Beiträge von Ullie

    Ich sage es nochmal: dann lass uns für einen intelligenten, bezahlbaren und zuverlässigen ÖPNV kämpfen. Dazu gehören dann aber auch so unpopuläre Schritte, wie Wege zu finden, dass ein ÖPNV nicht wegen (z.B.) Streiks ausfallen darf.

    Möglicherweise ist es nicht so sehr das Problem, dass im ÖPNV gestreikt werden darf, sondern dass die Verkehrsinfrastruktur für den MIV vor Streiks geschützt wird:

    "Deutschlandweit sollen Züge, Busse und Flugzeuge stillstehen. Auch das Betriebspersonal des Hamburger Elbtunnels will den Arbeitskampf unterstützen - darf aber nicht, wie das Landesarbeitsgericht Hamburg entscheidet.

    Die Gewerkschaft Verdi darf den Elbtunnel an diesem Montag doch nicht bestreiken. Das Landesarbeitsgericht Hamburg habe am Sonntag entschieden, dass die Gewerkschaft eine Notdienstvereinbarung vorlegen müsse, nach der ein normaler Betrieb des Tunnels möglich ist, sagte der für die Autobahn GmbH zuständige Verdi-Vertreter Domenico Perroni."

    aus: "Gericht verbietet Arbeitskampf - Verdi darf den Elbtunnel nicht bestreiken", ntv vom 26.3.23,

    Verdi darf den Elbtunnel nicht bestreiken
    Deutschlandweit sollen Züge, Busse und Flugzeuge stillstehen. Auch das Betriebspersonal des Hamburger Elbtunnels will den Arbeitskampf unterstützen - darf aber…
    www.n-tv.de

    Die MOPO berichtet am 18.4.24 unter der Überschrift, "Radfahrerin (73) von Porsche gerammt – tot" so über den Unfall in Hamburg-Volksdorf, bei dem eine Fahrradfahrerin getötet wurde:

    "Tödlicher Unfall in Volksdorf: Auf der Farmsener Landstraße ist am Donnerstagvormittag eine Radfahrerin von einem Porsche gerammt worden, der nach ersten Informationen gerade ein Fahrzeug überholte. Sie erlag noch vor Ort ihren Verletzungen.

    Auf Höhe der dortigen Kita kollidierte der Porsche – vermutlich zu schnell unterwegs – mit der 73 Jahre alten Frau, die vom Rad stürzte und zuerst gegen die Windschutzscheibe des Sportwagens, dann mit dem Kopf auf dem Asphalt aufschlug. Nach MOPO-Informationen soll der Porsche-Fahrer gerade ein Fahrzeug überholt haben."

    Radfahrerin (73) von Porsche gerammt – tot
    Tödlicher Unfall in Volksdorf: Auf der Farmsener Landstraße ist am Donnerstagvormittag eine Radfahrerin von einem Porsche gerammt worden, der nach ersten
    www.mopo.de

    "Bei einer Kollision mit einem Porsche in Hamburg-Volksdorf ist eine Radfahrerin tödlich verunglückt. Die genauen Umstände des Unfalls sind noch unklar."

    Tragödie in Hamburg-Volksdorf: Porsche erfasst Seniorin auf Fahrrad – Reanimation erfolglos
    Bei einer Kollision mit einem Porsche in Hamburg-Volksdorf ist eine Radfahrerin tödlich verunglückt. Die genauen Umstände des Unfalls sind noch unklar.
    www.t-online.de

    Möglicherweise ist das der Unfallort. Entspricht dem Foto im t-online-Bericht.

    Google Maps
    Find local businesses, view maps and get driving directions in Google Maps.
    www.google.de

    ;(

    mehr als 2.000 Städte in Deutschland. eine(!) davon hat in einigen Straßen 40kmh angeordnet.

    Wo ist die Relevanz zur Aussage, dass (mittlerweile) europaweit die anordnung von 40kmh die absolute ausnahme ist?

    betätigung? Gegenrede? X/

    Warum schaust du so griesgrämig drein? Mir ist Tempo 20 natürlich auch lieber als Tempo 40.

    In Frankfurt sieht es danach aus, dass verstärkt Tempo 20 eingeführt wird, allerdings nur in der Innenstadt.
    FR vom 5.12.23: Frankfurt: Tempo 20 in der City

    Übrigens gibt es auch in Frankfurt schon länger Tempo 40 Bereiche: "Im Stadtkern von Frankfurt am Main gilt ab 1. Januar "2021 ein Tempolimit von maximal 40 km/h. Die Stadt will so die Luftqualität verbessern und drohende Fahrverbote verhindern." ADAC vom 19.11.2020 https://www.adac.de/news/frankfurt-tempo-40/

    Das wäre dann auch für die normalen Pedelecs, die ja bis 25 unterstützen, interessant. Andererseits ist die Frankfurter Innenstadt flach und windig ist es dort auch nicht. Es fehlen vernünftige allgemeine Gründe ein Pedelec zu nutzen.

    Die 45 für Mopeds sind jedenfalls ein klassischer EU-Kompromiss: "Manche Länder haben 40 innerorts, manche 50, also einigen wir uns auf die Mitte" (inzwischen ist 40 übrigens zur absoluten Ausnahme geworden…).

    In Stuttgart allerdings gilt innerorts fast überall max. Tempo 40.

    Hintergrund ist, dass Dieselfahrverbote drohten, falls nichts unternommen wird zur Luftreinhaltung.

    Außerdem ist Stuttgart eine Stadt, bei der ein E-Motor zur Unterstützung das Fahrradfahren für viele an zahlreichen Stellen in der Stadt überhaupt erst möglich macht.

    Ob dort überproportional viele Speed-Pedelec am Start sind? Jedenfalls hätten die Speed-Pedelec-Nutzer*innen formell zumindest die Chance, mit dem Autoverkehr mitzuhalten. Praktisch wäre es wohl schön, wenn die Autos in Stuttgart nur dann schneller als 40 km/h fahren könnte, wenn der Fahrer kräftig mitpedaliert. Ich fürchte dort wird oft das Tempo-40-max.-Gebot überschritten. Und bergauf könnte es sein, dass die Speed-Pedelecs nur mit sehr kräftiger Tretunterstützung auf 40 km/h beschleunigen.

    Nein, ich meinte schon "Stinker" im Sinne eines umweltschädlichen Verbrenners. Aber ja: Diese olfaktorischen Genüsse im Innenraum ggf. dazu.

    Wie "schön" bequem, wenn sich jemand so ganz und gar seinen Vorurteilen hingeben kann.

    "Der Omnibus stinkt von innen und von außen und deshalb brauch’ ich mir keinen Kopf mehr darüber machen, ob der ÖPNV einen wertvollen und wichtigen Beitrag für eine Verkehrswende darstellt.":rolleyes:

    Hallo! Da tut sich gerade ganz viel, zum Beispiel Klimaanlage, barrierefreier Ein- und Ausstieg. Bundesweit gültiges ÖPNV-Ticket... Aber vieles von dem wird in der breiten Öffentlichkeit gar nicht wahrgenommen und deshalb von der Politik nicht mit dem notwendigen Nachdruck vorangetrieben.

    Das ist nicht viel anders, wie bei manchen Drangsalierungen des Fahrradverkehrs. Zum Beispiel Verbannung auf häufig immer noch viel zu schmale Radwege. Aber dass dann ausgerechnet jemand, der Fahrrad fährt ...

    Ein Fahrrad kann und muss nicht von allen Menschen als ein Verkehrsmittel für alle Fälle anerkannt und benutzt werden. Für die Fälle, in denen das zu Fuß gehen oder das Fahrradfahren nicht infrage kommt, muss es einen attraktiven ÖPNV geben. Das Pedelec kann ein paar Zusatzkilometer ermöglichen und Wind und Steigungen erträglich machen. Um alle Menschen bei einer Verkehrswende mitzunehmen, reichen Fußverkehr und Fahrradverkehr, bzw. Pedelec-Verkehr als Mobilitätsoptionen nicht aus. Es braucht außerdem den ÖPNV.

    A propos Knoflacher: Der kritisiert am Auto ja vor allem auch den immensen und unnötig großen Platzbedarf (siehe "Gehzeug"). Wie ist denn dazu Ihre Haltung, Ullie? So ein Pedelec oder S-Pedelec beansprucht ja nicht mehr Platz als ein motorloses Fahrrad.

    Bislang wurden ja noch nicht sooo viele Pedelecs verkauft. Noch seltener wurden Transport-Pedelecs verkauft, wie zum Beispiel so eines oder so eines:

    "Gut 78 % der Haushalte hatten 2022 mindestens ein Fahrrad ohne oder mit Motor, in knapp 16 % der Haushalte gab es ein E-Bike oder Pedelec. Das waren insgesamt rund 69,0 Millionen Zweiräder – knapp 60,6 Millionen ohne und 8,4 Millionen mit Elektromotor."

    Umsatz im Fahrrad-Einzelhandel 2022 real um 2,4 % gegenüber Vorjahr gestiegen
    Der Einzelhandel mit Fahrrädern hat im dritten Jahr in Folge hohe Umsätze erwirtschaftet und 2022 fast das Niveau des Rekordjahres 2020 erreicht. Der…
    www.destatis.de

    Das zweite ist übrigens von Babboe, bei dem ersten bin ich nicht so ganz sicher, aber das könnte auch von Babboe sein, das ist der Hersteller mit den vielen Rahmenbrüchen.

    Ich vermute, dass in wenigen Jahren relativ häufig ausrangierte Pededecs rumstehen werden. Darunter dann auch relativ große Transportpedelecs. Das von Babboe werde ich mal im Auge behalten. Ob die dann auch auf Auktionen versteigert werden, so wie jetzt bei den Fahrradversteigerungen des Fundbüros?

    Zumindest habe ich bei Versteigerungen durch das Ordnungsamt in Hannover schon beobachtet, dass auch Pedelecs versteigert wurden. Allerdings noch keine Transport-Pedelecs.

    Aber auch wenn die Pedelecs noch in Gebrauch sind. Es gibt so eine gewisse Tendenz zum "Supersizing" und die wird durchaus begünstigt durch die Tatsache, dass immer mehr Fahrräder einen Hilfsantrieb haben. Und die Pedelecs werden seit ein, zwei Jahren oft nur deshalb gekauft, weil sie in Mode sind. Ein Fahrradhändler, der schon seit über 20 Jahren Pedelecs verkauft, sagte mir, dass die Leute früher vor fünf und mehr Jahren eher davor zurückschreckten, ein Pedelec zu kaufen, auch in Fällen, wo es vielleicht aufgrund nachlassender Fitness usw. gar nicht so schlecht gewesen wäre. Aber seit rund drei Jahren wird gar nicht erst lange gezögert, sondern gleich nach einem Pedelec verlangt, weil es halt in Mode sei. Ob auch Transport-Pedelecs mehr und mehr Mode werden, bis jeder eines hat?

    Ob viele von denen dann mal auf der Straße nur noch rumstehen? Ob die länger halten als die meisten klassischen Fahrräder, weil sie hochwertiger gebaut sind? Oder ob sie schneller dahin sind, weil sie zum Beispiel schneller mehr Kilometer auf dem Buckel haben? Das bleibt wohl abzuwarten.

    Aber in einer Sache sind wir uns sicher einig: Immer noch besser als stünden Autos herum.

    Aber warum soll ich mich denn danach richten, was ein Herr Knoflacher denkt? Warum soll ich denn das Gleiche denken?

    Musst du ja nicht, aber ich halte die Analyse von Knoflacher für sehr schlüssig und geeignet eine alternative Verkehrsinfrastruktur aufzubauen. Dagegen sehe ich es skeptisch, wenn zum Beispiel jemand den MIV mit E-Fahrzeugen anstelle von Verbrenner-Fahrzeugen bereits als wichtigen Beitrag für eine Verkehrswende bezeichnet.

    Ullie Und was stört dich daran, wenn jemand sowas kauft und dafür kein Motorrad? Nicht missverstehen: ich möchte es nicht haben, sonst würde ich es mir kaufen (können). Aber ich wollte ja auch kein Motorrad.

    Es stört mich nicht, dass jemand ein Rockit kauft, ich befürchte die jeweils einzelnen Individuen sind damit überfordert da eine vernünftige Entscheidung zu treffen. In diesem Sinne stört es mich auch nicht, dass jemand ein Motorrad kauft. Eine Verkehrswende, die ich für dringend notwendig halte, ist nicht dadurch zu erreichen, dass man darauf vertraut, dass sich die einzelnen Menschen vernünftig verhalten bei der Wahl eines Verkehrsmittels. Dazu ist der Virus Auto viel zu weit verbreitet, als das das funktionieren könnte. Stattdessen ist es wichtig eine Verkehrsinfrastruktur zu errichten, die keinen Platz für KFZ vorsieht. Und dieses Rockit ist eindeutig ein KFZ, auch ein Speed-Pedelec ist ein KFZ, und normale Pedelecs sind möglicherweise auch bereits mehr ein KFZ als ein Fahrrad.

    Und ja, für mich ist es ein KFZ. Mit dem Vorteil, dass ich Fahrradinfrastruktur nutzen darf muss und so am Stau vorbei fahren kann.

    Das ist schon kurios: In Deutschland bedauern manche Fahrradfahrer*innen, dass sie den Radweg benutzen müssen, in der Schweiz bedauern Speed-Pedelec-Fahrer, die in Deutschland den Radweg nicht benutzen dürfen, dass sie in der Schweiz den Radweg benutzen müssen.

    Mal mit einem Anwalt sprechen, anzeigen, laut thematisieren, irgendwas, aber doch nicht hinnehmen. Das ist viel wichtiger als die Frage nach der Unterstützung eines Pedelec.

    Ich vermute es ist nicht besonders schwierig solche Aussagen zu provozieren. Wenn's dir Spaß macht, dann gehe so vor, wie von dir beschrieben. Bei der Pedelec-Diskussion geht es unter anderem darum, ob die von Knoflacher vorgeschlagenen Mobilitätssysteme für eine nachhaltige Verkehrsinfrastruktur zu ergänzen sind. Fußverkehr, Radverkehr, ÖPNV.

    KFZ-Verkehr gehört nicht dazu, Pedelecs sieht Knoflacher eher skeptisch. Vielleicht deshalb weil dann schnell das bei rauskommt, was Yeti an anderer Stelle verlinkt hat: https://www.erockit.de/

    Was kostet so ein Ding eigentlich?

    eROCKIT – Der Human Hybrid

    "Mit einer Dauerleistung von 5 kW und einer Spitzenleistung von bis zu 16kW (22 PS) liefert der aktiv luftgekühlte, bürstenlose Permanentmagnetsynchronmotor Power pur für ein grandioses Fahrerlebnis. Die Akkukapazität beträgt 6,6 kWh."

    "Fahrzeugpreis ab 12.900 € inkl. Mwst."

    Aus dem verlinkten Text.

    Bei einem Speed-Pedelec ist die Nenndauerleistung etwas geringer, nämlich 4 kW.

    Und die max. Geschwindigkeit ist geringer (Tretunterstütung bis 45 km/h)

    Allerdings sind Speed-Pedelecs deutlich günstiger.

    Trotzdem sehe ich die Tendenz, dass Pedelecs, insbesondere Speed-Pedelecs den Einstieg in die Welt darstellen, die in der von Yeti verlinkten Werbung für das Rockit so beschrieben wird: "Entsprechend erlebt der Benutzer einen atemberaubenden Vorwärtsschub beim Treten in die Pedale und dies bei vergleichsweise minimalem Kraftaufwand."

    Das entspricht ziemlich genau der Darstellung, mit der Knoflacher vor dem Virus Auto warnt:

    "Knoflacher kritisiert seit gut 50 Jahren die Fehlentwicklung unserer Autogesellschaft und der ihr unterworfenen und damit ebenso fehlgeleiteten Verkehrsplanung. Schuld daran sei das menschliche Stammhirn. Dieses versucht Energie zu sparen und redet uns deswegen sozusagen ein, das Auto [das Pedelec, das Speed-Pedelec, das E-Bike, das Rockit] etwa dem Rad vorzuziehen."

    [Einfügung von mir]

    Und weil man beim Rockit diesen "atemberaubenden Vorwärtsschub" erlebt, sitzt auch der Geldbeutel locker. Für ein Fahrrad jedenfalls sind nur sehr wenige Menschen bereit einen so hohen Betrag zu investieren.

    kobL: Gesetzlich ist in Deutschland festgelegt, dass das Speed Pedelec bis zu 400 % Tretunterstützung leisten darf und bis zu einem Tempo von 20 km/h beschleunigt werden kann, ohne das mitgetreten werden muss. (Beim Pedelec nur bis 6 km/h)

    Ist dein Pedelec so moduliert? Und benutzt du diese 400% Unterstützerkraft und die Möglichkeit bis 20 km/h zu beschleunigen, ohne zu treten?

    Ich frage deshalb, weil es mich interessiert, den Grenzraum auszuleuchten, bis wann kann man bei einem Pedelec von einem Fahrrad sprechen, dass eine geringfügige Tretunterstützung leistet und ab wann muss es eigentlich als KFZ betrachtet werden, bei dem die eigene Tretkraft in den Hintergrund tritt oder nur noch marginal eine Rolle spielt. Dabei interessieren mich weniger die verwaltungstechnischen Aspekte, sondern das Fahr-Gefühl. Bei einem leeren Transportpedelec, dass ich mit höchster Unterstützungsstufe auf einer leichten Steigung maximal beschleunigt hatte, kam bei mir das Gefühl auf, dass es sich um ein KFZ handelt, das mit nur einem geringem eigenen Krafteinsatz von mir auf ein hohes Tempo beschleunigt werden kann, wie ich es mit einem Fahrrad ohne Tretunterstützung sicher nicht schaffen würde.

    Oder eben das Tempolimit dem Design anpassen, statt pauschalem 100. Aber dafür braucht man im deutschen Behördenirrsinn einen "Unfallschwerpunkt", dessen Messung aber de facto nur "Verkehrsschwerpunkte" misst.

    Der BR-Beitrag entlarvt sich doch selbst. Es geht der Autolobby und ihren Helfern nicht darum, das Tempo an das Design anzupassen, sondern das Design muss an das Tempo angepasst werden.

    Vermutlich meint cubernaut nicht, dass die Busse selber stinken sondern, dass es in den Bussen stinkt. Viele Menschen auf engen Raum, verschüttetes Bier, Bus mit Toilette verwechselt....

    Am Rande einer Bezirksratssitzung hatte ich mal eine CDU-Abgeordnete darauf angesprochen, warum sie sich so weit für das Wohl der Autofahrer aus dem Fenster lehne. Sie entgegnete ganz entrüstet: Sie werden doch wohl von mir nicht erwarten, dass ich den Omnibus benutze, da könnte es ja passieren, dass ich so einem Türken gegenüber sitze, der nach Knoblauch stinkt. Bis zu diesem Zeitpunkt bin ich schon oft und viel Bus und Straßenbahn gefahren und seitdem noch viel mehr.

    Nach meiner Erfahrung sind diese ÖPNV-Negativ-Beschreibungen Teil eines vorurteilsbeladenes überhebliches bis arrogantes Verhalten auf das ich mittlerweile recht ärgerlich reagiere. Denn es trifft erstens nicht die Gesamtwirklichkeit und es ist zudem oft verbunden mit gruppenbezogenen Vorurteilen. Ich habe auch schon S-Bahnwagen gesehen, in denen kurz zuvor Fußball-Rowdies randaliert hatten. Aber das ist eben nicht die Regel trotzdem erzählen manche so vom ÖPNV, als sei das die Regel.

    Auch die Aussage ÖPNV ist gleich viele Menschen auf engem Raum ist letztlich Unfug. Fast genau so oft hört man nämlich: Wozu hat denn der Bus eine Ampelvorrangschaltung, da sitzt doch sowieso nie jemand drin. Tatsächlich ist es ein ganz normales Phänomen, dass es in Bussen zu bestimmten Zeiten sehr voll ist. Das ist nämlich in der Regel in den Verkehrsspitzen der Fall. Was in Bezug auf viele Menschen auf engem Raum noch interessant ist: Selbst bei einem dichten Takt, scheint es selten jemand in den Sinn zu kommen, dass es sich lohnen könnte, auf den nächsten Bus zu warten, weil der dann leerer ist.

    Und was genau bedeutet "dicht gedrängt"? ein Linien-Gelenkbus hat grob gerechnet 50 Sitzplätze und 100 Stehplätze. Wenn die alle besetzt sind, dann ist der ganz normal voll besetzt. Das mögen einige bereits als dicht gedrängt empfinden. Ist es aber nicht. vor allem aber habe ich es auch in solch vollen Bussen schon häufig beobachtet, dass jüngere Fahrgäste älteren ihren Sitzplatz anbieten.

    Verschüttetes Bier ist ein Ärgernis, aber eben auch kein alltägliches. Und dass die Sitzpolster nass sind von verschüttetem Bier etc. ist nicht gänzlich auszuschließen, keinesfalls aber alltäglich. Dass in den Bus uriniert wird ist mir noch nicht untergekommen. Leider aber werden dem Geruch nach zu urteilen manche Aufzüge derart verschmutzt.

    Es gibt vieles, dass am ÖPNV verbessert werden kann und verbessert werden muss. Aber das erreicht man nicht dadurch, dass man ihn schlecht redet. Vielmehr muss die Einsicht wachsen, dass der ÖPNV in Ergänzung zum Rad- und Fußverkehr ein fester Bestandteil einer nachhaltigen Verkehrswende ist, das Auto aber ganz klar das niemals sein kann. Deshalb ärgert es mich besonders, wenn von Fahrradfahrenden so getan wird, als sei Radfahren alleine das einzig Wahre und ÖPNV nur schlecht.

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    Siehe Minute 11:40

    Wenn wir endlich damit anfangen würden, alle Straßen zu Autobahnen auszubauen, dann gäbe es auch weniger Verkehrstote. <X

    Das Übliche:

    Du fackelst Strohmänner ab, unterstellst oder missverstehst, erzählst, was allen bekannt ist, gehst nicht auf das Gegenargument ein und schreibst auf jede kurze pointierte Entgegnung Romane. Ich brauche eine Pause, sorry. Das ist so ermüdend.

    Das war die freundliche Antwort. Du kannst auch gerne eine weniger freundliche, knackige kurze Antwort in Form einer Gegenfrage bekommen:

    Deine Frage war:

    Warum soll ein gesunder Mensch in einem stinkenden und meist lauten Bus rumsitzen, wenn er auf einem Fahrrad etwas für Gesundheit und Umwelt tun kann?

    Gegenfrage: Warum soll ein Mensch mit einem Handycap in einem stinkenden und meist lauten Bus rumsitzen, wenn er auf einem Fahrrad den Weg nicht zurücklegen kann?