Beiträge von Ullie

    Ich bin ja immer wieder überwältigt, wie konsequent in meiner Heimatstadt Fürth sogar direkt neben dem Rathaus dem Radverkehr Vorfahrt eingeräumt wird:

    Lasst es mich betonen: Die Aufnahme ist echt, kein Photoshop.

    Leider weiß der Querverkehr nichts von seinem großen Glück, für Radfahrende (und nächtlichen Lieferverkehr) gemäß rechts-vor-links halten zu dürfen; er sieht nur [Zeichen 301].

    Auf der googlestreetview-Aufnahme von 2018 hängt unter dem Stop-Schild auf deinem Bild noch ein blaues rundes Schild, dass nur Rechtsabbiegen zulässt.

    Zeichen 209, Vorgeschriebene Fahrtrichtung – rechts https://de.wikipedia.org/wiki/Bildtafel…,_StVO_2017.svg

    Und unter dem Schild würden die Zusatz-Schilder die du fotografierst hast, auch Sinn machen. Hier der Link zum googlestreetview-Bild von 2018:

    https://www.google.de/maps/@49.47655…0!7i5472!8i2736

    In katholischen Kirchengemeinden ist es üblich, an einem der letzten Sonntage vor den Ferien im Anschluss an den Gottesdiensten die Fahrzeuge zu segnen.

    Kennt das noch wer hier im Forum und kann sich daran erinnern, wie das früher war, vor sagen wir 20, 30 oder noch mehr Jahren?

    In unserer Kirchengemeinde wird seit ein paar Jahren sehr ausdrücklich schon bei den Ankündigungen einen Sonntag vorher darauf hingewiesen, dass die Fahrzeuge gesegnet werden.

    Und das zu den Fahrzeugen selbstverständlich auch Fahrräder, Kinderroller, Dreiräder, Rollstühle usw. zählen.

    Es gibt dann auch immer rund zwei bis drei Dutzend interessierte Gemeindemitglieder, die ihre Fahrzeuge segnen lassen. Das ist dann je nach Kirchenbesuchsdichte etwa ein Drittel bis ein Viertel der Gemeinde.

    Wenn ich mich richtig erinnere - deshalb meine Frage - war das früher so vor ca. 30 Jahren anders, da wäre kein Kirchenmitglied auf die Idee gekommen, etwas anderes als sein Auto zu den Fahrzeugen zu zählen, die gesegnet werden sollen.

    Was ich noch weniger weiß, weil für mich viel zu lange her, wie war das denn in den Zeiten, als es noch keine Autos oder fast keine Autos gab. In ländlichen Gegenden war das auch in Deutschland noch bis in die 50er-Jahre so, dass nur wenige Menschen in einem Dorf ein Auto hatten. Auch in den Städten hatten nur wenige Menschen ein Auto, aber dort waren natürlich Autos stärker präsent.

    Wurden früher von der katholischen Kirche auch schon Fahrzeugsegnungen vorgenommen. Wurden dann auch Fuhrwerke oder die ersten Traktoren gesegnet? Oder vielleicht die Feuerwehrautos einer Kommune? Und wenn ja zu welchem Zeitpunkt wurden solche Fahrzeugsegnungen vorgenommen? So was wie Sommerferien mit Urlaubsreise gab es früher nur für wenige Menschen. Heute ist es naheliegend, vor den Sommerferien eine solche Fahrzeugsegnung zu machen. Aber wie war das früher?


    Zur Illustration ein Bild von einer Fahrzeugsegnung, hier sind gerade mehrere Fahrräder dran:

    Das Gefäß, dass der Pfarrer in der Hand hält ist ein sogenannter Weihwasserkessel. Der ist mit etwas Weihwasser gefüllt.

    Das stabförmige Gerät mit der Kugel am Ende, das der Pfarrer in der anderen Hand hält, das ist ein Aspergill. Die Kugel hat Löcher und in der Hohlkugel, die man aufschreiben kann, befindet sich ein Schwamm, der sich beim Eintauchen vollsaugt mit Weihwasser, das sich mit dem Aspergill durch eine ruckartige Bewegung auf Gegenstände oder Personen sprengen lässt.

    Theoretisch.

    Praktisch kann man als Halter angeben, nicht selber dort geparkt zu haben und um eine Beschreibung des Fahrers bitten. Da man sich nicht mehr erinnern kann, wer in der Zeit der Fahrer war.

    Dann läuft das noch nicht mal in die Kostentragung des Halters- ca. 25 Euro- da nur die StVO, nicht aber die Grünflächensatzung eine Kostentragungspflicht des Halters kennt. Manche Gemeinden versuchen das zwar einzutreiben, aber wer bereit ist, damit bis zum Richter zu gehen, kommt kostenfrei aus der Sache raus.

    Würde man dagegen auf Grünflächen konsequent abschleppen, gäbe es das Problem schon lange nicht mehr.

    Das kann aber auch dahingehend enden, dass der Halter verpflichtet wird, ein Fahrtenbuch zu führen. Im Falle eines Tempoverstoßes ist das mal so ausgegangen, wovon mir eine Bekannte berichtete. Sie hatte deshalb nicht mein größtes Mitleid. Allerdings gibt es beim Tempoverstoß i. d. R.. auch ein Porträt-Foto. Sie sagte einfach aus, die Person nicht zu erkennen, die da fotografiert wurde.

    Sind hier die Radfahrer vom Pinkelverbot ausgenommen?

    Im Steintorviertel hat die Stadt Parkplätze reduziert zugunsten von Wohn- und Geschäftsbebauung am Marstall. Da City-nah, nicht grad günstig.

    Weil direkt daneben im Vergnügungsviertel wild gefeiert wird, sind Konflikte vorprogrammiert, die sich dann auch mal in solchen Verkehrsschildern niederschlagen:

    Das Radfahrer frei bezieht sich nicht auf das Pinkelverbot es hängt ja auch oben drüber und nicht drunter.

    Das Pinkelverbot kann ich außerdem im Verzeichnis der Verkehrszeichen nicht finden.

    Hier der ganze Schildermast:

    Hier ein Zeitungsartikel zum Thema aus der HAZ vom 3.6.19: Marstall wird zur neuen Problemzone in der City

    https://www.haz.de/Hannover/Aus-d…one-in-der-City

    Vielen Dank für die Assoziationen. Hier des Rätsels Lösung: Das fotografierte Piktogramm kommt ebenfalls aus Hannover und markiert den "City-Radring".  

    Dem City-Radring gingen jahrelange Diskussionen darüber voraus, ob und wenn ja an welchen Stellen es erlaubt sein soll, die Fußgängerzone in der Innenstadt mit dem Fahrrad zu befahren. Ergebnis ist der City-Radring, der eine komplette Umfahrung der Fußgängerzone erlaubt, in der Regel auf Straßen, die auch für den Autoverkehr feigegeben sind, an einigen wenigen Stellen verbunden mit der Erlaubnis, Ausläufer der Fußgängerzone zu durchfahren.

    Auf der Internet-Seite des ADFC Hannoper steht zum City-Radring, dass er an vielen Stellen noch verbesserungsfähig ist. Zu dem konkret verwendeten Piktogramm heißt es in einem Artikel des ADFC, der anlässlich der jetzt gültigen Neumarkierung erschien: "Zudem wurde das auch für Radfahrer unverständliche Piktogramm, welches eher an einen Einkaufswagen erinnert, durch eine sportlicheres Radfahrer-Piktogramm ersetzt." https://www.hannorad.de/cityradring-neu-markiert/

    Wenn man es denn als Einzelzeitfahrenhelm interpretiert, wie Pge, auch ich sehe da so ein bisschen den Zeitfahren-Helm, dann kann man es wohl sportlich nennen. Bloß taugt das Piktogramm dann nicht für den City-Radring, denn sportlich kann man dort bestimmt nicht unterwegs sein, was nicht zuletzt an der ADFC-Kritik deutlich wird. Und eine Helmtrage-Empfehlung per Piktogramm lehne ich ohnehin ab.

    Dann schon lieber Kopftuch. Ist ja auch eher ein typisch weibliches Bekleidungsstück. Statt Fahrradpiktogramm ohne Querstange ein Fahrradpiktogramm mit kopftuch-tragender Fahrerin. Vermutlich würden zwar die AfD-Horden bei so einer Bemerkung aufheulen. Aber sei's drum. Ich freu mich immer, wenn ich Menschen auf dem Rad sehe, die möglicherweise aus einem anderen Kulturkreis kommen.

    So sah übrigens die alte Markierung aus: https://www.stadtreporter.de/images/lsslide/62-FR5_0949.JPG

    Hintergrund für das frühere Piktogramm ist dieses Logo auf der City-Radringkarte: https://hannovercyclechic.files.wordpress.com/2016/03/faltbl…en_seite_21.jpg


    Vermutlich hat auch beim Entwerfen des City-Radring-Piktogramms die Frage eine Rolle gespielt, wie gendergerecht die Darstellung erfolgen soll. Aber zur Nachahmung würde ich es nicht empfehlen. Dann doch lieber ein Rad mit tiefem Einstieg ohne Fahrerin oder Fahrer. Das ist dann auch näher dran an den auf Schildern verwendeten Fahrradpiktogrammen.

    Was passiert eigentlich mit den Tretrollern, die irgendwelche Chaoten in die Flüsse und Kanäle schmeißen? Verursachen die dort Umweltschäden? Sind die noch zu orten mit der bordeigenen Ortungstechnik oder versagt die unter Wasser? Der Gedanke kam mir, als ich diesen Video über einen Kanal in Paris sah, aus dem nach 15 Jahren mal wieder das Wasser abgelassen wurde: https://www.youtube.com/watch?v=NqUwCTTBI3c

    Der NDR ist auch nicht so ganz begeistert von den Rollern: E-Scooter - eine gute Alternative?

    In dem von dir verlinkten Artikel des NDR heißt es: "Aus anderen Großstädten wissen wir, dass dort die Elektro-Tretroller auf Gehwegen und in Parks großes Chaos verursacht haben. Mittlerweile hat zum Beispiel Paris reagiert: Wer mit seinem Tretroller auf dem Gehweg erwischt wird, der muss ab Montag 135 Euro Strafe zahlen, falsches Parken kostet 35 Euro."

    35 Euro? Das entspricht dem Bußgeld in Deutschland, das für das Parken von Autos auf Grünflächen verhängt wird. ("Während ein abgelaufener Parkschein durchschnittlich mit 10 bis 15 noch verhältnismäßig günstig ist, kostet das Parken auf Grünflächen gleich richtig Geld und schlägt mit einem 35 Euro Knöllchen zu Buche." http://parkaffe.de/falschparken-auf-gruenflaechen/ )

    Würde man das Pariser Bußgeld für das unerlaubte Parken von Elektrotrettrollern bezogen auf den Flächenverbrauch dreisatzmäßig hochrechnen, dann käme in Paris wohl ein happiges Bußgeld in Höhe von deutlich über tausend Euro dabei raus für das Parken mit dem Auto in der Grünfläche.

    Und dann gäbe es so was dort nicht zu sehen:

    Bild aus Hannover in Stadionnähe während eines Fußballspiels. Was da neben der Grünfläche gleich mit zugeparkt wird, das ist der benutzungspflichtige Radweg. Hier der Link zu googlestreetview: https://www.google.de/maps/@52.36552…!7i13312!8i6656

    "Kaputt gefahrene Fahrradständer" - keine schlechte Idee für einen neuen Themenstrang! Hatte bisher meine Foto-Sammlung kaputter Fahrradständer unter die krummgefahrenen Verkehrszeichenträger geschmuggelt. Was mit noch nicht ganz klar ist: Was hat es mit der Fotosammlung im Startbeitrag denn nun auf sich?

    Erinnert ja ein bisschen an diesen Film "Golden Eye" mit James Bond, siehe hier ab 5:20 https://www.youtube.com/watch?v=cRr9P68n2lI Hier zwei Bilder aus Hannover. In der frisch renovierten Goethestraße werden immer wieder die Fahrradständer und Baumschutz-Poller (für die noch zu pflanzenden Bäume) krumm gefahren:


    Das Ihmezentrum Hannover ist ja schon seit Jahren eine Dauerbaustelle. Nachdem vor kurzem der Besitzer wechselte wird dort jetzt wieder vermehrt gebaut, was dann auch wieder mit vermehrten Baustellenabsicherungen und Umleitungen verbunden ist. Hier ein Ergebnis als kleine Bildfolge:

    Zunächst ist es wichtig zu wissen, dass man sich auf einem nicht benutzungsfähigen Radweg befindet.

    Bei dieser Gelegenheit fällt mir auf, dass auf der gegenüberliegenden Seite ein Zweirichtungsradweg mit blauem Lolly ausgezeichnet ist, so dass Radfahrer auf der rechten Seite auf den Angebotsradweg gar nicht fahren dürften, weil sie ja den auf der linken Seite benutzen müssten. Oder ist man nicht verpflichtet, den ausgeschilderten Radweg auf der linken Seite zu benutzen, wenn auf der rechten Seite ein Angebotsradweg vorhanden ist. Rechtfertigt der nicht verpflichtend ausgeschilderte Radweg auf der rechten Seite auch dazu die Fahrbahn zu benutzen? Oder muss man dann anstatt auf die Fahrbahn auf die linke Seite wechseln? Vielleicht ist die Baustelle deshalb so kurios ausgeschildert?

    Hier der googlestreetviewLink: https://www.google.de/maps/@52.36821…!7i13312!8i6656

    Auf dem Link sieht man deutlich den verplichtend ausgeschilderten Radweg auf der linken Seite. Leider kann man der Blumenauerstraße an dieser Stelle nicht auf streetview folgen, weil das Aufnahme-Auto dort nicht langgefahren ist.

    Jetzt sollen die Bilder mal für sich sprechen. Die Bild-Titel geben ggf. zusätzliche Hinweise:



    Das will ich beim Hochrad sehen :D

    Dieses Bild zeigt die Hinterradbremse beim Hochrad: "Aber die eigentlich richtige und vor allem bei historischen Rädern am weitesten verbreitete Art sein Hochrad zu bremsen ist immer noch diese!" Quelle: "Die Seite für Hochradfahrer" https://hochrad.wuk.at/bilder.php?technik/bremsen.php

    Und hier der direkte Link zu dem Bild, dass die klassische Hochrad-Hinterradbremse zeigt:

    https://hochrad.wuk.at/technik/bremseklassisch.jpg

    Ob damit eine Hochradfahrein oder ein Hochradfahrer bei einer Polizeikontrolle mit durchkommt weiß ich nicht. Vielleicht honorieren die Ordnungskräfte ja die akrobatische Kunstfertigkeit!

    In diesem Film gibt ein Hochradfahrer Auskunft zur Verkehrssicherheit seines Fahrzeuges und wie die Polizei darauf reagiert, dass sein Hochrad keine Speichenreflektoren hat: Minute 3:25 https://www.youtube.com/watch?v=BwkmSe8p7oM

    Das wird so ein platzsparender Kompromiss sein zwischen 'Wir müssen eine bestimmte Quote an Fahrradparkplätzen schaffen' und 'Zum Baumarkt fährt doch kein Mensch mit dem Rad'.

    Hast du da zufällig mal die Werte? Wieviel Quadratmeter Fahrradstellfläche und wieviel Quadratmeter Autostellfläche pro Quadratmeter Ladenfläche muss ein Einzelhandelsgeschäft schaffen? Wer legt das fest? (Bundesrecht, Landesrecht, kommunales Recht?) Welche Möglichkeiten davon abzuweichen gibt es? Kann ja sein, hier lesen welche mit von den Fridays for Future Aktivisten. Solche Regelungen lautstark und öffentlich zu hinterfragen kann durchaus zum Nachdenken anregen!

    Das würde ich als exotische Einzelmeinung eines Amtsrichters betrachten, denn:

    Und nun versuche man, mit einem Fixie lediglich über die Pedale das Fahrrad festzustellen. Das schaffen nur geübte Akrobaten.

    Mir hat mal ein Fixie-Fahrer erzählt, er verlagere bei Bedarf sein Gewicht so weit nach vorne, dass er mit den Pedale das Hinterrad zum blockieren bringen kann. Kommt mir aber sehr gewagt vor.

    Wat'n böser Verbrecher!!!

    Derjenige bewegt es öfters ganz normal im Straßenverkehr ...

    Wenn es der StVZO entspricht (zwei unabhängige Bremsen bspw., zählt zurücktreten wie beim Fixie als 2.? Licht kann ja ansteckbar sein und muss tagsüber nach neuester StVZO tagsüber nicht mehr mitgeführt werden ... Ok, Reflektoren werden kritisch ...)

    Zählt denn die "Starrachse" beim Fixie als zweite Bremse? Das wusste ich bislang nicht. Und ja - eigentlich hast du Recht, warum sollte ein Hochrad nicht als verkehrstüchtiges Fahrrad zählen? Bei einem Stopp-Schild würde es allerdings nötig sein, abzusteigen. Gibt es da nicht eine Vorschrift, dass ein Fuß am Boden sein muss?

    Vielen Dank für den Link. Mein Eindruck beim Durchlesen des Artikels: Die Polizei hat nicht mehr Kontrollen gemacht, aber die gemachten Kontrollen wurden intensiver durchgeführt als in den Vorjahren. Dass sich das Radfahrerverhalten so drastisch verschlechtert haben soll, kann ich nicht glauben.

    Unabhängig davon: Vermutlich ist es das beste dem so zu begegnen, dass deutlich gemacht wird, dass auch der Radverkehr unter dem Dogma leidet, alle müssten immer schneller und schneller unterwegs sein. Daher macht es Sinn, den Radverkehr so zu begünstigen, dass breite und sichere Radfahrbahnen für alle Radfahrer*innen zur Verfügung stehen, so dass auch die langsameren Radfahr*innen sich raustrauen und damit dazu beitragen, den Radverkehr zu entschleunigen.

    Und andererseits sollte besonders auf den Straßen mit Fahrbahnen mit Mischverkehr das Tempo reduziert werden und von Autofahrern auch tatsächlich 30 gefahren werden, wenn Tempo 30 angeordnet ist. Das wirkt sich so aus, das Radfahrer langsamer fahren, weil sie dann nicht mehr im heutigen Maß sich immerzu "auf der Flucht fühlen" müssen. Auch wenn der Artikel selbst Fehler enthalten sollte, so kann es doch geschickt sein, sich damit in der Form auseinanderzusetzen, die Vorwürfe ernst zu nehmen und Veränderungsbereitschaft zu signalisieren.

    Eine Radwegebenutzungspflicht braucht es nicht, wenn die Straßen für Autofahrer schmal und langsam sind. Und die Fahrradwege breit und mit einem guten Belag ausgestattet sind. Welcher Radfahrer würde sich wohl gerne in eine Autoschlange einreihen?

    Gerade im Radio gehört und weil es grad so richtig gut passt zu meinem vorigen Beitrag: "Nach dem Autogipfel im Kanzleramt hat sich die kommissarische SPD-Parteichefin Malu Dreyer zuversichtlich geäußert. Es sei ein "gutes und konstruktives Treffen" gewesen, sagte Dreyer am Dienstag im ARD-"Morgenmagazin". "Alle sind bereit, Tempo zu machen." Thema war vor allem der Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektromobilität." Die Welt vom 25.6.2019 https://www.welt.de/newsticker/new…-zu-machen.html

    Mit dem Elektroauto will die SPD also die Verkehrswende herbeiführen. Und das Wichtigste dabei ist: "Tempo machen!"

    Ich will das nicht "Tempo machen"! Viel wichtiger ist es, die ganze Mobilitätsentwicklung zu entschleunigen!

    Tja — da hat die CDU Hamburg ja zu alter Form zurückgefunden. Dass mit steigendem Radverkehrsanteil auch die Unfallzahlen steigen werden, ist ja nun so ganz überraschend eigentlich nicht.

    Wegen der Zahlschranke konnte ich nur die Überschrift lesen. Aber die legt es nahe, am Fahrrad-Image zu arbeiten. Dafür gibt es bereits gute Vorlagen. Zum Beispiel der Begriff "sanfte Mobilität", der auch für den ÖPNV angewandt wird. "Sanfte Mobilität steht für ein politisches Konzept, das als nachhaltige, umwelt­schonende, sozial verträgliche und unfallarm bezeichnete Fortbewegungsarten wie zu Fuß gehen, Radfahren und die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel (ausgenommen Flugverkehr; vgl. Umweltverbund) insbesondere im Rahmen einer Verkehrswende fördern will." Quelle: https://howlingpixel.com/i-de/Sanfte_Mobilit%C3%A4t

    Das Problem: Wer zum Beispiel als Radfahrer von seinem Recht Gebrauch macht, die Fahrbahn zu benutzen, in den Fällen in denen keine Radwegebenutzungspflicht angeordnet ist, der wird schnell auch von anderen Radfahrern als so eine Art Kämpfernatur empfunden, jedenfalls nicht als jemand, den man mit dem Adjektiv "sanft" in Verbindung bringen könnte.

    Gleichzeitig steigen die Unfallzahlen, nicht weil das Radfahren gefährlicher wird oder sich die Radfahrer zunehmend selbst gefährden, sondern weil das Radfahren zunimmt. Streng genommen dürften an dieser Stelle nur relative Zahlen veröffentlicht werden, die das darstellen. Stattdessen wird von fahrradkritischen Medien gerne mit absoluten Zahlen gearbeitet, und dem Radverkehr damit geschadet. Statt "sanfter" Mobilität entsteht ein Bild von "rabiater" Mobilität.

    Nach meiner Beobachtung findet tatsächlich von verschiedenen Medien ein gezielter Angriff auf das Mobilitätssystem Radverkehr statt, um diesen zu schädigen und im Gegensatz dazu das Mobilitätssystem MIV "reinzuwaschen".

    So wettert beispielsweise gerade die Neue Presse Hannover gegen E-Bikes, die angeblich zu einem hohen Prozentsatz frisiert seien: "Bis zu 60 Stundenkilometer sind locker drin. Hannovers Polizei warnt vor frisierten Pedelecs. Bis zu 30 Prozent könnten manipuliert sein. Die Unfallgefahr ist groß. Wer erwischt wird, muss seinen verbotenen Renner abgeben. Doch die Folgen können noch viel dramatischer sein." Besonders suggestiv ist die Aussage, dass die Polizei davor warnt. Und direkt im Anschluss steht "30% könnten frisiert sein". Das kann man auch so lesen, dass die Polizei die gesicherte Erkenntnis habe, dass 30% der Pedelecs so frisiert seien, dass man damit Geschwindigkeiten von 60 km/h erreichen kann. Seriös ist eine solche Berichterstattung meines Erachtens nicht mehr. Aber mal schauen, was da noch alles drin steht, wenn in einigen Tagen der Artikel frei zugänglich ist. https://www.neuepresse.de/Hannover/Meine…ver-ein-Problem

    Auch die Helm-Debatte ist in diesem Kontext zu sehen. Das Helmtragen wird ja am stärksten von denjenigen propagiert, die dem Autoverkehr sehr viel näher stehen als dem Radverkehr. Darin steckt der Versuch, das Verkehrsgeschehen zu beschleunigen. Statt eines an der Radverkehr angepasstes niedriges Tempolimit soll die Helmtragepflicht eingeführt werden. Statt fahren auf der Fahrbahn, wo der Radverkehr für alle Autofahrer gut sichtbar jederzeit präsent ist, Hochbordradwege für Radfahrer.

    Radverkehr hat das Potenzial, die Geschwindigkeit aus dem Straßenverkehr herauszunehmen. Den Straßenverkehr zu entschleunigen. Aber damit entfacht die Radfahrerschaft den geballten Widerstand der Raser. Und wie man nicht zuletzt an den Kampagnen von Thering sieht, versteht die Autolobby sich darauf, sich zur Wehr zu setzen. Zum Teil auch sehr geschickt. Ich denke es sollte dennoch gelingen, Thering als den Antreiber zu entlarven, der er eigentlich ist. Als den Verfechter von Tempo und Rücksichtslosigkeit im Straßenverkehr, was er stets zu kaschieren versucht. Thering ist ein Getriebener im Dienst der Autofahrerschaft, unterwegs mit dem Auftrag das Tempo anzuziehen! Ganz im Sinne von Scheuers Aussage, "Temolimits seien gegen jeden Menschenverstand". https://www.kfz-betrieb.vogel.de/scheuer-zu-tem…stand-a-791762/

    Achja, das hier hatte ich hier auch noch nicht gepostet:

    IMG_3290n-1.jpg

    Finde den Fehler...

    Möglicherweise handelt es sich um eine Fahrradveranstaltung, bei der Fahrräder zum Einsatz kommen sollen, die für den Straßenverkehr nicht zugelassen sind? Vielleicht ein Hochradrennen? Ich könnte mir vorstellen, dass Hochräder nicht für den normalen Straßenverkehr zugelassen sind. Siehe auch dieses Video von einem Hochradrennen: https://videos.rennrad-news.de/2196/hochradrennen

    Das übergroße Engagement der Polizei, wenn es darum geht, krumm gefahrene Straßenschilder oder Poller so zu sichern, dass sie keine Gefahrenquelle mehr für den Fußverkehr darstellen, ist wahrlich bewundernswert. ;)

    Mögen unseren Freund*innen und Helfer*innen niemals nie ihre Rolle rot-weißes Plastikband mit "Polizei-Aufdruck" ausgehen!