Gerade bei Dunkelheit ist das Bild von der Kamera und das vom menschlichen Auge sehr unterschiedlich. Warum das so ist, weiß ich nicht.
Das menschliche Auge hat im Vergleich zu Kameras einen höheren Dynamikumfang (14 bis 20 Blendenstufen, wobei eine Blendenstufe eine Verdoppelung bzw. Halbierung bedeutet, also: 2 hoch 20 = 1 zu einer Million), und das Gehirn versucht sozusagen ständig ein "HDR-Foto" zusammenzubauen. In Sekundenbruchteilen kannst Du zwischen heller beleuchteten und relativ dunklen Passagen hin- und herschalten, solange Du das Auge nicht überlastest (also "geblendet" bist; für Lokführer sind schnelle Wechsel zwischen grellem Sonnenlicht und Tunneln sehr stressig).
Wenn Du mit einer Kamera in Bereiche vordringen willst, bei denen das menschliche Auge (fast) nichts mehr sieht, dann musst Du Dir was Spezielles einfallen lassen: Infrarot wäre das eine, aber ganz einfach ist: Empfindlichkeit des Sensors erhöhen. Ich finde es immer wieder faszinierend, wenn ich auf ISO 3.200 oder so stelle und das Objektiv in den dunklen Garten richte mit ein paar Funzeln im Hintergrund. Mein Display - und auch die fertigen Bilder - zeigen mir eine "fast taghelle" Szenerie mit Zeichung, die ich mit dem Auge nie gesehen hätte.
Diese Uber-Cam scheint auf die helle Straße im Scheinwerferbereich eingestellt worden zu sein anstatt "weiter voraus" zu gucken und damit mehr Details in den dunklen Partien zu zeigen.