50 Jahren die Fehlentwicklung unserer Autogesellschaft und der ihr unterworfenen und damit ebenso fehlgeleiteten Verkehrsplanung. Schuld daran sei das menschliche Stammhirn. Dieses versucht Energie zu sparen und redet uns deswegen sozusagen ein, das Auto etwa dem Rad vorzuziehen."

    „Virus Auto 4.0“: Lesenswert!
    „Entgegen dem weitläufigen Begriff des ›weißen alten Mannes‹ ist Hermann Knoflacher ein weiser alter Mann, der trotz aller Gegenwehr mit unfassbar viel Charme,…
    www.freitag.de

    Trifft Knoflachers These zu, dann stellt sich unweigerlich die Frage, wo denn das Auto beginnt.

    Wer Knoflachers These auf das Auto engführen will, der könnte sagen. Knoflacher ist für diese Pedelec-Diskussion irrelevant, denn er redet ja nur von Autos, nicht von Pedelecs.

    Wer aber bereit ist, sich auf Knoflachers These einzulassen, der muss zugeben, dass eine Geschwindigkeit von 20-45 km/h vermutlich keinen Rauschzustand auslöst wie z. B. 200-450 km/h. Aber es ist ein Tempo das für die meisten Menschen auf einem Bio-Bike nur erfahrbar ist, wenn sie dafür in einem hohen Maß trainiert haben. Oder einen Berg hinunterfahren. Den Berg aber müssten sie zuvor erklommen haben.

    Auch wenn mit einem normalen Pedelec lediglich 25 km/h durch Motorunterstützung ermöglicht wird, das ist bei den meisten Menschen, selbst bei vielen die regelmäßig Fahrrad fahren, bereits schneller als ganz ohne Motorunterstützung. Es ist diese Motorunterstützung, die beim Verkehrsmittel Pedelec zum selben Problem führt wie beim Auto.

    Das von Knoflacher diagnostisierte Krankheitsbild, das bei der Autonutzung auftritt, ist ja nicht an ein 400 PS SUV mit 2,8 t Eigengewicht gebunden. Letztlich kommt das Virus dann ins Spiel, wenn schnell und dabei mühelos mit einem Verkehrsmittel gefahren wird, weil ein Hilfsmotor (beim E-Bike Motor) in Betrieb ist. Beim S-Pedelec und erst Recht beim E-Bike bricht das Virus durch. Und wer ganz ohne Mühe mit dem Bio-Bike 20 bis 45 km/h fährt, der wird ohnehin nicht auf die Idee kommen, auf ein S-Pedelec umzusteigen.

    Dass ein Bio-Biker unangemessen schnell fährt, macht die Sache nicht besser. Fakt ist, dass Pedelecfahren vielen überhaupt erst ermöglicht schneller zu fahren als sie es auf einem Bio-bike könnten.

    Einige fahren dann denoch vorsichtig, andere lassen es an Vorsicht und leider auch an Rücksicht mangeln.

    Das ist auch mit einem Bio-Bike möglich, aber es ist mit einem Bio-Bike weniger Menschen möglich. In dem Film vermute ich, wird an der Stelle Minute 1:15 dieselbe Gruppe gefilmt wie in mehreren anderen Szenen.

    Und wenn ein Fahrrad beschleunigen und bremsen weniger anstrengend macht wird vielleicht auch nicht so oft „zu schnell gefahren“ bloß um den Schwung noch zu nutzen.

    Oder es wird vorsichtiger gefahren und häufiger gebremst, wenn zum Beispiel Fußgänger-Kontakt droht oder Kinder spielen oder Tiere in Gefahr sind oder zur Gefahr zu werden drohen. Aber schau dir z. B. diesen swr-Film bei Minute 1:15 an. (inkl. Hunde-Gefahr) Ich finde da die Geschwindigkeit nicht mehr angemessen, sondern zu hoch. Und ich bin mir recht sicher, dass die Protagonisten auf einem Bio-Bike langsamer fahren würden.

    Doc Fischer: E-Bike-Fahren: So gesund ist es wirklich | ARD Mediathek
    E-Bike-Fahren: So gesund ist es wirklich | Video | Radfahren ist gesund. Aber auch mit Motor? Tatsächlich können auch E-Bikes Gesundheit und Fitness fördern.…
    www.ardmediathek.de

    Aber das was Dir fehlt und was Du beschreibst, wird doch durch Punkt 2 der Umfrage abgedeckt. Also mein Brompton verhält sich in Stufe 1 der Unterstützung zum Beispiel genau so. Bei dem von Dir angekreuzten Punkt 1 ist keine Unterstützung über 20km/h erlaubt.

    Tja, vielleicht sind meine Befürchtungen ja auch übertrieben und ich glaube nicht, dass alle Pedelec-Benutzer die volle Unterstützung bis 25 km/h immerzu ausreizen. Zumal das ja auch die Akku-Kapazitäten schnell erschöpft. Darüber hinaus hatte ich davon gelesen, dass bei manchen Kinder-Pedelecs eine Zusatzfunktion aktiviert werden kann, die die Motorunterstützung schon bei 20 km/h abschaltet. Trotzdem halte ich es für problematisch, dass die durchschnittliche Fahrtgeschwindigkeit der Fahrradfahrenden durch die Pedelecs zunimmt. Das wird wahrscheinlich dann unproblematisch, wenn die Fahrradwege breiter werden, wo Fahrradwege nötig sind. Und das Fahrbahn-Fahrradfahren zunimmt, wo es keinen Grund gibt, den Fahrradweg zu benutzen.

    Ich spekuliere mal...

    Es ist anstrengender, 30 Minuten ohne Motor gegen den Wind zu fahren als 20 Minuten mit Motor gegen den Wind zu fahren.

    Gegenwind ist tatsächlich eine sehr hässliche und mitunter heimtückische Sache. Bei einem Fahrradausflug auf einer Nordseeinsel mit Bio-Bike hatte mich das ganz schön an die Grenze gebracht. Weg vom Ferienquartier mit viel Rückenwind. Aber der Rückweg, der zog sich ganz schön lange hin. Und es ist irgendwie entmutigend mit voller Tretleistung doch nur sehr langsam voranzukommen. Da bin ich inzwischen vorsichtiger geworden. Und eine ähnliche Tour mit Pedelec verlief erfreulicher. Zumal ich den Akkustand gut im Blick gehalten hatte und für die Hinfahrt etwa Ein-Viertel der Akkukapazität einkalkuliert hatte. Das hatte sich bewährt, denn der noch Dreiviertel volle Akku reichte dann für die Rückfahrt. Aber sehr viel mehr Kilometer wären nicht mehr drin gewesen. In Hannover machen die Windverhältnisse mitunter auch zu schaffen, aber eher selten und deutlich weniger stark als an der Küste.

    Es ist anstrengender, 30 Minuten ohne Motor einen Berg hinauf zu fahren als 20 Minuten mit Motor einen Berg hinauf zu fahren.

    Kenne ich gut aus meiner alten Mittelgebirgs-Heimat. Und aus Städten wie Wiesbaden und Stuttgart, wo ich schon Bio-Bike Ausflüge im Bereich bis um die 30 km Gesamtstrecke gemacht habe. Beim Festlegen der Etappenziele ist das unbedingt zu berücksichtigen. Schwieriger wird es bei einer festgesetzten Zielvorgabe:

    Es ist anstrengender, 30 Minuten ohne Motor zur Arbeit* zu fahren als 20 Minuten mit Motor zur Arbeit* zu fahren.

    *statt zur Arbeit auch überall sonst hin

    Wenn zum Beispiel der einzig erreichbare Einkaufsmarkt weit weg ist, dann ist das Pedelec eine feine Sache. Andererseits wohne ich so, dass ich mehrere Einkaufsmärkte in zum Teil deutlich weniger als 20 Minuten auch zu Fuß erreiche, sodass ich manchmal gar nicht erst Lust habe, das Fahrrad aufzuschließen, und vor dem Markt wieder abzuschließen usw., weil ich manchmal eine ganz schön faule Socke bin, frage ich mich dann und wann, wozu ich heute zu faul bin auf- und abschließen oder zu Fuß gehen.

    Ich fasse den Rest mal so zusammen: Wenn es darum geht, notwendige Wege in vorgegebenen Zeitrahmen zurückzulegen, dann kann das Pedelec ein angenehmer Helfer sein. Wenn ich allerdings einen ohnehin kurzen Arbeitsweg habe und das Fahrradfahren dorthin ohnehin Teil des täglichen Fitnessplanes darstellt, dann sind ein paar Zusatzminuten Training kein Problem.

    Und wenn ich das Fahrrad vor allem als Sportgerät benutze, um damit irgendwo in der Gegend herumzufahren, dann ist es doch egal, ob ich das ein bisschen schneller mit einem Pedelec oder ein bisschen langsamer mit einem Bio-Bike mache.:saint: Entscheidend ist doch die Zeit, in der ich mich bewege und nicht die Strecke, die ich dabei zurücklege.

    Ich habe 20 km/h angekreuzt. Aber ähnlich wie Yeti fehlte mir eine optimale Ankreuz-Option:

    Mir ist beim Pedelecfahren aufgefallen, dass beim Zuschalten einer starken Motor-Unterstützung der Zusatzantrieb bei 25 km/h sehr schlagartig auf Null sinkt. Und bei meiner eher mittelmäßig ausgeprägten Eigenbeteiligung fällt es mir dann schwer, ein Tempo über 25 km/h ohne Motorunterstützung zu halten.

    Ich könnte mir gut eine Regelung vorstellen, die bewirkt, dass der Unterstützungsantrieb schon bei 20 km/h damit beginnt seine Arbeit zu verringern, bis er dann bei 25 km/h ganz sanft in den vollständigen Ruhemodus fällt.

    Ich habe das bei eigenen Fahrversuchen so versucht zu simulieren, dass ich bei einer Geschwindigkeit knapp über 20 km/h damit begonnen habe, die Unterstützungskraft händisch zu reduzieren. Das fand ich okay. Zumal ich im Fahrradalltag mit meinem "Bio-Bike" eher mit 15 bis 18 km/h maximal unterwegs bin. Ein sanftes Abschalten des Zusatzantriebes im Tempobereich zwischen 20 und 25 km/h halte ich deshalb für angemessen, weil es dem natürlichen Fahrradfahrverhalten der Mehrheit der Menschen entspricht. Und es sollte nicht ohne Not ein insgesamt höheres Fahrradfahrtempo für das Fahren mit dem Fahrrad dadurch entstehen, dass sich jetzt zunehmend Fahrräder mit Zusatzantrieb etablieren.

    Kurioserweise hat man bei den Elektro-Tretrollern die Grenze bei 20 km/h festgelegt, warum eigentlich wurde da ein niedrigeres Tempo beschlossen als für das Pedelec?

    Da hast du jetzt zwei verschiedene Zahlen verglichen; rund 10.000 weniger sind's. Das der Autoverkehr in der Stadt rückläufig ist (teilweise auch noch sehr viel deutlicher), ist ja schon länger bekannt.

    Also in Hannover merke ich nichts von rückläufigem Autoverkehr. Zumindest so rein subjektiv, gefühlt. Stattdessen habe ich den Eindruck, dass Hannovers Autofahrer*innen sich immer mehr im Kreuzungen zuparken perfektionieren. Da wird erbarmungslos in den Kreuzungsbereich reingefahren selbst bei "Dunkelgelb" noch, obwohl absehbar ist, dass beim folgenden Grün für den Querverkehr, dieser keine Chance hat loszufahren, weil die Kreuzungsmitte "zugeparkt" ist.