Stuttgart ist aus Sicht von Fußgänger*innen an ganz vielen Stelle ein solch ausgemachtes "Drecksnest"
, das sich ganz allein einem möglichst schnell dahin rasenden Autoverkehr verpflichtet fühlt, das wahrscheinlich eine Terrakotta-Armee mit vielen Tausend blauen Polizeimännchen nicht ausreichen würde, um Fußgänger davor zu warnen, dass sie an jeder Ecke Gefahr laufen tot gerast zu werden. Leider hat auch ein 8 Jahre lang in Stuttgart regierender grüner Bürgermeister den Augiasstall nicht groß ausmisten können.
Beiträge von Ullie
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Ärgerlich an dieser Art Berichterstattung ist die Methode der Autoren, stets zu generalisieren, wenn es um die Betroffenheit von Maßnahmen geht, die als gegen den Autoverkehr gerichtet interpretiert werden können.
"Die Umsetzung der Velorouten im Stadtgebiet von Hannover sorgt in einzelnen Stadtbezirken für Verdruss bei Anliegern. Eine Anfrage der Wählergemeinschaft Die Hannoveraner in der jüngsten Ratsversammlung bestätigt nun, dass es einen Ausgleich aller Verkehrsteilnehmer bei der Umsetzung nicht geben wird – vor allem fallen Parkplätze weg." So heißt es in dem von Malte verlinkten Neue Presse Artikel.
Angeblich sorgt der Wegfall von Parkplätzen also für Verdruss bei Anliegern. Das mag zutreffen oder nicht. Fest steht jedenfalls, dass es auch Anwohner gibt, die sich über eine Umwandlung von Parkflächen in breitere Fuß- und Radwege freuen, dafür schon lange gekämpft haben und oft genug abschlägig beschieden worden sind.
Wenn dann aber oft nach vielen, vielen Jahren tatsächlich einmal ein oder mehrere Autoabstellplätze umgewandelt werden zu Fuß- und/oder Radwegen, dann erfolgt eine Darstellung in den Medien, die den Eindruck erwecken soll, dass da jetzt was ganz Schlimmes passiert sei, und die Verwaltung gegen die Interessen der gesamten Bürgerschaft gehandelt habe.
Viel zu selten erlebt man einen verantwortungsbewussten Journalismus, bei dem die Autoren auch die zu Wort kommen lassen, die oft jahrelang für Verbesserungen für den Rad- und Fußverkehr gekämpft haben.
Übrigens ist es nicht einmal allen Bürger*innen in Hannover bekannt, was für eine schäbige rechtspopulistische Partei die im Text erwähnte "Wählergemeinschaft Die Hannoveraner" ist.
Die taz bezeichnet die in dem Artikel so genannte "Wählergemeinschaft Die Hannoveraner" völlig zutreffend als "rechtspopulistische Wählergemeinschaft" https://taz.de/Rassistische-W…nover/!5324727/
Hier ein Link zu einem Plakat der "rechtspopulistischen Wählergemeinschaft" zur Verkehrspolitik:
https://1.bp.blogspot.com/-juFqiAA7g88/Tl6EYiqetKI/AAAAAAAAGGA/0pFbn8SyVcU/s1600/2011_07310157.jpg
In dem gesamten Neue Presse Artikel (ich habe ihn im press reader nachgelesen) wird an keiner Stelle darauf hingewiesen, um was für eine schäbige rechtspopulistische Partei es sich handelt bei der "Wählergemeinschaft Die Hannoveraner". Wer selbst im press reader nachlesen will, es ist die NP-Print-Ausgabe vom 31.1.2022.
Die Überschrift in der Print-Ausgabe lautet: "Die Zweifel werden größer"
Bei mir wachsen nicht die Zweifel an einer Verkehrspolitik, die nicht länger das Auto in den absoluten Mittelpunkt stellt, sondern bei mir wachsen massiv die Zweifel an der Seriosität der Neuen Presse Hannover.
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Hatten wir eigentlich schon mal irgendwo hier fallen lassen, dass die FDP die so genannte Ampel-Kooperation in der Kieler Ratsversammlung aufgelöst hat? Unter anderem, weil zu viele Parkplätze der Vernichtung zugeführt werden:
In Hannover löste sich die Rot-Gelb-Grüne Koalition auf, nachdem es bei den letzten Kommunalwahlen für Rot-Grün ohne Gelb reichte. In der Opposition angekommen beschimpfte die FDP im Zusammenhang mit einem Rückbau von Autoparkplätzen in einer Fahrradstraße den alten Koalitionspartner:
"Die FDP im Rat schäumte: „Wer Grün wählt, muss mit der Grünen-Diktatur leben“, sagte deren Fraktionschef Wilfried Engelke, schreibt die Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ)."
aus: taz vom 21.1.22 "Fahrradfreundliche Stadt: Hannover opfert Parkplätze
Gutes Vorbild: Die Stadt Hannover räumt Autos und ihren Stellplätzen nicht mehr zwangsläufig Vorrang ein."
Fahrradfreundliche Stadt: Hannover opfert ParkplätzeGutes Vorbild: Die Stadt Hannover räumt Autos und ihren Stellplätzen nicht mehr zwangsläufig Vorrang ein.taz.de -
Am liebsten wären mir natürlich keinen einzigen Tag länger irgendwelche Corona-Eindämmungs-Bestimmungen, wenn es denn verantwortbar wäre.
Wenn ich mir allerdings gerade Söders Impfpflicht-Taktiererei ansehe mit seinem berechnenden Blick und seinem Adjutanten Merz, dann wünsch ich mir die nächste Welle geradezu herbei. Und zwar eine die Söders und Merz's Vabanque-Spiel so was von scheitern lässt, dass uns beide zukünftig im Fernsehen erspart bleiben.
https://pbs.twimg.com/media/FLIzmMmXMAAiW5m.jpg
Oder hat Merz Söder erst befeuert, so dass der sich so weit aus dem Fenster lehnt, dass er abzustürzen droht? Während Merz darauf hofft im Falle eines Fiaskos seine Hände in Unschuld waschen zu können, weil er anders als Söder nicht die direkte Verantwortung für ein Land trägt? So oder so ist es eine zynische und verantwortungslose Politik-Intrige, die die Gefahr von hohen Opferzahlen und noch mehr Vertrauensverlust in Kauf nimmt.
Dir taz vom 8.2.2022 dazu:
"Die Ansage des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder, die einrichtungsbezogene Impfpflicht – ein Bundesgesetz, das die Union mit beschlossen hat und das am 15. März in Kraft tritt – in Bayern zunächst auf Eis zu legen, ist vor allen eines: verantwortungslos. Und dass Friedrich Merz, der neue CDU-Chef und künftige Vorsitzende der Bundestagsfraktion, Söder dabei auch noch unterstützt, indem er die Debatte weiter anheizt, lässt nicht viel Gutes erwarten."
Union zur Impfpflicht für Pflegeberufe: Verantwortungslose ProfilierungDie Union wollte konstruktive Oppositionsarbeit machen. Doch Söders Ausscheren bei der Impfpflicht zeigt: Im Zweifel geht es ihr nur um Machtpolitik.taz.de -
Habe mir gerade noch mal den Kreisel aus meinem letzten Beitrag angesehen.
Tatsächlich gibt es dort eine Ausfahrt aus dem Kreisel, die für Fahrräder und Mopeds verboten ist. Es gibt auch keinen parallel geführten Fahrrad- und Mopedweg. Die Straße ist aber auch nicht als Kraftfahrtstraße ausgeschildert.
Siehe hier:
Google MapsFind local businesses, view maps and get driving directions in Google Maps.www.google.deAuch im angeblichen "Fahrrad-Vorzeigeland Holland", in den Niederlanden, gibt es fiese Beispiele dafür, dass es mit der angeblichen Fahrrad-Vorzeigeinfrastruktur auch nicht überall so weit her ist.
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Manchmal bleibt einem fast keine andere Wahl als links herum durch den Kreisverkehr zu fahren. So wie ich hier in Schwarmstedt (YouTube). Hier nochmal in Google Maps (offenbar da noch in Bau)
Solche Kreisel außerorts, bei denen außenherum ein Fahrradweg geführt wird, der in beide Richtungen benutzt werden darf (bzw. muss), gibt es auch in den Niederlanden.
Hier einer bei Groningen:
Google MapsFind local businesses, view maps and get driving directions in Google Maps.www.google.deInteressant an dem Kreisel sind die gewaltigen Betonquader, die auf der roten Schürze rund um die Kreiselmitte liegen. Diese rot gestaltete Schürze darf nicht vom PKW-Verkehr benutzt werden, sondern dient ausschließlich den inneren Rädern großer Nutzfahrzeuge als Lauffläche.
Die gewaltigen Betonquader, sind sicher nicht einem LKW von der Ladfläche gefallen, sondern dienen vermutlich dazu, allzu schnelle Kreiseldurchfahrten mit Abkürzungen über die rote Schürze, die breiten LKW vorbehalten ist, zu unterbinden. (Allerdings werdensie so den LKW zum Hindernis.)
Und auch in den Niederlanden gibt es außerorts Kreisel, bei denen die Fahrradfahrer*innen wartepflichtig sind gegenüber dem Verkehr, der in den Kreisel hineinfährt oder den Kreisel verlässt.:
Dieser ist ebenfalls in der Nähe von Groningen:
Google MapsFind local businesses, view maps and get driving directions in Google Maps.www.google.de -
Warum nicht?
Es ist nicht originäre Aufgabe der Lehrer den Gesundheitsschutz der Schüler sicherzustellen. Auch wenn von Seiten der Politik mitunter fleißig versucht wurde, ihnen diesen schwarzen Peter zuzuschieben.
Eine Lehrerin oder Lehrer leistet Erziehungsarbeit und Bildungsarbeit. Gesundheitserziehung ist ein wichtiger Teil der Erziehungsarbeit. Es ist eine originäre Aufgabe der Lehrenden. Ein Lehrer studiert Erziehungswissenschaft. Die bekannte Lehrergewerkschaft heißt GEW (=Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft).
Zum Schutz der Gesundheit vor einer zu starken Ausbreitung von Covid 19 wurden Gegenmaßnahmen beschlossen.
Dazu gehört zur Zeit das Tragen von FFP2-Masken im Unterricht.
Da kann ein Lehrer nicht einfach eigene Regeln beschließen oder geltende Regeln einfach ignorieren, bzw. deren Befolgung alleine der Beliebigkeit der Schülerinnen und Schüler überlassen.
"Erziehungsauftrag bezeichnet die an Eltern und Staat gerichtete Forderung, Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung zu fördern und zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu erziehen."
"Das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg hat die außerordentliche Kündigung eines brandenburgischen Grundschullehrers für wirksam erklärt, der die Maskenpflicht abgelehnt hatte."
Berliner Zeitung vom 8.10.2021
Gericht: Lehrer wegen Masken-Verweigerung zurecht gekündigtIn einer E-Mail hatte der Mann die Maskenpflicht als Nötigung, Kindesmissbrauch und Körperverletzung bezeichnet und sich geweigert, selbst eine Maske zu tragen.www.berliner-zeitung.de -
Da fährt also ein Radfahrer auf dem linksseitigen Radweg von Einmündung A zu Einmündung B.
Und bei Einmündung B biegt der Radfahrer in die B-Straße links ab.
Frage: wie viele Fahrbahnen quert der Radfahrer dabei?

Wer zum Beispiel von der Charlottenstraße (Tempo 30 Zone Wohngebiet) kommt und im Supermarkt einkaufen will, der kann auf dem Allerweg (Hauptverkehrsstraße, Tempo 50) mit dem Fahrrad auf dem Hin- und Rückweg auf der blau eingezeichneten Seite fahren, dort gibt es einen Zweirichtungs-Angebotsradweg.
Auf dem Hinweg zum Supermarkt muss der Allerweg nicht 2x überquert werden.
Viele Fahrradfahrer*innen machen von dieser Möglichkeit Gebrauch.
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In Hannover wird über die von Malte verlinkte Spiegelartikel-Frage heiß diskutiert:
Die Geschäftsleute spielen ganz klar die Corona-Karte. Bei jeder Diskussion wird das Ende der Inhaber-geführten Geschäfte bedauert und von den Vertretern solcher Geschäfte die feindselige Haltung der Grünen gegen den Autoverkehr verantwortlich gemacht.
Immerhin wird hin und wieder die Frage laut, ob die aktuelle Situation vergleichbar sei mit den 60er und 70er Jahren, als der erste große Welle des Autowahns die Stadt überspült hatte.
Damals sahen die Stadtplaner das Heil darin, den Straßenbahnverkehr unter die Erde zu verbannen und den Autoverkehr in Richtung große Parkhäuser zu kanalisieren.
Der Einkaufsstandort wurde zumindest zunächst erst mal durch die Einrichtung der größten Fußgängerzone Deutschlands gesichert. Zumindest dachte man das damals und zunächst schien die Rechnung auch aufzugehen.
Immerhin erinnern sich jetzt einige daran, dass damals jeder Quadratmeter Fußgängerzone und jede Straße die vom Autoverkehr entlastet wurde, wütend bekämpft wurde mit genau den Argumenten, die heute wieder vorgetragen werden: Die Inhaber-geführten Geschäfte drohen Pleite zu gehen, wenn die Kunden nicht mehr direkt bis vor die Ladentür mit dem Auto vorfahren können.
Ich habe allerdings den Verdacht, dass diese Inhaber-geführten Geschäfte tatsächlich keinen so großen Anteil am Handel hatten, wie sie gerne von sich behaupten.
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Aus Sicht der anordnenden Behörde gibt es immer gute Gründe für die Anordnung der Bpflicht/Freigabe

Dass aber die "eigene Sicht" nicht zwingend mit objektiven Gefahren oder geltenden Normen und Vorgaben in Einklang gebracht wird, seh ich z.B. mal wieder hier im Faden.

Ich bin ja keine Behördenvertreter, aber als außenstehender Beobachter und interessierter Laie würde ich jetzt nicht unbedingt sagen, dass die Verkehrsbehörde in Hannover immerzu reine Willkürentscheidungen trifft und anordnet mit keinem anderen Ziel als den Fahrradfahrer*innen das Leben schwer zu machen.
Das Problem mit der Benutzungspflicht ist dadurch zu lösen, dass ein Fahrradweg mit einem alleinstehenden Fahrradsymbol gekennzeichnet wird.
Hier ist ein Zweirichtungsradweg so gekennzeichnet. Das ermöglicht dem Radverkehr ganz ordnungsgerecht die Fahrbahn zu benutzen. Es gibt keine Benutzungspflicht für den Fahrradweg.
Eine Gefahrenabwägung hat ebenfalls stattgefunden. Es gibt beidseitig einen Zweirichtungsradweg an dieser Straße (Allerweg), die zwei Stadtteile trennt. Dort fahren häufig Fahrradfahrer nur von einer Querstraße zur nächsten oder übernächsten. Dafür müssten sie entweder beim Hinweg oder beim Rückweg zweimal die Straße queren, wenn es keine Zweirichtungs-Angebotsradwege gäbe. Das beinhaltet ebenfalls Gefahren.
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An der Vokabel "Geisterradler" mag man sich stören, aber dass das Fahren auf einem Radweg entgegengesetzt der auf der Fahrbahn üblichen Fahrtrichtung wesentlich unfallträchtiger ist (sowohl absolut als auch umso mehr pro gefahrene km) als Radfahren auf der Fahrbahn oder im rechten Seitenraum müsste vielen Verkehrsteilnehmern, die sich wenig Gedanken um eine sicherheitsorientierte Flächenwahl machen, erst einmal vermittelt werden. Um das in die Köpfe zu bekommen, bevor sie auf einer Windschutzscheibe oder dem Asphalt aufschlagen, ist der Begriff "Geisterradler" durchaus geeignet.
Meiner Tochter habe ich das Linksfahren nicht verboten, das wäre auch zwecklos, habe ihr aber eingeschärft "Wenn du schon links fährst, dann musst du doppelt so vorsichtig sein wie rechts ..." Und unsere/ihre Erfahrungen haben meinen Rat bereits mehrfach bestätigt.
Kann ich im Großen und Ganzen unterschreiben. Den Begriff Geisterradler halte ich allerdings wirklich für unangebracht.
Fahrradwege, die für beide Fahrtrichtungen frei gegeben sind, werden ja nicht einfach so in die Landschaft geschmissen. (Zumindest sollte das nicht der Fall sein.) In Hannover gibt es in der Regel gute Gründe dafür, wenn ein Fahrradweg für beide Fahrtrichtungen frei gegeben ist.
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"Nö.
Tempolimits sind Streckenverbote und gelten auf derselben Straße
- bei einer Kombi mit Gefahrenzeichen bis zum Ende der Gefahr
- über die angegebene Strecke (Zusatzzeichen)
- bis zur Aufhebung (gelten auch weite, wenn was anderes einmündet, die Einbieger können aber ggfs. nicht belangt werden, wenn eine Wiederholung fehlt) durch Endzeichen oder neues Limit
- bis zum Ende der Straße, denn wenn man abbiegt, gilt es nicht mehr
Die Straße endet am Kreisverkehr, dort biegt man nach rechts ab auf eine neue unendlich lange Straße und beim ausfahren (auch "geradeaus") ist es wieder eine neue Straße, dort müsste ein neues Limit angeordnet werden.
Anders ginge es auch nicht, da ja Straßen mit unterschiedlichen Limits auf den Kreisel zulaufen könnten, dann müsste sonst der eine mit 30 durch, während der andere mit 100 durch darf ...
Und eigentlich könnte doch auch § 3 (3) gelten:
"Diese Geschwindigkeitsbeschränkung gilt nicht auf Autobahnen (Zeichen 330.1) sowie auf anderen Straßen mit Fahrbahnen für eine Richtung, die durch Mittelstreifen oder sonstige bauliche Einrichtungen getrennt sind. Sie gilt ferner nicht auf Straßen, die mindestens zwei durch Fahrstreifenbegrenzung (Zeichen 295) oder durch Leitlinien (Zeichen 340) markierte Fahrstreifen für jede Richtung haben."
Also völlig unbegrenzt?! Vom Gegenverkehr ist man ja getrennt ... ;)"
Zitat von Mueck vom 8.2.22 aus dem Thread Youtube-Highlights
Ich habe das Zitat mal hier rüber gerettet, weil ich den Hinweis auf das (nicht vorhandene?) Tempolimit im Kreisverkehr so spannend finde. In Hannover gibt es ja sehr große Kreisverkehre. Ich werde bei Gelegenheit mal nach Tempolimit-Schildern Ausschau halten.
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Entdeckt beim Stöbern auf Googlemaps-streetview:
Eine Tempo 15 Zone im Bereich einer Schule innerhalb einer Tempo 30 Zone.
Ort: 33 Galileïplantsoen in Amsterdam, Nordholland
Google MapsMit Google Maps lokale Anbieter suchen, Karten anzeigen und Routenpläne abrufen.www.google.comKönnte ja auch Vorbild für Deutschland sein!
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Ich mag ja lieber Rehrücken (die Kuchenvariante) als Elbrücken.
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yay, Geisterradler.
Das ist da eh schon alles so knapp bemessen, dass sich verschieden schnelle Radfahrer kaum gegenseitig überholen können. Und mit Gegenverkehr wird das nicht besser.
"Geisterradler" ist ein Ausdruck, der abgeleitet ist von "Geisterfahrer". Geisterfahrer wiederum sind Autofahrer, die die Autobahn in die falsche Fahrtrichtung benutzen. Das ist vom Gefahrenpotenzial so viel höher als das Fahren auf einem Radweg entgegengesetzt der auf der Fahrbahn üblichen Fahrtrichtung, dass ich den Begriff für völlig ungeeignet halte in der Diskussion über eine gute Radverkehrsinfrastruktur.
Außerdem ist es auf der Autobahn nicht üblich, die Fahrbahnen in Gegenrichtung zu nutzen. Nur in Fällen, in denen die Autobahn einseitig gesperrt ist, ist es üblich einige Mittelleitplanken zu entfernen und auf der Gegenfahrbahn eine Umleitung einzurichten. Die ist dann aber entsprechend markiert und oft ist eine provisorische Mittelleitplanke aus Betonelementen aufgebaut worden.
Siehe Bild auf der Internetseite von Motortalk vom 21.6.2016
https://i.ebayimg.com/00/s/ODI0WDEyODA=/z/~wAAAOSwtwVcoAg2/$_10.JPG
Ganz wichtig: Auf Autobahnabschnitten mit Baustellen, wo das Fahren in Gegenrichtung gestattet ist, ist die zulässige Höchstgeschwindigkeit deutlich reduziert!
Und niemand käme auf die Idee, die Autofahrer, die in einem solchen Baustellenabschnitt aufgrund der Baustellenregelung entgegen der sonst üblichen Richtung fahren, als "Geisterfahrer" zu bezeichnen.
Deshalb hat der Begriff "Geisterradler" schon mal ganz und gar keine Berechtigung für Radfahrer, die einen Fahrradweg benutzen, der für beide Fahrtrichtungen freigegeben ist. Das ist zwar auch nicht üblich, kommt jedoch häufig ganz regulär vor, und nicht wie auf der Autobahn nur ausnahmsweise im Baustellenbereich.
Hier ist ein wirklich einspuriger Kreisel in Amsterdam, bei dem die Fahrbahn so schmal ist, dass Fahrradfahrer*innen nicht von Autos im Kreisel überholt werden.
Google MapsMit Google Maps lokale Anbieter suchen, Karten anzeigen und Routenpläne abrufen.www.google.comBei diesem Kreisel in Nijmegen gibt es eine Fahrspur für Autos, die knapp 6 m breit ist. Und es gibt einen inneren Pflasterring, der breiten LKW für die inneren Räder vorbehalten ist. Bei diesem Kreisel in Nijmegen wird der Radverkehr auf einem eigenen Radweg außen um den Kreisel herumgeführt. An allen Zu- und Abfahrten hat der Radverkehr in Kreiselfahrtrichtung Vorrang. Der Radweg darf nur in eine Fahrtrichtung entsprechend der Kreiselfahrtrichtung benutzt werden.
Google MapsFind local businesses, view maps and get driving directions in Google Maps.www.google.deBei diesem Kreisel, ebenfalls in Nijmegen ist es anders als beim vorigen Beispiel so geregelt, dass der Fahrradweg des Kreisels in beide Richtungen benutzt werden darf. Fahrradfahrer haben genau wie Fußgänger gegenüber Fahrzeugen, die in den Kreisel fahren oder den Kreisel verlassen, Vorrang. Und dieser Fahrradweg des Kreisels darf in beide Richtungen benutzt werden. Fahrradfahrer, die den Kreisel entgegengesetzt der Kreiselfahrtrichtung benutzen sind deshalb keine "Geisterradler", denn es ist eindeutig so ausgeschildert, dass Fahrradfahrer in beide Richtungen fahren dürfen. Dabei habe ich nicht den Eindruck, dass die Breite des Fahrradweges sehr knapp bemessen sei.
Google MapsFind local businesses, view maps and get driving directions in Google Maps.www.google.deBei google-Satellit nachgemessen ist der Fahrradweg 4 m breit:
Den Begriff "Geisterradler" halte ich aber auch ansonsten für unangebracht in der Diskussion über Radverkehrsinfrastruktur. Wie das dritte Beispiele gezeigt hat, gibt es immer wieder Radwege, auch in Deutschland, die aus verschiedenen Gründen für beide Richtungen freigegeben sind. Da kann es schon mal vorkommen, dass jemand versehentlich einen Radweg, der nur in eine Richtung benutzt werden darf, in die falsche Richtung benutzt. Trotzdem ist dann das Gefährdungspotenzial längst nicht so hoch, wie bei einem Geisterfahrer auf der Autobahn!
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... der einem wieder einmal Umwege und Separierung als tolle Lösung verkaufen möchte. Warum soll ich einen großen Bogen außen rum machen, wenn ich auch direkt links abbiegen könnte? Was spricht dagegen, im Kreisel zusammen mit dem KFZ-Verkehr zu fahren?
Ich komm damit in Hamburg bestens zurecht.
Du kommst damit in Hamburg bestens zurecht. Aber Verkehrsinfrastruktur muss so beschaffen sein, dass alle damit gut zurecht kommen.
Und für den Fuß- und Radverkehr und den ÖPNV gilt, dass schon Kinder im gerade noch einstelligen Alter selbstständig am Verkehr teilnehmen.
Zu deinem Einwand, der niederländische Verkehrsplaner fordere von dir, einen großen Bogen zu machen:
Schau doch noch mal in den Video rein! An dieser Stelle:
Externer Inhalt youtu.beInhalte von externen Seiten werden ohne Ihre Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklären Sie sich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.Unten rechts sieht man einen Fahrradfahrer ins Bild fahren, der dann links abbiegt und entgegen der Kreiselrichtung den Radweg benutzt. Vermutlich weil er keine Lust hat, "den großen Bogen zu umrunden". Aber darf er das überhaupt? Bei diesem Kreisel, den der niederländische Verkehrsexperte Johan Diepens vorstellt, darf der Fahrradfahrer das, weil der Fahrradweg rund um den Kreisel in beide Richtungen frei gegeben ist.
Leider vertieft der Verkehrsexperte das nicht weiter in seinem Vortrag.
Ich finde das sehr wichtig, dass bei einem Kreisel mit einem Radweg drumherum die Fahrradfahrer*innen die Möglichkeit haben, den Fahrradweg auch entgegengesetzt der Fahrtrichtung zu benutzen. Und an den Zu- und Abfahrten muss der Radverkehr Vorrang haben vor den einfahrenden und ausfahrenden Autos.
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Wer weiterhin Kreisverkehre im allgemeinen oder gar die Änderungswünsche des ADFC zum Straßenverkehrsrecht diskutieren will, mache dazu bitte einen eigenen Thread auf.
In diesem Thread werde ich sonst auskehren. Nicht verschieben, sondern einfach löschen. Das bereitet nämlich weniger Umstände.
Der Hinweis auf den Youtube-Video mit der Bundestagsabgeordneten Svantje Michaelsen und der ADFC-Bundesvorsitzenden-Rebecca Peters ist top-aktuell, dieser Dialog hat gestern stattgefunden, ich hatte ihn live gesehen und den Link hier sofort veröffentlicht.
Und den Link zu dem ADFC-Positionspapier "Gute Straßen für alle" habe ich deshalb nur wenige Minuten später hinterhergeschoben, weil über dieses Papier in dem zuvor verlinkten Verkehrswende-Dialog gesprochen wurde, nicht um es hier zu diskutieren.
Dafür gibt es tatsächlich andere Threads. Schließlich war es schon häufiger so, dass hier mit dem Hinweis auf aktuelle You-tube-Videos Diskussionen angestoßen wurden, die dann in anderen Threads diskutiert wurden. Da kann man selbstverständlich drauf hinweisen - gerne auch in moderater Weise - Danke!
Auf den Kreisverkehr-Thread hatte ich ja selbst weiter oben schon hingewiesen.
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Um mal was Positives zum Kreisverkehr zu sagen:
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Rebecca Peters, ADFC-Bundesvorsitzende, stellt im Verkehrswende-Dialog "Gute Straßen für Alle" vor!
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Der Unterschied ist, dass wir bei Corona inzwischen an einem Punkt sind, wo sich jeder, der das will selbst schützen kann. Die Impfung schützt ja recht gut vor schwerer Krankheit und Tod. Wer das Risiko eingehen will sich nicht impfen zu lassen geht das Todesrisiko ja selbst ein. Den muss man auch nicht paternalistisch zwangsschützen. Die einzige legitime Begründung für Zwang ist ein substantieller Beitrag zum Schutz Dritter.
Das sag mal einem Lehrer, der seit Monaten dafür kämpft, dass seine Schüler die verschiedenen Schutzmaßnahmen mittragen. Lehrerinnen und Lehrer können nicht einfach mal so eben raushauen, dass ja jeder der das will, sich schützen kann und wer nicht will, der lässt es halt bleiben.
Du nennst das "paternalistisch zwangsschützen"? Für Lehrer ist das ein Alltags-Knochenjob und eine deutlich höhere Impfquote könnte hier Abhilfe schaffen.