Na ja, es werden ja 2 Hauptgründe genannt:
1. Alkohol, wobei die Frage ist, bei wem? Den KFz-Lenkern als Unfallgegner, oder betrunkene Radfahrer, die Unfälle bauen, gerne auch allein.
2. Unangepasste Geschwindigkeit.
Letzteres ist jetzt sehr generell. Zum einen dürfte unangepasste Geschwindigkeit mit dem Fahrrad auf der Fahrbahn defakto kaum vorkommen. Die ist in der Regel baulich ausreichend ausgeführt und übersichtlich. Da siehts auf den Radwegen ganz anders aus, Einen zügigen Bau von sicherer und komfortabler Radinfrastruktur.In München siehts oft noch schlimmer aus auf den Handtüchern und der Menge an Radlern.
Insofern schlägt der ADFC-Mann mit der Forderung nach mehr Radwegen zwei Fliegen mit einer Klappe: Die Radler müssen langsamer fahren, weil die Infrastruktur dazu zwingt. Das fühlt sich auch noch sicherer an. Dann verhalten sich Radfahrer angeblich viel regeltreuer, hüstel, was nur daher kommen kann, dass sich niemand dafür interessiert was Radfahrer so machen, solange sie nicht dem echten Verkehr im Weg sind. Denn sieht man hin, was Radfahrer alles einfällt auf Radinfra, kann definitiv nicht zum Schluss kommen, die verhalten sich dort nach StVO. Außer man ist der Meinung, die StVO gilt auf Radinfra grundsätzlich nicht oder nur eingeschränkt.
Ganz toll! Aus einer Meldung über eine Zunahme an Fahrradunfällen machst du ein pauschales Radfahrer*innen-Bashing.
Frei nach dem Motto: "Ist doch kein Wunder, wenn diese Radfahrer in ihrem Reservat sich gegenseitig abschlachten, haben ja von Tuten und Blasen und Verkehrsregeln keinen matten Schimmer."
"Die sollten man allemal vertreiben aus ihrem Reservat und ans richtige Leben gewöhnen, dann werden die Autofahrer denen mal so richtig Mores lehren". Oder was genau meinst du jetzt mit "echtem Verkehr"? Das, was auf den Radwegen und auf den Fußwegen geschieht, ist auch "echter Verkehr". Und es gibt Gründe, wenn zum Beispiel in manchen Fällen ein Zweirichtungs-Fahrradweg angelegt wird. Ja und es kann vorkommen, dass dadurch dann Fahrradfahrende in anderen Fällen aus Leichtsinn oder Unaufmerksamkeit einen Fahrradweg in die falsche Richtung benutzen. Na und?
Du schreibst:
bei uns gibts kaum Radwege, die man mit auf Radln üblichen Geschwindigkeiten zügig befahren kann ohne schlechtes Gewissen oder hohem Risiko.
In Hannover gibt es auch eine Menge Radwege, die zum Schnellfahren nicht geeignet sind. Oft sind das sogenannte Angebotsradwege, aber selbst da sind einige davon sind in einem baulichen Zustand, der selbst die heutigen höheren Anforderungen an Fahrradwege erfüllen.
Weil es Menschen gibt, die diese Fahrradwege benutzen, gehe ich doch nicht her und verurteile diejenigen Fahrradfahrer*innen, die diese Radwege benutzen oder auch Radwege, die in den aktuellen Anforderungen nicht mehr entsprechen, zum Beispiel weil sie schon vor mehreren Jahrzehnten angelegt wurden.
Auch ich benutze manchmal solche Fahrradwege aus einer Zeit als nur Rennräder eine Kettenschaltung hatten und normale Alltagsräder oft gar keine Gangschaltung oder höchstens eine Dreigangschaltung hatten.
Viel sinnvoller ist es zur Kenntnis zu nehmen, dass es unterschiedliche Typen von Fahrradfahrer*innen gibt. Deine Herangehensweise, man müsse nur die Reservate schließen, dann wird der Radverkehr davon profitieren, ist für mich nicht nachvollziehbar. Stattdessen macht es mehr Sinn, duale Radverkehrslösungen anzubieten.
Langsamer Fahrradverkehr im Geschwindigkeitsbereich bis 15 km/h ist auch auf alten Hochbordradwegen möglich. Was spricht dagegen, dass manche Fahrradfahrer*innen die Fahrbahn benutzen, andere den Hochbord-Angebotsradweg?