Beiträge von Fahrbahnradler

    https://www.mopo.de/hamburg/politi…gefahr-33270384

    Zitat

    Und wie rechtfertigt die Verkehrsbehörde die Planung? „Diese Situation zeigt doch, dass Radverkehr und Autoverkehr gleichberechtigte Verkehrsmittel sind“, so Sprecher Christian Füldner. „Sowohl Auto- als auch Radfahrer müssen sich an manche neuen Situationen gewöhnen. Neue Fahrbahn-Markierungen ziehen einen Lernprozess mit sich.“ Am Neuen Pferdemarkt beispielsweise habe das gut funktioniert.

    Schöner Spruch. Dann zeigen wir doch mal diese Gleichberechtigung im Deichtortunnel, auf der Amsinckstraße, der neuen Wilhelmsburger Reichsstraße ...

    Liebe Hamburger, entschuldigt bitte und vielen Dank für die Info "erster Bürgermeister". Aber in Hannover ist grad OB-Wahl angesagt (am 27.10.2019), da muss es mir durchgerutscht sein, dass Hamburg ja ein eigenes Bundesland ist und die Begrifflichkeiten andere. Der Erste Bürgermeister in Hamburg ist dann also vergleichbar mit einem Ministerpräsident? Und er wird nicht direkt gewählt, sondern vom Parlament? In Hamburg heißt das glaub ich "Bürgerschaft". Richtig?

    Fahrbahnradler, was schlägst du denn vor, um eine "bittere Medizin schmackhaft" zu machen, wie du es formulierst?

    Ich denke ja, dass es sich beim notwendigen Umstieg auf den ÖPNV und das Rad keinesfalls um eine "bittere Medizin" handelt, denn im Grunde genommen ist es ja eine unglaublich entspannende Angelegenheit, sowohl das Bus- und Bahnfahren als auch das Radeln. Aber um es nicht nur im Grunde genommen, sondern wirklich zu einer entspannenden Angelegenheit zu machen, ist es halt notwendig, die Verkehrsflächen vom Autoverkehr zu "entlasten", um mal einen anderen Begriff als "plafonieren" ins Spiel zu bringen.

    Ja, auch die Bezeichnung »Bürgerschaft« ist richtig.

    Eine bittere Medizin ist es aus der Sicht der Autoliebhaber, die sich Fortbewegung nur per Gaspedal vorstellen können, also rein subjektiv. Eine davon kann man vielleicht sogar kurieren. ;)

    Scherz beiseite - ich bin sehr für das Anbieten von Alternativen. Also: mehr ÖPNV, bessere Bedingungen für Radfahrer. Wenn dadurch etliche von den Autonutzern, die gerne umsteigen würden, dies auch tun, dann braucht man weniger Kapazität für den MIV. Insofern könnte man von »anpassen« sprechen. Bei »deckeln« oder »einschränken« ist ja das Problem, dass dann der Handwerksmeister denkt, man wolle ihm die Anfahrt zum Kunden mit seinen Werkzeugen und Materialien verbieten ...

    Du meinst also, man nehme ein unbekanntes Wort, um den Leuten eine notwendige, aber bittere Medizin schmackhaft zu machen?

    Das kann ins Auge gehen. Sobald man merkt, was gemeint ist, wird man um so saurer, weil man sich ver.....t fühlt. So wie mit »Kernenergie« statt »Atomkraft«, »Entsorgungspark« statt »(Atom-)Mülldeponie« oder den ganzen »...reformen«, die »...kürzungen« sind.

    Und noch was: einen »Oberbürgermeister« gibt es in Hamburg nicht. Die Amtsbezeichnung lautet »Erster Bürgermeister«.

    Was ist aus den Plänen für die Haltestelle Johnsallee geworden?

    Als "technisch unmöglich" verworfen, weil die Längsneigung zu groß sei. Nun vergleiche man mal das Gefälle der Linie unter der Rothenbaumchaussee mit dem geplanten Stuttgarter Tiefhaltepunkt, der 1,5 % Gefälle haben soll: 6 Meter auf 400 Metern Länge.

    Ja, U-Bahn ist teuer und es dauert deutlich länger, sie zu bauen. Aber langfristig (d.h. sobald sie befahren wird), lohnt sie sich.

    Nicht überall. Bei dünner Besiedlungsdichte (Sasel, Horner Geest, Schnelsen, ...) oder flächigen Verkehrsbeziehungen hat die Tram Vorteile - der Osdorfer Born könnte damit ans EEZ und an die Elbgaustraße und an die Arenen und die Science City und an Eimsbüttel/Holstenstraße/Altona angeschlossen werden. Nicht nur mit einer Stichstrecke.

    Die Grindelallee ist ja derzeit mit Bussen (die an ehemaligen Tramhaltestellen halten) besser erschlossen als die Rothenbaumchaussee mit einer einzigen U-Bahn-Haltestelle zwischen Klosterstern und Stephansplatz ...

    Der ADAC hat Radwege getestet:

    https://www.adac.de/rund-ums-fahrz…eit-kreuzungen/

    Also laut Überschrift natürlich »Kreuzungen«, aber schon in der ersten Bildlegende geht's mit der faktischen Legende los: »Gut markierte Radwege helfen, Unfälle zu verhindern.«

    Im Bild zu sehen ist vor allem eine Fahrradfurt; was das im Hintergrund sein soll, erschließt sich mir nicht ganz, denn das [Zeichen 237]hängt über dem Hochbord zwischen Mast und Baum, während links vom Bordstein offenbar ein Fahrradstreifen markiert ist.

    Soll das eine »gute Markierung« sein?

    Ganz am Ende:

    Zitat

    Auf den gewählten Routen bewerteten unsere Experten die Qualität der Kreuzungen und Grundstückszufahrten, da hier die meisten Radfahrer verunfallen, wie die aktuelle Forschung zeigt (Unfallforschung der Versicherer vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. GDV, Forschungsbericht Nr. 29, 2015; Berichte der Bundesanstalt für Straßenwesen, Heft V 261, 2015).

    Da schlagen die Fakten dann doch durch - denn all die beanstandeten Mängel gibt es ja nur bei Radwegen außerhalb der Fahrbahn bzw. oberhalb der Bordsteinkanten.

    Ich hätte da noch ein Foto ...

    https://www.mopo.de/hamburg/skurri…ecken--33224106

    Zitat

    Hat die Fahrerin die Breite ihres Fahrzeuges unterschätzt? Und warum fuhr die Frau überhaupt auf den Gehweg? Diese Fragen müssen nun die Ermittlungen klären. Einem Polizeisprecher zufolge hätte die demente Frau den Wagen eigentlich gar nicht fahren dürfen, habe aber den Autoschlüssel ihres Mannes genommen.

    ...

    Wahrscheinlich müsse der Wagen in seine Einzelteile zerlegt werden.

    Oder ganz kurz: Es muss etwas passieren, aber geschehen darf nix.

    Etwas länger: Ein älterer, aber leicht besoffener Herr - (c) Kurt Tucholsky

    Denn wak bei die Sozis. ... Ick werde wahrscheinlich diese Pachtei wähln – es is so ein beruhjendes Jefiehl. Man tut wat for de Revolutzjon, aber man weeß janz jenau: mit diese Pachtei kommt se nich. Und das is sehr wichtig fier einen selbständjen Jemieseladen!

    Darin auch das klassische Zitat:

    »Wat brauchst du Jrundsätze«, sacht er, »wenn dun Apparat hast!«

    Bei den Stadt-Land-Vergleichen bitte nicht vergessen, dass es auch umgekehrtes Pendeln gibt: der Arbeitsplatz wird aufs Land verlegt, weil die Firma dort hinzieht (Platzbedarf, niedrigere Gewerbesteuer, ...). Beiersdorf aus Eimsbüttel nach Norderstedt, Globetrotter aus Hamburg nach Ludwigslust (oder so ähnlich), und wer von der Arbeitsagentur da hingeschickt wird, ist auch der Gelackmeierte.

    Ich bin über dieses schöne Beispiel gestolpert: SEAT definiert SUV jetzt als "SEAT Urban Vehicles" und hat den Slogan "Own the city" erfunden.

    https://www.youtube.com/watch?v=bVW2Dv_L7bk

    Ja, kann man machen. Als Volkswagenmarke einen Eigentumsanspruch auf die Stadt anmelden. Es ist aber eine komische Stadt. Außer dem SEAT und dem heldenhaften Feuerwehrauto sieht man keine Autos. Keine Momentaufnahme der Castellana zur Rush Hour, oder Sao Paulo, wenn denen eine Aufnahme der A100 oder der AVUS zu popelig ist ...

    Warum sind sehr viele Verkehrsteilnehmer nicht selbst in der Lage, sich das Wissen "abzuholen"? Wenn ich mich mit den Vorschriften nicht auskenne, habe ich eine Hol-Schuld. Nicht der Staat die Bring-Schuld (abgesehen von der Führerscheinprüfung). Es sei denn, ich WILL es gar nicht wissen.

    Das sehe ich genau andersherum.

    Der Staat hat mir 1984 die Kenntnis der damaligen Verkehrsregeln abverlangt. (Da ging es massiv um zulässige Achslasten und Halteabstände vor Andreaskreuzen, aber ich kann mich nicht erinnern auch nur ein Sterbenswörtchen über Fahrradverkehr gehört zu haben.)

    Wenn der Staat danach die Regeln (einschneidend) ändert - Stichwort: Aufhebung der allgemeinen Benutzungspflicht, Geltung/Nichtgeltung der Fußgängerampeln für Radfahrer -, dann erwarte ich, dass der Staat das offensiv kommuniziert. Das ging doch bei der Umstellung vom westdeutschen auf das ostdeutsche Abbiegen (aus politischen Gründen hierzulande damals »amerikanisches Abbiegen« und jetzt neutral »voreinander Abbiegen genannt), bei der Änderung der Vorfahrtregeln am Kreisverkehr, bei der Umstellung von rotblau »HALT« auf »STOP« auch - oder um ein ausländisches Beispiel zu nehmen: bei der schwedische Umstellung von Links- auf Rechtsverkehr.

    Da muss man dann eben mal ein paar Monate lang den »7. Sinn« wieder einführen oder Pressemitteilungen an dpa rausschicken oder Anzeigen in den Medien schalten, oder etwas ganz Unerhörtes tun: jedem Kfz-Besitzer mit seinem Steuerbescheid ein Schreiben mit den Änderungen beizulegen, plus Antwort im Rückumschlag: gelesen, verstanden, Unterschrift. (Oder noch einen draufsetzen: alle 3 Jahre Theorienachschulung mit Prüfung.)


    In welchem Rhythmus hätte denn beim Prinzip »Hol-Schuld« ein lernwilliger Bürger nachzuhaken? Jährlich? Monatlich? Reicht die Lektüre des Bundesgesetzblattes, oder müssten auch die Beschlüsse des Verordnungsgebers samt Protokollen etwaiger Beratungen im Verkehrsausschuss des Bundestages oder des Verkehrsjuristentages in Goslar mit einbezogen werden, um zu begreifen, was gemeint ist?