• Das geht an der Frage vorbei:
    Die Frage war, wenn eine Infrastruktur bereits zum schnell fahren geeignet ist, was muss sie dann noch zusätzlich haben, damit sie auch zum langsam fahren geeignet ist?
    Oder anders gefragt:
    Ist nicht automatisch jede Infrastruktur, die zum schnell fahren geeignet ist, auch zum langsam fahren geeignet?

    Wobei eben mein Beispiel Autobahn laut Yeti nicht zählt. Ich könnte, von der Infrastruktur her, jeden Tag auf der Autobahn joggen gehen. Dem halte ich weiterhin entgegen: Nein, das ist per Gesetz verboten und die rechtliche Situation ist Teil der Infrastruktur. (Ganz konkret, das Schild Autobahn mit dem impliziten Verbot für Fußgänger)

    Es gibt darüber hinaus auch noch andere Gründe dafür, auf einer Autobahn nicht zu joggen. Vorstellbar wäre ja ein Fahrradweg oder Fußweg, der möglichst direkt an der Autobahn entlangführt. Fände ich jetzt nicht sonderlich attraktiv. Im Prinzip könnte man dort auch langsm fahren oder gehen, aber will ich das? Eher nicht!:(

    Ich frage mich ohnehin, wozu es eine Infrastruktur braucht, auf der Individualverkehr schnell fahren kann? Wer es eilig hat, der soll bitteschön die Straßenbahn oder S-Bahn, die Regionalzüge oder Schnellzüge benutzen. Wem das gegebene Angebot nicht ausreicht, der möge sich für einen Ausbau der Schienennetze stark machen.

  • Oder anders gefragt:
    Ist nicht automatisch jede Infrastruktur, die zum schnell fahren geeignet ist, auch zum langsam fahren geeignet?

    Ausgangspunkt meiner Frage war dieses Zitat:

    Und es ist gut, dass der ADFC aus dem Selbstverständnis heraus agiert, dass gerade auch langsam fahrende Fahrradfahrer*innen willkommen sind und besonders für diese Gruppe unter den Fahrradfahrer*innen die Verkehrsinfrastruktur zu verbessern ist.

    Welche Verbesserung der Infrastruktur (nicht Änderung der Verkehrsregeln) ist für "langsam fahrende Fahrradfahrer*innen" erforderlich? Das ist etwas anderes als die Frage, was man tun muss, damit man dort nicht schnell fahren kann.

    Im Übrigen halte ich es für einen Fehlschluss, dass eine Förderung des Radverkehrs vor allem auf langsame Radfahrer abzielen muss. Wenn das Fahrrad im Alltagsverkehr mehr Autofahrten ersetzen soll, dann darf die Fahrradnutzung kein Zeitnachteil sein. Die Zielgruppe sind daher eher Leute, die auch auf dem Fahrrad zügig an ihr Ziel kommen wollen und keine Gelegenheits- Langsamradler.

    Wenn ich in Städten mit einem deutlich höheren Radverkerhsanteil unterwegs bin, werde ich regelmäßig von schnelleren Radfahrern überholt. Hier in Stade bin ich meistens der Schnellste auf dem Fahrrad und das nicht, weil ich besonders schnell fahre, sondern weil diejenigen, die schnell ans Ziel kommen wollen, das Auto nehmen.