Beiträge von DMHH

    https://www.zeit.de/2026/46/verkeh…cooter-schulweg (archive)


    Zitat

    Auch die Zahl der Fahrradunfälle mit Kindern stieg zuletzt an. Die meisten der 29.273 Kinder, die 2025 verunglückten, saßen auf einem Fahrrad: 34 Prozent. 13 von ihnen starben, fünf mehr als im Vorjahr.

    Die meisten solcher Unfälle passieren laut Statistischem Bundesamt auf dem Schulweg. Die größte Stellschraube für mehr Verkehrssicherheit, sagt Weiß, liege also in beleuchteten Zebrastreifen, abgetrennten Radwegen, gut einsehbaren Kreuzungen, Schulstraßen. »Mit solchen kleinen Maßnahmen könnten die Kommunen mehr Sicherheit erreichen«, sagt der Verkehrsexperte.

    LPI-J: Zusammenstoß am Magdelstieg
    Jena (ots) - Ein 57-jähriger Radfahrer befuhr Mittwochabend den Magdelstieg auf dem Fahrradstreifen. Zeitgleich wollte ein 26-jähriger PKW-Fahrer vom…
    www.presseportal.de

    Radfahrer fährt also auf "Radstreifen", Autofahrer biegt rechts ab. Es kommt zum Unfall.

    das ist hier.

    • es gibt keinen Radstreifen, nur einen Schutzstreifen
    • wer rechts in den Fichteplatz abbiegt, quert aber keinen Schutzstreifen
    • es wäre auch echt ungewöhnlich, auf einem Schutzstreifen bei erlaubter zHg30 von einem rechts abbiegenden Kfz übersehen zu werden.

    nach einigem hin- und her mit der Pressestelle der Polizei kommt dann die Erklärung:

    Zitat

    beide Fahrzeugführer fuhren den Magdelstieg bergauf in Richtung Tatzendpromenade. Dabei fuhr der Radfahrer auf dem für Radfahrer freigegebenen Gehweg.

    Als dieser auf Höhe der Einmündung Fichteplatz die Straße überquerte um seine Fahrt in Richtung Tatzendpromenade fortzusetzen, wurde er von dem nach rechts abbiegenden PKW erfasst. Auf der Straße ist in diesem Bereich eine Doppelte Haltelinie angebracht. Möglicherweise haben die Unfallbeteiligten vor Ort im Rahmen einer Befragung diese als Fahrradstreifen bezeichnet als sie den Unfallhergang schilderten.

    Beim Unfalltyp handelt es sich also um einen Abbiegeunfall.

    ach, ach guck... Gehwegradeln, so sicher. Selbst mit Schrittgeschwindigkeit wird man da umgenietet :rolleyes:

    Ich denke es ist sehr schwer einerseits einen leicht verständlichen und sowohl (von den angeschnittenen Themen her) umfangreichen, als auch schnell bearbeitbaren Fragebogen zu erstellen.

    Die Schwierigkeiten haben alle, die Antworten haben wollen. Und es ist ja nun nicht so, als hätten wir als Gesellschaft von sowas überhaupt keine Ahnung und wüssten nicht, wie man so etwas "gut" macht. Das ist auch nicht mehr die Umfrage zur Zufriedenheit der Mitglieder des lokalen Dackelzüchtervereins, sondern mit dem Ergebnis wird auch Politik gemacht. Oder möchte gemacht werden.

    Und meine Kritik richtet sich auch nicht primär gegen die Umfrage nach einem "Bauchgefühl". Aber selbst dieses Bauchgefühl ließe sich objektiver abfragen als mit der gegenwärtigen Fragestellung. Aber ist eben nicht das Ziel. Ziel kann bei so einer Umfrage immer nur sein, am Ende zu verkünden: "alles scheiße, wir brauchen mehr [Radwege, Radwegförderung, Verkehrsverbote, Sonderwege, Rundum-Sorglos-Pakete bei Alles mit Sahne obendrauf]"

    Und lokal feiert / fragt man sich, wieso das Ergebnis dieses Jahr von 4,2 auf 4,1 ggü letztem Jahr oder umgekehrt ausfällt, anstatt zu erkennen, dass das bei den schwammigen Fragen einfach statistisches Rauschen ist.

    ach, die Frage muss kommen:

    "was ist mit der berühmten Grafik 'Bild 7 - Belastungsbereiche zur Vorauswahl von Radverkehrsführungen'?"

    die ist raus. stattdessen gibt's jetzt eine Kreuztabelle, die keine "Zonen" mehr hat.

    nur (unter anderem)

    RSVRadvorrangrouteBasisstandard
    Mischverkehr mit Kfz bei Tempo 50nicht geeignetnicht geeignetmöglich
    Mischverkehr mit Kfz bei Tempo 30nicht geeignetnicht geeignetmöglich*

    * subjektiv sicher

    Und weil ich so neugierig bin, hab ich mal etwas intensiver gesucht und eine Entwurfsfassung von Ende 2025(!) gefunden.

    Der Unterschied zur dann hoffentlich bald publizierten Fassung wird mehr als nur redaktioneller Art sein - aber auch die Entwurfsfassung nicht umfangreich verändert sehen.

    Ich würde die ERAneu mal umbenennen in "Empfehlungen zur Anlage von Radwegzeugs" und den Inhalt im Folgenden so zusammenfassen:

    • (stärkere) Verknüpfung von Netzbedeutung eines Radweges und dessen Ausbaustandard
    • deutlich stärkere Empfehlung der Trennung Fuß- und Radverkehr, die auch an unterschiedlichen Stellen der ERA themenspezifisch wiederholt wird
    • Futter für die "gefühlte Sicherheit!"-Rufer, da die Subjektive Sicherheit als ein wesentliches Entwurfsziel bei der Planung herausgearbeitet ist.
      (und dazu zählen dann natürlich: bauliche Trennung zum Kfz-Verkehr bzw. geringe Kfz-Verkehrsstärke wenn Mischverkehr und 'kein unangemessenes Überholverhalten oder Drängeln')
      gibt sogar PBLs in der ERA || ach halt 'Radwege mit Trennelementen auf Fahrbahnniveau' die dann aber (hahahaha) keine Radfahrstreifen sind, sondern Radwege auf Fahrbahnniveau :S
    • weniger "wilde" Entscheidungsfreiheit der StVB, mehr wenn-dann-sonst-Führung durch den Dschunge der Optionen von Radverkehrsführung
    • Formulierung zu Bestandsradwegen (Prüfung, Behebung von Mängeln oder sonst Rückbau / verhinderung der Nutzung)

    So ganz grundsätzlich würde ich sagen, dass die ERA tendenziell als Entscheidungsgrundlage dienen möchte, die Geschwindigkeit innerorts zu reduzieren, Parkstreifen zurückzubauen. Es wird aber klar kommuniziert, dass Mischverkehr nur unter ganz, ganz, ganz eng begrenzten Szenarien eine "gute" Fürhungsform sein kann. Die Anwendung der ERA in einer gebauten Stadt wird noch teurer und umständlicher

    ... so, und ich bin gerade erst zu 1/3 durch =O

    ich glaub, du hast einen link zu einem konrekten Fragebogen mit deiner SessionID geteilt ;)

    Davon ab: die Fragen sind so grandios schwammig und schwurbelig, dass es einzig und allein um das Bauchgefühl der Befragten geht.

    Ich fang mal an:

    NrAussage positivAussage negativ
    1Bei uns macht Radfahren Spaß.Bei uns ist Radfahren Stress.
    2Bei uns werden Radfahrer:innen als Verkehrsteilnehmende akzeptiert.Bei uns wird man als Radfahrer:in
    nicht ernst genommen.
    3Bei uns fahren alle Fahrrad –
    egal, ob alt oder jung.
    Bei uns fahren eher nur bestimmte
    Gruppen Fahrrad.
    4Bei uns wird viel fürs Radfahren
    geworben.
    Bei uns findet keine Werbung
    für das Radfahren statt.
    5Bei uns wird in den Medien meist
    positiv über Radfahrer:innen berichtet.
    Bei uns wird in den Medien nur
    über Unfälle und das Fehlverhalten
    von Radfahrer:innen berichtet.
    6Bei uns wurde in jüngster Zeit besonders
    viel für den Radverkehr getan.
    Bei uns wurde in jüngster Zeit
    kaum etwas für den Radverkehr getan.
    7Bei uns überwacht die Stadt streng, dass Autos nicht auf Radwegen parken.Bei uns wird großzügig geduldet, wenn Autofahrer:innen auf Radwegen parken.
    8Bei uns werden Radwege regelmäßig
    gereinigt.
    Bei uns werden Radwege selten gereinigt.
    9Bei uns sind die Ampelschaltungen gut auf Radfahrer:innen abgestimmt.Bei uns sind Ampelschaltungen
    nicht gut auf Radfahrer:innen abgestimmt.
    10Bei uns werden im Winter Radwege
    geräumt und gestreut.
    Bei uns werden im Winter Radwege
    nicht geräumt und gestreut.
    11Bei uns fühlt man sich als
    Radfahrer:in sicher.
    Bei uns fühlt man sich als
    Radfahrer:in gefährdet.
    12Bei uns gibt es selten Konflikte zwischen Radfahrer:innen und Fußgänger:innen.Bei uns gibt es häufig Konflikte zwischen Radfahrer:innen und Fußgänger:innen.
    13Bei uns gibt es selten Konflikte zwischen
    Radfahrer:innen und Autofahrer:innen.
    Bei uns gibt es häufig Konflikte zwischen
    Radfahrer:innen und Autofahrer:innen.
    14Bei uns gibt es keine Hindernisse
    auf Radwegen und Radfahrstreifen.
    Bei uns gibt es viele Hindernisse auf
    Radwegen und Radfahrstreifen
    15Bei uns kommt Fahrraddiebstahl
    selten vor.
    Bei uns werden Fahrräder
    oft gestohlen.
    16Bei uns sind Wege für Radfahrer:innen
    angenehm breit und erlauben ein
    problemloses Überholen langsamerer
    Radfahrer:innen.
    Bei uns sind Wege für Radfahrer:innen
    oft zu schmal.
    17Bei uns sind Wege für Radfahrer:innen
    angenehm glatt und eben.
    Bei uns sind Wege für Radfahrer:innen
    holprig und in schlechtem
    baulichen Zustand.
    18Bei uns findet man überall
    komfortable und sichere Abstellmöglichkeiten.
    Bei uns findet man kaum geeignete
    Abstellmöglichkeiten.
    19Bei uns werden Radfahrer:innen
    an Baustellen bequem und sicher
    vorbeigeführt.
    Bei uns werden Radfahrer:innen an
    Baustellen meistens zum Absteigen
    und Schieben gezwungen.
    20Bei uns kann man Fahrräder einfach und
    preiswert in öffentlichen Verkehrsmitteln
    mitnehmen.
    Bei uns ist es schwierig und/oder teuer,
    Fahrräder in öffentlichen Verkehrsmitteln
    mitzunehmen.
    21Bei uns ist das Stadtzentrum gut mit dem
    Fahrrad zu erreichen.
    Bei uns ist das Stadtzentrum schlecht mit
    dem Fahrrad zu erreichen.
    22Bei uns kann man zügig und
    direkt Ziele mit dem Rad erreichen.
    Bei uns wird man am zügigen Fahren
    mit dem Rad gehindert und muss
    Umwege fahren.
    23Bei uns sind die meisten Einbahnstraßen
    in der Gegenrichtung für Radfahrer:innen
    freigegeben.
    Bei uns ist in den meisten Einbahnstraßen
    das Fahren in der Gegenrichtung für
    Radfahrer:innen nicht erlaubt.
    24Bei uns können sich Radfahrer:innen
    an eigenen Wegweisern gut orientieren.
    Bei uns gibt es keine (oder nur sehr
    schlechte) Wegweiser für Radfahrer:innen.
    Bei uns sind öffentlich zugängliche
    Leihfahrräder für jede:n einfach,
    zuverlässig und preisgünstig nutzbar.
    Bei uns gibt es nicht einmal die
    Möglichkeit, ein Fahrrad zu mieten.
    Bei uns ist es insgesamt sehr fahrradfreundlich.Bei uns ist es insgesamt überhaupt nicht
    fahrradfreundlich.

    dann kommt noch eine auch so gelabelte "Gefühlsfrage":

    Wie hat sich aus deiner Beobachtung heraus die Anzahl der Radfahrenden in deinem Ort in den letzten Jahren entwickelt?


    Das ist die Zeit nicht wert, daran teilzunehmen. Wenn man alles (z.B. Wege für Radfahrer:innen - was ist damit gemeint? Fahrbahn oder nur Radweg?) in einen Topf wirft, ohne auch nur einen Funken Bezug zu Raum & Zeit - was soll denn da bitte herauskommen?

    Das ist von Radfahrern für die Peergroup "Radfahren braucht mehr Sonderwege und Kümmerei!" geschrieben. Und genau die stimmen da auch ab.

    Ich gehe jede Wette ein, dass die Antworten meines Nachbars in der überwiegenden Fragezahl quasi diametral zu meinen Antworten lägen.

    Selbst bei grundsätzlich objektivierbaren Zahlen wie "Anzahl der Fahrraddiebstähle" oder "freigegebene Einbahnstraßen". Bin ich froh, da keine Kohle mehr ins Vereinssystem zu werfen...

    Ich mach hier schonmal einen neuen Thread auf, das Thema wird demnächst aktuell:

    Die neue Fassung der ERA soll auf dem "Deutschen Straßen- und Verkehrskongress 2026" vorgestellt werden, welche vom 14. - 16. Oktober in Wiesbaden stattfindet.
    Konkret ist im Programmheft am Donnerstag 14:00 unter "Neue Entwurfsregelwerke" der Punkt "Neue Empfehlungen für Radverkehrsanlagen (ERA 26)" zu finden.

    Ich war nicht da - aber "die" neue ERA wurde da zumindest nicht vorgestellt im Sinne von "ab jetzt verfügbar"


    Der Entwurf der „Empfehlungen für Radverkehrsanlagen“ (ERA) soll ab 2025 in die Gremienabstimmung gehen. Mit einer Veröffentlichung kann ab 2026 gerechnet werden.

    Das steht auf der Homepage der FGSV. :(

    Vermutlich wurde vorgestellt, was in der neuen ERA großartig anderes geplant ist und dass man jetzt auf der Zielgeraden ist und fast nur noch redaktionelle Überarbeitung durchführt etc.

    "brachte die Geschädigte zum Anhalten" vs. "hinderte die Geschädigte am Weiterfahren"

    Laut Polizei/Aussage stand das Auto also nicht, sondern fuhr :whistling:

    und da, wo man langsam fahren müsste, überholst du nicht / fährst daneben. Aber sei es drum, die Meldung ist für den Papierkorb / den Aufreger-Mob: Nichts wert.

    Hamburg, Friedhof Ohlsdorf:

    https://www.abendblatt.de/hamburg/hambur…hwerde-ein.html (archive)

    Kopf -> Tisch.

    Ich möchte das gerne begründen: die Beschwerde über Radfahrende mag sehr wohl begründet sein. Und ich glaube sofort, dass dort über den großen Parkfriedhof mit seinen breiten, geraden, autoarmen Straßen viele Rennradler schnell fahren, um von Ost nach West oder umgekehrt zu kommen. Das Problem der "Abkürzungen" gab es jahrelang auch mit dem Auto-Schleichverkehr.

    Was mich hier aufregt: dass der Typ eine Dienstaufsichtsbeschwerde schreibt, weil ihm die formal richtige Antwort der Friedhofsverwaltung nicht gefällt und er sie auch noch als "unwahre Aussage" darstellt.

    aber Verbotsschild für Rennräder fordern... realsatire.

    dafür trifft's hier mit den Eigenunfall dann nicht den Falschen:

    LPI-J: E-Bike-Fahrer bei Unfall verletzt
    Weimar (ots) - Am Freitagnachmittag befuhr ein 23-Jähriger mit seinem motorisierten Zweirad die Weimarer Straße in Blankenhain in Richtung Untere Nordstraße.…
    www.presseportal.de

    Der am Kreisverkehr verunfallte Radfahrer in Weimar hingegen hat dann wohl wirklich das [Zeichen 205] nicht beachtet. Radwege. So sicher X/

    LPI-J: Vorfahrt im Kreisverkehr missachtet
    Weimar (ots) - Am Freitagnachmittag befuhr ein 77-Jähriger mit seinem Pedelec den Radweg neben der Ernst-Busse-Straße stadteinwärts in Richtung Kreisverkehr…
    www.presseportal.de
    LPI-J: Aggressiver Radfahrer
    Jena (ots) - Eine 56-jährige Fahrzeugführerin fuhr Montagnachmittag entlang der Göschwitzer Straße in Jena, als plötzlich ein bisher unbekannter Radfahrer…
    www.presseportal.de

    die Göschwitzer Straße in Jena. schnurgerade und mit widersinniger Beschilderung bzgl. Gehweg/Radweg.

    Nee, ich war es nicht. Aber bei den Versatzstücken der PM ist natürlich nur eine Aussage drin: die der Autofahrerin. Plötzlich neben der Autofahrerin. wie jetzt? während der Fahrt? mit 50? und neben dem Auto fahrend hat er die Fahrerin zum Anhalten gezwungen? Und dann sein Fahrrad "weggeschmissen"? :/