Beiträge von Ullie

    Und wie geht es jetzt weiter?

    „Wir müssen in Niedersachsen in den nächsten zwei Wochen das öffentliche Leben so weit wie irgend möglich herunterfahren, und zwar freiwillig und bitte auch über die staatlich angeordneten Maßnahmen hinaus.“ SZ vom 24.3.21

    https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/ges…10324-99-955660

    Ministerpräsident Stefan Weil fordert von der Bevölkerung sich freiwillig zurückzunehmen, um die Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen.

    Schade. Der Eindruck wird verstärkt: Wenn Wirtschaftsvertreter die Politik unter Druck setzen, weil ihnen Beschlüsse nicht gefallen, dann spurt die Politik und die kritisierten Beschlüsse werden zurückgenommen oder entschärft.

    Gleichzeitig appelliert die Politik an die Bürger, doch bitteschön vernünftig zu sein und das was angeblich rechtlich einwandfrei nicht geregelt werden kann, selbst in die Hand zu nehmen.

    Dieses Muster durchzieht viele Lebensbereiche:

    Seid bereit höhere Preise für Fleisch zu bezahlen.

    Kauft keine Billig-Lebensmittel, sondern achtet auf Qualität.

    Benutzt den ÖPNV und lasst das Auto stehen.

    Benutzt das Fahrrad, auch wenn vielerorts die Radverkehrsinfrastruktur mangelhaft ist.

    Passt nachmittags selbst auf eure Kinder auf und erwartet nicht, dass flächendeckend qualitativ hochwertige Ganztagsschulen eingerichtet werden.

    Seid bereit einen hohen Kita-Beitrag zu bezahlen und meldet eure Kinder in den Kitas an.

    Schafft euch selbst Alltagsmasken, medizinische Masken, FFP 2 Masken an. (Wir brauchen das Geld dringender um die Fluggesellschaften zu pampern.)

    ...

    Vielleicht ein Zeichen, dass in nächtelangen Sitzungen doch nicht immer sinnvolle Dinge rauskommen!?

    Was jetzt genau soll dieses Zeichen sein?

    Dass man sich mit dem Beschluss zur Osterruhe nicht genügend an den Interessen der Autoindustrie orientiert hat?

    Schließlich ging Frau Merkels Dementi der Osterruhe ein lautstark verbreiteter Appell der Autoindustrie voraus, dass man so nicht mit der Autoindustrie umspringen dürfe.

    "Lockdown: Ruhetage vor Ostern sorgen für Unruhe

    Der Verband der Automobilindustrie hat vor den Folgen des "Oster-Lockdowns" gewarnt."

    BR vom 24.3.2021

    https://www.br.de/nachrichten/de…-unruhe,SSWcxv0

    Oder siehst du das Zeichen darin, dass man das Ding "Osterruhe" nannte, vielleicht in der Hoffnung, dass sich die Kirchen dafür widerspruchslos als "Pandemietreiber" an den Pranger stellen lassen, indem man sie im selben Atemzug dazu auffordert auf Gottesdienste zu verzichten?

    Immerhin hatten Intensivmediziner die Osterruhe begrüßt: "Die Verlängerung und teilweise Verschärfung des Corona-Lockdowns hat gemischte Reaktionen hervorgerufen. Die Intensivmediziner begrüßen die Maßnahmen, ..."

    MDR vom 23.3.2021

    https://www.mdr.de/nachrichten/de…tionen-100.html

    Für mich bleibt der Eindruck haften: Die Autoindustrie meckert und Merkel spurt.

    Aber das kennt man ja bereits zu Genüge und das zum Wohle der Autoindustrie in Deutschland über Leichen gegangen wird leider auch.

    Und wieder einmal sind die Kirchen wichtiger als Menschenleben. Oder glauben die immernoch an die Wiederauferstehung? Karfreitag an Corona verrecken, Ostersonntag wieder zum Leben erwachen?

    Ist eigentlich bekannt, auf wessen Mist diese Entscheidung gewachsen ist? Bundesregierung oder doch die Länder? Welche?

    Deine kirchenfeindliche Ausfälle kannst du dir wirklich sparen, zumal von ganz wenigen Einzelfällen abgesehen, tatsächlich mit großer Disziplin Corona-bedingt religiöse Traditionen eingestellt wurden, wofür es kein vergleichbares Beispiel in Westdeutschland seit Kriegsende gibt. Wenn ich mir dagegen anhören muss, wie eine Vertreterin der Autoindustrie die Alarmglocken läutet*), weil geplant ist, am Gründonnerstag eine Ruhetag einzulegen, dann weiß ich sehr genau, wer hier einmal mehr rücksichtslos und gewissenlos Menschenleben auf's Spiel setzt, um den eigenen Profit zu maximieren.

    Und ja, die Christen glauben immer noch an die Wiederauferstehung, denn es ist ein zentraler, wenn nicht der zentrale Glaubensinhalt des Christentums. Das heißt aber noch lange nicht, dass die Christen das Gejammere des Innenministers gutheißen, der versucht sich selbst zu profilieren, indem er so tut, als sei es eine fatale Fehlentscheidung, dass den christlichen Religionsgemeinschaften empfohlen wurde, auf Ostergottesdienste zu verzichten. Ich sehe das ganz praktisch. Es gibt Menschen denen es sehr wichtig ist an einem realen Gottesdienst wenn auch Corona-bedingt in abgespeckter Form live teilzunehmen. Dabei können durchaus auch persönliche Schicksalsschläge eine Rolle spielen. Die Mehrheit der sonst regelmäßigen Gottesdienstbesucher ist durchaus in der Lage, mit Gottesdienst-Übertragungen im Internet oder im Radio ganz gut zu leben. Zumal Gottesdienst-Radio-Übertragungen bereits seit Jahrzehnten ihren festen Platz im Glaubensleben vieler Kirchenmitglieder haben.

    Und dann gibt es da noch die zahlreichen Kirchenmitglieder, sowohl bei den Protestanten als auch bei den Katholiken, die ohnehin keinen Sonntagsgottesdienst besuchen, und auch schon vor Corona keinen Gottesdienst besucht haben. Bei den Protestanten sind das vielleicht noch ein paar mehr als bei den Katholiken. In beiden Kirchen sind es in Deutschland deutlich mehr, als die regelmäßigen Gottesdienstbesucher.

    Du brauchst also wirklich keine Panik schieben, Gerhart, wenn in einzelnen Kirchen unter Einhaltung von Hygienebestimmungen Oster-Gottesdienste stattfinden sollten, obwohl empfohlen wird, darauf zu verzichten. In diesem Zusammenhang wäre es vielleicht mal ganz interessant einen zahlenmäßigen Vergleich anzustellen, mit den Leuten, die ihre Mallorca-Reise oder Flugreise sonstwohin in die Welt für unverzichtbar halten.

    *)

    ""Plötzliche Betriebsstilllegungen sind für eine international vernetzte Wirtschaft nicht darstellbar", warnte die Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie, Hildegard Müller. "Lackierwerke und Energiezentralen sowie vieles andere mehr können nicht einfach auf Zuruf stillgelegt werden." Ihre Branche erwarte vernünftige und an unternehmerischen Aktivitäten ausgerichtete praktikable Regelungen, die auch rechtssicher umzusetzen seien, sagte Müller."

    tagesschau.de vom 24.3.2021 https://www.tagesschau.de/wirtschaft/kon…ckdown-101.html

    Die Formulierung " an unternehmerische Aktivitäten ausgerichtet", ist in Deutschland anscheinend eine Zauberformel, an der alle Bedenken abprallen. Und an "kirchliche Aktivitäten ausgerichtet", wird von vornherein von manchen Beobachtern in einer Art und Weise lächerlich gemacht, wie man es sich nicht traut, wenn es um die Formulierung geht "an unternehmerische Aktivitäten ausgerichtet". ;)

    Seit rund 20 Jahren gibt es in der Posthornstraße eine sehr wirksame und von den Anwohnern sehr geschätzte Verkehrsberuhigte Zone in der Posthornstraße.

    Hier ein Link zu einem Googlestreetview-Bild von 2008:

    https://www.google.com/maps/@52.36510…!7i13312!8i6656

    Die Posthornstraße war früher, daran kann ich mich noch persönlich erinnern, eine üble Rennstrecke. Viele Autofahrer fuhren hier viel zu schnell.

    Durch die Aufpflasterung wurde das Tempo für den Autoverkehr erfreulich deutlich reduziert.

    Kleiner Wermuts-Tropfen:

    Das Pflaster innerhalb der Verkehrsberuhigten Zone ist so grob (sogenanntes Katzenbuckelpflaster), dass man auf dem Rad ordentlich durchgeschüttelt wurde. Auch für Fußgänger war das unangenehm, besonders für solche, die auf einen Rollstuhl oder Rollator angewiesen sind.

    Aber seit zwei Wochen hat sich da was getan. Bauarbeiter entfernten in beide Richtungen jeweils einen ca. 1m breiten Pflasterstreifen mit dem groben "Katzenbuckelpflaster" und ersetzten es durch ein Pflasterbelag mit glatten Köpfen, die ein schüttelfreies Vorankommen für Radfahrer*innen ermöglichen. Damit wurde ein guter Kompromiss gefunden zwischen dem historisch wertvollen Katzenbuckelpflaster vor dem historischen Eingangsbereich zum Von Alten Garten und den Bedürfnissen des Radverkehrs.

    Denn in weiten Teilen bleibt das aufwendig hergestellte und die historisch wertvolle Pflastergestaltung des Platzes erhalten. Und das neue Pflaster hat zwar geglättete Köpfe aber es fügt farblich sich harmonisch ein in das bereits vorhandene Pflaster.

    Hier ein Bild vom letzten Wochenende (Mitte März 2021), als die Bauarbeiter noch im Gange waren, aber die ersten Ergebnisse bereits ausprobiert werden konnten.

    Und hier dieselbe Perspektive auf googlestreetview von 2008:

    https://www.google.com/maps/@52.36510…!7i13312!8i6656

    Leider waren auch sofort wieder Falschparker zu Stelle. In einer verkehrsberuhigten Zone ist das Parken nur auf extra dafür gekennzeichneten Stellplätzen erlaubt. In der Verkehrsberuhigten Zone ist nirgends ein Stellplatz markiert. Leider wird dort trotzdem regelmäßig falsch geparkt. Zwar wird auch hin und wieder kontrolliert und es werden "Knöllchen" verteilt. Aber es wird halt leider nicht abgeschleppt. Und das "Bußgeld" hat keine ausreichend abschreckende Wirkung. Aber wer weiß, vielleicht ist die Blockade des mit glattem Pflaster belegten Streifens in Zukunft ein Grund, hier auch mal den Abschlepper tätig werden zu lassen.

    An Falschparkern wird es voraussichtlich auch in Zukunft nicht mangeln. Vielleicht wird ja der glatt gepflasterte Streifen ein zusätzliches und ausschlaggebendes Argument dafür, dass Falschparker dort endlich abgeschleppt werden? Leider stellten sich die Falschparker bereits am Tag der noch nicht ganz vollendeten Fertigstellung ein, um genau dort zu parken, wo für Radfahrer, Rollstuhlfahrer und Rollator-Benutzer Abhilfe geschaffen wurde. Siehe Foto:

    Und hier dieselbe Perspektive auf googlestreetview von 2008:

    https://www.google.com/maps/@52.36462…!7i13312!8i6656

    Darauf angesprochen erwiderte die Autofahrerin, es sei ja nur für einen kurzen Moment. Das von ihr zum Falschparken benutzte Auto dagegen spricht Bände: Ein echter Stadtpanzer, vermutlich mit mehr PS als ein Omnibus und ein Leergewicht über 2t. Einfach widerlich. <X

    In jedem Fall wird es interessant sein, die weitere Entwicklung dort zu beobachten. Deshalb habe ich diesen Thread eröffnet, wo die weitere Entwicklung dokumentiert werden kann. Vielleicht gibt auch andere vergleichbare Beispiele aus Hannover oder auch aus anderen Städten?

    Eine der Aussagen, die bei mir hängengeblieben sind von den Diskussion um die neuen MP-Konfernez-Beschlüsse, ist die Aussage der Meck-Pomm-Ministerpräsidentin Manuele Schwesig:

    "Die Bundesregierung habe nach ihren Worten überhaupt nicht schlüssig erklären können, «warum sie den Urlaub nach Mallorca zulässt, aber Bedenken hat, wenn die einheimische Bevölkerung eine halbe Stunde mit dem Auto in die nächste Ferienwohnung fährt»." https://www.welt.de/regionales/mec…sten-gehen.html

    Leider wird das vielfach in der Form missverstanden, dass sich jetzt Leute darüber empören, dass in Deutschalnd die Hotels zubleiben sollen. Und zu selten höre ich den Wunsch heraus, dass stattdessen die Hotels in Mallorca zubleiben sollten, oder zumindest alles dafür getan wird, Reisen dorthin zu unterbinden.

    Eigentlich unverständlich, denn diejenigen, die von diesen Reisen profitieren sind Fluggesellschaften und Reiseunternehmen, die in den zurückliegenden Monaten sehr viel staatliche finazielle Unterstützung erhielten. Hat man es versäumt, diese finanzielle Unterstützung mit Möglichkeiten der Einflussnahme zu verbinden, die es möglich machen würde, diese in Anbetracht der Pandemie-Entwicklung (Stichwort 3. Welle) riskante Reisetätigkeit zu unterbinden?

    »Lösungsorientiertes Konfliktverhalten« ist ein schöner Begriff. Kommt drauf an, was gemeint ist. Es gibt da bei Asterix und den Galliern einige anschauliche Beispiele ...

    Vermutlich ist mit lösungorientiertem Konfliktverhalten gemeint, dass der Ermessensspielraum stets zugunsten der Falschparker und das äußerst großzügig auszulegen ist, besonders dann, wenn es nur um solche "minderschwere Fälle" geht, wie zugeparkte Fußwege. Zumindest ist das meine Erfahrung mit dem Vorgehen derjenigen, die für Parkraumüberwachung zuständig sind.

    Besonders ärgerlich: Nach meiner Beobachtung wird die Parkraumüberwachung am stärksten an solchen Stellen durchgeführt, wo es darum geht, Kurzzeitparkplätze zu überwachen, Parkschein-Parkplätze zu kontrollieren, oder eingschränkte Halteverbote zu sichern.

    Alles Fälle, in denen es darum geht, die Autoflut so zu kanalisieren, dass trotzdem viel zu viele Autos unterwegs sind und auf den Straßen rumstehen immer noch die Funktionsfähigkeit des MIV gerade eben so noch ein bisschen am Leben gehalten wird.

    Kontrollen zum Schutz vor Bordsteinabsenkungen oder Kontrollen, die das Zuparken von Fußwegen verhindern, haben dagegen Seltenheitswert.

    Da Beschwerden manchmal nicht das Mittel der Wahl sind, lasse ich keine Gelegenheit aus, die MitarbeiterInnen des Verkehrsaußendienst dafür zu loben, dass sie mit ihrer Tätigkeit dazu beitragen, dass zugeparkte Bordsteinabsenkungen und zugeparkte Fußwege und Radwege wieder benutzbar sind durch die Menschen, für die sie angelegt wurden. Gelobt werden die in dieser Hinsicht bedauernswerten Ordnungskräfte ohnehin viel zu selten. Und die Taktik jemanden für etwas zu loben, von dem man sich wünscht, dass er sich entsprechend verhält, ist schließlich pädagogisches Einmaleins.

    Fahrbahnradler würden vermutlich die Parkraumüberwacher*innen dafür loben, dass sie es zulassen, dass benutzungspflichtige Radwege zugeparkt werden, denn das eröffnet die Möglichkeit vollkommen regelkonform die Fahrbahn zu benutzen. Bisher habe ich noch nicht probiert, die Mitarbeiter*innen vom Verkehrsüberwachungsdienst in diesem Sinne zu loben. Ist vielleicht auch etwas zu sehr um die Ecke gedacht.

    Hannover bekommt Polizei-Fahrradstaffel

    "Die Polizeidirektion Hannover hat am 1. März 2021 sechs "neue" Kolleginnen und Kollegen begrüßt. Die vier Männer und zwei Frauen sind Angehörige der neuen Fahrradstaffel der Polizei Hannover, die jetzt in einer einjährigen Pilotphase die Arbeit aufgenommen haben. Ziel ist es, präsenter und flexibler sowie noch ansprechbarer für Bürgerinnen und Bürger zu sein.

    Das Fahrrad erfreut sich bundesweit einer immer größeren Beliebtheit als alternatives und umweltfreundliches Fortbewegungsmittel. Auch in der Stadt und Region Hannover nimmt der Anteil der mit dem Fahrrad zurückgelegten Wege zu, so hat alleine die Landeshauptstadt Hannover im Jahr 2019 mehr als zehn Millionen Bewegungen von Fahrrädern gezählt. Eine weitere Zunahme zeichnet sich ab."

    Aus: hannover.de

    Die Internetseite der Stadt Hannover.

    Der ganze Artikel vom 23.3.2021 hier:

    https://www.hannover.de/Service/Presse…ommt-ins-Rollen

    Es gab auch in der CDU immer schon Leute, die in Verkehrsfragen anders dachten als der Partei-Mainstream.

    Franz Alt zum Beispiel.

    Oder bei den Grünen Leute, die eines Tages feststellten, dass ihnen die Grünen zu wenig konservativ waren.

    Herbert Gruhl zum Beispiel.

    Ob man eines Tages von Heinrich Strößenreuther Ähnliches sagen wird? Muss man wohl abwarten.

    Plakatmotive vom 19.3.2021:

    Den Livestream von der Corona-angepassten Demo kann man auf you tube ansehen.

    Hier ein Link zu der Stelle an der die Plakate vorgestellt werden, die während des Freitagnachmittages von vielen Hannoveranerinnen und Hannoveranern am Landtag vorbeigebracht wurden:

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    Das Video von der Fridays for Future Demo in Hannover wurde inzwischen über 1000 x angeklickt.

    Neben den Beiträgen hat die Musik der Band, die in den Pausen spielt, mir besonders gut gefallen!

    Und hier noch einige Plakatmotive mit verkehrspolitischen Themen, die ich vor Ort fotografiert habe:

    Okay, dann meintest du diesen Video von dem "Youtube-Fahrschullehrer":

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    An dieser Stelle (ca. Minute 3:30) kritisiert der Fahrschullehrer zumindest das Fehlverhalten der meisten Autofahrer an Bushaltestellen, wenn dort ein Bus mit Warnblinklicht hält.

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    (Videolink, der genau zu der bezeichneten Stelle leitet.)

    Trotzdem bleibt mein Eindruck bestehen, dass der Film insgesamt eher den Eindruck erweckt, dass es doch eher so ein alltagsfernes "Fahrschulding" sei, die geltenden Vorschriften an Bushaltestellen korrekt umzusetzen. Aber vielleicht sehe ich das tatsächlich zu skeptisch. Wie würdest du es denn beurteilen?

    Meine Kritik macht sich jedenfalls nicht an einem einzigen "Triggerwort" fest.

    Schau dir mal im Vergleich dazu den Youtube-Film aus der selben Reihe an, in der es um das Thema Zebrastreifen geht.

    Da wird am Anfang ein Unfallbild eingeblendet und der You-tube Fahrlehrer begründet das damit, dass er damit die Zuschauer sensibiliiseren will für die Gefahren, die am Zebrastreifen/Fußgängerüberweg vom Auto ausgehen:

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    Auch die Ansprache dazu, dass es wichtig ist, sich am Zebrastreifen korrekt zu verhalten, fallt sehr viel eindringlicher aus, als beim Thema Bushaltestelle. Der Youtube-Fahrlehrer berichtet in diesem Zusammenhang sogar über persönliche Dinge. Und er betont, dass es ihm sehr wichtig ist, die Verkehrsregeln korrekt zu befolgen. Eine solche Ansprache hätte ich mir auch sehr für die Bushaltestellen-Problematik gewünscht.

    Im hohen Maße widerlich und zugleich besorgniserregend sind die Nachrichten aus Kassel vom zurückliegenden Samstag, wo rund 20.000 Gegner von Corona-Schutzmaßnahmen gewalttätig auf die Polizei, auf Gegendemonstranten und auf Pressevertreter losgegangen sind. Besonders perfide war das Vorgehen gewalttätiger Demonstranten, die sich hinter Frauen mit Kindern versteckten.

    Es ist zu befürchten, dass das Vorgehen der Demonstranten massiv unterstützt wird von rechtsradikalen Kräften, die versuchen eine Konterrevolution anzuzetteln, mit dem Ziel demokratische Errungenschaften, wie die Gleichberechtigung der Frauen oder das parlamentarische demokratische Staatswesen auszuhebeln und durch ein autoritäres Regime zu ersetzen.

    Der Kommentar des Redaktionsnetzwerk Deutschland vom 21.3.2021 ist ein deutlicher Hinweis, dass hier mehr in Gange ist, als dass ein paar Hundert, untereinander zerstrittene und sich gegenseitig widersprechende Wirrköpfe auf die Straße gehen. Darin heißt es unter anderem:

    "Die Polizei Nordhessen hat vor den Querdenkern kapituliert. (...) Sie tanzten, sangen – und einige warfen Flaschen, schlugen Journalisten, gingen auf Gegendemonstranten los. (...) In der Kapitulationsurkunde der Polizei Nordhessen, einer langen Pressemitteilung, steht ein verräterischer Satz. Er lautet: „Die Teilnehmer kamen augenscheinlich überwiegend aus dem bürgerlichen Lager und zeigten insgesamt eher keine erkennbare Tendenz zu gewalttätigen Aktionen.“ Das ist ein Fehlschluss nach allzu oberflächlicher Einschätzung."

    https://www.rnd.de/politik/corona…7FBC4RIAEM.html

    Hier nochmal das Zitat aus der Pressemitteilung der Polizei. Mit einem weiteren Satz, der meine Befürchtungen zusätzlich bestätigt:

    Quelle: Polizeipräsidium Nordhessen - Kassel

    POL-KS: Vorläufige Bilanz zu den heutigen Versammlungslagen in Kassel vom 20.03.2021 – 21:10

    https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/44143/4869133

    Dort heißt es:

    "Die Teilnehmer kamen augenscheinlich überwiegend aus dem bürgerlichen Lager und zeigten insgesamt eher keine erkennbare Tendenz zu gewalttätigen Aktionen. Einzelne gezeigte Symboliken, wie gelbe Sterne, wurden dokumentiert, Verstöße im weiteren Verlauf geprüft."

    Wenn die Polizei Demonstranten, die sich gelbe Sterne anheften um damit gegen Corona-Auflagen zu demonstrieren, dem "bürgerlichen Lager" zurechnet, dann muss die Polizei sich ernsthaft die Frage gefallen lassen, wo sie sich dann selbst verortet.

    ... und wieder gelingt es dir nicht, beim Thema zu bleiben.

    MTL, du hattest moniert, ich habe "langweilige" You tube Videos verlinkt, die "das fahrprüfungskorrekte Überholen eines Autobusses" zeigen.

    Du meintest doch diesen Link zu einem Video auf you tube vom Bayrischen Rundfunk?:

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    Und ich hatte den aktuellen Bezug und die damit zusammenhängende Bedeutung des Links nicht nur mit einem älteren, sondern auch mit einem topaktuellen Medienhinweis aus dieser Woche belegt.

    Warum schreibst du jetzt, ich sei damit vom Thema abgewichen?

    Die allgemeine Radwegbenutzungspflicht wurde 1997 aufgehoben und die Anordnung von RWBPen an enge Kriterien geknüpft. Damals war Kohl noch Kanzler und Wissmann (CDU) Verkehrsminister.

    2016, also unter Schwarz-Rot, wurde dann für Radfahrstreifen+außerorts wieder eine Verschärfung beschlossen.

    Das hatte mich auch überrascht, dass die Teil-Abschaffung der Radwegebenutzungspflicht noch vor der rot-grünen Regierungskoalition verabschiedet wurde.

    "War früher die Benutzung rechter (gekennzeichneter und ungekennzeichneter) Radwege Pflicht, so ist diese generelle Radwegebenutzungspflicht durch die sog. Fahrrad-Novelle seit dem 01.10.1998 aufgehoben worden."

    https://verkehrslexikon.de/Texte/Radweg04.php

    "Kabinett Schröder I“ ist eine gängige Bezeichnung für die erste rot-grüne Bundesregierung der Bundesrepublik Deutschland, die vom 27. Oktober 1998 bis zum 22. Oktober 2002 im Amt war. Sie wurde nach der Wahl zum 14. Deutschen Bundestag am 27. September 1998 gebildet und löste das Kabinett Kohl V ab." https://de.wikipedia.org/wiki/Kabinett_…0im%20Amt%20war.

    Kannst du dich da noch an Details erinnern, Gerhart?

    Wurde zum Beispiel diese StVO-Novelle möglicherweise deshalb noch schnell von der alten Regierung verabschiedet, um die Chancen der neuen Regierung zu schmälern, da noch Änderungen einzubauen?

    Oh my. Wahlprogramme für Parteien, die bereits in Parlamenten hocken, sind m.E. sowas von absurd.

    Schauen wir uns doch einfach an, was die Typen bisher getan haben? Fragen wir doch einfach bei bereits existierenden Abgeordneten nach, wie sie zu dem und das stehen? Das ist m.E. viel erhellender. Kennt jemand einen Grünen-Abgeordneten, der für die Abschaffung der Radwegsbenutzungspflicht ist?

    Du wirst zugeben müssen, dass die Möglichkeiten der Grünen, begrenzt waren, wenn es darum ging, die Radwegebenutzungspflicht abzuschaffen. Denn bevor ein Parteiprogramm Regierungsprogramm wird, stehen Koalitionsverhandlungen an.

    Und im Gegensatz zu den Grünen, ist mir bei den anderen Parteien, die es bislang in Regierungen geschafft haben, bislang noch kein großes Engagement bei der Abschaffung der Radwegebenutzungspflicht aufgefallen.

    Immerhin ist noch kurz vor der ersten rot-grünen Koalition 1998 die Radwegebenutzungspflicht dahingehend geändert worden, dass nur noch solche Radwege benutzungspflichtig sind, die mit den entsprechenden Schildern ausgestattet sind. Außerdem wurden Mindestmaße festgelegt. Die mangelhafte Umsetzung ist bekannt. Aber immerhin hat sich an vielen Stellen was getan. In manchen Kommunen mehr, in anderen weniger, wie ja hier im Forum auch immer wieder zu lesen ist.

    Du kannst gerne Abgeordnete danach befragen, wie sie zur Radwegebenutzungspflicht stehen, auch grüne Abgeordnete.

    Zum Beispiel bei Abgeordnetenwatch.de:

    Zum Beispiel an Stefan Gelbhaar:

    https://www.abgeordnetenwatch.de/profile/stefan-gelbhaar

    Hier ein Link zu einer Pressemitteilung von Stefan Gelbhaar auf der Internetseite der Grünen-Bundestagsfraktion:

    Pressemitteilung vom 02.06.2019

    Radverkehr braucht mehr Platz, mehr Geld, mehr Sicherheit

    https://www.gruene-bundestag.de/presse/pressem…mehr-sicherheit

    Ggf. gibt's auch tolle Youtube-Videos dazu, die deutlich unterhaltsamer sind, als das fahrprüfungskorrekte Überholen eines Autobusses.

    Genau diese Haltung, das Vorbeifahren an einem Omnibus, der mit Warnblinklicht an der Haltestelle hält, müsse nur in der Fahrprüfung korrekt ausgeführt werden, hat in Hannover 2014 einem neunjährigen Mädchen das Leben gekostet: "Die neunjährige war am Dienstagnachmittag am Endhaltepunkt der Stadtbahn in Laatzen-Mitte aus einem Linienbus der Üstra gestiegen und vor dem Bus auf die Straße in Richtung Stadtbahn gelaufen, ohne auf den Verkehr zu achten. Der 26 Jahre alte Fahrer des Golf konnte nicht mehr bremsen. Der Wagen erfasste die Neunjährige, das Mädchen starb kurz nach dem Unfall in der Medizinischen Hochschule Hannover." HAZ vom 7.6.2014 https://www.haz.de/Umland/Laatzen…fall-in-Laatzen

    Zu allem Überfluss betreibt der Autor des HAZ-Artikels auch noch Opfer-Beschuldigung, indem er der Neunjährigen vorwirft, sie habe nicht auf den Verkehr geachtet. Dabei ist in einer solchen Situation in der StVO eindeutig geregelt, dass an dem Omnibus nur in Schrittgeschwindigkeit vorbeigefahren werden darf und Fußgänger nicht behindert werden dürfen:

    StVO §20, Abs. 4: "An Omnibussen des Linienverkehrs und an gekennzeichneten Schulbussen, die an Haltestellen (Zeichen 224) halten und Warnblinklicht eingeschaltet haben, darf nur mit Schrittgeschwindigkeit und nur in einem solchen Abstand vorbeigefahren werden, dass eine Gefährdung von Fahrgästen ausgeschlossen ist. Die Schrittgeschwindigkeit gilt auch für den Gegenverkehr auf derselben Fahrbahn. Die Fahrgäste dürfen auch nicht behindert werden. Wenn nötig, muss, wer ein Fahrzeug führt, warten."

    Und weil es in diesem Thread um Medienhinweise in der Woche vom 15.3 bis zum 21.3.2021 geht, und um dem möglichen Vorwurf zuvorzukommen, ich würde hier "alte Geschichten aufwärmen" bringe ich noch diesen aktuellen Medienhinweis auf einen Bericht des Nordkuriers von dieser Woche, nämlich vom 17.3.2021 mit dem Titel:

    "AN BUSHALTESTELLE - Junge (16) bei Verkehrsunfall in Rostock schwer verletzt"

    In dem Bericht heißt es:

    "Ein Jugendlicher ist Dienstagabend bei einem Verkehrsunfall in Rostock schwer verletzt worden. Laut der Polizei ist er von einem Auto erfasst worden, als er aus einem Bus gestiegen ist und die Straße überqueren wollte.

    Gegen 19 Uhr hielt der Bus an der Haltestelle Markt Reutershagen, das Warnblinklicht war eingeschaltet. Der 16-Jährige stieg aus und lief anschließend vor den Bus, um die Straße zu überqueren. Infolgedessen wurde er von dem Auto eines 20-Jährigen erfasst, welcher am Bus vorbeifuhr. Der Jugendliche fiel auf die Straße und verletzte sich schwer."

    https://www.nordkurier.de/mecklenburg-vo…1742812203.html

    Auch in diesem Bericht betreibt der Autor Opferbeschuldigung. Der Junge ist ja nicht deshalb von dem Auto erfasst worden, weil der Junge vor den Bus gelaufen ist, sondern der Junge ist deshalb von dem Autofahrer verletzt worden, weil der zu schnell und/oder zu unachtsam an dem Bus vorbeigefahren ist, so dass der Autofahrer den Jungen nicht nur behindert, sondern sogar angefahren hat. Diese Art der Berichterstattung erweckt den Verdacht der "Autofahrenden-Kumpanei".

    Oh my. Wahlprogramme für Parteien, die bereits in Parlamenten hocken, sind m.E. sowas von absurd.

    Schauen wir uns doch einfach an, was die Typen bisher getan haben? Fragen wir doch einfach bei bereits existierenden Abgeordneten nach, wie sie zu dem und das stehen? Das ist m.E. viel erhellender. Kennt jemand einen Grünen-Abgeordneten, der für die Abschaffung der Radwegsbenutzungspflicht ist?

    Drei Beispiele:

    Düsseldorf, Antrag der Grünen-Fraktion im Stadtrat, 24. April 2020:

    "Mehr Sicherheit durch die zügige Aufhebung der Radwegebenutzungspflicht

    Sehr geehrter Herr Volkenrath,

    die Ratsfraktionen von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und SPD bitten Sie, folgenden Antrag auf die Tagesordnung der Sitzung des Ordnungs- und Verkehrsausschusses am 05. Mai 2020 zu nehmen und abstimmen zu lassen:

    Der Ordnungs- und Verkehrsausschuss beauftragt die Verwaltung, zügig die Radwegebenutzungspflicht im Stadtgebiet Düsseldorf aufzuheben. Damit wird Radfahrenden die Wahlfreiheit gegeben, selbst zu entscheiden, ob sie den Radweg oder die Straße benutzen."

    Quelle: https://www.gruene-duesseldorf.de/ovaantrag-mehr…utzungspflicht/

    "Der Fahrradclub ADFC begrüßt den Vorstoß der Grünen. Derweil beurteilt die VWG den Antrag der Ratsfraktion skeptisch.

    OLDENBURG Die Radfahrer sollen noch häufiger auf der Straße fahren dürfen. Für die Aufhebung der Radwegebenutzungspflicht setzen sich die Grünen ein. Per Antrag zur nächsten Sitzung des Verkehrsausschusses soll die Verwaltung beauftragt werden, die Straßen hinsichtlich der Benutzungspflicht zu überprüfen und diese gegebenenfalls aufzuheben. Ergebnisse will die Ratsfraktion der Grünen bis Ende April sehen."

    Quelle: Nordwest Zeitung Online vom 8.1.2014: Grüne wollen Radfahrer auf Straße holen

    https://www.nwzonline.de/oldenburg/grue…1309176802.html

    "Hannovers Radfahrer sollen auf die Straße (Straße = umgangssprachlich für Fahrbahn)

    Radfahrer sollen sich in Hannover freier bewegen können und künftig nicht länger auf Radwege verwiesen sein, sondern gleichberechtigt mit den Autofahrern alle Straßen mitbenutzen dürfen. So fordert es die Fraktion der Grünen im Stadtrat."

    Quelle: HAZ vom 22.7.2011,

    https://www.haz.de/Hannover/Aus-d…auf-die-Strasse

    Bitte hör auf über Sachen zu philosophieren, von denen du offensichtlich wirklich nichts verstehst oder bei denen dein Informationsstand 40 Jahre zurück datiert.

    Was wird das denn hier? Altersdiskriminierung?

    Es ist ja leider so, dass gerade im Verkehrsbereich vor 40 und mehr Jahren Entwicklungen angeschoben wurden, von denen damals schon viele sagten, dass es eine Fehlentwicklung ist, die "autogerechte Stadt" zum Beispiel. Und es gab immer schon die Versuche, wenigstens die ganz krassen Spitzen der Fehlentwicklungen zu entschärfen.

    Und leider sind bei verschiedenen Themen zur Verbesserung der Verkehrssituation bis heute diese Bemühungen immer wieder zur Erfolgslosigkeit verdammt. Und bisweilen weiß man nicht, warum das eigentlich so ist.

    Aktuelles Beispiel, eine Meldung von dieser Woche: "Das emotional besetzte Thema Tempolimit streifen die Grünen in ihrem Programmentwurf nur kurz – und nennen es vorsichtshalber lieber ein „Sicherheitstempo von 130 Stundenkilometern“, das künftig auf Autobahnen gelten soll. Zitat aus einem Bericht über das Wahlprogramm der Grünen zur Bundestagswahl 2021 in der faz.net vom 19.3.2021. https://www.faz.net/aktuell/wirtsc…l-17253221.html

    Wie gut (oder schlecht) die Chancen stehen, tatsächlich Tempo 130 auf Autobahnen erfolgreich in Koalitionsverhandlungen durchzusetzen, wird leider nicht weiter thematisiert in dem Artikel. Aber der FAZ-Hinweis darauf, dass in dem Wahlprogramm-Entwurf von einem "Sicherheitstempo" gesprochen wird, ist richtig: siehe S. 17:

    "Für die Autobahnen wollen wir ein Sicherheitstempo von 130 Stundenkilometern." https://cms.gruene.de/uploads/docume…rammentwurf.pdf

    Wird mit der zitierten Formulierung der Boden dafür bereitet, dass nach möglichen Verhandlungen mit den Unionsparteien am Ende ein "Sicherheitstempo" von 180 km/h rauskommt?

    Zur Erinnerung:

    "Die Debatte darum, ob man das Tempo auf den Straßen begrenzen sollte, wurde im Sommer 1957 emotional geführt. Mütter beklagten den Tod ihrer Kinder, die beim Spielen von Autos überfahren wurden; Gegner gaben mangelnden Fahrfähigkeiten einzelner Autobesitzer die Schuld. Autolobbyisten erklärten gar zynisch, der Fortschritt der Zivilisation koste auch Opfer. In der Wirtschaftswunderära hatte es Oskar Rümmele schwer. Der CDU-Politiker aus dem Schwarzwald – Mitte der Fünfzigerjahre Vorsitzender des Verkehrsausschusses im Bundestag – regte damals eine Begrenzung der Geschwindigkeit auf 50 km/h innerorts, auf 80 km/h auf Landstraßen und auf 90 km/h auf Autobahnen an. Er wurde als Landei verspottet, das Angst vor dem Verkehr habe. Am Ende konnte er sich nur mit Tempo 50 in Ortschaften durchsetzen."

    "Oskar Rümmele hätte es auch heute schwer", in: Die Zeit vom 2.2.2019

    https://www.zeit.de/mobilitaet/201…verkehr/seite-2

    Das war vor 55 Jahren! Immerhin: Damals wurde die Forderung nach einem Tempolimit mit der Polemik begegnet, dass das eine Forderung der rückständigen Landbevölkerung sei. Heute wird von Teilen der Bevölkerung im ländlichen Raum argwöhnisch auf diejenigen Städter geschaut, die die Autofreie Stadt fordern.

    Das einzig Richtige wäre jetzt, sein Entsetzen und Mitgefühl auszudrücken oder einfach die Klappe zu halten. Den Rest erledigen die zuständigen Behörden.

    Was Eltern, die grade ihr Kind verloren haben am wenigsten brauchen können, ist eine Öffentlichkeit, die sensationsgeil, jede Einzelheit des Unfalls beleuchtet, um so schnell wie möglich jemanden zu finden, auf den man mit dem Finger zeigen kann.

    Die drei weiter oben von mir zitierten Berichte sollten zeigen, dass es unterschiedliche Darstellungen des Unglücks gab. Die den Medien so gerne (leider mitunter zu Recht) unterstellte Sensationslust oder das Profitstreben kann ich in den von mir weiter oben zitierten Medienberichten nicht erkennen. Woran machst du das fest?

    Und ich denke auch nicht, dass "jetzt einfach die Klappe zu halten" das Richtige wäre. Worin ich dir allerdings zustimme: "Was Eltern, die grade ihr Kind verloren haben am wenigsten brauchen können, ist eine Öffentlichkeit, die sensationsgeil, jede Einzelheit des Unfalls beleuchtet, um so schnell wie möglich jemanden zu finden, auf den man mit dem Finger zeigen kann."

    Das bedeutet aber nicht: "jetzt einfach die Klappe halten." Die hannoversche Lokalpresse, deren Artikel dazu nur in der Print-Ausgabe erschienen sind, im Internet hinter der Bezahlschranke, stellt die richtigen weitergehenden Fragen, zu denen jetzt nicht geschwiegen werden darf:

    Die HAZ berichtet in ihrer Printausgabe vom 19.3.2021, dass es am Standort der betroffenen Kita offenbar grundsätzlich zwei Probleme gäbe, die den Verkehr vor Ort betreffen. Der Wendehammer ist regelmäßig von Autos zugeparkt, obwohl dort ein absolutes Halteverbot gilt. Und trotzdem im Eingangsbereich der Kita mehrere große Schilder auf das Parkverbot hinweisen. Dort findet sich auch der Hinweis, dass bei einer zugeparkten Fläche im Notfall ein Rettungswagen nicht durchkommen würde.

    Ferner heißt es in der HAZ: "Eine Anwohnerin berichtet zudem, dass viele Eltern ihre Kinder regelmäßig mit dem Auto zur Kindertagesstätte bringen und sie am Nachmittag auch mit dem Wagen wieder abholen. „Zu Stoßzeiten ist hier kein Durchkommen“, sagt eine Betroffene. Auch Gespräche mit der Kita-Leitung, die Eltern darum zu bitten, ihre Kinder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu bringen, oder wenigstens weiter weg zu parken, hätten nichts gebracht, sagt die Anwohnerin."

    HAZ-Printausgabe vom 18.2020: "Kleinkind wird vor Kita von Auto überrollt und stirbt"

    Und in einem weiteren längeren Absatz in diesem Artikel berichtet die HAZ über die Probleme mit Elterntaxis:

    Demnach kämpfen Stadt und Polizei bereits seit Jahren gegen die sogenannten Elterntaxis. Es folgen Hinweise auf zahlreiche Polizeikontrollen und etliche Ratssitzungen, in denen das Thema Elterntaxis bereits behandelt wurde.

    Und es erfolgt der Hinweis auf das Projekt an der Albert-Schweitzer-Schule in Limmer wo bereits seit 2017 mit der Einführung eines Park- und Halteverbots vor dem Schulgebäude erfolgreich gegen die Elterntaxis vorgegangen wird.

    Auf diese Berichterstattung wird in dem Artikel hingewiesen:

    https://www.haz.de/Hannover/Aus-d…bei-Elterntaxis

    https://www.haz.de/Hannover/Aus-d…Elterntaxis-aus

    Vielleicht hätte der HAZ-Artikel auch noch deutlicher herausstellen können, dass solche Projekte, die sich gegen das Eindämmen des "Elterntaxi-Unwesens" richten, oft zu heftigen Anfeindungen gegen die Initiatoren und gegen Ordnungskräfte führen. Hier ein Zitat aus einem Bericht aus der Hamburger Morgenpost vom 11.9.2019:

    „Elterntaxi“-Streit bei Hamburg eskaliert Polizeischutz für Behörden-Mitarbeiter!

    "Früh am Morgen werden die Kinder eingeladen und ab geht's zur Schule – bis vor den Schulhof geht die Fahrt. Die so genannten „Elterntaxis“ nehmen schon seit langem Überhand, eingerichtete Bring- und Abholzonen werden gekonnt ignoriert. In Geesthacht bei Hamburg ist die Situation jetzt eskaliert. Ordnungsamt-Mitarbeiter, die falsch parkende Eltern aufschreiben, werden dort bepöbelt und bedroht. Sogar die Polizei ist im Einsatz, um den Ordnungsdienst zu schützen."

    https://www.mopo.de/im-norden/schl…eiter--33145328

    Aber schlimmer noch als die Eltern, die lautstark Ordnungskräfte anpöbeln sind möglicherweise diejenigen, die ganz einfach die wohlmeinenden Hinweise an sich abperlen lassen oder Projekte gegen Elterntaxis dadurch sabotieren, dass sie diese Projekte stillschweigend durch Ignorieren unterminieren. Warum auch zu Fuß gehen, das Auto ist ja so praktisch und sicher. Dass es nicht sicher ist zeigen immer wieder zahlreiche Beinahe-Unfälle und wenn dann so was wie in Bothfeld passiert, soll nicht darüber berichtet werden? Das wäre meines Erachtens nicht richtig.

    Und es ist auch wichtig, die oft sehr scheinheiligen Sicherheits-Versprechen der Autoproduzenten aufzudecken, deshalb hatte ich darauf hingewiesen, dass Volvo sich damit brüstet, dass vier HD-Kameras beim Einparken helfen und das Auto mit Assistenz-Systemen ausgestattet ist. Und auch die möglichen Gefahren einer Automatikschaltung ist kein Tabuthema in diesem Zusammenhang.

    Wenn man nicht auf P stellt, dann setzt sich das Fahrzeug in Bewegung, wenn man von der Bremse geht. Und ich mutmaße, dass genau das passiert ist.

    Also ganz einfach ein "Anwenderfehler". Assistenzsysteme hätten den Unfall dann ggfs. verhinden können/müssen.

    Also bei dem "daf", den die Gemeindekrankenschwester meines Herkunftortes fuhr, war das vermutlich anders.

    "Der DAF 44 war ein innovativer Kleinwagen. Er eignet sich nicht zum Rasen, ... sein luftgekühlter Zweizylinder-Boxermotor leistet zwischen 34 und 40 PS (...) Der Clou des Wagens ist sein Variomatic-Getriebe, eine spezielle Form der Vollautomatik, bei der sich die Übersetzung mittels einer Fliehkraftkupplung und eines Keilriemens stufenlos ändert – ganz ohne zu schalten.

    https://www.welt.de/motor/modelle/…-vorwaerts.html

    Ich erwähne das hier, weil ich vermute, dass Autos mit deutlich höheren PS-Zahlen in der Regel eine andere Form von Automatikgetriebe haben. Ich vermute, dass ein daf nicht einfach losfährt, wenn man von der Bremse geht.

    Was noch in dem Welt-Artikel steht:

    "DAF war der einzige niederländische Hersteller mit einheimischer Großproduktion, im 60 Kilometer von Eindhoven entfernten Born. 1967 lief dort der erste DAF vom Band. (...)

    Fünf Jahre später stieg Volvo ein. Schließlich übernahmen die Schweden die gesamte Autosparte von DAF und bauten den Volvo 66 (eigentlich ein DAF 66) und den Volvo 340/360 im Borner Werk."