Alles anzeigenDie Schulung war bestimmt gut.
Der Verweis auf StVO kam garantiert drin vor.
Es bedarf entweder
- intrinsischer Motivation zum Einhalten
- "Angst" vor Ahndung (Verfolgungsdruck, Strafmaß)
Idealfall: das erste.
Nein, die Schulung war ganz bestimmt nicht gut. Und vermutlich wurden viele wichtige Standardsituationen weder im Theorie- noch im praktischen Unterricht ausreichend gelehrt und gelernt.
Schau dir zum Beispiel dieses Video an
und was der Fahrlehrer in diesem Video in Minute 1:00 dazu sagt, wie intensiv, oder besser wie selten im Fahrunterricht das richtige Autofahrerverhalten an Bushaltestellen gelehrt und gelernt wird:
"Und in diesem Teil werden wir erst mal beginnen mit den Bussen. (...) Dieses ganze Thema ist so'n Ausbildungsdefizit. (...) Denn es ist ja so ein bisschen schwer zu sagen, wir machen heute mal Busse. Das ist ja so ein bisschen zufällig auch..."
Schau dir das Video auch noch bis zum Ende an, denn ich bin neugierig, wie du das beurteilst, was der "You-tube-Fahrlehrer" zum richtigen Verhalten als Autofahrer*in beim Überholen von Bussen empfiehlt. Vielleicht sehe ich das zu sehr aus der Perspektive eines ÖPNV-Fahrgastes. Aber ich habe das Gefühl, das der Fahrlehrer indirekt zum Ausdruck bringt: Was ich euch heute hier zeige ist das, was ihr in der Prüfung machen müsst, bitte beachtet das unbedingt in der Prüfung. Gleichzeitig sagt er quasi zwischen den Zeilen: Ich weiß natürlich auch, dass das im normalen Alltags-Autoverkehr von fast keinem Autofahrer so richtig beachtet wird.
Sehe ich da zu schwarz?
Noch gravierender ist der 2. Teil aus der selben Reihe zum Thema Busse: Da geht es um's Thema Busse, die mit Warnblinklicht halten.
In dem ganzen 2. Video erwähnt der "You-tube-Fahrlehrer" nicht, dass ein Fußgänger, der plötzlich auftaucht, sei es vor oder hinter dem Bus, um auf die andere Straßenseite zu wechseln, oder sei es, um von der anderen Straßenseite aus den Bus zu erreichen, dabei nicht behindert oder gefährdet werden darf. "Die Fahrgäste dürfen beim Einsteigen und Aussteigen nicht behindert oder gefährdet werden. Im Zweifel sollten Sie als Autofahrer warten und den Fußgängern Vorrang gewähren."
https://www.bussgeldkatalog.org/bus-ueberholen/
Eine Autofahrerschulung sollte so intensiv und umfangreich durchgeführt werden, dass sie für unter 20.000 Euro nicht zu bewerkstelligen ist. Und die Kosten dafür hat der Betrieb zu tragen, bei dem ein*e Mitarbeiter*in arbeitet, von der/dem man erwartet, dass sie/er für den Betrieb ein Auto fährt.
Gleichzeitig ist der ÖPNV so zu verbessern, dass er Mobilität für alle ermöglicht, auch im ländlichen Raum.