Schäfer durfte Draht spannen: Auf dem Deich ist ein Radfahrer nur Gast
Ich finde ja die offizielle Urteilsbegründung noch spannender. Bei 1,5m frei nutzbarem Weg kann man natürlich nicht mit 15 km/h dahin brettern, sondern muss auf 10 km/h runterbremsen. Kann man das mal bitte auf Radwege übertragen? Leider fehlen auch hier die Fotos:
Gesetze-Rechtsprechung Schleswig-Holstein
Für den Kläger war der Weg zu mindestens 2/3 seiner Breite durch den Viehanhänger des Beklagten versperrt. Der neben dem Viehanhänger für den Kläger frei nutzbare Weg mag ausweislich der Lichtbilder höchstens 1,50 m breit gewesen sein. Für den Kläger lag also eine erkennbare Engstelle vor, die er passieren musste. Auch war er aufgrund des abgestellten Viehanhängers vorgewarnt, dass Schafe auf den oder vom Deich getrieben wurden. Er hätte angesichts dieser Situation nur langsam an dem Viehanhänger vorbeifahren dürfen. Auf Befragung des Gerichts hat der Kläger in der mündlichen Verhandlung spontan erklärt, er sei nicht schnell gefahren, vielleicht 15-18 km/h. Diese Geschwindigkeitsangabe korrigierte er noch weiter herunter, es seien vielleicht auch 10 km/h gewesen. Das Gericht schließt aus, dass der Kläger lediglich 10 km/h gefahren ist. Bei einer derart geringen Geschwindigkeit hätte er den Draht rechtzeitig sehen müssen und anhalten können. Angesichts der vom Kläger auf Fragen des Gerichts spontan geäußerten Geschwindigkeitsangabe von 15 - 18 km/h geht das Gericht davon aus, dass der Kläger zumindest mit dieser Geschwindigkeit gefahren ist. Eine Geschwindigkeit von 15 km/h oder darüber war jedoch angesichts der vorliegenden Situation zu hoch. Der Kläger hat weiterhin eingeräumt, er habe sich auf den Anhänger konzentriert, weil er erwartet habe, dass jemand vom Anhänger herunterkommen. Der Kläger hatte seine Aufmerksamkeit also nicht auf die komplette Situation gerichtet. Er hätte nicht nur den Anhänger, sondern auch die Fahrbahn vor sich im Blick behalten müssen. Zu diesem Zwecke hätte er seine Geschwindigkeit gegebenenfalls weiter deutlich reduzieren müssen. Dies hat er offensichtlich nicht getan. Denn ausweislich der Lichtbilder war der Draht durchaus erkennbar. Auch die Drahtrolle - unabhängig davon, ob sie auf dem Weg oder neben dem Weg platziert war - war ein weiteres Warnsignal für den Kläger. Der Kläger hat nach alledem den Unfall selbst verschuldet.
Das hier kann ich schlecht einschätzen:
Dieser Weg gilt vorrangig dem Küstenschutz und nicht dem Verkehr.
Wird der Zweck des Weges denn entsprechend angekündigt? In Köln am Rhein gibt es ja auch Deiche, und auch Schafe. Wenn da auf einem 4,5m breitem asphaltiertem Stück ein Anhänge 3m in Beschlag nimmt, fahr ich da ohne zu bremsen durch die Lücke.