Zu dieser Fehleinschätzung (die ja oft besonders von den Ladeninhabern ausgeht) hatte ich neulich eine recht gute Erklärung gehört: Die Ladeninhaber selbst wohnen halt oft weiter am Stadtrand und fahren jeden Morgen in die Stadt (um am liebsten direkt vor dem eigenen Laden zu parken…). Und darum glauben sie dann, dass das ein Großteil ihrer Kunden genauso macht.
Und mit dem Onlinehandel verschärft sich das noch: Heute fährt kaum noch jemand in die Innenstadt, nur um dort irgendwas zu kaufen. Man geht (sic!) vielmehr in die Innenstadt, um "das Stadtleben zu erleben" – und dabei ist nichts störender als Autos. Selbst wer mit dem Auto in die Stadt kommt, sucht dort mehrere Orte auf (zwischen denen er zu Fuß geht). Und wenn man zu Fuß (oder mit dem Rad) da lang kommt, hält man auch nochmal an weiteren Läden an. Ich kenne das ja auch von meinen Radtouren – ich war bestimmt schon in 30 verschiedenen Läden irgendwo aufm Dorf, weil ich mir fix was zu Trinken besorgen wollte.
Und dieses Phänomen lässt sich sogar in den USA beobachten, wo es ja als Ketzerei gilt, mehr als 50 Meter zu Fuß zu gehen.