sind wir mal ehrlich: das nördliche Sachsen-Anhalt (Geestgottberg, Seehausen, Arendsee) ist tot. Da bringt keine Bahntrasse irgendeinen Unterschied.
Natürlich. Aber wenn sich wie in heutigen Zeiten herausbildet, dass ein ordentlicher Eisenbahnanschluss eine Art Standortfaktor sein kann, dann wundere ich mich schon, ob man sich mit dem Abbau der Schienen tatsächlich einen Gefallen getan hat. Dömitz oder Havelberg sind ja eigentlich ganz hübsche Städtchen, aber wenn sich der nächste brauchbare Bahnanschluss (Dannenberg mit seinem Dreistundentakt zähle ich mal nicht dazu) zehn bis dreißig Kilometer entfernt befindet, dann finde ich das jetzt eher nicht so geil.
Ob ich nun dort unbedingt leben und nach Hamburg oder Berlin pendeln wollte, das sei mal dahingestellt, aber wenigstens für eine Urlaubsreise wäre das ganz nett. Als ich gestern wieder durch Havelberg kurbelte, dachte ich mir: Hier könnte man auch mal ein paar Tage Urlaub machen. Nur ist die Verbindung vom Bahnhof Glöwen mit einem Bus bis nach Havelberg relativ unattraktiv und langsam. Da braucht man also wieder ein Fahrrad oder ein Auto.
Aber vermutlich kann man es sich als Stadt ganz gut leisten, sowohl auf eisenbahnaffine Pendler oder Urlauber zu verzichten, wenn der Erlös aus den schienenbefreiten Grundstücken lockt.