Beiträge von CKO

    Ich halte derartige Aktionen mittlerweile für kontraproduktiv. Der Hass der Autofahrenden wächst und wenn man die Kommentare außerhalb unserer Blase liest, zweifelt man umso mehr an der Wirksamkeit.

    So ähnlich habe ich vor einem halben Jahr auch gedacht. Wahrscheinlich werde ich auch bald wieder so denken, wenn ich mehr und mehr feststelle, wie wenig man doch der zunehmenden Rücksichtslosigkeit entgegenwirken kann. Wenn die Behörden nicht wollen oder nicht können, dann kann man wenig ausrichten.

    In diesem Fall finde ich jedoch, dass der Protest recht kreativ gelungen ist.

    Warum fahren die denn alle auf dem Gehweg? Macht ihr keinen Radlführerschein in Jena in der 4. Klasse?

    Befragung meiner (wahrscheinlich nicht repräsentativen) Tochter ergab: Die Kinder haben wirklich gesagt bekommen, dass sie ab 10 Jahre nicht mehr auf dem Gehweg fahren dürfen. Dafür sind die Schutzstreifen auf der Straße da. Aber ob sie explizit gesagt bekamen, dass die Straße auch ohne Schutzstreifen die zu wählende Verkehrsfläche ist?

    "Warum fahren die nicht auf der Straße, wo doch der Gehweg schon übervoll ist?", meinte sie zum Schluss. :/

    Ich werde morgen mal meine Tochter fragen, was sie in der 3. Klasse dort gelernt hat. Auf jeden Fall hat sie von dort großen Horror vor dem direkten Linksabbiegen mitgenommen. Lieber rechtzeitig auf den linken Gehweg wechseln .. oder zweimal an der Ampel warten. :(

    Das verbietet es, den Fußverkehr gegen den Radverkehr und umgekehrt gegeneinander in Stellung zu bringen. Das könnte allenfalls einem "schurkischen" Verkehrsplaner in den Sinn kommen, der versucht die beiden Verkehrsarten Fuß- und Radverkehr gegeneinander auszuspielen.

    Das würde ich nicht ausschließen. Jena hat unter den deutschen Großstädten einen sehr hohen Fußgängeranteil von immer noch 35% im Modal Split. Und es werden jährlich neue [Zeichen 240] aufgestellt, auch in Bereichen, wo man Schrittgeschwindigkeit fahren muss, um keine Fußgänger zu gefährden. Es gibt hier eine Tendenz, den Radverkehr von Flächen des Nahverkehrs fernzuhalten.

    Jenaer Radverkehr wächst – aber auf Kosten des Nahverkehrs
    Die neueste Untersuchung zur Verkehrsmittelwahl zeigt einen Trend auf, der im Umweltverbund nicht gut ankommt.
    www.otz.de

    Da eine StVB nicht aktiv am Verkehr teilnimmt, steht ihr völlig frei den Verkehr zu behindern und zu belästigen.

    Das ist die Frage, ob §1 nur für die aktive Teilnahme am Verkehr gilt. Doch was sich die StVB hier wieder geleistet hat, ist grauenhaft. Die Brücke ist tatsächlich ein Nadelöhr. Schüler, z.T. deren Eltern und Lehrer von 6 Schulen fahren da täglich rüber. Die Aufstellflächen an den benachbarten Ampeln reichen selbst im Winter kaum aus.

    An anderer Stelle auf dem Schulweg meiner Tochter habe ich im Dezember selbst ein temporäres Schild umgestellt, sodass es den Geh-/Radweg weniger einschränkt. Dort steht es nun seitdem. Vielleicht sind auf der Wiesenbrücke auch die Eltern gefragt, um für ihre von der StVB verhöhnten Kinder den Schulweg sicherer zu gestalten. :(

    Die Stadt stellt übrigens ihre Bemühungen um sichere Schulwege eindrucksvoll dar. https://service.jena.de/de/schulwegsicherheit-anfragen

    Unter Details kommt dort ein Foto zum Vorschein, dass auch Yeti davon überzeugen könnte, dass sich das Epizentrum des Geisterradelns in Jena befindet.

    Mich irritieren an der Neubeschilderung v.a. zwei Dinge:

    1. Es ist sehr zu bezweifeln, dass die StVB hier irgendeine Änderung in der Nutzung der neu beschilderten Wege beabsichtigt. Es sei denn, sie wollen die Fußgänger, die dort ohnehin schon in der Minderheit sind, nachdrücklicher von diesen Wegen verdrängen. Z.B. ein selbstbewussteres (aggressiveres) Beiseite klingeln derselben durch eilige Radfahrer befördern. :/
    2. Die bisherige Beschilderung war auf diesen Wegen durchaus angemessen. Und die StVB hat von jedem von uns dreien ( DMHH, MTL und mir) noch jeweils mehrere Hinweise auf Beschilderungen im Stadtgebiet, die tatsächlich einer Korrektur bedürfen. Das gibt Stoff für die nächste Beiratssitzung. :(

    Insgesamt beunruhigend an der Sache ist, dass jetzt noch mehr Z. 240 [Zeichen 240] beim Kommunalservice rumliegen, die irgendwo anders angebracht werden können. =O

    Warum steht da kein solches Schild?

    Auch wenn das Fahrradsymbol sichtlich mitgenommen aussieht, es ist VZ. 240: [Zeichen 240]

    In Deutschland gibt es massenhaft Gehwege, die mit [Zeichen 240] beschildert sind, und de jure damit zu gemeinsamen Geh- und Radwegen werden. Ein Ärgernis, was bereits zu tausenden Beiträgen in diesem Forum geführt hat. ;)

    Die Idee, dass man hinter dem Kind selbiges vollständig steuern kann ist zumindest optimistisch -- ein Kind ist kein ferngesteuertes Auto und manchmal setzt auch bei kurzem Abstand der "Funkkontakt" aufgrund von Abgelenktheit kurz aus.

    Ja, auch mich hat die Vorgabe, dass man als Begleitperson immer hinten zu fahren hat, sehr irritiert. Bei zwei Begleitpersonen ist es natürlich das Beste, wenn eine vorn und die andere hinten fährt. Doch ist bei einer Person nicht schon die natürliche Ordnung so, dass die Mama vorn geht und die Küken hinterher?

    Es gibt Situationen, wo es günstiger ist, hinten zu fahren und wenn nötig zu brüllen. Doch in vielen Fällen ist schon so wie von zud_ritt beschrieben, Wahrscheinlich war bei dem Fall, wo die Mütter in Berlin zahlen mussten, auch der Abstand des Kindes zur Mutter zu groß. Merkwürdig ist es dennoch, dass die Polizisten offensichtlich so grob waren.

    Ist denn der breite Weg auf dem Hochbord auf der linken Seite des Bildes für den Radverkehr in beide Richtungen frei gegeben? Oder fahren die da nicht ordnungsgemäß, die da mit dem Fahrrad fahren?

    Der Weg auf der linken Seite ist nur in eine Richtung (stadteinwärts) für Radverkehr freigegeben [Zeichen 239][Zusatzzeichen 1022-10] , ab der Stelle, wo die Pflasterung beginnt aber [Zeichen 240], exakt vor der Haltestelle. Ehrlicherweise hätte die StVB dort [Zeichen 240] [Zusatzzeichen 1012-30] [Zusatzzeichen 1012-32] untereinander anbringen müssen. Die Radfreigabe im Bereich davor will die StVB übrigens aufheben, weil der dortige Gehweg von Fußgängern in beide Richtungen benutzt wird. Aber [Zeichen 240] im Haltestellenbereich bleibt, das ist eine Forderung des Nahverkehrs. ?( Ullie: Das ist leider so, sobald es in Jena einen straßenbündigen Gleiskörper gibt, hat der Radverkehr verloren. Da werden auch auf Hauptverbindungen des Radverkehrs 24-7-Bettelampeln zur Querung aufgestellt, um die freie Fahrt der Tram abzusichern.

    Ja, sämtliche Radfahrer auf dem Foto fahren regelwidrig, sind "Versager" und selbst schuld, wenn sie umgefahren werden (O-Ton StVB).

    Und der mit einem weißen Streifen abmarkierte Fahrstreifen in Geradausrichtung, was ist damit? Ist das eine gemeinsame Fahrbahn für Fahrradfahrer und Autofahrer oder für Fahrradfahrer und ÖPNV? Da kein Schild zu sehen ist, tippe ich auf ersteres.

    Das darf sich wohl jeder selbst überlegen. Hier ist Ende der Ausbaustrecke, was sich massiv auf die Gefährlichkeit der Schienen für den Radverkehr auswirkt. Es geht dann eingleisig weiter. Als Radfahrer muss man dem Hochdachkombi hinterher fahren, links der Linie, auch das 10-jährige Mädchen muss es laut StVO. (Meine Tochter umfährt diese Stelle großräumig, biegt schon 500 m vorher von dieser Straße ab.) Fährt man rechts vom Gleis, kann einem eine Tram entgegen kommen, und man sitzt in der Falle.

    Ist das ein echtes Foto von einer echten Situation, oder ist es eine Fotosimulation?

    Leider echt. Und ich musste mich für das Foto nicht auf die Lauer legen. Nur kurz anhalten.

    Auf Ihre Kollegen ist da leider kein Verlass, wie auch einer meiner Bekannten im letzten Jahr erfahren musste, als er, das Unfallopfer, von Ihnen in der Pressemitteilung in der Überschrift als „leichtsinniger Radfahrer“ verunglimpft wurde:

    Habe am Sonntag meinen Bekannten noch einmal darauf angesprochen. Er sagte mir, dass die Beamten bei der Unfallaufnahme nicht bereit waren, ein paar Meter zurück zu laufen, um die Beschilderung in Augenschein zu nehmen. Auch wurde er überhaupt nicht angehört, sondern sie haben 1:1 die Aussagen der Unfallverursacherin in den Bericht geschrieben. Die gleiche Frau hat ihn einige Wochen später in der Kahlaischen Straße zw. Puschkinplatz und Felsenkeller vor der rot werdenden Ampel noch schnell überholt um vor ihm an den rechten Rand zu fahren. :/

    Ich wohne im Epizentrum des Geisterradelns und obwohl es eigentlich ganz einfach ist, dass es (in der Regel) verboten ist, kann ich nachvollziehen, woher das kommt, dass es so viele tun. Die Lösung sehe ich übrigens auch nicht darin, abzuwarten bis alle Geisterradler plattgefahren wurden, sondern Maßnahmen zu ergreifen, die regelkonformes Verhalten fördern und über die Risiken aufzuklären.

    Ich wohne ebenfalls im Epizentrum des Geisterradelns, wenn auch 400 km von Stade entfernt. Wir hatten kürzlich eine Verkehrsschau. Im Bericht der StVB wird Geisterradeln nicht klar benannt, sondern es ist von "menschlichem Versagen" und Nichtbeachtung der StVO die Rede. Wer sich hier nicht traut, auf der Straße weiterzufahren, ist halt ein Versager. :(

    Das hier noch als Erklärung dazu:

    Zitat

    Ob es was nützt, weiß ich nicht. Zumindest habe ich die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben, dass das Radfahren in Jena seltener im linken Seitenraum (zumeist regelwidrig, wird dann auch als Geisterradeln bezeichnet) stattfindet als es zurzeit der Fall ist. Dass es sich also mehr auf Fahrbahn und rechten Seitenraum verlagert. Ebenso die Hoffnung, dass die allgemeine Betriebsgefahr von Fahrzeugen, die 1-2 Tonnen schwer sind, stärker in den Fokus der Öffentlichkeit gebracht wird. Ein einzelner Fehler - die Aufmerksamkeitsdefizite nehmen in unserer Zeit immer mehr zu - kann schwere Folgen für andere haben. Ein so schweres Fahrzeug zu führen ist eine hohe Verantwortung.

    Nun habe ich mir die Mühe gemacht, was zu schreiben:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    da die Pressemitteilungen der Polizei über Verkehrsunfälle unter anderem auch verkehrserzieherische Wirkung haben sollen, beachte ich sie soweit es mir möglich ist. Auch im Hinblick darauf, meine eigene Gefahrenwahrnehmung und –bewertung als Verkehrsteilnehmer zu verbessern. Diesbezüglich haben mich in den letzten Monaten einige Meldungen irritiert, worüber ich Ihnen hiermit berichten möchte.

    Die Meldung vom 10.11.21

    LPI-J: Radfahrer übersehen
    Jena (ots) - Dienstagmittag befuhr eine 22-jährige Fahrerin eines Pkw BMW die Friedrich-engel-Straße in Richtung Ziegenhain. An der Kreuzung Camsdorfer Ufer…
    www.presseportal.de

    mit der Überschrift "Radfahrer übersehen" hat mich stutzig gemacht. Sie schreiben:

    An der Kreuzung Camsdorfer Ufer startete die Frau den Abbiegevorgang nach links, übersah jedoch den entgegenkommenden und vorfahrtsberechtigten 72-jährigen Radfahrer.

    Dazu die Zeitangabe Dienstagmittag. Da schien die Sonne, von rechts. Der Radfahrer hat sich Ihrer Unfallbeschreibung nach auf der Fahrbahn, ideal im Sichtfeld der Unfallverursacherin befunden. Man kann dort etwa 100 m weit in die Friedrich-Engels-Str. hineinsehen. Wenn sich ein Radfahrer nicht gerade hinter einem Bus befindet, muss man geradezu die Augen schließen, um ihn nicht zu sehen:

    Mapillary cookie policy use

    Darum verwundert mich die Überschrift "Radfahrer übersehen", die irgendwie suggeriert, dass der Radfahrer sich zuvor z.B. im Seitenraum außerhalb der Wahrnehmung des Kfz-Verkehrs bewegte. Wenn hier nicht irgendein die Wahrnehmung erheblich erschwerender Umstand vorlag, dann müsste die Überschrift doch lauten "Vorfahrt missachtet" oder sogar "Vorfahrt grob fahrlässig missachtet", zumal währenddessen ein gelber Pfeil an der Ecke Friedrich-Engels-Str. / Camsdorfer Ufer geblinkt hat. Um zu verdeutlichen, dass die Gegenrichtung ebenfalls Grün hat.

    Die Meldung vom 18.11.

    LPI-J: Verletzte Radfahrerin
    Jena (ots) - Eine 36-jährige E-Bikefahrerin war am Mittwochvormittag auf dem Radweg der Tatzendpromenade in Richtung Zentrum unterwegs. Ein33-jähriger Fahrer…
    www.presseportal.de

    mit der Überschrift „Verletzte Radfahrerin“ behauptet: Eine 36-jährige E-Bikefahrerin war am Mittwochvormittag auf dem Radweg der Tatzendpromenade in Richtung Zentrum unterwegs. Das war mitnichten der Fall. Dort gibt es keinen Radweg. Es gibt dort einen Gehweg, der rechtsseitig für Radverkehr (in Schrittgeschwindigkeit) freigegeben ist. Linksseitig ist er nicht freigegeben. Die Radfahrerin fuhr somit auf dem Gehweg. Linksseitig! Warum nimmt die Pressestelle der Polizei hier keinen angemessenen verkehrserzieherischen Einfluss, zumal das von der Bundesanstalt für Straßenwesen nahegelegt wird?

    In der Studie: „Nutzung von Radwegen in Gegenrichtung – Sicherheitsverbesserungen“

    BASt - Berichte der BASt - Nutzung von Radwegen in Gegenrichtung - Sicherheitsverbesserungen

    Dort heißt es u.a.: Für die Verkehrssicherheitsarbeit kommt der Information und Aufklärung des Radverkehrs über die Gefahren des Linksfahrens besondere Bedeutung zu. [..]Bei Einrichtungsradwegen sollte das regelwidrige Linksfahren insbesondere bei Unfallauffälligkeiten überwacht und geahndet werden.

    Andere Städte gehen hierin wesentlich weiter:

    Stadt warnt Falschfahrer auf Radweg mit Schild vor Unfallgefahr
    Mit neuen Schildern versucht die Stadt Leipzig, die Unfallgefahren auf der Todes-Kreuzung an der Kleinmesse zu bannen. Dabei im Visier: Falschfahrer, die…
    www.lvz.de

    Die Meldung vom 1.12.21

    LPI-J: Unfallzeugen gesucht
    Jena (ots) - Am Freitag, dem 16.11.2021 ereignete sich gegen 14:50 Uhr ein Verkehrsunfall in der Straße des 17. Juni Ecke Philosophenweg. Eine 19-jährige…
    www.presseportal.de

    mit der Überschrift „Unfallzeugen gesucht“ beschreibt ein grob fahrlässiges Verhalten einer Radfahrerin. Auf dem linksseitigen! Gehweg fährt eine junge Frau mit dem Rad und wundert sich, dass sie übersehen wird? Wenn da von links ein Auto aus dem Philosophenweg kommt, wie soll dessen Fahrer damit rechnen, dass hinter der Mauer jemand regelwidrig mit dem Rad angefahren kommt und einfach so vors Auto fährt?

    Mapillary cookie policy use

    Hier wäre ein Hinweis auf die grobe Fahrlässigkeit der Radfahrerin sehr angebracht.

    In der Meldung, vom 20.1.22

    LPI-J: Radfahrer übersehen
    Jena (ots) - Eine 32-Jährige VW-Fahrerin übersah am Mittwochabend einen 24-jährigen Radfahrer und kollidierte mit diesem. Die Frau war auf der…
    www.presseportal.de

    mit der Überschrift „Radfahrer übersehen“ wird behauptet: Hierbei übersah sie den jungen Mann, der die Westbahnhofstraße in Richtung Ernst-Haeckel-Straße auf dem Radweg befuhr. Auch das ist eine falsche Aussage: Es gibt keinen Radweg in der Westbahnhofstraße. Es gibt bergauf einen rechtsseitig für den Radverkehr (in Schrittgeschwindigkeit) freigegebenen Gehweg. Der junge Mann fuhr somit zweifelsfrei auf dem Gehweg. Regelwidrig. Linksseitig! Das hätten auch Sie in der Pressestelle feststellen können, ich meine sogar: müssen. Warum wird das nicht getan? Und warum findet dieses regelwidrige Risikoverhalten keine weitere Erwähnung in der Pressemitteilung?

    Allerdings ist es auch so, dass verkehrswidriges Risikoverhalten von KfZ-Führern in den Pressemeldungen „galant übergangen“ wird. Wie z.B. in dieser Meldung vom 13.1.22:

    LPI-J: Erst Tritt, dann Streit
    Jena (ots) - Mittwochnachmittag wurden Beamte der Jenaer Polizei zu einem Disput zwischen einem Rad- und einem Pkw-Fahrer in die Krautgasse gerufen. Wie sich…
    www.presseportal.de

    mit der Überschrift: „Erst Tritt, dann Streit“. Der dortige Formulierung: Der 42-jährige Mercedesfahrer überholte in der Krautgasse einen 34-Jährigen, welcher mit seinem Drahtesel unterwegs war. Dies missfiel dem Radler derart, dass er gegen den überholenden Mercedes trat und ihn damit leicht beschädigte. ist für jeden Radfahrer, der täglich im Straßenverkehr unterwegs ist, ein Schlag ins Gesicht. Wenn man die Bedrängnis selbst mehrfach erlebt hat, in die man als Radfahrer durch leichtsinnige Überholmanöver gerät, ist man einfach nur schockiert über solche Polizeiberichte. Vielleicht hilft Ihnen dieses Video (aus Irland, Linksverkehr), um sich besser in die Lage von Radfahren in solchen Situationen hineinzuversetzen:

    Righttobikeit on Twitter
    “If I can slap the side of your car your too close. If I can beat down on your bonnet what does that tell you? Woman driver completely unflinching . @roadcc…
    twitter.com

    Dann würden auch Sie zuerst die Nichtbeachtung des Sicherheitsabstands thematisieren, denn ohne dass sie sich in akuter Bedrängnis befinden, schlagen Radfahrer nicht aus. Und auf eine Schrittlänge von mindestens 1,50 m kommen nur Giraffen, aber keine Menschen.

    Ich hoffe, Ihnen mit diesen ausgewählten Meldungen folgende Anregungen mitzugeben:

    Prüfung der verkehrsrechtlichen Anordnung und Sichtverhältnisse an Unfallstellen.

    Auf Ihre Kollegen ist da leider kein Verlass, wie auch einer meiner Bekannten im letzten Jahr erfahren musste, als er, das Unfallopfer, von Ihnen in der Pressemitteilung in der Überschrift als „leichtsinniger Radfahrer“ verunglimpft wurde:

    LPI-J: leichtsinniger Radfahrer
    Jena (ots) - Auch in Maua kollidierte ein Pkw mit einem Radfahrer, der sich dabei leicht verletzte. In diesem Fall setzte allerdings der 58-Jährige Radler die…
    www.presseportal.de

    Daraufhin sprach ich seine Frau an, er ging am nächsten Tag zur Polizeidienststelle, und Sie haben anschließend folgende Korrektur zur Meldung herausgegeben:

    LPI-J: Unfallverursacher im Nachgang korrigiert
    Jena (ots) - Manchmal ist es doch anders, als es auf den ersten Blick scheint. Am 20.Mai 2021 berichteten wir von einem Unfall, der sich tags zuvor auf dem…
    www.presseportal.de

    Klare Benennung des Risikoverhaltens der Unfallbeteiligten:

    Das ist natürlich oft nicht leicht, dieses zweifelsfrei festzustellen. Aber ein paar häufige Risikofaktoren gibt es schon: Z.B. sind Geisterradeln, Nichteinhaltung des Sicherheitsabstands, Geschwindigkeitsüberschreitung, Unachtsamkeit durchaus wert, öfter in den Presseberichten als solche benannt zu werden.

    Mit freundlichen Grüßen,

    Mal gucken, vllt schreib ich heut abend noch was. Vielleicht nehm ich es als Aufhänger für Kontrollen zum Überholabstand :/

    Hast Du schon etwas geschrieben? Ich würde sonst evtl. auch auf diese Meldung Bezug nehmen, wenn ich vll morgen? Abend dazu komme, was zu schreiben. Auf jeden Fall sollte man die Bedrängnis des ungeschützten, sich legal fortbewegenden Bürgers thematisieren, wenn eine 1-2 Tonnen schwere rücksichtslos geführte Blechkiste in seinen Sicherheitsbereich gelenkt wird. Das habe ich zumindest versucht, als ich erstmals? als (anonymer) Mangel im städtischen Meldesystem eingetragen wurde: =O

    #2785-2019 Straße/Gehweg/Radweg | Jena Mängelmelder

    aber die Pflicht, dies bis zum 8. Lebensjahr zu tun, ersatzlos streichen?

    Ach ja, regelwidriges Fahren hat meine Tochter bei mir bereits vor dem 8. Lebensjahr gelernt. Meine Hemmschwelle ist da von Jugend auf recht niedrig. Blöd ist es dennoch, wenn die Vorschriften einfach so unzweckmäßig sind. In anderen Lebensbereichen haben wir dafür weniger Konflikte mit den Regeln. ;)

    Nachdem meine Aufmerksamkeit rings um die Weihnachtstage eher familiär gebunden war, an dieser Stelle alles Gute und Gottes Segen im Neuen Jahr den aufmerksamen Radfahrern in dieser Runde.

    Ja, ich habe noch was an die Polizei zu schreiben. Und es ist sehr sinnvoll, dass wir nicht als Einzelkämpfer unsere Kraft verpulvern.

    Als ich mich letzte Woche mal durch die Unfallmeldungen gescrollt habe, fiel mir ebenfalls die Meldung mit dem vermeintlichen Radweg in der Kahlaischen Straße auf. Denkt man doch, dass die Beamten in der Pressestelle die Infrastruktur ihres Reviers kennen sollten. Doch auch dort ist Aufklärungsarbeit nötig.