Beiträge von Peter Viehrig

    Als Jurist würde ich dem widersprechen, ich befürchte eher dass es bei Verkehrsdelikten die Einstellung der Mehrheitsbevölkerung ist ...

    Das halte ich für einen Fehlschluß aus der eigenen Filterblase. Ich glaube vielmehr, daß es sich um Abwehrreaktionen der Juristen handelt, die reflexartike Forderungen nach härteren Strafen in der Bevölkerung abwehren wollen, um nicht einem populistischen Straßenmob nachzugeben, um die Justiz also wirklich unabhängig zu halten. Und um Kosten zu sparen natürlich auch.

    Indes, bei vielen Gewaltdelikten ist dieser Reflex einfach richtig.

    Aber in Anlehnung an einen bekannten Wahlspruch einer beaknnten deutschen Partei sage ich: Ich wünsche mir einen Radweg, auf dem ich gut und gerne fahre :)

    Solche gibt es doch überall in Berlin, nennt sich Fahrbahnen, die teilt man sich halt mit anderen. Man braucht keine Radwege innerorts (obwohl es in Berlin sogar zwei oder drei gibt, die einigermaßen benutzbar sind, aber auch nicht mehr als das). Es gibt halt - wie überall in der westlichen Welt - schlicht zu viele Autos, und dagegen sollte man endlich vorgehen, vor allem gegen Falsch- und Kostenlosparker. Radwege braucht es dafür keine. Radwege innerorts sind ein Fehlkonzept, im besten Falle sind sie sicherheitsneutral, meistens aber verschlechtern sie die Sicherheit für Radfahrer. Es genügt den Fahrverkehr vom sonstigen Verkehr zu trennen, Fahrverkehr einschließlich Radverkehr gehört auf die Fahrbahn.

    Seit Jahren wird gelabert, aber es tut sich so gut wie nichts, jedenfalls hier in Berlin.

    Das ist eigentlich auch ganz gut: Nur wenige Radwege unterliegen einer Benutzungspflicht, häufig fehlen sie auch ganz, die Fahrbahnen sind in den meisten Fällen problemlos nutzbar. Auf den Hauptrouten (jedenfalls im Westen, den ich bevorzuge) sind die Busspuren faktisch herrlich überbreite Radfahrstreifen und als solche tatsächlich ein brauchbarer Kompromiß.

    Ich glaube, wenn sich etwas täte, dann wäre die Folge eine deutliche Verschlechterung der Situation, beispielsweise die vielgepriesene PBL in der Hasenheide, die ziemlich sicher mindestens eine soziale, wahrscheinlich auch eine angeordnete Benutzungspflicht nach sich zöge. Das darf gerne als Konzept in den Schubladen der Planer überdauern, aber bitte auch nur als solches. So etwas will ich nicht als Realität, schon der alten Bäume wegen.

    Berlin ist unter den deutschen Großstädten deshalb näher dran an einer Fahrradstadt, weil es eben keine ist. Das darf gerne so bleiben. Vor einem halben Jahr hatte ich den Zwangsvergleich, ich mußte aus privaten Gründen nach Leipzig. Es war die Hölle, Radwege überall, und alle benutzungspflichtig. Ich meine damit: Wirklich alle. Furchtbar.

    Bleibende Schäden und dauerhafte Einschränkungen bei der zukünftigen Ausübung eines ohnehin schlecht bezahlten Berufs beim Opfer. Und mit Mühe an einer Vorsatztat vorbeijuristet, und sogar dann ist der Strafrahmen ganz knapp über dem unteren Sechstel. Ich verstehe immer nicht, wie diese Opferverachtung der Richter und die völlige Abwesenheit ihres Verantwortungsgefühls für den Rechtsfrieden sowie den präventiven Opferschutz in der Gesellschaft zustandekommen.

    Irgendetwas im Internatsleben oder Studium der Juristerei muß der Soziopathie sehr förderlich sein.

    Hier ist man aber nicht hinter der Kreuzung, sondern mitten drauf. So, als würde man bei einer reinen Fahrbahnkreuzung in die Querstraße bis hinter die Ampel reinfahren und anschließend wieder heraus.

    Der Knackpunkt ist in meinen Augen der Satz 3 des §9 (2):

    Zitat

    Wer über eine Radverkehrsführung abbiegt, muss dieser im Kreuzungs- oder Einmündungsbereich folgen.

    Von da der Sprung zurück zu Satz 1 und pingelig werden:

    Zitat

    Wer mit dem Fahrrad nach links abbiegen will, braucht sich nicht einzuordnen, wenn die Fahrbahn hinter der Kreuzung oder Einmündung vom rechten Fahrbahnrand aus überquert werden soll.

    (Hervorhebung von mir)

    Man "plant" vom hinter der Kreuzung gelegenen rechten Fahrbahnrand aus indirekt abzubiegen, begibt sich hierzu auf die Radverkehrsanlage und ist nun auf ihr "verhaftet", denn nun muß man ihr folgen, bis man den Abbiegevorgang abgeschlossen hat, das verlangt die VO. Und die RVA "macht", was sie eben "macht": Mal hierhin, mal dorthin verschwenken, häufig sinnfrei irgendwo langführen. Daraus resultiert noch keine Wartepflicht an der Ampel rechts, außer, sie wendet sich auch direkt an genau jene indirekten Linksabbieger.

    Das gilt auch beim indirekten Linksabbiegen:

    (2) Wer mit dem Fahrrad nach links abbiegen will, braucht sich nicht einzuordnen, wenn die Fahrbahn hinter der Kreuzung oder Einmündung vom rechten Fahrbahnrand aus überquert werden soll. Beim Überqueren ist der Fahrzeugverkehr aus beiden Richtungen zu beachten. Wer über eine Radverkehrsführung abbiegt, muss dieser im Kreuzungs- oder Einmündungsbereich folgen.

    Das muß man einschränken bzw. näher ausführen: Wie geil ist der Tagesspiegel...

    Der hat sich deutlich gemausert in den letzten Jahren, mit gelegentlich deutlichen Ausreißern allerdings, und ist insoweit gewiß auch politischer "Influencer" (wieder geworden), als er signifikante Teile der Berliner Bevölkerung erreicht und damit die Stimmungslage hier prägt und mittelfristig ändert.

    Wäre es wie in Hamburg, gäbe es also nur BILD, MOPO und Berliner Abendblatt, wäre die Situation hier wahrscheinlich eine andere. Andererseits würden die Berliner den Tagesspiegel dann wohl nachträglich erfinden/gründen.

    Über den Klee loben will ich ihn nun auch nicht, aber eine starke Aktion, eingebettet in ein "trend setting" vom ihm, bleibt es doch.

    1) Du unterstellst (im Kontext anzunehmen) Radfahrern, sie würden sich signifikant weniger an Regeln halten als andere. Dafür hätte ich gerne Belege.

    Das unterstellt er nirgends. Deshalb braucht er auch keine Belege liefern.

    2) Du gehst davon aus, dass Radfahrer wegen fehlender Regelbefolgung die Arschlöcher des Straßenverkehrs sind.

    Nein, davon geht er nicht aus. Selbst mit der phantasiereichsten Interpretation gelingt es mir nicht, das aus Explosiv s Aussagen herauszulesen.

    3) Da sie es dann erwarten dürfen, hältst Du diese Herabwürdigung für moralisch gerechtfertigt.

    Nein, hält er nicht. Das gleiche wie bei zweitens.

    Jemanden Aussagen zu unterstellen und sich über diese vermeintlichen Aussagen zu empören, ist, milde formuliert, ungehörig. Wir sind hier nicht beim Braunbuch.

    Man kann hier ganz einfach, entspannt und unterstellungsfrei Fragen stellen, wenn man etwas wissen will oder Aussagen für unklar hält. Über diese (die tatsächlich gemachten Aussagen/Antworten) kann man sich dann empören, statt über die Auswüchse des Fieberrauschs der eigenen Interpretationskünste.

    1) Du unterstellst (im Kontext anzunehmen) Radfahrern, sie würden sich signifikant weniger an Regeln halten als andere. Dafür hätte ich gerne Belege.


    2) Du gehst davon aus, dass Radfahrer wegen fehlender Regelbefolgung die Arschlöcher des Straßenverkehrs sind.


    3) Da sie es dann erwarten dürfen, hältst Du diese Herabwürdigung für moralisch gerechtfertigt. (Go to 1)

    Das schreibt Explosiv nirgends bzw. unterstellt er nirgends. Eine solche Uminterpretation seiner Aussage ist sachlich schlicht falsch.

    In der Gesamtbilanz zahle ich (und die anderen hier) mit meinen Steuergeldern (und die anderen mit ihren) für die Autofahrer, weil die (im Gegensatz zu mir) zu wenig Steuern zahlen, um die Kosten zu decken, die sie selbst als Autofahrer verursachen. So einfach ist das. Ich nehme nix, ich gebe, nämlich mein sauer erwirtschaftetes Steuergeld, damit der Autofahrer seinen Blecheimer überall abstellen und überall meine Stadt mit seinem Dreck verpesten kann.

    Wenn Sie das nicht glauben --> https://www.google.com/advanced_search

    Und wenn schon Dreck und Lungengift, dann möchte ich wählen; und ich wähle stattdessen die Cigarre.

    Der Autofahrer gibt auch, aber zu wenig, deshalb muß ich ihn ja subventionieren.