Beiträge von hugo790

    Schäfer durfte Draht spannen: Auf dem Deich ist ein Radfahrer nur Gast

    Ich finde ja die offizielle Urteilsbegründung noch spannender. Bei 1,5m frei nutzbarem Weg kann man natürlich nicht mit 15 km/h dahin brettern, sondern muss auf 10 km/h runterbremsen. Kann man das mal bitte auf Radwege übertragen? Leider fehlen auch hier die Fotos:
    Gesetze-Rechtsprechung Schleswig-Holstein

    Für den Kläger war der Weg zu mindestens 2/3 seiner Breite durch den Viehanhänger des Beklagten versperrt. Der neben dem Viehanhänger für den Kläger frei nutzbare Weg mag ausweislich der Lichtbilder höchstens 1,50 m breit gewesen sein. Für den Kläger lag also eine erkennbare Engstelle vor, die er passieren musste. Auch war er aufgrund des abgestellten Viehanhängers vorgewarnt, dass Schafe auf den oder vom Deich getrieben wurden. Er hätte angesichts dieser Situation nur langsam an dem Viehanhänger vorbeifahren dürfen. Auf Befragung des Gerichts hat der Kläger in der mündlichen Verhandlung spontan erklärt, er sei nicht schnell gefahren, vielleicht 15-18 km/h. Diese Geschwindigkeitsangabe korrigierte er noch weiter herunter, es seien vielleicht auch 10 km/h gewesen. Das Gericht schließt aus, dass der Kläger lediglich 10 km/h gefahren ist. Bei einer derart geringen Geschwindigkeit hätte er den Draht rechtzeitig sehen müssen und anhalten können. Angesichts der vom Kläger auf Fragen des Gerichts spontan geäußerten Geschwindigkeitsangabe von 15 - 18 km/h geht das Gericht davon aus, dass der Kläger zumindest mit dieser Geschwindigkeit gefahren ist. Eine Geschwindigkeit von 15 km/h oder darüber war jedoch angesichts der vorliegenden Situation zu hoch. Der Kläger hat weiterhin eingeräumt, er habe sich auf den Anhänger konzentriert, weil er erwartet habe, dass jemand vom Anhänger herunterkommen. Der Kläger hatte seine Aufmerksamkeit also nicht auf die komplette Situation gerichtet. Er hätte nicht nur den Anhänger, sondern auch die Fahrbahn vor sich im Blick behalten müssen. Zu diesem Zwecke hätte er seine Geschwindigkeit gegebenenfalls weiter deutlich reduzieren müssen. Dies hat er offensichtlich nicht getan. Denn ausweislich der Lichtbilder war der Draht durchaus erkennbar. Auch die Drahtrolle - unabhängig davon, ob sie auf dem Weg oder neben dem Weg platziert war - war ein weiteres Warnsignal für den Kläger. Der Kläger hat nach alledem den Unfall selbst verschuldet.

    Das hier kann ich schlecht einschätzen:
    Dieser Weg gilt vorrangig dem Küstenschutz und nicht dem Verkehr.

    Wird der Zweck des Weges denn entsprechend angekündigt? In Köln am Rhein gibt es ja auch Deiche, und auch Schafe. Wenn da auf einem 4,5m breitem asphaltiertem Stück ein Anhänge 3m in Beschlag nimmt, fahr ich da ohne zu bremsen durch die Lücke.

    Ich werf mal 6.3.2 aus der RASt in den Raum:

    Die Anwendung der Grundregel „rechts vor links“ kommt vorwiegend bei Einmündungen und Kreuzungengleichrangiger Erschließungsstraßen, die in der Regel in Tempo-30-Zonen liegen, in Betracht. Für Straßen mitregelmäßigen Linienbusverkehr kommt die Rechts-vor-links-Regelung nur in Ausnahmefällen in Betracht (siehe auch Abschnitt 5.3.2).Diese Knotenpunkte müssen rechtzeitig erkennbar und in ihrer Vorfahrtregelung eindeutig begreifbar sein. Straßenelemente, die Zweifel an der Gleichberechtigung der Zufahrten wecken können, z. B. durchgehende Rinnen im Zuge einer der Straßen sind zu vermeiden.

    Im Kampf gegen Drogen, E-Scooter sollen verboten werden:

    Maßnahme gegen Drogenhandel: Brüssel verbietet E-Scooter
    In 19 Vierteln dürfen die Roller nicht mehr genutzt oder abgestellt werden. Ein Grund: Sie werden oft bei Schießereien im kriminellen Milieu eingesetzt.
    www.faz.net


    E-Scooter „erlauben es dem Benutzer, sich fortzubewegen und gleichzeitig eine automatische Waffe zu verwenden, zum Beispiel ein Maschinengewehr“

    Wäre ein Verbot von Maschinengewehren da nicht sinnvoller?

    Verboten ist es, sich dort „allein mit dem Ziel aufzuhalten, Drogen zu kaufen oder zu verkaufen“.

    Erinnert mich an "Anlüger frei". Also immer schön einen zweiten Grund haben.

    Ein Verkehrsberuhigter Bereich zum Beispiel muss so gestaltet sein, dass bereits durch die Gestaltung deutlich wird, dass Fahrzeuge dort nur sehr langsam fahren dürfen. In der Praxis wird das unter anderem durch den Belag deutlich gemacht. Beispiel:

    Das geht an der Frage vorbei:
    Die Frage war, wenn eine Infrastruktur bereits zum schnell fahren geeignet ist, was muss sie dann noch zusätzlich haben, damit sie auch zum langsam fahren geeignet ist?
    Oder anders gefragt:
    Ist nicht automatisch jede Infrastruktur, die zum schnell fahren geeignet ist, auch zum langsam fahren geeignet?

    Wobei eben mein Beispiel Autobahn laut Yeti nicht zählt. Ich könnte, von der Infrastruktur her, jeden Tag auf der Autobahn joggen gehen. Dem halte ich weiterhin entgegen: Nein, das ist per Gesetz verboten und die rechtliche Situation ist Teil der Infrastruktur. (Ganz konkret, das Schild Autobahn mit dem impliziten Verbot für Fußgänger)

    Aber welche besonderen Anforderungen werden denn an eine Verkehrsinfrastruktur gestellt, um darauf langsam zu fahren?

    Keine zu schnellen Fahrzeuge.
    Was ich meine: Keine 50er Roller auf der Autobahn, keine Radfahrer auf der Kraftfahrstraße, keine Fußgänger auf sehr sehr vielen Straßen.

    Rein theoretisch (und praktisch) kannst du eine Autobahn am Sonntag sperren und die eignet sich perfekt für Fußgänger, Inliner und Radfahrer. Aber wenn sie nicht gesperrt ist, ist sie absolut ungeeignet dafür.

    Edit: War jetzt nur ein spontaner Gedanke. Bitte nicht zu viel hineininterpretieren.

    Insofern betrachte ich den Fahrradklima-Test als alle zwei Jahre abgehaltenes Ritual, wo die Leute ihrer Unzufriedenheit Ausdruck verleihen dürfen.

    Ich halte die Fragen [,,,] für knieschießend kontraproduktiv.

    In meinem Bekanntenkreis und in der Presse ist der ADFC durch diesen Test alle zwei Jahre Gesprächsthema! Man könnte also auch unterstellen das Ziel ist Aufmerksamkeit, z.B. um Mitglieder zu generieren.
    Haben Radfahrer keinen Feind und keine Probleme, brauchen sie auch keinen Verband. Handlungsbedarf bei Radfahrern zu erzeugen, könnte(!) also gewollt sein.

    Es mangelt jedoch vollkommen an Berichten, wonach sowas tatsächlich mal zu Problemen geführt hätte.

    Ich habe das für mich als mögliches Risiko beim Fahren auf dem Schirm, nachdem ich schon mehrmals das ABS vom Hintermann genau in diesem Szenario gehört habe. Sprich zwei Autos überholen, es kommt Gegenverkehr, so dass es automatisch beim zweiten enger wird als beim ersten. Überholt der erste gesetzeskonform besteht das Problem nicht.

    Was mir schon häufiger (>5 mal) passiert ist:
    KFZ überholt teilweise und fährt dann rüber, bis zur Berührung. Ich bin dabei nie gestürzt, aber ich kann mir gut vorstellen, dass so viele Unfälle passieren. Insbesondere wenn das KFZ ein LKW oder Bus ist.
    Sadisten-Überholer, wie sie hier genannt werden, hatte ich auch schon zwei mit Berührung. Offiziell ist das dann ein Unfall (ggf. mit Fahrerflucht), da Schmerzen am Ellbogen. Nur Fahrer konnten jeweils nicht ermittelt werden.

    Aber hier noch eine Theorie von mir:
    Der vorgeschriebene Seitenabstand könnte Unfälle verhindern, bei denen nicht der eigentliche Überholer, sondern erst das nachfolgende Fahrzeug den Radfahrer trifft.

    Extrembeispiel: Ein Sprinter überholt auf der Landstraße einen Radfahrer mit 20 cm Abstand, ohne zu blinken und ohne nennenswert nach links auszuscheren. Ein dicht dahinter fahrendes Auto sieht den Radfahrer wegen des Sprinters zunächst überhaupt nicht. Erst nachdem der Sprinter vorbei ist, taucht der Radfahrer plötzlich vor ihm auf.

    Überholt der Sprinter dagegen mit Blinker und deutlichem Spurwechsel auf die Gegenfahrbahn, ist für den Hintermann schon vorher offensichtlich: Da ist etwas, dem der Sprinter ausweicht. Außerdem bekommt er durch das Ausscheren tendenziell früher Sicht auf den Radfahrer.

    Im ungünstigsten Fall kommt beim engen Überholen noch Gegenverkehr dazu, der Hintermann fährt nach rechts und sieht den Radfahrer erst dann, wenn es zu spät ist.

    Schade, das dieses mit einem einfachen „Ist ein Wanderweg, kein Radweg“ abgetan werden wird.

    Für mich hat es eine gewisse Ironie, dass sie aus Stuttgart kommen. Imho im Wald Fahren nur ab 2m Breite. Nun fordern sie in Bayern ein vergleichbares Verbot, zumindest an dieser Stelle.
    In Bayern steht wohl "geeignet" im Gesetz. Eigentlich ein geschickter Schachzug: Damit ist die Verkehrssicherungspflicht quasi immer erfüllt, weil, wenn sie es nicht ist, ist der Weg eben nicht geeignet, wie hier.

    huh? Wieso gehen Erwachsene voraus im Hochseilgarten? :/

    ich war noch nie in einem Hochseilgarten drin - mich interessiert aber, wie es zum Rettungseinsatz kommen konnte. Fakten bitte! ^^

    Von Baum zu Baum, oder Stamm zu Stamm, sind verschiedene Aktionen. Es gibt also das Sicherungsseil und in diesem Fall einen Stuhl, auf den man sich setzt. Am Stuhl ist ein Seil, an dem man sich zur anderen Seite ziehen kann. In der Mitte war noch ein kleines Hindernis, das man umschiffen musste. Dort hat sich mein Sohn mit dem Stuhl und Seil dermaßen verheddert, dass er weder vor noch zurück kam.

    Theoretisch hätte ich nur mit dem Sicherungsseil hingekonnt. Allerdings wird immer davor gewarnt, da ranzufassen, da dort der eigene Karabiner hängt und das schnell mal einen Finger kosten kann. Als das Personal unten mitbekommen hat, dass mein Sohn nicht mehr weiter kommt, wurde ich auch eindringlich gebeten, das nicht zu tun.

    Wäre ich voraus gegangen, hätte ich ebenfalls das Seil zwischen Stuhl und nächstem Baum zur Verfügung gehabt, um zu meinem Sohn zu kommen.

    Es gibt auch andere Aktionen, bei denen man sehr schnell wird, z.B. wie Spiderman in ein Spinnennetz fliegt. Dort muss man dann weiterklettern. Schafft das Kind das nicht alleine, kann man schlecht mit Schwung in das Kind rasen.

    Worüber ich vorher gar nicht nachgedacht habe: Wenn ich voraus gehe und das Kind es z.B. nicht schafft sich in den Stuhl zu setzen, muss man einfach nur warten, bis der nächste Besucher kommt: Der hilft bestimmt.

    Tja, das Befolgen der StVO §23 Abs. 1a wäre hier wohl die bessere Entscheidung? Ich würde argumentieren, dass ein Bild mitm Handy während der Fahrt zu machen, nicht erlaubt ist, wenn man das Ding dafür in die Hand nehmen muss. Ob hier law-and-order-CDU-Hamburg tätig wird? :whistling:

    Ich würde sagen, das steht da so nicht. Er war in einer Gegend mit dem Rad unterwegs, weil er ein Foto für seine Homepage machen wollte. Völlig legitim. Nirgends steht, dass er das Foto während der Fahrt machen wollte. Oder bin ich blind?

    Halb OT: Ich hatte schon mal von einem Restaurant am Rhein berichtet, bei dem die Fahrzeuge quasi immer auf dem Radweg parken und ihn auch entlang fahren. Hatte auch schon das Ordnungsamt angeschrieben. Das Restaurant ist jetzt abgefackelt. Und im Text befindet sich diese Perle:

    Zitat

    Vier Menschen können sich selbst vom Boot retten, sie bleiben verletzt.

    Rhein in Köln: Sürther Bootshaus vollständig ausgebrannt – 100 Feuerwehrleute im Einsatz
    Die Feuerwehr befindet sich wegen eines Brandes am Rhein im Einsatz. Verletzt wurde bei dem Feuer niemand.
    www.ksta.de

    18km/h als Schrittgeschwindkeit? Ist das aus einem Urteil? ich fand die 10km/h vom OLD Hamm schon sportlich, und hätte den Richter auf eine Laufrunde mit 6min pro km eingeladen.

    Ging es nicht um die Verfolgung? Ich meine innerorts sind meist auch nur 50 km/h erlaubt, trotzdem bekommt so gut wie niemand bei 51 km/h einen Strafzettel. Da geht es oft erst, je nach Blitzer und Gemeinde, bei 58-64 km/h los.

    Meine Erfahrung nach, ohne mit dem Sensor gemessen zu haben, scheint es durchaus Unterschiede zu geben, wie eng man überholt, je wird nach Erscheinungsbild.

    Ich hatte mit diesem Bild auf einem T-Shirt 14 Tage lang auf meinem Arbeitsweg exakt Null Dicht-Überholer oder Schneider in Köln. Sonst oft 2-3 pro Tag! Ja, gefühlt stimme ich der Aussage zu. Es haben sogar überdurchschnittlich viele Autofahrer freundlich Blickkontakt gesucht. Ebenfalls nur gefühlt.
    Allerdings hatte ich das T-Shirt nicht mit dem Gedanken angezogen, dass die Autofahrer dann freundlicher sind.
    https://en.30kmh.eu/files/2012/09/30kmh-coloured-e1346495642439.jpg

    Fahr ich nur mal mit dem Rad in die Stadt, zum Supermarkt etc., dann ohne Helm. Fahre ich 100 km mit dem Rennrad, vielleicht noch in einer Gruppe, dann mit Helm.

    Ansonsten ist meine Lieblingsstatistik, dass auf jeden getöteten Radfahrer im Straßenverkehr ca. 150 Menschen kommen, die aufgrund von Bewegungsmangel sterben. Nicht Radfahren (bzw. generell keine Bewegung, kein Sport) ist also viel viel gefährlicher. Sogar in meinem fahrradlastigen Bekanntenkreis starben viel mehr "Faule", durch Herzinfarkt, Schlaganfall als Radfahrer im Straßenverkehr.

    Wie groß ist eigentlich der Rebound-Effekt? (Mit Helm bin ich sicherer, also fahre ich riskanter.)

    Da gibt es hier in Köln die Story von einem Polizisten, mit der er Leute versucht zum Helmtragen zu überreden. Er ist MTB gefahren, eine schwierige Abfahrt, er hat kurz überlegt, ob er sie wirklich fahren soll, ist es und gestürzt. Der Helm hat ihm das Leben gerettet. Beinahe, so die Story, hätte er seinen Helm zuhause gelassen. Leider habe ich ihn nie persönlich getroffen, um die Frage zu stellen, ob er die Abfahrt überhaupt und wenn ja genauso riskant runtergefahren wäre, wenn er wirklich seinen Helm zuhause vergessen hätte.

    Rebound-Effekt bei den Autofahrern: Radfahrer mit Helm werden rein statistisch gesehen enger überholt als Radfahrer ohne Helm.