Wenn aber die Dorfstraßen zum Autoabstellen benutzt werden, dann werden die immer breiter gebaut werden.
Ursprünglich gab es ja mal diese Reichsgaragenverordnung von 1939. Da heißt es in der Präambel:
"Die Förderung der Motorisierung ist das vom Führer und Reichskanzler gewiesene Ziel. Die Zunahme der Kraftfahrzeuge im Straßenverkehr erfordert, daß die öffentlichen Verkehrsflächen für den fließenden Verkehr frei gemacht und möglichst wenig durch ruhende Kraftfahrzeuge belastet werden." Es sollte also deshalb nicht auf den öffentlichen Straßen geparkt werden, damit da ordentlich gerast werden kann. ( Oh Pardon, heißt ja nicht "gerast", heißt ja : "für den fließenden Verkehr frei gemacht" )
https://www.stadtgrenze.de/s/p3r/rgao/rgao01.htm
Übertragen auf heute heißt das: Neue Straßen werden von vornherein so breit gebaut, dass da auch noch Autos parken können. Und wenn es auf der Fahrbahn eng wird, dann wird halt halbseitig Hochbord geparkt. "Pfeif auf die Fußgänger."
Und ein Politiker, der da nicht spurt, wird in den sogenannten sozialen Netzwerken" niedergebrüllt. Und Falschparkerkontrollen werden als "Wegelagerei" und "Raubrittertum" geschmäht.
An der Stelle gefällt mir Scharffenbergs Vorschlags besonders gut: "No car"! In einer Welt ohne Autos werden nicht die Vorgärten versiegelt und auch nicht die Straßen zugeparkt, die dann la auch viel schmaler gebaut werden können, bzw. mit Baumreihen und Grünstreifen aufgewertet werden können!
Aber leider sehen viele Neubaugebiete so aus:
Das Wohngebiet auf dem Foto in Hannover-Kirchrode ist keine 10 Jahre alt. Und es sieht so aus, als habe der Architekt der Car-Ports kleinere Autos im Sinn gehabt. Vielleicht eines von denen, die du weiter oben schon vorgestellt hattest:
Oder hat sich der Architekt einfach gesagt, ich baue so, wie die Mindestvorgaben das verlangen. Und wenn der Autostellplatz nicht größer als unbedingt nötig ausfällt, um den Vorschriften gerade noch zu entsprechen, dann kann ich dafür die Wohnungsgrundfläche etwas größer machen. Mir doch egal, wenn die späteren Bewohner sich riesige Karossen anschaffen, die dann mit der Motorhaube auf dem Bürgersteig stehen. Ich muss da ja nicht wohnen. Wenn ich so was sehe wie auf dem Foto, dann verstärkt dass meinen Drang, Scharffenbergs "No Car"-Vorschlag vorbehaltlos gutzuheißen.