Okok... ist halt wie beim Angeln
Die ca. 15km sind 14,5. Es gibt so gut wie keine Ampeln oder sonstigen Stellen an denen ich anhalten müsste, und die Betrachtung bezieht sich eher auf den Hinweg wo es leicht bergab geht. Profisport bei mir ganz sicher nicht - aber schon Hobbysport in gelegentlich auch mal ernsthaft.
Das ändert aber nichts an der grundsätzlichen Aussage, dass der ÖPNV gegen alle anderen Verkehrsarten ganz deutlich verliert.
Entschuldige, dass ich so frei war und deine Strecken und Zeitangaben einfach mal so hochgerechnet habe zu Geschwindigkeiten.
Dass der ÖPNV gegen alle anderen Verkehrsarten ganz deutlich verliert, lasse ich so nicht stehen, denn es ist eine grob verallgemeinernde Aussage, die möglicherweise aus deiner Perspektive für bestimmte Fälle Gültigkeit hat, aber eben nicht allgemeingültig ist, obwohl von vielen, besonders gerne von Autofahrern genau so getan wird, als sei es der ÖPNV, der gegen alle anderen Verkehrsarten ganz deutlich verliert.
Aus der Perspektive von Menschen, die nicht Fahrrad fahren können (die Menschen gibt es auch, obwohl ich weiter oben geschrieben habe, dass fast jeder Fahrrad fahren kann) oder die nur sehr langsam Fahrrad fahren können oder die bei ungünstigen Wetterlagen lieber nicht Fahrrad fahren, und die kein Geld für ein Taxi haben, oder in deren Gegend Taxis besonders hohe Anfahrtskosten berechnen, ist der ÖPNV selbst dann außerordentlich attraktiv, wenn die Taktzeiten sehr ungünstig sind und aufgrund der Linienführung Umwege in Kauf genommen werden müssen.
Besonders für Menschen mit wenig Geld, ist der ÖPNV eine attraktive (oft die einzige) Möglichkeit über längere Strecken mobil zu sein, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad nicht so einfach zu bewältigen sind.
Besonders zu beachten ist auch, dass die Aussage, das der ÖPNV gegen alle anderen Verkehrsarten ganz deutlich verliert, nur an bestimmte Fälle und an die jetzige Situation gekoppelt ist. Es wurde in den vergangenen Jahrzehnten und wird vielfach immer noch eine einseitig auf den MIV hin ausgerichtete Verkehrs-Infrastruktur aufgebaut. Das ist ein entscheidender Grund dafür, dass der ÖPNV manchmal als eine Verkehrsart erscheint, die gegenüber allen anderen verliert. Es gibt keine irgendwie "natürlichen Gründe" dafür oder gar Gott gegebene Vorherbestimmungen.
Und das wirkt sich aus auf die Pedelec-Diskussion. Wer das Pedelec als Alternative für einen unzureichenden ÖPNV nutzt, der möchte natürlich am liebsten ein Speed-Pedelec ganz ohne irgendwelche Einschränkungen wie Helmpflicht, Versicherungspflicht, Fahrerlaubnispflicht usw. nutzen können. Und am liebsten soll es auch noch schneller als 45 km/h Unterstützungskraft beim Treten liefern. Für jemandem, dem für längere Strecken ein attraktiver ÖPNV zur Verfügung steht, gestaltet sich das anders. Und mit attraktivem ÖPNV meine ich jetzt nicht kostenlosen ÖPNV! Auch ÖPNV sollte den Nutzer*innen etwas kosten. Fahrradfahren ist schließlich auch nicht umsonst.