Bitte hör auf über Sachen zu philosophieren, von denen du offensichtlich wirklich nichts verstehst oder bei denen dein Informationsstand 40 Jahre zurück datiert.
Was wird das denn hier? Altersdiskriminierung?
Es ist ja leider so, dass gerade im Verkehrsbereich vor 40 und mehr Jahren Entwicklungen angeschoben wurden, von denen damals schon viele sagten, dass es eine Fehlentwicklung ist, die "autogerechte Stadt" zum Beispiel. Und es gab immer schon die Versuche, wenigstens die ganz krassen Spitzen der Fehlentwicklungen zu entschärfen.
Und leider sind bei verschiedenen Themen zur Verbesserung der Verkehrssituation bis heute diese Bemühungen immer wieder zur Erfolgslosigkeit verdammt. Und bisweilen weiß man nicht, warum das eigentlich so ist.
Aktuelles Beispiel, eine Meldung von dieser Woche: "Das emotional besetzte Thema Tempolimit streifen die Grünen in ihrem Programmentwurf nur kurz – und nennen es vorsichtshalber lieber ein „Sicherheitstempo von 130 Stundenkilometern“, das künftig auf Autobahnen gelten soll. Zitat aus einem Bericht über das Wahlprogramm der Grünen zur Bundestagswahl 2021 in der faz.net vom 19.3.2021. https://www.faz.net/aktuell/wirtsc…l-17253221.html
Wie gut (oder schlecht) die Chancen stehen, tatsächlich Tempo 130 auf Autobahnen erfolgreich in Koalitionsverhandlungen durchzusetzen, wird leider nicht weiter thematisiert in dem Artikel. Aber der FAZ-Hinweis darauf, dass in dem Wahlprogramm-Entwurf von einem "Sicherheitstempo" gesprochen wird, ist richtig: siehe S. 17:
"Für die Autobahnen wollen wir ein Sicherheitstempo von 130 Stundenkilometern." https://cms.gruene.de/uploads/docume…rammentwurf.pdf
Wird mit der zitierten Formulierung der Boden dafür bereitet, dass nach möglichen Verhandlungen mit den Unionsparteien am Ende ein "Sicherheitstempo" von 180 km/h rauskommt?
Zur Erinnerung:
"Die Debatte darum, ob man das Tempo auf den Straßen begrenzen sollte, wurde im Sommer 1957 emotional geführt. Mütter beklagten den Tod ihrer Kinder, die beim Spielen von Autos überfahren wurden; Gegner gaben mangelnden Fahrfähigkeiten einzelner Autobesitzer die Schuld. Autolobbyisten erklärten gar zynisch, der Fortschritt der Zivilisation koste auch Opfer. In der Wirtschaftswunderära hatte es Oskar Rümmele schwer. Der CDU-Politiker aus dem Schwarzwald – Mitte der Fünfzigerjahre Vorsitzender des Verkehrsausschusses im Bundestag – regte damals eine Begrenzung der Geschwindigkeit auf 50 km/h innerorts, auf 80 km/h auf Landstraßen und auf 90 km/h auf Autobahnen an. Er wurde als Landei verspottet, das Angst vor dem Verkehr habe. Am Ende konnte er sich nur mit Tempo 50 in Ortschaften durchsetzen."
"Oskar Rümmele hätte es auch heute schwer", in: Die Zeit vom 2.2.2019
https://www.zeit.de/mobilitaet/201…verkehr/seite-2
Das war vor 55 Jahren! Immerhin: Damals wurde die Forderung nach einem Tempolimit mit der Polemik begegnet, dass das eine Forderung der rückständigen Landbevölkerung sei. Heute wird von Teilen der Bevölkerung im ländlichen Raum argwöhnisch auf diejenigen Städter geschaut, die die Autofreie Stadt fordern.