Wie traurig die RS1-Story ist, illustriert auch der Vergleich zur Nordbahntrasse in Wuppertal. Dort gab es 2005 die aus der Bürgerschaft getragene Idee einen Radschnellweg quer durch die Stadt zu schaffen. 2006 - 2008 Organisation und Beschaffung von Mitteln. 2009 war Baubeginn. 2014 war die Trasse komplett fertig - und zwar inklusive Beleuchtung und mit geregeltem Winterdienst. Seitdem wurde noch die Schwarzbachtrasse nach Langerfeld hinzugenommen.
Ich vermute, dass bei einer Trassenführung durch verschiedene "Hoheitsgebiete" es normal ist, dass es zu etlichen Verzögerungen kommt. Vermutlich ist das mit ein wichtiger Grund, dass es beim RS1 nicht vorangeht. Und möglicherweise war das bei der Wuppertaler Nordbahntrasse anders?
In Hannover besteht beispielsweise ein ähnliches Problem, beim Ausbau eines Velorouten-Netzes.
Und wenn dann noch Radverkehr-feindliche Parteien ihre Chance wittern, Stimmung zu machen, wird es schwer konsequent eine Velo-Route zu bauen. Diese Internetseite der CDU beispielsweise spricht Bände:
"Eine mögliche Sperrung der Wiehbergstraße für den Kraftfahrzeugverkehr würde zu unnötigem Ausweichverkehr führen. (...)
"Die Sperrung jeweils einer Fahrspur auf der Hildesheimer Straße ist abzulehnen, ..."
"Schon jetzt melden sich Gewerbetreibende an der Hildesheimer Straße bei der CDU, da befürchtet wird, dass Kundschaft durch wegfallende Parkfläche ausbleiben wird."
Das sind die typischen Versatzstücke mit denen Pläne für eine Veloroute vom politischen Gegner verzögert werden.
Da eine Veloroute stets mehrere Stadtbezirke durchläuft und dort die politischen Mehrheiten unterschiedlich sind und manchmal auch einfach nur die Interessen verschiedener Stadtbezirke nicht zueinanderpassen kommt es an vielen Stellen zu Konfliktpunkten.