Beiträge von Ullie

    Der Titel sagt eigentlich alles. Ich habe keinen Sammelthread für sowas gefunden. Es würde unter "Lustige Schilder" passen, wenn Hamburg Schilder an Radfahrstreifen aufstellen würde.

    Das sieht jetzt seit mindestens 8 Jahren so aus.

    Der Fiat im Bild ist ja ein vergleichsweise eher schmales Auto. Und trotzdem ist der Radfahrstreifen anscheinend noch deutlich schmaler, selbst wenn man die Gosse hinzurechnete, die ja immerhin den Abstand zu den parkenden Autos vergrößert, auch wenn die Gosse nicht zum Befahren geeignet ist.

    Im Prinzip gibt es bei einem solchen Straßenquerschnitt drei Möglichkeiten, wenn der Radverkehr auf der Straße stattfinden soll (und Fußwegbreite nicht reduziert werden soll und Parkstreifen nicht aufgegeben werden soll): Radfahrstreifen, Schutzstreifen oder nichts dergleichen.

    Was ich mich bei solchen Anordnungen immer frage ist: Es gibt ja bestimmte Mindestmaße für die Fahrbahnbreiten. Die sind unter anderem abhängig von der zugelassenen Höchstgeschwindigkeit, die gefahren werden darf. (Vermute ich jetzt mal ganz stark.)

    Kann eine Reduktion der zugelassenen Höchstgeswchwindigkeit z. B. von 50 auf 40, oder gar auf 30 km/h dazui beitragen, dass die Autofahrspuren schmaler gestaltet werden und der Radfahrstreifen breiter?

    Dann gibt es da allerdings die Einschränkung, dass auf Tempo-30-Straßen eigentlich gar keine Radfahrstreifen oder Schutzstreifen markiert werden sollen.

    Und dann frag ich mich, ob ein Schutzstreifen breiter markiert werden kann, als ein Radfahrstreifen, weil der Schutzstreifen ja im Bedarfsfall vom Autofahrer überfahren werden darf, der Radfahrstreifen aber nicht, so dass man bei einem Schutzstreifen die für den Autoverkehr vorgesehene Fahrspur etwas schmaler machen kann.

    Mein Verbesserungsvorschlag, ohne weitere Hintergrundkenntnisse:

    Das Parken von Autos nicht zulassen. Dann gibt es auch keine Gefahren durch sich öffnende Autotüren. Und dann ist es auch nicht so schlimm, wenn der Radfahrsreifen nicht ganz so breit ist. Ist natürlich nicht so leicht politisch durchsetzbar.

    Wenn das nicht geht, dann ist es vielleicht besser einen möglichst breiten Schutzstreifen zu markieren, wenn dafür die Fahrbahnen für den KFZ-Verkehr schmaler gemacht werden können, als das bei einem Radfahrstreifen möglich ist. Lieber einen breiten Schutzstreifen als einen schmalen Radfahrstreifen.

    Was darüber hinaus noch hilft: Den Radfahrbereich farbig auslegen. Das hilft allerdings nur dann, wenn der für den Radverkehr vorgesehene Bereich tatsächlich breit genug angelegt ist. Denn ist der zu schmal, dann schadet die Markierung eher, als sie nützt, denn viele Radfahrer werden sich dann noch weniger trauen, jenseits der Markierung zu fahren im sicheren Abstand von sich möglicherweise öffnenden Autotüren.

    Der "dunkle Gang" durchs Ihme-Zentrum soll heller werden, so könnte man dieses Zitat zusammenfassen, das aus einer Berichterstattung der HAZ zum Ihmezentrum stammt: "Die Stadt plant, einen dunklen Gang umzubauen, der in Höhe Gartenallee bis zur Ida-Ahrenhold-Brücke durch das Ihmezentrum verläuft. Radfahrer nutzen die verwinkelte Durchfahrt seit Langem, sie soll begradigt und heller gestaltet werden." (aus: HAZ vom 25.1.2018, "Stadt genehmigt Fassadensanierung am Ihmezentrum" http://www.haz.de/Hannover/Aus-d…-am-Ihmezentrum )

    Weil viele Radfahrer den Fuß- und Radweg durchs Ihmezentrum benutzen und die Aufwertung dieser wichtigen Radwegeverbindung möglicherweise noch kontroverse Diskussionen auslösen wird, eröffne ich dieses Thema mit einigen Infos und Fotos in diesem Forum.

    Da ist zunächst mal diese Zahl, die im Raum steht: "

    Im März hatte das Bundesbauministerium das Ihme-Zenrum als „nationales Projekt des Städtebaus“ anerkannt und 2 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Mit dem Geld und einer weiteren Million von der Stadt soll der durch den Komplex verlaufende dunkle Gang in Höhe der Gartenallee bis zur Ida-Ahrenhold-Brücke umgebaut werden." (aus: HAZ vom 12.12.2017, "Ihme-Zentrum: Stadt will Bauantrag genehmigen" http://www.haz.de/Hannover/Aus-d…bruar-vorliegen )

    Worum es geht, hab ich mal versucht auf diesem openstreetmap.de-Ausschnitt darzustellen:

    Die blau gestrichelte Linie, zwischen Gartenallee und der Radwegverbindung Ida-Ahrenholz-Brücke, die über über die Ihme führt, zeigt den ca. 120m lange "unterirdischen" Radweg, der durch Deutschlands größtes zusammenhängendes Betonfundament führt. Das Ihmezentrum bildet eine nur an dieser Stelle ebenerdig durchgängige Barriere zwischen Linden Mitte (links auf der Karte) und der Calenberger Neustadt (rechts auf der Karte). Diese Barriere ist ca. 550 m breit und ein Umfahren stellt einen nicht unerheblichen Umweg dar. Um von der Gartenallee zur Ida-Ahrenholz-Brücke zu gelangen müsste rund ein halber Kilometer Umweg gefahren werden.

    Man soll ja die Spötter und Kritiker nicht durch unbedachte Äußerungen von vornherein herbeirufen. Wie ich die üblichen Diskussionen so kenne, bleibt es aber ohnehin nicht aus, dass sich diese einschalten und mit verkürzten Nachrichten und ungerechtfertigten Zuspitzungen versuchen werden, eine üble Stimmung zu machen. Deshalb zur Klarstellung: Es geht bei der Investition nicht alleine darum, einen stark frequentierten Radweg und Fußweg zu verbessern, sondern gleichzeitig darum, das Ihmezentrum zu revitalisieren, das aufgrund eines ungünstigen Betreiber-Managements (und nicht etwa alleine wegen seiner Architektur, wie viele meinen) im Bereich der Gewerbeflächen am Boden liegt. Das ist auch der Grund dafür, dass nicht nur die Stadt an dieser Stelle investiert, sondern darüber hinaus auch Gelder vom Bundesbauministerium fließen sollen, und zwar zu zwei Dritteln der Kosten.

    Hier einige Bilder "der verwinkelten Durchfahrt", wie die HAZ nicht zu Unrecht schreibt. Über eine deutliche Aufwertung würde ich mich sehr freuen, nicht zulertzt, weil ich selbst dort regelmäßig durchfahre!

    Das ist die Einfahrt in den "dunklen Gang", fotografiert von der Ida-Ahrenholz-Brücke aus:

    Nach einem Rechtsknick direkt hinter der Einfahrt - hier ist tunlichst das erste mal zu klingeln - folgt nach etwa 50 m ein scharfer Linksknick, vor dem ebenfalls unbedingt geklingelt werden sollte:

    Und hier ein Bild von der Ausfahrt (die ist dort, wo der rot und weiß gestreifte Poller aus dem Dunkel hell hervorsticht) in Richtung Gartenallee, fotografiert von der Gartenallee aus:

    Ein kleiner Ausblick, wie vielleicht in zehn bis fünfzehn Jahren über diese Baumaßnahme einmal berichtet werden wird: "Seitdem 2019 der damals schon von vielen Radfahrerinnen und Radfahrern frequentierte Gang durchs Ihmezentrum aufgewertet wurde, zog das Ihme-Zentrum immer mehr Fußgänger und Radfahrer an. Diese haben dann wesentlich dazu beigetragen haben, dass das in den 70er-Jahren des 20. Jahrhunderts im Baustil des Brutalismus errichtete Ihmezentrum nach einem jahrelangen "Dornröschenschlaf" sich heute zu einem erfolgreich revitalisierten Kultur- und Einkaufzentrum in Hannover herausgewachsen hat." ;)

    Ab morgen findet der 56. Deutsche Verkehrsgerichtstag in Goslar statt. Mal gucken, was da alles so passiert.

    Im Gespräch ist offenbar auch eine Lockerung des Tatbestandes der Unfallflucht:

    Ich mag da durch diverse Beteiligungen an Unfällen als Zeuge oder Opfer arg vorbelastet sein, aber ich bin ganz klar der Meinung, dass hier eher eine Verschärfung mit entsprechender Verankerung im Gedächtnis des Verkehrsteilnehmers angesagt ist denn eine Lockerung. Das Unterlassen einer Schadensmeldung geschieht ja nicht nur, weil man gerade einen dringenden Termin im Nacken sitzen hat oder gerade der Smartphone-Akku leer geworden ist, sondern allein zum Zweck der Vereitelung einer Strafverfolgung. Man glaubt gar nicht, wie viele Unfallverursacher mit „ist ja nichts passiert“ oder „der andere ist viel doller schuld“ ihre Fahrt fortsetzen möchten, da halte ich es für ein ganz falsches Signal, das Strafmaß für das unerlaubte Entfernen vom Unfallort in den Bagatellbereich abzusenken.

    Und dann gibt's da noch die zahlreichen krummgefahrenen "Verkehrszeichenträger" siehe entspr. Thema! Krumme Verkehrszeichenträger

    Gibt's da eigentlich Zahlen drüber, wie oft sich da der Verursacher davonmacht? Und die Kommune auf den Kosten sitzen bleibt?

    Muss ja nicht immer gleich 110 sein. Heute mal wieder ein Hinweis an die Stadt über das Beschwerdeformular, bitte doch hier öfter zu kontrollieren.

    Hier der Link für Nachahmer (Sehr erwünscht!!!) https://e-government.hannover-stadt.de/impulsweb.nsf

    Ich hatte Bezug genommen auf die beabsichtigte Kontrollaktion im Sommer, über die die HAZ heute berichtete, dass dabei doch bitte auch die zugeparkten Gehwege berücksichtigt werden. HAZ von heute: "Polizei geht gegen Falschparker auf Radwegen vor"

    http://www.haz.de/Hannover/Aus-d…hrt-abschleppen

    Hier ein Bild zur Situation an der Fössestraße (Hinweis: Benutzungspflichtiger Hochbord-Radweg im fotografierten Abschnitt)

    Ich kann nur für Karlsruhe sprechen, aber hier finde ich Tempo 30-Zonen deutlich angenehmer als unsere 'Fahrradstraßen'. Wenn eine Zone 30 zur Fahrradstraße umgewidmet wird, ändert sich von den Regeln her überhaupt nichts, dafür werden aber die vorher deutlich sichtbaren 30er-Schilder durch DIN A4-große Zusatzschildchen mit der Aufschrift 'Kfz bis max. 30 km/h frei' ersetzt. Die riesigen 30er-Markierungen auf der Fahrbahn werden säuberlich abgefräst. Sonstige bauliche Änderungen finden nicht statt.

    Es gibt also keinen sichtbaren Hinweis mehr auf Tempo 30, so dass in der Regel (ohne Behinderung durch 30 fahrende Radler) mindestens 50 gefahren und eng überholt wird. Weshalb ein sichtbarer Anteil des Radverkehrs auf den noch immer vorhandenen, aber jetzt natürlich nicht mehr erlaubten, Radwegen auf dem Gehweg erfolgt. Gern auch gegen die Fahrtrichtung.

    Wie das mit Vorrang an Kreuzungen und Einmündungen anderswo geregelt wird, weiß ich nicht. Hier gilt nach wie vor überall rechts vor links, wie es vorher auch schon war. Um ganz sicher zu gehen, wird die Fahrradstraße an Kreuzungen quasi unterbrochen und danach neu ausgeschildert.

    Eine einzige echte Fahrradstraße gibt es übrigens tatsächlich in Karlsruhe, die ist etwa 120 Meter lang und sogar mit Vorfahrtsrechten ausgestattet (das hier). Leider führt sie über einen öffentlichen Platz, so dass sie bei Veranstaltungen (Weihnachtsmarkt und sonstigen Festivitäten) voll gesperrt wird, und sonst von Kfz der Stadt, der Polizei, von Taxis und Ortsfremden mit Navi von vor 2004 mitbenutzt wird.

    Gibt es denn keine Fahrradweg-Piktogramme, die in regelmäßigen Abständen auf die Straße aufgebracht sind? Ich bedaure ja, dass die in Hannover für mein Empfinden zu klein geraten sind, aber sie sind wenigstens in regelmäßigen Abständen vorhanden.

    Und wie ist das mit der von dir beschriebenen Fahrradstraße, ist das die auf diesem googlestretview-Foto: https://www.google.de/maps/@49.00756…0!7i4108!8i2054

    "Verirren" sich da nicht mal manchmal auch Autofahrer drauf, die da eigentlich nichts zu suchen haben? So eine richtige Einfahrsperre für Autler sehe ich nicht auf dem Bild.

    Ah! Und hier ist ja auch noch eines vom Weihnachtsmarkt auf der Fahrradstraße:

    https://www.google.de/maps/@49.00784…0!7i5376!8i2688

    In der Praxis sind Fahrradstraßen aktuell auch nichts anderes als T30-Zonen mit der Zusatzbemerkung "Radfahrer erwünscht".

    Natürlich ist das rechtlich alles ganz anders gedacht und man sollte daran arbeiten, den rechtlichen Realitäten näher zu kommen.

    Ein Zwischenschritt auf dem Weg dorthin sind die aktuellen Fahrradstraßen. Denn die Alternative wäre nicht "echte Fahrradstraßen" sondern "gar keine Fahrradstraßen".

    Heute eine Fahrradstraße mit parkenden Autos und Autoverkehr, morgen eine Fahrradstraße nur noch mit Anliegerverkehr und ohne Parkplätze. Was die Zukunft für die Adolfstraße bringt weiß ich nicht, aber es gibt dort zur Zeit noch eine große Baulücke, die noch als Parkplatz genutzt wird, aber in absehbarer Zeit bebaut werden soll. Dann wird es drauf ankommen, von welcher Seite in die beabsichtigte Tiefgarage ein- und ausgefahren werden kann. Wie die Straße aufgewertet werden kann, z. B. Neugestaltung der Bürgersteige und wo und wieviel Autoparken soll dann noch in der Adolfstraße stattfinden?

    Da ist es m. E. auf jeden Fall von Vorteil, dass die Adolfstraße heute bereits Fahrradstraße ist (wenn auch keine optimal gestaltete). Und sie wird von Radfahrern auch intensiv befahren (trotzdem sie nicht optimal gestaltet ist), wie es für Fahrradstraßen ja auch vorgesehen ist. Für viele Radler ist es eine gut befahrbare Verbindung zwischen Schwarzer Bär und Friederikenplatz.

    Also wenn Senioren mit so übersichtlichen Fahrzeugen wie Pedelecs bei 25km/h überfordert sind und man die deswegen langsamer machen möchte, auf welches Tempo sollten dann die deutlich weniger übersichtlichen PKW gedrosselt werden, mit denen Senioren ja auch fahren können?

    Der Artikel macht eigentlich nur eines deutlich, das Leute die kein Rad fahren Radfahrer als langsam an sehen. Die typischen Unfälle passieren da, weil es PKW Fahrer, Fußgänger oder (unerfahrere) Radfahrer sind, die das Tempo von einem Fahrrad falsch ein schätzen. An dieser Stelle müsste man ansetzen.

    Es ist meines Erachtens noch viel schlimmer, was Brockmann da fordert. Denn er will ja nicht an der maximalen Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h was ändern. Die Pedelecs sollen weiterhin 25 km/h maximal fahren dürfen. Was Brockmann rduziert sehen möchte, ist die Unterstützerenergie, die der Elektromotor liefert. Seine zynische Rechnung: Wer in den Beinen nicht mehr so fit ist, der ist vermutlich auch in der Birne nicht mehr so fit. Und deshalb ist es besser, wenn man so Leute nicht zu viel "Elektromotor-Rückenwind" zubilligt.

    Das grenzt schon an Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen. Wer z. B. sein Leben lang sicher und dank Gewohnheit zügig Rad gefahren ist, es jetzt aber nicht mehr so schnell kann, weil z. B. die Knie nicht so recht mitspielen, für den ist es doch kein Problem weiter zügig Rad zu fahren, auch wenn seine Tretkraft mit Elektromtor unterstützt wird. Freilich ist es gefährlich, wenn jemand, der Geschwindigkeiten bis 25 km/h mit dem reinen Tretfahrrad nur selten erreicht und sie deshalb nicht gewohnt ist, jetzt auf ein Pedelec umsteigt und die höhere Geschwindigkeit zunächst nicht einkalkuliert. Da muss man sich dann langsam reinarbeiten. Aber einfach den Saft runterdrehen - wie Brockmann das fordert - geht gar nicht!

    Ich dagegen frage mich, wer so ahnungslos ist, dass er Verkehrszeichen für benutzungspflichtige Radwege auf eine Fahrbahn malen lässt. Und wozu die kleinen Pfeilchen sollen? Hats da besonders oft britische Radler?

    Wer weiß, der König des damaligen Königreiches Hannover war ja früher auch mal der König von England. Und nach dem zweiten Weltkrieg war Niedersachsen britische Besatzungszone. Yetis Bedenken, was die Pfeilwirkung angeht teile ich. Ein großes rundes Fahrradpiktogramm mitten auf die Fahrbahn fänd ich besser. Meinetwegen auch noch mit Pfeilen, die aber deutlicher in der Mitte angeordnet sein müssten. Die Pfeile zeigen an, dass auch in der Radfahrstraße das Rechtsfahrgebot gilt. Aber es muss ja nicht so weit rechts sein, dass sich öffnende Autotüren zur Gefahr werden können.

    In dem Schreiben vom Tiefbauamt wird aber explizit auf diese Verordnung abgestellt (als es um die "Nichtsalzung" von Radwegen geht).

    Du hast Recht, das hab' ich übersehen. Und das ist wirklich merkwürdig. Denn wenn es bei dieser Verordnung, wie ich es vermute, um die Pflichten der Hausbesitzer geht, dann sind die Radwege ja ohnehin außen vor.

    Jeder Pedelec- und Radfahrer ist möglicherweise ein KFZ-Kasko- und Haftpflicht-Kunde weniger. Von daher wundert es nicht, wenn Brockmann bzw. die "Unfallforschung der (Auto-)Versicherer" regelmäßig zu Ergebnissen kommt, die die Alternativen zum Auto möglichst gefährlich erscheinen lassen, und Maßnahmen wie Helmpflicht und andere Spaßbremsen empfiehlt, die diese Verkehrsmittel in der täglichen Handhabung möglichst unattraktiv machen.

    Und der HAZ, der ich bei der HATZ gegen Radfahrer alles erdenklich Schlechte zutraue, der kommt's natürlich gelegen, Radfahrer (diesmal Pedelec-Radfahrer) genüsslich durch den Kakao zu ziehen. Frei nach dem Motto: Das sind Opis und Omis, die ihr Gefährt nicht im Griff haben und junge Rabauken, die dran rumbasteln, so dass es unerlaubterweise viel schneller fährt als es darf.

    Hm, jetzt habe ich doch mal recherchiert. Und siehe da, in der Straßenreinigungs- und Sicherungsverordnung der Stadt München (ich weiß, hier ist das HH-Unterforum...) steht das Verbot von Streusalz nur für die "Gehbahnen" drin.

    Link

    Oder habe ich den Teil mit den Radwegen übersehen?

    Man hat mir also auf Nachfrage Unsinn erzählt. Hier vom entsprechenden Amt sogar schriftlich.

    Hab das grad mal überflogen, diese "Straßenreinigungs- und Sicherungsverordnung der Stadt München" und dabei den Eindruck gewonnen, es geht dabei um die Maßnahmen, die ein Hausbesitzer ergreifen muss, um den Gehsteig schnee- und eisfrei zu halten, bzw. Rutschgefahren zu vermeiden. Und für die Radwege tragen die Hausbesitzer vermutlich keine Verantwortung. Kann also sein, dass das mit dem Streusalzverbot auf Radwegen in irgend einem anderen Regelwerk steckt.

    München liegt ja nun ein bisschen höher als Hannover oder Hamburg. Habt ihr da viel Schnee und Eis im Winter?

    Salz ist harmlos bzw. je nach Region sowieso reichlich im Oberflächenwasser. Vor paar Jahren habe ich eine Besichtigung das "Kalimandscharo" bei Zielitz mitgemacht. Das ist die Abraumhalde des Salzbergwerkes dort, auf der kochsalzhaltiger Abraum, der bei der Kaligewinnung abfällt, abgekippt wird. Dieser gigantische Salzberg steht einfach so bei Wind und Wetter offen rum. Das Regenwasser wird in einem ringsum laufenden Graben aufgefangen und ohne weitere Behandlung in die Elbe geleitet. Auf die von mir geäußerte Verwunderung antwortete der Bergwerks-Führer bloß lakonisch: "das ganze Salz wird doch sowieso früher oder später von den Solequellen ringsum nach oben gespült. Wir beschleunigen das nur ein bisschen."

    So harmlos ist Salz dann auch wieder nicht. Ich kann mich daran erinnern, dass vor einigen Jahren der Lichtenbergplatz eine neue Kastanie bekam. Die alte war eingegangen. Laut Baumgutachter gestorben an Streusalz und Hundekot. Der Platz hat eine Grünfläche in der Mitte. Diese wurde schon vor rund 20 Jahren in der heutigen Größe angelegt. Davor war sie sehr viel kleiner und die Winter waren vermutlich hartnäckiger. Da wurde der Baum ordentlich gesalzen. Dem Hundekot ist man inzwischen mit einem niedrigen Zaun begegnet, der Hundebesitzer davon abhält, hier ihren Fiffi abkoten zu lassen.

    Diesen Winter und so weit ich mich erinnere auch letzten Winter wurde in Hannover nicht viel gesalzen. Gab auch nur selten Anlass. (Klimaerwärmung?)

    Und am Ufer der Fösse, ein Bach, der aus einer Region mit Kalibergbau-Abraumhalden her kommt, wachsen Pflanzen, die sonst nur am Meeres-Strand wachsen:

    "Die Fösse und die Bade haben durch salzhaltige Quellen einen natürlichen Salzgehalt. Ursache ist der Benther Salzstock, der bis in das Grundwasser hinauf reicht.

    Dieser Salzgehalt macht die Fösse für die meisten Pflanzen- und Tierarten des Süßwas­sers unbewohnbar. Dafür wachsen an den Ufern salztolerante bzw. salzlieben­de Pflanzen, die gewöhnlich eher an der Nordsee anzutreffen sind." (Quelle: Internetseite der Stadt Hannover)

    https://www.hannover.de/Kultur-Freizei…chen/F%C3%B6sse

    Und auf dem Baumpflegeportal hab' ich dieses Zitat gefunden:

    "Baumschäden durch Streusalzeinsatz im Winter

    Pünktlich mit dem ersten Schnee tritt auch ein anderer, berüchtigter Begleiter des Winters wieder ans Tageslicht: Streusalz. Kräftig gestreut, soll es die Rutschgefahr durch Schnee und Eis mindern. Doch lange ist bekannt, dass Streusalz erhebliche, negative Auswirkungen auf Natur und Umwelt hat. Es ist an der Zeit, umzudenken und auf Alternativen umzusteigen."

    https://www.baumpflegeportal.de/aktuell/streus…chaeden_baeume/

    Hatte inzwischen Gelegenheit und dran gedacht, die hannoverschen Radweg-Piktogramme auf den Fahrradstraßen zu fotografieren. Mir sind die zu klein, da gefallen mir die großen, die weiter oben gezeigt wurden, sehr viel besser!

    Hier die Adolfstraße in Hannover:

    Und hier ein Link zu google street view, dass vor Einrichtung der Fahrradstraße aufgenommen wurde.

    https://www.google.de/maps/@52.36853…!7i13312!8i6656

    Das oben gezeigte Foto wurde etwa von der Position am Ende des Fahrradfahrerdurchlasses aufgenommen, den man auf dem google street view Bild sieht.

    Ich glaube, dass sich bei einer Jamaika-Koalition einige Dinge hätten ändern müssen. Damit Grüne, FDP und CSU es in einer gemeinsamen Regierung aushalten, hätten alle Seiten nach Gemeinsamkeiten suchen und Kompromisse schmieden müssen. Man weiß nicht, ob es geklappt hätte, aber es hätte über viele Themen anders diskutiert werden müssen.

    Die Positionen von CDU und SPD unterscheiden sich aber nicht grundlegend. In den letzten 8 Jahren hat sich Merkel einige SPD-Positionen zu eigen gemacht und bereits seit Gerhard Schröder ist die SPD der CDU inhaltlich ähnlicher geworden. Nach dem Abschneiden der SPD kann man ja mittlerweile kaum noch von einer großen Koalition sprechen, aber dennoch hätte die GroKo immer noch eine deutliche Mehrheit, gegen die die Opposition nichts ausrichten kann, sondern nur von den Zuschauerplätzen kommentieren darf. Dazu kommt, dass in der Vergangenheit Entscheidungen als "alternativlos" bezeichnet wurden. Dabei ist gar nichts alternativlos, aber man muss sich über die Konsequenzen der jeweiligen Alternativen im Klaren sein.

    Das sind für mich alles Gründe, mit denen die Verdrossenheit vieler Bürger erklärt werden kann und bei weiteren 3 1/2 Jahren GroKo ist keine Änderung in Sicht.

    Das ist ja alles richtig, was du da schreibst, aber der letzte Satz stößt mir doch auf. Zumindest wenn er so gemeint sein sollte, das Wählerverdrossenheit bedeutet, dass man sich nicht wundern dürfe, wenn verdrossene Bürger auf die Idee kommen, AfD zu wählen. Wer nicht zufrieden ist mit dem, was demokratische Parteien für Regierungsbündnisse schließen, dem muss klar sein, dass es keine "Alternative" ist "handfeste Halbnazis" zu wählen.

    Ja.
    Ich vermute: die Entwässerung der asphaltierten Fahrbahnen läuft direkt in die Kanalisation und damit ins Klärwerk, bzw. noch über diverse Abscheider.

    Die Nebenflächen haben keinen Anschluß. Kleinpflaster wird meistens nicht auf Knirsch gelegt, bzw. bekommt man auch die 50x50 Platten nicht dicht verlegt.
    Die Salzsuppe durchzieht dann schön den Boden und läuft im schlechtesten Fall ins Grundwasser.

    War kürzlich bei einem Klärwerksbesuch. Eine Entsalzungsanlage gibt es da nicht.

    Auch wenn die letzte Antwort zu diesem Thema schon genau ein Jahr zurückliegt, veraltet ist das Thema deshalb nicht. Und einen aktuellen Artikel zu diesem Thema aus der Hannoverschen Allgmeinen Zeitung von heute, passt genau dahin, deshalb mache ich kein neues Thema auf.

    Besonders genervt bin ich von diesem Absatz zum Thema aus dem HAZ-Artikel: "Brockmann plädiert für eine technische Lösung: Die Unterstützung, die der Elektromotor liefert, sollte an die Kraft gekoppelt sein, die Fahrer selbst aufwenden. „Wer langsam tritt, bekommt nur wenig Motorleistung oder wird im Tempo gedrosselt“, sagte Brockmann. „Das wird dazu führen, dass Senioren mit dem E-Bike nicht mehr schneller fahren können als Fahrradfahrer.“"

    http://www.haz.de/Nachrichten/De…ehmen-weiter-zu

    Ich bin wirklich kein optimal sportlich-konditionierter Radfahrer, aber auf 25 km/h schaffe ich schon mal einer eine kürzeren Distanz. (Bergab mit Rückenwind auch auf einer längeren Distanz.) Und ich will hier auch gar nicht dafür plädieren, dass dieses Tempolimit für Pedelecs erhöht werden sollte.

    Aber es ärgert mich, wenn dieser Unfallforscher Brockmann fordert, die Tretunterstützung zu dimmen, um Unfällen vorzubeugen. Und dann noch mit dem Argument, dass Pedelec-Radler nicht schneller fahren als sonstige Radfahrer. Das tun sie doch jetzt auch nicht. Vielleicht insgesamt über eine längere Strecke ein höheres Tempo, mag sein, aber zu keinem Zeitpunkt schneller als 25 km/h. Was werden wir als nächstes von diesem Unfallforscher hören? Eine eingebaute automatische Bremse, die bei Abfahrten das Fahrrad nicht schneller rollen lässt als 25 km/h?

    Dieser Unfallforscher setzt sich dem Vorwurf aus, Seniorinnen und Senioren zu diskriminieren.

    Wenn ich das mal vergleiche mit der entsprechenden Diskussion bei Autlern:

    "Der Senior, der sein Auto stilllegt, darf ein Jahr lang kostenlos Bus und Tram fahren. Die Stadt Ulm bietet älteren Autofahrern einen Tausch an."

    https://www.swp.de/suedwesten/sta…e-23652141.html

    Gezwungen wird jedoch kein Autofahrer zu Sowas. Und das Seniorenauto mit eingebautem PS-Begrenzer zu fordern, hat sich auch noch kein Unfallforscher getraut. Im Gegenteil, die Autoproduzenten werben ungeniert und ungehindert bei der älteren Kundschaft für ihre PS-starken Dickschiffe.

    Heute, von 9:45 bis 11:15.
    9:50 Anruf bem PK 34 mit der Bitte um Streifenwagen.
    Einkaufen gefahren.
    10:25, so wird mir berichtet, war Streifenwagen da.
    10:50 vom Einkaufen gekommen, Handwerker immer noch da.
    Polizei angerufen. Den Streifenpolizisten an den Apparat bekommen.

    »Ich habe das gesehen und ich habe nach meinem Ermessen entschieden, keine Maßnahmen zu ergreifen. Sie kommen als Radfahrer dort vorbei.«

    Owi schicke ich raus.

    Was macht man am besten in Sachen »ich habe entschieden, den Rechtsbruch zu dulden«?

    Vielleicht wäre es ja teurer für den Falschparker gekommen, hättest du das Grünflächenamt eingeschaltet?

    Jedenfalls hat mich dein Erfahrungsbericht ermuntert, mal zu schauen, wie die Polizei in Hannover auf einen 110 Anruf reagiert, wenn nicht der Radweg, sondern der Bürgersteig von einem Falschparker blockiert wird. Sie erbat zunächst Angaben zum Fahrzeugtyp und Nummernschild.

    Und sie kam (nach ca. 20 Min.), sah und klingelte - an der Haustür. Einige Minuten später erscheint der Autler und löst die von ihm geschaffene Bürgersteigblockade auf.

               

    Am meisten wird von weiteren 4 Jahren GroKo vermutlich die AfD profitieren. Trübe Aussichten für den notwendigen Wandel in der Energie-, Verkehrs- und Sozialpolitik... :(

    Würden die von der AfD nicht ebenso davon profitieren, wenn keine Große Koaltition zustande kommt? Vielleicht sogar noch mehr als davon, wenn erneut eine Große Koalition regiert?

    Abgesehen davon, der AfD sollte man nicht zu noch mehr Aufmerksamkeit verhelfen, indem man ihre armselige Erscheinung in der Diskussion über das Für und Wider einer großen Koalition thematisiert.

    Die Diskussion Radfahren im Mischverkehr contra auf Schutzstreifen, contra auf Radstreifen, contra auf Hochbordradwegen und dann jeweils verknüpft mit der Frage bei welchen Geschwindigkeiten, Straßenbreiten, sonstigen Rahmenbedingungen ist tatsächlich sehr anstrengend. Und zusätzlich wird die Diskussion gerne von denen angeheizt, die sich Radfahrer eigentlich auf den Mond wünschen. Ich hatte hier im Forum auch schon Beispiele dazu geliefert.

    Ruhe bewahren und genau hingucken hilft manchmal - aber auch nicht immer. Es gibt Planungsfälle, da ist die eine Lösung mit genau so viel Vor- und Nachteilen verbunden bzw. behaftet wie die andere. Es gibt aber auch Planungsfälle da liegen schnell die Vorteile einer bestimmten Lösung auf der Hand. Aber mal ist es die eine und an einer anderen Stelle ist es die genau gegenteilige Lösung. Und das manchmal noch auf der selben Straße. Und da kommt dann der Ruf auf nach eindeutiger Radwegeführung und nach klaren Gestaltungsprinzipien.

    Diese Radverkehrsanlagengestaltungs-Diskussion (oder meinetwegen auch Nichtgestaltungs-Diskussion) erinnert mich bisweilen an die Debatte um die Inklusion von Menschen mit Behinderungen, die "Inklusionsdebatte". Da streiten sich ebenfalls die Experten und oft noch heftiger die Laien, sowie Betroffene und mittelbar Betroffene gegeneinander und/oder untereinander.

    Ich vermute, das gehört halt einfach alles so dazu, wenn sich was verändern soll.

    Und ich vergaß: Da gibt es auch noch den Punkt, wenn ich für das eine Geld ausgebe, dann fehlt's dafür an anderer Stelle.

    Aber bitte überall. Was ich nämlich nicht verstehe ist, dass die Fahrbahnen hier geräumt und gesalzen werden, Radwege jedoch (teilweise) geräumt und gesplittet.

    Der Splitt ist für Radfahrer relativ nutzlos bis gefährlich (nämlich dann, wenn der Schnee weggetaut ist). Auf Nachfrage bei der Stadt München erklärte man mir, dass Rad- und Gehwege aus Umweltschutzgründen nicht gesalzen werden. Aha.

    Ist das wahr, die Straßen werden gesalzen, die Geh- und Radwege aus Umweltschutzgründen dagegen nicht?