Radverkehrspolitische Forderungen des ADFC-Niedersachsen zur Landtagswahl am 9. Oktober 2022

  • Regelgeschwindigkeit innerorts T30 heisst nicht, dass alles zur T30-Zone mit RvL wird :)

    Um Gottes willen! Nein. Natürlich nicht. Aber das gegenwärtige Denken vieler Verkehrsplaner ist davon geprägt, dass sie Tempo 30 automatisch gleichsetzen mit rechts vor links.

    Und es entspricht ja auch der gegenwärtigen Praxis. Tempo 30 gilt in der Regel nur in den Tempo-30-Zonen und dort gilt rechts vor links. Das vorgestellte Beispiel Fahrradstraße Noltestraße sollte zeigen, dass das nicht so sein muss. Und dass es bereits heute möglich ist andere Lösungen zu finden im Interesse einer Förderung des Fahrradverkehrs.


    Der oben vorgestellte Fahrradweg ist in einer Tempo 30-Zone angelegt worden. Wenn du das Bild maximal vergrößerst, dann siehst du das Schild Ende-Tempo-30-Zone [Zeichen 274.2] und danach Ende-Fahrradstraße [Zeichen 244a] jeweils am linken Fahrbahnrand.

    Bei T30-Zone regelhaft rechts-vor-links - :)

    Wenn eine attraktive Radverkehrsverbindung durch eine Tempo-30-Zone führt, macht es Sinn, diese als Fahrradstraße mit Vorfahrtberechtigung anzulegen und gleichzeitig durch geeignete Maßnahmen die Durchfahrt für den Autoverkehr so zu verhindern, sodass maximal Auto-Anliegerverkehr stattfindet.

  • In meinem Lieblingskaff Emmering gibt es eine Tempo-30-Zone [Zeichen 274.1] mit anschließendem [Zeichen 301] . Da ist kein RvL. Ist sowas gar nicht erlaubt?

    Ich kann dir das jetzt nicht mit Quellen aus dem Stegreif belegen. Aber normalerweise ist es so, dass eine Ausfahrt aus einer Tempo 30 Zone nicht vorrangberechtigt ist. Und innerhalb einer Tempo 30 Zone sollte es eigentlich keine [Zeichen 205] und [Zeichen 301] geben.

  • In meinem Lieblingskaff Emmering gibt es eine Tempo-30-Zone [Zeichen 274.1] mit anschließendem [Zeichen 301] . Da ist kein RvL. Ist sowas gar nicht erlaubt?

    je nach örtlicher Gegebenheit ist das in Grenzen erlaubt.

    Ich müsste nachschauen für Vollständigkeit, aber wenn z.B. Buslinie des ÖPNV da durch fährt, dann kann man da durchaus begründet das allgemeine RvL "aufheben" und durch die Einzel-Vorfahrtsgewährung ersetzen. Aber auch da gibt es eine Obergrenze (hurz!), die glaub ich als "soll" (im Sinne von "soll nicht mehr als 3x aufeinanderfolgend angeordnet werden") formuliert ist.