Netzpolitik fasst das in einem offenbar vorbereiteten Artikel noch mal zusammen: Chance verpasst: Dieses Urheberrecht bleibt in der Vergangenheit stecken
Beiträge von Malte
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Na gut. Nachdem die Reform angenommen wurde, können wir wohl bald zusperren:
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Bevor es dann ungefähr gegen 12:45 Uhr um die Abstimmung zur Urheberrechtsreform geht, noch eine Leseempfehlung vom heise Zeitschriftenverlag, der sich mutmaßlich sowohl hinsichtlich des Urheberrechts als auch zu technischen Aspekten ziemlich gut auskennt: Artikel 13/17: heise online warnt vor negativen Auswirkungen der geplanten EU-Urheberrechtsreform
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Heute war mal wieder Fahrradtag: Ergebnisse des heutigen Fahrradschwerpunkteinsatzes in Hamburg-Altona und Hamburg-Eimsbüttel
Die Hamburger Morgenpost nutzt die Kontrolle gleich mal wieder für radelrüpelnden Clickbait: Offensive gegen Rüpel-Radler: Polizei stoppt bei Großkontrolle fast 200 Verkehrssünder
Der Artikel wurde auch auf Facebook zur „Diskussion“ freigegeben und die Kommentare sind so gehaltvoll wie erwartet: https://www.facebook.com/hamburgermorge…157106539237520
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Ich finde tatsächlich gerade die Quelle nicht mehr, aber Zeichen 260 darf grundsätzlich auch andere Symbole enthalten. Man hätte aber tatsächlich den Fußgänger anstatt Frau und Kind nehmen müssen.
Kann man auch mal mit einem Dreieck versuchen: https://twitter.com/Nordkommission…269385959227392
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Ich wundere mich ja auch immer wieder, ob es in der Weidenallee beispielsweise zielführend ist, vermeintlich ängstliche Gehwegradler zu kontrollieren: https://twitter.com/gutzeit_eims/status/1105784656648114176
Klar, das ist ein Gehweg, da fährt man nicht mit dem Rad drauf. Wer sich das nicht zutraut, kann ja immer noch absteigen und schieben oder eine andere Straße entlangfahren (lol, als ob Parallelstraßen angenehmer zu befahren wären). Aber nach meiner Kenntnis unternimmt die Polizei leider nichts oder nur kaum etwas gegen die eigentlichen Ursachen der Gehwegradelei: Man wird auf den neu eingerichteten Schutzstreifen so eng überholt, dass sich sogar Blaue Sau beschwert, wenn man auf den neuen Schutzstreifen vor lauter Falschparkern überhaupt fahren kann.
Irgendwie ist das im Endeffekt ein bisschen witzlos.
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An der Unfallstelle wurden nun erst einmal die Fahrbahnmarkierungen erneuert. Schade, dass nicht als Sofortmaßnahme eine Umgestaltung dieser komischen Verschwenkung möglich war. Nun baut man wohl darauf, dass abbiegende Kraftfahrer eher darauf achten, dass dort jemand mit Vorfahrt in der Hand angerollt kommen könnte:
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Es ist also gewollt, dass die mehrspurigen KFZ hinter den Radlern herzockeln.
Gewollt ist wohl der falsche Begriff. Man hat es bei der Planung einfach nicht anders hinbekommen: Wiesendamm in Hamburg: Die ultimative Planungs-Katastrohpe?
Es bestand eben das Spannungsfeld zwischen den Parkplätzen, die erhalten werden mussten, und der Problematik, dass man nicht mehr mit dem alten Radweg planen konnte, weil weitab jeglicher Mindestvorgaben aus den Verwaltungsvorschriften war. Und da man sich dann nicht durchringen konnte, wenigstens den begrünten Mittelstreifen zum Parken freizugeben, kam eben diese „Lösung“ dabei herum.
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Die Kampagnen für mehr Sicherheit im Straßenverkehr zielen vor allem darauf ab, dass Radfahrer irgendwie was machen sollen: https://twitter.com/DVR_info/status/1110089907744190465
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Ich hielt es immer für ein absolut infantiles Gebaren, angesichts unliebsamer Berichterstattung immer gleich das jeweilige Zeitungsabo zu kündigen und diese Entscheidung auch noch öffentlichkeitswirksam zu kommunizieren. Man kann, nein, man muss gegenteilige Meinungen aushalten, das gehört zum Wesen einer Demokratie.
Dass aber hinsichtlicher der Berichterstattung über die Urheberrechtsreform eigentlich ausschließlich SPIEGEL ONLINE in der Lage war, zusammen mit Sascha Lobo die Problematik einigermaßen wiederzugeben, enttäuscht mich sehr. Alle anderen Medienhäuser, also FAZ, BILD, WeLT, ZEIT, Tagesspiegel, Süddeutsche und so weiter publizieren nicht nur einseitige Artikel, die weit über das hinausgehen, was man bei einer oberflächlichen, nicht hinreichend sorgfältigen Recherche erwarten sollte, wie es beispielsweise immer wieder beim Thema Radverkehr der Fall ist. Hier paart sich das technische Unverständnis von der Funktionsweise des Internets mit einer mir ungewissen Agenda, dem Leser mit Falschinformationen die Urheberrechtsreform schmackhaft zu machen.
Da steht dann auch so ein Blödsinn drin, dass der Autor eines Zeitungsartikels dank der Urheberrechtsreform mehr Geld bekommt, weil die bislang in Form von Urheberrechtsverstößen veröffentlichten Zeitungsartikel dann direkt monetarisiert würden. Vielleicht bin ich da nicht auf dem neusten Stand, aber allenfalls bekommt die Verwertungsgesellschaft, vielleicht auch der Verlag mehr Geld — aber nicht der einzelne Autor, höchstens mittelbar bei der nächsten Gehaltserhöhung.
Und abseits dessen wird von vorne bis hinten grotesker Schwachsinn geschrieben. Für einige Journalisten ist Technik immer noch eine ominöse Blackbox, die aber irgendwie funktioniert und die natürlich ganz sicher unterscheiden kann, ob dieser Text, den ich gerade schreibe, womöglich ein Plagiat ist oder ein Zitat eines anderen Textes oder ob die Fotos, die ich in die Galerie lade, wirklich meine eigenen sind oder von einem anderen Urheber stammen. In der bunten Journalisten-Welt funktioniert das.
Auch mit diesem technischen Unwissen könnte ich noch leben. Journalisten sind keine studierten Informatiker, sonst schrieben sie Software und keine Zeitungsartikel, und man kann natürlich bei dem ganzen hin und her der Urheberrechtsreform schon mal den Überblick verlieren. Das geht mir schließlich genauso.
Trotzdem habe ich das Gefühl, verarscht zu werden. Gerade weil die ganzen Artikel heutzutage, womöglich wegen der Anbiederung an den Gott des Clickbaits, nicht mehr passiv geschrieben daherkommen, sondern direkt den Leser angreifen: „IHR demonstriert für US-Konzerne!“, „IHR wollt das Urheberrecht zerstören!“ und „IHR seid eigentlich nur Bots!“
Ich habe bislang, ich muss es mal zusammenrechnen, bestimmt über hundert Euro für die Online-Angebote verschiedener Medienhäuser ausgegeben. Ich habe jetzt beinahe alles gekündigt.
Und obwohl ich weiß, dass die vierte Gewalt für die Demokratie überlebenswichtig ist, sehe ich mich momentan außerstande, diese Akteure weiter zu finanzieren.
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Auf mich wirkt der Artikel eher neutral.
Neutral ist er sicherlich. Ich halte es allerdings für eine Unart, die Hälfte eines Zeitungsartikels für die Berichterstattung auszugeben, was einige Nutzer in den gesellschaftlichen Netzwerken für eine unausdifferenzierte Meinung zu diesem Vorfall haben. Dadurch, dass der Artikel sinngemäß feststellt, dass die meisten Twitter-Nutzer die Aktion okay fanden, bleibt eben der Eindruck zurück, dass sich hier primär der Radfahrer falsch verhalten hat.
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Der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag berichtet, dass sowohl gegen den Lastkraftwagen- als auch gegen den Radfahrer wegen Nötigung ermittelt wird: Lkw-Fahrer gefährdet und filmt Radfahrer im Wiesendamm
Viel mehr gibt der Artikel leider nicht her. Anstatt einen klaren Standpunkt zu beziehen, was man im Straßenverkehr darf und was nicht, werden Auslegungen der Straßenverkehrs-Ordnung mit den Anekdoten aus den Reaktionen der Nutzer auf Twitter vermengt, so dass es am Ende wirkt, als habe sich primär der Radfahrer falsch verhalten und der LKW-Fahrer wäre quasi das Opfer. Schade, dass die Artikel heutzutage immer so verschwommen daherkommen.
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Wir haben vor knapp einem Monat schon die ersten Bienen gesehen — seitdem allerdings keine mehr:
Was wir aber auch gesehen haben: Diese braunen Wüsten rings um die Dörfer. Da soll mir noch mal jemand erklären, wo die Insekten eigentlich abseits einiger prächtiger Gärten noch Nahrung finden sollen.
Und was spritzt man wohl so früh im Jahr auf die trockene Wiese? Ich tippe mal: Nichts Gutes.
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Bei Vice gibt es ein Interview mit Axel Voss und der Titel des Interviews sagt schon so ziemlich alles: Streit um Uploadfilter: Wie Axel Voss das Internet sieht
Der Mann offenbart in jeder zweiten Antwort, dass er von Technik keine Ahnung hat, davon aber ganz schön viel.
Entweder rege ich mich darüber auf oder ich denke mir: Wenn Voss die treibende Kraft hinter der Urheberrechtsreform ist, dann kann es mit der Reform so weit nicht her sein.
Bei neunetz.com gibt es noch mal einen längeren, lesenswerten Beitrag zu Voss’ Aussagen: Das Vice-Interview und andere Aussagen von Axel Voss, kommentiert
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Ich habe die Beiträge zum Video aus dem Wiesendamm hierher verschoben: Stress im Wiesendamm
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Beim Berliner Volksentscheid Fahrrad blicke ich ja manchmal nicht so ganz durch. Zum oben verlinkten Video aus dem Wiesendamm schrieb man:
ZitatEin erschreckendes Beispiel warum abgetrennte Radwege so notwendig sind. Ein Radfahrer fährt StVO konform auf der Straße und wird von einem LKW Fahrer fast umgenietet. Eine Hetzjagd wie sie täglich auf deutschen Straßen passiert.
Da bekomme ich echt einen Knoten im Gehirn. Ganz unabhängig von der Frage nach abgetrennten Radwegen geht’s bei dem Video eher um eine komplett außer Rand und Band geratenen LKW-Fahrer und dessen Aggressionspotenzial. Der Tweet ist ja soweit abseits der eigentlichen Problematik, das wundert mich echt.
Besonders konsequent ist man aber nicht, denn zum Video eines Busses der BVG, der etwas ruppig vor einem Radfahrer eine Bushaltestelle anfährt, wird nun nicht nach abgetrennten Radwegen gerufen, nee, hier ist nun plötzlich der Busfahrer das Problem?
ZitatHey @BVG_Kampagne können oder wollen einige eurer Busfahrer keine Rücksicht auf Radfahrende nehmen? @polizeiberlin das ist kein Benehmen eines rücksichtsvollen Berufskraftfahrers.
Das mit dem LKW im Wiesendamm war aber auch kein rücksichtsvoller Berufskraftfahrer, oder?
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Über das Verhalten des Radfahrers kann man sicherlich diskutieren. Ich hätte dem kamerabewehrten Hitzkopf am Lenkrad längst Platz gemacht, weil ich keine Lust auf ein weiteres kaputtes Fahrrad habe. Und wie man im weiteren Verlauf des Videos sieht, ist der LKW-Fahrer schließlich bereit zum Äußersten zu gehen. Hätte der einhändig gestikulierende Radfahrer am Ende das Gleichgewicht verloren, wäre der Typ mit seinem Lastkraftwagen locker über ihn rübergerollt.
Wie wir aber schon mehrfach festgestellt haben, ist mein teilweise übertrieben vorsichtiges Verhalten nicht unbedingt maßgeblich.
Bezüglich der in § 5 Abs. 4 S. 2 StVO geforderten Sicherheitsabstände sehe ich hier keinen Spielraum, um auf der verbleibenden Restfahrbahn einen ordnungsgemäßen Überholvorgang durchzuführen. Das passt
vorne und hintenlinks und rechts nicht. Vielleicht ist es dann einfach mal so, dass man im LKW-Führerhäuschen ganz hart chillen muss und notfalls die 900 Meter des Wiesendammes mit zwanzig Kilometern pro Stunde hinter einem Radfahrer herfahren muss.Auf Twitter wurde mehrfach dargelegt, dass der liebe Radfahrer ja den Radweg hätte benutzen müssen. Ich ging davon aus, dass der nach der Teilsanierung des Wiesendamms entfallen wäre, offenbar habe ich mich darin getäuscht. Das ändert aber im Endeffekt nichts an der Ausgangslage, nach § 2 Abs. 4 StVO besteht keine Pflicht, diese Buckelpiste im direkten Dooringbereich zu befahren. Da hilft auch § 1 StVO nicht, den einige Diskussionsteilnehmer fallbackmäßig bemühen wollen, denn was § 2 Abs. 4 StVO bereits umfassend regelt, kann § 1 StVO nicht widerrufen. Dass einige Diskussionsteilnehmer angesichts dieser Erwiderung mehr oder weniger beleidigt den Spielplatz verlassen ist schade.
§ 5 Abs. 6 StVO regelt, dass langsame Fahrzeuge unter Umständen rechts ranfahren oder notfalls anhalten müssen, um mehreren nachfolgenden Fahrzeugen das Überholen zu ermöglichen. Ich halte das hier nicht für einschlägig.
Hentschel schweigt sich leider dazu aus, ob § 5 Abs. 6 StVO in diesem Umfang auch für den Radverkehr in einer 900 Meter langen Straßen gilt, Hentschel kennt aber ansonsten nur Rechtsprechungen zu Fragestellungen, bei denen mindestens zwei Fahrzeuge über mehrere Kilometer nicht überholen konnten.
Auch nach einiger Recherche im Netz klingt der ganze Absatz für mich nicht so, als hätte der Verordnungsgeber im Sinn gehabt, dass Radfahrer alle fünfzig Meter in eine mehr oder weniger passende Parklücke fahren oder gar dort anhalten müssen, um den nachfolgenden Verkehr vorbeizulassen. Das läuft dann in Straßen wie dem Wiesendamm darauf hinaus, dass man mitunter zu Fuß auf dem Gehweg schiebend schneller vorankommt. Hier ging es offenbar eher um außerörtliche Straßen, in denen ein Traktor oder ähnliche langsame Fahrzeuge eine Kolonne anführt.
Wie man sich allerdings als verständiger Mensch auf die Aussage verlegen kann, der LKW-Fahrer habe alles richtig gemacht, weiß ich nun auch nicht. Das widerspricht jeglicher objektiver Betrachtung des Sachverhaltes und lässt für mich eher den Schluss zu, dass so jemand gewisse Vorbehalte gegenüber Radfahrern pflegt. Einige Diskussionsstränge sind hingegen nur noch anstrengend, wenn die Teilnehmer dort plötzlich eine angebliche Mindestgeschwindigkeit, die es abseits von
noch nicht einmal auf Autobahnen gibt, weil da lediglich eine bauartbedingte Geschwindigkeit von mindestens 60 Kilometern pro Stunde vorgeschrieben wird (wobei letzteres durch § 3 Abs. 2 StVO etwas relativiert wird, was aber immer noch keine Mindestgeschwindigkeit ergibt).
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Oh Gott, es gibt auch einen Film dazu: https://twitter.com/BMVI/status/1108842805089177615
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Hm, ob man wohl ein Fahrrad mit über die Demo in Hamburg schieben kann? Bei manchen kommt das ja nicht in Frage, aber hier vielleicht?!
Brompti kommt immer mit zu jeder Demo.