Der Titel sagt eigentlich alles. Ich habe keinen Sammelthread für sowas gefunden. Es würde unter "Lustige Schilder" passen, wenn Hamburg Schilder an Radfahrstreifen aufstellen würde.
Der Fiat im Bild ist ja ein vergleichsweise eher schmales Auto. Und trotzdem ist der Radfahrstreifen anscheinend noch deutlich schmaler, selbst wenn man die Gosse hinzurechnete, die ja immerhin den Abstand zu den parkenden Autos vergrößert, auch wenn die Gosse nicht zum Befahren geeignet ist.
Im Prinzip gibt es bei einem solchen Straßenquerschnitt drei Möglichkeiten, wenn der Radverkehr auf der Straße stattfinden soll (und Fußwegbreite nicht reduziert werden soll und Parkstreifen nicht aufgegeben werden soll): Radfahrstreifen, Schutzstreifen oder nichts dergleichen.
Was ich mich bei solchen Anordnungen immer frage ist: Es gibt ja bestimmte Mindestmaße für die Fahrbahnbreiten. Die sind unter anderem abhängig von der zugelassenen Höchstgeschwindigkeit, die gefahren werden darf. (Vermute ich jetzt mal ganz stark.)
Kann eine Reduktion der zugelassenen Höchstgeswchwindigkeit z. B. von 50 auf 40, oder gar auf 30 km/h dazui beitragen, dass die Autofahrspuren schmaler gestaltet werden und der Radfahrstreifen breiter?
Dann gibt es da allerdings die Einschränkung, dass auf Tempo-30-Straßen eigentlich gar keine Radfahrstreifen oder Schutzstreifen markiert werden sollen.
Und dann frag ich mich, ob ein Schutzstreifen breiter markiert werden kann, als ein Radfahrstreifen, weil der Schutzstreifen ja im Bedarfsfall vom Autofahrer überfahren werden darf, der Radfahrstreifen aber nicht, so dass man bei einem Schutzstreifen die für den Autoverkehr vorgesehene Fahrspur etwas schmaler machen kann.
Mein Verbesserungsvorschlag, ohne weitere Hintergrundkenntnisse:
Das Parken von Autos nicht zulassen. Dann gibt es auch keine Gefahren durch sich öffnende Autotüren. Und dann ist es auch nicht so schlimm, wenn der Radfahrsreifen nicht ganz so breit ist. Ist natürlich nicht so leicht politisch durchsetzbar.
Wenn das nicht geht, dann ist es vielleicht besser einen möglichst breiten Schutzstreifen zu markieren, wenn dafür die Fahrbahnen für den KFZ-Verkehr schmaler gemacht werden können, als das bei einem Radfahrstreifen möglich ist. Lieber einen breiten Schutzstreifen als einen schmalen Radfahrstreifen.
Was darüber hinaus noch hilft: Den Radfahrbereich farbig auslegen. Das hilft allerdings nur dann, wenn der für den Radverkehr vorgesehene Bereich tatsächlich breit genug angelegt ist. Denn ist der zu schmal, dann schadet die Markierung eher, als sie nützt, denn viele Radfahrer werden sich dann noch weniger trauen, jenseits der Markierung zu fahren im sicheren Abstand von sich möglicherweise öffnenden Autotüren.