Beiträge von Fahrbahnradler

    Ich war bisher zweimal in der Grelckstraße. Mit dem Auto zur Apotheke, weil wir mit dem Hund vom Tierarzt kamen und ein Medikament mit der Apothekerwaage portioniert werden musste, und dann nochmal wegen Rezept.

    Ich habe mich extrem unwohl gefühlt. Die Straße vermittelt auf Höhe der Apotheke jetzt schon den Eindruck "Hier gehörst Du als Autofahrer nicht hin." Rangieren, um irgendwo illegal parken zu können = saudoof.

    (Illegal deswegen, weil natürlich keine Kurzzeitparkplätze vorhanden sind. Was macht man also, wenn vor der Apotheke die Dauerparker stehen? Man stellt sich für 3 Minuten denen vor die Schnauze.)

    Wie gesagt: sehr unwohles Gefühl mit dem Auto. Und daher hatte ich nie das Bedürfnis, abzukürzen, wenn ich vom Siemersplatz kam und die Grelckstraße der kürzeste Weg nach Hagendeel gewesen wäre.

    Also wenn die mich am Infostand erwischt hätten, hätte ich denen auf die Schulter geklopft und gesagt: "Prima, macht das Ding dicht."

    Na hömma, wir werden doch keine chinesischen Impfstoffe einsetzen, oder indische, oder noch schlimmer, russische oder kubanische ...

    Wo kämen wir denn da hin? Bestimmt nicht hierhin:

    Steuern von BioNTech: Mainz will Ende 2022 schuldenfrei sein
    BioNTech zahlt hunderte Millionen Euro Gewerbesteuer. Die Stadt Mainz will damit den Biotechnologie-Standort ausbauen und schuldenfrei werden.
    www.swr.de
    Mehreinnahmen durch BioNTech: Mainz im Steuerglück
    Der Erfolg des Impfstoffherstellers BioNTech beschert Mainz einen Milliardenüberschuss. Bald will die Stadt schuldenfrei sein. Davon können andere Kommunen nur…
    www.zeit.de
    Schlagartig schuldenfrei: Was sich Mainz dank BioNTech nun leisten kann
    Der Corona-Impfstoffhersteller BioNTech bringt Mainz 1,1 Milliarden Euro Gewerbesteuer. Damit will die Stadt Schulden tilgen und weitere Firmen der Branche…
    www.faz.net

    Und dann schauen wir nach Brasilien, wo Messias Bolzonaro zwar vehement gegen Impfungen gewettert hatte, aber die Bevölkerung zeigt ihm die kalte Schulter (mit Pflasterchen drauf) ... spätestens seit Lula gesagt hat, er wolle so schnell wie möglich seine Impfung haben, und man solle nicht auf die Idioten im Präsidentenpalast und in der Regierung hören.

    Corona-Impferfolg in Brasilien: Man blickt verwundert auf das deutsche Chaos
    Impfquoten bis zu 95 Prozent, es wird geboostert und der Karneval geplant: Brasilien hat sich aus einer der weltweit schlimmsten Coronalagen geimpft. Was hat…
    www.spiegel.de
    Zitat

    Das Beispiel Deutschland zeige allerdings deutlich, dass eine Impfrate unter 85 Prozent nicht ausreichend sei, um das Virus einzudämmen. Die deutsche Politik habe Fehler gemacht, nicht nur, weil sie den Geimpften signalisiert habe, dass sie außer Gefahr seien. Auch bei den Boosterimpfungen sieht Stucci schwere Versäumnisse: »Deutschland hat die Daten ignoriert, die gezeigt haben, dass der Schutz durch die Impfungen nach vier bis sechs Monaten nachlässt«, sagt Stucci. Ein Booster-Shot frühestens nach sechs Monaten, wie derzeit in Deutschland vorgesehen, sei zu spät. »Die geimpfte Bevölkerung wird damit in der Zwischenzeit dem Virus ausgesetzt«, so Stucci.

    Um ein ähnliches Szenario zu vermeiden, hat Brasilien die Booster-Kampagne bereits komplett durchgeplant und damit begonnen, medizinisches Personal und über 60-Jährige zum dritten Mal zu immunisieren. Die Auffrischung sollen alle über 18-Jährigen fünf Monate nach der zweiten Dosis erhalten. Während für die Grundimmunisierung noch unter anderem der chinesische Impfstoff von Sinopharm und AstraZeneca verwendet wurden, soll nun ausschließlich mit der Vakzine von Biontech/Pfizer geboostert werden, die bald auch in Brasilien hergestellt werden soll.

    Es geht nicht um "wir gegen sie". Genau dieses Lagerdenken führt zu ineffizienten Sektorzielen.

    Die Vermeidung von CO2 ist an sich schon teuer genug. Und die Vermeidung von CO2 ist an verschiedenen Stellen natürlich unterschiedlich teuer. Wenn jetzt alle Sektoren im kommenden Jahr gleich viel CO2 einsparen sollen, dann kostet das in einem Sektor natürlich mehr als in einem anderen.

    Wäre es da nicht sinnvoller, das Geld aus dem teureren Sektor in den billigeren zu verlagern? Dann könnte man dort zu den gleichen Kosten eine höhere Einsparung zu erreichen.

    Extrem billig ist die CO2-Einsparung übrigens, wenn man von Porsche auf Pinarello und von VW auf Stevens umsteigt. Und wenn ein Daimler 30 Sitzplätze und 50 Stehplätze bietet. :)

    Hier entfaltet [Zeichen 240] offenbar seine "eigentlich" gemeinte Wirkung:

    "Dieser Weg ist nur für Fußgänger und Radfahrer. Keine Gäule, keine Traktoren, keine Lambos."

    Vielleicht sollte man so ein Foto als Anschauungsmaterial nehmen, wenn Kommunalpolitikerinnen meinen, mit [Zeichen 240] auf der Nebenfläche einer Fahrbahn Radfahrern etwas Gutes zu tun. Denn auf dem obigen Foto hat das [Zeichen 240] nur die zitierte Wirkung - die vielleicht von den Gemeinderäten auch beabsichtigt ist -, aber eben nicht "Fahrbahnverbot". :)

    Man könnte ja vorher schreiben: "Liebe Straßenverkehrsbehörde(n), ich beabsichtige, am xx.xx. gegen yy Uhr die Brücke von Süd nach Nord mit einem Fahrrad zu überqueren. Anhand der örtlichen Verhältnisse und Beschilderung ergibt sich, dass ich das Fahrrad dazu auf der Fahrbahn schieben muss, weil alle anderen Optionen gegen die StVO und die von Ihnen installierte Beschilderung verstoßen würden. Da ich Anlass zu der Vermutung habe, dass Autofahrer in Unkenntnis dieser Regel mich belästigen oder gefährden werden, werde ich dabei eine Kamera laufen lassen. Ob es sich um eine Dashcam handelt oder um eine von NDR Extra3, ist noch nicht entschieden. Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung."

    Das ist das, was ich an dem Feature auch kritisiere. Die bestehenden Probleme der Fahrbahnweichen wurden betont, die bestehenden Probleme beim Hochbord wurden ignoriert.

    Und mehrmals dachte ich: "Ihr seid argumentativ so dicht dran, jetzt müsst ihr den Sack nur noch zumachen" - und statt der aufklärenden Conclusio kommt ein allgemeines "na, dann wird sich ja alles irgendwie ergeben" (indem Versprechungen für bare Münze genommen wurden).

    Musste ja mal wieder gesagt werden:

    Diese Dinge dürfen Radfahrer – was Autofahrer aufregt
    Die Aggressivität auf Hamburgs Straßen ist hoch: Radfahrer beschweren sich über rücksichtslose Autofahrer, Autofahrer bezweifeln, dass Radfahrer überhaupt…
    www.mopo.de
    Zitat

    Der MOPO hatten ADFC-Mitglieder Thomas Lütke und Markus Jaschinsky kürzlich über ihre Testfahrten mit dem „Open Bike Sensor“ berichtet, der per Ultraschall den Abstand zwischen Fahrrad und überholenden Autos misst. Mehr als 100 Testergebnisse zeigen in einigen Straßen bisher auf, dass Autos den vorgeschriebenen Abstand von 1,50 Metern nicht einhalten. Die MOPO erreichte daraufhin eine Flut an Leserbriefen von erzürnten Autofahrern. Die Radfahrer wären kein Stück besser, immerhin drängelten sie sich bei einer roten Ampel rechts eng an den Kfz-Fahrzeugen vorbei.

    Anders als bei den Autos müssen sie hierbei allerdings nicht den Mindestabstand von 1,50 Metern einhalten, erklärt Polizeisprecherin Evi Theodoridou auf MOPO-Nachfrage, schränkt aber ein: „Ausreichender Raum ist nur gegeben, wenn ein gefahrloses Befahren durch die Radfahrer ohne Gefahr der Kollision mit den wartenden Fahrzeugen oder einem Bordstein gewährleistet.“

    Und jetzt bitte alle "erzürnten Aufofahrer" zur Nachschulung, ggf. MPU ...

    Ist jemandem aufgefallen, dass es unterschiedliche Interpretationen von "für den Radverkehr vorgesehene Verkehrsflächen" gibt?

    Interpretation 1: "das sind Flächen, die exklusiv dem Radverkehr gewidmet sind", das heißt: keine andere Verkehrsart ist zulässig

    Interpretation 2: "das sind Flächen, die vom Radverkehr benutzt werden dürfen oder müssen, auch wenn dort andere Verkehrsarten zulässig sind"

    Das kennen wir aus der Diskussion: Ist eine Verkehrsfläche mit VZ 240 [Zeichen 240] ein »Radweg«? Lesart 1 sagt nein, Lesart 2 sagt ja.

    Meines Wissens lehnen einige Foristen die Bezeichnung von VZ 240 [Zeichen 240] als »Radweg« kategorisch ab, weil dort Fußgänger legal herumgehen oder -stehen dürfen und man als Radverkehr ihnen faktisch nachrangig ist.